{"id":10451,"date":"2011-08-16T08:43:42","date_gmt":"2011-08-16T06:43:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451"},"modified":"2011-08-16T08:43:42","modified_gmt":"2011-08-16T06:43:42","slug":"hinweise-des-tages-1447","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Die Logik des Krawalls; Mit CO2-Zertifikaten Millionen von Steuern hinterzogen; Schuldenstand ist durch Bad Banks gestiegen; DIW: Die Banken drehen wieder am gro&szlig;en Rad; In 80 Jahren nichts gelernt; Fachkr&auml;ftemangel?;  Jobcenter Bonn streicht Hochschwangeren alle Leistungen; Bayer droht mit Produktionsverlagerung; Rentenversicherung: Wirtschaft verlangt massive Beitragsentlastung; Tatort Krankenhaus &ndash; Wie das Sparen Patientenleben gef&auml;hrdet; Die Reichen und die Steuer; &bdquo;Niemand traut sich an heikle Zukunftsfragen&ldquo;; Die teure Trennung von Staat und Kirche; Der Fall von Boetticher &ndash; Unter Tr&auml;nen; Bombardement in Kundus: Offensiv liquidiert; Amerika, wohin?; Der Sarkostaat: Ein &ldquo;eingebetteter&rdquo; Reporter hinter franz&ouml;sischen Gardinen; Israel protestiert &ndash; Alle f&uuml;r alle, jeder f&uuml;r sich; Zypern weniger kreditw&uuml;rdig: Regierung setzt Rotstift an; Chinas Wirtschaft kann die Welt nicht retten; TV-Tipp: ARD-exclusiv: Rot-Gr&uuml;n macht Kasse; Das Letzte: &bdquo;B&uuml;rgerarbeit&ldquo;; Das Allerletzte: Bei Pflege Gas geben. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h01\">Die Logik des Krawalls<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h02\">Mit CO2-Zertifikaten Millionen von Steuern hinterzogen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h03\">Schuldenstand ist durch Bad Banks gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h04\">DIW: Die Banken drehen wieder am gro&szlig;en Rad<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h05\">In 80 Jahren nichts gelernt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h06\">Fachkr&auml;ftemangel?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h07\">Jobcenter Bonn streicht Hochschwangeren alle Leistungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h08\">Bayer droht mit Produktionsverlagerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h09\">Rentenversicherung: Wirtschaft verlangt massive Beitragsentlastung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h10\">Tatort Krankenhaus &ndash; Wie das Sparen Patientenleben gef&auml;hrdet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h11\">Die Reichen und die Steuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h12\">Oliver Lepsius: &bdquo;Niemand traut sich an heikle Zukunftsfragen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h13\">Lobbyismus und Transzendenz. Die teure Trennung von Staat und Kirche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h14\">Der Fall von Boetticher &ndash; Unter Tr&auml;nen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h15\">Bombardement in Kundus: Offensiv liquidiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h16\">Amerika, wohin?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h17\">Der Sarkostaat: Ein &ldquo;eingebetteter&rdquo; Reporter hinter franz&ouml;sischen Gardinen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h18\">David Grossman: Israel protestiert &ndash; Alle f&uuml;r alle, jeder f&uuml;r sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h18\">Zypern weniger kreditw&uuml;rdig: Regierung setzt Rotstift an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h19\">Chinas Wirtschaft kann die Welt nicht retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h20\">TV-Tipp: ARD-exclusiv: Rot-Gr&uuml;n macht Kasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h21\">Das Letzte: &bdquo;B&uuml;rgerarbeit&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451#h22\">Das Allerletzte: Bei Pflege Gas geben<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10451&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Logik des Krawalls<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>England ist heute ein zersplitterter, postmoderner Raum<\/strong><br>\nWie sind wir so weit gekommen? In den letzten 30 Jahren hat sich die britische Wirtschaft transformiert, Industrie wurde zugunsten von Finanzdienstleistungen abgebaut. Dies fiel zusammen mit einem Machttransfer von der Working Class hin zu einer Elite, die das gegenw&auml;rtige Kabinett repr&auml;sentiert: privat beschulte, oxfordstudierte Million&auml;re, S&ouml;hne von Aristokraten und Bankiers.<br>\nEs gab eine systematische Entm&uuml;ndigung des Arbeiters, der nun gern als prolliger &bdquo;Chav&ldquo; verspottet wird &ndash; und eine Verarmung des politischen Bewusstseins in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Kluft zwischen Arm und Reich war niemals gr&ouml;&szlig;er. In den von den Ausschreitungen betroffenen Bezirken Hackney, Haringey und Lambeth stehen H&auml;user mit Millionenwert neben Elendswohnungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/england-ist-heute-ein-zersplitterter-postmoderner-raum\/4496044.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Verkehrsregeln der Randale<\/strong><br>\nWelche Lehren zieht die Gewaltforschung aus den Krawallen in den britischen St&auml;dten? Wie lassen sich Krawalle von Massakern unterscheiden? Was ist ihre Vorgeschichte und wieso sind &auml;hnliche Vorkommnisse in Deutschland unwahrscheinlich?<br>\nIn der Gewaltforschung unterscheidet man zwischen ethnisch bedingten Massakern und Krawallen (riots). Letztere Gewalt geht h&auml;ufig von benachteiligten Minderheiten aus. &ldquo;Rassenkrawalle&rdquo; beginnen fast immer damit, dass Polizisten Menschen aus sozial schlecht gestellten Minderheiten misshandeln oder t&ouml;ten, also durch eine deutliche Wahrnehmung von Polizeibrutalit&auml;t aufseiten der Minderheiten. So wie im Fall von Rodney King. Damals hatten Polizisten in Los Angeles auf den am Boden liegenden Afroamerikaner eingepr&uuml;gelt und wurden vor Gericht freigesprochen. Auch bei der Randale in den franz&ouml;sischen Vorst&auml;dten im letzten Jahrzehnt, hier ist der Tod von Jugendlichen durch polizeiliche Ignoranz der Anlass. Nach dem ausl&ouml;senden Vorfall werden Br&auml;nde gelegt, manchmal Barrikaden gebaut und Polizisten, je nach Land auch die Nationalgarde, werden angegriffen. Es gibt Tote und Schwerverletzte. Am Rande der Ereignisse beginnen Gruppen, dann auch Individuen, zu pl&uuml;ndern. Pl&uuml;nderungen, anders als Brandstiftungen, geschehen im Rahmen der Ausschreitungen auf massenhafter Basis. Pl&uuml;ndern ist ein Akt der verbreiteten Missachtung von Obrigkeit, es ist eine relativ risiko- und konfrontationsarme kriminelle T&auml;tigkeit, und dadurch, dass Eigentum bereits besch&auml;digt ist, sinkt die Hemmschwelle, so der Soziologe Randall Collins in seinem lesenswerten Buch &ldquo;Dynamik der Gewalt&rdquo; (2011).<br>\nWir haben in unserem Land diskriminierte Minderheiten, jede Menge sogar, Benachteiligung im Bildungssystem, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Auf die Frage, ob solche Krawalle mit Brandstiftung und Pl&uuml;nderorgien &ldquo;auch bei uns&rdquo; passieren k&ouml;nnten, reagieren Experten wie Politiker eher besonnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=ku&amp;dig=2011%2F08%2F15%2Fa0100&amp;cHash=37a1441d23\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Politik der Entpolitisierung<\/strong><br>\nAus diesen nun Verbrecher und Kriminelle zu machen, die kein politisches Begehren aufweisen, ist Politik: eine Politik des Vergessenmachens, des Bem&auml;ntels, des Abwiegelns jeglicher Verantwortung. Die Bereitschaft zum Randalieren ist nicht unpolitisch, sie ist eine politische Erscheinung. Dem Willen zur Zerst&ouml;rung wohnt somit auch ein stilles politisches Motiv inne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2011\/08\/politik-der-entpolitisierung.html\">ad sinistram<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ganz &auml;hnlich kommentiert auch die FR: &bdquo;Die unterschiedlichen Protestformen sind abh&auml;ngig von Einkommen und Bildungsstand der Massen. Die Mittelschicht gestaltet Plakate, wird in Talkshows eingeladen, schreibt Gastbeitr&auml;ge in Zeitungen und meldet ihre Protestroute ordnungsgem&auml;&szlig; an. Andere sch&uuml;tten ihr Herz in der Dunkelheit aus. Ein 14-j&auml;hriger Engl&auml;nder, der sieht, wie die Welt um ihn herum aufgemotzt, saniert und mit Eichenholz veredelt wird, derweil ihm nur die beschissene Bushaltestelle als Treffpunkt bleibt, &auml;u&szlig;ert seine Wut anders als ein schlecht bezahlter Ingenieur und Familienvater aus einer Nebenstra&szlig;e des Tel Aviver Rothschild Boulevard oder ein Student aus Teheran.<\/em><br>\n<em>Wir sollten aufh&ouml;ren, die einen mit Begriffen wie Pl&uuml;nderer und Randalierer zu entpolitisieren, w&auml;hrend die anderen einer Demokratiebewegung zugeordnet werden, wo vielleicht sozio&ouml;konomische <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/liebe-unfreiheit-\/-\/1472602\/9528426\/-\/index.html\">Aspekte im Vordergrund stehen.<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Big Apple Orangen f&uuml;r<\/strong><br>\nJoel Berg ist seit 2001 Direktor der New York City Coalition Against Hunger (NYCCAH), der Dachorganisation von New Yorks 1200 Food Pantrys und Suppenk&uuml;chen. Das enge B&uuml;ro der NYCCAH liegt ironischerweise in unmittelbarer N&auml;he der B&ouml;rse an der Wall Street&hellip;Mit dem Bild des Obdachlosen, der an der Fifth Avenue M&uuml;lltonnen nach Essbarem durchw&uuml;hlt, werden viele New-York-Besucher vertraut sein. Doch laut Berg sind vor allem Familien mit Kindern von jener Sorte Armut betroffen, die zu Fragen f&uuml;hrt wie: Milch oder Medikamente? Miete oder mehr als eine Mahlzeit pro Tag?<br>\nIn Gro&szlig;st&auml;dten wie New York fallen besonders Nicht-Wei&szlig;e in die Kategorie der Hungergef&auml;hrdeten &ndash; Immigranten und Schwarze. In l&auml;ndlichen Gebieten sind es &uuml;berwiegend Wei&szlig;e. Arbeitslosigkeit ist nur ein Grund daf&uuml;r. Viele Leute arbeiten, manche haben sogar zwei oder drei Jobs, verdienen damit aber nicht das Existenzminimum. Joel Berg: &bdquo;Wir m&uuml;ssen den Menschen einen Mindestlohn garantieren, der ihnen das &Uuml;berleben erm&ouml;glicht.&ldquo; Und das sei Aufgabe des Staates. Zweitens gehe es darum, das soziale Netz so weit auszubauen, dass die Menschen, die auf Unterst&uuml;tzung angewiesen sind, diese auch umstandslos erhalten. Berg betont das Wort &bdquo;umstandslos&ldquo;&hellip;&bdquo;Ronald Reagan hat das Land in den Bankrott getrieben und die soziale Verantwortung des Staates f&uuml;r seine B&uuml;rger mit ,Kommunismus&lsquo; gleichgesetzt.&ldquo;&hellip; Amerika hat keine Tradition des Klassenkampfes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/essen-trinken\/big-apple-orangen-fuer\/4493572.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> War die treibende Kraft der Revolten in Gro&szlig;britannien, der Klassenkampf? &ldquo;These riots were not about government cuts: they were directed at high street stores, not parliament. And these riots were not about poverty &hellip; No, this was about behaviour&rdquo; widerspricht der britische Premier und liefert ein wunderbares Beispiel f&uuml;r Klassenkampf von oben in der Semantik der Herrschaftssprache: das schlechte Benehmen der Unterschicht ist schuld. Es mag in den USA keine Tradition des Klassenkampfes geben und es mag ja noch etwas dauern, bis 52% der gesamten Staatsausgaben f&uuml;r den Schuldendienst f&auml;llig werden, wie kurz vor der Franz&ouml;sischen Revolution. Allerdings n&auml;hert sich der Beitrag des amerikanischen Geldadels im Verh&auml;ltnis zu seinem Verm&ouml;gen tendenziell gegen Null, wie damals in Frankreich. Klassenk&auml;mpfe brauchen keine Tradition, sondern nur noch Anl&auml;sse, wie z.B. Sparprogramme f&uuml;r die schon immer zu kurz gekommenen Besitzlosen. Grundbedingungen wie die Ausgrenzung der &sbquo;underdogs&lsquo;, die zunehmende Unsicherheit der Mittelschicht und die Perspektivlosigkeit von jungen M&auml;nnern bilden schon l&auml;ngst die Suppe, aus der Revolutionen entstehen k&ouml;nnen &ndash; in Gro&szlig;britannien, in den USA und auch sonst in Europa. Sicherlich, den USA steht noch eine folgenreiche, geschichtliche Erkenntnis bevor: die Erfahrung, dass die bestehende Ordnung nicht gottgewollt ist. Diese Erfahrung haben England und Frankreich hinter sich und mit &ldquo;Kopf-ab&rdquo; beantwortet. Das pr&auml;gt, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Mag sein, dass die USA als ganzes keine Erfahrung mit dem Klassenkampf haben, ihr Geldadel bzw. ihre republikanischen Handlanger schon. Der Rest der Bev&ouml;lkerung sollte vielleicht einmal einen Blick auf die Entwicklung der Verteilung des Volkseinkommens richten.<\/em><br>\n<em>Klassenkampf ist nur Wort. Wie schrieb letztlich der Spiegel recht naiv: &bdquo;Es geht nicht um Kapitalismuskritik, es geht um Krawall.&ldquo; Als ob eine Marxlekt&uuml;re die Bedingung kommender Revolten sein m&uuml;sse. Den jungen Leuten in London reichte die permanente Erfahrung ihrer Chancenlosigkeit in dieser Gesellschaft. Und es ist nicht vorbei, denn die Jugendlichen sto&szlig;en gerade in den betroffenen Vierteln auf viel Verst&auml;ndnis bei den Erwachsenen. Die USA m&ouml;gen noch nicht soweit sein, die Ausgangslage ist aber da. Es steht allerdings zu bef&uuml;rchten, dass ein republikanischer Pr&auml;sident, bevor er eingesteht, dass er nackt sei, diesen Umstand mit einem gro&szlig;en Krieg beantworten wird. Wir k&ouml;nnen nur hoffen, dass die USA ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit, in dem Sinne dass die Volkswirtschaft als ganzes wieder die F&auml;higkeit gewinnt, Einkommen f&uuml;r alle zu schaffen. &Ouml;konomisch l&auml;uft dies zun&auml;chst auf eine Re-Industrialisierung der amerikanischen Volkswirtschaft hinaus, was schwierig genug sein wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;britannien: Die Logik des Krawalls<\/strong><br>\nDer Wirtschaftshistoriker Hans-Joachim Voth hat soziale Unruhen der vergangenen 90 Jahre in Europa untersucht. Ergebnis: Wenn der Staat seine Ausgaben um einen Prozentpunkt k&uuml;rzt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Demonstrationen, Aufst&auml;nden und revolution&auml;ren Umst&uuml;rzen kommt, um das Eineinhalbfache. Dass die &ldquo;Chavs&rdquo; in Hackney, die ungebildeten Jugendlichen in Jogginghosen, nicht von h&ouml;heren Studiengeb&uuml;hren betroffen sind, weil sie nicht studieren, ist dabei unerheblich. Aufr&uuml;hrer m&uuml;ssen nicht zugleich Opfer sein. Vielmehr d&uuml;rfte es sich um das Gef&uuml;hl der Ungerechtigkeit einer immer undurchl&auml;ssigeren Gesellschaft handeln, das der explosiven Stimmung den Boden bereitet: der Eindruck, abgeh&auml;ngt zu sein. Knallt es aus irgendeinem Grund, liefert das Sparprogramm der Regierung den Z&uuml;ndstoff, der auch das Nachbarhaus in Brand steckt. Das eigene Lebensumfeld zerst&ouml;ren wie in Hackney &ndash; das ist kein Nihilismus, das ist das Gesicht von Perspektivlosigkeit. Die Abgeh&auml;ngten rufen keine politischen Parolen, tragen keine Transparente &ndash; was sollten sie darauf auch fordern? Zum bestehenden System, das ist seit 20 Jahren klar, gibt es keine Alternative, die eine Chance hat, verwirklicht zu werden. Auch die Finanzkrise hat daran nichts ge&auml;ndert, das hat mittlerweile auch der D&uuml;mmste begriffen &ndash; und rei&szlig;t im Laden den Plasmafernseher von der Wand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/S30106\/grossbritannien-die-logik-des-krawalls-30484503.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Cameron setzt auf umfassende H&auml;rte<\/strong><br>\nCameron bezeichnete die viert&auml;gigen Unruhen als Weckruf f&uuml;r das Land. &ldquo;Soziale Probleme, die seit Jahrzehnten g&auml;ren, sind vor unseren Augen explodiert&rdquo;, sagte er. Der Regierungschef machte daf&uuml;r eine Kultur der Faulheit, der Verantwortungslosigkeit und des Egoismus verantwortlich. Nicht Spannungen zwischen B&uuml;rgern unterschiedlicher Herkunft, Armut oder das Sparprogramm der Regierung seien Ursache der Unruhen, sondern Kriminalit&auml;t und fehlendes pers&ouml;nliches Verantwortungsgef&uuml;hl. &ldquo;Eine der gr&ouml;&szlig;ten Lehren aus diesen Unruhen ist, dass wir ernsthaft &uuml;ber Verhalten sprechen und dann handeln m&uuml;ssen &ndash; denn schlechtes Betragen ist buchst&auml;blich an der T&uuml;rschwelle der Menschen&nbsp;angekommen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nach-krawallen-in-england-cameron-setzt-auf-umfassende-haerte-1.1131379\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wen meint Cameron eigentlich, wenn er eine Kultur &bdquo;der Verantwortungslosigkeit und des Egoismus&ldquo; beklagt und woher ist das &bdquo;schlechte Betragen&ldquo; eigentlich gekommen, das an der &bdquo;T&uuml;rschwelle der Menschen angekommen&ldquo; ist. Ich will nichts relativieren,  im Gegenteil: Durch die &bdquo;Riots&ldquo; sind f&uuml;nf Menschen ums Leben gekommen, hunderte verletzt worden und Millionensch&auml;den bei Unbeteiligten oft kleinen Leuten entstanden.<\/em><br>\n<em>Durch die Banker der Londoner City sind unz&auml;hlige Menschen in den Ruin und in den Selbstmord getrieben worden, Familien wurden zerst&ouml;rt und Kinder sprichw&ouml;rtlich auf der Stra&szlig;e gelandet und es sind Milliardensch&auml;den bei Unbeteiligten oft kleinen Leuten entstanden. Die H&auml;user derjenigen, die ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen konnten, wurden zwar nicht abgefackelt, aber sie verrotten. 2700 Menschen wurden festgenommen, aus dem Londoner Bankenviertel bisher kaum einer. Wenn Gier zum Erfolgsprinzip wird, braucht man sich nicht wundern, dass sie auch &bdquo;an der T&uuml;rschwelle der Menschen ankommt&ldquo;.<\/em><br>\n<em>Dazu kommentiert in der FR: &bdquo;Die unterschiedlichen Protestformen sind abh&auml;ngig von Einkommen und Bildungsstand der Massen. Die Mittelschicht gestaltet Plakate, wird in Talkshows eingeladen, schreibt Gastbeitr&auml;ge in Zeitungen und meldet ihre Protestroute ordnungsgem&auml;&szlig; an. Andere sch&uuml;tten ihr Herz in der Dunkelheit aus. Ein 14-j&auml;hriger Engl&auml;nder, der sieht, wie die Welt um ihn herum aufgemotzt, saniert und mit Eichenholz veredelt wird, derweil ihm nur die beschissene Bushaltestelle als Treffpunkt bleibt, &auml;u&szlig;ert seine Wut anders als ein schlecht bezahlter Ingenieur und Familienvater aus einer Nebenstra&szlig;e des Tel Aviver Rothschild Boulevard oder ein Student aus Teheran.<br>\nWir sollten aufh&ouml;ren, die einen mit Begriffen wie Pl&uuml;nderer und Randalierer zu entpolitisieren, w&auml;hrend die anderen einer Demokratiebewegung zugeordnet werden, wo vielleicht sozio&ouml;konomische Aspekte im Vordergrund stehen.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>149 Menschen infolge politisch motivierter Straftaten im Juni verletzt<\/strong><br>\nIm Juni dieses Jahres sind in Deutschland 149 Menschen infolge politisch motivierter Straftaten verletzt worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17\/6727) auf eine Kleine Anfrage der CDU\/CSU- und der FDP-Fraktion (17\/6607) hervor.<br>\nBis zum 28. Juli sind danach dem Bundeskriminalamt (BKA) f&uuml;r Juni 2011 insgesamt 1.692 solcher Straftaten gemeldet worden, darunter 224 Gewalttaten und 837 Propagandadelikte. Bis zum genannten Stichtag konnten den Angaben zufolge 1.110 Tatverd&auml;chtige ermittelt werden. 92 von ihnen seien vorl&auml;ufig festgenommen worden. Wie es in der Vorlage weiter hei&szlig;t, wurden drei Haftbefehle erlassen.<br>\nVon den 1.692 Straftaten entfielen laut Antwort 1.034 auf die politisch rechts motivierte Kriminalit&auml;t. Die Zahl der darunter befindlichen Gewalttaten wird mit 68 angegeben und die der Verletzten mit 66.<br>\nDie Zahl der politisch links motivierten Straftaten bel&auml;uft sich den Angaben zufolge auf 442, von denen 128 Gewalttaten waren. In diesem Bereich wurden laut Regierung 61 Verletzte registriert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2011_08\/2011_322\/05.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Anders als in England finden bei uns Gewalttaten nur nicht an einem Tag und nicht an wenigen Orten statt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Mit CO2-Zertifikaten Millionen von Steuern hinterzogen<\/strong><br>\nF&uuml;r die Angeklagten war der Emissionshandel ein lukratives Gesch&auml;ft mit Millionengewinn &ndash; auf Kosten des deutschen Fiskus. In Frankfurt hat einer der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftsprozesse Deutschlands begonnen. Mittendrin: Die Deutsche Bank.<br>\n&nbsp;In einem der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftsstrafprozesse in Deutschland hat am ersten Verhandlungstag am Montag einer von sechs Angeklagten vor dem Frankfurter Landgericht gestanden, an einer millionenschweren Steuerhinterziehung mitgewirkt zu haben. Die Anklage wirft den sechs M&auml;nnern im Alter zwischen 27 und 55 Jahren vor, den Staat beim Handel von Emissionsrechten f&uuml;r Treibhausgase um 230 Mio. Euro an Umsatzsteuern betrogen zu haben.<br>\nDer gest&auml;ndige 27 Jahre alte Finanzbroker aus Leeds sagte: &ldquo;Ich wusste damals nicht, dass ich nach deutschem Recht selbst Steuern hinterzog, aber ich wusste, dass das ethisch und moralisch falsch war.&rdquo; Er habe &ldquo;aus reiner Gier&rdquo; gehandelt. Im Jahr 2009 sei es ein offenes Geheimnis gewesen, dass man mit dem Handel von Verschmutzungsrechten &uuml;ber die Grenzen hinweg aufgrund der Steuergesetze schnell Geld machen konnte.<br>\nErst Steuer&auml;nderung machte Handel unattraktiv Zu seiner eigenen &Uuml;berraschung habe er die Deutsche Bank als Abnehmer der Zertifikate gewonnen, sagte der Angeklagte. Aufgrund der gebotenen Preise seien Gewinne bei den Transaktionen nur durch Steuerhinterziehung zu erzielen gewesen. Die deutschen Steuerbeh&ouml;rden h&auml;tten dem Treiben monatelang zugesehen. Hochrangige Mitarbeiter der Deutschen Bank h&auml;tten erst dann nachgefragt, als eine Steuer&auml;nderung in Deutschland diese Art des Handels unattraktiv machte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/:emissionshandel-mit-co2-zertifikaten-millionen-von-steuern-hinterzogen\/60091693.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schuldenstand ist durch Bad Banks gestiegen<\/strong><br>\nDer Schuldenstand des Bundes stieg seit 1989 von 254 Milliarden bis auf 1,071 Billionen Euro in diesem Jahr und soll 2012 1,098 Billionen Euro betragen. Der Schuldenstand sei im letzten Jahr, insbesondere durch die Zuordnung der neu errichteten Abwicklungsanstalten f&uuml;r Banken zum staatlichen Sektor, von 73,5 auf 83,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen.<br>\n&rdquo;Jedoch gibt es bei der Entwicklung schon in diesem Jahr eine Trendumkehr&ldquo;, stellt die Regierung fest. Bis zum Jahr 2015 soll die Schuldenstandquote trotz der Ma&szlig;nahmen zur Euro-Stabilisierung auf rund 71 Prozent sinken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2011_08\/2011_322\/02.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Leider steht die Unterrichtung (noch) nicht im Netz zur Verf&uuml;gung, um vielleicht genauere Zahlen dar&uuml;ber zu erfahren, was die Bad Banks den Steuerzahler kosten.<\/em><br>\n<em>Immerhin wird hier amtlich zugegeben, dass die Bankenrettung zu einem erheblichen Ma&szlig;e zur sog. &bdquo;Schuldenkrise&ldquo; (wie das jetzt umetikettiert wird) beigetragen hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>DIW: Die Banken drehen wieder am gro&szlig;en Rad<\/strong><br>\nInterview mit Dorothea Sch&auml;fer: Gro&szlig;banken stellen ein Risiko f&uuml;r das gesamte System dar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.377311.de\/themen_nachrichten\/banken_drehen_wieder_ein_grosses_rad.html\">DIW, siehe dort das Audio-Angebot unten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>In 80 Jahren nichts gelernt<\/strong><br>\nNun heben Banken und Hedgefonds mit Leerverk&auml;ufen und Kreditversicherungen ganze Staaten aus den&nbsp;Angeln. Dies ist ein ziemlich zynisches Spiel. Denn die Staaten haben sich &ndash; bei allen Fehlern, die sie in der Haushaltspolitik begangen haben &ndash; seit dem Lehman-Crash ja vor allem deshalb &uuml;ber alle Ma&szlig;en verschuldet, weil sie die Weltwirtschaft und die Banken vor dem Absturz bewahren wollten. Mit Hilfe der staatlichen Retter ist es der Finanzindustrie gelungen, ihre Schuldenlast zu reduzieren, w&auml;hrend sich die Schuldenlast von Irland vervierfachte, jene von Spanien sich verdoppelte und jene von Deutschland um ein F&uuml;nftel stieg. Vereinfacht gesagt wurden im Kampf gegen den Wirtschaftskollaps also private Schulden gegen staatliche Schulden&nbsp;ausgetauscht&hellip;<br>\nWenn die Welt aus dieser Krise die richtigen Konsequenzen ziehen will, m&uuml;ssen die Staaten nicht blo&szlig; ihre Schulden wieder reduzieren. Es ist auch erforderlich, die Finanzm&auml;rkte so zu gestalten, dass Krisen seltener und weniger gef&auml;hrlich werden (wobei sich Krisen niemals v&ouml;llig verhindern lassen). Dazu ist es notwendig, eine wirklich globale Aufsicht f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte zu schaffen, ein Regelwerk, das klar Grenzen setzt. Es ist auch notwendig, manche Finanzinstrumente zu verbieten, deren volkswirtschaftlicher Sinn sich nur schwer erkl&auml;ren&nbsp;l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/weltwirtschaftskrise-in-jahren-nichts-gelernt-1.1130942%20\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kluge K&ouml;pfe verzweifelt gesucht<\/strong><br>\nIn 15 Jahren werden Millionen qualifizierte Mitarbeiter fehlen, wenn Unternehmen und Politik nicht gegensteuern. Oder ist die Lage weniger dramatisch als vorhergesagt und Unternehmen f&uuml;rchten sich lediglich davor, ihren Besch&auml;ftigten h&ouml;here L&ouml;hne zahlen zu m&uuml;ssen? [&hellip;]<br>\nNun steckt hinter dem permanenten Jammern stets auch &ouml;konomisches Kalk&uuml;l: Firmen wollen ihre Mitarbeiter aus einem m&ouml;glichst gro&szlig;en Pool ausw&auml;hlen. Sinkt das Angebot an bestimmten Arbeitskr&auml;ften, steigen daf&uuml;r die Preise &ndash; und damit die L&ouml;hne. Aber ist es deshalb eine mediale Fata Morgana, wenn vor dem Fehlen kluger und qualifizierter K&ouml;pfe gewarnt wird?<br>\nDerzeit bewertet die Bundesregierung die Lage noch nicht als dramatisch: &ldquo;Momentan liegt in Deutschland noch kein allgemeiner und fl&auml;chendeckender Fachkr&auml;ftemangel vor&rdquo;, hei&szlig;t es in ihrem Konzeptpapier zur Fachkr&auml;ftesicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/zukunft-der-arbeit-kluge-koepfe-verzweifelt-gesucht-1.1129289\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Win-Win-Situation<\/strong><br>\nDeutschland klagt &uuml;ber fehlende Fachkr&auml;fte. Dabei gibt es hierzulande ein gro&szlig;es Potential an qualifizierten Frauen, die aufgrund eingeschr&auml;nkter Betreuungsm&ouml;glichkeiten nicht arbeiten k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1411558\/Eine-Win-Win-Situation\">ZDF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Jobcenter Bonn streicht Hochschwangeren alle Leistungen<\/strong><br>\nDas Jobcenter Bonn hat einer im 7. Monat schwangeren Frau alle Hartz IV-Leistungen gestrichen, weil sie trotz &auml;rztlich verordneter Bettruhe einen Termin bei ihrer Fallmanagerin nicht wahrgenommen hatte. Sie w&auml;re &bdquo;trotz Belehrung &uuml;ber die Rechtsfolgen der Aufforderung zur Mitwirkung&ldquo; nicht nachgekommen, hie&szlig; es in dem Schreiben an die junge muslimische Frau. F&uuml;r das Erwerbslosen Forum Deutschland ist das ein Fall einer groben rechtswidrigen Entscheidung, weshalb die Initiative der werdenden Mutter umgehend einen Rechtsanwalt besorgt hatte. Dieser wird nun eine Eilklage beim Sozialgericht einreichen, da die Bonner Hartz IV-Beh&ouml;rde auf den vorige Woche eingelegten Widerspruch trotz Dringlichkeit und Fristsetzung bis heute nicht angemessen reagiert hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.scharf-links.de\/41.0.html?&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=17922&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&amp;cHash=0c030457eb\">Scharf Links<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bayer droht mit Produktionsverlagerung<\/strong><br>\nAngesichts der beschlossenen Energiewende und weiter steigender Stromkosten droht Bayer-Chef Marijn Dekkers mit der Verlagerung von Produktion ins Ausland. &ldquo;Deutschland wird als Produktionsstandort f&uuml;r die energieintensive Chemieindustrie unattraktiver.&rdquo; Schon heute seien die Energiepreise in Deutschland die h&ouml;chsten in der EU, kritisiert Dekkers. Daher liege der Schwerpunkt neuer Investitionen bei der Kunststoff- und Chemiesparte von Bayer bereits in China. Dekkers: &ldquo;Deutschland verliert relativ an Bedeutung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen-maerkte\/bayer-droht-mit-produktionsverlagerung-476388\/\">WirtschaftsWoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein ausgesprochen durchsichtiges Man&ouml;ver des Bayer-Chefs, um eine noch st&auml;rkere Entlastung der Unternehmen im &sbquo;Erneuerbare-Energien-Gesetz&lsquo; durchzusetzen. In diesem Zusammenhang wird h&auml;ufig ausgesprochen windig argumentiert. So teilte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in dieser Woche mit, dass der Preisanstieg f&uuml;r die privaten Haushalte moderat bleiben w&uuml;rde &ndash; durchschnittlich etwa 35 Euro im Jahr &ndash; diese Mehrkosten sich aber in der Industrie zu enormen Betr&auml;gen summieren w&uuml;rden. Ignoriert wird in solchen Argumentationen die oben genannte Entlastung der Unternehmen im neuen Gesetz, aber auch die altbekannte Tatsache, dass die Energieversorger f&uuml;r Gro&szlig;kunden g&uuml;nstige Sondertarife anbieten. Ob Investitionen der Kunststoff und Chemiesparte in China tats&auml;chlich auf Kosten&uuml;berlegungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, sollte man differenziert betrachten. Zun&auml;chst einmal ist der Bayer-Konzern seit Jahrzehnten ein international t&auml;tiges Unternehmen, das mit seiner Produktion schon immer global vertreten war, das hei&szlig;t dass viele Investitionen in der N&auml;he zu den Absatzm&auml;rkten begr&uuml;ndet sind. Mag sein, dass die Energiekosten in China derzeit relativ niedrig sind, das muss aber nicht so bleiben. Langfristig d&uuml;rfte die deutsche Strategie gerade die Energiekosten betreffend kosteng&uuml;nstiger ausfallen. Nat&uuml;rlich d&uuml;rften in China, aber auch in anderen Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern (Brasilien, Indien, Russland) gerade f&uuml;r die Chemie die kaum vorhandene Realisierung von Umweltauflagen einen nicht zu vernachl&auml;ssigenden Kostenfaktor darstellen, aber gerade China wird angesichts vergifteter Fl&uuml;sse und besorgniserregender Luftqualit&auml;t den Klagen der Bev&ouml;lkerung nachgeben und sich diesem Problem stellen m&uuml;ssen. Hinzu kommt die Frage, inwieweit Bayer bereit ist, den Chinesen Einblicke in ihre Produktionsverfahren zu geben, wozu BASF bei seinem letzten Gro&szlig;projekt in China gezwungen wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Rentenversicherung: Wirtschaft verlangt massive Beitragsentlastung<\/strong><br>\nDie Bundesregierung d&uuml;rfe die Senkung der Rentenbeitr&auml;ge nicht aus politischen Gr&uuml;nden verhindern, erkl&auml;rte die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) am Montag. 2012 sei ein Absenken von 19,9 auf 19,6 Prozent machbar und im folgenden Jahr dann auf 19,1 Prozent, mahnte die BDA. Die SPD und Sozialverb&auml;nde werben hingegen daf&uuml;r, den Beitragssatz nicht zu senken und stattdessen bessere Leistungen zu sichern.<br>\nBei einer Senkung des Beitrags von 19,9 auf 19,1 Prozent des Bruttolohns geht es um rund acht Milliarden Euro j&auml;hrlich, die je zur H&auml;lfte den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zugute k&auml;men. Ein Durchschnittsverdiener mit 2500 Euro h&auml;tte damit rund zehn Euro mehr im Monat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/altersvorsorge\/rente\/rentenversicherung-wirtschaft-verlangt-massive-beitragsentlastung_aid_655700.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> An diesem Beitrag wird deutlich, worum es der Arbeitgeberseite tats&auml;chlich geht. Statt endlich auf dem Irrweg umzukehren, die Nettorentenleistung auf 43 Prozent abzusenken, geht es den Arbeitgebern um eine Senkung der Arbeitskosten. Was hat der Durchschnittsverdiener von 10 Euro im Monat, wenn seine Rente sp&auml;ter auf dem Niveau der Grundsicherung, also der Bed&uuml;rftigkeit liegt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Tatort Krankenhaus &ndash; Wie das Sparen Patientenleben gef&auml;hrdet<\/strong><br>\nRund 17.000 Patienten kommen nach Expertensch&auml;tzungen j&auml;hrlich durch Pflege- und Versorgungsm&auml;ngel in deutschen Krankenh&auml;usern zu Tode. Gerade &auml;ltere Menschen, die sich nicht wehren k&ouml;nnen, werden zu Opfern. Nachl&auml;ssige Pflege, Krankenhauskeime, falsche Medikamentengabe &ndash; die Liste der Fehler im Klinikalltag ist lang. Schuld ist der drastische Personalabbau bei Pflegekr&auml;ften sowie fehlende &auml;rztliche F&uuml;rsorge und Verantwortlichkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/kontraste\/archiv\/kontraste_vom_11_08\/tatort_krankenhaus0.html\">RBB Kontraste<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Reichen und die Steuer<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Warren Buffett: Die Reichen sollen mehr Steuern zahlen<\/strong><br>\nIn der New York Times schreibt Warren Buffett, ein amerikanischer Gro&szlig;investor und Unternehmer und laut Forbes der drittreichste Mensch der Welt, zur Steuerpolitik der USA gegen&uuml;ber den Reichen. Sein Fazit lautet:<br>\nStoppt die Verz&auml;rtelung der Super-Reichen! (Stop Coddling the Super-Rich)<br>\nWarren Buffett berichtet von seiner Steuererkl&auml;rung: &bdquo;Im vergangenen Jahr bezahlte ich meine Steuer-Rechnung; die Einkommensteuer sowie Lohnsteuern. Es waren insgesamt 6.938.744 $. Das klingt nach einer Menge Geld. Aber was ich bezahlte, waren nur 17,4 Prozent meines zu versteuernden Einkommens &ndash; und das ist tats&auml;chlich ein geringerer Prozentsatz, als die 20 Angestellten in unserem B&uuml;ro bezahlen m&uuml;ssen. Ihre steuerlichen Belastungen reichten von 33 Prozent bis 41 Prozent und liegen im Mittel bei 36 Prozent.&ldquo;<br>\n&bdquo;Meine Freunde und ich wurden lange genug von einem milliard&auml;r-freundlichen Kongress verh&auml;tschelt.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/me-magazine.info\/2011\/08\/15\/warren-buffet-die-reichen-sollen-mehr-steuern-zahlen\/\">me-magazine<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/08\/15\/opinion\/stop-coddling-the-super-rich.html?_r=3&amp;smid=tw-nytimesbusiness&amp;seid=auto\">New York Times Stop Coddling the Super-Rich<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Allm&auml;hlich plagt offenbar mehr und mehr echten Konservativen das Gewissen. Auch die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30770\/multi-milliardaer-warren-buffett-will-mehr-steuern-fuer-superreiche-30485434.html\">FAZ legt nach<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Umstrittenes Steuerkonzept: Reiche kommen bei Barthles Vorschlag gut weg<\/strong><br>\nEin Vorschlag, der eine neue Steuerdebatte entfacht: CDU-Finanzmann Norbert Barthle will ein gerechteres Steuersystem. Gutverdiener aber w&uuml;rden kaum schlechter dastehen.18 Millionen Menschen sollen entlastet werden &ndash; aber nicht einmal 100.000 sollen mehr zahlen als jetzt. Kann sich der Staat das leisten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/umstrittenes-steuerkonzept-reiche-kommen-bei-barthles-vorschlag-gut-weg-1.1127942\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dazu stellte uns Prof. Dr. H.- J. Brandtner seinen Leserbrief an die SZ zur Verf&uuml;gung:<\/em><br>\n<em>In dem von Claus Hulverscheidt verfassten Betrag &ldquo;Steuerkonzept w&uuml;rde Reiche kaum belasten&rdquo; wird ausgef&uuml;hrt, dass heute der Spitzensteuersatz von 42 % bei einem zu versteuernden Einkommen von knapp 53.000 &euro;&nbsp; beginnt. Das ist soweit korrekt. Es ist aber tats&auml;chlich so,&nbsp; dass nicht die 53.000 &euro; mit 42 % besteuert  werden, sondern&nbsp; nur der dar&uuml;ber hinaus gehende Betrag einem Steuersatz von 42 % unterliegt. Nach &sect; 32 a des Einkommensteuergesetze bleibt immer ein Grundfreibetrag, das sogenannte Existenzminimum steuerfrei.<\/em><br>\n<em>Bei einem zu versteuernden Einkommen von 53.000 &euro;&nbsp; betr&auml;gt die Einkommensteuer nach der Grundtabelle 14.088 &euro; und entspricht damit einem Durchschnittssteuersatz von 26,58 %.<\/em><br>\n<em>Auch bei einem zu versteuernden Einkommen von 300.000 &euro; wird der Spitzensteuersatz noch nicht erreicht: Die Einkommensteuer betr&auml;gt hier 119.306 &euro; und entspricht damit<br>\neinem Durchschnittssteuersatz von 39,768 %.<\/em><br>\n<em>Erst bei einem Einkommen mehr als 500.000 &euro; greift der Spitzensteuersatz; d.h., erst ab diesem Betrag wird das gesamte steuerpflichtige Einkommen mit 42 % belastet.<br>\nIch bin fest davon &uuml;berzeugt, dass bei der im Artikel gegebenen Darstellung bei dem gr&ouml;&szlig;ten Teil der Leserinnen und Leser der Eindruck entsteht, ab einem Einkommen von<br>\nknapp 53.000 &euro; w&auml;re das <strong>gesamte<\/strong> steuerpflichtige Einkommen mit 42 % zu versteuern. Eine solche Darstellung, die auch von vielen anderen Medien (von Presseagenturen?)<br>\n&uuml;bernommen wird, ist irref&uuml;hrend.<\/em><br>\n<em>Ich empfehle Ihnen deshalb, Ihren Lesern diesen Tatbestand im Sinne einer publizistischen Aufkl&auml;rungspflicht einmal deutlich vor Augen zu f&uuml;hren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Der Kapitalismus zerst&ouml;rt sich selbst&ldquo;<\/strong><br>\nVereinfacht gesagt sieht die Lage der westlichen Industriestaaten derzeit wie folgt aus: Konzerne und Superreiche haben in den letzten Jahrzehnten ungeheure Verm&ouml;gen angeh&auml;uft und profitieren heute von tieferen L&ouml;hnen, billigem Geld und sinkenden Steuern. Der Mittelstand hingegen blutet aus: Die L&ouml;hne sinken, die Wohnkosten und die Steuerbelastung steigen. Das Resultat ist eine einbrechende Nachfrage, die im Begriff ist, in eine Verelendungsspirale zu m&uuml;nden. Dieses Ph&auml;nomen ist &Ouml;konomen bestens bekannt, sei es als &laquo;Liquidit&auml;tsfalle&raquo; oder als &laquo;Balance Sheet Recession&raquo;.<br>\nVermeintliche Freunde des Kapitalismus, Liberale und Konservative, wollen mit Sparen und Steuersenken der Liquidit&auml;tsfalle entrinnen. Das kann unm&ouml;glich zum Erfolg f&uuml;hren. Wie soll bei fallenden L&ouml;hnen und steigender Arbeitslosigkeit Nachfrage entstehen? Und weshalb sollten Unternehmen investieren, wenn keine Nachfrage besteht?<br>\nMassive Umverteilung<br>\nDer Weg aus der Liquidit&auml;tsfalle sieht anders aus: Kurzfristig muss mit sinnvollen Investitionsprogrammen in Infrastruktur und Bildung Nachfrage geschaffen werden, um Massenarbeitslosigkeit und Deflation zu verhindern. Gleichzeitig muss der Lohnzerfall der Mittelschicht gestoppt werden. Um zu verhindern, dass die Staatsschulden ausser Kontrolle geraten, muss die massive Umverteilung zugunsten der neuen Oligarchie wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden. Das geht nur &ndash; wie es auch Buffett fordert &ndash; mit einer Erh&ouml;hung der Steuern f&uuml;r Superreiche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bazonline.ch\/wirtschaft\/konjunktur\/Der-Kapitalismus-zerstoert-sich-selbst\/story\/17292866\">Basler Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Oliver Lepsius: &bdquo;Niemand traut sich an heikle Zukunftsfragen&ldquo;<\/strong><br>\nGlamour &agrave; la Guttenberg hilft dem Land nicht weiter, sagt Oliver Lepsius. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber Wehrpflicht, Stuttgart 21 und politische Kultur.<br>\nWir beobachten gewiss eine Entpolitisierung, wenn Stilfragen inszeniert werden. Diese Anti-Politik hat n&auml;mlich einen paradoxen Effekt: Guttenbergs Mischung aus Glamour und medialer Volksn&auml;he hat viele eher unpolitische Menschen f&uuml;r Politik interessiert, aber dieses Interesse zugleich auf unpolitische Themen gerichtet. Zur L&ouml;sung komplizierter Sachfragen tragen Inszenierungen &agrave; la Guttenberg nichts bei&hellip;<br>\nDie Verfassungsordnung erkl&auml;rt nicht den Rechtsstaat zum Ma&szlig;stab f&uuml;r die Demokratie, sondern zu ihrem Mittel. Wer ver&auml;nderten Mehrheiten und Pr&auml;ferenzen keine Durchsetzungschance er&ouml;ffnet, entwertet die Demokratie&hellip;<br>\nWenn es hier schwierig wird, sagt die Politik gerne, eine Entscheidung sei &bdquo;alternativlos&ldquo;. Damit stiehlt man sich aus der Begr&uuml;ndung und Verantwortung&hellip;<br>\nIn Deutschland liebt man die Delegation: an Experten, den Markt oder auch die Verfassungsgerichtsbarkeit. Immer h&auml;ufiger schreibt man politische Ziele ins Grundgesetz und macht dadurch einen aktuell gefundenen Kompromiss zu einer Sache des Verfassungsrechts. So verengt Politik ihren eigenen Handlungsspielraum. Das ist f&uuml;r eine Demokratie nicht w&uuml;nschenswert, denn es macht eine politische Entscheidung zur justiziablen Frage&hellip;<br>\nPraktisch f&uuml;hrt die Verfassungsrechtsprechung immer mehr zur Einengung k&uuml;nftiger Gestaltungsr&auml;ume und f&ouml;rdert die Entpolitisierung der Politik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/niemand-traut-sich-an-heikle-zukunftsfragen\/4493604.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Lobbyismus und Transzendenz. Die teure Trennung von Staat und Kirche<\/strong><br>\nUnd schlie&szlig;lich nicht zu vergessen: es gibt f&uuml;r die christlichen Kirchen immer noch in gro&szlig;em Umfange Staatsleistungen, die die Kirchen als solche bekommen.<br>\n&ndash; zu der ja auch z. B. die komplette Bezahlung aller Bischofsgeh&auml;lter in Bayern geh&ouml;rt; in anderen Bundesl&auml;ndern gibt es Zusch&uuml;sse f&uuml;r Pfarrerbesoldungen und solche Dinge. Das sind rein interne Dinge. Warum soll ein Muslim oder ein Hindu oder ein nichtreligi&ouml;ser Mensch sich an der Besoldung von Pfarrern und Bisch&ouml;fen beteiligen?<br>\nDie Kirchensteuer ist zwar die in der &Ouml;ffentlichkeit bekannteste Einnahmequelle der Kirchen. Doch etwa doppelt so hoch wie der direkte Beitrag der Gl&auml;ubigen an ihre Kirchen sind Subventionen und sonstige Zuwendungen aus den &ouml;ffentlichen Haushalten, die &ndash; mit dem Geld aller Steuerzahler &ndash; direkt oder indirekt den Kirchen zugute kommen&hellip;<br>\nAlso wenn man nur das einmal zusammenz&auml;hlt, was an benennbaren Zahlungen aus Steuergeldern des Bundes, der L&auml;nder und Kommunen in Deutschland geleistet wird, und zwar f&uuml;r die Kirchen, konfessionelle Einrichtungen oder zugunsten von Kirchenmitgliedern, kommen Sie auf eine j&auml;hrliche Summe von rund &ndash; ich runde es jetzt mal nach oben ab &ndash; 19 Mrd. Euro pro Jahr zugunsten der Kirchen &ndash; aus Steuergeldern. Und das ist das Doppelte wie das, was die Kirchensteuereinnahme selber bedeutet&hellip;<br>\nKrankenh&auml;user in kirchlicher Tr&auml;gerschaft. Wird zu 99% aus allgemeinen Mitteln bezahlt, von Krankenkassen, und und und. Ein Prozent &ndash; meistens ist die Hauskapelle, die die Kirche dann selber bezahlt. Aber: die Kirche hat das Sagen in einem solchen Krankenhaus&hellip;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/fileadmin\/user_upload\/Sendungen\/Dok5_das_Feature\/2011\/August\/Manuskript\/08_14_Lobbyismus-und-Transzendenz-neu.pdf\">wdr5 Manuskript [PDF &ndash; 230 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/dok-5\/s\/d\/14.08.2011-11.05.html\">wdr5 (H&ouml;rprobe)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Der Fall von Boetticher &ndash; Unter Tr&auml;nen<\/strong><br>\nUnd auch die Nord-CDU hat soeben gezeigt, dass sie f&uuml;r Merkels Marschbefehl, k&uuml;hl die Sph&auml;ren zu trennen, noch nicht reif genug ist. Diese Nord-CDU erzwang den R&uuml;cktritt ihres Spitzenkandidaten f&uuml;r die Landtagswahl, Christian von Boetticher. Kurz zuvor, so die nicht dementierte Meldung, hatte schon Angela Merkel pers&ouml;nlich Druck an der F&ouml;rde gemacht. Diesmal mit der umgekehrten Argumentation als damals bei Guttenberg &ndash; n&auml;mlich: Jagt den Boetticher davon! &ndash;, auch wenn diesmal gar kein Rechtsbruch im Raum stand, sondern nur: &bdquo;eine ungew&ouml;hnliche Liebe&ldquo; (von Boetticher)&hellip;<br>\nUnter Tr&auml;nen gab von Boetticher am Sonntagabend bekannt, sich &bdquo;politisch&ldquo; versch&auml;tzt zu haben, als er einer &bdquo;tiefen Liebe&ldquo; folgte. So h&ouml;rt sich die Bankrotterkl&auml;rung der CDU im Jahre 2011 an. Die Tr&auml;nen galten seiner zerflossenen Spitzenkandidatur, nicht seiner zerflossenen Liebe&hellip; diese Beziehung hatte von Boetticher fristgerecht, ja schlichtweg gek&uuml;ndigt, gleich nachdem er die Spitzenkandidatur auf sich zukommen sah&hellip;<br>\nF&uuml;r die Kanzlerin w&auml;re es den Versuch wert gewesen, das Privatleben ihres Spitzenkandidaten zu sch&uuml;tzen. Stattdessen hat sie ein Exempel statuiert, dass die Prinzipienlosigkeit ihrer Partei nicht mindert, sondern mehrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30351\/der-fall-von-boetticher-unter-traenen-30485506.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Zur Doppelmoral ein treffender Kommentar: &bdquo;Vor diesem Hintergrund ist es zwar nicht seltsam, aber ein ethisches Armutszeugnis unserer Gesellschaft, dass sie den Betr&uuml;gern eher verzeiht als den Liebenden. Horst Seehofer hatte eine au&szlig;ereheliche Beziehung zu einer Bundestagsmitarbeiterin (Ehebetrug plus Ausnutzung des politischen Machtverh&auml;ltnisses), inklusive au&szlig;erehelicher Vaterschaft. Schwamm dr&uuml;ber. EU-Kommissar G&uuml;nter Verheugen hinterging nach 20 Jahren Ehe seine Frau mit der Kabinettschefin (siehe oben). <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/fall-boetticher-liebe-kann-nicht-suende-sein\/4500302.html\">Schwamm dr&uuml;ber<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bombardement in Kundus: Offensiv liquidiert<\/strong><br>\nKnapp zwei Jahre nach dem Bombardement von Kundus ist die parlamentarische Untersuchung der bislang folgenschwersten von der Bundeswehr zu verantwortenden Milit&auml;roperation beendet. Am Donnerstag legten SPD, Gr&uuml;ne und Linke ihre Abschlu&szlig;berichte vor. Alle drei Oppositionsfraktionen beurteilen den Luftangriff in ihren gestern auszugsweise ver&ouml;ffentlichten Sondervoten als klar v&ouml;lkerrechtswidrig. Die Regierungskoalition hatte die Einsatzentscheidung in ihrem Anfang Juli vorgelegten Bericht als &raquo;nachvollziehbar&laquo; verteidigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/08-12\/056.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Amerika, wohin? (1\/3)<\/strong><br>\nAmerika war einmal, einem alten Klischee entsprechend, das Land der unbegrenzten M&ouml;glichkeiten, ein Traum von Freiheit und Wohlstand f&uuml;r kriegsgesch&auml;digte Europ&auml;er und ein Mythos der westlichen Zivilisation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/essayunddiskurs\/1493267\/\">Deutschlandfunk<\/a><br>\n(Teil 2 am 21.08.2011 und Teil 3 am 28.08.2011 jeweils 9.30 Uhr im Deutschlandfunk)<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Der Sarkostaat: Ein &ldquo;eingebetteter&rdquo; Reporter hinter franz&ouml;sischen Gardinen<\/strong><br>\nEin junger Journalist hat sich zum Gef&auml;ngnisw&auml;rter ausbilden lassen &ndash; und seine Erlebnisse in Buchform ver&ouml;ffentlicht. Um bei der Aufnahmepr&uuml;fung f&uuml;r die Gef&auml;ngnisw&auml;rter-Ausbildung kein Aufsehen zu erregen, bastelt sich Frayer das Profil eines &laquo;prek&auml;ren &Uuml;berqualifizierten&raquo;. Die Strategie gl&uuml;ckt, Frayer wird angenommen. &hellip; Die grundlegenden Verhaltensregeln hat Frayer bald verinnerlicht. Die W&auml;rter nennen einander nie beim Namen, sondern nur &laquo;W&auml;rter&raquo;. Dies, um den H&auml;ftlingen keine Anhaltspunkte f&uuml;r ihre Identifikation zu geben, falls diese sich nach ihrer Entlassung r&auml;chen wollten. Die Insassen dagegen werden von den Aufpassern gel&auml;ufig &laquo;Gauner&raquo;, &laquo;R&auml;uber&raquo; oder &laquo;Banditen&raquo; genannt. Rasch entdeckt der Journalist auch die &laquo;Regenschirm-Logik der Gef&auml;ngnisverwaltung: Beim geringsten Fehltritt, beim geringsten Vorfall rollen die K&ouml;pfe und die W&auml;rter verfassen Rapports in rauen Mengen &ndash; mehr, um sich zu decken, im Fall dass, als aus dem Bestreben heraus, die Dinge zu verbessern. Wie es einer meiner k&uuml;nftigen Kollegen formuliert: <eine gute haft ist eine die keine wellen macht.>&raquo;<br>\nEine andere Grundregel ist es, jeden m&ouml;glichen Zeitverlust zu vermeiden. Da ist etwa ein Knirps, der nicht zur&uuml;ck in seine Zelle will, weil ihm der Mitinsasse mit Schl&auml;gen gedroht hat. Die Weigerung, in seine Zelle zur&uuml;ckzukehren, ist laut Vorschrift mit der Placierung in eine Isolationszelle zu bestrafen. Dies jedoch erheischte das Verfassen des unvermeidlichen Rapports, einen Anruf beim Chef, die &Uuml;berpr&uuml;fung, ob im Disziplinartrakt &uuml;berhaupt noch Platz ist&hellip; Das kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Also befiehlt der W&auml;rter, den Frayer an diesem Tag begleitet, dem bedrohten Knirps, seine Siebensachen zu packen, um &ndash; wie dieser es ausdr&uuml;cklich w&uuml;nscht &ndash; in die sichere Isolationszelle umzuziehen. Doch kaum ist der H&auml;ftling, nichts B&ouml;ses ahnend, in seine urspr&uuml;ngliche Zelle zur&uuml;ckgekehrt, verriegelt der W&auml;rter die T&uuml;r hinter ihm &ndash; und setzt, sich ins F&auml;ustchen lachend, seine Runde fort. Auf Frayers Frage, ob dem Knirps nicht die Schl&auml;ge seines Mitinsassen drohten, antwortet sein &laquo;Lehrer&raquo; im Weggehen kaltschn&auml;uzig, das sei nicht ihr Problem: &laquo;Mit ein bisschen Gl&uuml;ck ist unser Dienst bereits zu Ende, wenn es denn passieren soll&hellip;.<br>\nAm Ende seines Buchs beschreibt der Journalist, wie er sich in der Haut eines Gef&auml;ngnisw&auml;rters f&uuml;hlt: &laquo;Ich habe einen Kloss im Bauch, wenn ich arbeiten gehe. Ich schlafe schlecht und habe abgenommen. Mein K&ouml;rper ist am Ende, meine Muskeln sind steif und meine F&uuml;sse brennen nach jedem Dienst wie Feuer. Jeden Tag lege ich auf den G&auml;ngen etwa 20 Kilometer zur&uuml;ck. Die st&auml;ndigen nervenaufreibenden Auseinandersetzungen zerr&uuml;tten mein Gem&uuml;t. Ich hatte nicht geahnt, wie gewaltt&auml;tig das Gef&auml;ngnis ist. Nicht so sehr die k&ouml;rperlichen Angriffe als die Gewaltsamkeit der Proteste und der Streitereien wegen einer Dusche oder einem Gang zum Telefon.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frankreich.blog.nzz.ch\/2011\/08\/10\/ein-eingebetteter-reporter-hinter-franzoesischen-gardinen\/\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Schon die Vorbereitung von Arthur Frayer auf seine Reportage &lsquo;prek&auml;ren &Uuml;berqualifizierten&rsquo; l&auml;sst ein ungutes Gef&uuml;hl aufkommen, das sich im Verlauf des Lesens dieser Rezension&nbsp; steigert. Zust&auml;nde, die zum Himmel schreien, mitten in Europa, verantwortet von dem Land, von dem der Ruf nach &lsquo;Fraternit&eacute;&rsquo; ausging. Sicherlich, man hatte gelesen, dass es in franz&ouml;sischen Gef&auml;ngnissen nicht zum Besten steht. So hat der fr&uuml;here spanische Menschenrechtskommissar des Europarates, Alvaro Gil-Robles, nach einer mehrj&auml;hrigen Rundreise durch Europa festgestellt: &ldquo;Mit Ausnahme vielleicht von Moldawien habe ich niemals zuvor entsetzlichere Haftbedingungen erlebt als in Frankreich&rdquo;. Aber schon die in der Rezension beschriebenen konkreten Situationen geben diesem allgemeinen Wissen eine Art sinnliche Qualit&auml;t.<br>\nDankenswerterweise ordnet der Rezensent des Buches, Marc Zitzmann, diesen Erfahrungsbericht in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang und betont, dass diese Situation nicht von selbst entstanden sei: &ldquo;Sie wurde geschaffen, und zwar gezielt. Die Namen der Verantwortlichen sind bekannt, zuv&ouml;rderst jener von Nicolas Sarkozy. Dieser hat, als Innenminister und hernach als Pr&auml;sident, seit 2002 sein ganzes Gewicht in die Waage geworfen, um das Z&uuml;nglein der Justiz in Richtung &laquo;Repression&raquo; ausschlagen zu lassen &ndash; zulasten der Gegengewichte &laquo;Vorsorge&raquo; und &laquo;Wiedereingliederung&raquo;&rdquo;. Die einseitig repressiven Politik ver&auml;ndere &ldquo;aufgrund der mangelhaften bis menschenunw&uuml;rdigen Betreuung viele, wo nicht gar die meisten Insassen zum Schlechten. Der Aufenthalt in einer Haftanstalt macht das Gros der Verurteilten &laquo;verbrecherischer&raquo;: professioneller, entsozialisierter, hasserf&uuml;llter &ndash; f&uuml;r die Gesellschaft also gef&auml;hrlicher. Zugleich aber auch verletzlicher: Die Selbstmordrate in den hiesigen Gef&auml;ngnissen hat sich &ndash; ungleich jener der Gesamtbev&ouml;lkerung &ndash; innert f&uuml;nf Jahrzehnten verf&uuml;nffacht. Mit 20 Selbstmorden pro 10 000 Insassen h&auml;lt Frankreich heute den Rekord unter den f&uuml;nfzehn &laquo;historischen&raquo; EU-Staaten.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Ich wei&szlig; zu wenig &uuml;ber den Zustand in deutschen Gef&auml;ngnissen, deshalb hier &ldquo;Zur Gewalt in deutschen Kn&auml;sten&rdquo; ein Artikel, des Ulmer Echo, einem Gefangenenmagazin der<a href=\"http:\/\/www.ulmerecho.de\/themen\/Gewalt\/Gewalt2.html%20\"> JVA Ulmer H&ouml;h<\/a>&acute;.<\/em><\/p><\/eine><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>David Grossman: Israel protestiert &ndash; Alle f&uuml;r alle, jeder f&uuml;r sich <\/strong><br>\nAm vorvergangenen Samstag sah ich die vielen Menschen auf den Stra&szlig;en von Jerusalem, Tausende, die seit Jahren geschwiegen, jede Hoffnung auf Ver&auml;nderung aufgegeben, sich in ihre Sorgen und Verzweiflung zur&uuml;ckgezogen hatten. Es fiel ihnen nicht leicht, sich den l&auml;rmenden jungen Demonstranten mit Lautsprechern anzuschlie&szlig;en. Vielleicht war es die Unsicherheit derjenigen, die es nicht gewohnt sind, ihre Stimme zu erheben &ndash; schon gar nicht in einem Protestchor. Doch nachdem wir eine Weile marschiert waren, steckte uns etwas an: der Rhythmus, die Energie, das Zusammengeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl. Keine einsch&uuml;chternde, &uuml;berw&auml;ltigende Gemeinsamkeit, sondern ein heterogenes Wir-Gef&uuml;hl, ungeordnet, famili&auml;r und improvisiert, das uns deutlich signalisierte: Wir tun das Richtige. Endlich.<br>\nDoch dann kam das Erstaunen: Wo waren wir die ganze Zeit? Wie konnte das alles passieren? Wie konnten wir zulassen, dass unsere Regierung Gesundheit und Bildung zu Luxusg&uuml;tern gemacht hat? Warum haben wir nicht laut protestiert, als das Finanzministerium die streikenden Sozialarbeiter bestrafte und davor die Behinderten, die Holocaust-&Uuml;berlebenden, die Alten und Rentner? Wie kann es sein, dass wir die Armen und Hungrigen jahrelang in ein Dasein unsagbarer Dem&uuml;tigung abgedr&auml;ngt haben, in Suppenk&uuml;chen und andere Wohlfahrtseinrichtungen, warum haben wir die ausl&auml;ndischen Arbeiter vergessen, die gedem&uuml;tigt, gejagt und in Sklaverei unterschiedlichster Art (auch sexueller) verkauft wurden? Wie kommt es, dass wir uns mit den Sch&auml;ndlichkeiten der Privatisierung abgefunden haben, die zu einem Verlust an Solidarit&auml;t, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn f&uuml;hrte?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30351\/israel-protestiert-alle-fuer-alle-jeder-fuer-sich-30480029.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mit unendlicher Vorsicht betreibt David Gro&szlig;mann die Analyse der Proteste in Israel. So gro&szlig; ist seine Furcht, dass diese Proteste in Anarchie m&uuml;nden k&ouml;nnten, ja sogar den &ldquo;Zusammenhalt dieser fragilen Nation&rdquo; bedrohen k&ouml;nnten. Nur kurz streift er die aus seiner Sicht wesentliche Ursache der bisherigen Apathie, &ldquo;die Besatzung, die zum Niedergang der gesellschaftlichen Warnmechanismen in Israel beigetragen hat&rdquo;, um sich der Beschw&ouml;rung zu zuwenden, wie die notwendige Diskussion gef&uuml;hrt werden m&uuml;sse. Bisher sei jede rationale Diskussion &bdquo;&uuml;berzogen mit einer Schicht von sentimentalem Kitsch, dem patriotischen, nationalistischen Kitsch larmoyanter Selbstgerechtigkeit, so dass eine klarsichtige Kritik der Situation zunehmend schwierig geworden ist&rdquo;. Eine neue Sprache m&uuml;sse gesprochen werden m&uuml;sse; der Dialog d&uuml;rfe keine beschr&auml;nkten Einzelinteressen verfolgen und nicht opportunistisch gef&uuml;hrt werden. Die ernsthafte Ausnahmebesetzung d&uuml;rfe nicht zum Zank verkommen, wer ein Freund Israels, wer ein Feind Israel sei.<\/em><br>\n<em>Leider will die israelische Regierung nach letzten Meldungen nicht begreifen, dass der Frieden mit seinen Nachbarn, insbesondere mit den Pal&auml;stinensern endlich auch den Freiraum schaffen w&uuml;rde, um sich den brennenden sozialen Fragen des Landes zu stellen.<\/em> <\/p>\n<p><strong>Schlimmer noch, sie verkn&uuml;pft eine wichtige soziale Frage, die Wohnungsnot, mit der Besatzungspolitik:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wieder einmal hat sich in Israel die Siedlerlobby durchgesetzt<\/strong><br>\nDass sich jetzt auch das Innenministerium offiziell der ebenso listigen wie abstrusen Argumentation dieser Lobby anschlie&szlig;t, ist jedoch neu. Als Antwort auf die seit vier Wochen andauernden Sozialproteste gegen zu hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten hatte die Siedlerlobby bekanntlich empfohlen, mehr Siedlungen zu bauen, um den Menschen preiswerten Wohnraum zu bieten.&nbsp; Genau dieses Argument ist dem israelischen Innenministerium jetzt nicht zu billig, um die j&uuml;ngsten Siedlungsneubauten in Ostjerusalem zu begr&uuml;nden. &ldquo;Diese wurden jetzt wegen der &ouml;konomischen Krise hier in Israel genehmigt&rdquo;, erkl&auml;rte der Sprecher des Inenministeriums Roei Lachmanovich gegen&uuml;ber der Presse am Donnerstag. &ldquo;Dies ist &uuml;berhaupt keine politische, sondern eine rein &ouml;konomische Entscheidung&rdquo;, f&uuml;gte er hinzu.<br>\nAll diese genannten Siedlungen liegen in einem Gebiet von Jerusalem, das Israel 1967 erobert und 1981 annektiert hat, nicht ohne zuvor die Stadtgrenzen weit ins Westjordanland hinein zu verschieben. Nach dem V&ouml;lkerrecht sind diese Siedlungen illegal. Israel betrachtet dagegen den Siedlungsbau als legitim, da Jerusalem, die &ldquo;ewige und unteilbare Hauptstadt des j&uuml;dischen Staates&rdquo; sei. Rund 200.000 israelische Siedler leben derzeit in Ostjerusalem inmitten von 260.000 Pal&auml;stinensern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Wohnungsbau-in-Israel\/!76088\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zypern weniger kreditw&uuml;rdig: Regierung setzt Rotstift an<\/strong><br>\nDie Ratingagentur Fitch hat die Bonit&auml;tsnote des Euro-Landes erneut gesenkt. Die Regierung beschlie&szlig;t Steuerh&ouml;hungen und ein Einfrieren der L&ouml;hne von Staatsangestellten. Drastisch versch&auml;rft hat sich die Lage durch die schweren Sch&auml;den, die das gr&ouml;&szlig;te Kraftwerk der Insel infolge der Explosion von unachtsam gelagertem Sprengstoff getroffen hat. Das Land leidet seit Juli unter periodischen Stromabschaltungen, die bef&uuml;rchten lassen, dass das Wirtschaftswachstum auf nahe Null sinken wird. Meerwasserentsalzungsanlagen sind abgeschaltet, um Strom zu sparen, was zu Engp&auml;ssen bei der Trinkwasserversorgung f&uuml;hrt. Die Kosten f&uuml;r den Wiederaufbau des Kradftwerks Vassilikos werden auf mindestens eine Milliarde Euro gesch&auml;tzt &ndash; bei einer j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung Zyperns von 18 Milliarden Euro eine astronomisch hohe Summe.<br>\nVersch&auml;rft wird die Finanzkrise dadurch dass zypriotische Banken stark in griechischen Staatsanleihen investiert haben. Bei einer m&ouml;glichen Abwertung dieser Papiere droht eine Pleite, die der Staat aus eigenen Mitteln nicht bew&auml;ltigen k&ouml;nnte. Anfang August hatte das gr&ouml;&szlig;te Kreditinstitut, die Bank of Cyprus gewarnt, das Land befinde sich kurz vor einer Flucht unter den EU-Rettungsschirm, wenn nichts geschehe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Zypern-weniger-kreditwuerdig\/!76144\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die zypriotischen Banken halten Staatsanleihen zumeist von Krisenl&auml;ndern aus der Euro-Zone in H&ouml;he von 600 Prozent des BIP. Mehr als ein Viertel sind allein in griechischen Schuldentiteln angelegt. Auch wenn die Verschuldung Zyperns nicht die europ&auml;ischen Spitzenwerte erreicht, w&uuml;rden diese schnell erreicht werden, siehe Irland, wenn der Staat die Banken vor der Pleite bewahren wollte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Chinas Wirtschaft kann die Welt nicht retten<\/strong><br>\nAnders als vor drei Jahren f&auml;llt das Riesenreich in der aktuellen Krise als Stabilit&auml;tsanker aus. Zu gro&szlig; sind die eigenen Probleme. Verliert Chinas Wirtschaft an Dynamik, h&auml;tte das auch Folgen f&uuml;r Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik-weltwirtschaft\/chinas-wirtschaft-kann-die-welt-nicht-retten-476836\/\">Wirtschaftswoche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>TV-Tipp: ARD-exclusiv: Rot-Gr&uuml;n macht Kasse<\/strong><br>\nSchr&ouml;der, Fischer und die Lobbyisten<br>\nFilm von Sabine Puls, Christoph L&uuml;tgert, Johannes Edelhoff und Kristopher Sell<br>\nGerd Schr&ouml;der arbeitet f&uuml;r Gazprom, Joschka Fischer f&uuml;r die Konkurrenz.<br>\nGro&szlig;e Autos bedeuten ihm viel und Fischer legt Wert auf Statussymbole, erkl&auml;rt dessen alter Sponti-Kumpel Daniel Cohn-Bendit &ouml;ffentlich. Lockte das auch den ehemaligen gr&uuml;nen Staatssekret&auml;r Matthias Berninger aus dem Verbraucherschutzministerium ausgerechnet zum Schokoriegel-Multi &ldquo;Mars&rdquo;?<br>\nEs gibt gleich eine ganze Reihe rot-gr&uuml;ner Ex-Politiker, die ihre alten Ber&uuml;hrungs&auml;ngste lukrativ &uuml;berwunden haben &ndash; mit teilweise bizarren Wandlungen. Christoph L&uuml;tgert und sein Team durchleuchten in &ldquo;ARD-exclusiv&rdquo; das rot-gr&uuml;ne Business-Geflecht und m&uuml;ssen feststellen:<br>\nDie N&auml;he von Politik und Wirtschaft war selten gr&ouml;&szlig;er.<br>\nMittwoch, 17.08.11 | 21:45 Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/programm.daserste.de\/pages\/programm\/detail.aspx?id=F47431463A56086CED5F7323155388A9\">ARD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Das Letzte: Ein Brief an das Jobcenter Dresden in Sachen &bdquo;B&uuml;rgerarbeit&ldquo;<\/strong><br>\n<a href=\"\/upload\/pdf\/110816_brief_an_jobcenter.pdf\">Der Brief an das Jobcenter [PDF &ndash; 46.7]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Das Allerletzte: &bdquo;Jugend begehrt auf: Regierung soll bei Pflege Gas geben&ldquo;<\/strong><br>\nSo lautet die &Uuml;berschrift in der &bdquo;&Auml;rzte Zeitung&ldquo; &uuml;ber einen Beitrag, in dem der gelernte Bankkaufmann und Versicherungslobbyist im Deutschen Bundestag (Mitglied im gemeinsamen Beirat der <a href=\"http:\/\/www.barmenia.de\/dokumente\/Gemeinsamer_Beirat_2007.pdf\">Barmenia Versicherungen [PDF &ndash; 29.3 KB]<\/a> ) seine Vorschl&auml;ge zu einer kapitalgedeckten <a href=\"\/?p=10349\">Pflegeversicherung<\/a> ausbreiten darf.<br>\nBei der &bdquo;Pflege Gas geben&ldquo;, das w&auml;re f&uuml;r die Versicherungskonzerne das beste Gesch&auml;ftsmodell: Die Beitr&auml;ge w&uuml;rden einbezahlt und wenn der Versicherungsfall eintritt, wird dem Versicherungsnehmer eben Gas gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/news\/article\/664711\/jugend-begehrt-regierung-soll-pflege-gas-geben.html%20\">&Auml;rzte Zeitung.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Die Logik des Krawalls; Mit CO2-Zertifikaten Millionen von Steuern hinterzogen; Schuldenstand ist durch Bad Banks gestiegen; DIW: Die Banken drehen wieder am gro&szlig;en Rad; In 80 Jahren nichts gelernt; Fachkr&auml;ftemangel?; Jobcenter Bonn streicht Hochschwangeren alle Leistungen; Bayer droht mit Produktionsverlagerung; Rentenversicherung: Wirtschaft verlangt massive Beitragsentlastung; Tatort Krankenhaus &ndash; Wie<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10451\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10451","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10451","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10451"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10451\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10456,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10451\/revisions\/10456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10451"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10451"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}