{"id":105567,"date":"2023-10-22T14:00:13","date_gmt":"2023-10-22T12:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105567"},"modified":"2023-10-21T04:26:40","modified_gmt":"2023-10-21T02:26:40","slug":"israel-konflikt-ueber-die-folgen-der-eskalation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105567","title":{"rendered":"Israel-Konflikt: \u00dcber die Folgen der Eskalation"},"content":{"rendered":"<p>Allen verst&auml;ndlichen Reaktionen nach den Angriffen der Hamas auf Israel zum Trotz muss die n&uuml;chterne Frage lauten: Wohin f&uuml;hrt welche Reaktion? Die massiven Angriffe der Hamas auf Israel k&ouml;nnen niemanden unber&uuml;hrt lassen. Und wenn es anders ist &ndash; etwa, wenn Menschen in Deutschland und anderswo die Hamas f&uuml;r ihre Taten feiern &ndash;, dann muss man res&uuml;mieren, dass beide Perspektiven nicht miteinander vereinbar sind. Zu diesem Schluss kann man seit den Attacken auf Israel durch die Hamas ohnehin oft kommen in diesen Tagen. Dennoch sind es gerade die weit auseinander liegenden Blickwinkel und Betroffenheiten, die uns dazu bewegen sollten, nicht ausnahmslos selbst im Angriffsmodus zu sein. Von <strong>Tom Wellbrock<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1999\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-105567-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231022_Israel_Konflikt_Ueber_die_Folgen_der_Eskalation_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231022_Israel_Konflikt_Ueber_die_Folgen_der_Eskalation_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231022_Israel_Konflikt_Ueber_die_Folgen_der_Eskalation_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231022_Israel_Konflikt_Ueber_die_Folgen_der_Eskalation_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=105567-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231022_Israel_Konflikt_Ueber_die_Folgen_der_Eskalation_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231022_Israel_Konflikt_Ueber_die_Folgen_der_Eskalation_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ein Ereignis ausschlie&szlig;lich aus der Gegenwart heraus zu betrachten, wird ihm nur selten gerecht, zumal wenn es um weltpolitische Themen geht. Das Ereignis, um das es hier geht, hat eine lange Vorgeschichte. Und in Anbetracht der Tatsache, dass schon beim Ukraine-Konflikt die Politik erfolgreich beim Ignorieren der Vorgeschichte war und ist, tun wir gut daran, dieser Strategie nicht erneut zu folgen. Man darf nicht vergessen, dass wir es im Moment mit historischen Geschehnissen zu tun haben. Vermutlich w&uuml;rden wir es uns nicht verzeihen, wenn sich herausstellte, dass wir mit unserer kurzsichtigen und kurzfristigen Sicht auf die Dinge danebenlagen &ndash; insbesondere, weil Fehleinsch&auml;tzungen und falsche Entscheidungen l&auml;ngst lebensbedrohliche Auswirkungen haben k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Jedes Recht der Welt<\/strong><\/p><p>Israelis und Pal&auml;stinenser haben jedes Recht der Welt, zutiefst traurig zu sein, w&uuml;tend und verzweifelt. Hinzu kommen Rachegef&uuml;hle, die irrational und gef&auml;hrlich sind (dazu weiter unten mehr). In erster Linie leiden naturgem&auml;&szlig; die, die nahe Menschen verloren haben. Davon gibt es viele, nicht erst seit den aktuellen Angriffen der Hamas. Und es gibt diese Opfer auf beiden Seiten, wenngleich die neuesten Vorf&auml;lle im Fokus stehen. <\/p><p>Doch in der jetzigen Situation helfen diese Empfindungen f&uuml;r politische Handlungen nicht, im Gegenteil. Schlicht, weil die gro&szlig;en Gef&uuml;hle nicht nur die betroffenen Menschen, sondern scheinbar jeden getroffen haben, der in irgendeiner Form eine Meinung zur aktuellen Lage hat. Die Wut auf die Hamas (man k&ouml;nnte auch sagen: der Hass auf den Hass) ist so ausgepr&auml;gt, als h&auml;tte fast jeder, der sich zum Thema einl&auml;sst, selbst Verwandte oder Freunde verloren. <\/p><p>Es mag herzlos klingen, aber das ist nicht zielf&uuml;hrend. Es ist auch nicht die Aufgabe politischen Handelns, die Perspektive der Opfer eins zu eins einzunehmen. Verst&auml;ndnis, Mitgef&uuml;hl und &ndash; noch wichtiger &ndash; praktische Hilfe f&uuml;r die Hinterbliebenen, das sind die Reaktionen, die von Politikern erwartet werden k&ouml;nnen. Der politische Beobachter glaubt h&auml;ufig nicht einmal daran, dass die Beileidsbekundungen ehrlich gemeint sind, was auch daran liegt, dass sich die Formulierungen &auml;hneln und oft allzu professionell wirken &ndash; professioneller, als man es von aufrichtiger Trauer erwarten w&uuml;rde. <\/p><p>Wie also soll ein Politiker glaubhaft machen k&ouml;nnen, dass er nicht nur Mitgef&uuml;hl hat, sondern sich &auml;hnlich wie die Hinterbliebenen der Opfer f&uuml;hlt? Dieser Eindruck entsteht n&auml;mlich, wenn man sich die politischen Reaktionen national und international einmal ansieht. Jens Berger hat dazu <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105093\">einen Artikel geschrieben<\/a>, der einem den Atem stocken l&auml;sst. Von &bdquo;Ausrottung&ldquo; der Hamas sprechen US-amerikanische Politiker, von &bdquo;Wilden&ldquo;, denen man &bdquo;ein Ende machen&ldquo; muss. Nicht weniger aufgebracht &auml;u&szlig;erte sich k&uuml;rzlich der SPD-Hardliner Michael Roth, der die &bdquo;Infrastruktur der Hamas komplett vernichten&ldquo; will. Das sind Reaktionen, die man bei Angeh&ouml;rigen von Opfern erwarten w&uuml;rde, weil sie zutiefst vom Tod getroffen sind. Aber von einem Politiker, der Verantwortung tr&auml;gt?<\/p><p>Da man pers&ouml;nliche Betroffenheit bei den Politikern, die sich so wie Roth und andere &auml;u&szlig;ern, nahezu vollst&auml;ndig ausschlie&szlig;en kann, m&uuml;ssen die Beweggr&uuml;nde f&uuml;r die teils offene Forderung nach Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit woanders liegen. <\/p><p><strong>Politisch motiviert<\/strong><\/p><p>Es gibt unterschiedliche Ebenen bei der Frage, warum Politiker wie unter jeglichem Kontrollverlust s&auml;mtliche Hemmungen fallenlassen und Dinge sagen, die nicht ihrem Auftrag entsprechen. Da ist nat&uuml;rlich die konstruierte Emp&ouml;rung, um sich Freunde zu machen. Weite Teile der Bev&ouml;lkerung sind au&szlig;er sich, wenn sie sehen, was die Hamas an Grausamkeiten angerichtet hat. Es ist leicht, auf diesen Zug aufzuspringen und sich entsprechende Lorbeeren abzuholen. <em>&bdquo;Gut so, da sagt er genau das Richtige, die m&uuml;ssen ausgel&ouml;scht werden, bevor sie noch mehr Unheil anrichten k&ouml;nnen!&ldquo;<\/em> Man w&auml;re naiv, w&uuml;rde man diese Beweggr&uuml;nde bei Politikern leugnen.<\/p><p>Doch da ist noch mehr. Zun&auml;chst ist es die (un)ausgesprochene Pflicht deutscher Politiker, sich auf die Seite Israels zu stellen, komme, was da wolle. Wenngleich insbesondere die aktuelle Regierungskonstellation in Israel zu den schlimmsten geh&ouml;rt, die das Land je hatte, ist das alles schnell vergessen, wenn Terroristen angreifen oder (in anderen F&auml;llen) auch nur solche, die man als Terroristen eingestuft hat. Die historische deutsche Verantwortung kommt hinzu, und man ist auf der sicheren Seite, wenn man so argumentiert. In beiden F&auml;llen ist die Argumentation nur oberfl&auml;chlich emotional, tats&auml;chlich ist sie durch und durch strategisch.<\/p><p>Der dritte Punkt der politischen Motivation ist die Geopolitik. In der Weltordnung tut sich viel im Moment, der Wechsel von der Unipolarit&auml;t zur Multipolarit&auml;t ist in vollem Gange, und dabei wird die Erde wie ein Schachbrett neu aufgeteilt. Der schwindende Einfluss des Westens, vor allem aber der USA, ist eklatant, und es kann nicht &uuml;berraschen, dass der &Uuml;bergang von einer unipolaren zu einer multipolaren Welt nicht kooperativ, sondern konfrontativ vonstattengeht. <\/p><p>Bei Politikern wie Michael Roth kommt erschwerend hinzu, dass er gewisserma&szlig;en &bdquo;weisungsgebunden&ldquo; ist, Robert Habeck (die Gr&uuml;nen) w&uuml;rde vielleicht von &bdquo;dienender F&uuml;hrung&ldquo; sprechen, aber unterm Strich ist sp&auml;testens (!) seit der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines klar, dass die USA die Richtung vorgeben und deutsche Politiker gehorsam folgen. Insofern ist es wohl auch kein Zufall, dass Jens Berger im oben genannten Artikel sogar &Auml;hnlichkeiten bei den Formulierungen herausgearbeitet hat. Sowohl der US-amerikanische Republikaner Marco Rubio als auch der SPD-Politiker Roth sprachen von &bdquo;sehr schmerzhaften Bildern&ldquo;, wenn die Hamas (oder eben doch gleich alle Pal&auml;stinenser) vernichtet werden.<\/p><p>Die Leser m&ouml;gen (vielleicht) Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Formulierungen von Roth und anderen Politikern haben. Doch, wie gesagt, Politik darf so nicht agieren, sie &uuml;berschreitet bei Vernichtungsgedanken und der Entmenschlichung von Pal&auml;stinensern eine Grenze, die nicht &uuml;berschritten werden darf. An dieser Stelle soll ein Vergleich bem&uuml;ht werden, der meist unangemessen ist und &uuml;berstrapaziert wird, aber: W&auml;re es gerechtfertigt gewesen, im Kampf gegen den Nationalsozialismus s&auml;mtliche deutsche Zivilisten zur Vernichtung freizugeben? Der Gedanke dahinter w&auml;re der gleiche wie der, den jetzt scheinbar v&ouml;llig au&szlig;er Kontrolle geratene Politiker &auml;u&szlig;ern. Menschen, zumal Zivilisten, als &bdquo;menschliche Tiere&ldquo; zu bezeichnen, sollte zu einer kollektiven Emp&ouml;rung f&uuml;hren, egal, welche Ereignisse dahinterstehen. <\/p><p>Doch hinter dem Bild der Anschl&auml;ge der Hamas und einzelnen Reaktionen darauf steht ein weiteres, deutlich gr&ouml;&szlig;eres, ein Bild, das die ganze Region und wom&ouml;glich die ganze Welt betrifft. Ein Grund mehr, verantwortungsbewusst, nicht &uuml;bereilt und vor allem nicht ohne R&uuml;cksicht auf die m&ouml;glichen Folgen des eigenen Handelns zu agieren. <\/p><p><strong>Fatale Auswirkungen<\/strong><\/p><p>Die politische Zurschaustellung scheinbar aufrichtiger Emp&ouml;rung d&uuml;rfte also eher geopolitische Gr&uuml;nde haben. Und an diesem Punkt wird es brandgef&auml;hrlich. Denn jeder, der meint, man k&ouml;nne die Hamas au&szlig;er Gefecht setzen, wenn man den Gazastreifen bombardiert und dabei auch Zivilisten zum Tode verurteilt (das w&auml;ren dann die &bdquo;sehr schmerzhaften Bilder&ldquo;), irrt auf ganzer Linie. <\/p><p>Es kommt nicht von ungef&auml;hr, dass zwar Teile des kollektiven Westens die Anschl&auml;ge der Hamas laut und deutlich verurteilen, in anderen Regionen aber g&auml;nzlich andere Reaktionen erfolgen. Es brodelt an vielen Stellen, und die Hamas haben weit mehr offene oder stille Unterst&uuml;tzer, als man glauben mag. Eine fl&auml;chendeckende Bombardierung Gazas k&ouml;nnte und w&uuml;rde also weitere Reaktionen zur Folge haben. Und diese k&ouml;nnten sich innerhalb k&uuml;rzester Zeit zu einem Fl&auml;chenbrand entwickeln, neben dem der Ukraine-Konflikt wie die Streiterei um eine Kuchenform wirkt. <\/p><p>Die &Uuml;berzeugung, auf der richtigen Seite zu stehen, macht blind f&uuml;r die Folgen dieses Standpunktes. Es schimmert einmal mehr in Deutschland die Annahme der Unbesiegbarkeit durch, wenn man sich denn moralisch sicher f&uuml;hlt. Doch wir sprechen hier &uuml;ber weit mehr als die seit Jahren eingesperrten Menschen im Gazastreifen, die ohnehin nicht mehr viel zu verlieren haben (was eine &auml;u&szlig;erst brisante Situation ist). Wir sprechen von 1,5 Milliarden Muslimen, die, wenn sie eine kritische Masse erreichen, verheerende M&ouml;glichkeiten verschiedenster Angriffe h&auml;tten. Die vermeintliche Sicherheit der eigenen Moral trifft also im Extremfall auf die Unsicherheit, was eine zahlenm&auml;&szlig;ig nicht &uuml;berschaubare Gruppe traumatisierter, w&uuml;tender, auf Rache sinnender Menschen anrichten kann. <\/p><p>&Uuml;ber die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit von Ma&szlig;nahmen gegen eine klar im Unrecht stehende Gruppe k&ouml;nnte man noch auf einer abstrakten und moralischen Ebene diskutieren. Man k&ouml;nnte argumentieren, dass der Kampf &bdquo;Gut&ldquo; gegen &bdquo;B&ouml;se&ldquo; wom&ouml;glich viele Opfer erfordert, die man hinnehmen muss, will man nicht gegen &bdquo;das B&ouml;se&ldquo; verlieren. Doch abgesehen von den gravierenden Folgen, die sich aus dem Gef&uuml;hl der Richtigkeit seiner Handlungen ergeben, ist die Unterteilung in gut und b&ouml;se hier schlicht nicht gegeben, weil beide Seiten Schuld auf sich geladen haben &ndash; Schuld, die zu ignorieren nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch politisch fatal w&auml;re. <\/p><p>Und ein weiteres Problem sollte nicht untersch&auml;tzt werden. Es betrifft die Zivilisten. Je mehr Unschuldige und Unbeteiligte zu Tode kommen, desto gr&ouml;&szlig;er sind die pers&ouml;nlichen Traumata, die damit einhergehen. Diese k&ouml;nnen zu einer neuen Generation von &bdquo;Terroristen&ldquo; (in diesem Zusammenhang hier bewusst in Anf&uuml;hrungszeichen gesetzt) f&uuml;hren, die auf Rache sinnen, gegen&uuml;ber Israel, aber auch gegen&uuml;ber dem Westen als Israels Unterst&uuml;tzer. <\/p><p>In der Summe ist eine Eskalation von au&szlig;en in diesem Konflikt das Schlechteste, was einem einfallen kann, denn die Folgen sind unvorhersehbar. Es scheint aber, als w&auml;ren diese Gefahren den verantwortlichen Politikern nicht bewusst oder egal. <\/p><p><strong>Handlungsm&ouml;glichkeiten<\/strong><\/p><p>Die falscheste aller L&ouml;sungen besteht darin, in das Kriegsgeschrei mit einzustimmen und somit die Lage weiter zu versch&auml;rfen. Wenn sich zwei pr&uuml;geln, kann der Dritte vielleicht eingreifen, um die Schl&auml;gerei zu beenden. Mischt er sich aber ein, indem er ebenfalls die F&auml;uste benutzt, ist ein Ende nicht zu erwarten. Und f&uuml;r weitere Protagonisten wird es immer schwerer, die Pr&uuml;gelei zu beenden, weil die Lage mit jedem Schlag un&uuml;bersichtlicher wird.<\/p><p>Was jetzt gefragt ist, ist Besonnenheit, auch entgegen den Erwartungen w&uuml;tender und traumatisierter Menschen oder eines internationalen Publikums, das sich irrational verh&auml;lt. Um es zu betonen: Die emotionalen Reaktionen der Angeh&ouml;rigen sind mehr als verst&auml;ndlich, auch die aufgebrachten Menschen, die den Konflikt in den Medien verfolgen, verdienen bis zu einem gewissen Punkt Verst&auml;ndnis. <\/p><p>Aber noch einmal: Politische Verantwortungstr&auml;ger k&ouml;nnen sich derlei gef&uuml;hlsbetonte (ob echt oder gespielt) Reaktionen nicht leisten und nicht erlauben. Sie haben eine andere Aufgabe, und diese Aufgabe besteht darin, alles daf&uuml;r zu tun, dass Konflikte nicht ausufern, dass sie nicht zu gravierenden Eskalationen f&uuml;hren, die irgendwann niemand mehr beeinflussen kann. Sich mit dem &bdquo;Volk gemein machen&ldquo;, das ist immer ein Tanz auf dem Vulkan, denn man besetzt einfach unterschiedliche Rollen. Aber im Falle eines Krieges, der in ungeahnten und globalen Katastrophen enden kann, ist Besonnenheit und Diplomatie das Einzige, was erfolgversprechend ist. Partei zu ergreifen, ist erlaubt, aber die Entscheidungen m&uuml;ssen unparteiisch erfolgen. <\/p><p>Das ist &uuml;brigens &ndash; nebenbei bemerkt &ndash; eines der wesentlichen Merkmale der Diplomatie. Sicher erinnern sich die Leser daran, was das ist. Die meisten Politiker haben es ja l&auml;ngst vergessen. <\/p><p><small>Titelbild: zef art\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allen verst&auml;ndlichen Reaktionen nach den Angriffen der Hamas auf Israel zum Trotz muss die n&uuml;chterne Frage lauten: Wohin f&uuml;hrt welche Reaktion? Die massiven Angriffe der Hamas auf Israel k&ouml;nnen niemanden unber&uuml;hrt lassen. 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