{"id":103341,"date":"2023-09-05T15:00:51","date_gmt":"2023-09-05T13:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103341"},"modified":"2023-09-05T16:07:41","modified_gmt":"2023-09-05T14:07:41","slug":"us-sanktionen-als-instrument-des-krieges-der-fall-venezuela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103341","title":{"rendered":"US-Sanktionen als Instrument des Krieges: Der Fall Venezuela"},"content":{"rendered":"<p>Fakten &uuml;ber die verheerenden Auswirkungen der US-Sanktionen auf die Gesundheitsversorgung am Beispiel Venezuelas. Am meisten betroffen von diesen Sanktionen sind nachweislich die &Auml;rmsten der Armen. Die US-Sanktionen verhindern, trotz anderslautender Behauptungen aus Washington und Br&uuml;ssel, unter anderem den Erwerb von wichtigen Medikamenten gegen Diabetes, Krebs, HIV, Nierenerkrankungen und andere behandelbare Krankheiten. Von<strong> Celina della Croce<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAm 26. M&auml;rz 2022 lag Francisco in einem &ouml;ffentlichen Krankenhaus in der venezolanischen Stadt Bol&iacute;var, etwa acht Stunden entfernt von der Hauptstadt Caracas. Seit mehr als 24 Stunden wartete er in einem hei&szlig;en Raum ohne Ventilator oder Klimaanlage darauf, von einem Arzt untersucht zu werden, da sein Magen mit Fl&uuml;ssigkeit gef&uuml;llt war. Zu diesem Zeitpunkt war er spindeld&uuml;rr, die Haut klebte ihm an den Knochen, w&auml;hrend er auf der Seite lag und wartete.<\/p><p>Als er schlie&szlig;lich von einem Arzt untersucht und ihm ein Rezept ausgestellt wurde, teilte man ihm mit, dass das Krankenhaus die ben&ouml;tigten Medikamente nicht vorr&auml;tig hat. Seine Familie m&uuml;sse versuchen, diese selbst zu beschaffen. In der Apotheke kostete das erste Rezept 35 US-Dollar (weit mehr als das Monatseinkommen vieler Menschen), zus&auml;tzlich zu den f&uuml;nf Dollar, die die Familie bereits f&uuml;r eine Kochsalzl&ouml;sung ausgegeben hatte, die im Krankenhaus ausgegangen war.<\/p><p>Obwohl es an vielen Orten im ganzen Land &ouml;ffentliche Apotheken mit subventionierten Preisen gibt, haben diese nicht immer Zugang zu den ben&ouml;tigten Medikamenten. Oder wenn doch (weil die schlimmsten Engp&auml;sse &uuml;berwunden sind), sind selbst die niedrigeren Preise&nbsp;&ndash; f&uuml;r Medikamente, die fr&uuml;her kostenlos waren&nbsp;&ndash; f&uuml;r viele unerschwinglich.<\/p><p>Tats&auml;chlich berichtete die UN-Sonderberichterstatterin zu den negativen Auswirkungen der einseitigen Zwangsma&szlig;nahmen auf die Wahrnehmung der Menschenrechte, Alena Douhan, im Jahr 2021, dass in Venezuela nach Angaben des nationalen Pharmaverbands 85 Prozent der Medikamente&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/documents\/country-reports\/ahrc4859add2-visit-bolivarian-republic-venezuela-report-special\">fehlten<\/a>; vor allem teure Behandlungen wie Herzoperationen, Dialyse und Krebsbehandlungen bleiben unerschwinglich. Dies ist eine&nbsp;Folge der Sanktionen, die im Rahmen der &bdquo;Kampagne des maximalen Drucks&ldquo;&nbsp;der USA seit 2017 verh&auml;ngt und zunehmend versch&auml;rft wurden.<\/p><p>Aus demselben Grund ist in Venezuela die Zahl der registrierten &Auml;rzte um 45,7 Prozent zur&uuml;ckgegangen, sodass in den &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;usern ein 50- bis 70-prozentiger Mangel an qualifiziertem medizinischem Personal herrscht. Bis zu 80 Prozent der Krankenhausausr&uuml;stung ist in einem desolaten Zustand. Es fehlen viele Teile, die fr&uuml;her aus den USA importiert wurden. In anderen F&auml;llen wurde der Kauf von medizinischen Ausr&uuml;stungsgegenst&auml;nden aus anderen L&auml;ndern durch die US-Sanktionen blockiert, die diese daran hindern, mit Venezuela Gesch&auml;fte zu machen, da sie Gefahr laufen, mit denselben Sanktionen belegt zu werden.<\/p><p>Dies w&uuml;rde erkl&auml;ren, warum Franciscos Zimmernachbarn gesagt wurde, dass er ger&ouml;ntgt werden muss, das Krankenhaus aber keine funktionierenden R&ouml;ntgenger&auml;te hat und er ein privates Labor suchen und bezahlen m&uuml;sse. Er wurde wegen einer kollabierten Lunge nach einer missgl&uuml;ckten Operation in einer Privatklinik behandelt, wo er sich eine weitere Behandlung, die etwa 1.000 Dollar pro Tag gekostet h&auml;tte, nicht leisten konnte.<\/p><p>Da das Krankenhaus nur &uuml;ber einen Rollstuhl verf&uuml;gt und personell stark unterbesetzt ist, m&uuml;sse seine Familie auch den Transport organisieren, da er nicht in der Lage war, selbst zu gehen.<\/p><p>In der Zwischenzeit wartete Francisco mit seiner Schwiegertochter und seinem Sohn, die schon seit einiger Zeit arbeitslos waren. Zwei Wochen sp&auml;ter, am 12. April, starb er, da er die notwendigen medizinischen Untersuchungen nicht bekommen konnte, die bei der Diagnose und Behandlung seiner Krankheit h&auml;tten helfen k&ouml;nnen.<\/p><p>In einem einzigen Jahr starben in Venezuela&nbsp;<a href=\"https:\/\/cepr.net\/images\/stories\/reports\/venezuela-sanctions-2019-04.pdf\">40.000<\/a>&nbsp;Menschen wie Francisco an den Folgen der US-Sanktionen, die das Land daran hinderten, Medikamente zu importieren und wichtige G&uuml;ter wie &Ouml;l zu exportieren, was die Wirtschaft l&auml;hmte und die F&auml;higkeit des Landes beeintr&auml;chtigte, die Grundbed&uuml;rfnisse der Bev&ouml;lkerung zu befriedigen. Im selben Jahr waren weitere 300.000 Menschen vom Tod bedroht, weil sie mehr als ein Jahr lang keinen Zugang zu wichtigen Medikamenten gegen Diabetes, Krebs, HIV, Nierenerkrankungen und andere behandelbare Krankheiten hatten. Viele haben das Land auf der Suche nach erreichbaren Medikamenten verlassen; viele andere starben, wie Alexis Bol&iacute;var von [der Menschenrechtsorganisation]&nbsp;<a href=\"https:\/\/rompiendolanorma.org.ve\/\">Rompiendo la Norma<\/a>&nbsp;im Fall der HIV\/Aids-Kranken berichtet, von denen die LGBTQ+-Gemeinschaft stark betroffen ist.<\/p><p>Der Zeitrahmen, von dem ich immer wieder geh&ouml;rt habe&nbsp;&ndash; von Menschen aller politischen Richtungen, einschlie&szlig;lich Familienmitgliedern von Patienten, dem Rollstuhlbegleiter der mit mir &uuml;ber die defekten Aufz&uuml;ge mit fehlenden T&uuml;ren sprach, und Kommune-Mitgliedern im ganzen Land&nbsp;&ndash; f&auml;llt mit den Jahren zusammen, in denen die USA unter Donald Trump ihre &bdquo;Kampagne des maximalem Drucks&rdquo; gegen Venezuela versch&auml;rft haben, angeblich angetrieben von der Sorge um die Menschenrechte angesichts der Demokratie und des Wahlprozesses des Landes.<\/p><p>Doch diese Rhetorik hat sich nicht nur immer wieder als falsch erwiesen, Trump selbst hat diesen Mythos widerlegt, als er im Juni 2023&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CtuBGvUAoEl\/\">erkl&auml;rte<\/a>: &bdquo;Als ich aus dem Amt schied, stand Venezuela kurz vor dem Zusammenbruch. Wir h&auml;tten es &uuml;bernommen. Wir h&auml;tten das ganze &Ouml;l bekommen. Es w&auml;re direkt vor unserer T&uuml;r gewesen.&rdquo; Diese Erkl&auml;rung erinnert an ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/2017-2021-translations.state.gov\/2019\/03\/11\/remarks-to-the-press\/index.html\">S<\/a><a href=\"https:\/\/2017-2021-translations.state.gov\/2019\/03\/11\/remarks-to-the-press\/index.html\">tatement<\/a>&nbsp;seines Au&szlig;enministers Mike Pompeo vier Jahre zuvor: &bdquo;Wir w&uuml;nschen uns immer, dass die Dinge schneller gehen k&ouml;nnten&hellip; Der Kreis schlie&szlig;t sich, die humanit&auml;re Krise nimmt st&uuml;ndlich zu&hellip; Sie k&ouml;nnen den zunehmenden Schmerz und das Leid sehen, unter dem das venezolanische Volk leidet.&rdquo;<\/p><p>Auf der Grundlage einer bilateralen Studie &uuml;ber 36 andere &Ouml;l produzierende L&auml;nder&nbsp;<a href=\"https:\/\/cepr.net\/report\/the-human-consequences-of-economic-sanctions\/\">konstatierte<\/a>&nbsp;der Wirtschaftswissenschaftler und Oppositionsanh&auml;nger Francisco Rodr&iacute;guez, dass &bdquo;der Kollaps der venezolanischen &Ouml;lproduktion&rdquo; seit Trumps pauschalen Sanktionen gegen den &Ouml;lsektor im Jahr 2017 &bdquo;eine Dimension hat, die man sonst nur kennt, wenn Armeen &Ouml;lfelder in die Luft jagen&rdquo;. Er erkl&auml;rte, dass &bdquo;das einzige Land, das in diesem Zeitraum eine &auml;hnliche Trendwende wie Venezuela erlitten hat, der Jemen war, dessen &Ouml;lfelder zu jener Zeit Ziel einer saudischen Bombenkampagne waren.&rdquo;<\/p><p>Laut Zahlen, die im folgenden Jahr ver&ouml;ffentlicht wurden, lie&szlig;en die von den USA verh&auml;ngten Sanktionen die Einnahmen der Regierung auf nur noch&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.minpet.gob.ve\/index.php\/es-es\/comunicaciones\/noticias-comunicaciones\/49-noticias-del-ano-2020\/1484-venezuela-ha-perdido-99-de-sus-ingresos-producto-del-bloqueo-criminal-economico-y-financiero-impuesto-por-ee-uu\">ein Prozent<\/a>&nbsp;dessen schrumpfen, was sie vor den Sanktionen gewesen waren&nbsp;&ndash; mit anderen Worten: ein R&uuml;ckgang um 99 Prozent. Ein Regierungsbericht aus dem Jahr 2023&nbsp;<a href=\"https:\/\/observatorio.gob.ve\/document\/the-numbers-of-the-blockade-2015-2023\/\">sch&auml;tzt<\/a>, dass &bdquo;Venezuela seit 2015 durchschnittlich 40 Milliarden Dollar pro Jahr verloren hat&rdquo;, w&auml;hrend die Produktion der staatlichen &Ouml;lgesellschaft PDVSA, der Quelle des gr&ouml;&szlig;ten Teils der Sozialausgaben des Landes, aufgrund der US-Blockade von Januar 2015 bis Juni 2020 um 87 Prozent zur&uuml;ckging.<\/p><p>Die Situation hat sich zwar leicht verbessert, aber die F&auml;higkeit der Regierung, Sozialprogramme zu finanzieren, bleibt&nbsp;<a href=\"https:\/\/cepr.net\/report\/the-human-consequences-of-economic-sanctions\/\">infolge<\/a>&nbsp;der US-Blockade ein Schatten dessen, was sie einmal war. In dem Bericht hei&szlig;t es: &bdquo;Obwohl das Land zwischen 2021 und 2022 einen leichten Aufschwung erlebte, entsprechen die Einnahmen des letzten Jahres nur zehn Prozent dessen, was Venezuela in dem Jahr erzielte, als die wirtschaftliche Aggression begann.&rdquo;<\/p><p>Wie die &Ouml;konomin Pasqualina Curcio darlegt, h&auml;tten allein die durch den Wirtschaftskrieg von 2016 bis 2019 verlorenen Ressourcen&nbsp;<a href=\"https:\/\/resumen-english.org\/2020\/07\/the-impact-of-the-economic-war-on-venezuela\/\">ausreichen<\/a>&nbsp;k&ouml;nnen, &bdquo;um gen&uuml;gend Lebensmittel und Medikamente f&uuml;r 45 Jahre zu importieren&rdquo; oder das (&ouml;ffentliche und private) Gesundheitssystem f&uuml;r 29 Jahre zu finanzieren.<\/p><p>Rodr&iacute;guez stellt dar&uuml;ber hinaus fest, dass &bdquo;Venezuelas starke Verschlechterung der Indikatoren f&uuml;r Gesundheit, Ern&auml;hrung und Lebensmittelsicherheit mit dem gr&ouml;&szlig;ten wirtschaftlichen Zusammenbruch au&szlig;erhalb von Kriegszeiten seit 1950 einherging&rdquo;, wobei die Sterblichkeit im Jahr nach der Verh&auml;ngung der Sanktionen um 31 Prozent anstieg. Im M&auml;rz 2020&nbsp;<a href=\"https:\/\/sures.org.ve\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unusual-y-extraordinary-N-4-min.pdf\">s<\/a><a href=\"https:\/\/sures.org.ve\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Unusual-y-extraordinary-N-4-min.pdf\">ch&auml;tzte<\/a>&nbsp;der ehemalige UN-Sonderberichterstatter Alfred de Zayas, dass 100.000 Venezolaner infolge der Sanktionen gestorben waren.<\/p><p>Das Krankenhaus, in das Francisco eingeliefert wurde, ist wie andere im Land nur noch eine H&uuml;lle von dem, was es einmal war: eine solide, kostenlose und gut ausgestattete Einrichtung mit guten &Auml;rzten, die sich in einem Land mit einem der&nbsp;<a href=\"https:\/\/observatorio.gob.ve\/document\/the-numbers-of-the-blockade-2015-2023\/\">h<\/a><a href=\"https:\/\/observatorio.gob.ve\/document\/the-numbers-of-the-blockade-2015-2023\/\">&ouml;chsten Indizes<\/a>&nbsp;f&uuml;r menschliche Entwicklung der Welt um seine Patienten k&uuml;mmerte. Das liegt daran, dass die Regierung mit Beginn der bolivarischen Revolution im Jahr 1999 begann, 75 Prozent ihrer Mittel f&uuml;r Sozialausgaben&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.minci.gob.ve\/en-claves-conozca-los-principales-logros-de-la-revolucion-bolivariana-a-22-anos-de-su-fundacion\/\">einzusetzen<\/a>, was einer Steigerung von 50 Prozent gegen&uuml;ber dem vorherigen Stand entspricht.<\/p><p>Zu diesen Programmen, die gr&ouml;&szlig;tenteils mit &Ouml;leinnahmen finanziert werden, geh&ouml;ren die&nbsp;<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/hintergrund\/2007\/gesunder-klassenkampf\">Misi&oacute;n Barrio Adentro<\/a>&nbsp;[Hinein ins Stadtviertel], die in 320 der 355 venezolanischen Gemeinden Gesundheitsstationen eingerichtet hat, die Misi&oacute;n Sonrisa [L&auml;cheln], die kostenlose Zahnbehandlungen anbietet, und die&nbsp;<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/182350\/operation-wunder\">Misi&oacute;n Milagro&nbsp;<\/a>[Wunder], die rund 300.000 Venezolanern das Augenlicht wiedergeben und einer Million Menschen Augenoperationen erm&ouml;glicht hat.<\/p><p>Aber diese und viele andere Programme wurden mit der Sabotage der venezolanischen Wirtschaft durch die USA zunichte gemacht, die Richard Nixons altem Auftrag folgte, &bdquo;die Wirtschaft zum Schreien zu bringen&rdquo; (&ldquo;<a href=\"https:\/\/thetricontinental.org\/newsletterissue\/twelve-step-method-to-conduct-regime-change-the-fifth-newsletter\/\">make the economy scream<\/a>&ldquo;), als ein wesentlicher Bestandteil der Strategie f&uuml;r einen Regime change. Wie ein unabh&auml;ngiger Experte in einem UN-Bericht von 2018&nbsp;<a href=\"https:\/\/digitallibrary.un.org\/record\/1640958?ln=en\">schrieb<\/a>: &bdquo;Moderne Wirtschaftssanktionen und Blockaden sind vergleichbar mit mittelalterlichen Belagerungen von St&auml;dten mit der Absicht, sie zur Kapitulation zu zwingen. Die Sanktionen des 21. Jahrhunderts versuchen nicht nur eine Stadt, sondern ganze L&auml;nder in die Knie zu zwingen.&rdquo;<\/p><p>Drei Jahre sp&auml;ter ver&ouml;ffentlichte UN-Sonderberichterstatterin Douhan einen Bericht &uuml;ber die Folgen einseitiger Zwangsma&szlig;nahmen in Venezuela, in dem sie unter anderem zu dem Schluss kam, dass &bdquo;die Versch&auml;rfung der Sanktionen ab 2017 die positiven Auswirkungen der zahlreichen Reformen und die F&auml;higkeit des Staates, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten und weiterhin Sozialprogramme umzusetzen, untergraben hat&rdquo;. Der Bericht zeigt beispielsweise auf, dass die Herzklinik f&uuml;r Kinder, die Douhan als die modernste des Landes bezeichnet, in der 90 Prozent der Kinderherzoperationen landesweit durchgef&uuml;hrt werden, aufgrund dieser Ma&szlig;nahmen ihre Operationen von 2015 bis 2020 um 94 Prozent senken musste.<\/p><p>Unterdessen ist im Kinderkrankenhaus J. M. de Los R&iacute;os in Caracas, dem wichtigsten Krankenhaus f&uuml;r die Behandlung von Kindern von au&szlig;erhalb der Hauptstadt, &bdquo;die Versorgung in mehreren seiner 34 Fachbereiche Berichten zufolge nicht mehr m&ouml;glich. Dem Krankenhaus fehlt es an Basismedikamenten, medizinischer Ausr&uuml;stung und Instrumenten, und es kann die Patienten nicht mehr mit Lebensmitteln versorgen. Patienten, die onkologische und h&auml;matologische Behandlungen ben&ouml;tigen, k&ouml;nnen nicht vollst&auml;ndig behandelt werden, sodass die Familien gezwungen sind, sich andernorts um zus&auml;tzliche Behandlungen zu bem&uuml;hen&nbsp;&ndash; wenn sie es sich leisten k&ouml;nnen. Auch hier sind die &Auml;rmsten am st&auml;rksten betroffen.&rdquo;<\/p><p>Am 27. Juli 2023 erkl&auml;rte Dr. Isabel Iturria, die Leiterin der Kinderkardiologie des Krankenhauses Dr. Gilberto Rodriguez Ochoa&nbsp;&ndash; die Operationen f&uuml;r Kinder im ganzen Land durchf&uuml;hrt, wobei 85 Prozent der Patienten aus dem Landesinneren kommen&nbsp;&ndash; einer Delegation des Internationalen&nbsp;<a href=\"https:\/\/sanctionstribunal.org\/\">Volkstribuna<\/a><a href=\"https:\/\/sanctionstribunal.org\/\">ls<\/a>&nbsp;gegen den US-Imperialismus, dass sie zwar begonnen haben, wieder mehr Operationen durchzuf&uuml;hren (bisher 406 in diesem Jahr) und eine hohe Erfolgsquote von 96 Prozent halten k&ouml;nnen, aber die Bedingungen, unter denen die Operationen stattfinden, alles andere als ideal sind.<\/p><p>W&auml;hrend sie beispielsweise vor der Blockade in der Lage waren, mit Hilfe von Kathetern weniger invasive und risikoreiche Herzoperationen an Kindern, von Neugeborenen bis zu Jugendlichen, durchzuf&uuml;hren, m&uuml;ssten sie jetzt sehr viel invasivere Herzoperationen vornehmen, weil sie aufgrund der US-Blockade keine Katheter kaufen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem, so erkl&auml;rt sie, &bdquo;gibt es keine S&auml;gen, um den Brustkorb der Kinder zu &ouml;ffnen; wir operieren jeden Tag vier Kinder und wir brauchen vier S&auml;gen. Wir haben eine. Warum haben wir nicht mehr? Weil es unm&ouml;glich ist, sie zu kaufen (&hellip;) Wir m&uuml;ssen also mit nur einer arbeiten und ein Messer verwenden, um den Brustkorb zu &ouml;ffnen, eine Methode, die wir schon vor vielen Jahren wegen der m&ouml;glichen Folgen aufgegeben hatten.&rdquo;<\/p><p>Andere Operationen sind durch unzureichende Klimaanlagen eingeschr&auml;nkt, ohne die sie nicht sicher arbeiten k&ouml;nnten. &bdquo;Sie wollen uns nichts verkaufen&rdquo;, sagte sie und sprach von den vielen vereitelten Versuchen des Krankenhauses, medizinische Ger&auml;te zu erwerben &ndash; selbst wenn sie das Geld haben.<\/p><p>Venezuela ist keineswegs ein Einzelfall, wenn auch einer der schwerwiegendsten. Nach Angaben des US-Finanzministeriums aus dem Jahr 2021 haben die US-Sanktionen in den letzten 20 Jahren um 933 Prozent zu&nbsp;<a href=\"https:\/\/cepr.net\/report\/sotu-2022\/\">zugenommen<\/a>, was bedeutet, dass fast ein Drittel der Weltwirtschaft und ein Viertel der L&auml;nder der Welt davon&nbsp;<a href=\"https:\/\/cepr.net\/report\/the-human-consequences-of-economic-sanctions\/\">b<\/a><a href=\"https:\/\/cepr.net\/report\/the-human-consequences-of-economic-sanctions\/\">etroffen<\/a>&nbsp;sind. Wenn die USA nicht mit Panzern und Waffen gewinnen k&ouml;nnen, so das Kalk&uuml;l, wird vielleicht eine Kampagne, um die Menschen zu erdrosseln, den Regime change beschleunigen.<\/p><p>Obwohl sie Zehntausende get&ouml;tet haben und trotz der Zahlen des t&auml;glichen Lebens, die nur mit denen von Schlachtfeldern vergleichbar sind, konnten die Sanktionen den Venezolanern weder die Freude am Leben nehmen noch das Ziel eines Regime change erreichen. Zwar kann eine Erkrankung den durchschnittlichen Venezolaner wegen der verheerenden US-Blockade das Leben kosten, aber sie hat nicht verhindern k&ouml;nnen, dass sich die Pl&auml;tze mit Musik, Theater und quirligem Leben f&uuml;llen. Beeintr&auml;chtigt hat sie auch die Herzlichkeit, den Sch&ouml;pfergeist und die Widerstandskraft der Menschen nicht, die sich weigern, sich unterkriegen zu lassen.<\/p><p>&Uuml;bersetzung: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/265671\/us-sanktionen-kriegsmittel-venezuela\">Klaus E. Lehmann, Amerika21<\/a><\/p><p>Titelbild: Shutterstock \/ Ilin Sergey<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96301\">Abschaffung von Sanktionen als Mittel des Wirtschaftskrieges: Krachende Abstimmungsniederlage f&uuml;r USA und EU im UN-Menschenrechtsrat<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98289\">Die Sanktionen gegen Russland und das global&ouml;konomische &bdquo;Gleichgewicht des Schreckens&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97243\">Vereinte Nationen: Zusammenschluss von 134 L&auml;ndern fordert Ende der Sanktionen und neues Paradigma der Zusammenarbeit<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93525\">Wenn die EU Syrien wirklich helfen will, m&uuml;ssen die Sanktionen sofort beendet werden<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/2286909bd7fd4a32b9cc860b3849bfb8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fakten &uuml;ber die verheerenden Auswirkungen der US-Sanktionen auf die Gesundheitsversorgung am Beispiel Venezuelas. Am meisten betroffen von diesen Sanktionen sind nachweislich die &Auml;rmsten der Armen. Die US-Sanktionen verhindern, trotz anderslautender Behauptungen aus Washington und Br&uuml;ssel, unter anderem den Erwerb von wichtigen Medikamenten gegen Diabetes, Krebs, HIV, Nierenerkrankungen und andere behandelbare Krankheiten. 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