{"id":105592,"date":"2023-10-22T09:00:54","date_gmt":"2023-10-22T07:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592"},"modified":"2023-10-23T07:17:25","modified_gmt":"2023-10-23T05:17:25","slug":"hinweise-der-woche-330","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h01\">&raquo;Eine totale Verh&ouml;hnung des V&ouml;lkerrechts&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h02\">Warnung aus den USA: Steht die Welt vor einem weiteren gro&szlig;en Krieg?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h03\">Das Debakel der Neocons<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h04\">Fabio De Masi: Verschw&ouml;rungs&ouml;konomie, oder warum es Deutschland schlecht geht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h05\">US-Fl&uuml;ssigerdgas aus Fracking ist viel sch&auml;dlicher als Kohle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h06\">Die Wahlen in der Slowakei drehten sich um mehr als Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h07\">&bdquo;Zum Schweigen gebracht&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h08\">Deutsche Bahn: Mit 20.000 Managern auf dem Weg zur Privatisierung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h09\">Der Fall Julien Assange zeigt die Heuchelei des Westens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105592#h10\">Mit der Einheit ging&lsquo;s bergab<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&raquo;Eine totale Verh&ouml;hnung des V&ouml;lkerrechts&laquo;<\/strong><br>\n&Uuml;ber das Recht auf Selbstverteidigung, Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg und die Rolle der BRD. Ein Gespr&auml;ch mit Norman Paech.<br>\nNorman Paech ist Jurist und emeritierter Professor f&uuml;r Politikwissenschaft und &Ouml;ffentliches Recht an der Universit&auml;t Hamburg.<br>\nBundeskanzler Olaf Scholz hat bei einer Regierungserkl&auml;rung am vergangenen Donnerstag erkl&auml;rt, Israel habe im Gazastreifen ein &raquo;v&ouml;lkerrechtlich verbrieftes Recht auf Selbstverteidigung&laquo;. Wo ist das festgelegt?<br>\nIn Artikel 51 der UN-Charta ist deutlich verankert, dass derjenige, der milit&auml;risch angegriffen wird, ein solches Verteidigungsrecht hat. Das stimmt auch in diesem Fall: Israel kann sich gegen den Angriff der Hamas verteidigen, was allerdings mit der Einschr&auml;nkung versehen ist, dass solch eine Verteidigung immer verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sein muss. Wenn die israelische Armee im Gazastreifen, der ohnehin seit Jahrzehnten abgeriegelt ist, ein wahres Blutbad anrichtet, ist das auf keinen Fall durch das Verteidigungsrecht nach Artikel 51 gedeckt.<br>\nGilt Artikel 51 auch f&uuml;r eine Besatzungsmacht im von ihr besetzten Gebiet?<br>\nJa. Aber der Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit zwischen Mittel und Zweck ist zentral. Eine Verteidigung hat sich stets innerhalb der Grenzen des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts, die insbesondere in den &raquo;Haager&laquo; und &raquo;Genfer&laquo; Konventionen verankert sind, zu halten. Der Angriff ist erfolgreich zur&uuml;ckgeschlagen worden. Wenn die Armee aktuell dar&uuml;ber hinausgeht und erkl&auml;rt: &raquo;Wir vernichten die Hamas&laquo;, und der Zivilbev&ouml;lkerung Energie und Nahrung abschn&uuml;rt, dann ist das bereits eine &Uuml;berschreitung des Gebots der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit und daher v&ouml;lkerrechtswidrig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/461212.krieg-gegen-gaza-eine-totale-verh%C3%B6hnung-des-v%C3%B6lkerrechts.html\">Norman Paech in junge Welt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Westliche Heuchelei: Wollen wir wirklich den &ldquo;Big Bang&rdquo; in Nahost?<\/strong><br>\nDie Propagandalinie hei&szlig;t: Wir sind die &ldquo;Guten&rdquo;, sie die &ldquo;B&ouml;sen&rdquo;. Das ist nicht nur falsch, sondern k&ouml;nnte die Region in den Abgrund rei&szlig;en. Was jetzt klug w&auml;re. Gastbeitrag.<br>\nDer Blitzkrieg der Hamas hat Politik und Milit&auml;r in Israel kalt erwischt. So brutal und menschenverachtend er auch war, hat die &ldquo;Bewegung des islamischen Widerstands&rdquo;, arabisch abgek&uuml;rzt Hamas, jetzt schon Geschichte geschrieben.<br>\nZum einen hat sie den Nimbus der israelischen Armee, n&auml;mlich unbesiegbar zu sein, nachhaltig ersch&uuml;ttert. Fast drei Tage lang hielten mehr als 1.000 K&auml;mpfer der Hamas bis zu 25 israelische Ortschaften in Grenzn&auml;he unter ihrer Kontrolle, feuerten sie Tausende Raketen auf Israel, t&ouml;teten wahllos Zivilisten und verschleppten rund 150 Israelis [heute sollen es nach neuesten Angaben bis zu 200 sein, Telepolis] in den Gazastreifen, wo sie ein d&uuml;steres Schicksal erwartet. Das ist, jenseits aller moralischen Erw&auml;gungen, ein bemerkenswerter milit&auml;rischer und politischer &ldquo;Erfolg&rdquo;.<br>\nUnd zum anderen d&uuml;rften die geopolitischen Karten in der Region neu verteilt werden. Bereits unter US-Pr&auml;sident Trump erfolgte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem j&uuml;dischen Staat und Bahrein, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Sudan und Marokko 2020\/21.<br>\nGekr&ouml;nt werden sollten diese &ldquo;Abraham Accords&rdquo; durch einen von Pr&auml;sident Biden mit Nachdruck angestrebten Friedensvertrag zwischen Saudi-Arabien und Israel. Der saudische Machthaber Mohammed Bin Salman hat allen Grund, dieses Projekt auf unbestimmte Zeit zu vertagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Westliche-Heuchelei-Wollen-wir-wirklich-den-Big-Bang-in-Nahost-9336423.html\">Michael L&uuml;ders auf Telepolis<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Genozidforscher zu Hamas-Attacke: &bdquo;Netanjahu hat den Wind ges&auml;t&ldquo;<\/strong><br>\nKann man Ursachen und Motive benennen, ohne die Gr&auml;ueltaten zu rechtfertigen?<br>\nNat&uuml;rlich. Und als Historiker und politisch bewusster Beobachter Israels ist es meine Pflicht, die Ursachen zu betrachten. Sie reichen mindestens bis zum Krieg von 1948 zur&uuml;ck, in dem meine Eltern f&uuml;r die Gr&uuml;ndung des Staates Israel k&auml;mpften und in dessen Folge die Mehrheit der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung aus dem Land vertrieben wurde. Zu den Ursachen geh&ouml;rt seit 56 Jahren auch die Unterdr&uuml;ckung von Millionen von Pal&auml;stinensern, die mit beschnittenen Rechten, ohne Aussicht auf Freiheit und Gerechtigkeit in den besetzten Gebieten leben, wo sich immer mehr ein Apartheidregime entwickelt hat.<br>\nDazu geh&ouml;rt auch die seit 16 Jahren andauernde Belagerung des Gazastreifens, durch die zwei Millionen Pal&auml;stinenser in hoffnungsloser und dem&uuml;tigender Armut mit fehlender Grundversorgung gefangengehalten werden. All diese Faktoren f&uuml;hren zu Gewalt, zu Wut und Rachedurst. Das w&auml;re zu verhindern gewesen. So wie der Krieg von 1973, in dem ich Soldat war und in dem Freunde von mir gefallen sind, h&auml;tte verhindert werden k&ouml;nnen, wenn die israelischen Politiker mehr Bereitschaft zu territorialen Kompromissen und Frieden gezeigt h&auml;tten. Als Historiker glaube ich, dass Ereignisse in der Geschichte Ursachen haben, und dass wir, wenn wir diese Ursachen erkennen und angehen, eine bessere Zukunft f&uuml;r uns und unsere Nachkommen schaffen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/genozidforscher-zu-hamas-attacke-netanjahu-hat-den-wind-gesaet-92581137.html%20\">FR Online<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Wer ver&auml;ndern will, muss verstehen<\/strong><br>\nUnser Korrespondent berichtet seit &uuml;ber 30 Jahren aus dem Nahen Osten. F&uuml;r Sicherheit brauche es politische L&ouml;sungen, schlie&szlig;t er aus den fr&uuml;heren Kriegen.<br>\nEs gibt zwei Worte, die &auml;hnlich klingen, aber doch Unterschiedliches meinen: &bdquo;Verst&auml;ndnis&ldquo; und &bdquo;Verstehen&ldquo;. Ich habe kein Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, wenn unschuldige Menschen auf einer Raveparty oder in einem Kibbuz in Israel von Hamas-K&auml;mpfern niedergemetzelt werden. Genauso wenig, wie ich Verst&auml;ndnis daf&uuml;r aufbringe, wenn 2,3 Millionen Menschen im Gazastreifen kollektiv f&uuml;r diese f&uuml;rchterlichen Taten bestraft werden. Wer f&uuml;r diese Dinge Verst&auml;ndnis zeigt, sollte seinen moralischen Kompass neu ausrichten.<br>\nIch finde alles, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, entsetzlich. Und wenn ich sicherstellen will, dass Derartiges nicht geschieht, wenn ich nach L&ouml;sungen suche, dann muss ich die Situation analysieren. Ich muss versuchen etwas zu &bdquo;verstehen&ldquo;, f&uuml;r das ich kein Verst&auml;ndnis habe.<br>\nIch verstehe, dass ganz Israel im Schock ist, dass viele dort nach einer milit&auml;rischen L&ouml;sung rufen, manche auch einfach nach Rache und Vergeltung. Eine Bodenoffensive soll das Problem l&ouml;sen, wir werden Hamas ausl&ouml;schen, hei&szlig;t es. Aber kann eine solche Offensive tats&auml;chlich eine strategische Ver&auml;nderung schaffen?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hamas-Angriff-auf-Israel\/!5963411\/%20\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Immerhin gibt es auch solche vern&uuml;nftigen, abw&auml;genden Artikel in der taz, <a href=\"https:\/\/taz.de\/Angriff-auf-Israel\/!5963299\/\">nicht nur Hetze wie hier<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Warnung aus den USA: Steht die Welt vor einem weiteren gro&szlig;en Krieg?<\/strong><br>\nAserbaidschan hat Bergkarabach erobert. Nun. Erhebt Baku die n&auml;chste Gebietsforderung. Washington ist alarmiert, Berlin passiv.<br>\nDer Krieg in der Ukraine ist im Bewusstsein der Welt&ouml;ffentlichkeit weitgehend von der Eskalation im Nahen Osten verdr&auml;ngt worden &ndash; und schon droht ein weiterer Konflikt: US-Au&szlig;enminister Antony Blinken hat k&uuml;rzlich in einem Briefing einige US-Abgeordnete vor der M&ouml;glichkeit eines baldigen Einmarschs Aserbaidschans in Armenien gewarnt. Das berichtet das US-Onlinemagazin Politico unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens.<br>\nBlinkens &Auml;u&szlig;erungen gegen&uuml;ber den Abgeordneten zeigten, wie gro&szlig; die Sorge in Washington &uuml;ber Aserbaidschans Angriffe auf die abtr&uuml;nnige Region Bergkarabach im Westen des Landes sei. Offenbar sehen Sicherheitspolitiker in den USA eine erhebliche Gefahr der Ausweitung des Konflikts.<br>\nEin Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien w&auml;re nach dem Ukraine- und dem Israel-Krieg der dritte Gro&szlig;konflikt, der wegen seiner unmittelbaren Auswirkungen auf die Energiem&auml;rkte auch eine geopolitische Dimension h&auml;tte.<br>\nHintergrund der US-Sorgen: Der aserbaidschanische Pr&auml;sident Ilham Alijew hat Armenien aufgefordert, einen &ldquo;Korridor&rdquo; entlang seiner S&uuml;dgrenze freizugeben, der das aserbaidschanische Festland mit einer Exklave an der Grenze zur T&uuml;rkei und zum Iran verbindet. Sollte Jerewan dieser Aufforderung nicht nachkommen, sei er bereit, das Problem &ldquo;mit Gewalt&rdquo; zu l&ouml;sen, so Alijew.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Warnung-aus-den-USA-Steht-die-Welt-vor-einem-weiteren-grossen-Krieg-9335915.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Das Debakel der Neocons<\/strong><br>\nDie neokonservative Au&szlig;enpolitik der USA hat die Ukraine an den Rand des wirtschaftlichen, demografischen und milit&auml;rischen Zusammenbruchs gef&uuml;hrt. Was sollte die US-Regierung angesichts dieser drohenden Katastrophe jetzt tun?<br>\nDie Ukraine markiert das Endstadium des 30-j&auml;hrigen au&szlig;en- und geopolitischen Debakels der US-Neocons. Der Plan, Russland in der Schwarzmeerregion durch die NATO einzukreisen, ist gescheitert. Die Entscheidungen, die die USA und Russland jetzt treffen m&uuml;ssen, werden von enormer Bedeutung nicht nur f&uuml;r die Region, sondern die ganze Welt sein.<br>\nVier Ereignisse haben die Hoffnungen der Neokonservativen auf eine NATO-Osterweiterung um die Ukraine, Georgien und dar&uuml;ber hinaus zunichte gemacht. Erstens: Die Ukraine ist auf dem Schlachtfeld verw&uuml;stet worden, mit tragischen und entsetzlichen Verlusten. Russland scheint den Zerm&uuml;rbungskrieg zu gewinnen, ein Ergebnis, das von Anfang an vorhersehbar war, das aber von den Neokonservativen und gro&szlig;en Teilen der Medien weiterhin geleugnet wird.<br>\nZweitens schwindet die Unterst&uuml;tzung in Europa. Polen spricht nicht mehr mit der Ukraine. Ungarn widersetzt sich seit langem den Neokonservativen. Die Slowakei w&auml;hlte j&uuml;ngst eine Anti-Neocon-Regierung. Die EU-Staats- und Regierungschefs von Macron, Meloni, Sanchez, Scholz bis Sunak haben in ihren L&auml;ndern mit viel h&ouml;heren Ablehnungs- als Zustimmungsquoten in der Bev&ouml;lkerung zu k&auml;mpfen.<br>\nDer dritte Punkt ist die K&uuml;rzung der US-Finanzhilfe f&uuml;r die Ukraine. Die Basis der Republikanischen Partei, mehrere republikanische Pr&auml;sidentschaftskandidaten und eine wachsende Zahl republikanischer Kongressabgeordneter lehnen weitere Ausgaben f&uuml;r die Ukraine ab. In dem &Uuml;berbr&uuml;ckungsgesetz zur Aufrechterhaltung des Regierungsbetriebs haben die Republikaner neue Finanzhilfen f&uuml;r die Ukraine gestrichen. Zwar hat das Wei&szlig;e Haus neue Hilfsgesetze gefordert, doch das wird ein harter innenpolitischer Kampf werden.<br>\nViertens, und aus ukrainischer Sicht am dringlichsten, ist die drohende Gefahr einer russischen Offensive.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/33-2023\/das-neokonservative-debakel\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fabio De Masi: Verschw&ouml;rungs&ouml;konomie, oder warum es Deutschland schlecht geht<\/strong><br>\nUnter dem Vorwand, die Inflation zu bek&auml;mpfen, nimmt die Bundesregierung eine schwere Wirtschaftskrise in Kauf. Dahinter stecken knallharte Interessen, meint unser Autor.<br>\nBundeskanzler Olaf Scholz hatte ein Wirtschaftswunder versprochen. Was f&uuml;r eine Blamage: Denn die Ampel-Koalition jagt die Wirtschaft in den Keller, um dann Ma&szlig;nahmen gegen Wachstumsbremsen zu fordern. Dieser Wahnsinn hat Methode. Dabei sitzen die Wachstumsbremsen auf der Regierungsbank. Olaf Scholz, Robert Habeck und Christian Lindner sind eine in Zahlen gegossene wirtschaftliche Tr&uuml;mmertruppe.<br>\nSo meint Finanzminister Christian Lindner, es brauche eine B&uuml;rokratie-Pause, als g&auml;be es B&uuml;rokratie nur in Deutschland. Wie soll zu viel B&uuml;rokratie erkl&auml;ren, warum Deutschland von der internationalen Wirtschaftsentwicklung abgeh&auml;ngt wird? Man darf schon gl&uuml;cklich sein, dass Lindner die verheerende wirtschaftliche Bilanz seiner Regierung nicht mit kosmischen Schwingungen erkl&auml;rt. (&hellip;)<br>\nLindner kritisiert zwar die Abschaffung von Leistungstests bei den Bundesjugendspielen, aber w&uuml;rde &ouml;konomisch schon am Binden der Turnschuhe in der Umkleidekabine scheitern. Spanien hat etwa mit gezielten Eingriffen in den Markt, wie einer Besteuerung von Extragewinnen, Preisbremsen sowie Subventionen des &ouml;ffentlichen Nahverkehrs die Wirtschaft angekurbelt und die Inflation viel erfolgreicher bek&auml;mpft als Deutschland.<br>\nAuch China, die USA und Japan nehmen staatliche Defizite in Kauf, um in Zukunftstechnologien zu investieren. Die Inflationsraten gehen dabei international zur&uuml;ck. Deutschland ist die einzige gr&ouml;&szlig;ere Volkswirtschaft, die nominale Staatsausgaben senkt (mit Ausnahme der wachsenden R&uuml;stungsausgaben), und die einzige gr&ouml;&szlig;ere Volkswirtschaft, die schrumpft.<br>\nLindner behauptet mit seiner Verschw&ouml;rungs&ouml;konomie gegen jede Evidenz, es brauche eine Absenkung der Staatsausgaben, um die Inflation zu bek&auml;mpfen. Dabei haben wir es mit einer Angebots- oder Gewinninflation zu tun, die nicht durch zu hohe Nachfrage ausgel&ouml;st wurde. Zudem stellte der Internationale W&auml;hrungsfonds bereits 2009 in einer gro&szlig; angelegten L&auml;nderstudie unter dem Titel &bdquo;Public Debt, Money Supply and Inflation&ldquo; fest, dass f&uuml;r Industrienationen kein Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Inflation best&uuml;nde. Und es ist noch nicht einmal gesichert, dass eine K&uuml;rzung der Staatsausgaben die Staatsverschuldung senkt. Es ist n&auml;mlich davon auszugehen, dass die negativen Effekte auf das Bruttoinlandsprodukt auch zu Erh&ouml;hung der Arbeitslosigkeit, h&ouml;heren Sozialtransfers und Verringerung der Steuereinnahmen f&uuml;hren werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/fabio-de-masi-verschwoerungs-oekonomie-warum-es-deutschland-schlecht-geht-li.2148902\">Fabio De Masi in Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu: <strong>Habecks Kurswechsel: Braucht es also doch ein echtes Konjunkturpaket?<\/strong><br>\nDie Wirtschaft kriselt, aber die Regierung scheut ein echtes Konjunkturpaket, weil sie die Inflation missversteht. Nur bei Habeck hat es Klick gemacht.<br>\nDiese Pointe hatte wohl keiner auf dem Bingo-Zettel: Christian Lindner wird zum Degrowth-Minister. Die deutsche Wirtschaft schrumpft n&auml;mlich dieses Jahr wieder. Um 0,4 Prozent, sch&auml;tzt Habecks Wirtschaftsministerium; um 0,5 Prozent, sch&auml;tzt der IWF; um 0,6 Prozent, sch&auml;tzen die f&uuml;hrenden deutschen Wirtschaftsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose.<br>\nTrotzdem scheut die Ampel ein klassisches Konjunkturpaket. Also eines, das den Leuten mehr Geld in die Taschen bringt und die Nachfrage ankurbelt. Auch die &Ouml;konomenzunft ist zur&uuml;ckhaltend, selbst die Gewerkschafts&ouml;konomen. Sie liegen alle falsch &ndash; und haben die nackten Konjunkturzahlen gegen sich. Nur bei Habeck hat es zuletzt Klick gemacht, offensichtlich. [&hellip;]<br>\nLetzte Woche, als er seine neue Minus-Prognose vorstellte und kurz darauf bei Sandra Maischberger eingeladen war, schlug er andere T&ouml;ne an. T&ouml;ne, die sich anh&ouml;ren, als sei ein Konjunkturpaket vielleicht doch nicht so verkehrt.<\/p>\n<blockquote><p>\n&raquo;Wir m&uuml;ssen in der Binnennachfrage st&auml;rker werden, wir m&uuml;ssen die Leute in Deutschland in Konsumlaune bringen, wir m&uuml;ssen ihnen genug Geld geben, dass sie es ausgeben k&ouml;nnen, der Staat muss Investitionsm&ouml;glichkeiten schaffen und so weiter.&laquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Warum Habeck mit seiner j&uuml;ngsten Position richtig liegt und alle anderen falsch, beweisen die nackten Zahlen. Der private Konsum liegt in Deutschland am Boden, entwickelt sich sogar schlechter als bei unseren europ&auml;ischen Nachbarn und f&auml;llt im Vergleich zur USA bemerkenswert ab.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.geldfuerdiewelt.de\/p\/habecks-kurswechsel-braucht-es-also\">Maurice H&ouml;fgen<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Das wird teuer &ndash; f&uuml;r die Gr&uuml;nen<\/strong><br>\nRobert Habeck wirbt daf&uuml;r, dass die deutsche Wirtschaft ihre Abh&auml;ngigkeit von China reduziert. Doch der zentralen Frage geht er aus dem Weg. Schon wieder.<br>\nWenn man einen politischen Fehler zum ersten Mal macht, ist es &auml;rgerlich. Wenn man einen Fehler zum zweiten Mal macht, ist es vielleicht ein bisschen bl&ouml;d. Wenn man allerdings einen Fehler zum dritten Mal begeht, ist es ziemlich sicher kein Zufall mehr, sondern, ja was eigentlich? Masochismus? Oder Ideologie? [&hellip;]<br>\nWenn man politisch daf&uuml;r argumentiert, nicht den g&uuml;nstigsten Lieferanten zu w&auml;hlen, sondern den sichersten und wenn man zu Recht darauf hinweist, dass dies nicht zu machen ist, ohne dass Waren auch f&uuml;r Verbraucher teurer werden &ndash; dann stellt sich schon die Frage, wie man dies alles tun kann, ohne zugleich die Verteilungsdimension einer solchen Politik zu benennen.<br>\n&ldquo;Ich werde mich daf&uuml;r einsetzen, dass den Preis daf&uuml;r nicht diejenigen zahlen, die sowieso schon unter horrenden Lebensmittelpreisen, steigenden Mieten und niedrigen Geh&auml;ltern leiden&rdquo;, das w&auml;re ein einfacher Satz, den Habeck h&auml;tte sagen k&ouml;nnen. Oder zumindest: &ldquo;Wir als Bundesregierung werden daf&uuml;r sorgen, dass die Lasten gerecht verteilt werden.&rdquo;<br>\nStattdessen aber sagte er am Schluss seiner Rede: &ldquo;Ich pers&ouml;nlich glaube, und das sage ich mit gro&szlig;er Dringlichkeit und mit gro&szlig;em Ernst, dass diese Zeit eine Wasserscheidenzeit ist. Deswegen meine ich, wir m&uuml;ssen die Dinge anders machen und auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.&rdquo; Hier wiederum l&auml;sst sich leicht sagen, wer das Wir ist, das die politischen Konsequenzen tragen d&uuml;rfte: der Bundeswirtschaftsminister und seine Partei.<br>\nDe-Risking muss man sich leisten wollen, und man muss es sich leisten k&ouml;nnen. Wer diese Gerechtigkeitsfrage nicht adressiert, wer sie verh&uuml;llt und verschweigt, der sollte nicht allzu verwundert sein, wenn bald wieder die Rede davon ist, dass es die Gr&uuml;nen sind, die das Leben der Normalverdiener teurer machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2023-10\/robert-habeck-china-abhaengigkeit-kosten-gruene\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>US-Fl&uuml;ssigerdgas aus Fracking ist viel sch&auml;dlicher als Kohle<\/strong><br>\nLNG verursacht mehr Treibhausgase als alle anderen fossilen Energietr&auml;ger, zudem sch&auml;digt es Gesundheit und Umwelt massiv.<br>\nDie ARD-Dokumentation &laquo;LNG um jeden Preis&raquo; demontiert die M&auml;r vom angeblich sauberen Fl&uuml;ssigerdgas LNG (Liquefied Natural Gas) aus den USA. Auf einer Recherchereise durch das Produktionsland bringt der Autor Michael H&ouml;ft erschreckende Fakten ans Licht: Die Gewinnung von Fl&uuml;ssigerdgas f&uuml;hrt zu radioaktiven Abf&auml;llen, vergifteten Fl&uuml;ssen und einer massiven Klimabelastung. Mit einer speziellen Kamera wird der enorme Austritt von Methan bei den F&ouml;rderanlagen sichtbar. Wissenschaftler protestieren: Es w&auml;re deutlich weniger klima- und gesundheitssch&auml;dlich, wenn man auf Kohle setzen w&uuml;rde, anstatt gefracktes Gas aus den USA zu importieren, die zu den gr&ouml;ssten LNG-Exporteuren weltweit geh&ouml;ren. Trotzdem will die EU bis 2030 50 Milliarden Kubikmeter LNG pro Jahr zus&auml;tzlich aus den USA kaufen. Das entspricht einem Drittel der Erdgasmenge, die Europa 2020 noch aus Russland bezogen hat. (&hellip;)<br>\nMichael H&ouml;ft beginnt seine Recherche in Texas. Am Golf von Mexiko stehen die LNG-Terminals, die das Gas f&uuml;r die Verschiffung nach Europa auf minus 162 Grad herunterk&uuml;hlen. Dieser Prozess ben&ouml;tige soviel Energie, dass ein Viertel der Gesamtenergie des Gases schon hier verloren gehe, sch&auml;tzen Experten. Auf dem Schiff m&uuml;sse dann noch weiter Gas eingesetzt werden, um das verbliebene LNG zu k&uuml;hlen. Dazu k&auml;men Gasverluste durch Lecks in der gesamten Lieferkette. &laquo;In Deutschland kommen nur noch 50 bis 70 Prozent des Gases an&raquo;, kritisiert der international anerkannte Professor Robert Howarth von der Cornell University. Schon das allein sei alles andere als klimafreundlich oder nachhaltig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/umwelt\/us-fluessigerdgas-aus-fracking-ist-viel-schaedlicher-als-kohle\/\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Wahlen in der Slowakei drehten sich um mehr als Russland<\/strong><br>\nDie Wahlergebnisse vom 30. September in der Slowakei wurden medial als Sieg des &raquo;prorussischen Kandidaten&laquo; Robert Fico dargestellt. Die Linke sollte jedoch verstehen, dass es bei der Wahlentscheidung nicht ausschlie&szlig;lich um das Thema Ukrainekrieg ging. Auch viele W&auml;hlerinnen und W&auml;hler aus der Arbeiterklasse haben bei Ficos Partei die Kreuze gesetzt. [&hellip;]<br>\nDie meisten ausl&auml;ndischen Medien konzentrieren sich auf Ficos Wahlversprechen, die milit&auml;rische Hilfe f&uuml;r die Ukraine einzustellen und Verhandlungen mit Russland zu fordern. In der Slowakei selbst haben hingegen die verbalen Attacken des Ex-Premiers auf Banken und Lebensmittelkonzerne mindestens &auml;hnlich viel Aufmerksamkeit (und Anklang) gefunden. Das ist wenig verwunderlich, denn die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler erleben seit drei Jahren einen stetig sinkenden Lebensstandard. Sicherlich hat auch Ficos Rhetorik gegen Migrierende und seine Ablehnung einer vermeintlichen &raquo;LGBT-Ideologie&laquo; dazu beigetragen, vor allem Teile der &auml;lteren, konservativen Basis von Smer zu mobilisieren. Wenn Fico aber der einzige slowakische Politiker ist, der die materiellen Bed&uuml;rfnisse der Menschen ansprechen kann, muss die Linke sich dringend hinterfragen und anfangen, den W&uuml;nschen der Bev&ouml;lkerung zuzuh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/wahlen-slowakei-smer-fico-russland-linke%20\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;Zum Schweigen gebracht&rdquo;<\/strong><br>\nDer internationale Protest gegen die Absage einer Literaturpreisverleihung an eine pal&auml;stinensische Autorin auf der Frankfurter Buchmesse schwillt an. Der Direktor der Buchmesse, Juergen Boos, hatte Ende vergangener Woche verf&uuml;gt, &bdquo;angesichts des Terrors gegen Israel&ldquo; k&ouml;nne das international hoch gelobte Buch &bdquo;Eine Nebensache&ldquo; der Autorin Adania Shibli in Frankfurt nicht gew&uuml;rdigt werden. Auch eine Diskussionsveranstaltung mit der Pal&auml;stinenserin wurde gestrichen. Gegen die deutsche Ma&szlig;nahme protestieren schon &uuml;ber 700 Schriftsteller, &Uuml;bersetzer und Verleger aus aller Welt, darunter Nobelpreistr&auml;ger sowie weitere weltbekannte Autoren: Kultur m&uuml;sse &bdquo;Verst&auml;ndnis und Dialog zwischen Kulturen&ldquo; f&ouml;rdern, hei&szlig;t es in einem Protestbrief. Zudem ziehen sich Schriftsteller und Verlage aus der arabischen bzw. islamischen Welt von der Buchmesse zur&uuml;ck: Er wolle nicht mittragen, dass in Frankfurt &bdquo;pal&auml;stinensische Stimmen zum Schweigen gebracht werden&ldquo;, erl&auml;utert ein &auml;gyptischer Autor. Die Indienststellung kultureller Ereignisse zu Zwecken der deutschen Au&szlig;enpolitik l&auml;sst sich bereits seit dem 24. Februar 2022 am Beispiel des Ausschlusses russischer Kultur beobachten; sie nimmt nun weiter zu.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9377\">German Foreign Policy <\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Abgesagte LiBeraturpreis-Vergabe an Autorin Adania Shibli: Keine Nebensache<\/strong><br>\nDie Verleihung des LiBeraturpreises an die pal&auml;stinensische Autorin Adania Shibli wurde kurzfristig abgesagt. Der Vorwurf: &bdquo;Eine Nebensache&ldquo; sei einseitig und israelfeindlich. Wer ihren Roman daf&uuml;r kritisiert, kann ihn nicht gelesen haben<br>\nDeutschland ist ein Ort, wo ein bayerischer Wirtschaftsminister mit antisemitischen Schmierereien davonkommt, w&auml;hrend eine pal&auml;stinensische Autorin, die &uuml;ber die historisch verb&uuml;rgte Geschichte einer Vergewaltigung durch israelische T&auml;ter schreibt, wegen Antisemitismus gecancelt wird, schrieb der in Israel geborene Autor Tomer Dotan-Dreyfu&szlig; am Wochenende sinngem&auml;&szlig; auf Facebook.<br>\nAnlass dieser Zeilen ist eine umstrittene kulturpolitische Entscheidung. Am kommenden Freitag sollte Adania Shibli den LiBeraturpreis 2023 erhalten. Mit dem LiBeraturpreis, der seit 1987 vergeben wird und derzeit mit 3.000 Euro dotiert ist, zeichnet die Organisation f&uuml;r &Uuml;bersetzungsf&ouml;rderung Litprom Autor:innen aus dem Globalen S&uuml;den aus. Eine Jury hatte Mitte Juni entschieden, ihren Roman Eine Nebensache auszuzeichnen. Darin erz&auml;hlt die in Ramallah und Berlin lebende Autorin zwei Geschichten. Zum einen greift sie einen Missbrauchs- und Mordfall an einem Beduinenm&auml;dchen durch israelische Soldaten im Jahr 1949 auf, den Journalisten der links-liberalen israelischen Tageszeitung Haaretz vor gut zwanzig Jahren aufgedeckt haben. Zum anderen spiegelt der Roman die Ich-Perspektive einer jungen Pal&auml;stinenserin, die Jahrzehnte sp&auml;ter dem Fall auf eigene Faust auf den Grund geht und dabei auf tragische Weise ums Leben kommt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/thomas-hummitzsch\/liberaturpreis-vergabe-an-autorin-adania-shibli-abgesagt-keine-nebensache%20\">der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deutsche Bahn: Mit 20.000 Managern auf dem Weg zur Privatisierung?<\/strong><br>\nJetzt geht es endlich los? Die neue Aktiengesellschaft DB Infra-GO AG. Bei Kritikern schrillen die Alarmglocken. Ein Interview mit dem Infrastrukturexperten Carl Wa&szlig;muth.<br>\nZum Jahreswechsel werden die DB Netz und die DB Station &amp; Service zu einer neuen Aktiengesellschaft DB Infra-GO AG zusammengefasst.<br>\nDie DB InfraGO AG wird sich in Zukunft um das Schienennetz in Deutschland k&uuml;mmern. Etwaige Gewinne flie&szlig;en zur&uuml;ck in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur, verspricht die Bundesregierung. So komme endlich mehr Verkehr von der Autobahn auf die Schiene. Ein Schritt in Richtung verkehrspolitische Vernunft? Keineswegs, findet Carl Wa&szlig;muth vom B&uuml;ndnis Bahn f&uuml;r alle.<br>\nHerr Wa&szlig;muth, &ldquo;Bahn f&uuml;r alle&rdquo; protestiert hartn&auml;ckig gegen die Infra-GO AG. Die Parole lautet: &ldquo;Infra no go!&rdquo; Dabei steht das GO im Namen doch f&uuml;r gemeinwohlorientiert &ndash; was haben Sie dagegen, dass das Schienennetz in Deutschland nicht mehr gewinnorientiert betrieben werden soll?<br>\nCarl Wa&szlig;muth: Das Go! im Namen soll wohl andeuten, dass es jetzt endlich losgeht. Das w&auml;re auch bitter n&ouml;tig, denn die Infrastruktur ist im schlimmen Zustand. Aber Bahnsysteme auf der ganzen Welt funktionieren am besten, wenn Z&uuml;ge und Schienen aus einer Hand betrieben werden.<br>\nSolche integrierten Systeme gibt es in der Schweiz, in &Ouml;sterreich, eigentlich &uuml;berall da, wo der Schienenverkehr gut funktioniert. Dass der FDP-Verkehrsminister Volker Wissing an der integrierten Bahn s&auml;gt, l&auml;sst bei uns alle Alarmglocken schrillen.<br>\nWir bef&uuml;rchten, dass die Netz-Infrastruktur nach und nach aus dem Verbund herausgel&ouml;st wird, um die DB Fernverkehr und DB Regio f&uuml;r eine Privatisierung aufzuh&uuml;bschen und zu verkaufen. Das w&auml;re nach der Aufspaltung ohne weiteres m&ouml;glich.<br>\nEin Beschluss im Aufsichtsrat gen&uuml;gt, nicht einmal ein neues Gesetz w&auml;re n&ouml;tig. Dabei bringt die Reform keinerlei Vorteile. Die DB wird aufgespalten und abermals neue Posten geschaffen, obwohl die Managementkosten bereits jetzt erheblich sind.<br>\nWelche Kosten meinen Sie?<br>\nCarl Wa&szlig;muth: Kosten f&uuml;r Verwaltung und Management. Als wir vor 30 Jahren die Bahnreform bekommen haben, gab es 6.000 sogenannte Bahndirektoren, was als verschwenderisch angeprangert wurde. Heute leistet sich die Bahn 20.000 Manager.<br>\nWenn jeder von ihnen 100.000 Euro Jahresgehalt bekommt, sind das bereits zwei Milliarden j&auml;hrlich! Gleichzeitig wurden 190.000 Stellen eingespart in den Betriebsdiensten, in den Z&uuml;gen, auf den Bahnh&ouml;fen und so weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Deutsche-Bahn-Mit-20-000-Managern-auf-dem-Weg-zur-Privatisierung-9336094.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Fall Julien Assange zeigt die Heuchelei des Westens<\/strong><br>\nWie kein anderer hat Julian Assange die Doppelmoral der &raquo;westlichen Wertegemeinschaft&laquo; verdeutlicht. Bei keinem anderen Fall herrscht auf politischer und medialer Ebene ein so lautes Schweigen. [&hellip;]<br>\nWie w&uuml;rden die USA und ihre europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten antworten, wenn Russland einen US-amerikanischen Journalisten zu 175 Jahren Haft verurteilen w&uuml;rde, da dieser mittels journalistischer Recherche russische Kriegsverbrechen an die &Ouml;ffentlichkeit gebracht hatte? Die Reaktion w&auml;re vermutlich durch Emp&ouml;rung gepr&auml;gt. Dass der Fall Assange in Europa nicht eine derart fl&auml;chendeckende Emp&ouml;rung hervorzurufen vermag, ist ein weiterer Beweis f&uuml;r die Doppelmoral der westlichen Wertegemeinschaft. Nur warum ruft der Fall Assange derart harsche Reaktionen seitens der US-Regierung hervor? Und warum ist in Europa keine gr&ouml;&szlig;ere Opposition gegen&uuml;ber dem Verhalten der US-Regierung vorzufinden? [&hellip;]<br>\nIm Fall Assange geht es nicht allein um die Pressefreiheit, sondern um nichts weniger als das, was wir best&auml;ndig als &raquo;westliche&laquo; Werte hochhalten. In einer Zeit, in der in der Ukraine zahlreiche Menschen angeblich f&uuml;r unsere Werte ihr Leben lassen m&uuml;ssen, stellt sich schlussendlich eine ganz entscheidende Frage: Wie lassen sich unsere &raquo;westlichen Werte&laquo; konkret definieren, wenn sie letztendlich h&ouml;chst selektiv angewandt werden? [&hellip;]<br>\nGef&auml;hrlich wird Propaganda besonders dann, wenn sie einen Funken Wahrheit enth&auml;lt. Um erfolgreich gegen sie vorzugehen, gilt es zun&auml;chst anzuerkennen, dass der Gegenpart &ndash; in diesem Fall Sacharowa &ndash; auch etwas Wahres anspricht. Sacharowas Aussagen lassen sich pr&auml;zise in jene unbewussten Bereiche der gesellschaftlichen Verdr&auml;ngung einordnen, die Assange durch seine Wikileaks-Enth&uuml;llungen zum Vorschein gebracht hat.<br>\nDieser Umstand wird umso deutlicher, wenn man sich vergegenw&auml;rtigt, dass das Wertefundament, das die westlichen Staaten zu vertreten versuchen, keine weltweite Anerkennung findet. Die Reaktion vieler Staaten des globalen S&uuml;dens auf den Krieg in der Ukraine f&auml;llt anders aus als erwartet. Zum Unverst&auml;ndnis westlicher Staaten enthalten sich viele L&auml;nder, statt den Krieg eindeutig zu verurteilen. Das ist ein Symptom jener politischen Doppelmoral, durch die sich das Verhalten westlicher Staaten &uuml;ber Jahre hinweg auszeichnete.<br>\nIn der Folge scheint es f&uuml;r viele L&auml;nder auf dieser Welt unbegreiflich, warum der brutale Angriffskrieg des russischen Regimes auf die Ukraine eine derartige Emp&ouml;rung hervorruft, wo es doch evident ist, dass auch westliche Staaten die Klaviatur des brutalen Angriffskrieges beherrschen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/assange-westen-wikileaks-kriegsverbrechen-usa\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mit der Einheit ging&lsquo;s bergab<\/strong><br>\nVier ehemalige Redakteure des &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehens aus Ost und West berichten &uuml;ber den Zustand des Journalismus in Deutschland. Sp&auml;testens mit der Einheit wurde ihrer Ansicht nach ein Einheitsbrei zur Realit&auml;t auf dem Bildschirm. Eine Rezension.<br>\nEs steht schlecht um das &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehen. Der fortdauernde Skandal um das Postengeschacher beim RBB ist da nur die Spitze des Eisbergs. Mindestens ebenso schlimm ist der t&auml;gliche journalistische Offenbarungseid in ARD und ZDF. Wie tief k&ouml;nnen die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender noch sinken? Geht es &uuml;berhaupt noch tiefer? Und wann begann dieser Prozess?<br>\nSeit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022, dessen Vorgeschichte den Zuschauern der Hauptnachrichtensendungen seit weit mehr als anderthalb Jahren vorenthalten wird? Seit Corona, als der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk zur Speerspitze der Angst- und Impfpropaganda wurde? Seit der Fl&uuml;chtlingskrise, als alle zu Nazis erkl&auml;rt wurden, die meinten, &bdquo;wir&ldquo; schaffen es nicht? Seit dem Putsch in der Ukraine 2014, der schon damals kaum medial aufgearbeitet wurde und heute, siehe oben, gr&ouml;&szlig;tenteils verschwiegen wird? Seit dem 11. September 2001, nach dem nicht aufgekl&auml;rt, sondern verschleiert wurde? Oder seit dem Jugoslawienkrieg, als Tagesschau und Co. an der Seite von NATO und rot-gr&uuml;ner Bundesregierung den v&ouml;lkerrechtswidrigen Kampfeinsatz unterst&uuml;tzten?<br>\nDie Antwort wird je nach politischer Position und Erfahrung unterschiedlich ausfallen. Alle (geo)politischen Gro&szlig;ereignisse der vergangenen Jahre zeigen den Verfall des Fernsehens. Immer mal wieder gab es Lichtblicke wie die Aufarbeitung der NATO-L&uuml;gen im WDR. Aber sie schienen (berechtigterweise) deshalb besonders hell, weil es ansonsten auf der Mattscheibe oder heutzutage dem LED-Bildschirm d&uuml;ster ist. Laut den vier Autoren des aktuellen Buches zum Abstieg des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt dessen Beginn noch weiter zur&uuml;ck. Lutz Herden, Wolfgang Herles, Luc Jochimsen und Michael Schmidt schauen zur&uuml;ck bis ins Jahr 1989 und die Zeit davor. Schlie&szlig;lich wurde auch die Deutsche Einheit im Westfernsehen gr&ouml;&szlig;tenteils von nur einer Seite betrachtet. Widerspruch war nicht erw&uuml;nscht, wie unter anderem der damalige Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Herles berichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/medien\/mit-der-einheit-gings-bergab\/\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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