{"id":104565,"date":"2023-10-02T15:00:44","date_gmt":"2023-10-02T13:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104565"},"modified":"2023-10-02T17:43:20","modified_gmt":"2023-10-02T15:43:20","slug":"die-elenden-die-schoenen-die-armen-frankreich-sommer-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104565","title":{"rendered":"Die Elenden, die Sch\u00f6nen, die Armen, Frankreich, Sommer 2023"},"content":{"rendered":"<p>Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erz&auml;hlen, sagte einst ein Dichter. Auch aus diesem Grund tat ich eine. Ich unternahm eine Rundfahrt durch einen Teil Frankreichs im hei&szlig;en Sommer 2023. Das Land, die Menschen &ndash; &ouml;fters schrieb ich bei NachDenkSeiten dar&uuml;ber. Hier nun ein neuer Beitrag. Von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Entree<\/strong><\/p><p>Frankreich ist ein gewichtiges, ein kraftvolles europ&auml;isches Land, jedoch auch eines, das von einem Pr&auml;sidenten regiert wird, als w&auml;re es statt einer Demokratie eine Monarchie und als w&auml;re es normal, dass vom eigenen Land und seinen Errungenschaften nicht seine vielen Menschen wirklich und nachhaltig profitieren, partizipieren, sondern eine wohlhabende bis ausufernd gierige Minderheit. Der Pr&auml;sident ist bei seinem Volk unbeliebt, er ist der Mann der Reichen, so wird er genannt. Nicht nur er, auch die, f&uuml;r die er einen harten, kalten, arroganteren Job macht, sind unbeliebt. Das Land ist gespalten. Die Strippenzieher, die Einflussreichen, die Reichen und Sch&ouml;nen, die es gepackt haben im Land, sie setzen sich seit Jahr und Tag nicht und\/oder ungen&uuml;gend, ja unwillig f&uuml;r die einfachen B&uuml;rger ein. Gerechte Verteilung? Von wegen. Es liegt in ihrer Natur. Sie haben Handlanger, die ihnen ihre Macht, ihren Einfluss, ihr sch&ouml;nes Leben sichern. Dazu geh&ouml;ren der &uuml;berbordende, regulierungsw&uuml;tige Staat, das Gewaltmonopol von Polizei und Justiz, ein zentralistischer Apparat, der wie am Schn&uuml;rchen funktioniert. Von wegen Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit.<\/p><p>Ich mache mich diesen Sommer auf den Weg nach Frankreich. Es wird ein Wiedersehen nach vier Jahren, lange war es mir unm&ouml;glich, das Land zu bereisen. Nun will ich mich endlich frank und frei umschauen: Wie geht es den Franzosen in ihrem Land, das vielen von ihnen leider nicht geh&ouml;rt? Bekommt man als Gast etwas vom ber&uuml;hmten Lebensgef&uuml;hl, von der Kunst zu leben der einfachen Leute trotz ihrer Sorgen mit? Sicher werde ich ebenso Prunk, Protz, der nicht weniger geworden sein soll trotz oder wegen all der Krisen, vorfinden, ahne ich.<\/p><p>So viel vorneweg: Ich erlebte sch&ouml;ne Momente, ich erlebte Situationen ungem&uuml;tlicher Atmosph&auml;re, ich sah Luxus, ich sah bittere Not und Resignation. Ich bekam sinnlose, heftige Gegens&auml;tze mit, die voller (gewollter, kalkulierter) Ungerechtigkeit sind. Jetzt, nach meiner Reise, sind der Sommer, die Ruhe, das Innehalten vorbei. Frankreichs Menschen, die nicht auf der Sonnenseite leben, hat nach den Ferien der mitunter schwere Alltag und der Wille zum Kampf gegen all die Ungerechtigkeiten wieder, mehr noch, es wird gek&auml;mpft. Es gibt Grund genug daf&uuml;r: Pr&auml;sident Macron und die Obrigkeiten agieren ungeniert unsozial weiter.<\/p><p><strong>Pause vom Stra&szlig;enkampf<\/strong><\/p><p>Ich bekomme im August dankbar binnen zweier Wochen einen Hauch franz&ouml;sischer Lebensart ab, ich beobachte allerlei freudvolle Szenen, sehe unsere Nachbarn in sch&ouml;nen, aber auch weniger sch&ouml;nen, in bitteren Momenten. Ich sp&uuml;re, dass sie ebenso wie wir Deutschen mehr und mehr (unverdienterma&szlig;en) zu rackern haben, um den einfachen Alltag gerade so bew&auml;ltigen zu k&ouml;nnen. Ich sp&uuml;re trotz allem, dass die Franzosen sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen wollen, schon gar nicht von ihren Reichen und Sch&ouml;nen, ihren besser gestellten Mitb&uuml;rgern, die das sch&ouml;ne Frankreich lediglich f&uuml;r ihr Ego ausnutzen und die einfachen Leute verachten. Viele teils vergilbte, von W&auml;nden abbl&auml;tternde Plakate des Protestes (vor allem vs. Emmanuel Macron, den Pr&auml;sidenten der gro&szlig;en Nation) sind im Sommer in den St&auml;dten zu sehen, die ich besuche. Am Seine-Ufer in Paris liest man gesprayte Losungen an Ufermauern: Besteuert die Reichen. Der Herbst naht, und es wird neue Plakate geben, bin ich sicher, der Klassenkampf beginnt erneut. Die &bdquo;Gelbwesten&ldquo; sind wieder da, und im Parlament geht es hei&szlig; her.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2180\" class=\"alignleft size-full wp-image-104556\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-300x256.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-1024x872.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-768x654.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-1536x1308.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-2048x1744.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-763x650.jpg 763w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-575x490.jpg 575w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_05-288x245.jpg 288w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><br>\n<small>Wo man singt, da lass Dich nieder<\/small><\/p><p><strong>Der Kreisverkehr<\/strong><\/p><p>Und ein weiteres Mal kurve ich in einen Kreisel, diesen meist durch die dritte Ausfahrt auf meiner Tour zur n&auml;chsten Station wieder verlassend. Frankreich ist das Land, das bestimmt die meisten Kreisverkehre in Europa aufweist. Der Stra&szlig;enverkehr erlebt sich f&uuml;r den Fahrer damit sicherer und fl&uuml;ssiger, man kann den anderen Verkehrsteilnehmer deutlicher wahrnehmen, das Hupen der Ungeduldigen nimmt der entspannt Reisende gelassen hin. Die Kreisverkehr-Anlagen sind ber&uuml;hmt f&uuml;r ihre Funktion als Treffpunkte, als Ausgangspunkte und Brennpunkte der Streikbewegung der &bdquo;Gelbwesten&ldquo; in Frankreich. Nur gut, dass gerade Sommer ist. Keine Posten, keine Sperrung, daf&uuml;r freie Fahrt. Tats&auml;chlich f&uuml;hlt sich das Leben in &bdquo;France&ldquo; nach Durchatmen, nach Entspannen, nach Ausruhen an. Sch&ouml;n.<\/p><p><strong>Jungfrau von Orleans und perspektivlose Speise-Kuriere<\/strong><\/p><p>In Orleans feiern die B&uuml;rger in Ruhe und an schattigen Pl&auml;tzchen zur&uuml;ckgezogen Maria Himmelfahrt. Die Kathedrale der Stadt wird von schwer bewaffneten Uniformierten bewacht, als st&uuml;nde ein Angriff bevor. Ich sehe auf meiner Tour sp&auml;ter immer wieder martialische Auftritte uniformierter Bediensteter. Auf einem idyllischen Platz in der Innenstadt sitzen illusionslose junge schwarze M&auml;nner neben ihren Fahrr&auml;dern und Rollern, neben ihnen stehen hellblaue Kartons. Die M&auml;nner starren auf ihre Mobiltelefone &ndash; sie harren als mobile, prek&auml;re Arbeitskr&auml;fte eines Essen-Lieferservices aus, hoffen auf Auftr&auml;ge, vielleicht ein paar Euro zu verdienen. In den Lokalen um den Platz sitzen und genie&szlig;en betuchte Orleaner die freie Zeit. Die Speisen sind &uuml;ppig, die Preise auch. Sp&auml;ter stehe ich fasziniert vor dem Haus von Jeanne d&rsquo;Arc, der Jungfrau von Orleans, heute ist das Geb&auml;ude ein Museum. Diese mutige Jungfrau befreite einst die Stadt. Ob es der in Frankreich durch alle Klassen und Schichten beliebten und verehrten Jeanne heutzutage gefiele, wie es armen Mitmenschen in ihrer Stadt, in ihrem Land ergeht?<\/p><p><strong>Die Schl&ouml;sser der Loire<\/strong><\/p><p>Am Fluss Loire entlangfahrend, stets ausgebremst von auf den Stra&szlig;en fixierten kleinen H&uuml;geln (Rappels), um eine Begrenzung der Geschwindigkeit zu erreichen, kann man beizeiten aufh&ouml;ren zu staunen &ndash; so viele Geb&auml;ude der Sch&ouml;nheit und des einstigen Reichtums sind links und rechts der Strecke zu sehen. Einen der gr&ouml;&szlig;ten Prunkbauten besichtige ich mit dem Schloss Chambord &ndash; was f&uuml;r eine Opulenz, was f&uuml;r ein Protz, zugegeben &uuml;beraus elegant und stilvoll wurde damals gebaut und gelebt. Aber auf wessen Kosten? Zum riesigen Schloss geh&ouml;rt ein riesiger Park, ein riesiger Wald &ndash; das Areal ist gef&uuml;hlt so gro&szlig; wie Berlin-Charlottenburg, und alles ist bestens gehegt und gepflegt.<\/p><p><strong>Der Atlantik und das Leben in der Provinz<\/strong><\/p><p>Ich wollte den Ozean immer schon einmal sehen. Endlich &ndash; am Hafen von Saint Nazaire ist es soweit. Abendhimmel, ein lieblicher Wellengang, flanierende Menschen auf der Promenade. In den folgenden Tagen zeigt mir der Atlantik, dass er etwas mehr Meer ist als die Ostsee, welch&lsquo; Wellen, welch&lsquo; Rauschen. Wundervoll. Sch&ouml;n anzusehen ist, wie die Menschen ins Wasser springen, planschen, am Strand d&ouml;sen, die Zeit vergessen. Sch&ouml;n ist, dass es nirgends Barrieren gibt, jedem geh&ouml;rt das Ufer, das Wasser, das Meer, der Strand. La mere. Am Meer schlendert es sich im August wunderbar. Monsieur Hilots Urlaubsort am Atlantik gleich um die Ecke liegt bis heute so vertr&auml;umt da wie einst im so kultvoll gedrehten Film &uuml;ber dessen Ferien.<\/p><p>Die kleine Stadt Saint Nazaire &ouml;ffnet sich mir langsam mit ihrem urbanen Aufbau, einer schn&ouml;rkellosen Fu&szlig;g&auml;ngerzone, feinen, vielf&auml;ltigen Gesch&auml;ften und einem gut sortierten Einkaufzentrum, das es so oder so &auml;hnlich &uuml;berall in Europa gibt und das doch echt charmant ist. Rege Vitalit&auml;t herrscht durchaus, obwohl Nazaire eher klein ist; Leute sind am Schauen, Einkaufen, Schlendern, Kaffeetrinken und Croissants Verputzen. Kinder kurven um sch&ouml;ne Spielplatzger&auml;te, klettern &uuml;berm&uuml;tig herum, in der Fu&szlig;g&auml;ngerzone drehen Jugendliche mit Mopeds mal richtig auf.<\/p><p>Ich sehe leider auch enormen Leerstand im Ort, aufgegebene Gesch&auml;fte, Hotels, Gastst&auml;tten, verwaiste Schaufenster, Ausverkauf-Schilder. Die vergangenen Jahre mit all den Verboten und Einschr&auml;nkungen und Krisen bis heute haben Spuren hinterlassen und die Verlierer alleingelassen. Im Au&szlig;enviertel nahe des Bahnhofes harren arme Menschen aus. Dort gibt es noch mehr Leerstand, und die Wege und Stra&szlig;en sind ungepflegt. Der Bahnhof selbst ist eine Schau, p&uuml;nktlich fahren Z&uuml;ge ein und aus. Im Supermarkt nahe dem Hotel sondiert ein alter Mann in seinem Einkaufswagen, welche Waren er wieder herausnehmen k&ouml;nnte, m&uuml;sste. Er schaut in seine Geldb&ouml;rse. Die Preise der Lebensmittel &ndash; sie sind hoch, h&ouml;her noch als bei uns in Deutschland.<\/p><p>Dass dazu noch clevere unversch&auml;mte Mogelpackungen in Mode kommen, dar&uuml;ber wird in Medien und unter der Kundschaft geschimpft. Ich lese, dass eine franz&ouml;sische Supermarktkette mit Aufklebern auf Lebensmitteln vor diesen versteckten Preiserh&ouml;hungen warnen will, die bis zu 40 Prozent betragen sollen. Der Bock macht sich zum G&auml;rtner? Der alte Herr rollt seinen halbleeren Wagen an die Kasse, er kann nicht selbst die Warencodes scannen, eine Verk&auml;uferin hilft ihm und schaut wie er traurig. Abends lese ich auf Internetseiten, dass die franz&ouml;sische Tafel in Not sei. Es fehle Geld zur Sicherung des laufenden Betriebes. &Uuml;ber 2.000 Ausgabestellen gibt es in Frankreich. Und da kommt ausgerechnet der Reichste der Franzosen ins Spiel: Bernard Arnault, Gr&uuml;nder des Luxusunternehmens LVMH. Zehn Millionen spendet er. Ihm schl&auml;gt Kritik entgegen, besser sollte er gut Steuern bezahlen und sich nicht als Wohlt&auml;ter in Szene setzen. Auch die Regierung in Paris setzt sich in Szene und l&auml;sst sich nicht lumpen. Die r&uuml;ckt nochmal 15 Millionen heraus.<\/p><p><strong>Nie wieder Krieg<\/strong><\/p><p>Der Besuch einer alten Milit&auml;ranlage im Hafen von Saint Nazaire am n&auml;chsten Tag macht mich erneut nachdenklich. Tats&auml;chlich hatten die Deutschen, also meine, unsere kriegerischen Vorfahren einen Bunker mitten am Ozean hingezimmert, in dem Dutzende U-Boote Unterschlupf fanden. Was f&uuml;r eine Verschwendung von Beton, was f&uuml;r eine Demonstration von Macht, was f&uuml;r ein Wahnsinn. Noch heute kann man ein U-Boot in einer solchen Anlage sehen &ndash; dieses ist nun ein altes franz&ouml;sisches Gef&auml;hrt. Wie gro&szlig; und &uuml;berbordend waren damals die Anstrengungen, die technologischen, baulichen Leistungen, so eine Anlage zu errichten f&uuml;r b&ouml;se Zwecke, denke ich mir. Es w&uuml;rde heute erhebliche Mittel verschlingen, wollte man diesen Klotz am Atlantik abrei&szlig;en. Ich finde gut, dass die Anlage ein Museum und uns allen Mahnung ist. Nie wieder Krieg.<\/p><p>In einem Buchladen stapeln sich gleich am Eingang viele Exemplare des neuen Werks eines alten Pr&auml;sidenten: &bdquo;Le temps de combats&ldquo; (&uuml;bersetzt in etwa: Es ist Zeit zu k&auml;mpfen). Nicolas Sarkozy widerspricht den Militaristen im Land, er fordert diplomatische Anstrengungen statt die Fortsetzung des Krieges und endlich Realit&auml;tssinn, erfahre ich in einer Rezension. Dass er f&uuml;r seine Worte heftig angegriffen wird, lese ich auch. Kriegsm&uuml;de sein ist gerade nicht in Mode.<\/p><p><strong>Die Kunst, mutig und frei zu leben, zelebriert von K&uuml;nstlern<\/strong><\/p><p>Die Uferpromenade von Saint Nazaire wird am Abend zum Freilufttheater, eine Truppe junger Burschen spielt dem begeisterten Publikum auf einer Bretterb&uuml;hne mitten im Sand ein fetziges, temporeiches St&uuml;ck vor, pantomimisch, t&auml;nzerisch, akrobatisch, &uuml;berbordend, fantasievoll. Die Botschaft ist klar: Lebt, haltet zusammen, Schwierigkeiten, Krisen sind &uuml;berwindbar, wenn man sich wehrt. In den Tagen in Frankreich erlebe ich einige solcher Momente intensiven k&uuml;nstlerischen Schaffens und beeindruckender Lebendigkeit, ich w&uuml;nschte, diese uns froh machenden Menschen haben ein gutes Auskommen. Mich freut, dass Frankreich in Sachen F&ouml;rderung von Musikern, Schauspielern, T&auml;nzern, bildenden K&uuml;nstlern nicht ganz schlecht aufgestellt sein soll&hellip;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1562\" class=\"alignleft size-full wp-image-104558\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-1024x625.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-768x468.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-1536x937.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-2048x1249.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-1060x647.jpg 1060w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-803x490.jpg 803w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_01-402x245.jpg 402w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><br>\n<small>Theater am Hafen von Saint Nazaire<\/small><\/p><p><strong>Dann endlich &ndash; Paris, die sch&ouml;ne, die h&auml;ssliche Hauptstadt<\/strong><\/p><p>Nach dem Meer folgt die Hauptstadt. Unweit der zentralen Bibliothek von Paris, ein gigantischer Geb&auml;udekomplex mit einer ebenso grandiosen vielstufigen Holztreppe gen Seine, liegt mein Quartier f&uuml;r ein paar Tage. Das Wochenende hat begonnen, die Sonne scheint, der Himmel ist so blau, wie er vielleicht lange Zeit nicht mehr war. An den Ufern der Seine und ihrer Ausl&auml;ufer tummeln sich viele sch&ouml;ne junge und alte Menschen. Ein Ufer-Abschnitt ist in kleine Theater-Rondelle untergeteilt, in deren Mitte getanzt, geflirtet, diskutiert wird. Salsa, Tango, Rock &lsquo;n Roll. Die Welt wird umarmt. Zwischen den Tanzenden, Verweilenden, Frohen verkaufen traurige junge schwarze M&auml;nner eiskalte Getr&auml;nke. Ein, zwei Euro f&uuml;r ein Wasser, etwas mehr f&uuml;r eine Bierdose oder ein Mixgetr&auml;nk erbitten und erhalten sie. An den Tanzenden vorbei wiegen sich ausgebuchte Ausflugsschiffe auf der Seine.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2058\" class=\"alignleft size-full wp-image-104563\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-300x241.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-1024x823.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-768x617.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-1536x1235.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-2048x1647.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-808x650.jpg 808w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-609x490.jpg 609w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_04-305x245.jpg 305w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><br>\n<small>Die Menschen umarmen den Sommer, sie tanzen &ndash; Paris<\/small><\/p><p>Mitten in der Stadt findet wieder das Sommerfest &bdquo;Strand Paris&ldquo; statt. Livemusik, Livemusik, Livemusik und andere Kulturformen inklusive. Kleine Bands spielen auf, Duos interpretieren Chansons. Ein alter Puppenspieler zieht an den Strippen einer kleinen Figur, die die Passanten begeistert. Es gibt Bier, 7, 8, 9 Euro kostet der Spa&szlig;. Die, die nicht so viel ausgeben wollen und k&ouml;nnen, haben alles halt auch so dabei, was den kulinarischen Rahmen f&uuml;r einen magischen Abend an der Pariser Seine perfekt macht.<\/p><p>Ich finde einen festen Imbiss, wo das Bierchen f&uuml;nf Taler kostet und der Wirt eine richtig coole Socke ist (aber nicht wegen des Preises). Sein Gesicht ist durchfurcht von Falten und grau sein Haar. Er wirkt froh, das Bier und der Wein flie&szlig;en, seine Mitarbeiter schwitzen, sie bleiben freundlich, und all die Not in Frankreich ist f&uuml;r den Abend weit weg. Bald ist wieder Herbst, dann weht wieder ein anderer Wind, verr&auml;t der Wirt mir und schaut stirnrunzelnd hoch auf die Stra&szlig;e, die Stadt, dort wo Menschen wieder ihren Protest austragen werden. Denn nichts ist gerade gut. Die Polizei ist schon bereit, &uuml;beraus pr&auml;sent, perfekt ausgestattet.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2306\" height=\"2560\" class=\"alignleft size-full wp-image-104560\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-scaled.jpg 2306w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-270x300.jpg 270w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-923x1024.jpg 923w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-768x852.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-1384x1536.jpg 1384w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-1845x2048.jpg 1845w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-586x650.jpg 586w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-441x490.jpg 441w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_02-221x245.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 2306px) 100vw, 2306px\" \/><\/a><br>\n<small>Nahe des Louvres. Armut 23<\/small><\/p><p>Der Gegensatz zu all der Lebensfreude ist die Not. Sie ist in Paris vielf&auml;ltig und zunehmend in den Stra&szlig;en und Parks zu sehen. Das Elend ist in der reichen Stadt, dem reichen Land gro&szlig;. Der Reichtum ist zu sehen, zunehmend, gern heftig oder dezent gezeigt, in exklusiven Innenh&ouml;fen, hinter sch&ouml;nen Fassaden versteckt. Die Kulisse Paris ist pr&auml;chtig. Das Gegenteil davon, die Armut, grassiert, Schmerz erzeugend. Ich war schon oft in Paris, aber so viele Obdachlose unter Br&uuml;cken und selbst auf der Rue de Rivoli gegen&uuml;ber dem Rathaus illusionslos sitzend &ndash; dort, wo der ber&uuml;hmteste auf Foto verewigte Kuss geschossen wurde &ndash; wie dieses Mal im Jahr 2023 habe ich noch nicht gesehen. Am Eifelturm versuchen fliegende, illegale H&auml;ndler, den Touristen Mini-Eifelt&uuml;rme zu verkaufen. Sie schauen immer mal um sich: Die Gendarmen k&ouml;nnten schnell um die Ecke kommen und sie verjagen, verhaften, beschimpfen und St&auml;rke zeigen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2313\" class=\"alignleft size-full wp-image-104557\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-300x271.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-1024x925.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-768x694.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-1536x1388.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-2048x1850.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-720x650.jpg 720w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-542x490.jpg 542w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_06-271x245.jpg 271w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><br>\n<small>Luxushotels, Luxusautos &ndash; Paris 23 hat viel davon zu bieten<\/small><\/p><p><strong>Das Haus von Victor Hugo<\/strong><\/p><p>Einer der sch&ouml;nsten Parks von Paris ist der Place de Vosges. Ich besuche das Haus von Victor Hugo, das in dem Quartier steht. Hugo schrieb &bdquo;Die Elenden&ldquo;. Im Geb&auml;ude befindet sich seine Wohnung, ziemlich originalgetreu eingerichtet und mit zahlreichen Exponaten ausgestattet. Auch ein Originaldruck eines Buches, Manuskripte, Notizen zu &bdquo;Die Elenden&ldquo; und anderen Werken sind zu besichtigen. Auf einem Gem&auml;lde ist ein kleiner Junge, im Schnee liegend, zu sehen, blau angelaufen, verloren in der K&auml;lte. Ob er erfriert? Hugo beschrieb in seinem Roman die unw&uuml;rdigen Lebensumst&auml;nde der Unterschicht, klagte sie unerbittlich und deutlich an. In diesen Tagen w&uuml;rde er vielleicht einen &auml;hnlichen Roman schreiben m&uuml;ssen &uuml;ber die Menschen, die unter Br&uuml;cken der Stadt in Zelten hausen. Es sind sehr viele Zelte in diesem Sommer&hellip; In einer weiteren musealen Einrichtung, dem Stadtmuseum, sind einige beeindruckende historische Gem&auml;lde ausgestellt, die beinah &bdquo;fotoecht&ldquo; ebenfalls notleidende Franzosen zeigen, an Suppenk&uuml;chen anstehend, im Dreck lebend, das ist so lange her. Und heute? Sind wir im 21. Jahrhundert wirklich nicht weiter?<\/p><p><strong>Der Pr&auml;sidentenpalast ist hermetisch abgeschirmt<\/strong><\/p><p>Der gew&auml;hlte Pr&auml;sident eines demokratischen Landes wird bewacht, als st&uuml;nde ein &Uuml;berfall bevor. Als h&auml;tte er Angst. Vor dem eigenen Volk? Vor den Russen? Vor den Afrikanern? Die Stra&szlig;e vor dem Palast, dem Elysee, war fr&uuml;her mal frei zug&auml;nglich, zur Freude der Touristen, die einen Blick in den Hof wagen konnten und vielleicht sogar mal den Chef selbst erblickten. Nebenan befindet sich die Botschaft der USA, vor der Boller an Boller und zahlreiche franz&ouml;sische Uniformierte schwer bewaffnet Sicherheit erzeugen sollen. Wenn das das Land ist, welches uns allen Frieden, Freiheit und Wohlstand bringt, warum muss es sich dann so verbarrikadieren?<\/p><p><strong>Wieder daheim. Ein Res&uuml;mee. Ausblick in den Herbst. Gespr&auml;ch mit Sebastian Chwala<\/strong><\/p><p>Die Reise neigt sich dem Ende entgegen, noch zwei Stationen lege ich ein, ich passiere Verdun, der Erste Weltkrieg kommt einem in den Sinn, Remarques &bdquo;Im Westen nichts Neues&ldquo;, die ganze Sinnlosigkeit, Menschen gegeneinander auf Schlachtfelder und in Gr&auml;ben zu schicken. In Nancy sehe ich mitten am Tag in der Sonne P&auml;rchen im Park tanzen. Tango. Tanzen, ja, wir sollten viel mehr tanzen. Dann nach 1.000 Kilometern R&uuml;ckfahrt bin ich wieder daheim.<\/p><p>Frankreich war beeindruckend. Doch die Meldungen &uuml;ber all die gesellschaftlichen Entwicklungen der Grand Nation sind ern&uuml;chternd, sie emp&ouml;ren. Das Land driftet auseinander, sogenannte Reformen greifen, die vergeblich von vielen B&uuml;rgern abgelehnte und heftig bek&auml;mpfte Rentenreform, die Reform der Polizei, der Armee. Aufr&uuml;stung pur. Und Milliard&auml;r Arnault kauft flei&szlig;ig Aktien, um noch reicher zu werden.<\/p><p><strong>Unruhen in den Vorst&auml;dten, Polizeipr&auml;senz und Polizeigewalt, Proteste dagegen<\/strong><\/p><p>Ich kontaktiere meinen Freund und Frankreich-Fachmann, den Politologen Sebastian Chwala. Er erz&auml;hlt, dass eine neue Protestwelle Frankreich erfasst. &bdquo;Zahlreiche Organisationen und soziale Initiativen haben einen Aufruf gestartet. Darauf kam es in mehreren Dutzend franz&ouml;sischen St&auml;dten zu Demonstrationen gegen die grassierende Polizeigewalt. Es wurden reale soziale Perspektiven f&uuml;r die Menschen in den franz&ouml;sischen Banlieues gefordert&ldquo;, so Sebastian Chwala, der besorgt ist, dass die &Uuml;bergriffe der Polizei gegen Teile der Bev&ouml;lkerung zunehmen, der Staat damit sozusagen fortw&auml;hrend St&auml;rke zeigt. Es ist Schw&auml;che. In Sachen Wahlen berichtet er, dass Teilerneuerungswahlen der zweiten parlamentarischen Kammer, dem Senat, stattfanden. 78.000 sogenannte gro&szlig;e W&auml;hler, davon 95 Prozent Kommunalpolitiker, waren dazu aufgerufen. Sebastian Chwala kommentiert: &bdquo;Die traditionell erdr&uuml;ckende Mehrheit der Rechten wurde best&auml;tigt. Die dominierenden Republikaner gewannen 143 Sitze. Gro&szlig;er Verlierer war die Macron-Partei &bdquo;Renaissance&ldquo;, die von 23 auf 16 Sitze schrumpfte. Andere liberale Parteien gewannen Mandate hinzu.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1772\" class=\"alignleft size-full wp-image-104559\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-scaled.jpg 2560w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-768x531.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-1536x1063.jpg 1536w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-2048x1417.jpg 2048w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-939x650.jpg 939w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-708x490.jpg 708w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_07-354x245.jpg 354w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><br>\n<small>&Uuml;berall Lieferservice &ndash; meist von schwarzen B&uuml;rgern geleistet<\/small><\/p><p><strong>Macronismus pur<\/strong><\/p><p>Im Politikalltag nimmt der &bdquo;Macronismus&ldquo; derweil wieder Fahrt auf, neue Projekte, sozial- und wirtschaftspolitische Reformen sind geplant. Ich vernehme von Chwala: &bdquo;Die sehen schlicht weitere Steuersenkungen f&uuml;r die Kapitalseite vor. Die einfachen B&uuml;rger werden damit begl&uuml;ckt, dass die Zuzahlungen f&uuml;r Medikamente steigen. Macron lehnt Forderungen nach Preisstopps und Lohnerh&ouml;hungen ab. Ihm scheint die soziale Situation der Geringverdiener egal zu sein.&ldquo;<\/p><p>Und weiter gehen die Nachrichten aus dem sch&ouml;nen Frankreich. Experte Chwala: &bdquo;Zum Beginn dieses Schuljahres fehlen in Frankreich &uuml;ber 3.000 Lehrer. Au&szlig;erdem wurden &uuml;ber 2.000 Grundschulklassen gestrichen. Die strukturellen Ausf&auml;lle an Lehrpersonal werden notd&uuml;rftig durch Menschen gedeckt, die ohne jede Vorerfahrung kurzfristig eingestellt werden und nicht selten nach wenigen Tagen wieder das Handtuch werfen. Man muss noch sagen, dass sie nur einen Bruchteil dessen, was in Deutschland gezahlt wird, verdienen. Unternommen wird dagegen seitens Macrons nichts. Die Lehrer werden alleingelassen.&ldquo;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2485\" height=\"2560\" class=\"alignleft size-full wp-image-104561\" srcset=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-scaled.jpg 2485w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-291x300.jpg 291w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-994x1024.jpg 994w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-768x791.jpg 768w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-1491x1536.jpg 1491w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-1988x2048.jpg 1988w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-631x650.jpg 631w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-476x490.jpg 476w, https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_03-238x245.jpg 238w\" sizes=\"auto, (max-width: 2485px) 100vw, 2485px\" \/><\/a><br>\n<small>Plakate &uuml;berall &ndash; Macron, Pr&auml;sident der Reichen<\/small><\/p><p>Und 2024, Paris und Olympia? Ich frage Sebastian Chwala, was das wohl werden wird. Ich erlebte in Paris im August 2023 einen internationalen Sportwettbewerb, Radfahren in der City, und hatte kein gutes Gef&uuml;hl &ndash; an zahlreichen Punkten standen Polizisten und Milit&auml;r mit Maschinengewehren im Anschlag. Die Obdachlosen werden 2024 zu Olympia wohl verbannt, sie w&uuml;rden den sch&ouml;nen Anblick einer gro&szlig;en Stadt st&ouml;ren. Die kleinen Buchst&auml;nde entlang der Seine werden wom&ouml;glich geschlossen bleiben, aus Sicherheitsgr&uuml;nden. Sebastian Chwala berichtet, dass die Sicherheit in der Stadt durch ein umfassendes &Uuml;berwachungssystem der Menschen vor Ort gew&auml;hrleistet werden soll. &bdquo;Das wird aber gruselig, eine umfassende Gesichtserkennung und Bewachung sind geplant. Der Besuch der Wettbewerbe wird, nebenbei, eine sehr teure Sache, also nichts f&uuml;r normale Leute.&ldquo;<\/p><p>Schlie&szlig;lich gibt es noch die Information, dass Macron bis Ende des Jahres seine Soldaten, 1.700, aus dem afrikanischen Niger nach Hause holen will. Frankreich, die alte Kolonialmacht, Zeit wird&rsquo;s.<\/p><p>Der Sommer in Frankreich, in Paris, das Aufatmen war sch&ouml;n. Die Heftigkeit der Lebensfreude verstehe ich angesichts des beginnenden Herbstes und der gro&szlig;en Sorgen umso mehr. Alles Gute, ihr Franzosen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erz&auml;hlen, sagte einst ein Dichter. Auch aus diesem Grund tat ich eine. Ich unternahm eine Rundfahrt durch einen Teil Frankreichs im hei&szlig;en Sommer 2023. Das Land, die Menschen &ndash; &ouml;fters schrieb ich bei NachDenkSeiten dar&uuml;ber. Hier nun ein neuer Beitrag. Von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":104562,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,146,132],"tags":[881,282,3244,1043,2545,2066,1141,312,2931],"class_list":["post-104565","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landerberichte","category-soziale-gerechtigkeit","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-armut","tag-buergerproteste","tag-chwala-sebastian","tag-frankreich","tag-gelb-westen","tag-macron-emmanuel","tag-obdachlosigkeit","tag-reformpolitik","tag-reichtum"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2310_frankreich_titel-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/104565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=104565"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/104565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104659,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/104565\/revisions\/104659"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/104562"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=104565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=104565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=104565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}