{"id":10487,"date":"2011-08-19T08:38:13","date_gmt":"2011-08-19T06:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487"},"modified":"2011-08-19T08:40:48","modified_gmt":"2011-08-19T06:40:48","slug":"hinweise-des-tages-1450","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Systemkritik; Sebastian Dullien &ndash; Warum Sparorgien den Schuldenschlamassel verschlimmern; Luftnummer Leerverkaufsverbote; US-Aufseher bangen um Europas Banken; Schuldenerlass f&uuml;r Privatversicherte mit Hartz IV; Prek&auml;re Jobs, prek&auml;re Renten; Kassen halten jede zweite Klinikrechnung f&uuml;r falsch; &raquo;Zust&auml;nde kaum noch zu verantworten&laquo;; Info-Grafik: Erwerbsminderungsrenten im Sinkflug; &bdquo;Es gibt keine Waffengleichheit mehr&ldquo;; SEC ger&auml;t wegen Aktenvernichtung unter Beschuss; Ex-Polizeichef jetzt bei R&uuml;stungskonzern; Sicherheit statt Freiheit: Hintergr&uuml;nde zum Anti-Terror-Gesetz; Profite in Armutsregionen; Attac verurteilt Pl&auml;ne zum Einsatz von S&ouml;ldnerfirmen; Berlin, du kannst so h&auml;sslich sein; Jakob Augstein &ndash; Moralische Kernschmelze; Troika der Verlierer; Im d&uuml;steren Netz der Eurabia-Blogger; Die Mauer, eine Satire und ihre Opfer (MB\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h01\">Systemkritik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h02\">Sebastian Dullien &ndash; Warum Sparorgien den Schuldenschlamassel verschlimmern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h03\">Luftnummer Leerverkaufsverbote<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h04\">US-Aufseher bangen um Europas Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h05\">Schuldenerlass f&uuml;r Privatversicherte mit Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h06\">Prek&auml;re Jobs, prek&auml;re Renten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h07\">Kassen halten jede zweite Klinikrechnung f&uuml;r falsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h08\">&raquo;Zust&auml;nde kaum noch zu verantworten&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h09\">Info-Grafik: Erwerbsminderungsrenten im Sinkflug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h10\">&bdquo;Es gibt keine Waffengleichheit mehr&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h11\">SEC ger&auml;t wegen Aktenvernichtung unter Beschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h12\">Ex-Polizeichef jetzt bei R&uuml;stungskonzern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h13\">Sicherheit statt Freiheit: Hintergr&uuml;nde zum Anti-Terror-Gesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h14\">Profite in Armutsregionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h15\">Attac verurteilt Pl&auml;ne zum Einsatz von S&ouml;ldnerfirmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h16\">Berlin, du kannst so h&auml;sslich sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h17\">Jakob Augstein &ndash; Moralische Kernschmelze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h18\">Troika der Verlierer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h19\">Im d&uuml;steren Netz der Eurabia-Blogger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487#h20\">Die Mauer, eine Satire und ihre Opfer<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10487&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Systemkritik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Kapitalismus zerst&ouml;rt sich selbst<\/strong><br>\nDie Ungleichgewichte zwischen Superreichen und Mittelstand in den westlichen Industriestaaten werden zu einer Gefahr f&uuml;r Marktwirtschaft und Demokratie. Es gibt nur ein Rezept. [&hellip;]<br>\nVereinfacht gesagt sieht die Lage der westlichen Industriestaaten derzeit wie folgt aus: Konzerne und Superreiche haben in den letzten Jahrzehnten ungeheure Verm&ouml;gen angeh&auml;uft und profitieren heute von tieferen L&ouml;hnen, billigem Geld und sinkenden Steuern. Der Mittelstand hingegen blutet aus: Die L&ouml;hne sinken, die Wohnkosten und die Steuerbelastung steigen. Das Resultat ist eine einbrechende Nachfrage, die im Begriff ist, in eine Verelendungsspirale zu m&uuml;nden. Dieses Ph&auml;nomen ist &Ouml;konomen bestens bekannt, sei es als &laquo;Liquidit&auml;tsfalle&raquo; oder als &laquo;Balance Sheet Recession&raquo;.<br>\nVermeintliche Freunde des Kapitalismus, Liberale und Konservative, wollen mit Sparen und Steuersenken der Liquidit&auml;tsfalle entrinnen. Das kann unm&ouml;glich zum Erfolg f&uuml;hren. Wie soll bei fallenden L&ouml;hnen und steigender Arbeitslosigkeit Nachfrage entstehen? Und weshalb sollten Unternehmen investieren, wenn keine Nachfrage besteht?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/konjunktur\/Der-Kapitalismus-zerstoert-sich-selbst\/story\/17292866\">Tagesanzeiger<\/a><\/li>\n<li><strong>Von der Oligarchie des Geldes<\/strong><br>\nWenn ein kapitales System am finanziellen Abgrund steht, kommen auch Erzkonservative schon mal ins Gr&uuml;beln. Hatte oder hat die Linke vielleicht doch recht? So weit gehen, au&szlig;er Frank Schirrmacher in der FAS, deutsche Medien nicht. Die Oligarchie des Geldes wird daf&uuml;r im gutb&uuml;rgerlichen Z&uuml;richer &ldquo;Tages-Anzeiger&rdquo; beschrieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2011\/08\/von-der-oligarchie-des-geldes\/\">Kontext:Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Reich und Citoyen<\/strong><br>\nAuch in Frankreich pl&auml;dieren Verm&ouml;gende f&uuml;r h&ouml;here Steuern<br>\nEs k&ouml;nnte der Anfang einer gr&ouml;&szlig;eren Initiative sein, hofft das Internetmagazin Rue89, nachdem sich auch im Nachbarland Vertreter der finanziellen Oberschicht dazu bereit erkl&auml;rt haben, mit h&ouml;heren Beitr&auml;gen dem Staat zu helfen. Allerdings, so schr&auml;nkt das Magazin im Gegenzug ein, w&uuml;rden die Reichsten der Reichen zu diesem Thema noch schweigen; es gelte noch immer die Drohung, das sie das Land verlassen, wenn die steuerlichen Belastungen zu sehr steigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/35\/35316\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sebastian Dullien &ndash; Warum Sparorgien den Schuldenschlamassel verschlimmern<\/strong><br>\nDie Sparpakete, die derzeit weltweit verabschiedet werden, h&ouml;ren sich gewaltig an. Wird ja auch Zeit, k&ouml;nnte man denken. Schlie&szlig;lich kann ein Privathaushalt auch nicht dauerhaft mehr ausgeben als er einnimmt. F&uuml;r Staaten gilt allerdings eine etwas andere Logik: Man darf nicht vergessen, dass die Schuldenlast in absoluten Betr&auml;gen wenig aussagt, sondern sich nur im Verh&auml;ltnis zur Wirtschaftsleistung sinnvoll bewerten l&auml;sst. Und anders als ein Privathaushalt haben es Staaten mit ihrer Politik in der Hand, mit Reformen oder richtigen Priorit&auml;ten bei den Ausgaben das Wirtschaftswachstum im Land und damit die eigene Leistungsf&auml;higkeit zu beeinflussen. Wer Geld bei der Bildung k&uuml;rzt, Stra&szlig;en nicht repariert, oder Firmen mit &uuml;berfl&uuml;ssiger B&uuml;rokratie l&auml;hmt, wird langfristig kein robustes Wirtschaftswachstum erwarten. Was viele nicht wissen: Ein Staat mit einer wachsenden Wirtschaft kann sich sogar jedes Jahr neues Geld leihen, ohne dass die Schuldenquote weiter steigt. Diese misst n&auml;mlich den Anteil der Miesen an der Wirtschaftsleistung. W&auml;chst die Wirtschaft schneller als der Schuldenberg, geht die Schuldenquote zur&uuml;ck. F&uuml;r L&auml;nder wie Frankreich oder Italien ist dies ein wichtiges Ergebnis: Selbst Italien mit einem Schuldenstand von mehr als 100 Prozent der Wirtschaftsleistung k&ouml;nnte sich weiter ein Staatsdefizit von zwei Prozent leisten, wenn, ja wenn die Wirtschaft um vier Prozent wachsen w&uuml;rde. Das Problem an den heutigen Sparpaketen der Regierungen von Rom bis Washington liegt darin, dass sie die Wachstumsfrage v&ouml;llig vernachl&auml;ssigen. Es wird stattdessen sogar billigend in Kauf genommen, dass die Wachstumskr&auml;fte durch die Sparpakete besch&auml;digt werden. Die Entschuldung in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg lief v&ouml;llig anders. Damals investierte die Regierung trotz Rekordschulden offensiv in Infrastruktur, Forschung und Bildung. So wurde in den f&uuml;nfziger Jahren etwa der Bau des umfangreichen US-Interstate-Highway-Systems begonnen. Diese Investition hat nach Meinung vieler &Ouml;konomen das Wachstum in den USA nachhaltig angekurbelt, da die Unternehmen leichter, schneller und billiger ihre Waren transportieren konnten. &ndash; Gewisserma&szlig;en ist der Fehler der derzeit regierenden Politiker sogar verst&auml;ndlich: Die Finanzm&auml;rkte verlangen eine schnelle Korrektur der horrenden Staatdefizite. Diese dringende Frage wird somit oben auf die Agenda gesetzt, die mindestens genauso wichtige Frage der Wachstumspolitik jedoch vernachl&auml;ssigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,780530,00.html\">Spiegel<\/a>  \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es versteht sich, dass f&uuml;r einen privaten Haushalt ganz andere Bedingungen vorherrschen als f&uuml;r den Haushalt des Staates. Dennoch l&auml;sst sich am Bild der so beliebten schw&auml;bischen Hausfrau ohne weiteres ein wichtiger Aspekt der Haushaltspolitik aufzeigen. Die verschiedenen Bundesregierungen haben seit 1999 den Spitzensteuersatzes von 53 Prozent auf 45 Prozent und die Unternehmenssteuern von knapp 52 Prozent auf heute gut 28 Prozent abgesenkt. Das w&auml;re so, als ob die schw&auml;bischen Hausfrau zu einem bestimmten Zeitpunkt begonnen hat, einen Teil ihres Einkommens regelm&auml;&szlig;ig ihrer reichen Verwandtschaft zukommen zu lassen, und sich jetztwundert, dass sie mit dem &uuml;brig gebliebenen Geld nicht zurechtkommt. Statt nun ihre Spenden an ihre reichen Verwandtschaft zur&uuml;ckzunehmen, f&auml;ngt sie an, auf kostenpflichtige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt zu verzichten, streicht den Sprachunterricht und das Schwimmbad f&uuml;r ihre Kinder und steigt vom Auto auf das Fahrrad um, wodurch sich ihre Fahrzeit zur Halbtagsarbeit verdreifacht. Nur wird die schw&auml;bische Hausfrau nie und nimmer Einkommen an ihre reiche Verwandtschaft verschenken, aber die Bundesregierung bittet nicht einmal in der Krise die Bestverdienenden zur Kasse, sondern diskutiert mit ihrem Lebensabschnittspartner weitere Steuersenkungen und spart der deutsche Volkswirtschaft die Bedingungen f&uuml;r ein gedeihliches Wachstum weg. Wo bleibt der Ausbau der Bildungsinfrastruktur, wo bleibt die Verlagerung des G&uuml;terverkehrs von der Stra&szlig;e auf die Bahn, wo bleibt der Ausbau der Infrastruktur in den sozialen Brennpunkten unserer St&auml;dte. Im Gegenteil hier werden wegen der kurzfristigen Ersparnis im wahrsten Sinne des Wortes explodierende Kosten in der Zukunft in Kauf genommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Luftnummer Leerverkaufsverbote<\/strong><br>\nWarum zur Regulierung der Finanzm&auml;rkte weiter ausgeholt werden muss und warum eine Positivliste die beste L&ouml;sung w&auml;re [&hellip;]<br>\nWer das Entstehen von Preisblasen und deren unvermeidbares Platzen verhindern m&ouml;chte, sollte daher ein wenig weiter ausholen und den Finanzmarktteilnehmern alle Spekulationsinstrumente aus der Hand nehmen und nicht blo&szlig; die M&ouml;glichkeit der Leerverk&auml;ufe. Und damit die Finanzmarktteilnehmer danach nicht sofort andere Finanzinstrumente ersinnen, mit denen sie das alte Spiel neu beginnen, w&auml;re die Einf&uuml;hrung einer Positivliste dringend anzuraten. Auf dieser Liste stehen dann &ndash; genau definiert &ndash; alle Finanzinstrumente, die f&uuml;r die Kreditversorgung und Liquidit&auml;tsversorgung der realen Wirtschaft gut und sinnvoll sind. Alle anderen Finanzinstrumente  w&auml;ren dann verboten. Aber die braucht ja auch keiner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/futurefinanceblog.org\/2011\/08\/18\/luftnummer-leerverkaufsverbote\/\">futurefinanceblog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>US-Aufseher bangen um Europas Banken<\/strong><br>\nDie amerikanische Notenbank Fed f&uuml;rchtet offenbar drastische Auswirkungen der Euro-Krise auf das europ&auml;ische Bankensystem &ndash; und damit auch auf die USA. Vertreter der Fed New York seien &ldquo;sehr besorgt&rdquo; &uuml;ber Finanzierungsschwierigkeiten jener europ&auml;ischen Institute, die in den Vereinigten Staaten aktiv sind, zitiert das &ldquo;Wall Street Journal&rdquo; einen Mitarbeiter einer europ&auml;ischen Gro&szlig;bank.<br>\nLaut der Zeitung hat die New Yorker Fed zuletzt Gespr&auml;che mit einigen europ&auml;ischen Banken gef&uuml;hrt. Demnach verlangen die Notenbanker mehr Informationen &uuml;ber die Finanzierungsm&ouml;glichkeiten der Institute. Die New Yorker Fed wollte den Bericht nicht kommentieren.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,780917,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/online.wsj.com\/article\/SB10001424053111904070604576514431203667092.html?mod=WSJEUROPE_hpp_LEFTTopWhatNews\">Fed Eyes European Banks &ndash; The Wall Street Journal<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schuldenerlass f&uuml;r Privatversicherte mit Hartz IV<\/strong><br>\nHartz-IV-Empf&auml;nger, die einer privaten Krankenversicherung angeh&ouml;ren, sollen ihre oft &uuml;ber Jahre angeh&auml;uften Beitragsschulden erlassen bekommen. Das sieht ein mit dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) ausgehandelter Kompromiss vor, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums best&auml;tigte.<br>\nIm Gegenzug solle die Privatversicherung die staatlichen Zusch&uuml;sse zur Kranken- und Pflegeversicherung k&uuml;nftig direkt von den Jobcentern und Sozialhilfetr&auml;gern &uuml;berwiesen bekommen. Damit h&auml;tten sie die Gew&auml;hr, dass die Betroffenen dieses Geld nicht anderweitig verwenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article13552046\/Schuldenerlass-fuer-Privatversicherte-mit-Hartz-IV.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Prek&auml;re Jobs, prek&auml;re Renten<\/strong><br>\nDie durchschnittlichen Rentenanwartschaften in den neuen Bundesl&auml;ndern sind von 1992 bis 2010 um 26,5 Prozent gesunken. Das berichtete die Leipziger Volkszeitung am Mittwoch unter Berufung auf Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums. In einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken wies der Parlamentarische Staatssekret&auml;r Andreas Storm (CDU) aber auch darauf hin, da&szlig; der durchschnittliche Zahlbetrag f&uuml;r die Rentner im selben Zeitraum um gut 70 Prozent gestiegen sei. Der Durchschnittswert liege mit 850 Euro im Osten deutlich &uuml;ber dem entsprechenden Westwert von 713 Euro. Allerdings kommen im Westen viel &ouml;fter als im Osten z.B. Betriebsrenten, private Kapitalanlagen oder Wohneigentum zur gesetzlichen Alterssicherung hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/08-18\/060.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kassen halten jede zweite Klinikrechnung f&uuml;r falsch<\/strong><br>\nNicht korrekte Kodierung oder Patient zu lange behandelt: Fast jede zweite Klinikabrechnung ist falsch, sagen die Kassen. [&hellip;]<br>\nDie Kassen sind sauer, dass sie den Krankenh&auml;usern f&uuml;r jede gepr&uuml;fte, aber f&uuml;r richtig befundene Rechnung eine Aufwandspauschale von 300 Euro bezahlen m&uuml;ssen.<br>\nUmgekehrt muss ein bei einem Abrechnungsfehler erwischtes Krankenhaus lediglich das zuviel erhaltene Geld zur&uuml;ckzahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/news\/article\/666377\/kassen-halten-jede-zweite-klinikrechnung-falsch.html\">&Auml;rztezeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&raquo;Zust&auml;nde kaum noch zu verantworten&laquo;<\/strong><br>\nAlltag in Krankenh&auml;usern: Wie Streichungen von Pflegestellen Patienten gef&auml;hrden. Ein Gespr&auml;ch mit Prof. Michael Isfort<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/08-19\/048.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Info-Grafik: Erwerbsminderungsrenten im Sinkflug<\/strong><br>\nDer Eintritt von Erwerbsminderung geht mit einem erh&ouml;hten Armutsrisiko einher. Seit Inkrafttreten der Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit zum 1. Januar 2001 befinden sich die durchschnittlichen Zahlbetr&auml;ge neu bewilligter Erwerbsminderungsrenten im Sinkflug. Diese Entwicklung gilt bundesweit &ndash; und besonders ausgepr&auml;gt f&uuml;r Versicherte, die im Land Bremen wohnen. Die Lohnersatzfunktion der Rente ist kaum noch gew&auml;hrleistet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ak-sozialpolitik.de\/dukumente\/2011\/2011-08-18%20EM-Renten.pdf\">Arbeitnehmerkammer Bremen [PDF &ndash; 113 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&bdquo;Es gibt keine Waffengleichheit mehr&ldquo;<\/strong><br>\nDie Lokf&uuml;hrergewerkschaft GDL erreicht mit Streiks nur noch wenig. Ihr Chef Claus Weselsky sagt der SZ warum.<br>\nEs ist still geworden im Konflikt der Lokf&uuml;hrergewerkschaft GDL mit einer Handvoll Privatbahnen. Wer nicht auf die Vogtlandbahn angewiesen oder auf den Lausitzstrecken der Odeg unterwegs ist, merkt kaum, dass der Streit um die von der GDL geforderten Einheitstarife f&uuml;r alle Lokf&uuml;hrer weiter schwelt. Zumal nach der betrieblichen Einigung bei der Veolia-Tochter Mitteldeutsche Regiobahn auch in und um Leipzig Frieden herrscht. Die GDL will gleiche Arbeitsbedingungen f&uuml;r alle Lokf&uuml;hrer auf dem Niveau der Deutschen Bahn (DB). Die Situation ist verfahren. Streiks verpuffen, weil sich zu wenige beteiligen, Ersatzbusse oder die Chefs selbst fahren. Wie weiter? Die SZ fragte GDL-Chef Claus Weselsky.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/_sitetools\/news\/printversion.asp?id=2838890&amp;URL=\/nachrichten\/artikel.asp\">S&auml;chsische Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Thorsten Hild:<\/strong>  Man muss nicht f&uuml;r Spartengewerkschaften sein, und doch sollte man dem Niveau und der Aussagekraft von Weselsky Anerkennung zollen &ndash; wie auch dem Journalisten. Wann haben wir ein so konsequentes und gut gef&uuml;hrtes Interview zuletzt vom DGB-Vorsitzenden gelesen? Der schreibt lieber wachsweiche Artikel mit dem SPD-Vorsitzenden, ohne diesen und seine Partei mit einem Wort wegen der Agenda 2010 und ihrer verheerenden Folgen f&uuml;r <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31853\/fremde-federn-michael-sommer-und-sigmar-gabriel-der-arbeit-ihren-wert-zurueckgeben-30335607.html\">die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Rede zu stellen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung MB:<\/strong> Das ist das Prinzip der Privatisierung. Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung von Kosten und Verlusten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>SEC ger&auml;t wegen Aktenvernichtung unter Beschuss<\/strong><br>\nEin langj&auml;hriger SEC-Mitarbeiter gab den Tipp, der Republikanische Senator Charles Grassley macht den Fall nun publik: Die amerikanische B&ouml;rsenaufsicht soll Akten im Fall Madoff und anderen prominenten Ermittlungen entsorgt haben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31501\/amerikanische-boersenaufsicht-sec-geraet-wegen-aktenvernichtung-unter-beschuss-30487550.html\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/08\/18\/business\/sec-illegally-destroyed-documents-whistle-blower-alleges.html?_r=2\">S.E.C. Files Were Illegally Destroyed, Lawyer Says &ndash; New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ex-Polizeichef jetzt bei R&uuml;stungskonzern<\/strong><br>\nKnapp zehn Monate nach seiner Entlassung hat Hessens Ex-Polizeichef Norbert Nedela einen neuen Job. Der fr&uuml;here Landespolizeipr&auml;sident ist jetzt Berater eines Waffen- und R&uuml;stungskonzerns. Den Gr&uuml;nen im Landtag geht das zu schnell.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/rubriken\/nachrichten\/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&amp;key=standard_document_42351395\">Hessischer Rundfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Sicherheit statt Freiheit: Hintergr&uuml;nde zum Anti-Terror-Gesetz<\/strong><br>\nGestern hat das Bundeskabinett einer Verl&auml;ngerung der sogenannten Anti-Terror-Gesetze um weitere vier Jahre zugestimmt. Das urspr&uuml;ngliche &bdquo;Gesetz zur Bek&auml;mpfung des internationalen Terrorismus&ldquo; war als Reaktion auf die Terroranschl&auml;ge vom 11. September 2001 von der damaligen Bundesregierung vorgeschlagen worden. Nach der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat trat es am 1. Januar 2002 in Kraft und war zun&auml;chst auf f&uuml;nf Jahre befristet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jacobjung.wordpress.com\/2011\/08\/18\/sicherheit-statt-freiheit-hintergrunde-zum-anti-terror-gesetz\/\">Jacob Jung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Profite in Armutsregionen<\/strong><br>\nMit einer breiten Debatte um sein neues &ldquo;entwicklungspolitisches Konzept&rdquo; intensiviert der Bundesminister f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dirk Niebel (FDP), die Einbindung privater Unternehmen in die Netzwerke der sogenannten Entwicklungspolitik. Das neue Konzept, das der Minister Anfang August der &Ouml;ffentlichkeit vorgestellt hat, beinhaltet Niebels Forderung, die Entwicklungshilfe k&uuml;nftig erheblich enger mit der Wirtschaft zu koordinieren. Dazu hat Niebels Ministerium schon zuvor ein ausf&uuml;hrliches &ldquo;Eckpunkte-Papier&rdquo; erstellt. Darin enthalten sind Vorgaben, wie die Berliner Entwicklungspolitik zuk&uuml;nftig zugunsten expandierender deutscher Firmen zu gestalten sei. Die aktuelle Debatte um das &ldquo;entwicklungspolitische Konzept&rdquo; soll Kreise, die nach wie vor unternehmenskritisch eingestellt sind, einbeziehen und damit Widerst&auml;nde gegen Niebels Politik aushebeln. Zu den &ouml;konomischen Zielen des Entwicklungsministeriums geh&ouml;ren die gewinnbringende Erschlie&szlig;ung von Armutsm&auml;rkten sowie ein direkter Zugriff auf die Rohstoffe vor allem afrikanischer L&auml;nder. Niebel zufolge l&auml;sst sich der Ertrag der sogenannten Entwicklungshilfe f&uuml;r deutsche Firmen pr&auml;zise in Euro beziffern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58121\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Attac verurteilt Pl&auml;ne zum Einsatz von S&ouml;ldnerfirmen<\/strong><br>\nDas globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilt die Pl&auml;ne der Bundesregierung, bewaffnete nichtstaatliche milit&auml;rische Sicherheitsdienste f&uuml;r den Schutz deutscher Handelsinteressen einzusetzen. Wie aus Koalitionskreisen am Mittwoch bekannt wurde, will die Bundesregierung plane das Waffenrecht so ver&auml;ndern, dass privaten Sicherheitsfirmen der Umgang mit schweren Waffen erlaubt wird und S&ouml;ldner deutsche Handelsrouten &ndash; beispielsweise vor der K&uuml;ste Somalias &ndash; sch&uuml;tzen k&ouml;nnen.<br>\n&ldquo;Hierbei geht es um nichts anderes als um das Outsourcing milit&auml;rischer Aufgaben. Um V&ouml;lkerrecht und Grundgesetz zu umgehen, setzt die Regierung auf den Einsatz privater S&ouml;ldnerfirmen&rdquo;, sagte Mike Nagler vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. &ldquo;Damit unterst&uuml;tzt die Bundesregierung die Ausweitung der kriegstreiberischen Gesch&auml;fte dieser Firmen, die auch rechtlich in einer Grauzone operieren. Es bereitet heutzutage kaum noch Schwierigkeiten, die Konventionen der Vereinten Nationen oder der Afrikanischen Union zu umgehen, die den Einsatz von S&ouml;ldnern verbieten.&rdquo;<br>\nDeutsche S&ouml;ldnertrupps sind seit Jahren in den verschiedensten Konfliktgebieten der Welt im Einsatz, unter anderem in Somalia, im Irak und in Afghanistan. Bei den aktuellen Pl&auml;nen handelt es sich laut Attac um eine weitere Abgabe des staatlichen Gewaltmonopols &ndash; um eine Privatisierung der Gewalt. Durch das Outsourcing werde die parlamentarische Kontrolle umgangen, Kriegsf&uuml;hrung vertuscht und eine Berichterstattung &uuml;ber die Aktivit&auml;ten im Ausland erschwert oder verhindert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pressrelations.de\/new\/standard\/result_main.cfm?pfach=1&amp;n_firmanr_=109361&amp;sektor=pm&amp;detail=1&amp;r=462904&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0\">attac<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Berlin, du kannst so h&auml;sslich sein<\/strong><br>\nAutobr&auml;nde, fremdenfeindliche Aufkleber und linke Blockwarte: Das Klima in der Hauptstadt wird zunehmend rauer. Unverbesserliche &Uuml;berzeugungst&auml;ter wollen Wohlhabende aus bestimmten Bezirken Berlins vertreiben, Zusatzopfer nehmen sie billigend in Kauf. Zwar scheut die Politik bislang den Begriff &ldquo;Terror&rdquo; &ndash; doch die Strategie der Linksautonomen folgt der Logik des Terrors.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/2.220\/vandalismus-in-der-hauptstadt-berlin-du-kannst-so-haesslich-sein-1.1132158\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.H.:<\/strong> Noch vor ein paar Tagen blickte Europa nach London, wo Jugendliche H&auml;user anz&uuml;ndeten und Gesch&auml;fte pl&uuml;nderten. Wie auf Knopfdruck setzte darauf hin in Deutschland die Diskussion ein, ob &ldquo;so etwas&rdquo; auch hierzulande m&ouml;glich w&auml;re. Auf die Idee, den Ursachen f&uuml;r derartige Taten auf den Grund zu gehen, kommt leider niemand.<\/em> <\/p>\n<p><strong>dazu: Wo es in Berlin wirklich brennt<\/strong><br>\n[&hellip;] Hohe Mieten sind der Tod des bunten Lebens. Das ist &uuml;berall in der Welt zu besichtigen. Doch die Berliner Politikkaste verschlie&szlig;t sich dieser Binsenweisheit. Mietpreisbindungen, Milieuschutz &ndash; bis vor rund zehn Jahren geh&ouml;rte das noch zum politischen Repertoire, heute sind solche Regulierungsverfahren tabu. Die Brandstifter werden das nicht &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Berlin-Boom\/!76539\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Jakob Augstein &ndash; Moralische Kernschmelze<\/strong><br>\nDer Westen erlebt sein soziales Fukushima. Die Gerechtigkeit steht auf dem Spiel. Wer wird siegen: die Demokratie oder der Kapitalismus? [&hellip;]<br>\nDie Neoliberalen k&ouml;nnen jetzt neben den Linken ihren Platz auf dem Scherbenhaufen der Ideologien einnehmen. Die Linken m&uuml;ssen deswegen nicht frohlocken. Sie kranken seit jeher daran, dass sie die Idee der Gerechtigkeit nicht mit der Idee der Freiheit verbinden k&ouml;nnen. Die Partei Die Linke hat sich das Wort &bdquo;links&ldquo; unter den Nagel gerissen so wie die FDP seinerzeit das Wort von der Freiheit. Das bekommt den Begriffen nicht. Sie degenerieren in der politischen Abnutzung. Wenn Gesine L&ouml;tzsch und Klaus Ernst, das unw&uuml;rdige Gez&auml;nk &uuml;ber die traurige DDR-Vergangenheit, Sahra Wagenknecht und ihr Haufen von DDR-Vertriebenen, die in Wahrheit nicht mal mehr als politische Folk&shy;lore taugen &ndash; wenn all das links ist, wer will dann links sein?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1133-moralische-kernschmelze\">Der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Kann es sein, dass Jakob Augstein sich zu oft mit Nikolaus Blome trifft? Anstatt sich auch nur im Ansatz mit politischen Inhalten der Partei &bdquo;Die Linke&ldquo; auseinanderzusetzen, drischt der Salon-Sozialist in &bdquo;bester&ldquo; BILD-Manier auf die DDR-Vergangenheit der Linkspartei ein. Man kann zum nostalgischen Umgang einiger Linken-Politiker mit dem Thema DDR durchaus eine kritische Meinung haben &ndash; es ist jedoch armselig, die Linke auf dieses Thema zu reduzieren. Augsteins Anmerkung, die Linke habe sich das Wort &bdquo;links&ldquo; unter den &bdquo;Nagel gerissen&ldquo;, ist ebenfalls reichlich abstrus. Wenn alle anderen Parteien in die vielzitierte Mitte streben, entsteht auf der linken Seite nun einmal ein Vakuum, das nur noch gef&uuml;llt werden muss. Die Linke indirekt daf&uuml;r verantwortlich zu machen, dass die anderen Parteien mit linker Politik nichts mehr am Hut haben wollen, ist nicht nur eine Umkehrung von Ursache und Wirkung, sondern sogar sch&auml;big. Augsteins Artikel &uuml;ber die &bdquo;moralische Kernschmelze&ldquo; ist vielmehr eine publizistische Kernschmelze.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> &ndash; Sie kranken seit jeher daran, dass sie die Idee der Gerechtigkeit nicht mit der Idee der Freiheit verbinden k&ouml;nnen.<\/em><br>\n<em>AM: Augstein erweist sich als d&uuml;mmlicher nachplappernder Ideologe. wo ist der Beleg?<\/em><br>\n<em>&ndash; Daf&uuml;r m&uuml;sste sich Die Linke aber endlich von dem Gedanken verabschieden, die Vollendung der Gesellschaft liege jenseits des parlamentarischen Systems.<\/em><br>\n<em>AM: Belege bitte. Und wie steht es mit den anderen Parteien, die machen, was die Finanzindustrie will? Wird damit der Ruf des  parlamentarischen Systems gef&ouml;rdert?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Mit Manchem hat Augstein sicher recht, &uuml;ber Manches kann man streiten. So war das Verhalten mancher Linker &ndash; nicht der Linken &ndash; zum 50. Jahrestags des Mauerbaus sicher sehr ungeschickt. Der Vergleich &ndash; hoffentlich &ndash; vor&uuml;ber gehender Krawalle in Gro&szlig;britannien mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist einfach nur daneben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Troika der Verlierer<\/strong><br>\nSp&auml;testens seit dem Auftritt von Steinbr&uuml;ck, Steinmeier und Gabriel in Berlin ist wieder einmal von einer &raquo;Troika&laquo; in der SPD die Rede. Noch ist nicht entschieden, wer Kanzlerkandidat wird, diese Entscheidung will die SPD erst im Herbst kommenden Jahres treffen. Wie es scheint, will sich Gabriel darauf beschr&auml;nken, als Herr des Verfahrens zu erscheinen. Steinmeier, der &raquo;Technokrat der Macht&laquo;, st&auml;nde wieder bereit, die besseren Aussichten scheint indes Steinbr&uuml;ck zu haben. &raquo;Er distanziert sich so nachhaltig von der SPD, dass dieser Partei wahrscheinlich nichts anderes &uuml;brigbleiben wird, als ihn zum Kanzlerkandidaten zu machen&laquo;, schrieb Kurt Kister in der S&uuml;ddeutschen Zeitung. &raquo;Steinbr&uuml;ck zieht die Vertreter der ver&ouml;ffentlichten Meinung an wie ein Magnet&laquo;, konstatierte Majid Sattar in der FAZ. Er f&uuml;hle sich &raquo;jenem politischen Pragmatismus zu sittlichen Zwecken verbunden, den Helmut Schmidt als Maxime politischen Handelns formuliert hat&laquo;, schreibt Peer Steinbr&uuml;ck in seinem Buch &raquo;Unterm Strich&laquo;, das im vergangenen September ver&ouml;ffentlicht wurde und einige Aufmerksamkeit erhielt. Seine gr&ouml;&szlig;ten Unterst&uuml;tzer hatte Schmidt, mit dem gemeinsam Steinbr&uuml;ck voraussichtlich Ende Oktober sein n&auml;chstes Buch ver&ouml;ffentlichen wird, w&auml;hrend seiner aktiven Zeit stets in konservativen Kreisen. F&uuml;r sie war er &raquo;der richtige Mann in der falschen Partei&laquo;. Das hat er mit Steinbr&uuml;ck gemeinsam, den der Arbeitgeberpr&auml;sident Dieter Hundt als einen Politiker lobt, &raquo;der wei&szlig;, wovon er spricht, und der den Mut hat, richtige Entscheidungen auch gegen Widerst&auml;nde zu treffen&laquo;. Dass damit keine Entscheidungen gegen Widerst&auml;nde der Unternehmer gemeint sind, versteht sich von selbst. Steinbr&uuml;ck will die Politik Gerhard Schr&ouml;ders fortsetzen. Denn auch auf Schr&ouml;der h&auml;lt er gro&szlig;e St&uuml;cke. Es handele sich um einen guten, weil &raquo;atypischen&laquo; Politiker. Die &raquo;Agenda 2010&laquo; von Schr&ouml;der und Fischer sei &raquo;gegen den Strich eigener Positionen und &Uuml;berzeugungen, aber im &uuml;bergeordneten Interesse des Landes verk&uuml;ndet&laquo; worden. Damit nicht genug, der Sozialabbau muss Steinbr&uuml;ck zufolge weitergehen: &raquo;Der langj&auml;hrig g&uuml;ltige bundesrepublikanische Konsens lag in dem Versprechen, der Sozialstaat solle den sozialen Status jedes einzelnen B&uuml;rgers erhalten und ihm einen durchschnittlichen Lebensstandard garantieren&laquo;, schreibt er in seinem Buch. Dieses Versprechen ist zwar nie wirklich eingel&ouml;st worden, aber inzwischen h&auml;lt Steinbr&uuml;ck es auch f&uuml;r &raquo;heute nicht mehr finanzierbar&laquo;. &raquo;Reformen haben, anders als Ende der sechziger Jahre, Anfang der siebziger Jahre und in der ersten Zeit nach der &Auml;ra Kohl, keine Konjunktur in Deutschland&laquo;, klagt Steinbr&uuml;ck. Dass seine &raquo;Reformpolitik&laquo; vor allem die Armen tr&auml;fe, schert ihn nicht sonderlich. Es gebe eine der SPD ziemlich unvers&ouml;hnlich gegen&uuml;berstehende W&auml;hlerklientel: Langzeitarbeitslose, geringqualifizierte Arbeiter, Gewerkschaftsmitglieder von Mitte 40 bis Ende 50. Diese Klientel lasse sich nicht mehr zur&uuml;ckzugewinnen. Ihr stehe &raquo;mit der Linkspartei eine inzwischen etablierte politische Formation als Alternative zur Verf&uuml;gung&laquo;. Steinbr&uuml;ck schl&auml;gt vor: &raquo;Die SPD &uuml;berl&auml;sst der Linkspartei ihre rund zehn Prozent bundesweit, von denen sie ihr kaum etwas abjagen kann.&laquo; Stattdessen sollten sich die Sozialdemokraten &raquo;auf die fetteren Weiden&laquo; verlegen, die sogenannte gesellschaftliche Mitte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/32\/43754.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Im d&uuml;steren Netz der Eurabia-Blogger<\/strong><br>\nIm Internet tummelte sich Breivik unter Gesinnungsgenossen: Skandinavien ist zu einem der bevorzugten Verbreitungsgebiete der islamfeindlichen Bloggerszene geworden. Als radikal fiel er unter Anh&auml;ngern der &bdquo;Eurabia-Verschw&ouml;rung&ldquo; nicht auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C32742\/norwegen-im-duesteren-netz-der-eurabia-blogger-30486703.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Die Mauer, eine Satire und ihre Opfer<\/strong><br>\nDie ganze Nation feierte am vergangenen Wochenende den Mauerfall? Die ganze Nation: Eine Satirepartei und eine kleine Tageszeitung mit Osthintergrund in Berlin-Mitte verweigerten sich<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/35\/35327\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Was darf Satire? Alles! (Kurt Tucholsky) Obgleich einem bei der Mauerbau-Satire der jW schon einmal die Spucke wegbleiben kann.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Systemkritik; Sebastian Dullien &ndash; Warum Sparorgien den Schuldenschlamassel verschlimmern; Luftnummer Leerverkaufsverbote; US-Aufseher bangen um Europas Banken; Schuldenerlass f&uuml;r Privatversicherte mit Hartz IV; Prek&auml;re Jobs, prek&auml;re Renten; Kassen halten jede zweite Klinikrechnung f&uuml;r falsch; &raquo;Zust&auml;nde kaum noch zu verantworten&laquo;; Info-Grafik: Erwerbsminderungsrenten im Sinkflug; &bdquo;Es gibt keine Waffengleichheit mehr&ldquo;; SEC ger&auml;t<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10487\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10487","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10487"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10487\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10491,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10487\/revisions\/10491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}