{"id":104177,"date":"2023-09-22T08:30:46","date_gmt":"2023-09-22T06:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177"},"modified":"2023-09-22T08:12:39","modified_gmt":"2023-09-22T06:12:39","slug":"hinweise-des-tages-4448","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h01\">UN-Vollversammlung: Lula da Silvas und Joe Bidens Reden zeigen die Gr&auml;ben dieser Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h02\">An Selensky und der Ukraine war in der UNO kaum jemand interessiert <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h03\">Polen bleibt stur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h04\">Deutschland l&auml;sst Bergkarabach im Stich: Darum ist die Reaktion der Bundesregierung ein Skandal <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h05\">Hinweis auf zwei Beitr&auml;ge von Friederike Spiecker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h06\">Kein M&auml;ppchen, kein Pausenbrot <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h07\">Epigenetik: Soziale Ungleichheit wirkt auf unsere Gene <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h08\">&bdquo;Immer noch leidet jedes vierte Kind unter psychischen Auff&auml;lligkeiten&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h09\">98 Bewerbungen und kein Job: &bdquo;&Auml;ltere Arbeitnehmer sind wahrscheinlich zu teuer&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h10\">Ein Amazon-Betriebsrat fliegt, weil er Hubertus Heil und Stephan Weil getroffen hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h11\">Norwegen &ndash; Mythen um den staatlichen Pensionsfonds.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h12\">Das Recht des T&auml;ters (II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h13\">Chinas Charmeoffensive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104177#h14\">Unschuldsbeweis nach 47 Jahren<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich f&uuml;r die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>UN-Vollversammlung: Lula da Silvas und Joe Bidens Reden zeigen die Gr&auml;ben dieser Welt<\/strong><br>\nVor 50 Jahren traten sowohl die BRD als auch die DDR den Vereinten Nationen bei. Im Kalten Krieg zeichnete sich damit eine neue Friedenspolitik ab. Mehrere neoliberale Schocks und milit&auml;rische Eins&auml;tze sp&auml;ter ist davon nicht mehr viel &uuml;brig<br>\n&bdquo;Wir haben die Freude, die Bahamas, die BRD und die DDR willkommen zu hei&szlig;en&ldquo;, so Kurt Waldheim, damals UN-Generalsekret&auml;r, vor 50 Jahren. Als letzte Feindstaaten des Zweiten Weltkrieges wurden beide Teile Deutschlands in die UN aufgenommen. Zweck von deren Gr&uuml;ndung war, die Gr&auml;uel eines solchen Krieges k&uuml;nftig zu vermeiden, oberstes Gebot ihrer Charta ist das Gewaltverbot.<br>\nDoch bald zeigte sich die Weltgemeinschaft nicht als vereinte Nationen, sondern als neue Systemkonkurrenz verfeindeter Bl&ouml;cke. Au&szlig;erhalb Europas bleibt der Kalte Krieg nicht kalt &ndash; weder in Korea, Kambodscha und Vietnam noch in Guatemala oder Nicaragua. Erst der Grundlagenvertrag 1972 gab den Alleinvertretungsanspruch der BRD auf. Der Verhandler Egon Bahr: &bdquo;Bislang hatten wir keine Beziehungen. Jetzt werden es schlechte sein.&ldquo; Das war immerhin ein bipolarer Ansatz, keine &bdquo;wertegeleitete Au&szlig;enpolitik&ldquo;.<br>\nHeute soll sich die SPD f&uuml;r die Entspannungspolitik mit der Sowjetunion verantworten. Doch Glasnost und Perestroika erm&ouml;glichten auch der UNO, friedenspolitisch aktiver zu werden. Kanzler Helmut Kohl versprach, das vereinte Germany werde der gr&ouml;&szlig;eren Verantwortung zur Wahrung des Weltfriedens gerecht werden. Die Chance, die internationalen Beziehungen endlich chartagerecht zu gestalten, wurde aber vertan.<br>\nEine zunehmend unipolare Ordnung formte die Welt durch neoliberale Schocks und milit&auml;rische Eins&auml;tze nach ihrem Bilde. Unter Rot-Gr&uuml;n beteiligte sich die BRD am ersten NATO-Krieg: der Angriff auf Russlands Verb&uuml;ndeten Serbien leitete den Niedergang der internationalen Rechtsordnung ein und damit den Machtverfall der UNO zugunsten der NATO.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/daniela-dahn\/un-vollversammlung-die-politischen-graeben-dieser-welt-werden-sichtbar\">Daniela Dahn auf der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>An Selensky und der Ukraine war in der UNO kaum jemand interessiert<\/strong><br>\nDie UNO-Vollversammlung hat einmal mehr gezeigt, dass die Welt sowohl von dem Ukraine-Theater, das der Westen veranstaltet, die Nase voll hat, als auch, dass Deutschland unter der heutigen Bundesregierung international zu einem Zwerg geworden ist, dem niemand mehr zuh&ouml;rt.<br>\nBeides hat Gr&uuml;nde: Die Staaten der Welt wissen, dass der Westen den Ukraine-Konflikt mit seinen Bem&uuml;hungen, die Ukraine in die NATO zu holen, selbst provoziert hat. Und sie wissen auch, dass es der Westen ist, der mit seinen Russland-Sanktionen der Weltwirtschaft schadet und die Lebensmittel international verknappt und verteuert hat. Und die Staaten der Welt sehen auch, dass Deutschland unter der Scholz-Regierung endg&uuml;ltig zu einer Kolonie der USA geworden ist, die nur Befehle ausf&uuml;hrt und sich nicht einmal beschwert, wenn ihre &bdquo;Verb&uuml;ndeten&ldquo; (egal, ob die USA oder die Ukraine) die Nord Streams, also ihre wichtigste Energieinfrastruktur, sprengen. (&hellip;)<br>\nEntsprechend gering war das Interesse an der Rede, die Olaf Scholz in der UNO-Vollversammlung gehalten hat, denn der Saal war fast leer, als Scholz ans Rednerpult trat, wie man hier an einem Bild sehen kann, dass w&auml;hrend der Rede von Scholz gezeigt wurde.<br>\nWas Deutschland zu sagen hat, interessiert in der internationalen Politik niemanden mehr, denn wie man sehen kann, haben viele L&auml;nder nicht einmal einen Praktikanten in den Saal geschickt, um Scholz anstandshalber zuzuh&ouml;ren. Stattdessen waren ihre B&auml;nke komplett leer. Das musste sogar der Spiegel einr&auml;umen, der in seinem Artikel &uuml;ber die inhaltslose Rede von Scholz, in der er nur die &uuml;blichen Parolen runterleierte, schrieb:<br>\n&bdquo;Zu sp&auml;ter Stunde am Dienstagabend waren die Reihen in der Vollversammlung w&auml;hrend des Scholz-Auftritts nur sp&auml;rlich besetzt.&ldquo;<br>\n&Uuml;brigens sah es bei Selenskys Rede nicht viel besser aus, auch daran war das Interesse nur gering.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2023\/an-selensky-und-der-ukraine-war-in-der-uno-kaum-jemand-interessiert\/%20\">Anti-Spiegel<\/a>\n<p>dazu: <strong>Weltb&uuml;rger-Preis f&uuml;r Olaf Scholz<\/strong><br>\nBundeskanzler Olaf Scholz und der ukrainische Pr&auml;sident Wladimir Selenskij wurden am Mittwoch f&uuml;r ihre angeblichen &ldquo;Verdienste um die internationale Zusammenarbeit&rdquo; mit dem Global Citizen Award ausgezeichnet. Den Preis vergab der Atlantic Council, eine transatlantische Lobbyorganisation zur Durchsetzung von US-Interessen und der F&ouml;rderung der F&uuml;hrungsrolle der Vereinigten Staaten, bei einem Galadinner in New York.<br>\nScholz erkl&auml;rte, er f&uuml;hle sich geehrt, den Preis zusammen mit Selenskij zu erhalten und versprach, Kiew so lange zu unterst&uuml;tzen, wie es n&ouml;tig sei:<br>\n&ldquo;Russlands brutaler Angriffskrieg gegen die Ukraine wird in Europa ausgetragen &ndash; aber er ist gleichzeitig ein Angriff auf die Grundprinzipien unserer internationalen Ordnung.&rdquo;<br>\nWie gro&szlig; des Kanzlers Ansehen in der Welt tats&auml;chlich ist, zeigte sich am Dienstag bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Scholz sprach als vorletzter Redner vor leeren R&auml;ngen, das Interesse an seinen Ausf&uuml;hrungen hielt sich in engen Grenzen. Die meisten Zuh&ouml;rer geh&ouml;rten zur deutschen Delegation.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/freeassange.rtde.me\/international\/181422-weltbuerger-preis-fuer-olaf-scholz\/\">RT DE<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Polen bleibt stur<\/strong><br>\nKrise zwischen Warschau und Kiew: Nach Einfuhrstopp von Getreide auch keine weiteren Waffenlieferungen.<br>\nDie Entscheidung Polens, entgegen dem Willen der EU-Kommission an einem Embargo gegen ukrainische Agrarprodukte festzuhalten, hat die vielbeschworene polnisch-ukrainische Freundschaft auf eine ernsthafte Probe gestellt. Die Ukraine hat nicht nur gegen Polen &ndash; wie auch gegen die ebenfalls abtr&uuml;nnige Slowakei und Ungarn &ndash; eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) angek&uuml;ndigt, sondern auch eigene Sanktionen auf den Import von polnischem Obst und Gem&uuml;se verh&auml;ngt. Von moralisierender Kritik, wie unfein es sei, einem k&auml;mpfenden Land die Exporteinnahmen zu verweigern, ganz abgesehen. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am Dienstag &ndash; in der &uuml;brigens w&auml;hrend seiner Ansprache nur die H&auml;lfte der Sitze besetzt war, den Rest der Staatenwelt scheinen die Tiraden von Wolodimir Selenskij nur m&auml;&szlig;ig interessiert zu haben &ndash; erh&ouml;hte der ukrainische Pr&auml;sident den rhetorischen Druck noch weiter: Wer den Export ukrainischer Agrarprodukte blockiere, &raquo;bereite die B&uuml;hne&laquo; f&uuml;r Wladimir Putin. Polens Staatspr&auml;sident Andrzej Duda blieb nichts schuldig. Nicht nur erinnerte er Kiew in New York daran, dass praktisch der gesamte milit&auml;rische Nachschub f&uuml;r die Ukraine &uuml;ber polnisches Territorium abgewickelt werde &ndash; wobei ein Stopp der Transporte einstweilen au&szlig;erhalb jeder Wahrscheinlichkeit ist, daf&uuml;r ist Warschau viel zu sehr daran interessiert, dass die Ukraine als Bollwerk gegen Russland &uuml;berdauert. Aber gegen&uuml;ber dem polnischen Fernsehen sagte Duda mit Blick auf die weite Wasserfl&auml;che des East River zu Selenskijs Vorw&uuml;rfen: Der Ertrinkende greife eben nach jedem Strohhalm, auch wenn dies den Retter mit in die Tiefe ziehe. Das ist die erste offizielle Distanzierung eines polnischen Politikers von der ukrainischen Siegespropaganda und enthielt den Subtext, Kiew d&uuml;rfe sich gern etwas bescheidener und realistischer auff&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/459564.ukrainisches-getreide-polen-bleibt-stur.html\">Reinhard Lauterbach in junge Welt<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Polen will keine Waffen liefern &ndash; und vergleicht Ukraine mit &bdquo;ertrinkender Person&ldquo;<\/strong><br>\nDer Streit zwischen Polen und der Ukraine eskaliert. Die polnische Regierung k&uuml;ndigte an, dass sie keine neuen Waffen liefern werde. Pr&auml;sident Duda vergleicht die Ukraine mit einer &bdquo;ertrinkenden Person&ldquo;, die alles mitrei&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/polen-will-keine-waffen-liefern-und-vergleicht-ukraine-mit-ertrinkender-person\/\">Lost in Europe<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland l&auml;sst Bergkarabach im Stich: Darum ist die Reaktion der Bundesregierung ein Skandal<\/strong><br>\nAserbaidschan zerst&ouml;rt die kleine Demokratie Bergkarabach. Die EU hat unter F&uuml;hrung der Bundesregierung einen erheblichen Anteil daran. Ein Gastbeitrag.<br>\n2018 f&uuml;hrte mich meine erste Reise nach Bergkarabach, eine Gebirgsregion im s&uuml;dlichen Kaukasus, die mehrheitlich von Armeniern bewohnt ist und sich im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion von Aserbaidschan losgesagt hat. Die Zunahme von Diskriminierungen und eine Siedlungspolitik, die darauf abzielte, die Demografie zugunsten Aserbaidschans zu ver&auml;ndern, waren die Ursache f&uuml;r den Drang nach Unabh&auml;ngigkeit.<br>\nSchon damals reagierte Aserbaidschan mit blanker Gewalt und ethnischen S&auml;uberungen. Menschenrechtsorganisationen haben gut dokumentiert, wie die Region einer Blockade unterlegt wurde und Aserbaidschan wahllos mit Raketenartillerie auf die Hauptstadt geschossen hat. Damals konnten sich die Armenier selbstst&auml;ndig aus dieser brutalen Blockade befreien und sich ihre Unabh&auml;ngigkeit erk&auml;mpfen.<br>\nDer Erfolg wurde ihnen aber auch zum Verh&auml;ngnis, weil sie im Zuge ihrer Verteidigung auch aserbeidschanische Gebiete einnahmen, die dort lebenden Menschen vertrieben und einen Sicherheitspuffer einrichteten. Die Bilder der humanit&auml;ren Folgen f&uuml;r die aserbaidschanischen Zivilisten gingen um die Welt und lie&szlig;en die Sympathie kippen. Warum dieser Sicherheitspuffer indes notwendig war, konnten wir in den letzten Tagen sehen: Aserbaidschan hat in einer brutalen Blitzoffensive Fakten geschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/bergkarabach-das-ende-der-freiheit-wie-aserbaidschan-die-kleine-demokratie-zerstoert-li.433934\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Brutale Doppelmoral<\/strong><br>\nDie v&ouml;lkerrechtswidrige Invasion Aserbaidschans in Bergkarabach, die 200 Tote und 400 Verletzte binnen 24 Stunden forderte &ndash; umgerechnet auf die Bev&ouml;lkerungszahl in Deutschland w&auml;ren das 340.000 Opfer! &ndash; ist allein verstehbar, wenn man die Rolle von Bundesregierung und EU-Kommission dabei mit ins Blickfeld nimmt. V&ouml;lkerrechtswidrig? Ja sicher, unter eklatanter Verletzung der Madrider Prinzipien von 2007 der Minsk-Gruppe der OSZE in Verbindung mit dem Waffenstillstandsabkommen von 2020, die einen Verzicht auf eine milit&auml;rische L&ouml;sung des Konflikts beinhalten. W&auml;hrend Baku St&auml;dte und D&ouml;rfer wie auch einen St&uuml;tzpunkt der russischen Friedenstruppen attackierte und per Ultimatum eine Kapitulation forderte, sonst w&uuml;rden Bodentruppen den Rest besorgen, verlegten sich Bundesregierung und EU-Spitze auf eine &uuml;beraus durchsichtige Wortwahl, um den Angriffskrieg Aserbaidschans zu kritisieren. Bundeskanzler Scholz forderte ein &raquo;Ende der Kampfhandlungen&laquo;, Au&szlig;enministerin Baerbock wollte den &raquo;Beschuss&laquo; stoppen, und EU-Ratspr&auml;sident Michel versteifte sich auf den Terminus der &raquo;Milit&auml;raktion&laquo;. In der Folge verst&auml;ndigte man sich in der EU, einfach nichts zu tun. Nicht einmal f&uuml;r ein symbolisches Waffenembargo reichte es. Denn im Wirtschaftskrieg gegen Russland ist Baku einfach zu wichtig f&uuml;r Berlin und Br&uuml;ssel geworden. EU-Kommissionspr&auml;sidentin von der Leyen hatte im vergangenen Jahr durch eifriges Antichambrieren einen Gasdeal mit dem Familienclan der Alijews abgeschlossen. Aber auch die Bundesregierung hatte mit ihrem Botschafter Ralf Horlemann in Aserbaidschan durch seinen Besuch im bereits 2020 eroberten Schuschi in Bergkarabach Zeichen gesetzt, dass man jede noch so perfide Schandtat durchwinken w&uuml;rde. Die Menschen in Bergkarabach sind nunmehr auch die Opfer einer europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik geworden, die mit brutaler Doppelmoral ausgestattet allein finsteren geopolitischen Ma&szlig;gaben folgt. Oder anders ausgedr&uuml;ckt, im Ringen gegen den Einfluss Russlands wird von den USA, der Bundesregierung und der EU-Kommission jedes Verbrechen im Einzelfall besehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/459588.brutale-doppelmoral.html\">Sevim Dagdelen in junge Welt<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Konflikt um Bergkarabach: Kein Gas aus Aserbaidschan<\/strong><br>\nWann ist die Grenze &uuml;berschritten beim Abw&auml;gen von g&uuml;nstig und unmoralisch. Eine Verurteilung der Offensive gegen Bergkarabach reicht keineswegs. [&hellip;]<br>\nBei Wolgograd nach S&uuml;den abgebogen, schon findet sich neues Gas, im Hinterhof eines schnauzb&auml;rtigen &auml;lteren Herren, Ilham Aliyev. Das mit dem Krieg gegen die Armenier im Jahr 2020, und den Repressionen gegen das armenisch besiedelte Bergkarabach? Nicht so wichtig. Und wie war das mit Pressefreiheit, Menschenrechten, und dem Unterdr&uuml;cken der Opposition? Mit Moral allein duscht es sich leider recht kalt.<br>\nAlso weitermachen wie bisher: Gas kaufen, &Uuml;bergriffe auf Nachbarl&auml;nder ignorieren, schlie&szlig;lich kann man sich nicht &uuml;berall einmischen. Aber Moment, nun attackiert dieser Diktator Aliyev doch tats&auml;chlich schon wieder Bergkarabach. Was nun? Den Gas-Deal so belassen wie er ist? Oder &ndash; wie bei Putin 2022 &ndash; doch endlich Konsequenzen ziehen? Ist das nun die rote Linie, so wie es der Angriff auf die gesamte Ukraine war?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Konflikt-um-Bergkarabach\/!5961485\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Immerhin f&auml;llt der taz doch mal auf, dass nach der Logik, &ldquo;wenn ein Land seinen Nachbarn &uuml;berf&auml;llt, dann kaufen wir dort keine Rohstoffe mehr&rdquo;, nicht nur in Russland, sondern konsequenterweise auch in Aserbaidschan nicht mehr gekauft werden d&uuml;rfte. Das ist schon erheblich logischer und konsequenter als z.B. unsere Bundesregierung oder die EU-Kommission &ndash; dass Aserbaidschan regelm&auml;&szlig;ig Krieg gegen Armenien f&uuml;hrte, ist schon seit Jahren bekannt. Allerdings ist die taz immer noch nicht konsequent genug: Saudi-Arabien und Katar mischen seit 2016 im Jemen-Krieg mit, die USA haben (2003) den Irak &uuml;berfallen, Gro&szlig;britannien, Frankreich und die USA (2011) Libyen in Schutt und Asche gebombt. Der Handel mit diesen Staaten m&uuml;sste konsequenterweise sofort abgebrochen werden &ndash; oder etwa nicht?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Hinweis auf zwei Beitr&auml;ge von Friederike Spiecker<\/strong><br>\nMeine Kollegin Friederike Spiecker hat dem SWR-Rundfunk in der Sendung &bdquo;Leute&ldquo; ein langes Interview gegeben, das man als Video hier anschauen und anh&ouml;ren kann.<br>\nGestern hat das Statistische Bundesamt die neuesten Zahlen f&uuml;r die Erzeugerpreisentwicklung in Deutschland bekannt gegeben, die von Friederike Spiecker hier kommentiert werden.<br>\nAuch Jens Berger hat auf den &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo; dazu heute einen guten Beitrag publiziert.<br>\nAnmerken will ich noch, dass es die EZB geschafft hat, als die erste Zentralbank in die Geschichte einzugehen, die bei einem R&uuml;ckgang der Erzeugerpreise um fast 13 Prozent (so hoch wird der R&uuml;ckgang auch in der gesamten EWU im August und im September 2023 etwa sein) die Zinsen erh&ouml;ht hat, um &bdquo;die Inflation&ldquo; zu bek&auml;mpfen.<br>\nUnd, was noch erstaunlicher ist, weder in der Pressekonferenz zur j&uuml;ngsten Entscheidung der EZB noch in j&uuml;ngeren Vortr&auml;gen von Mitgliedern des Direktoriums (wie in diesem hier von Frau Schnabel vom 20. September 2023) findet diese massive Deflation auf der Ebene der Produzenten auch nur eine Erw&auml;hnung. Und das, obwohl die EZB selbst noch im M&auml;rz dieses Jahres klar gesagt hat (wie hier nachzulesen), dass steigende Erzeugerpreise ein guter vorauslaufender Indikator f&uuml;r die Verbraucherpreise sind.<br>\nWer sich fundamental irrt, muss offenbar hinterher total ignorant sein, um seinen Irrtum zu vertuschen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2023\/09\/21\/hinweis-auf-zwei-beitraege-von-friederike-spiecker\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kein M&auml;ppchen, kein Pausenbrot<\/strong><br>\nMehr Kinderarmut im Klassenzimmer. Armut der Eltern auch immer deutlichere Spuren.<br>\nKinder und Jugendliche sind in Deutschland &uuml;beraus stark von Armut bedroht. Die Sorgen der Eltern ums fehlende Geld gehen an den Jungen und M&auml;dchen nicht einfach so vorbei. Das zeigt sich deutlich auch an den Schulen, wie eine neue Studie best&auml;tigt. Ein gro&szlig;er gesellschaftlicher Konflikt wie die Kinderarmut spiegelt sich an Schulen oft im Kleinen. Hier fehlt das Federm&auml;ppchen oder Schreibheft, dort das Pausenbrot, der eine wird kurz vorm Schulausflug stets krankgemeldet, die andere war noch nie im Museum, geht nicht zum Kinderarzt oder kann nicht schwimmen. Lehrerinnen und Lehrer sind da so etwas wie ein Fr&uuml;halarm, weil sie fast t&auml;glich mit den Kindern und Jugendlichen zusammen sind, wie eine repr&auml;sentative Forsa-Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung zeigt. Sie beobachten, da&szlig; die Armut der Eltern auch immer deutlichere Spuren im Klassenzimmer hinterl&auml;&szlig;t bei den Jungen und M&auml;dchen. Kinderarmut ist aus Sicht der Lehrkr&auml;fte in allen sozialen Lagen pr&auml;senter als im Jahr zuvor, wie das Schulbarometer zeigt. Ein &raquo;dramatisches Ergebnis&laquo; sei das, sagt Dagmar Wolf, die den Bereich Bildung der Robert Bosch Stiftung leitet. Jede dritte Lehrkraft gab in der am Mittwoch ver&ouml;ffentlichten Befragung an, Kinder und Jugendliche machten sich h&auml;ufiger Sorgen um die finanzielle Situation ihrer Familie als bislang, in sozial benachteiligten Lagen ist es sogar jede zweite (48 Prozent). Ebenfalls mehr als jede Dritte (37 Prozent) nimmt fehlendes oder unzureichendes Schulmaterial wie Hefte oder B&uuml;cher wahr, h&auml;ufiger als fr&uuml;her kommen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler auch ohne Fr&uuml;hst&uuml;ck in die Schule kommen (30 Prozent). Ein Viertel der Lehrkr&auml;fte berichtet, ihre Sch&uuml;ler n&auml;hmen seltener an mehrt&auml;gigen Klassenfahrten teil. Und 16 Prozent stellen h&auml;ufiger als im vergangenen Jahr fest, da&szlig; ihre Sch&uuml;ler das Essensgeld gar nicht oder zu sp&auml;t bezahlen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zlv.lu\/db\/1\/1441080745693\/0\">Zeitung vum L&euml;tzebuerger Vollek<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Epigenetik: Soziale Ungleichheit wirkt auf unsere Gene<\/strong><br>\nVor allem die fr&uuml;he Kindheit scheint f&uuml;r unsere sp&auml;tere Gesundheit eine wichtige Rolle zu spielen &ndash; das zeigt eine neue Studie. So k&ouml;nnen negative Umwelteinfl&uuml;sse unsere Gene und ihr Programm beeinflussen.<br>\nWie wir aufwachsen, die Luftqualit&auml;t, die Ern&auml;hrung, der Stress in der Familie &ndash; all das hat einen Einfluss auf unsere Gene, auf unsere Gesundheit im sp&auml;teren Leben.<br>\nFr&uuml;here Studien haben bereits gezeigt: Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind h&auml;ufiger ung&uuml;nstigen Lebensbedingungen ausgesetzt, etwa schlechterer Ern&auml;hrung oder mehr famili&auml;rem Stress. Sie neigen dazu, ein erh&ouml;htes Risiko f&uuml;r Fettleibigkeit, Erkrankungen und schlechtere schulische Leistungen zu haben.<br>\n&ldquo;Das Zusammenspiel von Umwelt und Genen k&ouml;nnen wir als einen grundlegenden Mechanismus sehen, wodurch soziale Ungleichheit die Entwicklung von Kindern beeinflusst und langfristig zu Unterschieden in Bildung, Gesundheit und Wohlbefinden f&uuml;hrt&rdquo;, sagt die Entwicklungspsychologin Laurel Raffington, die seit 2022 die Forschungsgruppe &ldquo;Biosozial &ndash; Biologie, soziale Unterschiede und Entwicklung&rdquo; am Max-Planck-Institut f&uuml;r Bildungsforschung in Berlin leitet.<br>\nRaffington fand in ihren Studien Hinweise darauf, dass man soziale Ungleichheit an Genen &ldquo;sehen&rdquo; kann, und zwar mit Hilfe sogenannter epigenetischer Profile. Diese fallen bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien schlechter aus, sie deuten beim Vergleich mit anderen Studien auf eine schlechtere Gesundheit im Erwachsenenalter hin. So ist etwa das Risiko, an Diabetes zu erkranken oder schneller zu altern, erh&ouml;ht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wissen\/gesundheit\/studie-umwelteinfluesse-gene-100.html%20\">tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &Auml;u&szlig;erst traurig, dass das Leben dieser betroffenen Kinder so stark durch ihre Herkunft determiniert wird. Sinnvollerweise w&uuml;rde eine von &ldquo;der Wirtschaft&rdquo; dominierte Politik wie die unsrige die Armut oder wenigstens ihre Auswirkungen abmildern (z. B. durch die unten erw&auml;hnten &ldquo;Geldgeschenke&rdquo;, also z. B. ein h&ouml;heres B&uuml;rgergeld), weil &ldquo;die Wirtschaft&rdquo; doch gute Arbeitskr&auml;fte braucht &ndash; das w&auml;re die bei weitem kosteng&uuml;nstigste Ma&szlig;nahme f&uuml;r die Verbesserung des Arbeitskr&auml;ftereservoirs. Ein solches utilitaristisches Denken w&auml;re wenig empathisch und wenig sozial und doch tausend Mal besser als die aktuelle Politik, die die Verelendung nicht nur nicht bek&auml;mpft, sondern sogar f&ouml;rdert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&bdquo;Immer noch leidet jedes vierte Kind unter psychischen Auff&auml;lligkeiten&ldquo;<\/strong><br>\nDie Psychologin Ulrike Ravens-Sieberer hat &uuml;ber die Pandemie hinweg, die seelische Verfassung von Kindern und Jugendlichen beobachtet. Ihre Analyse wirft ein schlechtes Licht darauf, wie Deutschland seine Kinder auff&auml;ngt.<br>\nUlrike Ravens-Sieberer: Lassen Sie mich die gute Nachricht zuerst loswerden: Sehr viele Kinder und Jugendliche sind wirklich gut durch die Pandemie gekommen.<br>\nWELT: Dann br&auml;uchten wir ja eigentlich nicht dar&uuml;ber zu sprechen.<br>\nRavens-Sieberer: Leider gibt es auch die Kehrseite. Unsere neueste Studie zeigt, dass die Lebensqualit&auml;t immer noch nicht so hoch wie vor Corona ist. Dabei fand diese Befragung statt, als es bis auf die Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen keine Einschr&auml;nkungen mehr gab. Genau vor einem Jahr. Alle lebten wieder ihr gewohntes Leben, Kinder und Jugendliche gingen ganz normal in die Schulen, konnten sich mit Freuden treffen.<br>\nWELT: Was ist das Ergebnis?<br>\nRavens-Sieberer: Trotzdem sagten 73 Prozent der Jugendlichen, dass sie sich belastet f&uuml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article247575006\/Kindergesundheit-Jedes-vierte-Kind-zeigt-psychische-Auffaelligkeiten.html\">Welt Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>98 Bewerbungen und kein Job: &bdquo;&Auml;ltere Arbeitnehmer sind wahrscheinlich zu teuer&ldquo;<\/strong><br>\nJahrelange Erfahrung, wenig Anspr&uuml;che an den Arbeitgeber und hohe Arbeitsmoral &ndash; man k&ouml;nnte meinen, Babyboomer st&uuml;nden als Arbeitnehmer hoch im Kurs. Doch wie schwer es ist, auf dem Arbeitsmarkt &Uuml;50 Fu&szlig; zu fassen, zeigen die Kommentare zu einer Fallgeschichte auf FOCUS online.<br>\nNils Ehrich ist 57 Jahre alt und findet seit Monaten keinen Job. Dabei war er zuletzt Personalchef bei seinem Arbeitgeber. Nach 98 erfolglosen Bewerbungen ist f&uuml;r ihn die Sache klar: Arbeitgeber diskriminieren ihn wegen seines Alters. Damit ist er kein Einzelfall. Unter dem Artikel unseres Partner &bdquo;mopo.de&ldquo; h&auml;ufen sich die Kommentare* von Lesern, denen es &auml;hnlich erging.<br>\nFOCUS-online-Leser Michael Kirchner hatte jahrelang Probleme in seinem Job, bis der Fachkr&auml;ftemangel zuschlug und ihm zum Ende seines Arbeitslebens noch etwas Anschub verlieh: &bdquo;Die Ansicht kann ich voll unterst&uuml;tzen. Schon vor 15 Jahren konnte mir mein Arbeitgeber nach sechs Monaten mein Gehalt um 28 Prozent k&uuml;rzen, mit dem Hinweis &ldquo;Ich k&ouml;nne auch gleich gehen&rdquo;. Mit 58 macht man das nicht. Ich bewarb mich auf f&uuml;nf Plattformen und gab in den Folgejahren 1.700 Euro f&uuml;r Annoncen in der S&uuml;ddeutschen Zeitung, N&uuml;rnberger Nachrichten und in Th&uuml;ringen aus. Nicht mal Antworten bekam ich zwei Jahre lang. Vorstellungsgespr&auml;che? Das erste nach &uuml;ber drei Jahren. Gehaltserh&ouml;hung wurde mit &bdquo;Wem es nicht gef&auml;llt, der kann gehen&ldquo; beantwortet. Als Dipl. &ndash; Ing. Bauwesen mit viel Leitungserfahrung in Gro&szlig;- und Kleinobjekten war man nicht gefragt. Erst als ich in Rente ging, war der Druck in der Branche anscheinend so gro&szlig;, dass man gebraucht wurde. Sogar im Osten verdiente man mehr wie in M&uuml;nchen. Bis 67 hatte ich dann noch gearbeitet.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/arbeitsmarkt\/focus-online-kommentare-98-bewerbungen-und-keinen-job-erfahrene-aeltere-arbeitnehmer-sind-wahrscheinlich-zu-teuer_id_209421237.html\">Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ein Amazon-Betriebsrat fliegt, weil er Hubertus Heil und Stephan Weil getroffen hat<\/strong><br>\nEin Gericht entscheidet im Sinne des Online-Handelskonzerns Amazon: Dieser hatte Betriebsrat Rainer Reising gefeuert, nachdem er sich mit Arbeitsminister Hubertus Heil und Ministerpr&auml;sident Stephan Weil von der SPD getroffen hatte<br>\nIn der Architektur zeigt sich der Anspruch: Im gr&ouml;&szlig;ten Saal des Arbeitsgerichts in Verden sitzen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich nicht gegen&uuml;ber, sondern gemeinsam an einem gro&szlig;en hellen Holztisch. Am 19. September nehmen Platz: der Personalleiter des Amazon-Logistiklagers Achim bei Bremen mit zwei Anw&auml;lten einer gro&szlig;en, internationalen Wirtschaftskanzlei &ndash; und Betriebsrat Rainer Reising mit seinem Anwalt. Hinter den Beteiligten sitzen mehr als 50 Personen. Zwei Pressesprecher von Amazon, ein halbes Dutzend Journalistinnen und vor allem Gewerkschaftern sowie Aktivistinnen, die Reising den R&uuml;cken st&auml;rken wollen.<br>\nSein Fall hatte bereits vor Monaten f&uuml;r Aufsehen gesorgt. Der freigestellte Betriebsrat und andere Amazon-Betriebsr&auml;te hatten sich Anfang des Jahres mit Arbeitsminister Hubertus Heil und dem nieders&auml;chsischen Ministerpr&auml;sidenten Stephan Weil (beide SPD) getroffen. Dabei sind zwei Fotos entstanden, die schnell die Runde machten; ein Akt der Solidarit&auml;t mit einem Kollegen, dessen Vertrag Amazon nicht verl&auml;ngert hatte, obwohl er am Standort in Wunstorf als Betriebsrat aktiv war. Der Verdacht: Amazon wollte ihn loswerden, weil er auch aktives Verdi-Mitglied ist. Amazon wird seit Jahren vorgeworfen, Verdi gegen&uuml;ber nicht gerade aufgeschlossen zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sebastian-friedrich\/amazon-betriebsrat-fliegt-weil-er-hubertus-heil-und-stephan-weil-getroffen-hat\">Sebastian Friedrich auf der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Norwegen &ndash; Mythen um den staatlichen Pensionsfonds.<\/strong><br>\nNorwegen scheint in Sachen Altersversorgung ein gelobtes Land zu sein. Verbraucherschutzverb&auml;nde finden seit langem in dem staatlichen Pensionsfonds empfehlenswert, Lindners Finanzstaatsekret&auml;r Toncar propagiert den Staatsfonds als Vorbild f&uuml;r Deutschland und das Handelsblatt behauptet gar, durch den &Ouml;lfonds betr&auml;gt die garantierte Rente f&uuml;r jeden Norweger 1.600 Euro im Monat. Diese &Auml;u&szlig;erungen sind nur eine kleine Auswahl.<br>\nIn Wirklichkeit hat der Fonds f&uuml;r die norwegischen Renten eine &auml;hnliche Bedeutung wie das Ausbessern eines Schlaglochs auf einer norwegischen Landstra&szlig;e &ndash; n&auml;mlich keinen unmittelbaren. Wie es sich mit den norwegischen Renten verh&auml;lt, ist in diesem Artikel grob umrissen: &bdquo;Renten in Norwegen &ndash; der staatliche Pensionsfonds ist keine Wundert&uuml;te.&ldquo;<br>\nVor Norwegens K&uuml;ste wurden seit Anfang der 1970er Jahre riesige Erd&ouml;l- und Erdgasvorkommen entdeckt. In dem bev&ouml;lkerungsm&auml;&szlig;ig mit 5,5 Millionen kleinen Land bescherte das ab den 1990er Jahren riesige Extraeinkommen. Gew&ouml;hnlich werden derartige Sondereinahmen als Windfall-Profite bezeichnet. Profite die vom Himmel fallen, &auml;hnlich Lotto- oder Casino-Gewinnen. Der Staat hatte das &bdquo;Problem&ldquo;, wie er mit dem unverhofften Reichtum sinnvoll umgehen sollte. Die gefundene L&ouml;sung sah so aus:<br>\nDie &Ouml;l- bzw. Gaseinnahmen werden vollst&auml;ndig an einen staatlichen Kapitalfonds &uuml;berwiesen und dort in internationalen Aktien und Immobilienm&auml;rkten angelegt. Aus diesem Fonds werden Mittel an den Staatshaushalt &uuml;berwiesen, mit denen die dort aufgelaufenen Defizite ausgeglichen werden. Um die Substanz des Fonds nicht anzutasten, wird die Entnahme auf ca. drei Prozent des Pensionsverm&ouml;gens limitiert. Real schwanken die Entnahmen, je nach Haushaltssituation, um wenige zehntel Prozentpunkte. Die Verwendung der Fondsmittel ist nicht zweckgebunden, geht als Summe in den allgemeinen Haushalt. Die behauptete Mittelverwendung f&uuml;r irgendwelche Rentenleistungen ist einfach falsch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.seniorenaufstand.de\/norwegen-mythen-um-den-staatlichen-pensionsfonds\/\">Seniorenaufstand<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Das Recht des T&auml;ters (II)<\/strong><br>\nDie Regierung Italiens zahlt Entsch&auml;digungen f&uuml;r deutsche NS-Kriegsverbrechen, die Bundesrepublik kommt straflos davon. Das ergibt sich aus einem Urteil des italienischen Verfassungsgerichts, das Ende Juli ver&ouml;ffentlicht wurde. Demnach ist juristisch nicht zu beanstanden, dass Rom rund 60 Millionen Euro aus Corona-Wiederaufbaumitteln der EU in einen Entsch&auml;digungsfonds leitet, aus dem es Nachfahren der Opfer von Massakern der Wehrmacht und der SS mit einer kleinen Kompensation bedenkt. Mit dem Urteil sind jahrzehntelange Rechtsstreitigkeiten abgeschlossen worden, bei denen es um Massaker wie dasjenige vom 29. Juni 1944 ging; an jenem Tag hatte eine SS-Einheit den Ort Civitella unweit Arezzo &uuml;berfallen und mehr als 200 Einwohner ermordet. Immer wieder hatten italienische Gerichte die Bundesrepublik zur Zahlung von Entsch&auml;digung verurteilt; immer wieder hatte Berlin sich dagegen verwahrt und sogar den Internationalen Gerichtshof in Den Haag bem&uuml;ht, um sich sogenannte Staatenimmunit&auml;t auch im Fall schwerster NS-Verbrechen zusichern zu lassen. Die gegenw&auml;rtige Bundesregierung (&bdquo;Wertekoalition&ldquo;) hatte damit letztlich Erfolg.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9352\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Chinas Charmeoffensive<\/strong><br>\nKommunistische Partei legt neues Konzept vor: Positive Anreize f&uuml;r Taiwan, Migration, Investitionen und Br&uuml;cken.<br>\nSoll die Insel sich umfassend in die Volksrepublik integrieren, zu der sie v&ouml;lkerrechtlich ja geh&ouml;rt, oder soll sie sich in aller Form von ihr abspalten? Wie die taiwanische Bev&ouml;lkerung zu dieser Frage steht, das untersucht seit 1994 regelm&auml;&szlig;ig die Chengchi-Nationaluniversit&auml;t in Taipeh. Schaut man sich die Ergebnisse der Umfragen an, dann zeigt sich bei allen Schwankungen &ndash; die Zahl der Abspaltungsbef&uuml;rworter hat leicht zugenommen und lag zuletzt bei gut einem Viertel &ndash; eine gro&szlig;e Kontinuit&auml;t: Stets war eine Mehrheit aller Inselbewohner daf&uuml;r, nicht rasch zu entscheiden, sondern sich Zeit zu lassen und den Status quo zumindest noch &uuml;ber eine l&auml;ngere Weile beizubehalten. Das hei&szlig;t: Leitet die Regierung in Taipeh keine &uuml;bereilten, dem Willen der Bev&ouml;lkerung offen zuwiderlaufenden Schritte ein, dann kommt es in der Taiwan-Frage letzten Endes nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Zukunft an. (&hellip;)<br>\nDazu sollen ihnen Angebote gemacht werden &ndash; und zwar speziell aus der K&uuml;stenprovinz Fujian, die der Insel unmittelbar gegen&uuml;berliegt. Taiwaner sollen etwa eingeladen werden, Fujian zu besuchen, sich niederzulassen, dort zu studieren oder einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Um ihnen dies zu erleichtern, will Beijing die beh&ouml;rdlichen Meldeprozeduren vereinfachen und die Verkehrsverbindungen verbessern. Menschen aus Taiwan sollen leichteren Zugang zur Gesundheitsversorgung in Fujian erhalten, ihre Kinder dort problemlos in Kinderg&auml;rten, Schulen und Universit&auml;ten schicken k&ouml;nnen. Auch von gemeinsamen kulturellen Aktivit&auml;ten aller Art ist die Rede. Die historischen Bindungen zwischen K&uuml;ste und Insel sind alt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/459491.taiwan-konflikt-chinas-charmeoffensive.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Unschuldsbeweis nach 47 Jahren<\/strong><br>\nRassistisch motivierte Vorurteile im Strafrechtssystem in den USA.<br>\nIn White Plains im Bundesstaat New York wurde vor einigen Tagen ein Afroamerikaner 47 Jahre nach einem zu Unrecht ergangenen Urteil rehabilitiert. Der im M&auml;rz 1976 gegen Leonard Mack ergangene Schuldspruch wegen Vergewaltigung und illegalem Waffenbesitz mu&szlig;te aufgrund neuer DNA-Beweise aufgehoben werden, berichtete das gemeinn&uuml;tzige &raquo;Innocence Project&laquo;. Neue forensische Analysemethoden, die damals noch nicht verf&uuml;gbar waren, h&auml;tten den heute 72 Jahre alten Leonard Mack &raquo;endg&uuml;ltig als T&auml;ter ausgeschlossen und einen bereits fr&uuml;her verurteilten Sexualstraft&auml;ter identifiziert&laquo;, erkl&auml;rte die Bezirksstaatsanwaltschaft von Westchester County. Im Mai 1975 waren zwei Sch&uuml;lerinnen der Woodland High School in Greenburgh, New York, nachmittags auf ihrem Heimweg von der Schule an einem Waldgrundst&uuml;ck von einem Mann mit vorgehaltener Waffe &uuml;berfallen und eine der beiden Jugendlichen vergewaltigt worden. Der T&auml;ter entkam unerkannt. Aufgrund der vagen Beschreibung der Opfer fahndete die Polizei nach einem &raquo;Schwarzen Anfang zwanzig&laquo;. Zweieinhalb Stunden sp&auml;ter wurde der damals 23-j&auml;hrige Leonard Mack als Verd&auml;chtiger festgenommen. Seine Kleidung pa&szlig;te zwar nicht zur T&auml;terbeschreibung, aber weil im Kofferraum von Macks Wagen ein Revolver gefunden wurde und die beiden Teenager &raquo;ihn bei h&ouml;chst suggestiven und problematischen Gegen&uuml;berstellungen identifizierten&laquo;, so Anw&auml;ltin Susan Friedman vom &raquo;Innocence Project&laquo;, wurde er verhaftet. Es n&uuml;tzte Mack nichts, da&szlig; er jegliche Beteiligung an dem Verbrechen von sich wies und seine Freundin best&auml;tigte, zum Zeitpunkt des Angriffs mit ihm zusammen gewesen zu sein. Ein Jahr nach seiner Verhaftung wurde Mack wegen Vergewaltigung und illegalem Waffenbesitz zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. F&uuml;r ihn begann damit ein langer Kampf f&uuml;r den Beweis seiner Unschuld, der nach seiner Entlassung aus dem Gef&auml;ngnis noch fast vier Jahrzehnte weiterging.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zlv.lu\/db\/1\/1463243439430\/0\">Zeitung vum L&euml;tzebuerger Vollek<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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