{"id":10514,"date":"2011-08-22T08:47:54","date_gmt":"2011-08-22T06:47:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10514"},"modified":"2019-03-18T11:43:46","modified_gmt":"2019-03-18T10:43:46","slug":"hinweise-des-tages-1451","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10514","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Staat als Schuldner &ndash; Quadratur des B&ouml;sen?; Transaktionssteuer: Finanzindustrie droht der EU;  Die Welt ist aus den Fugen; Eine Verteilungsfrage &ndash; Die n&auml;chste Stufe der Finanzkrise; Kirchhof beklagt &bdquo;Feudalismus&ldquo; im deutschen Steuerrecht; Exfondsmanagerin &uuml;ber Aktienkurse: &ldquo;Das ist wie Achterbahn fahren&rdquo;; Ratingagentur Moody&acute;s Leichen im Keller werden sichtbar; Offener Brief zum Thema Fachkr&auml;ftemangel; Stuttgart 21: Gleise statt B&uuml;roviertel; Norweger trauern, Rechtspopulisten hetzen; Ehrenmorde: Sich unterwerfen oder sterben; Aufbruch in Arabien?; Jungendproteste; Gl&uuml;ckwunschschreiben der Bundeskanzlerin&nbsp;an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam; Steinbr&uuml;ck allein &ndash; muss nicht sein. (WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Der Staat als Schuldner &ndash; Quadratur des B&ouml;sen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Transaktionssteuer: Finanzindustrie droht der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Welt ist aus den Fugen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Eine Verteilungsfrage &ndash; Die n&auml;chste Stufe der Finanzkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Kirchhof beklagt &bdquo;Feudalismus&ldquo; im deutschen Steuerrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Exfondsmanagerin &uuml;ber Aktienkurse: &ldquo;Das ist wie Achterbahn fahren&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Ratingagentur Moody&acute;s Leichen im Keller werden sichtbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Stuttgart 21: Gleise statt B&uuml;roviertel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Norweger trauern, Rechtspopulisten hetzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Ehrenmorde: Sich unterwerfen oder sterben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Aufbruch in Arabien?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Jungendproteste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Gl&uuml;ckwunschschreiben der Bundeskanzlerin&nbsp;an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Steinbr&uuml;ck allein &ndash; muss nicht sein<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=10514&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck, Friederike Spiecker: Der Staat als Schuldner &ndash; Quadratur des B&ouml;sen?<\/strong><br>\nIn der Eurokrise werden Schuldnerstaaten in ein strenges Austerit&auml;tsprogramm gedr&auml;ngt.<br>\nDie Autoren des Beitrags zeigen, dass die Defizite des Staates nicht unabh&auml;ngig von den Finanzierungssalden der &uuml;brigen Sektoren der Volkswirtschaft sinnvoll analysiert werden k&ouml;nnen.<br>\nDas systematisch auf die Verschuldung des Auslands setzende deutsche Wirtschaftsmodell tr&auml;gt deshalb die Hauptverantwortung f&uuml;r die Eurokrise. Nur ein Schumpeterianisches Verst&auml;ndnis der Funktion von Krediten hilft, mit dem Thema Schulden gesamtwirtschaftlich rational umzugehen und es nicht zur Demontage des Staates zu missbrauchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/9017021987097056457-a-1802744773732722657-s-sites.googlegroups.com\/site\/friederikespiecker\/Home\/literatur-1\/FlassbeckSpieckerWiDienst7-2011-StaatsschuldenQuadratur.pdf?attachauth=ANoY7crXr8mcH96MtHPWhT-CPpzjvQ4DHSzBGfvWfm5kiR9OTxrWcSqvbBmnBlkh7GyEF1oweA7GyXLkK9tc7WQe7Yf-zBwm1jKvjPUNGn0brnggqpKdiMF9c9IJBr6shE1zOCkR_7mPp_9vWN5ppVX85rGN7d_20DevLQ9j5kc-UvNcR5bGdKaRsO9bz_DUHkXbT1v9k6s2Lu3y_3_zdIKWJxi3WvTnob9YUFJvKsuJsobiDCQwcG_KFEv0B3F0HxCYw7gPnf-_rT6GZuS7oM6Y8jVrV0I9cjyvbNv37sLiKGWZLwjud3U%3D&amp;attredirects=1\">Wirtschaftsdienst<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dies ist der Artikel auf den Heiner Flassbeck in seinem <a href=\"?p=10509#h04\">Offenen Brief<\/a> an den Ressortleiter Wirtschaft der S&uuml;ddeutschen Zeitung, Marc Beise, hingewiesen hat. Der Beitrag ist zwar nicht ganz einfach zu lesen, aber die Lekt&uuml;re lohnt sich auf jeden Fall, weil er die Problematik der Staatsverschuldung &ouml;konomisch einordnet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Transaktionssteuer: Finanzindustrie droht der EU<\/strong><br>\nIn eiligem Aktionismus dr&auml;ngen Paris und Berlin auf die Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionssteuer. Jetzt droht ein erster Finanzdienstleister mit Konsequenzen. Auch in Deutschland sorgen die Pl&auml;ne f&uuml;r Z&uuml;ndstoff.<br>\nDas Brokerhaus ICAP droht wegen der von Deutschland und Frankreich propagierten Finanztransaktionssteuer mit dem Wegzug aus der Europ&auml;ischen Union&hellip;<br>\nDer Chef des Brokerriesen, Michael Spencer &hellip;sagte, dass die H&auml;ndler nach New York oder Singapur umz&ouml;gen, falls die Abgabe in der gesamten EU eingef&uuml;hrt werde&hellip;<br>\nHessens Ministerpr&auml;sident Volker Bouffier (CDU) warnte deshalb vor einem Verlust von 70.000 Arbeitspl&auml;tzen in Frankfurt. Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp R&ouml;sler hatte die Zustimmung seiner Partei zuvor kategorisch an eine Einf&uuml;hrung in allen 27 EU-L&auml;ndern gekn&uuml;pft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken\/finanzindustrie-droht-der-eu\/4525556.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist geradezu ein Reflex: Bei jeder Ma&szlig;nahme zur Begrenzung der Spekulation folgt die Drohung mit dem Abzug und der Hinweis auf den Verlust von Arbeitspl&auml;tzen. Wenn das zutr&auml;fe, dann kann die Politik gleich einpacken und den B&ouml;rsendealer das Gesch&auml;ft &uuml;berlassen. &Uuml;brigens: Fast alle L&auml;nder die den Spekulanten nicht T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet hatten, sind von der Finanzkrise weniger tangiert worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Welt ist aus den Fugen<\/strong><br>\nIm Krisensommer 2011 offenbart sich der desastr&ouml;se Zustand unserer Demokratien. Eine &uuml;berm&auml;chtige Finanzwirtschaft f&uuml;hrt Politik und Eliten vor.<br>\nSeit dem Crash von 2008 wissen wir, dass nichts so irrational, gef&auml;hrlich und unproduktiv ist wie das Meuteverhalten der Finanzakteure, die keinem anderen als dem eigenen Nutzen folgen&hellip;<br>\nJeder Staat meinte, &bdquo;seine&ldquo; Wirtschaft optimal in Stellung bringen zu m&uuml;ssen, indem Kosten gesenkt, Verpflichtungen gel&ouml;st und au&szlig;erdem sagenhaft viel Geld verdient werden konnte.<br>\nDieser neue Kapitalismus hat die Ideale und St&auml;rken der Demokratien in einem Ma&szlig; untergraben, wie kein &auml;u&szlig;erer Feind es gekonnt h&auml;tte. Die &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; sind zur Parallelgesellschaft des 21. Jahrhunderts geworden. Sie k&ouml;nnen jenseits der f&uuml;r alle anderen g&uuml;ltigen Ma&szlig;st&auml;be von Haftung und Verantwortung handeln&hellip;<br>\nDie Demokratien haben sich vom neuen Finanzkapitalismus ihr Selbstbewusstsein abkaufen lassen. Der Aufstieg der Demokratie war nicht m&ouml;glich ohne die soziale und rechtliche Zivilisierung des Kapitalismus, ohne die Zur&uuml;cksetzung der Macht der &ouml;konomisch St&auml;rkeren. Die alternden Demokratien kapitulieren vor ihr.<br>\nErst die Deregulierungseuphorie demokratischer Regierungen hat den sagenhaften Aufstieg der Finanzoligarchie m&ouml;glich gemacht, und die Nebenwirkung trat sofort ein &ndash; die abrupt sinkende F&auml;higkeit zur politischen Selbstkorrektur. Noch eindrucksvoller als die Liste des zahlreichen Finanzcrashs ist die Unf&auml;higkeit, daraus Konsequenzen zu ziehen&hellip;<br>\nDer Finanzkapitalismus hat den Anspruch paralysiert, auf dem Primat der Politik zu bestehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/die-welt-ist-aus-den-fugen\/4523422.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Eine Verteilungsfrage &ndash; Die n&auml;chste Stufe der Finanzkrise<\/strong><br>\nDie Finanzkrise ist mittlerweile in ihrer dritten Phase. In der ersten gerieten Banken wegen hoher Abschreibungen auf verbriefte Hypothekenanleihen in Schieflage und wurden, bis auf Lehman Brothers, durch Vergemeinschaftung ihrer Verluste gerettet. In der zweiten Phase wurden europ&auml;ische Peripheriel&auml;nder in einen Abw&auml;rtssog gezogen, weil das Niveau ihrer Verschuldung nicht mehr erwarten lie&szlig;, dass sie ihre Kredite w&uuml;rden zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnen. Eine Stabilisierung wurde durch Rettungspakete versucht, die von den jeweiligen Rentnern und anderen staatsabh&auml;ngigen Gruppen sowie von den &ouml;konomisch st&auml;rkeren Eurol&auml;ndern im Norden finanziert wurden und werden. In der dritten Phase haben sich nun die Zweifel an der staatlichen Solvenz auch auf Kernl&auml;nder der Weltwirtschaft ausgeweitet, besonders die Vereinigten Staaten, aber auch Italien, zuletzt Frankreich. Damit geraten auch diese L&auml;nder in den Strudel&hellip;<br>\nEs zeigt sich, dass die L&ouml;sung der Schuldenkrise wesentlich eine Verteilungsfrage ist. Wer zahlt f&uuml;r Ausgaben, die l&auml;ngst get&auml;tigt wurden, ohne je abgegolten worden zu sein, in einer Situation, in der die Gl&auml;ubiger das Vertrauen verloren haben und ihr Geld zur&uuml;ckverlangen? Was da aussteht, ist die Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres, in einigen L&auml;ndern sogar weit mehr. Nachdem die Zuw&auml;chse des Sozialprodukts w&auml;hrend der vergangenen drei&szlig;ig Jahre vornehmlich den oberen Bev&ouml;lkerungsschichten zugutekamen, stellt sich in der Schuldenkrise die Frage, ob und mit welchen Mitteln die Wohlhabenden versuchen werden, ihre Position auch um den Preis einer massiven sozialen und politischen Krise zu verteidigen. Wir k&ouml;nnen nicht ausschlie&szlig;en, dass sie die Schrift an der Wand auch weiterhin nicht verstehen wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30351\/eine-verteilungsfrage-die-naechste-stufe-der-finanzkrise-30488040.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kirchhof beklagt &bdquo;Feudalismus&ldquo; im deutschen Steuerrecht<\/strong><br>\nDas deutsche Steuerrecht belastet die Schwachen und beg&uuml;nstigt die Starken: Das sagt Steuerrechtler Paul Kirchhof im Interview mit der F.A.S. Scharfe Kritik &auml;u&szlig;ert er an den Rettungsprogrammen f&uuml;r Euro-Staaten. Damit werde &bdquo;Solidarit&auml;t gegen&uuml;ber dem Finanzmarkt&ldquo; ge&uuml;bt.<br>\nEs beruhe auf dem &bdquo;Recht des &ouml;konomisch St&auml;rkeren&ldquo; und f&uuml;hre zu einer &bdquo;Umverteilung von Arm zu Reich&ldquo;, sagte Kirchhof der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Politik habe &uuml;ber lange Zeit Ausnahmen und Privilegien geschaffen, die vor allem gut organisierte Interessengruppen beg&uuml;nstigten, die ohnehin &ouml;konomisch bevorteilt seien. &bdquo;Die Schwachen werden belastet und die Starken beg&uuml;nstigt&ldquo;, sagte Kirchhof. Viele Politiker h&auml;tten an dem bisherigen &bdquo;Verwirr- und Privilegiensystem&ldquo; mitgewirkt. Sie s&auml;hen in den Verg&uuml;nstigungen, die sie f&uuml;r ihre Lobby erk&auml;mpft h&auml;tten, ihren beruflichen Erfolg und st&uuml;nden einer Reform im Weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/S31328\/interview-in-der-f-a-s-kirchhof-beklagt-feudalismus-im-deutschen-steuerrecht-30488450.html\">Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass der &bdquo;Professor aus Heidelberg&ldquo; (Gerhard Schr&ouml;der) nicht gerade ein Vork&auml;mpfer f&uuml;r eine steuerliche Umverteilung von Reich zu Arm ist, hat Jens Berger j&uuml;ngst in einem Artikel zu den neuesten Vorschl&auml;gen Paul Kirchhofs <a href=\"?p=9946\">dargestellt<\/a>, aber wo er Recht hat, hat er Recht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Exfondsmanagerin &uuml;ber Aktienkurse: &ldquo;Das ist wie Achterbahn fahren&rdquo;<\/strong><br>\nWir erleben derzeit keinen Aktiencrash, findet Exfondsmanagerin und Bestsellerautorin Susan Levermann. F&uuml;r sie ist die B&ouml;rsenkrise eine Krise der Werte.<br>\nSo funktioniert das grunds&auml;tzliche Spiel an der B&ouml;rse. Wenn ein Anleger &uuml;berdurchschnittliche Rendite erzielt, m&uuml;ssen andere unter dem Durchschnitt liegen. Deswegen habe ich mich ja von meinem Beruf als Fondsmanagerin verabschiedet, weil ich es nicht leiden konnte, andere zu &uuml;bervorteilen&hellip;<br>\nAber man muss sehen, dass die B&ouml;rsenkrise eigentlich eine generelle Krise der Werte ist, wie auch der Krawall in England zeigt. Die Elite muss sich fragen, ob die B&ouml;rse nicht die falschen Vorbilder vermittelt. Dort geht es um Bereicherung, Wettkampf und Egoismus. Richtiger w&auml;re Miteinander und F&uuml;rsorge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Exfondsmanagerin-ueber-Aktienkurse\/!76604\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ratingagentur Moody&acute;s Leichen im Keller werden sichtbar&nbsp;<\/strong><br>\nWollten Sie immer schon mal wissen wie Ratings entstehen? William Harrington, 11 Jahre in Spitzenposition bei Moody&acute;s, hat es der US-B&ouml;rsenaufsicht SEC geschrieben.<br>\nAuf 78 Seiten erkl&auml;rt Harrington es genau. Demnach wurden Ratings den W&uuml;nschen der Klienten entprechend erstellt. Auch andere Ratingagenturen d&uuml;rften &auml;hnlich arbeiten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/aristo.excusado.net\/comments.php?y=11&amp;m=08&amp;entry=entry110820-134802\">aristo blog<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.com\/moodys-analyst-conflicts-corruption-and-greed-2011-8\">Business Insider, MOODY&rsquo;S ANALYST BREAKS SILENCE: Says Ratings Agency Rotten To Core With Conflicts<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Stuttgart 21: Gleise statt B&uuml;roviertel<\/strong><br>\nDas umstrittene Milliardenprojekt Stuttgart 21 birgt nicht nur Bau- und Kostenrisiken, es steht auch vor juristischen H&uuml;rden: Einige Privatbahnen wollen den Erhalt des Stuttgarter Kopfbahnhofs vor Gericht durchsetzen &ndash; und machen jetzt Ernst.<br>\nEinige Privatbahnen wollen den Erhalt der oberirdischen Anlagen f&uuml;r Fern-, Regional- und G&uuml;terz&uuml;ge notfalls vor Gericht durchsetzen, und machen jetzt Ernst. Mehrere Klagen stehen bevor. Dadurch bekommt Gei&szlig;lers Vorschlag ungeahnten R&uuml;ckenwind. Denn auch die Privatbahnen halten den SMA-Vorschlag f&uuml;r &bdquo;die sinnvollste und wirtschaftlichste L&ouml;sung&ldquo;. Die oberirdischen Anlagen blieben erhalten, der Tunnelbahnhof sch&uuml;fe zus&auml;tzliche Kapazit&auml;ten. Der Streitfall h&auml;tte sich erledigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/spezials\/stuttgart-21\/gleise-statt-bueroviertel\/-\/4767758\/9554914\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Norweger trauern, Rechtspopulisten hetzen<\/strong><br>\nVier Wochen nach dem Attentat in Norwegen beginnt heute ein dreit&auml;giges Gedenken der 77 Opfer des Doppelanschlags. W&auml;hrend das Land weiter trauert, wird in rechtspopulistischen Blogs wieder gehetzt &ndash; gegen Muslime und &ldquo;Gutmenschen&rdquo;. Dabei spielen Verschw&ouml;rungstheorien eine gro&szlig;e Rolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/breivikdebatte100.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ehrenmorde: Sich unterwerfen oder sterben<\/strong><br>\nEine neue Studie vermittelt zum ersten Mal einen detaillierten &Uuml;berblick &uuml;ber T&auml;ter, Opfer und Motive von &raquo;Ehrenmorden&laquo; in Deutschland. In der Untersuchung mit dem Titel &raquo;Ehrbezogene T&ouml;tungsdelikte in Familien und Partnerschaften zwischen 1996 und 2005&laquo; wurden 78 F&auml;lle, 109 Opfer und 122 T&auml;ter erfasst. Die wohl wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass fast doppelt so viele Delikte im Namen der Ehre begangen wurden wie bisher angenommen. In erster Linie ist diese Abweichung der deutschen Justiz anzulasten, was in der Untersuchung auch deutlich ausgef&uuml;hrt wird: Nur in etwa der H&auml;lfte der F&auml;lle haben deutsche Gerichte demnach das Tatmotiv &raquo;Ehre&laquo; &uuml;berhaupt ber&uuml;cksichtigt und das, obwohl der Bundesgerichtshof bereits seit 1995 eine eindeutige Rechtsprechung in solchen F&auml;llen fordert. Seit jenem Jahr stellt das Tatmotiv &raquo;Ehre&laquo; juristisch gesehen einen niedrigen Beweggrund im Sinne des Mordtatbestandes dar.<br>\nWie die Urheber der Studie festgestellt haben, beherrscht ein Motiv nahezu alle untersuchten F&auml;lle: der Hass auf die &raquo;mangelnde Unterwerfung der weiblichen Sexualit&auml;t unter die Kontrolle eines patriarchal gepr&auml;gten Familienwillens&laquo;. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich ein Geflecht aus repressiver Sexualmoral, Religiosit&auml;t und traditionellen Wertvorstellungen. Neben Untreue und Trennung sind vor allem &raquo;illegitime Partnerschaften&laquo; und ein &raquo;zu westlicher Lebensstil&laquo; Gr&uuml;nde f&uuml;r Ehrenmorde. 57 Prozent der Opfer waren junge Frauen, die meisten von ihnen zwischen 19 und 29 Jahre alt. Der erstaunlich hohe Anteil von get&ouml;teten M&auml;nnern ist eines der Ergebnisse, das widerspricht dem stereotypen Bild von der Frau als Opfer. M&auml;nner wurden der Studie zufolge get&ouml;tet, weil sie Homosexuelle oder &raquo;Ehebrecher&laquo; waren oder sich weigerten, einen &raquo;Ehrenmord&laquo; zu begehen. Von 122 T&auml;tern haben 76 einen t&uuml;rkischen Migrationshintergrund, der Gro&szlig;teil der &uuml;brigen einen arabischen. Nahezu alle kommen aus der ersten Generation zugewanderter Familien, aus einer &raquo;Gruppe von bildungsfernen Migranten, die beinahe ausnahmslos un- oder angelernte manuelle T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben und dementsprechend ganz &uuml;berwiegend die untersten Pl&auml;tze in der sozialen Schichtung einnehmen&laquo;. Diese Tatsache verleitete Christian Rath in einem Kommentar in der Taz zu diesem Schluss: &raquo;Das Problem ist kein religi&ouml;ses, sondern vor allem ein soziales.&laquo; &raquo;Ehrenmorde&laquo;, schrieb Rath in dem Artikel, seien &raquo;kein Massenph&auml;nomen&laquo;, sondern eine &raquo;Randerscheinung&laquo;. &ndash;&nbsp; Wie aus einer repr&auml;sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Metropol aus dem Jahr 2006 hervorging, hielten damals 30 Prozent aller Studenten mit einem t&uuml;rkischen Migrationshintergrund Ehrenmorde f&uuml;r eine legitime Reaktion auf eine Verletzung der Familienehre.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/32\/43755.html\">Jungle World<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bka.de\/nn_193902\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Publikationen\/Publikationsreihen\/01PolizeiUndForschung\/1__42__Ehrenmorde_20in_20Deutschland,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\/1_42_Ehrenmorde%20in%20Deutschland.pdf\">BKA [PDF &ndash; 4 MB]<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article90463\/Tuerkische_Studenten_halten_Ehrenmorde_fuer_legitim.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Laut UNO werden jedes Jahr&nbsp; weltweit 5000 Frauen Opfer von sogenannten Ehrenmorden insbesondere in Pakistan, aber leider auch in der T&uuml;rkei. Dabei d&uuml;rfte die Dunkelziffer (z.B. als Unfall getarnt) viel h&ouml;her liegen. Bevor man sich allerdings allzu sehr auf diese L&auml;nder bzw. ihre Religion einschie&szlig;t, sollten wir uns klar machen, dass fast alle Kulturen in der Vergangenheit Ehebruch oder den Verlust der Jungfr&auml;ulichkeit als Angriff auf die Familienehre mit dem Tod der Beteiligten ahndeten. Selbst in Sizilien gehorchte die Blutrache noch bis vor kurzem &auml;hnlichen Mustern. Im Libanon und Syrien sind Ehrenmorde durchaus auch unter Christen verbreitet. Insofern ist der Ehrenmord, jenseits unserer Emp&ouml;rung &uuml;ber diese verurteilenswerte Niedertracht, vor allen Kennzeichen einer r&uuml;ckst&auml;ndigen, patriarchalen Gesellschaftsstruktur, die es zu ver&auml;ndern gilt. Und die auch ver&auml;ndert werden kann. Nicht umsonst nehmen mit steigendem Bildungsgrad, auch unter Muslimen, die Zahl der Ehrenmorde ab.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Aufbruch in Arabien?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Arabische Monarchien: Ehrfurcht geb&uuml;hrt den K&ouml;nigen <\/strong><br>\nDas Schicksal autorit&auml;rer Pr&auml;sidialsysteme in der arabischen Welt scheint besiegelt. Der Proteststurm ist aber auch an den Monarchien nicht spurlos vorbeigegangen, die in fast der H&auml;lfte der arabischen L&auml;nder bestehen und von denen bislang nicht eine einzige gest&uuml;rzt wurde. Politisch am wenigsten bewegt haben sich seit Beginn des Aufbegehrens im Februar die K&ouml;nigreiche der arabischen Halbinsel und am Persischen Golf. Eskalierten dort die Proteste &ndash; man denke vor allem an Bahrein -, dann wurde der Opposition kurzerhand der Prozess gemacht. Die Anf&uuml;hrer wurden zu langen Freiheitsstrafen verurteilt.<br>\nEinen anderen Weg gehen die K&ouml;nige in Marokko und Jordanien. Mohammed VI. ebenso wie der jordanische Herrscher Abdullah II. hatten zu Beginn des arabischen Fr&uuml;hlings Reformbereitschaft erkennen lassen. Damit lie&szlig;en sie sich allerdings mehrere Monate Zeit. Der marokkanische K&ouml;nig war es, der schlie&szlig;lich im Juni den entscheidenden Schritt wagte. Mohammed VI. k&uuml;ndigte an, einen Teil seiner Befugnisse an die Regierung und das Parlament abzutreten. Anfang Juli stimmten in einem Referendum fast hundert Prozent der Marokkaner f&uuml;r diese Vorschl&auml;ge, die nach den vorgezogenen Wahlen im November. Dem marokkanischen Beispiel ist in den vergangenen Tagen Jordaniens K&ouml;nig Abdullah II. gefolgt.<br>\nBeide Herrscher verbindet trotz der Entfernung zwischen Maghreb und Maschrek nicht nur der Umstand, dass sie auch nach der Verwirklichung der versprochenen Reformen die Macht weitgehend in den eigenen H&auml;nden behalten werden. Beide, Anfang der sechziger Jahre geboren, sind nicht nur fast gleichaltrig, sondern regieren nach einer teilweise oder ganz im Ausland absolvierten akademischen Ausbildung auch etwa gleich lang. Zudem geh&ouml;ren beide den einzigen Dynastien an, die in Anspruch nehmen k&ouml;nnen, in direkter Linie vom Propheten Mohammed abzustammen. Dies erkl&auml;rt aber nur zum Teil die Gelassenheit, mit der sie auf die Forderungen ihrer Untertanen reagieren. Zwar meinen sie, auf die religi&ouml;se Scheu und Ehrfurcht vor den Nachfolgern des Propheten vertrauen zu k&ouml;nnen. Aber ihr Erb-Charisma ist auch mit der nationalen Befreiungstradition verwoben: Sowohl Mohammed V., der Gro&szlig;vater des jetzigen marokkanischen Herrschers, als auch Abdullah I., der Urgro&szlig;vater des Haschemitenk&ouml;nigs, hatten in den vierziger und f&uuml;nfziger Jahren ihre Reiche in die politische Unabh&auml;ngigkeit gef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C32315\/arabische-monarchien-ehrfurcht-gebuehrt-den-koenigen-30486613.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>&Auml;gypten: Br&uuml;der im autorit&auml;ren Geiste<\/strong><br>\nIn &Auml;gypten haben sich Islamisten und das Milit&auml;r gegen die s&auml;kulare Demokratiebewegung verb&uuml;ndet. W&auml;hrend des Aufstands Ende Januar hatte sich ein B&uuml;ndnis zwischen den islamistischen Gruppen und der Jugendbewegung herausgebildet, das trotz der &auml;u&szlig;erst gro&szlig;en Differenzen erstaunlich lange gehalten hat. Im gemeinsamen Kampf gegen das Regime spielten die unterschiedlichen Ziele eine geringe Rolle. Das &auml;nderte sich schon bald nach Hosni Mubaraks R&uuml;cktritt. Die verbotene Muslimbruderschaft entwickelte sich rasch zu einer wichtigen und finanzstarken politischen Kraft. Die Stra&szlig;e brauchte sie nicht mehr, sie konzentrierte sich auf die Parteigr&uuml;ndung und die bevorstehenden Wahlen, bei denen sie hofft, als eine der wenigen gut vorbereiteten Gruppen eine hohe Anzahl der Stimmen zu gewinnen. W&auml;hrend Tausende Protestierende seit dem R&uuml;cktritt Mubaraks von Milit&auml;rtribunalen verurteilt wurden, war von den Muslimbr&uuml;dern allen verf&uuml;gbaren Informationen zufolge niemand betroffen. Als die Jugendbewegung sich offen gegen den SCAF [Obersten Milit&auml;rrat] stellte und forderte, die Wahlen von September auf einen sp&auml;teren Zeitpunkt zu verschieben, da andernfalls vor allem bereits gut organisierte Gruppen wie die alte Staatspartei NDP und die Muslimbruderschaft beg&uuml;nstigt w&uuml;rden, zerbrach das B&uuml;ndnis mit den Islamisten. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Islamisten nicht so gut dastehen, wie die Beteiligung an ihren Kundgebungen vermuten lassen k&ouml;nnte. Hatten ihnen Wahlprognosen aus dem vorigen Jahr noch mehr als 20 Prozent der Stimmen vorhergesagt, so zeigt sich nun, dass diese Popularit&auml;t vor allem der Abneigung gegen die NDP zu verdanken war.&nbsp;<br>\nDas B&uuml;ndnis der Revolutionszeit ist zerbrochen, das Milit&auml;r kooperiert nun mit den Islamisten, um seine Macht zu sichern und die Protestbewegung zu bek&auml;mpfen. Eine inhaltiche &Uuml;bereinstimmung gibt es nicht, man hat nur gemeinsame Gegner. Die islamistischen Gruppen wurden in den vergangenen Wochen nicht m&uuml;de, dem SCAF ihre Unterst&uuml;tzung zuzusichern.<br>\nUnter Mubarak hat das Milit&auml;r 30 Jahre lang des Islamismus Verd&auml;chtige gefoltert und get&ouml;tet. Dementsprechend instabil ist das B&uuml;ndnis zwischen Milit&auml;r und Islamisten, es ist fraglich, ob es nach den Wahlen, die wohl Ende des Jahres stattfinden werden, Bestand haben wird. Bis dahin wird die zuk&uuml;nftige Politik entscheiden, wohin sich jene wenden, die am Freitag voriger Woche nicht auf dem Tahrir-Platz erschienen sind: die Mehrheit der Muslime und Christen, die die radikalen Islamisten nicht ausstehen k&ouml;nnen, aber auch nicht politisch aktiv genug sind, um sich aus den Medien, die einer rigiden Zensur unterliegen, ein klares Bild von der Protestbewegung und den Verh&auml;ltnissen nach der Revolution machen zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/33\/43808.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Jungendproteste<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heribert Prantl: Heiliger Zorn der Jugend<\/strong><br>\nDie englischen Unruhen hatten einen Fehler: Sie m&uuml;ndeten in sinnlose Randale. Die Bl&ouml;dheit der Randalierer hat es der Regierung erleichtert, in der eigenen Dummheit zu verharren. So leicht machen es die jungen Demonstranten im Rest der Welt ihren Regierungen nicht. Sie demonstrieren friedlich f&uuml;r eine Demokratie, die ihrem eigenen Anspruch gerecht wird: gemeinsam die Zukunft zu gestalten.<br>\nDie Gesellschaften vieler Staaten sehen sich in einem Spiel, das so &auml;hnlich funktioniert wie die &ldquo;Reise nach Jerusalem&rdquo;. Die Teilnehmer stellen sich dabei neben den St&uuml;hlen auf, die im Kreis angeordnet sind. Sobald die Musik ert&ouml;nt, laufen alle im Kreis um die St&uuml;hle herum. Wenn die Musik abbricht, muss jeder versuchen, sich m&ouml;glichst schnell auf einen freien Stuhl zu&nbsp;setzen.<br>\nIm Spiel scheidet stets ein Spieler aus, weil eine Sitzgelegenheit zu wenig aufgestellt ist. Im wahren Leben ist es viel schlimmer: Es unterscheidet sich in Spanien, Gro&szlig;britannien, Italien, Israel oder Deutschland dadurch, wie viele St&uuml;hle weniger aufgestellt sind.<br>\nJeder ist seines Gl&uuml;ckes&nbsp;Schmied&hellip; Wenn es aber nichts zu schmieden gibt, ist es sinnlos, wenn Recht und Politik versuchen, den Jungen diesen Satz mit repressiven Mitteln einzubl&auml;uen. Ausgrenzung kann man nicht mit der Polizei beenden. Es geht nicht mehr um Sozialkontrolle in Adoleszenzkrisen. Es geht um&nbsp;Lebensperspektiven.<br>\nDer Weltjugendtag in Madrid w&auml;re der Ort, eine globale soziale Ungerechtigkeit anzuprangern, die in der Weltjugendarbeitslosigkeit kulminiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/proteste-in-aller-welt-heiliger-zorn-der-jugend-1.1133140\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser M.D.:<\/strong> So &bdquo;sprachlos gewaltt&auml;tig, so destruktiv sinnlos und so niedertr&auml;chtig&ldquo;, wie Heribert Prantl schreibt, waren die Proteste gar nicht. Jugendliche in GB sind wehr wohl artikulierend und skandierend aufgetreten. Doch sie wurden nicht geh&ouml;rt. Oder sie wurden gezielt missachtet. In der SZ erschien vor einigen Tagen ein Beitrag, in dem im Rahmen eines Interviews mit einem (friedlichen) Jugendlichen aus London beschrieben wurde, dass den Krawallen durchaus friedliche und Proteste im Rahmen der  (auch in GB vorhandenen) Versammlungsfreiheit voraus gegangen waren.<br>\nDie Regierungen dieser Welt, die den friedlichen und demokratischen Protest der Jugend missachten, sollten sich nicht wundern, wenn der dieser Protest pl&ouml;tzlich in einen lautlosen, aber gewaltsamen Protest umschl&auml;gt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;britannien: Zur&uuml;ck nach Manchester<\/strong><br>\nRigide Etatk&uuml;rzungen, steigende Erwerbslosigkeit, ein gro&szlig;er Teil der Jugend ohne Perspektive: Gro&szlig;britanniens Klassengesellschaft steckt tief in der Krise. Die amtliche Arbeitslosenrate des vergangenen Quartals wird mit 7,9 Prozent angegeben. 2,49 Millionen Menschen sind demnach ohne Erwerbsjob. 23,2 Prozent aller 16- bis 64j&auml;hrigen, also insgesamt 9,3 Millionen Briten, gelten als &raquo;&ouml;konomisch inaktiv&laquo;. Nach den aktuellen Unruhen in vielen St&auml;dten Gro&szlig;britanniens richten sich die Blicke verst&auml;rkt auf die Entwicklung der Jugenderwerbslosigkeit. Offiziell liegt die Rate bei 16- bis 24j&auml;hrigen Briten bei 20,2 Prozent. Das sind 949000 junge Menschen ohne Job. Auch diese Zahl ist im Quartalsvergleich gestiegen (plus 15000), doch eine weitaus drastischere Erh&ouml;hung wird es wohl in den kommenden Monaten geben. Grund ist das Chaos im Bildungsbereich. Konservative Politiker reden gern davon, Erwerbslosen Anreize schaffen zu wollen, damit sie Arbeit finden. Deshalb d&uuml;rften Sozialleistungen nicht h&ouml;her sein als L&ouml;hne. Damit werden zuk&uuml;nftige K&uuml;rzungen im Sozialbereich legitimiert. Dem steht gegen&uuml;ber, dass derzeit immer noch 172.000 Menschen mehr erwerbslos sind als zu Beginn der Wirtschaftskrise 2007. Hinzu kommt die steigende Zahl von Working poor, arbeitenden Menschen, die unfreiwillig schlecht bezahlte Teilzeit- oder tempor&auml;re Besch&auml;ftigungen annehmen, obwohl sie Vollzeitjobs suchen. Die Zahl der &raquo;unfreiwilligen&laquo; Teilzeitjobber wird mit 1,264 Millionen angegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/08-20\/025.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> F&uuml;r diejenigen, die die englische Arbeitslosenquote angesichts der deutschen f&uuml;r wenig dramatisch halten:&nbsp; Auch wenn die NachDenkSeiten leider immer wieder auf die Besch&ouml;nigung von Arbeitslosenstatistiken in Deutschland hinweisen m&uuml;ssen, so ist doch festzuhalten, dass es L&auml;nder gibt, in denen die offizielle Arbeitslosigkeit wesentlich enger abgegrenzt und damit kleiner gerechnet wird als in Deutschland. Dazu geh&ouml;rt auch Gro&szlig;britannien, Laut Eurostat (ILO-Konzept) hat Gro&szlig;britannien bereits im 3.Quartal eine Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent ausgewiesen. W&auml;hrend in Deutschland die Arbeitslosenquote der BA &uuml;ber derjenigen der ILO liegt, liegt die offizielle englische Ziffer immer deutlich unter derjenigen der ILO, d.h. dass die englische Arbeitslosigkeit deutlich h&ouml;her einzustufen ist, als wie oben angegeben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nach Krawallen in Gro&szlig;britannien: Drakonische Strafen f&uuml;r Pl&uuml;nderer<\/strong><br>\nEin paar Tage lang waren sich die Briten einig. Pl&uuml;nderer und Randalierer m&uuml;ssen hart bestraft werden. Aber nun entbrennt die Debatte um die drakonische Krawalljustiz. Am meisten Aufsehen erregte der Fall von zwei M&auml;nnern, die &uuml;ber Facebook zu Krawallen aufriefen. Obwohl niemand ihren Aufrufen Folge leistete und es in den &Ouml;rtchen Northwich und Latchford in Warrington friedlich blieb, bekamen sie jeweils vier Jahre Gef&auml;ngnis. Der 20-j&auml;hrige Jordan Blackshaw hatte seine Facebook-Seite &bdquo;Smash Down Northwich Town&ldquo; (&bdquo;Macht Northwich platt&ldquo;) genannt, Perry Sutcliffe-Keenan schrieb &bdquo;Let&rsquo;s have a riot in Latchford&ldquo;. Beide nannten Zeitpunkt und Ort, wo der Krawall beginnen sollte und benahmen sich laut Richter Elgan Edwards &bdquo;b&ouml;sartig zu einem Zeitpunkt, wo die Nation von einem kollektiven Wahn gepackt war&ldquo;.<br>\nCameron und die Innenministerin Theresa May k&uuml;ndigten eine Flut harter Ma&szlig;nahmen an, um den &bdquo;langsamen moralischen Niedergang&ldquo; aufzuhalten, der sich in den vergangenen &bdquo;Jahrzehnten&ldquo; in Gro&szlig;britannien breitgemacht habe. May erw&auml;gt Ausgangssperren f&uuml;r Jugendliche, 120 000 &bdquo;Problemfamilien&ldquo; sollen durch Beh&ouml;rdenintervention auf den rechten Weg gebracht werden. Die normale Anonymit&auml;t jugendlicher Straft&auml;ter soll aufgehoben werden und alle Pl&uuml;nderer in einer &ouml;ffentlichen Liste an den Pranger gestellt werden. Pl&uuml;nderer sollen ihren Opfern gegen&uuml;bergestellt werden und mit sichtbar beschrifteten gelben Sicherheitsjacken Wiedergutmachungsdienste leisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/drakonische-strafen-fuer-pluenderer\/4508466.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sollte die Mehrheit der Briten so t&ouml;richt sein, diese Ma&szlig;nahmen f&uuml;r angemessen und effizient zu halten? Auch wenn dem nicht so ist, sind sie zu bedauern, denn was f&auml;llt solch einer Regierung dann etwa bei der Restrukturierung der Volkswirtschaft zu einer wettbewerbsf&auml;higen Industrienation ein? Kein anderes europ&auml;isches Land hat die neoliberale Botschaft so gefressen, dass die globale Arbeitsteilung und die immer ausgefeilteren globalen Logistikketten reale Produktion in den alten industriellen Hochlohnl&auml;ndern h&ouml;chst &uuml;berfl&uuml;ssig machten und diese Volkswirtschaften sich auf (Finanz-) Dienstleistungen ausrichten sollten, und dabei die Deindustrialisierung ihres Landes in Kauf genommen. Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftsdienst.eu\/downloads\/getfile.php?id=950\">&ldquo;Deindustrialisierung: Eine neue &lsquo;britische Krankheit&rsquo;?&rdquo; im Wirtschaftsdienst 4\/2006<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gl&uuml;ckwunschschreiben der Bundeskanzlerin&nbsp;an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Merkel sandte dem Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam, Herrn Nguyen Tan Dung, folgendes Gl&uuml;ckwunschschreiben: \n<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Premierminister,<br>\nzu Ihrer Wiederwahl in das Amt des Premierministers der Sozialistischen Republik Vietnam gratuliere ich Ihnen herzlich und w&uuml;nsche Ihnen f&uuml;r Ihre zweite Amtszeit viel Erfolg und eine gl&uuml;ckliche Hand.<br>\nDeutschland und Vietnam sind einander seit langer Zeit durch freundschaftliche Beziehungen verbunden, die wir in den letzten Jahren gemeinsam deutlich intensiviert haben.<br>\nDabei nehmen die Bem&uuml;hungen Ihrer Regierung um eine friedliche und prosperierende Entwicklung Vietnams einen wichtigen Stellenwert ein. Die Bundesrepublik Deutschland steht Ihnen bei der Fortsetzung dieser Politik, die dem Wohl des vietnamesischen Volks dient, weiterhin als zuverl&auml;ssiger Partner zur Seite.<br>\nGerne erinnere ich mich an unser Gespr&auml;ch w&auml;hrend Ihres Deutschlandbesuches im M&auml;rz 2008 und freue mich, Sie im Herbst 2011 in Hanoi wieder zu treffen.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAngela Merkel<br>\nBundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bundeskanzlerin.de\/nn_683594\/Content\/DE\/Pressemitteilungen\/BPA\/2011\/07\/2011-07-27-merkel-gl_C3_BCckwunsch-vietnam.html\">Die Bundeskanzlerin<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Amnesty International im j&uuml;ngsten <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/laenderbericht\/vietnam\">L&auml;nderbericht &uuml;ber Vietnam<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Die Rechte auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit unterlagen 2010 weiterhin erheblichen Einschr&auml;nkungen. Es wurden neue Bestimmungen zur &Uuml;berwachung des Internets eingef&uuml;hrt. Die brutale Unterdr&uuml;ckung von friedlichen Dissidenten und f&uuml;r die Menschenrechte engagierten Personen hielt an. Die Beh&ouml;rden griffen zunehmend auf die Anklage des Versuchs zum &ldquo;Umsturz&rdquo; der staatlichen Ordnung zur&uuml;ck, wenn sie gegen friedliche Dissidenten vorgingen. Gegen gewaltlose politische Gefangene ergingen nach unfairen Verfahren lange Haftstrafen. Einige Dissidenten wurden festgenommen und mussten lange Zeit in Untersuchungshaft verbringen, andere wurden unter Hausarrest gestellt. Mitglieder einiger religi&ouml;ser Gruppen wurden schikaniert und misshandelt. Gegen mindestens 34 Personen ergingen Todesurteile, Informationen &uuml;ber die Anwendung der Todesstrafe wurden jedoch geheim gehalten. (Stand: 31.12.2010)&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Siehe dazu auch den <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/jahresbericht\/2011\/kuba?destination=node%2F2965\">L&auml;nderbericht von Amnesty International zu Kuba<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Im Jahr 2010 kamen 43 gewaltlose politische Gefangene frei. Die Rechte auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wurden nach wie vor beschnitten, und zahlreiche Kritiker der Einparteienherrschaft wurden drangsaliert. Das US-amerikanische Embargo gegen Kuba war weiterhin in Kraft.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>&Uuml;ber Menschrechtsverletzungen in Vietnam liest man in dem Brief der Kanzlerin nichts, auch dass sie eine &bdquo;Antidemokratin&ldquo; (so der Menschrechtsbeauftragte der CDU, Erika Steinbach zu einem anderen Gratulationsschreiben der Linken an Fidel Castro) oder dass der Kanzlerin &bdquo;sozialistische Tr&auml;ume wichtiger als Menschenrechte und Demokratie sind&ldquo; (so der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok zu dem Gl&uuml;ckwunsch von Gesine L&ouml;tzsch und Klaus Ernst), hat man in den Medien &uuml;ber den Gl&uuml;ckwunsch der Kanzlerin an den vietnamesischen Premier nichts lesen k&ouml;nnen. Man muss das Schreiben der Vorsitzenden der Linken an Castro nicht verteidigen, aber wenigstens sollte man keine Doppelmoral an den Tag legen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Steinbr&uuml;ck allein &ndash; muss nicht sein<\/strong><br>\nAntwort auf eine Einladung der SPD-Fraktion<br>\nGerade hat mich eine Einladung der SPD-Bundestagsfraktion erreicht. F&uuml;r Einladungen aus dem &ldquo;Hohen Hause&rdquo; bin ich generell sehr dankbar. Diese aber -&ldquo;Finanzpolitik in Zeiten der Euro-Krise&rdquo; &ndash;&nbsp;hat mich zu einer ausf&uuml;hrlicheren, einer&nbsp;ablehnenden&nbsp;Antwort gereizt &ndash; auch, weil der Einladungstext aus meiner Sicht Probleme aufzeigt, die der SPD&nbsp;seit l&auml;ngerem anhaften: eine unkritische Haltung und mangelnde Diskussionsbereitschaft&nbsp;gegen&uuml;ber der inhaltlichen und strategischen Ausrichtung der eigenen Partei und den Personen, die f&uuml;r die gegenw&auml;rtige,&nbsp;in meinen Augen&nbsp;schwache&nbsp;Oppositionsrolle der&nbsp;SPD und den allgemein unbefriedigenden&nbsp;Zustand der Partei&nbsp;ma&szlig;geblich verantwortlich zeichnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=169&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Staat als Schuldner &ndash; Quadratur des B&ouml;sen?; Transaktionssteuer: Finanzindustrie droht der EU; Die Welt ist aus den Fugen; Eine Verteilungsfrage &ndash; Die n&auml;chste Stufe der Finanzkrise; Kirchhof beklagt &bdquo;Feudalismus&ldquo; im deutschen Steuerrecht; Exfondsmanagerin &uuml;ber Aktienkurse: &ldquo;Das ist wie Achterbahn fahren&rdquo;; Ratingagentur Moody&acute;s Leichen im Keller werden sichtbar; Offener<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10514\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10514","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10514"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10514\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50236,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10514\/revisions\/50236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}