{"id":10448,"date":"2011-08-15T17:06:57","date_gmt":"2011-08-15T15:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10448"},"modified":"2014-09-09T15:05:20","modified_gmt":"2014-09-09T13:05:20","slug":"wer-das-volk-finanziell-bluten-lasst-wird-es-auch-real-bluten-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10448","title":{"rendered":"Wer das Volk finanziell bluten l\u00e4sst, wird es auch real bluten lassen"},"content":{"rendered":"<p>Die Erkenntnis, dass die Politik in den F&auml;ngen der Finanzwirtschaft ist, verbreitet sich. Ich verweise auf den Aufsehen erregenden <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30351\/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-30484461.html\">Beitrag von Frank Schirrmacher in der Frankfurter Allgemeinen<\/a> und das dortige Forum, auf den Basisartikel des konservativen Publizisten <a href=\"http:\/\/www.telegraph.co.uk\/news\/politics\/8655106\/Im-starting-to-think-that-the-Left-might-actually-be-right.html\">Moore im britischen Telegraf<\/a> und auf einen <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3711\">Kommentar von Michael Spreng<\/a>, fr&uuml;her einmal Berater von Stoiber. Offenbar setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Finanzwirtschaft die Politik bestimmt und auf diese Weise weltweit uns Steuerzahler f&uuml;r ihre Abenteuer bezahlen l&auml;sst. In den NachDenkSeiten konnten Sie das, wie Frank Schirrmacher freundlicherweise vermerkt, schon lange lesen. Siehe unsere <a href=\"?category_name=finanzkrise\">Rubrik Finanzkrise<\/a>  und viele andere Beitr&auml;ge. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nMichael Sprengs letzter Absatz lautet:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die neue Weltfinanzkrise und die&nbsp;drohende Rezession haben f&uuml;r ganz kurze Zeit&nbsp;das Fenster ge&ouml;ffnet, der Finanzindustrie die Weltherrschaft&nbsp;noch zu entrei&szlig;en. Wenn die Regierungen, wenn die Politik von der EU, &uuml;ber G 8 bis zu&nbsp;G 20 diese Chance verstreichen lassen und&nbsp;jetzt immer noch keine radikalen Konsequenzen ziehen, dann beschw&ouml;ren sie eine Weltkrise der Demokratien herauf. <strong>Dann werden &ldquo;Die Emp&ouml;rten&rdquo; vor jedem Regierungssitz stehen und nicht nur in London die Stra&szlig;en brennen.&nbsp;Es ist&nbsp;5 Sekunden vor zw&ouml;lf.<\/strong>&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Dass die Emp&ouml;rten vor die Regierungssitze ziehen, dass es angesichts der Abh&auml;ngigkeit der Politik von sehr gro&szlig;en Interessen und angesichts der Ausbeutung der Mehrheit durch die finanzstarke und politisch starke Minderheit zur Emp&ouml;rung, zu Protesten, zum Widerstand und sogar zu Aufst&auml;nden kommt, ist die Hoffnung vieler auf der linken Seite der politischen Szene. Das Grundgesetz gibt sogar das Recht zum Widerstand, wenn die Grundrechte bedroht sind, auch wenn die Sozialstaatlichkeit bedroht ist, was nun partout nicht zu leugnen ist.<\/p><p>Es ist eine spannende und zugleich sehr ernste Frage, wie die herrschenden Kreise auf den Widerstand reagieren werden. Wer an die G&uuml;ltigkeit von guten konservativen Werten glaubt, wer auf das rechtsstaatliche Gewissen der herrschenden Kreise und auf einen wirksamen Rest an demokratischem Bewusstsein vertraut, wird darauf bauen, dass die herrschenden Kreise im Ernstfall rechtsstaatlich und nicht andeutungsweise so reagieren wie der syrische Pr&auml;sident. <\/p><p>Ich bin dessen nicht sicher. Wer so zulangt, wie die Finanzwirtschaft beim Steuerzahler zugelangt hat, wer so viel zu verlieren hat wie die Superreichen, wird auch bei uns bereit sein, seine Privilegien mit allen Mitteln zu verteidigen. Wie das geht, konnten wir und k&ouml;nnen wir in Gro&szlig;britannien sehen:<\/p><ul>\n<li><strong>Der Protest wird kriminalisiert.<\/strong> Daf&uuml;r gibt es immer berechtigten Anlass, weil sich unter die Demokraten, die emp&ouml;rt sind und Widerstand leisten, immer auch solche Menschen, die man als kriminell bezeichnen k&ouml;nnte, mischen.<\/li>\n<li><strong>Der Protest wird gespalten.<\/strong> Auch das ist relativ leicht, wie man in Gro&szlig;britannien sehen konnte und kann. Es ist nicht schwierig, jene, denen es ganz miserabel geht, gegen Ladenbesitzer und Mittelst&auml;ndler in Stellung zu bringen.<\/li>\n<li><strong>Mithilfe der verf&uuml;gbaren Medien wird Stimmung gegen den Protest gemacht.<\/strong> Hart durchzugreifen wird popul&auml;r. In Gro&szlig;britannien k&ouml;nnen wir mit Spannung beobachten, ob der Bruch der herrschenden Kreise mit dem Medienunternehmer Murdoch bestehen bleibt oder angesichts des Aufstands der Stra&szlig;e gekittet wird. Bei uns werden die Bild-Zeitung und das Fernsehen und der Spiegel und viele Medien mehr sich gegen jene wenden, die &bdquo;f&uuml;nf Minuten vor 12&ldquo; vor dem Kanzleramt oder dem Reichstag protestieren. Den riesigen Einfluss der Finanzwirtschaft k&ouml;nnen wir zur Zeit jeden Abend in den Fernsehsendungen bestaunen. Da wird, so als sei nichts geschehen, Stimmung f&uuml;r Spekulation und Aktienm&auml;rkte gemacht. Ein untr&uuml;gliches Indiz f&uuml;r die Verwobenheit dieser Medien mit den Interessen der Finanzwirtschaft.<\/li>\n<li><strong>Das polizeiliche Potenzial wird ausgebaut und steht zur Verf&uuml;gung.<\/strong> Der Angriff mit den Wasserwerfern in Stuttgart und die Weigerung der politisch Verantwortlichen, sich f&uuml;r die Verletzung eines &auml;lteren Menschen zu entschuldigen, sind Zeichen f&uuml;r die zu erwartende Brutalit&auml;t.<\/li>\n<\/ul><p>Mit diesen pessimistischen Bemerkungen soll nicht gegen den Protest Stimmung gemacht, sondern f&uuml;r eine realistische Einsch&auml;tzung geworben werden: <\/p><p>Es ist wichtig, die vermutliche Reaktion der herrschenden Kreise vorher zusagen, auch um die Spaltungstendenz zu unterlaufen.<\/p><p>Es ist wichtig, die Rolle der sich gegen den Protest engagierenden Medien genau zu sehen und vorher zusagen, was sie im Ernstfall zur Verteidigung der Privilegien der herrschenden Finanzwirtschaft tun werden.<\/p><p>Es ist auch wichtig, Br&uuml;cken zu schlagen zwischen den emp&ouml;rten fortschrittlichen Kreisen und den emp&ouml;rten wertkonservativ orientierten Kreisen. Sie haben ein gro&szlig;es gemeinsames Interesse. Und es geht um so viel, n&auml;mlich um die Erhaltung eines Restes von Demokratie, Sozialstaatlichkeit und Rechtsstaatlichkeit, dass sonstige ideologische Differenzen an Bedeutung verlieren.<\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><\/p><p><strong>Die Politik und das Monster<\/strong><br>\nPosted By m.spreng 13. August 2011<br>\nHorst K&ouml;hler, ein des Linksradikalismus unverd&auml;chtiger Mann, hat als Bundespr&auml;sident die Finanzwirtschaft schon vor der Lehman-Pleite als &ldquo;Monster&rdquo; bezeichnet. Franz M&uuml;ntefering, ein konservativer Sozialdemokrat, nannte schon 2005 Hedgefonds und Private-Equity-Fonds &ldquo;Heuschrecken&rdquo;. Bei beiden aber blieben die mahnenden Worte folgenlos. Sie wurden eher bel&auml;chelt. Das Monster&nbsp;konnte ungehindert im September 2008 die Welt an den Abgrund treiben.<br>\nIm Gegenteil. Die Politik auf der ganzen Welt f&uuml;tterte jahrelang das Monster. Und dann vers&auml;umte sie es, das Monster zu z&auml;hmen. Die Politik hatte ein Dinosaurierei ausgebr&uuml;tet und wunderte sich dann dar&uuml;ber, dass die Dinosaurier die Welt beherrschen wollten.<br>\n(&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3711\">sprengsatz.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erkenntnis, dass die Politik in den F&auml;ngen der Finanzwirtschaft ist, verbreitet sich. 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