{"id":105220,"date":"2023-10-15T09:00:29","date_gmt":"2023-10-15T07:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220"},"modified":"2023-10-13T14:05:26","modified_gmt":"2023-10-13T12:05:26","slug":"hinweise-der-woche-329","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h01\">Deutschland f&auml;llt noch tiefer in die Rezession<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h02\">Kabinett: Mehrwertsteuer auf Gas soll vorzeitig steigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h03\">Die strategischen Fehler des Benjamin Netanyahu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h04\">Ukraine im Schatten von Nahost: Reisner: Die Gegenoffensive ist gescheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h05\">Osteuropa vor einer neuen Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h06\">Die Welt taumelt in einen Krieg &ndash; und diesmal wird von Europa nichts &uuml;brigbleiben <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h07\">Zwanzig Jahre sp&auml;ter, ein Update aus dem Irak: &ldquo;Hier gibt es keine Zukunft f&uuml;r meine Kinder&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h08\">&laquo;Wenn wir uns nicht gegen die Verfolgung von Julian Assange stellen, werden wir zu Barbaren&raquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h09\">Deutsche Post will Briefe erst nach drei Tagen zustellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220#h10\">&bdquo;Aufarbeitung w&auml;re n&ouml;tig&ldquo; &ndash; Virologe Streeck &uuml;ber die Corona-Lage und Lehren aus der Pandemie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Deutschland f&auml;llt noch tiefer in die Rezession<\/strong><br>\nDer Internationale W&auml;hrungsfonds geht von einer weltweit anhaltend schw&auml;chelnden Konjunktur aus. Laut Prognose schrumpft Deutschland jedoch als einzige bedeutende Volkswirtschaft &ndash; und st&auml;rker als bislang erwartet.<br>\nDie deutsche Wirtschaftsleistung d&uuml;rfte aus Sicht des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) in diesem Jahr um 0,5 Prozent zur&uuml;ckgehen. Damit korrigierte der IWF seine Prognose vom Juli erneut nach unten. Damals hatte er noch einen R&uuml;ckgang um 0,3 Prozent vorausgesagt. Deutschland wird demnach dieses Jahr als einzige gro&szlig;e Volkswirtschaft schrumpfen.<br>\nIm kommenden Jahr soll die deutsche Wirtschaft hingegen laut Prognose wieder wachsen &ndash; und zwar um 0,9 Prozent. Das sind allerdings immer noch 0,4 Prozentpunkte weniger als im Juli angenommen. 2022 hatte die deutsche Wirtschaft noch um 1,8 Prozent zugelegt.<br>\nAls Gr&uuml;nde f&uuml;r den erwarteten R&uuml;ckgang nennt der Fonds die Schw&auml;che zinsempfindlicher Sektoren, geringere Nachfrage durch Handelspartner und folglich eine Schw&auml;che der Industrieproduktion. Gleichzeitig erholt sich die Weltwirtschaft nur langsam von den Folgen der Coronapandemie, dem russischen Krieg gegen die Ukraine und der hohen Inflation &ndash; das Wachstum ist historisch schwach. IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas mahnt angesichts der weltweit angespannten Konjunktur: &raquo;Die Weltwirtschaft humpelt vor sich hin, sie sprintet nicht.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/iwf-prognose-zur-weltwirtschaft-deutschland-faellt-2023-noch-tiefer-in-die-rezession-a-5bc4b90a-5770-492c-8edb-3242f4a13adb\">DER SPIEGEL<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kabinett: Mehrwertsteuer auf Gas soll vorzeitig steigen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Mehrwertsteuer auf Gas gesenkt. Damit soll aber bald wieder Schluss sein.<br>\nDie Mehrwertsteuer auf Gas soll nach dem Willen der Bundesregierung ab Januar wieder auf den regul&auml;ren Satz steigen. Entsprechende Pl&auml;ne von Finanzminister Christian Lindner (FDP) billigte das Kabinett am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Vom Bundestag m&uuml;ssten sie aber noch beschlossen werden.<br>\nWegen der hohen Energiepreise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Bundesregierung den Mehrwertsteuersatz vor&uuml;bergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt und Gas so billiger gemacht. Nun soll diese Sonderregelung drei Monate fr&uuml;her als geplant bereits zum Jahreswechsel auslaufen. Experten erwarten dadurch mitten in der Heizsaison wieder h&ouml;here Gaspreise.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/energiepreise--kabinett--mehrwertsteuer-auf-gas-soll-vorzeitig-steigen--33903602.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Was f&uuml;r ein Signal, dabei sind die Ampel-Parteien gerade bei den Landtagswahlen so abgestraft worden, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/video-1258100.html\">dass der SPD-Generalsekret&auml;r K&uuml;hnert einr&auml;umen musste<\/a>, dass das Ergebnis auch eine Botschaft an Berlin sei. Es scheint nun so, als habe man die aber nicht verstanden. <\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Der 7-Milliarden-Hammer: Bj&ouml;rn H&ouml;cke gef&auml;llt das.<\/strong><br>\nWarum die Steuererh&ouml;hung auf Gas und Fernw&auml;rme falsch ist, der AfD in die Karten spielt und dem Klimaschutz sogar schadet.<br>\nEigentlich wollte die FDP keine Steuern erh&ouml;hen. Und eigentlich wollte die SPD soziale Politik machen. Was vor zwei Jahren auf Wahlplakate gekleistert wurde, interessiert heute nicht mehr &ndash; offensichtlich. Heute Vormittag hat die Ampel n&auml;mlich im Kabinett beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Gas und Fernw&auml;rme zum Jahreswechsel wieder von sieben auf 19 Prozent steigen zu lassen. Mitten in der Heizsaison. Ein desastr&ouml;ser Fehler!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.geldfuerdiewelt.de\/p\/steuer-gas-fernwaerme-ampel-afd-mehrwert\">Maurice H&ouml;fgen<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Geplante Mehrwertsteuererh&ouml;hung l&auml;sst Energiepreisbremsen verpuffen<\/strong><br>\nDie Ampel hat die Preisbremsen f&uuml;r Energie um drei Monate verl&auml;ngert &ndash; verlangt aber im selben Zeitraum wieder die volle Mehrwertsteuer f&uuml;r Gas und Fernw&auml;rme. Die Zeit der Entlastungen f&uuml;r Verbraucher ist bald vorbei.<br>\nAbsicherung: ja, Entlastung: nein. Die Haushalte in Deutschland d&uuml;rften im Durchschnitt nicht von einer Verl&auml;ngerung der Energiepreisbremsen profitieren, weil gleichzeitig zum Jahreswechsel wieder der volle Mehrwertsteuersatz auf Gas und Fernw&auml;rme f&auml;llig wird. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox, die dem SPIEGEL vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/strom-gas-mehrwertsteuererhoehung-laesst-preisbremsen-verpuffen-a-a43062ca-f978-42f4-b8a1-7ccfe07f6166\">DER SPIEGEL<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die strategischen Fehler des Benjamin Netanyahu<\/strong><br>\nPremier Netanyahu hat Israel gespalten &ndash; und damit den Terroristen von der Hamas in die H&auml;nde gespielt. Der Geheimdienst warnte offenbar vergeblich vor einer Explosion in den Pal&auml;stinensergebieten. [&hellip;]<br>\nDass eine Explosion in den Pal&auml;stinensergebieten kommen w&uuml;rde, davor hatten Geheimdienste und Milit&auml;rs schon lange gewarnt. Nach dem Wahlsieg im vergangenen November, der Benjamin Netanyahu nach knapp anderthalb Jahren wieder zur&uuml;ck an die Macht brachte, schmiedete er die rechtsextremste und ultrareligi&ouml;seste Koalition in der Geschichte des Staates Israel. Seine Regierung besteht aus Ultraorthodoxen, national-religi&ouml;sen Siedlern und Politikern aus seiner eigenen Likud-Partei, die seinem rechten Populismus &uuml;berwiegend folgen.<br>\nDie wichtigste Aufgabe, die sich Netanyahu im Januar vorgenommen hatte, war die Beendigung seiner eigenen juristischen Verfahren. Seit einigen Jahren muss er sich wegen mutma&szlig;licher Korruption als Angeklagter in drei F&auml;llen vor Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung droht ihm m&ouml;glicherweise eine Gef&auml;ngnisstrafe. Auch um das zu verhindern, versucht die Regierung seit neun Monaten eine Justizreform umzusetzen, die das Ende der demokratischen Gewaltenteilung vorsieht, mit der Netanyahu seinen Prozess sofort beenden k&ouml;nnte.<br>\nDoch der Plan spaltet die israelische Gesellschaft. Massiver Widerstand formierte sich, die Demonstrationen und Proteste liefen seit Monaten, die Wirtschaft begann zu kriseln &ndash; aber auch die Sicherheit des Landes br&ouml;ckelte. Denn immer mehr Reservisten k&uuml;ndigten an, ihren freiwilligen Dienst aus Protest gegen die Pl&auml;ne der Regierung nicht mehr erf&uuml;llen zu wollen. Unter diesen Reservisten befanden sich viele Kampfpiloten. Der Generalstab, der Verteidigungsminister, alle warnten Netanyahu vor den Folgen.<br>\nNicht nur die Kampfkraft der Armee begann zu leiden, schlimmer noch: Die Feinde Israels beobachteten genau, wie sich Israel innenpolitisch selbst zerlegte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/hamas-angriff-wie-benjamin-netanyahu-israel-politisch-und-militaerisch-schwaechte-a-2298763e-2009-47a2-9a7f-82995a7acd01\">DER SPIEGEL<\/a>\n<p>dazu: <strong>Potenzial zum Fl&auml;chenbrand<\/strong><br>\nDer brutale Angriff der Hamas ist ein Schock f&uuml;r Israel. Wie reagiert die Netanjahu-Regierung? Dem Nahen Osten droht eine beispiellose Eskalation. [&hellip;]<br>\nEs ist ein Desaster vor allem f&uuml;r den gew&ouml;hnlich so gut informierten israelischen Geheimdienst, der eine solche auf Monate geplante Gro&szlig;offensive nicht hatte kommen sehen. Nicht nur tappte man v&ouml;llig im Dunkeln, was die Planungen anging, ganz offensichtlich hielt man dergleichen auch politisch nicht f&uuml;r m&ouml;glich. Zu stark war wohl der Glaube, die Hamas w&uuml;rde sich im Rahmen einer kontrollierten Feindseligkeit an bestimmte Spielregeln halten und den ganz gro&szlig;en Krieg scheuen. Dass sie das nicht tat, k&ouml;nnte nun auch bedeuten, dass Israel sich an nichts mehr gebunden f&uuml;hlt. Somit betreten beide Parteien bei der Art der Auseinandersetzung Neuland &ndash; und gerade dies l&auml;sst die Gefahr einer gro&szlig;en Eskalation, eines Krieges wom&ouml;glich &uuml;ber Gaza hinaus, exponentiell steigen.<br>\nEine besondere Niederlage ist dieser Gewaltrausch f&uuml;r Benjamin Netanjahu, israelischer On-off-Langzeitpremier, der nun inmitten der gr&ouml;&szlig;ten innenpolitischen Auseinandersetzung seines Landes den Kriegsherrn geben muss. So sehr dies zumindest zeitweise die tiefen gesellschaftlichen Gr&auml;ben zusch&uuml;ttet, da sich das Land im Angesicht der &auml;u&szlig;eren Gefahr vereint, ist es doch ein Scheitern der &bdquo;netanjahuschen&ldquo; Vision, den Konflikt managen zu k&ouml;nnen. Sein Versprechen war es, die Pal&auml;stinenserfrage in der Wahrnehmung der meisten Israelis zu einem kaum mehr sp&uuml;rbaren Hintergrundrauschen zu reduzieren. Die L&ouml;sung des Konflikts bestand nicht mehr in der ungeliebten Zweistaatenl&ouml;sung, zu der seine rechtsnationale Regierung sogar die Lippenbekenntnisse eingestellt hatte, sondern in der Perpetuierung des Status quo aus Besatzung und Unterdr&uuml;ckung der Pal&auml;stinenser, den sowohl die weltweit f&uuml;hrenden als auch israelische Menschenrechts-Organisationen mit dem in Deutschland so missliebigen Apartheidsbegriff umschreiben.<br>\nDie Marginalisierung der Pal&auml;stinenserfrage sollte in Netanjahus Logik international einhergehen mit einer Normalisierung der Beziehungen zu den arabischen Herrschern und Potentaten, die mit den Abraham Accords begonnen hat und mit dem gerade noch verhandelten Gro&szlig;deal mit Saudi-Arabien ihren kr&ouml;nenden Abschluss finden sollte. Dies ist nun in weite Ferne ger&uuml;ckt, nicht nur weil sich die Pal&auml;stinenser ganz offensichtlich nicht &bdquo;managen&ldquo; lassen wollen, sondern auch weil die mutma&szlig;lich h&auml;sslichen Bilder, die die angek&uuml;ndigte Bodenoffensive in den kommenden Tagen in Gaza produzieren wird, die Man&ouml;vrierf&auml;higkeit selbst des allm&auml;chtigen saudischen Kronprinzen erheblich einschr&auml;nken d&uuml;rfte. Anders als bei ihren Herrschern ist die Pal&auml;stinasolidarit&auml;t bei den arabischen V&ouml;lkern weiterhin lebendig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/naher-osten\/artikel\/potenzial-zum-flaechenbrand-7042\/\">IPG Journal<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Hubris Meets Nemesis in Israel<\/strong><br>\nBy ruling out any political process in Palestine and boldly asserting that &ldquo;the Jewish people have an exclusive and inalienable right to all parts of the Land of Israel,&rdquo; Prime Minister Binyamin Netanyahu&rsquo;s fanatical government made bloodshed inevitable. But that doesn&rsquo;t explain Israel&rsquo;s failure to prevent Hamas from attacking.<br>\nSooner or later, Israeli Prime Minister Binyamin Netanyahu&rsquo;s destructive political magic, which has kept him in power for 15 years, was bound to usher in a major tragedy. A year ago, he formed the most radical and incompetent government in Israel&rsquo;s history. Don&rsquo;t worry, he assured his critics, I have &ldquo;two hands firmly on the steering wheel.&rdquo;<br>\nBut by ruling out any political process in Palestine and boldly asserting, in his government&rsquo;s binding guidelines, that &ldquo;the Jewish people have an exclusive and inalienable right to all parts of the Land of Israel,&rdquo; Netanyahu&rsquo;s fanatical government made bloodshed inevitable. Admittedly, blood flowed in Palestine even when peace-seekers such as Yitzhak Rabin and Ehud Barak were in office. But Netanyahu recklessly invited violence by paying his coalition partners any price for their support. He let them grab Palestinian lands, expand illegal settlements, scorn Muslim sensibilities regarding the sacred mosques on the Temple Mount, and promote suicidal delusions about the reconstruction of the biblical Temple in Jerusalem (in itself a recipe for what could be the mother of all Muslim Jihads). Meanwhile, he also sidelined the more moderate Palestinian leadership of Mahmoud Abbas in the West Bank, effectively beefing up the radical Hamas in Gaza.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/netanyahu-to-blame-for-hamas-war-by-shlomo-ben-ami-2023-10\">Shlomo Ben-Ami auf Project Syndicate<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Interview mit Lizzie Doron: Die Gewalt muss enden<\/strong><br>\nNichts ist mehr wie zuvor: Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron spricht &uuml;ber das Grauen dieser Tage &ndash; und dar&uuml;ber, was sie sich von Deutschland w&uuml;nscht<br>\nFrau Doron, Sie leben in Tel Aviv. Wo erreichen wir Sie gerade?<br>\nJetzt bin ich in meinem Haus. Das hat einen Schutzraum, in den wir uns zur&uuml;ckziehen, wenn der Alarm losgeht. Im Moment schweigen die Sirenen, aber das kann sich jederzeit wieder &auml;ndern.<br>\nGeht in Tel Aviv noch irgendetwas seinen gewohnten Gang?<br>\nNein, &uuml;berhaupt nicht &ndash; und das bricht mir das Herz. Wir sind eingeschlossen, wir haben Angst, wir sind nicht mehr sicher. Freunde kamen am Morgen, und wir haben gemeinsam geweint. Ich habe Israel in so vielen Aspekten kritisiert, aber ich war mir immer sicher, dass es trotz allem eine sichere Heimat f&uuml;r uns Juden sein kann. Anl&auml;sslich dessen, was in den letzten Tagen passiert ist, f&uuml;rchte ich, dass ich mich geirrt habe. Ich denke an die Diaspora. Ich verliere die Hoffnung, dass Israel meine Heimat sein kann. Wir verlieren unser Land.<br>\nWas hat Sie &uuml;ber den Terror hinaus zu dieser Ansicht gebracht?<br>\nDie Liberalen sind zur Minderheit in Israel geworden. In den letzten Jahren haben die Rechtsau&szlig;enparteien und das Parlament Israel in eine v&ouml;llig falsche Richtung gef&uuml;hrt. Es ist heute nicht l&auml;nger ein israelischer, sondern ein j&uuml;discher Staat. Seit Jahren tobt ein offener Kampf zwischen dem religi&ouml;sen und dem s&auml;kularen Israel &ndash; und wir, die S&auml;kularen, verlieren. Wir brauchen einen Staat f&uuml;r die Juden, aber wir k&ouml;nnen ihn mit den Arabern teilen und sie als Gleichberechtigte anerkennen. Die Rechten wiederum propagieren eine &Uuml;berlegenheit der Juden. Mit diesen Menschen teile ich eine Heimat, aber unsere Werte unterscheiden sich fundamental. Sie haben unser Land St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck kaputt gemacht. Das Parlament ist nicht mehr auf unserer Seite, selbst die Armee ist nicht mehr auf unserer Seite, alle Institutionen sind korrupt. Nichts funktioniert mehr. Es ist nur noch die zivile Gesellschaft, die den Krieg organisiert, die Gelder sammelt und<br>\nEssen an die Soldaten liefert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.buchladen46.de\/interview-mit-lizzie-doron\/\">buchLaden46<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ukraine im Schatten von Nahost: Reisner: Die Gegenoffensive ist gescheitert<\/strong><br>\nDie Lage in Israel &uuml;berschattet den Ukraine-Krieg. Auch dort wird weiter gek&auml;mpft, doch die Gegenoffensive verl&auml;uft f&uuml;r Kiew nicht wie geplant, erkl&auml;rt Milit&auml;rexperte Reisner. [&hellip;]<br>\nDie Krise im Nahen und Mittleren Osten stehe im Zusammenhang mit der Ukraine &ndash; bei der Verteilung von Ressourcen.<br>\nDie wesentliche Macht dabei seien die USA, die Waffenlieferungen steuern k&ouml;nne. W&uuml;rden diese nun nach Israel umgeleitet, k&ouml;nnten die K&auml;mpfe in der Ukraine in Vergessenheit geraten und bei Waffenlieferungen nicht mehr so stark wie vorher ber&uuml;cksichtigt werden, gibt Reisner zu bedenken.<br>\nVon Seiten der Nato h&ouml;re man derzeit vor allem Beschwichtigungen und das Gel&ouml;bnis, der Ukraine weiterhin zur Seite zu stehen, so Reisner. Man habe noch &ldquo;genug in den Arsenalen&rdquo;. In den letzten Tagen habe man allerdings auch geh&ouml;rt, dass man auch Waffen f&uuml;r die eigene Verteidigung brauche.<br>\nAuch in der Ukraine mache sich Ern&uuml;chterung breit. Der ukrainische General Budanow habe vor kurzem gesagt, man habe lange nicht die Ziele erreicht, die man sich mit der Gegenoffensive gesteckt habe. Das klinge &ldquo;nicht nach Euphorie&rdquo;, sondern nach einer Situation, die bei weitem nicht mit dem vergleichbar ist, was man sich im Fr&uuml;hjahr vor dem Beginn der Offensive noch erhofft habe, sagt der Milit&auml;rexperte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/ukraine-gegenoffensive-israel-waffen-reisner-ukraine-krieg-russland-100.html#xtor=CS5-62\">ZDF<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Steinmeier in Washington: Wenn Joe Biden ruft<\/strong><br>\nDer Sturz des republikanischen Sprechers des Repr&auml;sentantenhauses, Kevin McCarthy, l&auml;hmt gerade den Kongress. Umso wichtiger ist Biden ein Signal an die Welt, dass die USA verl&auml;sslich bleiben &ndash; vor allem in ihrer Hilfe f&uuml;r die von Russland &uuml;berfallene Ukraine. Eine Begegnung mit dem Staatsoberhaupt des zweitwichtigsten Helfers der Ukraine scheint da gelegen zu kommen. In der Ank&uuml;ndigung des Treffens verweist das Wei&szlig;e Haus ausdr&uuml;cklich auf die &ldquo;gemeinsame Verpflichtung, die Ukraine bei der Verteidigung gegen die russische Invasion zu unterst&uuml;tzen&rdquo;. Dazu passt, dass Steinmeier gleich nach seiner Landung in Washington von CIA-Chef William Burns erwartet wurde. In Washington mischt sich der Blick auf die milit&auml;rische Lage in der Ukraine dieser Tage mit gro&szlig;er Sorge, was die weitere Finanzierung der Ukraine-Hilfe angeht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/biden-steinmeier-usa-reise-1.6275200\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Osteuropa vor einer neuen Krise<\/strong><br>\nIm Atlas der Weltwirtschaft 2022\/2023 hatten wir einen Sonderteil eingef&uuml;gt, der sich speziell mit den L&auml;ndern in Osteuropa auseinandersetzt, die Mitglied der EU und zum Teil sogar Mitglied der EWU sind. Einige L&auml;nder verzeichneten in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorme Verluste an internationaler Wettbewerbsf&auml;higkeit, wie sich am realen effektiven Wechselkurs ihrer W&auml;hrungen feststellen l&auml;sst. Ein Szenario dieser Art droht jetzt wieder.<br>\nZwischen 2000 und 2022 gab es etwa in Bulgarien zwei massive Aufwertungssch&uuml;be im Vergleich zum Euroraum. Das kann man den Abbildungen 1 und 2 (beide aus dem Atlas) entnehmen: Der reale effektive Wechselkurs des Euro (die durchgezogene Linie in Abbildung 1) stieg zwischen 2000 und 2004 um 20 Prozent, blieb bis 2009 ungef&auml;hr konstant, fiel dann wieder ab und liegt seit gut f&uuml;nf Jahren ungef&auml;hr um zehn Prozent &uuml;ber seinem Ausgangswert von 2000. Das bedeutet, dass sich die Wettbewerbsf&auml;higkeit des Euroraums bis zum Beginn der weltweiten Finanzkrise 2008\/2009 verschlechterte, dann aber wieder verbesserte. Spiegelbildlich dazu stieg der Saldo der Leistungsbilanz der Eurozone deutlich an (die blauen Balken in der Grafik ragen mit Werten von 2 &frac12; Prozent in den positiven Bereich).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2023\/10\/10\/osteuropa-vor-einer-neuen-krise\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Welt taumelt in einen Krieg &ndash; und diesmal wird von Europa nichts &uuml;brigbleiben <\/strong><br>\nOder: Das v&ouml;llige Ignorieren eines offenen WWIII<br>\nDie Zukunft hat eine lange Vergangenheit. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann weder Gegenwart noch Zukunft gestalten. [&hellip;]<br>\nBisher schien es so, dass dieser Stellvertreterkrieg in einem milit&auml;rischen Patt steckenbleibt. Noch w&auml;hrend des Besuchs von Selenskyj auf dem Capitol Hill anl&auml;sslich der UN-Generalversammlung hatte Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan den Reportern verk&uuml;ndet, dass der Pr&auml;sident in Sachen Entsendung der ballistischen Kurzstreckenrakete aus US-amerikanischer Produktion (ATACMS) nach Kiew noch keine Entscheidung getroffen habe und die Rakete bisher mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ckgehalten wurde, sie w&uuml;rden zu einer russischen Eskalation des Krieges f&uuml;hren. Bei dem erfolgreichen Angriff eines vermutlich britischen Marschflugk&ouml;rpers vom britischen Storm Shadow wurde am Freitag, den 22. September 2023, in Sewastopol das historische Hauptgeb&auml;ude der russischen Marine schwer getroffen.<br>\nDieser Erfolg scheint die Regierung Biden nun doch zu einer Kehrtwende in der Frage der Entsendung der ATACMS bewogen zu haben. Angesichts der drohenden Niederlage scheinen die US-Strategen alle Vorsicht &uuml;ber Bord zu werfen und den Ausbruch eines direkten Krieges zwischen Russland und der NATO zu riskieren. Deutschland mit seiner miserablen Regierung entschied sich zun&auml;chst, Taurus-Raketen zu liefern und Russland erkl&auml;rt, dass Deutschland dann aktive Kriegspartei sei und die Taurus-Werkst&auml;tten in Deutschland vernichtet werden. Nun hat Scholz die Lieferung dieser Geschosse gestoppt.<br>\nDie Gefahr einer gesamteurop&auml;ischen Eskalation steigt weiter mit der Wahrscheinlichkeit der westlichen Lieferung von nuklearf&auml;higen F-35-Bombern sowie Langstreckenwaffen. Der Eindruck verdichtet sich, dass f&uuml;hrende Kr&auml;fte im Westen an einer solchen Eskalation interessiert sind, denn wie wir aus den beiden Weltkriegen wissen, gibt es immer Profiteure einer solchen Katastrophe. Die Zeit dr&auml;ngt. Wenn die Welt nicht bald zu einer neuen internationalen Sicherheitsarchitektur findet, k&ouml;nnte es, zumindest f&uuml;r Europa, zu sp&auml;t sein. Die Vereinten Nationen scheinen nicht mehr in der Lage zu sein, die UN-Charta umzusetzen, in deren Pr&auml;ambel ausdr&uuml;cklich das Ziel formuliert wird, die Welt von der Gei&szlig;el des Krieges zu befreien.<br>\nNoch hat der von den USA gef&uuml;hrte &ldquo;Globale Norden&rdquo; die M&ouml;glichkeit, sich als gleichberechtigter Partner in das multipolare Friedensprojekt des &bdquo;Globalen S&uuml;dens&ldquo; einzubringen &ndash; denn auf lange Sicht wird die Einf&uuml;hrung einer gerechten neuen Weltwirtschaftsordnung nicht unterdr&uuml;ckt werden k&ouml;nnen! Wenn diese Pl&auml;ne nicht durch ein Armageddon gegenstandslos werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/clubderklarenworte.de\/taumelt-die-welt-in-einen-krieg\/\">Wolfgang Effenberger und Paul Robert Vogt auf Club der klaren Worte<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zwanzig Jahre sp&auml;ter, ein Update aus dem Irak: &ldquo;Hier gibt es keine Zukunft f&uuml;r meine Kinder&rdquo;<\/strong><br>\nKorruption, Umweltverschmutzung, Armut, Wasserknappheit und ein Klima der Angst. Sieht so Demokratie aus?<br>\nZwanzig Jahre, nachdem George W. Bush und sein neokonservatives Kabinett den Einmarsch in den Irak beschlossen haben, und mehr als ein Jahrzehnt, nachdem Barack Obama versprochen hat, den Krieg zu beenden, halten die USA immer noch Hunderte von Soldaten im Land und haben nicht vor, das Land zu verlassen.<br>\nEs &uuml;berrascht nicht, dass die Iraker nicht gerade erpicht darauf sind, dass die USA bleiben.<br>\nIm Jahr 2019 ergab eine Umfrage, dass sieben von zehn Irakern den Abzug der Amerikaner aus dem Land w&uuml;nschen. VOA News berichtete, dass 78 Prozent der Iraker der Meinung sind, dass die US-Milit&auml;rpr&auml;senz in ihrem Land &ldquo;mehr Konflikte provoziert&rdquo; als sie verhindert.<br>\nIm darauf folgenden Jahr verabschiedete das irakische Parlament eine Resolution, in der der Abzug der USA gefordert wurde, woraufhin kriegsl&uuml;sterne amerikanische Nachrichtensender wie CNN herablassend mit Schlagzeilen wie &ldquo;Irak hat f&uuml;r den Abzug der US-Truppen gestimmt&rdquo; &uuml;ber diesen Schritt berichteten. Ob sie tats&auml;chlich abgezogen werden, ist noch lange nicht klar&rdquo;.<br>\nTrotz der Rhetorik, die wir w&auml;hrend der ersten Invasion im M&auml;rz 2003 h&ouml;rten, n&auml;mlich dass diese &ldquo;Demokratie&rdquo; in den Irak bringen sollte, wird zwanzig Jahre sp&auml;ter der Wille des irakischen Volkes und seiner Regierung zugunsten von US-Interessen aktiv ignoriert.<br>\n&ldquo;Es gibt hier keine Zukunft f&uuml;r meine Kinder&rdquo;, sagte Raghed Jasim, ein irakischer B&uuml;rger, im M&auml;rz gegen&uuml;ber Associated Press. &ldquo;Nat&uuml;rlich gebe ich der korrupten irakischen Regierung die Schuld. Aber ich gebe auch den Amerikanern die Schuld. Sie haben unsere F&uuml;hrer durch Diebe ersetzt.&rdquo;<br>\nJasim ist einer von vielen Irakern, bei denen k&uuml;rzlich Krebs diagnostiziert wurde, was er darauf zur&uuml;ckf&uuml;hrt, dass sie in der N&auml;he einer &Ouml;lf&ouml;rderanlage leben. Bei anderen Irakern &ndash; z.B. in der Stadt Falludscha, die w&auml;hrend der US-Invasion mit abgereichertem Uran bombardiert wurde &ndash; sind die Krebs- und Fehlbildungsraten h&ouml;her als nach den Atombombenabw&uuml;rfen auf Hiroshima und Nagasaki.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/antikrieg.com\/aktuell\/2023_10_06_zwanzigjahre.htm\">Antikrieg<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&laquo;Wenn wir uns nicht gegen die Verfolgung von Julian Assange stellen, werden wir zu Barbaren&raquo;<\/strong><br>\nDer Vater des Wikileaks-Gr&uuml;nders reist seit Jahren um die Welt und k&auml;mpft f&uuml;r dessen Freilassung. John Shipton &uuml;ber abgebrochene Z&auml;hne im Gef&auml;ngnis, das englische Rechts&shy;system und dar&uuml;ber, wieso er nicht &uuml;ber die Kindheit seines Sohnes sprechen will. [&hellip;]<br>\nJohn Shipton, seit Jahrzehnten Friedens&shy;aktivist, lernte Julian Assanges Mutter 1970 bei einer Demonstration gegen den Vietnam&shy;krieg kennen. Doch das Paar trennte sich, bevor der Sohn geboren wurde, Julian wuchs ohne Kontakt zu seinem Vater auf. Erst als er bereits erwachsen war, entstand eine Beziehung zwischen den beiden.<br>\nJohn Shipton, wie war es in den letzten Jahren, der Vater von Julian Assange zu sein?<br>\nDas ist eine schwierige Frage, denn ich habe keinen Vergleich. Aber ich weiss, dass man, wenn man sich das Vater&shy;sein zu eigen macht, es voll und ganz annimmt, niemals kein Vater mehr sein kann. Man tut einfach das, wozu man bestimmt ist. [&hellip;]<br>\nIhr Sohn befindet sich seit 13 Jahren in der einen oder anderen Form von Gefangenschaft. Nils Melzer, der Uno-Sonder&shy;berichterstatter f&uuml;r Folter, der ihn 2019 im Gef&auml;ngnis besuchte, kam zum Schluss, dass seine Behandlung psychologische Folter darstellt &ndash; eine Form der Folter, die darauf abzielt, die Pers&ouml;nlichkeit einer Person zu zerst&ouml;ren. Wie schaffen Sie es, das zu ertragen?<br>\nJulian ist derjenige, der leidet. Und ich benutze Leiden nicht als Mass&shy;stab, denn alle Lebewesen leiden. Aber wenn wir die Verfolgung von Julian als Symbol, als Verleger und Journalist zulassen, geben wir viele der grossen Sch&auml;tze der menschlichen Zivilisation auf, die wir teilweise in Zehntausenden von Jahren erschaffen haben.<br>\nWie meinen Sie das?<br>\nIn Bezug auf menschliche Errungenschaften gilt: Man muss viel Erz zermahlen, um Gold&shy;st&uuml;cke zu finden. Wir sind von Erkenntnissen umgeben, auf die wir teilweise zehntausend Jahre hingearbeitet haben. Viele der Dinge, die wir gelernt und in die Praxis umgesetzt haben, sind Sch&auml;tze. Auch die Allgemeine Erkl&auml;rung der Menschenrechte ist ein grossartiger Schatz, der auf den letzten zehntausend Jahren unserer Erfahrung aufbaut. Und die Vereinten Nationen sind ein weiterer grosser Schatz, dessen Entstehung zwei Kriege brauchte, die viele L&auml;nder zerst&ouml;rten und hundert Millionen Menschen&shy;leben kosteten. Wenn wir uns nun nicht gegen die Verfolgung von Julian Assange und von vielen anderen Menschen stellen, werden wir zu Barbaren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.republik.ch\/2023\/10\/06\/wenn-wir-uns-nicht-gegen-die-verfolgung-von-julian-assange-stellen-werden-wir-zu-barbaren\">Republik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutsche Post will Briefe erst nach drei Tagen zustellen<\/strong><br>\nDas Verschicken von Briefen soll nach Pl&auml;nen der Deutschen Post teurer werden. Bei der von der Deutschen Post schon seit L&auml;ngerem gew&uuml;nschten M&ouml;glichkeit, Briefe in zwei Geschwindigkeiten zuzustellen, hat das Unternehmen seine Vorstellungen konkretisiert. &raquo;Es k&ouml;nnte einen Prio-Brief geben, der am Tag nach dem Briefeinwurf beim Adressaten ist und einen Standardbrief, der erst nach drei Tagen ankommt&laquo;, sagte Post-Managerin Nikola Hagleitner der &raquo;Welt am Sonntag&laquo; Hagleitner verantwortet im Vorstand der Post das Brief- und Paketgesch&auml;ft.<br>\nDerzeit schreibt eine Verordnung vor, dass im Jahresdurchschnitt mindestens 80 Prozent der Briefsendungen in Deutschland am folgenden Werktag ausgeliefert werden m&uuml;ssen, 95 Prozent m&uuml;ssen nach zwei Werktagen ankommen. Die Ampelkoalition plant, das Postgesetz zu &auml;ndern und zu modernisieren. Das Wirtschaftsministerium will dabei auch die aktuellen Laufzeitvorgaben anpassen, wie aus Anfang 2023 vorgelegten Eckpunkten f&uuml;r die Novelle hervorgeht.<br>\n&raquo;Der Prio-Brief m&uuml;sste h&ouml;her liegen als das aktuelle Porto, aber wir reden nicht &uuml;ber eine Verdoppelung des Preises&laquo;, sagte Hagleitner weiter. Auch bei dem zuk&uuml;nftigen Standardbrief m&uuml;sse die Bundesnetzagentur &raquo;das Preisverfahren nach oben hin&laquo; neu festsetzen, forderte sie. Sie begr&uuml;ndete dies mit deutlich h&ouml;heren Kosten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/deutsche-post-will-briefe-erst-nach-drei-tagen-zustellen-a-63a4b246-063d-44aa-a319-68661f41ae63%20\">DER SPIEGEL <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Wenn der Postmann drei Mal klingelt &ndash; pro Woche! Das ist teilweise Realit&auml;t: Zu uns kommt der Brieftr&auml;ger nur noch alle zwei Tage &ndash; manchmal auch viel seltener. Hin und wieder nur ein Mal pro Woche, alles schon passiert. Und Leser m&uuml;ssen manchmal Geduld haben, wie z. B. bei Wochenzeitschriften. Hin und wieder liegen gleich zwei Ausgaben im Briefkasten&hellip;.Daf&uuml;r stimmte in den vergangenen Jahren die Dividende der Aktion&auml;re&hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&bdquo;Aufarbeitung w&auml;re n&ouml;tig&ldquo; &ndash; Virologe Streeck &uuml;ber die Corona-Lage und Lehren aus der Pandemie<\/strong><br>\nDie Folgen der Pandemie wirken in vielen Bereichen bis heute nach. Vermissen Sie eine grundlegende Aufarbeitung der Ma&szlig;nahmen und Entscheidungen in den Corona-Jahren?<br>\nIch bedauere wirklich sehr, dass wir in Deutschland keinen &bdquo;Lessons Learned&ldquo;-Prozess haben, keine wirkliche Aufarbeitung. Viele Unternehmen machen das normalerweise im Nachgang eines solchen Ereignisses und untersuchen, ob die Reaktionsf&auml;higkeit und Entscheidungen richtig gewesen sind oder an welchen Stellschrauben man drehen m&uuml;sste. Doch das wird leider nicht gemacht.<br>\nHaben Sie eine Erkl&auml;rung daf&uuml;r?<br>\nIch glaube, es liegt auch daran, dass eine Angst da ist, dass es jetzt zu einer &bdquo;Abrechnung&ldquo; kommt, dass jemand hier oder dort falsch gelegen h&auml;tte. Aber so ist das doch in einer Krise: Es werden viele richtige Entscheidungen getroffen, aber es wurden auch falsche Entscheidungen getroffen. Und es geht hier &uuml;berhaupt nicht um Anklage, sondern wir m&uuml;ssen definieren, was wir das n&auml;chste Mal besser machen sollten. Aus Fehlern lernt man. Aber in der Politik hat man eben diese Fehlerkultur verlernt. Dass das nicht passiert, wird uns in der Vorbereitung auf die n&auml;chste Pandemie nat&uuml;rlich hinderlich sein. Das beginnt mit ganz praktischen Fragen: Brauchen wir Schutzbekleidungs-Produktionsstandorte in Europa, welche Vorhaltesysteme f&uuml;r Arzneimittel und Schutzkleidung haben wird? Unter welchen Bedingungen funktionieren unsere Lieferketten nicht mehr oder wie abh&auml;ngig sind wir von anderen L&auml;ndern?<br>\nSie haben immer auch die wissenschaftliche &Uuml;berpr&uuml;fung von Ma&szlig;nahmen gefordert, um deren Wirksamkeit zu evaluieren. Da ist das Kind wahrscheinlich in den Brunnen gefallen, oder?<br>\nDass wir bestimmte Prozesse nicht wissenschaftlich begleitet haben, halte ich f&uuml;r einen Kardinalfehler. Zum Beispiel auch bei der Frage nach der Wirksamkeit von Masken. Da w&auml;ren die Ergebnisse aus der Praxis, aus dem t&auml;glichen Leben, viel wertvoller als die Ergebnisse aus dem Labor. Oder Fragestellungen wie: M&uuml;ssen die Schulen geschlossen werden oder bleiben sie offen? Ich erinnere mich noch daran, dass ich in der Sendung &bdquo;Maischberger&ldquo; vorgeschlagen hatte, in einem Ort die Schulen offen zu lassen und sie in einem anderen Ort zu schlie&szlig;en &ndash; um dann zu vergleichen. Das wurde als ein Experimentieren am Menschen abgetan. Und so ging es immer wieder. Es wurde aktivistisch reagiert, weil man hoffte, irgendwie dem Virus Herr zu werden. Und das ist nat&uuml;rlich nicht gelungen. Und so stehen wir am Ende mit vielen Fragen da, ohne wirklich eine gute Antwort zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fuldaerzeitung.de\/panorama\/interview-virologe-hendrik-streeck-verzichtet-zukuenftig-auf-corona-impfung-zr-92563286.html\">Fuldaer Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Amerika rechnet mit der Covid-Politik ab<\/strong><br>\nAmerikas Covid-Politik steht auf dem Pr&uuml;fstand: Vor Gericht, in der Politik und in der Wissenschaft. (&hellip;)<br>\nJetzt zeigt sich, dass Schweden weniger Covid-Tote je Einwohner hat als die meisten s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;nder, die USA oder England, aber mehr als Deutschland und skandinavische Nachbarn. Animiert durch das schwedische Beispiel, unternahm Steve Hanke, &Ouml;konom der Johns-Hopkins-Universit&auml;t, mit einem schwedischen Kollegen eine Meta-Analyse von Studien, die Wirkungen von Regierungsauflagen und -beschr&auml;nkungen untersucht hatten.<br>\nDas Ergebnis: Die staatlichen Beschr&auml;nkungen inklusive Lockdowns hatten nur einen geringen Einfluss auf das Risiko, an Covid zu sterben. Die Regierungsma&szlig;nahmen h&auml;tten zwischen 6000 und 23.000 Leben in Europa und 4000 bis 6000 Leben in den USA gerettet. Das klingt nach viel, verblasst aber hinter Grippetoten, die jedes Jahr toleriert werden, ohne das &ouml;ffentliche Leben stillzulegen. &bdquo;Lockdowns sind ein politisches Desaster&ldquo;, sagte Hanke, der Gr&uuml;nder und Ko-Direktor des Instituts for Applied Economics und Global Health an der Johns-Hopkins-Universit&auml;t ist. (&hellip;)<br>\nLangfristig schwer wiegen die Schulausf&auml;lle. Die &Ouml;konomin Emily Oster kommt nach eigenen Studien zu folgendem Schluss: In den Pandemiejahren ist die Leistungsf&auml;higkeit der Sch&uuml;ler gemessen an Testergebnissen in Mathematik, Englisch und anderen Disziplinen &bdquo;enorm gesunken&ldquo;. Der R&uuml;ckgang geht ihr zufolge zu einem bedeutenden Teil auf Schulschlie&szlig;ungen zur&uuml;ck. Osters Untersuchungen zeigen auch, dass Schulunterricht nur geringe Covid-Risiken berge. Studien etwa aus Italien kommen allerdings zu anderen Ergebnissen. Schlimmer noch trifft es aber junge Leute in Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern. Die Weltbank schlug im Februar Alarm und warnte vor einer verlorenen Generation. Fast eine Milliarde Kinder hatten mindestens ein Schuljahr Pr&auml;senzunterricht verloren, der nur ungen&uuml;gend durch Onlinefernunterricht ausgeglichen werden konnte, rund 700 Millionen verloren sogar anderthalb Jahre. Als die Schulen wieder ge&ouml;ffnet wurden, wurden weniger Kinder angemeldet als fr&uuml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/wirtschaft\/2023-10-06\/0db3275bbd1612bbfd998a124560e338\/%20\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105220\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-105220","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/105220","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=105220"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/105220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":105222,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/105220\/revisions\/105222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=105220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=105220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=105220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}