{"id":10560,"date":"2011-08-29T08:30:18","date_gmt":"2011-08-29T06:30:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10560"},"modified":"2011-08-29T08:30:18","modified_gmt":"2011-08-29T06:30:18","slug":"hinweise-des-tages-1456","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10560","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Deutsche so reich wie nie; Gr&uuml;ne Finanzkommission: Abschied vom &ldquo;W&uuml;nsch dir was&rdquo;; Steuerabkommen Schweiz&ndash;Deutschland; &Uuml;ber Irland Gewinne in Steueroasen schleusen; Steuerfahnder-Aff&auml;re; Euro-Bonds &ndash; Die Frage ist wie, nicht ob; &bdquo;Deutschland muss mehr Schulden machen&ldquo;; Bundessozialgericht: Wertersatz bei rechtswidrigem Ein-Euro-Job; &Uuml;berlegungen zu der anstehenden Volksabstimmung &uuml;ber Stuttgart 21; Die dunkle Seite des Rohstoff-Booms; Links zu sein ist in &ndash; die Linkspartei nicht; Zeitdruck im Bachelor-Studium; Studenten entsorgt; Wie ein Deutsch-Marokkaner zum muslimischen Helden wird; Erst verstrahlt, dann verbrannt; Auf leisen Sohleins Gehirn; Gewaltige Anreize, die Medien zu bearbeiten; Zu guter Letzt: Herdentrieb an der B&ouml;rse. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Deutsche so reich wie nie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Gr&uuml;ne Finanzkommission: Abschied vom &ldquo;W&uuml;nsch dir was&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Steuerabkommen Schweiz&ndash;Deutschland: Der Coup der Bankenrepublik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Google und andere: &Uuml;ber Irland Gewinne in Steueroasen schleusen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Steuerfahnder-Aff&auml;re: Jetzt reden die Fahnder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Rudolf Hickel: Euro-Bonds &ndash; Die Frage ist wie, nicht ob<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Joseph Stiglitz: &bdquo;Deutschland muss mehr Schulden machen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Bundessozialgericht: Wertersatz bei rechtswidrigem Ein-Euro-Job<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">&Uuml;berlegungen zu der anstehenden Volksabstimmung &uuml;ber Stuttgart 21 &ndash; Demokratie oder T&auml;uschung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die dunkle Seite des Rohstoff-Booms<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Links zu sein ist in &ndash; die Linkspartei nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Zeitdruck im Bachelor-Studium: Generation der Lebenslauf-Optimierer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Studenten entsorgt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Wie ein Deutsch-Marokkaner zum muslimischen Helden wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Atomabfall von Fukushima &ndash; Erst verstrahlt, dann verbrannt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Politics of Language: George Lakoff &ndash; Auf leisen Sohleins Gehirn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Gewaltige Anreize, die Medien zu bearbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Zu guter Letzt: Herdentrieb an der B&ouml;rse<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=10560&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Deutsche so reich wie nie<\/strong><br>\nAlle reden von Crash und Eurokrise &ndash; dabei haben die Deutschen einen Riesenbatzen Geld angeh&auml;uft.<br>\nInsgesamt belief sich der Bestand an Geldverm&ouml;gen privater Haushalte zum Ende des ersten Quartals auf sagenhafte 4824&nbsp;Milliarden Euro!<br>\nNach Angaben der Bundesbank ist das so viel wie noch nie. Dank wirtschaftlichem Aufschwung und gestiegener Einkommen haben die Deutschen ihren Reichtum von Januar bis M&auml;rz um knapp 50 Milliarden Euro vermehrt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/geld\/wirtschaft\/reich\/bundesbank-deutsche-so-reich-wie-noch-nie-19616792.bild.html\">Bild<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bundesbank.de\/download\/presse\/pressenotizen\/2011\/20110826.ergebnisse_finanzierungsrechnung.php\">Bundesbank<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Alle paar Wochen eine solche Meldung. Es bleibt uns nichts anderes &uuml;brig, als uns gleichfalls immer wieder zu wiederholen. Siehe <a href=\"?p=9866\">Ersparnisse auf Rekordniveau &ndash; Wie mit Irref&uuml;hrung Meinung gemacht werden soll<\/a> oder hier <a href=\"?p=7794\">&Ouml;ffentliche Armut, privater Reichtum<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/110829_einkommensverteilung.gif\" alt=\"Einkommensverteilung\" title=\"Einkommensverteilung\"><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne Finanzkommission: Abschied vom &ldquo;W&uuml;nsch dir was&rdquo;<\/strong><br>\nEine Finanzkommission um Fraktionschef Trittin kommt zu einem ern&uuml;chternden Ergebnis: Wollen die Gr&uuml;nen 2013 regieren, m&uuml;ssen sie sich von lieb gewonnenen Forderungen verabschieden. Die Gr&uuml;nen machen sich ehrlich, denn ohne Ehrlichkeit l&auml;sst sich kein Wahlkampf erfolgreich bestreiten, glaubt Volker Ratzmann, Fraktionschef der Berliner Gr&uuml;nen. &ldquo;Bei den B&uuml;rgerInnen w&auml;chst das Bewusstsein, dass Nachhaltigkeit mit finanzieller Solidit&auml;t zu tun hat&rdquo;, sagt der Mitverfasser des Berichts. Die Analyse fokussiert auf das Jahr der Bundestagswahl. F&uuml;r 2013 sagt sie eine gesamtstaatliche Finanzierungsl&uuml;cke von 43,3 Milliarden Euro voraus. Dabei habe man mittelfristige Planungen der L&auml;nder und Angaben des Bundesfinanzministeriums zugrunde gelegt, erkl&auml;rt Ratzmann &ndash; langfristige Auswirkungen der Schuldenkrise sind noch nicht eingerechnet. Sehr wohl planen die Gr&uuml;nen aber mit der Schuldenbremse, die im Bund ab 2016 greift. Ratzmann sagt: &ldquo;Schuldenbremse hei&szlig;t nun mal: Haushaltskonsolidierung first.&rdquo; &ndash;&nbsp; Das Fazit des Finanzberichts lautet: Das strukturelle Defizit von rund 43 Milliarden l&auml;sst sich mit ihren Vorschl&auml;gen um &ldquo;etwas mehr als die H&auml;lfte&rdquo; reduzieren. Das hei&szlig;t, die Gr&uuml;nen werden diskutieren m&uuml;ssen, auf welche inhaltlichen Ideen sie im Wahlkampf verzichten. Wie wichtig ihnen etwa die Erh&ouml;hung der Hartz-IV-S&auml;tze ist, oder der Green New Deal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F08%2F27%2Fa0106&amp;cHash=12b0a2de99\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ehrlichkeit? Eher muss man davon ausgehen, dass die Gr&uuml;nen an einem Bild von Regierungsf&auml;higkeit basteln, das auch bei der umschw&auml;rmten politischen Mitte ankommt. Die Gr&uuml;nen spekulieren im Zeichen der europ&auml;ischen &ldquo;Schuldenkrise&rdquo; offensichtlich darauf, dass bei dieser W&auml;hlergruppe Haushaltskonsolidierung als vorrangiges Ziel gesetzt ist. In Wirklichkeit verabschieden sich die Gr&uuml;nen von dem, was Politik ausmacht: Gestalten f&uuml;r das Gemeinwesen. Traurig aber wahr, auch die Gr&uuml;nen stellen ihre Ideen unter einen Finanzierungsvorbehalt und erkl&auml;ren momentan geltende Rahmenbedingungen, wie z.B. die Schuldenbremse, als unverr&uuml;ckbar. Wenn das nicht die Bankrotterkl&auml;rung gestaltender Politik ist? Wer sonst als die Politik kann auf die sozialen, &ouml;konomischen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen Einfluss nehmen, innerhalb derer wir B&uuml;rger leben und arbeiten? Gewiss, dieser Staat ist ein kapitalistischer Staat und das Kapital nimmt auf mannigfacher Weise Einfluss auf die Politik, ist aber letztlich immer noch auf bestimmte politische Verfahren angewiesen. Das Traurige ist, dass die Gr&uuml;nen aus einem wahltaktischen Kalk&uuml;l heraus und nicht einmal auf Druck irgendwelchen Lobbyisten ihrer Politik eine Beschr&auml;nkung auferlegen, welche sie wahrscheinlich Realpolitik nennen. Nur, eine gute Realpolitik schlie&szlig;t eine Ver&auml;nderung der momentan geltenden Regeln, innerhalb derer die Gesellschaft heute mehr schlecht als recht funktioniert, nicht aus, sondern ist immer darauf ausgerichtet, die Rahmenbedingungen dieser Gesellschaft zu optimieren.<br>\n&ldquo;Skepsis sei angebracht&rdquo; bei der Umsetzung des Umbaus der deutschen Steuerverwaltung, mit Unsicherheiten behaftet auch die Einf&uuml;hrung einer Finanzumsatzsteuer, unbekannt der Ertrag. &ldquo;So unseri&ouml;s sind wir nicht&rdquo;, schreibt die Kommission. Oberstes Ziel ist es, die L&uuml;cke des gesamtstaatlichen Defizits von 43 Milliarden Euro zu schlie&szlig;en. Nur warum eigentlich? Seit wann ist Haushaltskonsolidierung oberstes Ziel der Wirtschaftpolitik? H&auml;ngt davon die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Republik ab? Ist es nicht eher so, dass diese z.B. mit dem Bildungssystem einer Volkswirtschaft korreliert? Unsere &ouml;ffentlichen Bildungsausgaben relativ zum BIP liegen unter dem Durchschnitt der OECD-L&auml;nder. Sollten wir nicht daf&uuml;r sorgen, dass wir auf Augenh&ouml;he mit unseren Konkurrenten kommen? Was spricht gegen &uuml;ber Staatsanleihen finanzierte Bildungsprogramme, solange die Rendite so deutlich &uuml;ber den anfallenden Zinsen liegt? Kommt doch selbst das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft f&uuml;r Bildungsinvestitionen auf Renditen bis zu zehn Prozent.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Auf die Idee die &bdquo;gesamtstaatliche Finanzierungsl&uuml;cke&ldquo; etwa durch die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;genssteuer oder eine Angleichung der Erbschaftssteuer an angels&auml;chsisches Niveau kommen die besitzb&uuml;rgerlichen Gr&uuml;nen schon gar nicht mehr. &bdquo;Gerade einmal 2,3 Prozent des deutschen Steueraufkommens stammten 2008 aus Verm&ouml;gen. Zum Vergleich: Die USA und Gro&szlig;britannien erzielen durch Steuern auf Verm&ouml;gen 12,1 und 11,6 Prozent ihrer Staatseinnahmen. Zuletzt hat Deutschland sogar den Grundsatz aufgegeben, Einkommen jeder Art gleich hoch zu besteuern. Anfang 2009 wurde mit der Abgeltungssteuer eine einheitliche Steuer von 25 Prozent auf Eink&uuml;nfte aus Verm&ouml;gen eingef&uuml;hrt.&ldquo; (Jakob Schlandt in Frankfurter Rundschau v. 27.\/28. August 2011, S. 11).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Steuerabkommen Schweiz&ndash;Deutschland: Der Coup der Bankenrepublik<\/strong><br>\nDie bislang vorliegenden Details des k&uuml;rzlich vorunterzeichneten Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Deutschland lesen sich reichlich unappetitlich. Das &uuml;ber viele Jahre angeh&auml;ufte Schwarzgeld im gesch&auml;tzten Umfang von 131 Milliarden Euro f&uuml;r Deutschland allein (was bei einem Gesamtumfang von 5000 Milliarden Franken Verm&ouml;gen, das laut Bankiervereinigung von Schweizer Banken &laquo;verwaltet&raquo; wird, ziemlich tief erscheint) wird wei&szlig;gewaschen (&laquo;Wei&szlig;geldstrategie&raquo;) &ndash; und die Bankenrepublik Schweiz gleich mit. Und zwar zum &laquo;Discount-Steuersatz&raquo; (Deutsche Steuer-Gewerkschaft), sodass sich nicht nur ehrliche Steuerzahlerinnen, sondern auch diejenigen, die sich in j&uuml;ngster Zeit selbst angezeigt haben, hintergangen f&uuml;hlen m&uuml;ssen. Steuerhinterzieher mit besonders hoher krimineller Energie werden also privilegiert behandelt. Es werden Beweismittelverbote konstruiert, indem man die Verwendung &laquo;gestohlener&raquo; Daten-CDs zur Ermittlung von Steuerkriminalit&auml;t ausschlie&szlig;t. Dieses Ansinnen der Schweizer Verhandlungsf&uuml;hrer hat das Niveau einer Bananenrepublik. Die Schweiz gibt so zu verstehen, dass sie die unzul&auml;ssige Steuerflucht weiter dulden will. Auch m&uuml;ssen sich BankmitarbeiterInnen, die sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung strafbar gemacht haben, keine Sorgen mehr machen &ndash; jedenfalls mit Blick auf Deutschland. Da Schwarzgelder nun in der Schweiz sehr billig wei&szlig;gewaschen werden k&ouml;nnen, k&ouml;nnte sich die Schweiz geradezu zu einem Eldorado f&uuml;r (vorerst nur deutsche) Schwarzgeldfl&uuml;chtlinge entwickeln, die ihr Geld aus anderen Steueroasen in die Schweiz transferieren. Als den Banklobbyisten diese M&ouml;glichkeit aufschien, d&uuml;rften die Sektkorken geknallt haben. Dies alles ist sehr &auml;rgerlich und dem&uuml;tigend: Deutschland erkl&auml;rt sich, in offenbar realit&auml;tsverleugnender Weise, damit &laquo;einverstanden, dass das vereinbarte System in seiner Wirkung dem automatischen Informationsaustausch dauerhaft gleichkommt&raquo;. Tats&auml;chlich besteht der gr&ouml;&szlig;te Coup der Bankenrepublik Schweiz darin, den Informationsaustausch abzuwehren und an dessen Stelle eine &laquo;Abgeltungssteuer&raquo; zu setzen. Eine solche verletzt das Grundprinzip der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit der Steuerpflichtigen und privilegiert Kapitaleinkommen gegen&uuml;ber Arbeitseinkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr34\/wirtschaft\/21081.html\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Google und andere: &Uuml;ber Irland Gewinne in Steueroasen schleusen<\/strong><br>\nNicht nur der Internetkonzern Google nutzt legale Steuertricks mit den Namen &bdquo;Double Irish&ldquo; und &bdquo;Dutch Sandwich&ldquo;. Der irische Finanzminister muss zuschauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C32205\/google-und-andere-ueber-irland-gewinne-in-steueroasen-schleusen-30491989.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Steuerfahnder-Aff&auml;re: Jetzt reden die Fahnder<\/strong><br>\nDie vier hessischen Steuerfahnder, die mit teilweise wortgleichen Gutachten f&uuml;r verr&uuml;ckt erkl&auml;rt und zwangspensioniert wurden, kommen am Montag erstmals offiziell im Hessischen Landtag zu Wort &ndash; eineinhalb Jahre nachdem dort ein Untersuchungsausschuss eingesetzt wurde.<br>\nDie Regierungsmehrheit aus CDU und FDP hatte lange versucht, das Untersuchungsthema des Gremiums gegen die Fahnder umzudeuten, bis die Opposition vorm Staatsgerichtshof gegen diese Behinderung klagte und weitgehend gewann. Nun sollen am Montag wieder die eigentlichen Fragen gekl&auml;rt werden: Wer war f&uuml;r die falschen Zwangspensionierungen und die Drangsalierung der Fahnder verantwortlich?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spezials\/steuerfahnder-affaere\/jetzt-reden-die-fahnder\/-\/1477340\/9678098\/-\/view\/asFirstTeaser\/-\/\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Rudolf Hickel: Euro-Bonds &ndash; Die Frage ist wie, nicht ob<\/strong><br>\nHeilsbringer oder Teufelszeug? Beim Thema Euro-Bonds k&ouml;nnten die Meinungen nicht unterschiedlicher sein. Dabei ist die Frage l&auml;ngst nicht mehr, ob wir gemeinsam f&uuml;r Staatsschulden haften, sondern wie wir es tun sollten.<br>\nGegen die Einf&uuml;hrung von Euro-Bonds steht die Sorge, dadurch w&uuml;rde das Euro-Land endg&uuml;ltig zu einer Haftungsunion. Diese Kritik &uuml;bersieht, dass bereits Transferleistungen zur Stabilisierung des Euro-Lands eingesetzt werden: Aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU wird eine Hilfe von 60 Milliarden Euro f&uuml;r Krisenl&auml;nder zur Verf&uuml;gung gestellt. Der Rettungsfonds EFSF gibt an die Krisenl&auml;nder Griechenland, Irland und Portugal Kredite, f&uuml;r die der Euro-Club haftet. Schlie&szlig;lich sind durch Verzichte der Gl&auml;ubiger im Rahmen des Umtauschs bisheriger Anleihen praktisch Euro-Bonds durch die Hintert&uuml;r bereits eingef&uuml;hrt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/euro-bonds-die-frage-ist-wie-nicht-ob\/4541954.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Joseph Stiglitz: &bdquo;Deutschland muss mehr Schulden machen&ldquo;<\/strong><br>\nMit dem Euro ist es wie mit Eiern: Es ist ziemlich schwer, aus einem R&uuml;hrei wieder die einzelnen Eier herauszuholen. Nat&uuml;rlich kostet es Geld, ihn zu behalten. Aber es kostet noch mehr Geld, wenn er auseinanderf&auml;llt. Dann wird die deutsche W&auml;hrung aufwerten, das macht das Gesch&auml;ft f&uuml;r die Firmen schwieriger. Au&szlig;erdem bekommen die deutschen Banken Schwierigkeiten mit ihren Krediten an die L&auml;nder, die Schwierigkeiten haben. Dazu kommt, dass auch Deutschlands Handelspartner Probleme bekommen werden&hellip;<br>\nNat&uuml;rlich wird es nicht billig, ihn zu behalten. Aber es wird doch immerhin relativ g&uuml;nstig, wenn sich die Politiker klar zum Euro bekennen und wenn man meiner Wachstumsstrategie folgt&hellip;<br>\nAls sie (die EZB) gegr&uuml;ndet wurde, hatten die &Ouml;konomen etwas Wichtiges vergessen. N&auml;mlich, dass sich Zentralbanken nicht nur um die Inflation k&uuml;mmern m&uuml;ssen, sondern auch um die Stabilit&auml;t des Finanzsektors. Jetzt verstehen das die meisten Zentralbanken wieder. Dummerweise sind Europas Gesetze aber nicht flexibel genug&hellip;<br>\nKeine Firma verordnet sich eine Schuldenbremse. Wenn die Zinsen niedrig sind, nimmt man eben Kredite auf. Und Deutschlands Zinsen sind gerade niedrig. Es gibt gen&uuml;gend Investitionen, die viel mehr Rendite bringen w&uuml;rden als die Zinsen&hellip;<br>\nAber wenn Sie in Deutschland tats&auml;chlich Angst vor Schulden haben, dann machen Sie es anders &ndash; kurbeln Sie die Wirtschaft an, ohne dass es Geld kostet&hellip;<br>\nSie k&ouml;nnen die Steuern f&uuml;r Firmen senken, die viel investieren &ndash; und sie f&uuml;r die Firmen erh&ouml;hen, die wenig investieren. Oder Sie k&ouml;nnen die Steuern f&uuml;r reiche Leute erh&ouml;hen und das Geld investieren. Oder Sie senken mit dem Geld die Mehrwertsteuer, das hilft dem Konsum. Man k&ouml;nnte auch eine Spekulationssteuer einf&uuml;hren. Das w&uuml;rde Geld bringen und helfen, die Finanzm&auml;rkte unter Kontrolle zu bringen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30638\/oekonom-joseph-stiglitz-deutschland-muss-mehr-schulden-machen-30492504.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bundessozialgericht: Wertersatz bei rechtswidrigem Ein-Euro-Job<\/strong><br>\nKeinen Erfolg hatte der Hauptantrag der Kl&auml;gerin, mit dem sie gegen die Beklagte Verg&uuml;tungsanspr&uuml;&shy;che geltend macht. Anspr&uuml;che der Kl&auml;gerin auf Arbeitsentgelt bestehen nicht, weil ihrer Besch&auml;ftigung kein Arbeitsverh&auml;ltnis zugrunde lag. Sie hat in diesem Zeitraum vielmehr eine Arbeitsgelegenheit ge&shy;gen Mehraufwandsentsch&auml;digung wahrgenommen; derartige Arbeiten begr&uuml;nden nach ausdr&uuml;cklicher gesetzlicher Regelung kein Arbeitsverh&auml;ltnis. Das Vorliegen einer Arbeitsgelegenheit gegen Mehrauf&shy;wandsentsch&auml;digung ergibt sich aus den n&auml;heren Umst&auml;nden des Zustandekommens sowie der Durchf&uuml;hrung der T&auml;tigkeit. Das Jobcenter hat die Arbeiterwohlfahrt mit Bewilligungsbescheid vom 21.&nbsp;Januar 2005 ausdr&uuml;cklich mit der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentsch&auml;&shy;digung beauftragt. Der Beigeladene hat der Kl&auml;gerin mit Zuweisungsschreiben vom 2.&nbsp;Februar 2005 eine Arbeitsgelegenheit gegen Mehraufwandsentsch&auml;digung f&uuml;r Alg&nbsp;II-Bezieher vorgeschlagen und mit der reduzierten Arbeitszeit und der H&ouml;he der Mehraufwandsentsch&auml;digung Merkmale einer Arbeitsgelegenheit benannt. Die auf Veranlassung des Jobcenters verrichtete T&auml;tigkeit stellte deshalb eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentsch&auml;digung dar. Es liegt keine Fallgestaltung vor, in der wegen eines gel&ouml;sten Zusammenhangs zwischen der Vermittlung in eine Arbeitsgelegenheit und g&auml;nzlich abweichenden T&auml;tigkeitsinhalten ein Arbeitsentgeltanspruch m&ouml;glich sein k&ouml;nnte.<br>\nHinsichtlich des Hilfsantrags der Kl&auml;gerin auf Wertersatz f&uuml;r die geleistete Arbeit im Wege eines &ouml;ffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs gegen das beigeladene Jobcenter ist die Revision im Sinne der Zur&uuml;ckverweisung an das Landessozialgericht begr&uuml;ndet. Die f&uuml;r einen Erstattungs&shy;anspruch erforderliche Verm&ouml;gensmehrung kommt jedenfalls dann in Betracht, wenn es an einer &ldquo;Zu&shy;s&auml;tzlichkeit&rdquo; der Arbeitsgelegenheit fehlt. Da die Arbeit dann in Erf&uuml;llung einer Aufgabe erbracht wor&shy;den ist, die in jedem Fall h&auml;tte durchgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen, ist beim beg&uuml;nstigten Jobcenter durch die ersparten, aber notwendig gewesenen Aufwendungen zur Erf&uuml;llung dieser Aufgabe ein Verm&ouml;&shy;gensvorteil entstanden. Der Senat konnte auf Grund der Feststellungen des Landessozialgerichts nicht abschlie&szlig;end beurteilen, ob die von der Kl&auml;gerin verrichteten Reinigungsarbeiten zus&auml;tzlich waren. Soweit es zu einer Verm&ouml;gensmehrung insoweit gekommen sein sollte, muss sich das Job&shy;center die von der Kl&auml;gerin erbrachte Leistung ungeachtet des Umstandes zurechnen lassen, dass die Arbeitsgelegenheit bei der Arbeiterwohlfahrt durchgef&uuml;hrt worden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/juris.bundessozialgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bsg&amp;Art=ps&amp;Datum=2011&amp;nr=12119&amp;pos=0&amp;anz=25\">Bundessozialgericht<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Allgemeinsprachlich: Wenn Jobcenter Hartz IV-Empf&auml;ngern eine Arbeitsgelegenheit (Ein-Euro-Job) zuweisen, dann m&uuml;ssen sie pr&uuml;fen, ob es sich um eine &bdquo;zus&auml;tzliche Arbeit&ldquo; handelt, durch die kein regul&auml;rer Job ersetzt wird. Ist dies der Fall dann besteht zwar kein Anspruch auf ein Arbeitsentgelt (weil kein regul&auml;res Arbeitsverh&auml;ltnis besteht), aber immerhin ein &ouml;ffentlich-rechtlicher Anspruch auf Erstattung des Wertes f&uuml;r die geleistete Arbeit. D.h. das Jobcenter muss die Differenz zwischen der Hartz-Leistung und einem &uuml;blichen Lohn ersetzen.<br>\nDas Jobcenter hatte eine Arbeitslose an ein von der (gemeinn&uuml;tzigen) Arbeiterwohlfahrt gef&uuml;hrtes Pflegeheim zugewiesen, wo sie als Putzfrau eingesetzt wurde.<br>\nDie Frage ist, ob sich das Jobcenter diesen Wertersatz von der den Hartz-Empf&auml;nger besch&auml;ftigenden Einrichtung wieder zur&uuml;ckholen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Uuml;berlegungen zu der anstehenden Volksabstimmung &uuml;ber Stuttgart 21 &ndash; Demokratie oder T&auml;uschung?<\/strong><br>\nEine Volksabstimmung w&auml;re prinzipiell der richtige Weg und das angemessene Verfahren. Nicht aber so wie vorgesehen und nicht unter so zweifelhaften Umst&auml;nden. Die Volksabstimmung, so wie geplant, ist wegen der aufgef&uuml;hrten M&auml;ngel weder fair, noch demokratisch, noch im Sinne des S21-K&uuml;ndigungsgesetzes zu gewinnen. Ganz im Gegenteil: bei Durchf&uuml;hrung der Volksabstimmung w&uuml;rde wegen des Zustimmungsquorums das K&uuml;ndigungsgesetz scheitern und damit S21 indirekt st&uuml;tzen. Die Volksabstimmung w&uuml;rde somit S21 faktisch bejahen und den Weiterbau noch legitimieren! Eine Volksabstimmung, so wie sie geplant ist, sollte deshalb von Bef&uuml;rwortern wie von Gegnern abgelehnt, und die Ablehnung sollte laut und deutlich begr&uuml;ndet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=16852\">NRhZ-Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die dunkle Seite des Rohstoff-Booms<\/strong><br>\nZweifelsohne ist der Rohstoffabbau einer der sozial wie &ouml;kologisch heikelsten Wirtschaftsbereiche der Welt. Dementsprechend stellte UN-Generalsekret&auml;r Ban Ki-Moon schon 2007 im &bdquo;World Investment Report&ldquo; fest: &bdquo;Der Abbau nat&uuml;rlicher Ressourcen geht mit bedenkenswerten &ouml;konomischen, &ouml;kologischen und sozialen Herausforderungen einher [&hellip;]. Wir brauchen institutionelle und regulierende Rahmensetzungen, die von verantwortlichen Regierungen vorangetrieben werden, sowie verantwortliche Investoren.&ldquo;<br>\nZwar passen sich inzwischen einige Unternehmen den gestiegenen ethischen Anspr&uuml;chen an, doch ihre Zahl ist peinlich gering. Daher muss die Politik darauf dringen, dass Produktion und Lieferketten der Unternehmen zuk&uuml;nftig transparenter gestaltet werden &ndash; auch um bereits existente Zertifizierungen zuverl&auml;ssiger zu machen. Daneben sind sogenannte Multi-Stakeholder-Initiativen unabdingbar, an denen neben den Unternehmen und Politikern auch Vertreter der Zivilgesellschaft, der Gewerkschaften und von NGOs beteiligt werden. Nur so k&ouml;nnen alle Interessengruppen gemeinsam an konkreten Umsetzungspl&auml;nen und Kompromissl&ouml;sungen mitwirken.<br>\nNeben besseren Arbeitsschutzma&szlig;nahmen sind in den Abbauregionen vor allem regional angepasste Existenzl&ouml;hne entscheidend f&uuml;r ein Leben in W&uuml;rde. Auch die Gr&uuml;ndung von Kooperativen k&ouml;nnte den Minenarbeitern gegen die Willk&uuml;r ihrer Anwerber helfen, der sie oft wie Leibeigene ausgeliefert sind. Zudem m&uuml;ssen alternative Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden, beispielsweise in der Landwirtschaft. Dies gilt gerade im Hinblick auf die Kinderarbeit: Um diese zu bek&auml;mpfen, ist die Verbesserung des Schulsystems und der lokalen Infrastruktur entscheidend. Hier bietet sich ein weites Feld f&uuml;r die Akteure der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2011\/august\/die-dunkle-seite-des-rohstoff-booms\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Links zu sein ist in &ndash; die Linkspartei nicht<\/strong><br>\nKapitalismuskritik ist hierzulande en vogue &ndash; was in einem so strikt antikommunistischen Land schon putzig ist. Dennoch kann die Linke von dieser Mode nicht profitieren.<br>\nWas zu irgendetwas Sozialistischem n&ouml;tig w&auml;re, offen auszusprechen, bringt in diesem Land blo&szlig; Pr&uuml;gel ein, wo ein Geburtstagsschreiben an einen alten Mann, der einen grausamen, korrupten, von der sogenannten Freien Welt gest&uuml;tzten Diktator aus dem Land gejagt hat und dem zwar vieles nicht gelungen ist und der vieles furchtbar falsch gemacht hat, der aber aus einer versklavten Drittweltinsel eine ohne Analphabeten und Obdachlose hat werden lassen, zu &ouml;ffentlichem Geschrei f&uuml;hrt, als w&auml;ren die so gen&uuml;sslich im Mund gerollten &ldquo;Menschenrechte&rdquo; nicht zehnmal vergessen, wenn man mit Iran oder China Gesch&auml;fte machen kann. Was der Westen Castro nicht verzeiht, sind nicht seine politischen Gefangenen, sondern dass Castro sich bis zuletzt geweigert hat, in Kuba Sweatshops und Autoh&auml;user einzurichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n24.de\/news\/newsitem_7191826.html\">N24<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Zeitdruck im Bachelor-Studium: Generation der Lebenslauf-Optimierer<\/strong><br>\nDer Tempowahn im deutschen Bildungssystem macht Studenten zu akademischen Pauschaltouristen. Sie kommen zwar mit 21 von der Uni &ndash; aber von der Welt gesehen haben sie noch nichts. Wie Getriebene haken sie nur noch ab, was die Personalabteilungen der Unternehmen von ihnen erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/zeitdruck-im-bachelor-studium-generation-der-lebenslauf-optimierer-1.1135000\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Studenten entsorgt<\/strong><br>\nUniversit&auml;t K&ouml;ln setzt 32 Diplom- und Magisteranw&auml;rter vor die T&uuml;r, die nicht fristgerecht ihren Abschlu&szlig; gemacht haben. Schuld ist Systemumstellung auf Bachelor und Master.<br>\nBachelor und Master sind an Deutschlands Hochschulen auf dem Vormarsch, Diplom, Magister und Staatsexamen nur noch ein Auslaufmodell. Mit den traditionellen Abschl&uuml;ssen verschwinden sukzessive auch die nach dem alten System Studierenden von der Bildfl&auml;che. Da&szlig; das nicht immer ger&auml;uschlos abgeht, zeigt sich aktuell an der Universit&auml;t K&ouml;ln. Dort wurden auf einen Schlag 32 Diplom- und Magisteranw&auml;rter zwangsexmatrikuliert, weil ihre Studien- und Pr&uuml;fungsordnung ausgelaufen ist. Ihr Vers&auml;umnis besteht aus Sicht der Uni darin, zu lange studiert und nicht freiwillig das Feld ger&auml;umt zu haben &ndash; so wie Hunderte andere vor ihnen. Gegen den Rauswurf regt sich Protest, Studierendenvertreter haben sich mit den Betroffenen solidarisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/08-29\/049.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wie ein Deutsch-Marokkaner zum muslimischen Helden wird<\/strong><br>\nSeit fast anderthalb Jahren sitzt der Deutsch-Marokkaner Mohamed Hajib in Marokko in Haft. Unschuldig, wie er behauptet. Und gefoltert, wie Amnesty International bef&uuml;rchtet. Doch Deutschland scheint das wenig zu interessieren. F&uuml;r Islamisten wie Pierre Vogel ein gefundenes Fressen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/der-fall-mohamed-hajib-wie-ein-deutsch-marokkaner-zum-muslimischen-helden-wird-1704154.html\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Inzwischen hat auch die SZ zu diesem Fall recherchiert. In dem leider kostenpflichtigen Artikel, &ldquo;Zur Folter nach Casablanca&rdquo;, erheben John Goetz und&nbsp; Hans Leyendecker schwere Anschuldigungen gegen deutsche Beh&ouml;rden. Bei Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen sei Hajib von Beamten des polizeilichen Staatsschutzes beim hessischen Landeskriminalamt erwartet und zu seinem Aufenthalt in Pakistan befragt worden. Ein &ldquo;Gespr&auml;ch aus pr&auml;ventiven Gr&uuml;nden&rsquo;, teilte der Parlamentarische Staatssekret&auml;r im Bundesjustizministerium, Max Stadler (FDP) mit. Als Hajib erz&auml;hlte, dass er noch Geld bei einem Freund borgen m&uuml;sse, um sich ein Flugticket nach Casablanca (Erkrankung des Sohnes) zu kaufen, erboten sich die Beamten, ihm ein g&uuml;nstiges Last-Minute-Ticket zu besorgen. &rdquo; &lsquo;Schadenfroh&rsquo;, berichtete Hajib sp&auml;ter im Internet-Videoportal YouTube, habe ihn einer der Beamten, ein Deutsch-Tunesier, der sich &lsquo;Ramsi&rsquo; genannt habe, nach dem Kauf des Tickets angeschaut. Er werde dessen Gesichtsausdruck &lsquo;nie vergessen&rsquo;. Tags darauf wurde Hajib bei seiner Ankunft in Casablanca von marokkanischen Sicherheitsleuten abgef&uuml;hrt. Das Bundeskriminalamt hatte die Beh&ouml;rden &uuml;ber den Fluggast aus Deutschland informiert, gegen den in Marokko nichts vorlag.&rdquo;<br>\nIm Sternartikel hei&szlig;t es Hajib sei nach Pakistan gereist, &ldquo;um sich gemeinsam mit einer Gruppe eifriger Missionare fit zu machen f&uuml;r die &lsquo;Rechtleitung gestrauchelter Muslime&rsquo;.&rdquo; Das ist ein wenig missverst&auml;ndlich. Mohamed Hajib geh&ouml;rt einer muslimischen Erweckungs- und Missionierungsbewegung an, die sich um Junkies und Trinker k&uuml;mmert. &ndash; Es versteht sich, dass der Staatsschutz sich f&uuml;r Reisende nach Pakistan interessiert, aber es entspricht nicht unseren rechtsstaatlichen Verst&auml;ndnis, dass ein Terrorismusverd&auml;chtiger, zu diesem Schluss m&uuml;ssen die Beamten gekommen sein, zwecks Erh&auml;rtung dieses Verdachts einem Folterstaat zugespielt wird. Etwas scheinfromm fragen Goetz und&nbsp; Leyendecker: &ldquo;Konnten die deutschen Beamten ahnen, was Hajib bei der Einreise m&ouml;glicherweise bevorstand?&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Atomabfall von Fukushima &ndash; Erst verstrahlt, dann verbrannt <\/strong><br>\nRadioaktive Erde wird vergraben, verstrahlter Kl&auml;rschlamm verheizt &ndash; und Premier Naoto Kan bittet um eine tempor&auml;re Deponie. F&uuml;nf Monate nach der Atomkatastrophe von Fukushima entsorgt Japan radioaktiven M&uuml;ll h&ouml;chst fragw&uuml;rdig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/atomabfall-von-fukushima-erst-verstrahlt-dann-verbrannt-1.1136034\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Politics of Language: George Lakoff<\/strong><br>\nAuf leisen Sohleins Gehirn<br>\nPolitische Sprache und ihre heimliche Macht<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.carl-auer.de\/pdf\/flyer\/CAS_Flyer_303.pdf\">Leseprobe [PDF &ndash; 700 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/fora.tv\/2009\/08\/03\/Politics_of_Language_George_Lakoff#fullprogram\">FORA TV Vortrag vor dem Commonwealth Club<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Gewaltige Anreize, die Medien zu bearbeiten<\/strong><br>\nIn j&uuml;ngster Zeit haben Ger&uuml;chte die nerv&ouml;sen B&ouml;rsen heftig zu bewegen vermocht. Wie instrumentalisieren B&ouml;rsenspekulanten die Medien, um mit ihren Wetten Geld zu verdienen? Klaus Wellershoff, CEO bei Wellershoff &amp; Partners, findet im Interview unverbl&uuml;mte Worte:<br>\nGerade bei der Staatsfinanzkrise, in der wir immer noch stecken, geht es nicht nur um die Frage, wie man mit dem Streuen von Ger&uuml;chten Geld verdienen kann, sondern auch um das Marketing einzelner L&auml;nder. Es kann sich ebenfalls sehr lohnen, in Fragen von Stabilit&auml;t und Schuldenquoten von den eigenen Problemen abzulenken. Es ist sehr auff&auml;llig, dass sich die Finanzm&auml;rkte schon sehr lange und immer wieder mit den Europ&auml;ern besch&auml;ftigt haben und dass die Fragezeichen immer dann &uuml;ber den L&auml;ndern der Euro-Zone auftauchen, wenn die Lage in den angels&auml;chsischen L&auml;ndern sehr, sehr eng wird. Dass viele L&auml;nder bewusstes Marketing betreiben, liegt auf der Hand. &hellip; Die Schuldenproblematik ber&uuml;hrt die nationalen politischen Interessen der L&auml;nder. Fr&uuml;her gab es die Vorstellung, dass eine Regierung, wenn es innenpolitisch schwierig wird, einen au&szlig;enpolitischen Streit anf&auml;ngt. Es kann sein, dass sich dies heute auf die Finanzm&auml;rkte &uuml;bertr&auml;gt: Wenn die innenpolitische Lage schwierig wird, dann versucht man, das Augenmerk auf andere zu lenken. &hellip; Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage. Wir wissen alle, dass Berichterstatter h&auml;ufig selbst Medien als Quellen benutzen, und dass es dadurch Kaskadeneffekte gibt. Gerade die europ&auml;ischen Wirtschaftsjournalisten haben sehr viel Respekt vor dem &laquo;Wall Street Journal&raquo;, der &laquo;Financial Times&raquo; oder dem &laquo;Economist&raquo;. &hellip;&nbsp; Im Grunde genommen hat jede Investor-Relations-Abteilung einer b&ouml;rsennotierten Gesellschaft den Auftrag, die Dinge realistisch, aber positiv darzustellen. Und nat&uuml;rlich will sie damit erreichen, dass der Aktienkurs langfristig schneller aufw&auml;rts geht, als bei einer anderen Gesellschaft. Hier ist die Trennlinie zwischen problematischem und normalem Verhalten relativ verwaschen. &hellip; Es ist wichtig, dass man sich insbesondere aus Quellen informiert, die keinerlei Produkte oder Finanzmarktransaktionen anbieten. An diese Erkenntnis haben wir auch geglaubt, als wir mit unserer unabh&auml;ngigen Beratungsfirma begonnen haben. Ich denke, die Leute werden vermehrt durchschauen, dass das, was die einzelnen Banken, die Broker, die Unternehmen und auch die Regierungen ihnen erz&auml;hlen, letztlich immer interessengeleitet ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/die_anreize_die_medien_zu_bearbeiten_sind_gewaltig_1.12140053.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der ehemalige Chef&ouml;konom der UBS betont zwar, dass es seinerzeit in keinem Einzelfall einen Auftrag gab, etwas Konkretes zu machen oder zu tun, aber r&auml;umt immerhin ein: &ldquo;Wenn man in einer solchen Organisation lebt, dann bestimmt das Sein eben doch das Bewusstsein.&rdquo; Man k&ouml;nnte auch sagen: Das Bewusstsein von Sein z.B. in einer Bank bestimmt &hellip;<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt: <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Herdentrieb an der B&ouml;rse<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/110829_herdentrieb.gif\" alt=\"Herdentrieb an der B&ouml;rse\" title=\"Herdentrieb an der B&ouml;rse\"><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Deutsche so reich wie nie; Gr&uuml;ne Finanzkommission: Abschied vom &ldquo;W&uuml;nsch dir was&rdquo;; Steuerabkommen Schweiz&ndash;Deutschland; &Uuml;ber Irland Gewinne in Steueroasen schleusen; Steuerfahnder-Aff&auml;re; Euro-Bonds &ndash; Die Frage ist wie, nicht ob; &bdquo;Deutschland muss mehr Schulden machen&ldquo;; Bundessozialgericht: Wertersatz bei rechtswidrigem Ein-Euro-Job; &Uuml;berlegungen zu der anstehenden Volksabstimmung &uuml;ber Stuttgart 21; Die dunkle<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10560\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10560","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10560"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10560\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10564,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10560\/revisions\/10564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}