{"id":10382,"date":"2011-08-08T08:51:34","date_gmt":"2011-08-08T06:51:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382"},"modified":"2011-08-08T09:24:56","modified_gmt":"2011-08-08T07:24:56","slug":"hinweise-des-tages-1441","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: EZB deutet Aufkauf italienischer Staatsanleihen an; Europa und die USA so parallel in der Krise; Reaktion auf Rating-Watsche &ndash; China kritisiert Kreditsucht der USA; Der alte Mann und das Mehr; Der rechte Abschied von der Politik; Steuer&ndash; und Abgabenlast f&uuml;r Arbeitnehmer weiter gesunken; S 21: Kombinierter Unsinn; Das Hermes-Prinzip &ndash; Ein Milliard&auml;r und seine G&ouml;tterboten; Pflege in Not; Betriebsrenten: Verbrauchersch&uuml;tzer zeigen Ergo an; Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Menschen mit Behinderung vorbei; Bundesregierung: An Hochschulen kein Zwang bei der Einwerbung von Drittmittel; Entsch&auml;digung: Geld f&uuml;r G&auml;fgen bleibt beim Staat; Dobrindt geht steil; Anf&auml;nge der 68-er Revolution &ndash; Welche Rolle spielten Kurras, Mahler und die Stasi?; Ein ganz allt&auml;gliches Beispiel f&uuml;r manipulative Informationsunterdr&uuml;ckung; TV-Tipp: Schr&ouml;der, Fischer und die Lobbyisten; Das Letzte: Deutschland gehen schon bald die Busfahrer aus. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h01\">EZB deutet Aufkauf italienischer Staatsanleihen an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h02\">Europa und die USA so parallel in der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h03\">Reaktion auf Rating-Watsche &ndash; China kritisiert Kreditsucht der USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h04\">Der alte Mann und das Mehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h05\">Der rechte Abschied von der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h06\">Steuer&ndash; und Abgabenlast f&uuml;r Arbeitnehmer weiter gesunken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h07\">S 21: Kombinierter Unsinn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h08\">ARD-exclusiv: Das Hermes-Prinzip &ndash; Ein Milliard&auml;r und seine G&ouml;tterboten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h09\">Pflege in Not<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h10\">Betriebsrenten: Verbrauchersch&uuml;tzer zeigen Ergo an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h11\">Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Menschen mit Behinderung vorbei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h12\">Bundesregierung: An Hochschulen kein Zwang bei der Einwerbung von Drittmitteln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h13\">Entsch&auml;digung: Geld f&uuml;r G&auml;fgen bleibt beim Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h14\">Dobrindt geht steil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h15\">Anf&auml;nge der 68-er Revolution &ndash; Welche Rolle spielten Kurras, Mahler und die Stasi?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h16\">Ein ganz allt&auml;gliches Beispiel f&uuml;r manipulative Informationsunterdr&uuml;ckung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h17\">TV-Tipp: Schr&ouml;der, Fischer und die Lobbyisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382#h18\">Das Letzte: Deutschland gehen schon bald die Busfahrer aus<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10382&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>EZB deutet Aufkauf italienischer Staatsanleihen an<\/strong><br>\nEs dauerte bis tief in die Nacht, bis die Euro-Notenbanker ihre Entscheidung verklausuliert &ouml;ffentlich machten &ndash; wohl ein Hinweis auf massiven Streit zwischen Europas W&auml;hrungsh&uuml;tern. Dass die EZB den angeschlagenen Italienern und Spaniern unter die Arme greifen wird, ist wahrscheinlich, aber nicht offiziell best&auml;tigt.<br>\nDie Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) wird ihr Aufkaufprogramm f&uuml;r Staatsanleihen von Mitgliedern der Euro-Zone &ldquo;aktiv umsetzen&rdquo;. Das teilte die Zentralbank nach einer Telefonkonferenz des 23-k&ouml;pfigen Rates am sp&auml;ten Sonntagabend in Frankfurt mit. Die Mitteilung l&auml;sst offen, welche Papiere welcher Staaten gemeint sind.<br>\nAnleger hatten sich zuletzt in gro&szlig;em Stil von italienischen und spanischen Staatspapieren getrennt und so die Renditen nach oben getrieben, die sich bei Bonds gegenl&auml;ufig zu den Kursen entwickeln. Die Verzinsung etwa f&uuml;r Zehnjahrespapiere beider L&auml;nder hatte die Marke von sechs Prozent &uuml;berschritten, ab der die Refinanzierung auf Dauer als nicht mehr tragbar gilt. Deshalb gehen Beobachter davon auf, dass die Zentralbank Bonds aus der dritt- und der viertgr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaft der Gemeinschaft erwerben wird, um eine Ansteckung durch die Schuldenkrise zu vermeiden: Mehrerer hochrangige EZB-Mitglieder hatten zuvor gesagt, die drastisch gestiegene Verzinsung habe nur wenig mit der realwirtschaftlichen Lage der beiden Euro-Schwergewichte zu tun&hellip;<br>\nBislang hatte vor allem Bundesbank-Chef Jens Weidmann sowie Notenbanker aus den Benelux-L&auml;ndern &ndash; offenbar aus den Niederlanden und Luxemburg &ndash; Widerstand gegen das Anleihekaufprogramm geleistet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:schuldenkrise-in-europa-ezb-deutet-aufkauf-italienischer-staatsanleihen-an\/60088606.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> H&auml;tte man schon zum Beginn der Griechenland-Krise mit Euro-Anleihen der Spekulation einen Schuss vor den Bug gegeben, dann w&auml;re dieses ganze Schlamassel erspart geblieben. Aber selbst jetzt redet Trichet nebulos &uuml;ber &bdquo;aktiv umsetzen&ldquo;. Wohl deshalb weil sich Kanzler-Berater Weidmann heftig dagegen gewehrt haben soll. Und wie &uuml;berforderte Hundehalter vor einem sich verbei&szlig;enden Pitbull fallen Merkel und Sarkozy zur &bdquo;Beruhigung der M&auml;rkte&ldquo; nichts Hilfloseres ein, als die schon l&auml;ngst wieder &uuml;berholten Beschl&uuml;sse des letzten Euro-Gipfels zu bekr&auml;ftigen, denen dann &bdquo;bis Ende September&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/versicherung\/meldungen\/merkel-und-sarkozy-geben-doch-erklaerung-zur-schuldenkrise-1714329.html\">auch die Parlamente zugestimmt haben sollen<\/a>. Solche pflaumenweichen Erkl&auml;rungen werden, den Herdentrieb wohl kaum aufhalten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Europa und die USA so parallel in der Krise<\/strong><br>\nDie USA politisch blockiert und Europa im heillosen Clinch um eine angemessene Krisen-L&ouml;sung &ndash; mit Deutschland als europ&auml;ische Variante der amerikanischen Tea-Party-Bewegung.<br>\nEine ausf&uuml;hrliche Literatur- und Kommentar&uuml;bersicht mit dem Versuch einer politischen Einordnung von Volker Bahl.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110808_hinweise_europa_und_die_usa_so_parallel_in_der_krise.pdf\">Volker Bahl [PDF &ndash; 149.7 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Reaktion auf Rating-Watsche &ndash; China kritisiert Kreditsucht der USA<\/strong><br>\nUSA wird von der Rating-Agentur S&amp;P herabgestuft &ndash; der Rivale China reagiert prompt. Pekings amtliche Nachrichtenagentur Xinhua kritisiert die Schuldenabh&auml;ngigkeit der Vereinigten Staaten in deutlichen Worten &ndash; und stellt Forderungen an die Parteien in Washington. &hellip;<br>\nAls gr&ouml;&szlig;ter Gl&auml;ubiger Amerikas habe China jedes Recht, zu verlangen, dass die USA ihre strukturellen Schuldenprobleme in den Griff bekommen und die Sicherheit chinesischer Dollar-Anlagen sicherstellen, hie&szlig; es weiter. &hellip;<br>\nNach dem Schritt von S&amp;P hatte die chinesische Rating-Agentur ihrerseits die US-Bonit&auml;t von A+ auf A zur&uuml;ckgestuft. Weitere Schritte w&uuml;rden folgen, falls die USA ihre &ldquo;riesigen Milit&auml;rausgaben und aufgebl&auml;hten Sozialausgaben&rdquo; nicht eind&auml;mmten, schrieb der Kommentator weiter. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,778755,00.html\">Spiegel Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Die Chinesen sind ja richtig s&uuml;&szlig;. Jetzt verlangen diese Kommunisten vom kapitalistischen Amerika den Abbau der &bdquo;aufgebl&auml;hten&ldquo; Sozialausgaben. Toll. Und genauso toll ist die Klage &uuml;ber die &bdquo;Schuldensucht&ldquo; der USA. Zu einer Schuldensucht geh&ouml;ren immer zwei: einer, der sich verschuldet, und einer, der die Kredite gibt. Niemand hat China gezwungen, den USA die hohen Kredite zu geben. Nicht einmal wurde ihnen garantiert, dass der Dollar-Kurs hoch bleibt. Au&szlig;erdem h&auml;tte es ja in der Hand der Chinesen gelegen, Dollar zu verkaufen, um Kursverluste zu verringern wenn nicht zu vermeiden. &ndash; Statt &bdquo;China&ldquo; k&ouml;nnen Sie auch &bdquo;Deutschland&ldquo; setzen. Denn wir geh&ouml;ren wegen unserer hohen Export&uuml;bersch&uuml;sse, mit denen wir Forderungen auch gegen&uuml;ber den USA und auch in Dollar angeh&auml;uft haben, auch zu den Dummen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Der alte Mann und das Mehr <\/strong><br>\nPaul Volcker, Ex-Notenbankchef der USA, erkl&auml;rt, wie es zur Weltwirtschaftskrise kam &ndash; und ob die Gier je zu z&auml;hmen sein wird.<br>\nZEITmagazin: Funktioniert die Demokratie noch? Oder leben wir in eine Lobbykratie, die die Reichen und M&auml;chtigen bedient?<br>\nVolcker: Die Demokratie ist noch immer da, aber wenn sie besser funktionieren w&uuml;rde, h&auml;tten wir diese ganzen Probleme nicht&hellip;<br>\nZEITmagazin: Wird die Mittelschicht systematisch ausgenommen?<br>\nVolcker: Das Grundproblem ist, dass sich seit zehn, zwanzig Jahren das Einkommen des Durchschnittshaushalts in den USA nicht signifikant erh&ouml;ht hat. Es gab zwar gro&szlig;e Zugewinne, aber sie beschr&auml;nken sich auf eine schmale Schicht der Bev&ouml;lkerung. Vor zwanzig Jahren gab es nicht so viele Milliard&auml;re. Deshalb: Ja, wir haben hier ein echtes Problem.<br>\nZEITmagazin: Was, wenn nicht die Gier, motiviert denn Menschen?<br>\nVolcker: Wenn Sie Gier so interpretieren, dass Leute Geld verdienen wollen, dann w&uuml;rde ich sagen, ja, das ist eine menschliche Konstante, die allerdings in den USA besonders ausgepr&auml;gt ist. Vom Standpunkt der Allgemeinheit aus betrachtet, muss man fragen, ob dabei echte Werte geschaffen werden. Die Leute in der Finanzbranche glauben das, sonst k&ouml;nnten sie nicht mehr in den Spiegel schauen. Sie haben sich gesagt, wenn wir viel Geld verdienen, zeigt das, wie klug wir sind, und das wiederum muss gut sein f&uuml;r die Wirtschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/32\/Wirtschaftskrise-Paul-Volcker\/seite-1\">Die Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der rechte Abschied von der Politik<\/strong><br>\nMit bisher unbekannter Radikalit&auml;t bewirtschaftet in den USA eine neue Rechte die Krise, die sie selbst zu verantworten hat. Das st&ouml;&szlig;t auch altgediente Konservative ab, f&uuml;r die Reagan ein Idol war.<br>\nCharles Moore ist Konservativer bis in die Knochen. Er war 20 Jahre lang Chefredakteur strenger und konservativer Zeitungen, zuletzt des &laquo;Telegraph&raquo;. Er konvertierte zum Katholizismus, ist ein beliebter Gast des Papstes und der offizielle Biograf von Margaret Thatcher. Vorletzte Woche schrieb Moore eine Kolumne, die sein ganzes Leben in Frage stellt. Ihr Titel lautet: &laquo;Ich fange an zu denken, dass die Linke vielleicht doch Recht hat&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/amerika\/Der-rechte-Abschied-von-der-Politik\/story\/22710602\">Tages Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Eine ausf&uuml;hrliche Kommentierung folgt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Steuer&ndash; und Abgabenlast f&uuml;r Arbeitnehmer weiter gesunken<\/strong><br>\nDeutschland geh&ouml;rte 2010 erneut zu den L&auml;ndern, in denen die Steuer- und Abgabenlast f&uuml;r Arbeitnehmer st&auml;rker gesunken ist als im OECD-Schnitt. F&uuml;r einen durchschnittlichen unverheirateten Angestellten ohne Kinder reduzierte sich die Gesamtbelastung um 1,84 Prozentpunkte (nur Ungarn lag mit minus 6,65 Prozentpunkten noch dar&uuml;ber). Dies geht aus der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie Taxing Wages hervor. F&uuml;r alle untersuchten Haushaltstypen liegt die Abgabenlast nun unter dem Niveau des Jahres 2000 und das, obwohl die nominalen Durchschnittsl&ouml;hne seither erheblich gestiegen sind.<br>\nIn zwei von drei OECD-L&auml;ndern hat sich die Steuer- und Abgabenlast im vergangenen Jahr erh&ouml;ht. In Deutschland jedoch f&uuml;hrten h&ouml;here Kinderfreibetr&auml;ge und eine leichte Anpassung des allgemeinen Steuerfreibetrages zum R&uuml;ckgang der Steuer- und Abgabenlast. Auf mittlere Sicht haben vor allem kinderlose Spitzenverdiener von den Entlastungen der vergangenen Jahre profitiert. F&uuml;r Alleinerziehende, die nur &uuml;ber die H&auml;lfte eines Durchschnittseinkommens verf&uuml;gen, lagen die Lohnabz&uuml;ge dagegen in etwa auf dem Niveau des Jahres 2000.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/10\/0,3746,de_34968570_35008930_47813898_1_1_1_1,00.html\">OECD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Achtung: Die OECD misst die  Abgabenlast an den durchschnittlichen Bruttoverdiensten <strong>plus<\/strong> der Sozialbeitr&auml;ge der Arbeitgeber. Das ist sachlich korrekt, weil die Trennung zwischen &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; und den Kosten f&uuml;r den &bdquo;Faktor Arbeit&ldquo; ohnehin ein typischer Mythos der Konservativen ist. Andererseits ist diese Rechnung falsch, weil in L&auml;ndern wo es keine oder nur begrenzte gesetzlichen sozialen Sicherungssysteme gibt, die Aufwendungen f&uuml;r die Gesundheits- oder Altervorsorge entweder &uuml;ber allgemeine Steuermittel (z.B. Skandinavien) oder  schlicht privat abgesichert werden muss (z.B. Belgien) und deshalb in diese Statistik nicht eingehen. Vermutlich gehen auch die tarifvertraglichen Leistungen der Arbeitgeber in anderen L&auml;ndern f&uuml;r die soziale Absicherung in diese Statistik nicht ein.<br>\nDar&uuml;ber hinaus ist diese Statistik deshalb irref&uuml;hrend, weil die formale Steuerbelastung in Deutschland weit von der tats&auml;chlichen abweicht. Siehe <a href=\"\/?p=10300\">Steuersenkung: Eine Ideologie aus Halbwahrheiten und L&uuml;gen<\/a>.<\/em><br>\n<em>Die Angaben der OECD sind dennoch interessant, weil sie der allgemein verbreiteten Legende widersprechen, die Steuer- und Abgabenlast sei gestiegen und dass Lohnzuw&auml;chse durch den progressiven Anstieg der Steuerlast und durch h&ouml;here Abz&uuml;ge bei den Sozialabgaben aufgefressen w&uuml;rden. Mit dieser durch nichts belegte Behauptung betreibt ja die FDP seit Jahren ihre Propaganda f&uuml;r Steuersenkungen.<\/em><br>\n<em>Der OECD-Durchschnitt, der hier als Messgr&ouml;&szlig;e zugrunde gelegt wird, gibt dar&uuml;ber hinaus ein verzerrtes Bild, weil in diesen Durchschnitt auch L&auml;nder wie Mexiko, Chile oder die gesamten osteurop&auml;ischen L&auml;nder eingehen, die bekannterma&szlig;en (noch) v&ouml;llig unterentwickelte Sozialsysteme haben. Man sollte zwar nicht mit Durchschnittswerten argumentieren, aber wenn man es schon tut, dann ist bemerkenswert, dass Deutschland bei der Addition von Einkommensteuer plus Sozialbeitr&auml;gen (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) hinter Frankreich (42,1), Belgien (39,6), Italien (37,2), Finnland (36,6), Griechenland (36,6), Ungarn (36,3), T&uuml;rkei (35,9), Spanien (33,8), Estland (33,5) mit 32,6 Prozent der &bdquo;Arbeitskosten&ldquo; erst an zw&ouml;lfter Stelle liegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>S 21: Kombinierter Unsinn<\/strong><br>\nDie Gegner von &raquo;Stuttgart 21&laquo; m&uuml;ssen die Kritik am Vorschlag f&uuml;r einen Kombibahnhof jetzt rasch artikulieren.<br>\nDie Kombil&ouml;sung ist hinsichtlich der Mineralwasserquellen und des Grundwassermanagements ebenfalls mit enormen und nicht kalkulierbaren Risiken verbunden. Dar&uuml;ber hinaus bleibt es auch beim &raquo;Schr&auml;gbahnhof&laquo;, d.h. bei einem Kellerbahnhof mit zehn bis 15 Promille Gleisgef&auml;lle, was ein enormes Sicherheitsrisiko darstellt.<br>\nDie Kosten des Kombibahnhofs werden in der ersten Gei&szlig;ler-Skizze mit &raquo;2,5 bis drei Milliarden Euro&laquo; beziffert. Einschlie&szlig;lich der Neugestaltung des Kopfbahnhofs kommt dieses Modell auf drei bis 3,5 Milliarden Euro, ungef&auml;hr soviel, wie f&uuml;r &raquo;S21&laquo; vor eineinhalb und zwei Jahren eingeplant war. Was damals zu Recht von den &raquo;S21&laquo;-Gegnern als extrem &uuml;berteuert bezeichnet wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/08-08\/040.php\">junge Welt<\/a>\n<p><strong>Dazu auch noch:<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Bahn rechnet S21-Kosten noch einmal nach<\/strong><br>\nEin schnelles Ergebnis ist nicht zu erwarten, weil das Bahn-Management gr&uuml;ndlich vorgehen will. Aber im September k&ouml;nnte feststehen, ob die &ldquo;Kosten- und Risikosituation&rdquo; von Stuttgart 21 nicht den Budgetrahmen f&uuml;r den unterirdischen Bahnhof sprengt.<br>\nDen Ministerpr&auml;sidenten Kretschmann beunruhigt laut seinem Schreiben insbesondere eine Bahn-interne Risikobewertung von M&auml;rz. Nach Berichten des Magazins &ldquo;Stern&rdquo; k&ouml;nnten sich die Risiken auf zus&auml;tzliche Kosten von fast 1,3 Mrd. Euro summieren. Die Bahn dementierte diese Zahl als veraltet. Die bisherige Prognose der Projektkosten habe weiter Bestand.<br>\nBahn-Chef Grube l&auml;sst diese auch von Kretschmann aufgegriffene Risikosch&auml;tzung in seinem Brief jedoch unkommentiert &ndash; obwohl sein Schreiben nur drei Tage nach dem &ouml;ffentlichen Bahn-Dementi datiert. Stattdessen stellt er die aktualisierte Kostenrechnung in Aussicht. Er zeigt sich in dem Schreiben auch lediglich &ldquo;zuversichtlich&rdquo;, S21 im &ldquo;vereinbarten Kostenrahmen realisieren zu k&ouml;nnen&rdquo;. Und er beh&auml;lt sich vor, mit dem Land im Fall von Kostensteigerungen zu sprechen, ohne &ldquo;Vorfestlegung&rdquo;.<br>\nDamit zeichnet sich bei einer starken Kostensteigerung ein Rechtsstreit zwischen Land und Bahn ab. Kretschmann weist in seinem Schreiben ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass sich das Land an Mehrkosten nicht beteiligen werde. Dazu sei man auch nicht verpflichtet, was sich die Regierung durch ein Rechtsgutachten habe best&auml;tigen lassen. Die Bahn handele &ldquo;auf eigenes Risiko&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:umstrittenes-bahnhofsprojekt-bahn-rechnet-s21-kosten-noch-einmal-nach\/60088577.html\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>ARD-exclusiv: Das Hermes-Prinzip &ndash; Ein Milliard&auml;r und seine G&ouml;tterboten<\/strong><br>\nZwei deutsche Existenzen: der Hermes-Paketbote Peter und der Milliard&auml;r Michael Otto. Peter arbeitet f&uuml;r 60 Cent pro Paket, nach einem zehn Stunden Tag hat er etwa 60 Euro verdient. Fast die H&auml;lfte davon geht f&uuml;r Sprit und Auto drauf. Der andere ist einer der reichsten M&auml;nner Deutschlands: der Milliard&auml;r Michael Otto, Mehrheitsaktion&auml;r und langj&auml;hriger Vorstandsvorsitzender der Otto Group und bis heute deren Aufsichtsratsvorsitzender. Otto ist ein Vorzeigeunternehmer, hoch gelobt f&uuml;r sein soziales und &ouml;kologisches Engagement, f&uuml;r seine Bereitschaft, &lsquo;gesamt-gesellschaftliche Verantwortung zu &uuml;bernehmen&rsquo;. Daf&uuml;r bekam er sogar das Gro&szlig;e Bundesverdienstkreuz mit Stern. Der Paketbote Peter arbeitet ohne Pause, oft f&auml;hrt er zu schnell, um wenigstens das Existenzminimum einzufahren. Wenn er Pech hat, ist der Paketempf&auml;nger nicht da, dann bekommt er gar kein Geld. Wenn er falsch oder zu sp&auml;t ausliefert, drohen Strafabz&uuml;ge bis zu 100 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/3517136?documentId=7836004\">ARD-exklusiv<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Pflege in Not<\/strong><br>\nDer neue Gesundheitsminister Bahr will eine verpflichtende private Pflegezusatzversicherung<br>\neinf&uuml;hren. Schon bei der Rente m&uuml;ssen die Besch&auml;ftigten privat vorsorgen. Bei der Gesundheit immer mehr privat zuzahlen. Die Privatisierung des Sozialen wird immer weiter vorangetrieben.<br>\nTats&auml;chlich w&auml;re das f&uuml;r die Besch&auml;ftigten die schlechteste L&ouml;sung: Die Arbeitgeber m&uuml;ssten nicht mehr wie bisher den Beitragssatz zur H&auml;lfte zahlen. Und private Pflegeversicherungen w&uuml;rden auch noch einen Gewinn abzweigen. Um eine gute Pflege zu gew&auml;hrleisten, w&auml;re ein h&ouml;herer Beitragssatz die beste und billigste L&ouml;sung. Zumal es unter realistischen Annahmen zuk&uuml;nftig trotz Alterung nicht weniger, sondern deutlich mehr zu verteilen gibt. Daf&uuml;r sorgt der<br>\nProduktivit&auml;tsfortschritt.<br>\n<a href=\"\/upload\/bilder\/110808_produktivitaet_demografischer_wandel.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110808_produktivitaet_demografischer_wandel_small.jpg\" alt=\"Produktivita&#776;t und demografischer Wandel\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist nat&uuml;rlich genauso ein Blick in die Kristallkugel, die Produktivit&auml;t auf 50 Jahre vorauszuberechnen, wie das Verh&auml;ltnis zwischen Erwerbst&auml;tigen und zu Versorgenden.<\/em><br>\n<em>Aber da die demografischen Katastrophisten mit solchen Methoden arbeiten, darf man vielleicht auch einmal zu dieser Kaffeesatzleserei greifen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Betriebsrenten: Verbrauchersch&uuml;tzer zeigen Ergo an<\/strong><br>\nDer Bundesverband der Verbraucherzentralen hat wegen der Tricksereien mit Betriebsrenten bei der Ergo-Versicherung die Staatsanwaltschaft D&uuml;sseldorf eingeschaltet. Die am Donnerstag eingereichte Strafanzeige lautet auf &bdquo;Verdacht des Betruges durch Ergo-Versicherungsvermittler sowie des Betruges durch die Mitarbeiter des Ergo-Konzerns&ldquo; und liegt dem Handelsblatt vor. Hintergrund sind die Praktiken bei Betriebsrenten, die in der vergangenen Woche &ouml;ffentlich wurden. Langj&auml;hrige Vertreter schilderten, wie Ergo mit Unternehmen Rahmenvertr&auml;ge f&uuml;r betriebliche Altersvorsorge abschloss, dann jedoch deren Mitarbeitern Einzelvertr&auml;ge zu wesentlich schlechteren Konditionen verkaufte. Auf diese Weise habe ein Vertreter statt 150 Euro Provision bis zu 1000 Euro pro Vertrag kassieren k&ouml;nnen. Ergo teilte auf Anfrage mit, die Vorw&uuml;rfe w&uuml;rden gepr&uuml;ft. &bdquo;Wir bef&uuml;rchten, dass wir bisher nur die Spitze des Eisberges sehen&ldquo; sagt Gerd Billen, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dem Handelsblatt. &bdquo;Es geht um das Vertrauen in die private Altersvorsorge. Wenn dieses Vertrauen bricht, dann m&uuml;ssen Konsequenzen gezogen und Verbraucher f&uuml;r ihre Sch&auml;den ohne Wenn und Aber entsch&auml;digt werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/versicherungen\/verbraucherschuetzer-zeigen-ergo-an\/v_detail_tab_print,4466946.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Aha. Deutschlands oberstem Verbrauchersch&uuml;tzer geht es geht um das Vertrauen in die private Altersvorsorge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Menschen mit Behinderung vorbei<\/strong><br>\nDer Aufschwung am Arbeitsmarkt in Deutschland geht an Menschen mit Behinderung vorbei. Laut Bundesarbeitsagentur (BA) sind im Juli 2011 insgesamt 179.568 Menschen mit einer Schwerbehinderung ohne Arbeit &ndash; 5.376 oder 3,1 Prozent mehr als im Juli 2010. Im gleichen Zeitraum nahm die Arbeitslosigkeit insgesamt von rund 3,1 auf 2,9 Millionen Menschen ab. Das ist ein R&uuml;ckgang von 7,8 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aktion-mensch.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail.php?id=482\">Aktion Mensch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bundesregierung: An Hochschulen kein Zwang bei der Einwerbung von Drittmitteln<\/strong><br>\nAbschluss und Gestaltung von Kooperationsvertr&auml;gen zwischen Unternehmen und staatlich finanzierten Hochschulen sind &bdquo;Ausdruck einer autonomen Entscheidung der Hochschulen im Rahmen des ihnen zustehenden Selbstverwaltungsrechts&ldquo;. Dies betont die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/6694) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17\/6544). Die Fragesteller hatten in ihrer Vorbemerkung auf einen Kooperationsvertrag zwischen der Deutschen Bank und der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin sowie der Technischen Universit&auml;t Berlin hingewiesen, der &rdquo;im Spannungsverh&auml;ltnis mit dem grundgesetzlich gesicherten Grundsatz der Freiheit von Forschung und Lehre&ldquo; stehe.<br>\nDiese Freiheitsrechte beschr&auml;nkten die staatlichen Einflussm&ouml;glichkeiten auf derartige Vertragsabschl&uuml;sse, schreibt die Bundesregierung. Sie habe die Berichterstattung &uuml;ber den genannten Vertrag zur Kenntnis genommen, jedoch keine Schlussfolgerungen daraus gezogen. Laut Antwort liegen der Regierung keinerlei Erkenntnisse vor, dass die Einwerbung von Drittmitteln unter Zwang erfolgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2011_08\/2011_316\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> D&uuml;mmer oder zynischer kann eine Antwort der Bundesregierung nicht ausfallen. Da wird die institutionelle Finanzierung, also die Grundmittel, systematisch zur&uuml;ckgefahren, da wird die Einwerbung von Drittmittel geradezu zum Ausweis der Exzellenz, da werden bei jedem Ranking die Drittmittel zum Qualit&auml;tsma&szlig;stab gemacht, da werden bei der leistungsorientierten Mittelverteilung (durch den Staat)die eingeworbenen Gelder zu einem wichtigen Verteilungskriterium gemacht, da wird die &bdquo;unternehmerische Hochschule&ldquo; als Leitbild gefordert, und dann behauptet die Bundesregierung, dass die Einwerbung von Drittmitteln nicht unter Zwang erfolge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Entsch&auml;digung: Geld f&uuml;r G&auml;fgen bleibt beim Staat<\/strong><br>\nDie Entsch&auml;digung, die das Frankfurter Landgericht Magnus G&auml;fgen zugesprochen hat, wird dem Kindsm&ouml;rder nicht ausgezahlt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werden damit Justizschulden getilgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/rubriken\/nachrichten\/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&amp;key=standard_document_42242407%20\">hr-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Dass G&auml;fgen noch &uuml;ber 70.000 Euro Schulden durch Prozesskosten hat und sogar sein Eigenanteil an diesem Prozess h&ouml;her ist als die 3.000 Euro &bdquo;Erl&ouml;s&ldquo;, h&auml;tte jeder Gerichtsreporter wissen oder herausfinden k&ouml;nnen. Aber so war das Urteil einen Tag lang gut f&uuml;r Emp&ouml;rung in manchen Bl&auml;ttern und auf manchen Bildschirmen und aus manchen Politikergesichtern &ndash; und die gelegentliche Forderung aus dem Abseits, f&uuml;r so einen m&uuml;sse es doch die Todesstrafe geben.<\/em><br>\n<em>Vermutlich ist die H&ouml;he des Schmerzensgeldes verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig niedrig und daher rein symbolisch, um eindeutig klar zu machen, dass weder Folter noch die Androhung von Folter auf deutschen Polizeistationen geduldet werden kann; da muss ich aber nicht die <a href=\"\/?p=10372#h14\">Kommentierung Anderer<\/a> wiederholen.<br>\nWas mich jetzt wirklich beunruhigt, ist die Haltung des <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13528564\/Das-Gaefgen-Urteil-verstoert-konservative-Politiker.html\">hessischen Innenministers<\/a>: &bdquo;Auch Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte gesagt, das Urteil sei f&uuml;r ihn nur schwer nachvollziehbar. Die Landesregierung wolle es pr&uuml;fen und entscheiden, ob sie die n&auml;chste Instanz anruft.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Dobrindt geht steil<\/strong><br>\nBILD am SONNTAG: Herr Dobrindt, n&auml;chste Woche ist es 50&nbsp;Jahre her, dass die DDR-F&uuml;hrung durch Berlin eine Grenzanlage errichten lie&szlig;, die schreckliches Leid &uuml;ber unser Land gebracht hat. Dennoch haben nach einer aktuellen Umfrage ein Drittel der Berliner heute noch Verst&auml;ndnis f&uuml;r den Mauerbau. Bei den Linke-W&auml;hlern sind es gar drei von vier Sympathisanten. Wie kann das sein?<br>\nALEXANDER DOBRINDT: Diese Umfrageergebnisse sind Ausdruck einer mangelhaften Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit aller linken Parteien in Deutschland. SPD, Gr&uuml;ne und Linkspartei m&uuml;ssen von uns gezwungen werden, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen und insbesondere das Unrecht des Mauerbaus und den SED-Unrechtsstaat ohne jede Relativierung beim Namen zu nennen.<br>\nBamS: In Wahrheit ger&auml;t das DDR-Unrecht ganz allgemein immer mehr in Vergessenheit&hellip;<br>\nDobrindt: Wenn die Vorsitzende der Linke, Gesine L&ouml;tzsch, von neuen Wegen zum Kommunismus schw&auml;rmt, dann ist das eine unertr&auml;gliche Verkl&auml;rung des sozialistischen Systems &uuml;berhaupt. Das muss eine versch&auml;rfte Beobachtung dieser Partei durch den Verfassungsschutz zur Folge haben. Und wir m&uuml;ssen auf dieser Grundlage pr&uuml;fen, ob gegen die Linke nicht ein Verbotsverfahren eingeleitet werden sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/csu\/dobrindt-geht-steil-teil-1-19264010.bild.html\">Bild am Sonntag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Interview mit dem CSU-Generalsekret&auml;r, der selbst in eigenen Reihen schon mal als &bdquo;Doofrind&ldquo; besp&ouml;ttelt wird, ist eigentlich nur insofern, interessant, als es deutlich macht, dass die antikommunistische Keule keineswegs nur gegen die Linkspartei sondern auch gegen SPD und Gr&uuml;ne geschwungen wird. Und das von einem Vertreter einer Partei, deren Schwesterpartei, die CDU, sich die Blockparteien &bdquo;Demokratische Bauernpartei Deutschlands&ldquo; (DBD) und die Ost-CDU ohne sich deren &bdquo;Vergangenheit zu stellen&ldquo; einverleibt hat.<\/em><br>\n<em>Hat nicht der S&auml;ulenheilige der CSU Franz Josef Strau&szlig; 1983 &ndash; also 22 Jahre nach dem Mauerbau &ndash; dem &bdquo;SED-Unrechtsstaat&ldquo; nicht aus einer <a href=\"http:\/\/www.memo.uni-bremen.de\/docs\/m3208b.pdf\">Kreditklemme geholfen [PDF &ndash; 96.1 KB]<\/a>? Der Christdemokrat und fr&uuml;here th&uuml;ringische Ministerpr&auml;sident Dieter Althaus, hatte noch am Tag des Mauerfalls mehr<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article2625925\/Dieter-Althaus-Forderung-nach-mehr-Marxismus.html\"> &bdquo;marxistisch-leninistische Weltanschauung&ldquo; reklamiert<\/a>. &Uuml;ber die FDJ-Vergangenheit der derzeitigen Kanzlerin wollen wir hier gar nicht erst sprechen.<\/em><br>\n<em>Man ist immer wieder perplex, mit welcher Dreistigkeit &bdquo;Christdemokraten&ldquo; ihre eigene Verstrickung mit dem DDR-Regime verdr&auml;ngen und daf&uuml;r umso mehr auf die Linkspartei, die SPD oder gar die Gr&uuml;nen (die es zu DDR-Zeiten im Osten gar nicht gab) mit Verd&auml;chtigungen und Unterstellungen arbeiten. Solche &bdquo;Christdemokraten&ldquo; meinen wohl, einmal beichten gehen reicht und dann ist alles vergeben und vergessen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Anf&auml;nge der 68-er Revolution &ndash; Welche Rolle spielten Kurras, Mahler und die Stasi? <\/strong><br>\nNeue Details zur Debatte der Woche &uuml;ber den Einfluss der DDR-Staatssicherheit auf die radikale Studentenbewegung&hellip;<br>\nEinen Beweis, dass die Stasi Ohnesorg gezielt umbringen lie&szlig;, gibt es bisher jedoch nicht&hellip;<br>\nMahler und die Stasi: Ist also eine der zentralen Figuren der 68er&shy;Bewegung, die ma&szlig;geblich an der RAF-Gr&uuml;ndung beteiligt war, Stasi-IM gewesen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/stasi\/kurras-mahler-stasi-das-boese-puzzle-teil-i-19264028.bild.html\">Bild am Sonntag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein ziemlich plumper Versuch der Bild-Zeitung sich davon freizuzeichnen, dass der Springer-Konzern vor allem in Berlin seit dem Aufkommen der Studentenbewegung 1964 geradezu eine Pogromstimmung gegen die &bdquo;langhaarigen Affen&ldquo; und &bdquo;Pestbeulen&ldquo; der Protestbewegung erzeugte. Jetzt sollen es also nicht aufgehetzte Einzelt&auml;ter gewesen sein, die Benno Ohnesorg erschossen oder Rudi Dutschke angeschossen haben, sondern es wird nahegelegt, das sei alles ein Werk der Stasi gewesen sein.<\/em><br>\n<em>Und wo Stasi Verschw&ouml;rungslegenden gestrickt werden, darf auch der &bdquo;Historiker&ldquo; Hubertus Knabe nicht fehlen, der die 68er gleich in die Nazi-Tradition ihrer V&auml;ter stellt und sie als &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/stasi\/hubertus-knabe-19266082.bild.html\">begeisterte Anh&auml;nger einer anderen totalit&auml;ren Ideologie<\/a>&ldquo; abstempelt. Das unter den tausenden sich zur APO zugeh&ouml;rig F&uuml;hlenden die DDR-Spionage &bdquo;mehr als zwei Dutzend inoffizielle Mitarbeiter und Kontaktpersonen&ldquo; f&uuml;hrte, war f&uuml;r ihn der Grund, dass die Proteste &bdquo;gegen die amerikanische Beteiligung (!) am Vietnam-Krieg, gegen die Notstandsgesetze, gegen westliche ABC-Waffen oder gegen angebliche und tats&auml;chliche alte Nazis in der Bundesrepublik&ldquo; gesch&uuml;rt werden konnten. Die Stasi instrumentalisierte also die Studentenbewegung, bei der Anti-Springer-Kampagne habe die DDR ihre Finger im Spiel gehabt. Knabe h&auml;lt vielen 68ern vor, sie litten unter &bdquo;der Amnesie, die sie fr&uuml;her ihren Eltern vorwarfen&ldquo;. Bei solchen &bdquo;Historikern&ldquo; muss man eher Ged&auml;chtnisverlust diagnostizieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ein ganz allt&auml;gliches Beispiel f&uuml;r manipulative Informationsunterdr&uuml;ckung<\/strong><br>\nAm 6.8 gab es in der ARD zwei Berichte in der ARD-Tagesschau &uuml;ber die Herabstufung der Kreditw&uuml;rdigkeit der USA durch die Ratingagentur S&amp;P.<br>\nR&uuml;diger Paulert, vom WDR als Korrespondent nach Washington entsandt, berichtete korrekt, die Kritik der Agentur an der Haushaltspolitik der USA und verwies korrekt darauf, dass neben der politischen Schlammschlacht um die Anhebung der Schuldenobergrenze, eine weitere Schl&uuml;sselfrage f&uuml;r den Schuldenabbau ob die Steuerverg&uuml;nstigungen von George W. Bush f&uuml;r die Reichen erhalten bleibe, sei, w&uuml;rde man sie auslaufen, dann w&uuml;rde das 900 Mrd. Dollar Mehreinnahmen bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio73130.html\">tagesschau.de<\/a><br>\nDer vom Bayerischen Rundfunk nach Washington entsandte, Klaus Kastan, berichtete &uuml;ber die Steuerpolitik mit keiner Silbe und betonte nur, dass die Sparma&szlig;nahmen nicht ausreichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/audio\/audio73128.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>TV-Tipp: Schr&ouml;der, Fischer und die Lobbyisten<\/strong><br>\nFilm von Sabine Puls, Christoph L&uuml;tgert, Johannes Edelhoff und Kristopher Sell<br>\nGerd Schr&ouml;der arbeitet f&uuml;r Gazprom, Joschka Fischer f&uuml;r die Konkurrenz. Gro&szlig;e Autos bedeuten ihm viel und Fischer legt Wert auf Statussymbole, erkl&auml;rt dessen alter Sponti-Kumpel Daniel Cohn-Bendit &ouml;ffentlich. Lockte das auch den ehemaligen gr&uuml;nen Staatssekret&auml;r Matthias Berninger aus dem Verbraucherschutzministerium ausgerechnet zum Schokoriegel-Multi &ldquo;Mars&rdquo;? Und war das der Grund, warum die fr&uuml;here SPD-Gesundheitsministerin aus NRW, Birgit Fischer, &ldquo;oberste deutsche Pharmalobbyistin&rdquo; wurde? Es gibt gleich eine ganze Reihe rot-gr&uuml;ner Ex-Politiker, die ihre alten Ber&uuml;hrungs&auml;ngste lukrativ &uuml;berwunden haben &ndash; mit teilweise bizarren Wandlungen. Christoph L&uuml;tgert und sein Team durchleuchten in &ldquo;ARD-exclusiv&rdquo; das rot-gr&uuml;ne Business-Geflecht und m&uuml;ssen feststellen: Die N&auml;he von Politik und Wirtschaft war selten gr&ouml;&szlig;er.<br>\nMittwoch, 17. August 2011 um 21:45 ARD<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/programm.daserste.de\/pages\/programm\/detail.aspx?id=F47431463A56086CED5F7323155388A9\">ARD<\/a> \n<p><strong>Siehe dazu auch eine Fotogalerie der Dreht&uuml;r zwischen Politik und Wirtschaft<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stefan Mappus: In ehrenwerter politischer Gesellschaft<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/fotostrecken-politik\/-\/1472612\/4789434\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man h&auml;tte diese Galerie noch um hunderte von K&ouml;pfen erweitern k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte: Deutschland gehen schon bald die Busfahrer aus<\/strong><br>\n&bdquo;Es gibt hierzulande viel zu wenig Busfahrer&ldquo;, klagt Richard Eberhardt, der Pr&auml;sident des Internationalen Bustouristik Verbandes RDA. Und damit nicht genug. Schon jetzt sei absehbar, dass sich die Situation in den kommenden Jahren noch mal dramatisch verschlimmern wird, vor allem bei den Anbietern von Busreisen. Denn von deren derzeit gut 120.000 registrierten Fahrern geht alleine ein Drittel bis zum Jahr 2015 in den Ruhestand.<br>\nDass es f&uuml;r die zahlreichen Abg&auml;nger nicht gen&uuml;gend Nachr&uuml;cker f&uuml;rs Steuer der 350-PS-Gef&auml;hrte gibt, liegt vor allem am Geld. &bdquo;Interessenten sind genug da, vor allem &uuml;ber den zweiten Bildungsweg&ldquo;, sagt Eberhardt.<br>\n&bdquo;Die meisten k&ouml;nnen es sich aber nicht leisten, Busfahrer zu werden&ldquo;, erkl&auml;rt der Unternehmer. &bdquo;Weil der F&uuml;hrerschein so teuer ist.&ldquo;<br>\nRund 12.000 Euro kostet die Ausbildung. &bdquo;Das ist schon eine enorme H&uuml;rde&ldquo;, wei&szlig; Eberhardt. Denn die Kosten werden &uuml;blicherweise von den Fahrern selbst und nicht von den Unternehmen bezahlt. Zumal die angesichts des heftigen Wettbewerbs in der Branche ohnehin scharf kalkulieren. &bdquo;Da k&ouml;nnen wir nicht mal eben 120.000 Euro f&uuml;r zehn neue Busfahrer bezahlen&ldquo;, sagt Eberhardt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13531149\/Deutschland-gehen-schon-bald-die-Busfahrer-aus.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wo sollen aber die Leute aus dem zweiten Bildungsweg 12.000 Euro herholen und nicht stehlen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: EZB deutet Aufkauf italienischer Staatsanleihen an; Europa und die USA so parallel in der Krise; Reaktion auf Rating-Watsche &ndash; China kritisiert Kreditsucht der USA; Der alte Mann und das Mehr; Der rechte Abschied von der Politik; Steuer&ndash; und Abgabenlast f&uuml;r Arbeitnehmer weiter gesunken; S 21: Kombinierter Unsinn; Das Hermes-Prinzip<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10382\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10382","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10382"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10382\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10389,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10382\/revisions\/10389"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}