{"id":104975,"date":"2023-10-09T10:00:41","date_gmt":"2023-10-09T08:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104975"},"modified":"2023-10-09T14:03:29","modified_gmt":"2023-10-09T12:03:29","slug":"eine-extrawurst-fuer-olaf-auf-cum-ex-amtshelfer-ist-der-deutsche-rechtsstaat-nicht-scharf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104975","title":{"rendered":"Eine Extrawurst f\u00fcr Olaf. Auf Cum-Ex-Amtshelfer ist der deutsche Rechtsstaat nicht scharf"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwie will die deutsche Justiz sich nicht mit der Rolle des Bundeskanzlers beim Cum-Ex-Steuerraubzug der Hamburger Warburg-Bank besch&auml;ftigen. Ein frisch aufgetauchter Vermerk der K&ouml;lner Staatsanwaltschaft k&ouml;nnte die Erkl&auml;rung liefern: Demnach agierten die Ermittler bei ihrem Pr&uuml;fverfahren &bdquo;mit R&uuml;cksicht auf die Stellung&ldquo; des Regierungschefs wohl nicht ganz so akribisch wie &uuml;blich. Diese Darstellung stammt ausgerechnet von jener Oberstaatsanw&auml;ltin, die von langer Hand in ihrem Fahndungseifer ausgebremst werden sollte. Zuf&auml;lle gibt&rsquo;s. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_968\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-104975-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231009_Eine_Extrawurst_fuer_Olaf_Auf_Cum_Ex_Amtshelfer_ist_der_deutsche_Rechtsstaat_nicht_scharf_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231009_Eine_Extrawurst_fuer_Olaf_Auf_Cum_Ex_Amtshelfer_ist_der_deutsche_Rechtsstaat_nicht_scharf_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231009_Eine_Extrawurst_fuer_Olaf_Auf_Cum_Ex_Amtshelfer_ist_der_deutsche_Rechtsstaat_nicht_scharf_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231009_Eine_Extrawurst_fuer_Olaf_Auf_Cum_Ex_Amtshelfer_ist_der_deutsche_Rechtsstaat_nicht_scharf_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=104975-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231009_Eine_Extrawurst_fuer_Olaf_Auf_Cum_Ex_Amtshelfer_ist_der_deutsche_Rechtsstaat_nicht_scharf_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231009_Eine_Extrawurst_fuer_Olaf_Auf_Cum_Ex_Amtshelfer_ist_der_deutsche_Rechtsstaat_nicht_scharf_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der sogenannte Rechtsstaat kann so sch&ouml;n ungerecht sein. Einfachen und unliebsamen B&uuml;rgern begegnet er f&uuml;r gew&ouml;hnlich mit voller H&auml;rte und unter Aufbietung seines ganzen Straf- und Disziplinierungsarsenals. Aber bei Verfehlungen der M&auml;chtigen und Reichen l&auml;sst er schon mal alle F&uuml;nfe gerade sein. Schwamm dr&uuml;ber! Der Cum-Ex-Skandal und speziell die Rolle, die dabei Olaf Scholz (SPD) als mutma&szlig;licher Amtshelfer beim millionenschweren Steuerdiebstahl durch ein Hamburger Geldhaus gespielt hat, liefern hierf&uuml;r besten Anschauungsunterricht. Und w&auml;re die Sache nicht so ernst, k&ouml;nnte man fast dar&uuml;ber lachen: Der Kaiser ist splitterfasernackt, ein gewaltiger St&auml;nder entstellt sein Gesicht, das ganze Volk zeiht ihn der L&uuml;ge &ndash; aber er trotzt: &bdquo;Ich kann mich nicht erinnern.&ldquo; Das ist die Verteidigungsmasche eines Kleinkindes und keine Mama dieser Welt l&auml;sst so etwas durchgehen. Aber die deutsche Justiz schon. <\/p><p>Warum das so ist und wie der Bundeskanzler dem eigentlich dringend gebotenen Interesse der Ermittlungsbeh&ouml;rden entgehen konnte, zeichnet sich inzwischen immer deutlicher ab. Das <em>Stern<\/em>-Magazin berichtete in der Vorwoche (hinter Bezahlschranke) &uuml;ber ein 20-Seiten-Papier der K&ouml;lner Staatsanwaltschaft, in dem von &bdquo;Ungereimtheiten in den Aussagen&ldquo; und einer m&ouml;glicherweise &bdquo;aktiven Einflussnahme&ldquo; des damals Ersten B&uuml;rgermeisters der Hansestadt Hamburg beim Verzicht auf Steuerr&uuml;ckzahlungen im Zusammenhang mit den illegalen Cum-Ex-Deals der Warburg-Bank die Rede ist. Zitat: &bdquo;Insbesondere die auff&auml;llig h&auml;ufige Berufung auf Erinnerungsl&uuml;cken sowie die durchgehend vorgetragene Behauptung, es habe trotz des gewichtigen und brisanten Steuerfalls der M.M. Warburg nahezu keine Kommunikation oder Akteneintr&auml;ge gegeben, sind wenig nachvollziehbar.&ldquo; <\/p><p><strong>Gutgl&auml;ubige Staatsanw&auml;lte<\/strong><\/p><p>2016 hatte die Hamburger Finanzbeh&ouml;rde auf eine Steuernachforderung in H&ouml;he von 47 Millionen Euro gegen das Geldhaus verzichtet und allerhand spricht daf&uuml;r, dass Scholz dabei als Vermittler zwischen Warburg-Chef Christian Olearius und Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD), heute Hamburgs Stadtoberhaupt, fungiert hat. Als die Sache ruchbar wurde, stritt Scholz zun&auml;chst rundweg ab, sich seinerzeit mit dem Bankier getroffen zu haben. Dann tauchten Olearius&rsquo; Tageb&uuml;cher auf, worauf er scheibchenweise drei Zusammenk&uuml;nfte einr&auml;umte, wobei ihm der Inhalt der Gespr&auml;che angeblich nicht mehr erinnerlich sei. Die Hamburger Justiz &uuml;berzeugt das. Im Dezember 2022 lehnte die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Kanzler ab, drei Monate danach <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/olaf-scholz-hamburger-generalstaatsanwaltschaft-sieht-keinen-anfangsverdacht-fuer-falschaussage-im-cum-ex-skandal-a-5cada8cf-2d79-4a6e-b745-dc63d774a98c\">best&auml;tigte die Generalstaatsanwaltschaft den Entscheid<\/a>. Hintergrund war eine Anzeige des renommierten Strafrechtlers Gerhard Strate, der Scholz vorwirft, im Finanzausschuss des Bundestages und im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen B&uuml;rgerschaft widerspr&uuml;chliche Ausk&uuml;nfte hinsichtlich seines Erinnerungsverm&ouml;gens gemacht zu haben.  <\/p><p>Was &uuml;berraschte: Auch die K&ouml;lner Staatsanwaltschaft, namentlich Deutschlands f&uuml;hrende Cum-Ex-Fahnderin Anne Brorhilker, setzte vor zehn Monaten einem Pr&uuml;fverfahren in der Sache ein Ende, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article242821035\/Cum-Ex-Jaegerin-verzichtet-auf-Ermittlungen-gegen-Kanzler-Scholz.html\">&bdquo;mangels Anfangsverdacht&ldquo;<\/a>, wie es hie&szlig;, und weil die Auswertung der &bdquo;zahlreich sichergestellten Postf&auml;cher von Mitarbeitern des Finanzamtes und der Finanzbeh&ouml;rde sowie von Herrn Dr. Tschentscher und Herrn Scholz keine Unterlagen zutage gef&ouml;rdert (haben), die R&uuml;ckschl&uuml;sse auf etwaige Gespr&auml;chsinhalte&ldquo; erm&ouml;glichten. Diese Begr&uuml;ndung entsprach wohl nicht den Tatsachen, denn heute stellt Brorhilker die Dinge ganz anders dar. <\/p><p><strong>Finger weg!<\/strong><\/p><p>Die Oberstaatsanw&auml;ltin hat besagtes Schreiben verfasst, das dem <em>Stern<\/em> zugespielt wurde und das vor zwei Monaten als sogenannter Vermerk an Scholz&rsquo; Anwalt ging. Anlass war offenbar ein Vers&auml;umnis ihrer Beh&ouml;rde: Zwar hatte man zum Jahresende entschieden, die Angelegenheit ruhen zu lassen, aber vergessen, die Gr&uuml;nde daf&uuml;r in schriftlicher Form darzulegen. Das hat Brorhilker auf ihre ganz spezielle Art nachgeholt: Statt zu erkl&auml;ren, warum sie gegen Scholz nicht vorgehen will, lieferte sie im Gegenteil reichlich Argumente, weshalb man die Ermittlungen h&auml;tte forcieren m&uuml;ssen. &Uuml;berdies formuliert sie in aller Klarheit, warum das nicht passierte: &bdquo;Mit R&uuml;cksicht auf die Stellung&ldquo; von Scholz &bdquo;erschien daher ein weiteres Zuwarten (&hellip;) nicht l&auml;nger vertretbar&ldquo;.  <\/p><p>Ein &bdquo;Zuwarten&ldquo; h&auml;tte es wohl vor allem daf&uuml;r gebraucht, die vorhandenen Beweismittel eingehend zu pr&uuml;fen. Das betraf etwa das E-Mail-Postfach der Scholz-Vertrauten Jeanette Schwamberger. Dieses komplett zu durchforsten, h&auml;tte Zeit erfordert, Zeit, die Brorhilker wegen der engen Fristsetzung durch den K&ouml;lner Generalstaatsanwalt nicht hatte. Der <em>Stern<\/em> deutet den Inhalt des Vermerks jedenfalls so: &bdquo;In K&ouml;ln meinte man, gen&uuml;gend Anhaltspunkte zu haben, um sich die Rolle von Scholz in der Warburg-Aff&auml;re noch genauer anzuschauen. Aber das schien trotz aller Indizien gegen den Kanzler nicht erw&uuml;nscht.&ldquo; Das Magazin verweist hier auf die Rolle von Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach. Laut &bdquo;Insidern&ldquo; sei die Ablehnung von Ermittlungen gegen den Kanzler &bdquo;auch im Sinne&ldquo; des Gr&uuml;nen-Politikers gewesen.<\/p><p><strong>D&uuml;sseldorfer Lieferengp&auml;sse<\/strong><\/p><p>Das passt ins Bild: Wie die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104408\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104491\">hier<\/a> berichteten, war Limbach drauf und dran, Brorhilker zu entmachten. Die Cum-Ex-Hauptabteilung H, der sie bisher in Alleinverantwortung vorsteht, sollte aufgespalten und zur H&auml;lfte in die Zust&auml;ndigkeit des mit der Materie wenig vertrauten Oberstaatsanwalts Ulrich Stein-Visarius fallen, der aktuell noch im Justizministerium t&auml;tig ist. Wie Scholz steht auch Limbach im Verdacht, ein L&uuml;gner zu sein. Praktisch widerlegt ist so seine Version, die Pl&auml;ne zur Aufteilung der Cum-Ex-Einheit gingen ohne sein Zutun auf den Chef der K&ouml;lner Staatsanwaltschaft zur&uuml;ck. Dem widersprach sogar die K&ouml;lner Generalstaatsanwaltschaft: Bei der Neuordnung habe es sich &bdquo;um Struktur&uuml;berlegungen des Ministeriums der Justiz des Landes NRW&ldquo; gehandelt, lie&szlig; diese verlauten. <\/p><p>Der Druck auf Limbach wurde am Ende doch zu gro&szlig;: Laut <a href=\"https:\/\/www.wr.de\/politik\/landespolitik\/cum-ex-umstrukturierung-der-staatsanwaltschaft-ausgesetzt-id239753287.html\">Presseberichten<\/a> vom Sonntag hat der Minister sein Vorhaben auf Eis gelegt. Dar&uuml;ber informierte er die rechtspolitischen Sprecher der Fraktionen im Landtag in einem Brief, der der <em>Deutschen Presse-Agentur (dpa)<\/em> vorliegt. Limbach hatte sich am Donnerstag in einer Sondersitzung des Rechtsausschusses kritischen Fragen zu seiner Personalpolitik stellen m&uuml;ssen. Ob die Angelegenheit damit erledigt ist oder ihm selbst wom&ouml;glich weiteres Ungemacht droht, bleibt abzuwarten. <\/p><p>Fragen wirft n&auml;mlich weiterhin seine Rolle als selbsternannter &bdquo;Aktenlieferant&ldquo; f&uuml;r den in der Warburg-Aff&auml;re um Aufkl&auml;rung bem&uuml;hten Hamburger Untersuchungsausschuss auf. Die Abgeordneten warten seit &uuml;ber einem Jahr auf Ermittlungsmaterial aus K&ouml;ln. Als sie schlie&szlig;lich mit einer Klage drohten, &uuml;bernahm Limbach demonstrativ das Heft des Handelns, schickte eine Delegation nach Hamburg mit dem Versprechen im Gep&auml;ck, die Daten schnellstens zu &uuml;bermitteln. Und per Brandrede im Rechtsausschuss des D&uuml;sseldorfer Landtags schob er die Schuld f&uuml;r die H&auml;ngepartie der K&ouml;lner Staatsanwaltschaft in die Schuhe. In einer internen &bdquo;Stellungnahme&ldquo;, die in der K&ouml;lner Justiz kursiert und aus der <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/benjamin-limbach-luegt-der-gruene-minister-interne-cum-ex-unterlagen-naehren-brisanten-verdacht_id_218284857.html\"><em>Focus Online<\/em><\/a> umf&auml;nglich zitierte, schildert Brorhilker die Abl&auml;ufe anders. Demnach hatte ihr Haus die fraglichen Daten und Asservate schon zwischen M&auml;rz und Mai dieses Jahres ans Ministerium nach D&uuml;sseldorf &uuml;berstellt, wo diese dann monatelang versauerten.   <\/p><p><strong>&bdquo;Das ist alles merkw&uuml;rdig&ldquo;<\/strong><\/p><p>Hat Limbach die Akten wom&ouml;glich zur&uuml;ckgehalten und ein Affentheater inszeniert, damit keiner merkt, dass er selbst die Aufkl&auml;rung im Warburg-Komplex behindert? In Justizkreisen wundere man sich, schrieb <em>Focus Online<\/em>: &bdquo;Man fragt sich, warum der Minister einen solchen Rauch wegen nichts veranstaltete?&ldquo; Den Bundeskanzler vorm Sturz zu bewahren und seiner eigenen Karriere einen Schub zu verpassen, w&auml;re fraglos mehr als &bdquo;nichts&ldquo;. &Uuml;berlegungen in diese Richtung sind nat&uuml;rlich rein spekulativ. Wobei in diesen Tagen doch allerhand zusammenkommt: Die Cum-Ex-Chefankl&auml;gerin sollte demontiert werden, der verantwortliche Minister verstrickt sich in Widerspr&uuml;che und knickt schlie&szlig;lich ein und aus Hamburg kommt die Ansage, dass die entscheidenden Unterlagen aus K&ouml;ln immer noch nicht da sind, insbesondere die Inhalte der E-Mail-Postf&auml;cher aus dem engsten Umfeld von Scholz.<\/p><p>Dabei sind die wahrscheinlich der Schl&uuml;ssel, um die &bdquo;Vergesslichkeit&ldquo; des Kanzlers endg&uuml;ltig als M&auml;rchen zu entbl&ouml;&szlig;en. Wie der <em>Stern<\/em> schon im August unter Berufung auf E-Mails seiner B&uuml;roleiterin Schwamberger berichtet hatte, konnte diese einen Kalendereintrag nicht finden, mit dem ihr Chef zuvor ein Treffen mit Olearius im November 2017 best&auml;tigt hatte. O-Ton: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/olaf-scholz--e-mails-aus-seinem-team-zum-cum-ex-skandal-werfen-neue-fragen-auf-33754512.html\">&bdquo;Das ist alles merkw&uuml;rdig, aber wir sind alle Kalender durch.&ldquo;<\/a> Christian Leye von der Bundestagsfraktion Die Linke sowie sein fr&uuml;herer Fraktionskollege Fabio De Masi haben in diesem Zusammenhang mit einer <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/085\/2008549.pdf\">Kleinen Anfrage<\/a> bei der Bundesregierung nachgebohrt. <\/p><p>Leye &auml;u&szlig;erte sich dazu gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten: &bdquo;Scholz lie&szlig; im Februar 2020 &uuml;ber seinen Sprecher gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit einen Kalendereintrag vort&auml;uschen, um ein Treffen mit Warburg-Gesellschafter Olearius zu best&auml;tigen.&ldquo; Den Eintrag gab es damals aber gar nicht mehr oder hatte es mutma&szlig;lich nie gegeben. Scholz jedenfalls musste dessen Fehlen vor dem Hamburger Untersuchungsausschuss best&auml;tigen. &bdquo;Damit ist auch seine Erinnerungsl&uuml;cke widerlegt, denn ich kann einen Termin nur dann ohne eine Aufzeichnung best&auml;tigen, wenn ich mich erinnere&ldquo;, bemerkte Leye. <\/p><p><strong>Immer wieder Wissensl&uuml;cken<\/strong><\/p><p>Ein zweiter Punkt der Anfrage betrifft fr&uuml;here Angaben des Hamburger Senats, wonach dieser Ende 2019 beim damaligen Finanzminister zur Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage der Hamburger Linksfraktion wegen Treffen mit Olearius nachgefragt hatte. Das Scholz-Ministerium antwortete darauf nicht. Trotzdem behauptete Sprecher Steffen Hebestreit sp&auml;ter, man wisse nicht, warum der Senat die Treffen damals nicht einger&auml;umt hatte. Auch darin sehen Leye und De Masi &bdquo;eine bewusste T&auml;uschung der &Ouml;ffentlichkeit&ldquo;. F&uuml;r Leye ist die Sache klar: &bdquo;Die Bundesregierung kann die Widerspr&uuml;che von Olaf Scholz nicht widerlegen. Wir haben einen Bundeskanzler, der die &Ouml;ffentlichkeit nachweislich belogen hat.&ldquo;  <\/p><p>Die Regierung kontert wie &uuml;blich mit Wissensl&uuml;cken. &bdquo;Vorg&auml;nge im Zusammenhang mit einem Kalendereintrag zu diesem Treffen sind im Einzelnen nicht mehr rekonstruierbar&ldquo;, hei&szlig;t es in ihrer Antwort auf die Anfrage. Auf Nachfragen durch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104758\">Florian Warweg<\/a> in der Bundespressekonferenz beschied der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang B&uuml;chner am vergangenen Donnerstag: &bdquo;Ich &auml;u&szlig;ere mich nicht zu Themen au&szlig;erhalb der Zust&auml;ndigkeit des Bundeskanzlers.&ldquo; Was Pinocchio wohl dazu sagen w&uuml;rde? <\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/OTPoI5cPCAw?si=9vn-P-_KfOVICB3H\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><small>Titelbild: Alexandros Michailidis\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/d8f3cde8d12c49139701f530c7c529be\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie will die deutsche Justiz sich nicht mit der Rolle des Bundeskanzlers beim Cum-Ex-Steuerraubzug der Hamburger Warburg-Bank besch&auml;ftigen. 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