{"id":105198,"date":"2023-10-14T11:45:14","date_gmt":"2023-10-14T09:45:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105198"},"modified":"2023-10-14T14:36:33","modified_gmt":"2023-10-14T12:36:33","slug":"der-neue-krieg-in-nahost-eine-vorhersehbare-katastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105198","title":{"rendered":"Der neue Krieg in Nahost: Eine vorhersehbare Katastrophe"},"content":{"rendered":"<p>Der erneute Krieg in Nahost war eine vorhersehbare Katastrophe, die &bdquo;im Westen&ldquo; politisch zunehmend verdr&auml;ngt wurde. Um diesen Krieg zu beenden, ist weit mehr erforderlich als ein Waffenstillstand. Sp&auml;testens jetzt m&uuml;ssen auch die befreundeten Staaten Israels erkennen, dass die immer wieder geforderte Zwei-Staaten-L&ouml;sung nicht nur das Recht der Pal&auml;stinenser ist, sondern die einzige wirkliche Garantie f&uuml;r die Sicherheit Israels. Von <strong>J&uuml;rgen H&uuml;bschen<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Der &Uuml;berfall der HAMAS<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber die &bdquo;Operation Al-Aksa-Flut&ldquo;, den &Uuml;berfall der HAMAS auf Israel, wurde und wird in allen Medien ausf&uuml;hrlich berichtet, sodass auf die Darstellung der aktuellen Ereignisse in diesem Beitrag bewusst verzichtet wird. Es geht vielmehr um die Konsequenzen f&uuml;r die Sicherheit Israels, die Folgen f&uuml;r die pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde und die gesamte Nahmittelost-Region und auch darum, wie ein solcher &Uuml;berfall, der offensichtlich generalstabsm&auml;&szlig;ig geplant war, &uuml;berhaupt m&ouml;glich sein konnte. Last, but not least muss bewertet werden, was dieser Angriff f&uuml;r das deutsch-israelische Verh&auml;ltnis bedeutet, weil die Aussage der ehemaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel <em>&bdquo;Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsr&auml;son&ldquo;<\/em> weiterhin G&uuml;ltigkeit hat.<\/p><p><strong>Die Konsequenzen f&uuml;r die Sicherheit Israels<\/strong><\/p><p>Der &Uuml;berfall der HAMAS hat gezeigt, dass die israelische Regierung nicht in der Lage ist, die Sicherheit ihrer B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu gew&auml;hrleisten. Die von Ministerpr&auml;sident Netanjahu gef&uuml;hrte Koalition ist offensichtlich unf&auml;hig, die eigenen Grenzen zu sichern, und die israelische Luftverteidigung konnte einen solchen massiven Raketenangriff nicht vollst&auml;ndig abwehren. Das hat dazu gef&uuml;hrt, dass sich die Menschen in Israel in ihrer Gesamtheit, egal, wo sie wohnen, zum ersten Mal nicht mehr sicher f&uuml;hlen. So bleiben Israel f&uuml;r die Zukunft grunds&auml;tzlich nur drei M&ouml;glichkeiten.<\/p><ol>\n<li>Die endg&uuml;ltige Zerschlagung und Vernichtung der HAMAS.<br>\nDas kann und wird nicht gelingen, weil eine Trennung\/Unterscheidung zwischen den Bewohnern des Gaza-Streifens und der HAMAS nicht m&ouml;glich ist. Auch die Unterst&uuml;tzung der HAMAS durch den Iran oder auch Katar wird Israel nicht unterbrechen k&ouml;nnen. Katar hat seit mehr als zehn Jahren eine diplomatische Vertretung in Gaza. Auch die Zusammenarbeit der libanesischen Hisbollah mit der HAMAS kann durch Israel nicht beendet werden.<\/li>\n<li>Ein verst&auml;rkter Schutz der Grenzen durch elektronische Installationen wie Kameras, elektrische Z&auml;une, Mineng&uuml;rtel und andere Formen der technischen, auch unterirdischen Absicherung. Ein solches Vorhaben ist letztlich zu 100 Prozent nicht zu realisieren.<\/li>\n<li>Intensive Verhandlungen mit den Pal&auml;stinensern &uuml;ber eine Zwei-Staaten-L&ouml;sung, die unbedingt auch eine Anbindung des Gaza-Streifens an das Westjordanland und eine einvernehmliche L&ouml;sung f&uuml;r den Status von Jerusalem enthalten muss.<\/li>\n<\/ol><p>Es liegt eigentlich bereits jetzt auf der Hand, dass nur die dritte M&ouml;glichkeit zielf&uuml;hrend sein kann.<\/p><p><strong>Die Folgen f&uuml;r die pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde<\/strong><\/p><p>Die Folgen f&uuml;r die pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde, die Fatah und auch f&uuml;r Pr&auml;sident Abbas sind noch nicht absehbar. Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Konflikt <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/fatah-hamas-107.html\">am 12. Oktober 2017 in Kairo ein Vers&ouml;hnungsabkommen vereinbart<\/a>. Ziel war eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Dieses Abkommen wurde bislang nicht umgesetzt. Die HAMAS hatte 2006 zwar die Wahlen in Gaza gewonnen, sich danach aber nie mehr Neuwahlen gestellt, vergleichbar mit Pr&auml;sident Abbas, der seit 2009 die Amtsgesch&auml;fte ohne parlamentarische Legitimierung f&uuml;hrt. Anfang Mai 2011 unterschrieb Abbas gemeinsam mit dem damaligen Chef der HAMAS, Ismail Haniyya, ein Vers&ouml;hnungsabkommen, das eineinhalb Jahre zuvor die &auml;gyptische F&uuml;hrung im Auftrag der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arabische_Liga\">Arabischen Liga<\/a> aufgesetzt hatte. Beide Fraktionen planten, eine gemeinsame &Uuml;bergangsregierung zu bilden und danach mit zwei Jahren Versp&auml;tung Parlamentswahlen durchzuf&uuml;hren. Das ist bis heute nicht geschehen.<\/p><p>Deshalb sieht sich Abbas auch nicht in der Verantwortung f&uuml;r den &Uuml;berfall der HAMAS, und die pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde ist f&uuml;r die israelische Regierung &uuml;berhaupt kein Ansprechpartner. Gespr&auml;che &uuml;ber ein Ende der Kampfhandlungen k&ouml;nnen also nur mit Mohammed Deif gef&uuml;hrt werden, der die aktuelle &bdquo;Operation Al-Aksa-Flut&ldquo; leitet, erg&auml;nzend vielleicht noch mit <a href=\"https:\/\/felesteen.news\/post\/103259\/%D8%AD%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%87-%D9%8A%D9%84%D8%AA%D9%82%D9%8A-%D9%88%D9%81%D8%AF%D8%A7-%D9%85%D9%86-%D8%AD%D9%85%D8%A7%D8%B3-%D8%A8%D8%B1%D8%A6%D8%A7%D8%B3%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%AD%D9%8A%D8%A9-%D9%81%D9%8A-%D9%84%D8%A8%D9%86%D8%A7%D9%86\">Khalil al-Hayyeh<\/a> und Zaher Jabareen, die beide im Libanon leben. Al-Hayyeh geh&ouml;rt dem Politb&uuml;ro der HAMAS an und ist bei der Organisation f&uuml;r die Beziehungen zur islamischen und arabischen Welt zust&auml;ndig. Jabareen ist stellvertretender Chef der Hamas im Westjordanland und zust&auml;ndig f&uuml;r das Register der Organisation &uuml;ber <a href=\"https:\/\/shehabnews.com\/post\/92832\/%D8%A5%D8%B5%D8%A7%D8%A8%D8%A9-%D8%B2%D8%A7%D9%87%D8%B1-%D8%AC%D8%A8%D8%A7%D8%B1%D9%8A%D9%86-%D8%AC%D8%B1%D8%A7%D8%A1-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D8%B9%D8%AA%D8%AF%D8%A7%D8%A1-%D8%B9%D9%84%D9%89-%D8%AC%D9%86%D8%A7%D8%B2%D8%A9-%D8%AD%D9%85%D8%B2%D8%A9-%D8%B4%D8%A7%D9%87%D9%8A%D9%86\">inhaftierte Pal&auml;stinenser in Israel<\/a>. Auch Ziyad Al-Nakhaleh, Chef des Islamischen Dschihad in Pal&auml;stina, hat seinen Sitz in Beirut. Der Islamische Dschihad in Pal&auml;stina ist, wie die HAMAS, vor allem im Gazastreifen aktiv.<\/p><p><strong>Die Bedeutung f&uuml;r die gesamte Nahmittelost-Region<\/strong><\/p><p>Dieser erneute Nahost-Krieg destabilisiert die gesamte Region in einem noch nicht einzusch&auml;tzenden Ausma&szlig;. Bereits jetzt befindet sich Israel de facto in einem Zwei-Fronten-Krieg, n&auml;mlich gegen die HAMAS im Gaza-Streifen und die Hisbollah im S&uuml;dlibanon. Die Arabische Liga ist in ihrem Verh&auml;ltnis zu Israel v&ouml;llig zerstritten. Es haben in der j&uuml;ngeren Vergangenheit zwar immer mehr arabische Staaten die Existenz Israels anerkannt, und Israel hat nach &Auml;gypten und Jordanien auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Botschaft er&ouml;ffnet, aber andere arabische Staaten lehnen diplomatische Beziehungen mit Israel nach wie vor ab, einige, wie z.B. Irak, Libyen und Syrien, bezeichnen Israel sogar immer noch als Feind. Nur &Auml;gypten und die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen. Basierend auf dem jeweiligen Verh&auml;ltnis zu Israel fallen auch die Stellungnahmen der arabischen Staaten v&ouml;llig unterschiedlich aus. Welche Reaktionen es letztlich geben wird, h&auml;ngt auch von den Bev&ouml;lkerungen dieser Staaten ab und ist im Moment noch unkalkulierbar.<\/p><p>Als nicht arabischer Staat in der Region hat sich der Iran auf die Seite der von Teheran generell unterst&uuml;tzen HAMAS gestellt, ignoriert die darauf erfolgten Drohungen &bdquo;des Westens&ldquo; und erkl&auml;rt auch offen seine anhaltende Unterst&uuml;tzung der Hisbollah im Libanon.<\/p><p><strong>Der offensichtlich f&uuml;r Israel &uuml;berraschende Angriff der HAMAS<\/strong><\/p><p>Der breit angelegte und sorgf&auml;ltig vorbereitete &Uuml;berfall der HAMAS hat die politische F&uuml;hrung Israels mutma&szlig;lich v&ouml;llig &uuml;berrascht, weil es offensichtlich weder durch den israelischen Geheimdienst Mossad noch seitens der in der Region &auml;u&szlig;erst pr&auml;senten CIA entsprechende Warnungen gegeben hat. Das ist in einer Zeit der immer perfekteren Luftraum&uuml;berwachung und Fernmeldeaufkl&auml;rung in einem direkten Nachbarland nicht nachvollziehbar. Auch die M&ouml;glichkeit des Einsatzes von Agenten, der sogenannten &bdquo;human intelligence&ldquo;, ist in einer Situation wie in Gaza und Israel eigentlich unbeschr&auml;nkt m&ouml;glich, zumal ja auch viele Pal&auml;stinenser aus Gaza in Israel arbeiten. <\/p><p>Wie die Vorbereitungen f&uuml;r einen solchen Milit&auml;rschlag in Israel unbemerkt bleiben konnten, ist f&uuml;r alle Fachleute ein totales R&auml;tsel. Es gibt eigentlich nur drei theoretische Erkl&auml;rungen f&uuml;r ein solches geheimdienstliches Desaster: Entweder waren die zust&auml;ndigen Stellen v&ouml;llig unaufmerksam, und das &uuml;ber eine ziemlich lange Zeit, oder man hat die gemachten Beobachtungen g&auml;nzlich falsch beurteilt. Die dritte M&ouml;glichkeit ist, dass die politische F&uuml;hrung zwar &uuml;ber entsprechende Warnungen verf&uuml;gt hat &ndash; z.B. soll es solche aus &Auml;gypten gegeben haben &ndash;, diese aber ignoriert hat in dem &uuml;berheblichen Glauben, man k&ouml;nne einen eventuellen Angriff leicht abwehren. Eine solche erfolgreiche Abwehr h&auml;tte f&uuml;r Premierminister Netanjahu den Vorteil gehabt, von den aktuellen, vor allem mit seiner geplanten Justizreform verbundenen innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken.<\/p><p>Was immer der Grund f&uuml;r diese &bdquo;Geheimdienstpanne&ldquo; gewesen sein mag, die Zeche bezahlen die Menschen mit und ohne Uniform in Gaza und in Israel selbst.<\/p><p><strong>Der &Uuml;berfall der HAMAS und seine Bedeutung f&uuml;r das deutsch-israelische Verh&auml;ltnis<\/strong><\/p><p>Der &Uuml;berfall der HAMAS auf Israel k&ouml;nnte auch f&uuml;r Deutschland schwerwiegende Folgen haben. Die damalige deutsche Bundeskanzlerin Merkel hatte &ouml;ffentlich erkl&auml;rt, dass die Sicherheit Israels Teil der deutschen Staatsr&auml;son sei. Der damalige Bundespr&auml;sident Gauck hatte dieser Aussage zwar widersprochen, aber f&uuml;r die derzeitige Bundesregierung ist diese Feststellung immer noch verbindlich. Das hei&szlig;t im Klartext, dass Deutschland Israel unterst&uuml;tzen muss, wenn es dessen Sicherheit bedroht sieht. Der israelische Ministerpr&auml;sident Netanjahu hat kurz nach dem &Uuml;berfall gesagt, dass sich Israel im Krieg bef&auml;nde, und mittlerweile hat die israelische Regierung offiziell den Kriegszustand erkl&auml;rt. Nach geltendem V&ouml;lkerrecht ist Jerusalem befugt, andere L&auml;nder zu bitten, Israel bei der Verteidigung zu unterst&uuml;tzen. Sollte Israel eine solche Bitte an Deutschland richten, w&auml;re die deutsche Regierung verpflichtet, das Land ggf. auch milit&auml;risch zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>Nach dem Grundgesetz ist die Bundeswehr daf&uuml;r zust&auml;ndig, die &auml;u&szlig;ere Sicherheit unseres Landes zu gew&auml;hrleisten und es zu verteidigen. Wenn die Sicherheit Israels Teil der deutschen Staatsr&auml;son ist, gilt diese Verpflichtung auch f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung Israels im Kampf gegen die HAMAS, falls Jerusalem darum bittet. Im &auml;u&szlig;ersten Fall k&ouml;nnte das nicht nur bedeuten, dass die deutsche Luftwaffe, die in der Vergangenheit bereits gemeinsame Man&ouml;ver mit den israelischen Luftstreitkr&auml;ften durchgef&uuml;hrt hat, Ziele in Gaza bombardiert, sondern Bundeswehrsoldaten an einer israelischen Bodenoffensive teilnehmen m&uuml;ssten, falls Israel dies beantragen w&uuml;rde. Diese Tragweite hatte der damalige Bundespr&auml;sident Gauck wohl gesehen, als er der Aussage von Angela Merkel widersprach.<\/p><p><strong>Bewertende Zwischenbilanz der aktuellen Situation in der Nahmittelost-Region<\/strong><\/p><p>Die aktuelle Lage ist v&ouml;llig un&uuml;bersichtlich und ihre Darstellung in Teilen auch widerspr&uuml;chlich. Um eine weitere Destabilisierung der Lage und die Ausweitung des Krieges zu verhindern, muss umgehend eine diplomatische Initiative gestartet werden, um zun&auml;chst einmal einen Waffenstillstand zu erreichen. F&uuml;r den Fall einer Bodenoffensive d&uuml;rften die Verluste auf beiden Seiten immens werden. In Gaza ist der Einsatz schwerer Waffen kaum m&ouml;glich, sodass eine solche Offensive im Kampf Mann gegen Mann gef&uuml;hrt werden m&uuml;sste. Ein solcher ist in einem dicht bebauten Gel&auml;nde, ohne auch nur den Ansatz einer Front zu erkennen und gegen einen nicht uniformierten Gegner kaum zu gewinnen, jedenfalls nicht in kurzer Zeit. Hinzu kommt, dass bei einer solchen Entwicklung die K&auml;mpfe in Israels Norden an Intensit&auml;t zunehmen w&uuml;rden, weil die Hisbollah aus dem S&uuml;den des Libanon weiter auf israelisches Territorium vorsto&szlig;en w&uuml;rde. Sollten die USA, die einen Flottenverband ins &ouml;stliche Mittelmeer verlegt haben, aktiv in die K&auml;mpfe eingreifen, m&uuml;sste Israel mit Angriffen der iranischen Milizen aus Syrien rechnen.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund m&uuml;ssen die UNO, die EU und auch die Arabische Liga umgehend aktiv werden, um einen Stopp der Kampfhandlungen zu erreichen. Die von Israel geplante vollst&auml;ndige Blockade des Gaza-Streifens ist mit dem geltenden V&ouml;lkerrecht nicht zu vereinbaren, weil das letztlich eine Geiselnahme der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung ist.<\/p><p>Auf einen Waffenstillstand muss endlich mit der Etablierung einer Zwei-Staaten-Regelung begonnen werden. Dabei muss sich Israel dar&uuml;ber im Klaren sein, dass die Voraussetzung daf&uuml;r die Umsetzung aller bisherigen UNO-Resolutionen ist &ndash; das hei&szlig;t, dass die Grenzen von 1967 wieder G&uuml;ltigkeit haben m&uuml;ssen. Dazu geh&ouml;ren eine einvernehmliche Regelung f&uuml;r das Westjordanland, die R&uuml;ckgabe der v&ouml;lkerrechtswidrig annektierten syrischen Golanh&ouml;hen, die Umsetzung des von der UNO geforderten Status von Jerusalem, das Israel ebenfalls v&ouml;lkerrechtswidrig annektiert hat, und das Ende des v&ouml;lkerrechtswidrigen Siedlungsbaus. F&uuml;r die bestehenden Siedlungen muss eine f&uuml;r alle Beteiligten akzeptable L&ouml;sung gefunden werden. Von pal&auml;stinensischer Seite muss garantiert werden, dass es keinerlei Gewaltaktionen mehr gegen Israel gibt.<\/p><p>Der &Uuml;berfall der HAMAS ist ohne Wenn und Aber zu verurteilen, w&auml;re aber aus meiner Sicht vermeidbar gewesen, wenn sich alle Beteiligten in den vergangenen Jahrzehnten ehrlicher und intensiver um die Realisierung einer Zwei-Staaten-L&ouml;sung bem&uuml;ht h&auml;tten, anstatt sich mit regelm&auml;&szlig;igen Verlautbarungen zu begn&uuml;gen und zu beruhigen, dass man sich dieser verpflichtet f&uuml;hle.<\/p><p>Last, but not least hat dieser neue Krieg einen Nebeneffekt f&uuml;r den Ukrainekrieg. Dieser ist n&auml;mlich &ndash; zum eindeutigen Nachteil f&uuml;r die Ukraine &ndash; v&ouml;llig aus den Schlagzeilen verschwunden, und es stellt sich die Frage, ob die USA willens und in der Lage sind, zwei Verb&uuml;ndete in verschiedenen Kriegen gleichwertig zu unterst&uuml;tzen. Auf der anderen Seite d&uuml;rfte es in Moskau nicht ungern zur Kenntnis genommen werden, dass Russlands Angriff auf die Ukraine nicht mehr im Fokus der westlichen Medien ist.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/Ia5xGPaqxTE?si=LwvN2qySjOr7P2n9\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Rokas Tenys<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/4efc778c74b845d59eceb9107591b79e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erneute Krieg in Nahost war eine vorhersehbare Katastrophe, die &bdquo;im Westen&ldquo; politisch zunehmend verdr&auml;ngt wurde. 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