{"id":105604,"date":"2023-10-21T10:00:23","date_gmt":"2023-10-21T08:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105604"},"modified":"2023-10-21T13:42:42","modified_gmt":"2023-10-21T11:42:42","slug":"chomskys-rede-in-der-vollversammlung-2014-entwicklung-des-palaestina-konflikts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105604","title":{"rendered":"Chomskys Rede in der Vollversammlung 2014 &#8211; Entwicklung des Pal\u00e4stina-Konflikts"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Frieden oder Zerst&ouml;rung von Leben und Zukunft. &ndash; Es stellt keine Gewaltlegitimation f&uuml;r kriminelle Handlungen irgendeiner Konfliktpartei dar, wenn Stimmen der Diplomatie darauf dr&auml;ngen, die Eskalationsspirale der Gewalt in Israel, Pal&auml;stina oder andernorts zu verlassen, und sie stattdessen eine Regelung einfordern, die die Interessen aller Seiten gleicherma&szlig;en respektiert. Ohne die unbedingte Beachtung des V&ouml;lkerrechts und der internationalen Vertr&auml;ge &uuml;ber gegenseitige Beziehungen wird es nirgends einen Weg zum Frieden geben. Eine Steigerung von Feindseligkeiten gef&auml;hrdet den Weltfrieden in unserer atomar und &ouml;kologisch zerbrechlichen Welt. Im Fall des Pal&auml;stina-Konflikts ist hierf&uuml;r die Rede von Noam Chomsky in der Generalversammlung der UNO 2014 ein vorbildlicher Beitrag zur r&uuml;ckhaltlosen Analyse der Genesis der Spannungen.<br>\n<!--more--><br>\nOhne einen solchen Klarblick kann kein Krieg, kein Konflikt &uuml;berwunden und gel&ouml;st werden. Eine L&ouml;sung, die das Wort &sbquo;L&ouml;sung&lsquo; verdient, kann es nicht mit Gewalt geben, sie bedarf der Diplomatie und der Einhaltung des Rechts durch alle Seiten.<\/p><p>Den Hinweis auf dieses Dokument einschlie&szlig;lich der Vorbemerkung und der &Uuml;bersetzung verdanken wir Bernhard Trautvetter. Gro&szlig;en Dank!<\/p><p><strong>Noam Chomskys Rede in der UNO-Vollversammlung (14. Oktober 2014) &ndash; Entwicklung des Pal&auml;stina-Konflikts<\/strong><\/p><p>Viele Weltprobleme sind so unl&ouml;sbar, dass es schwer vorstellbar ist, Wege einzuschlagen, nur um Schritte zu gehen, sie zu entsch&auml;rfen. <\/p><p>Der Israel-Pal&auml;stina-Konflikt &hellip; weist Umrisse auf, die seit mindestens 400 Jahren klar sind. Nicht das Ende der Stra&szlig;e ist damit gemeint, das ist es nie, aber ein bedeutsamer Schritt nach vorne.<\/p><p>Und die Hindernisse zu einer L&ouml;sung sind ebenfalls recht klar. Die grundlegenden Z&uuml;ge zu einer L&ouml;sung wurden hier in einer <a href=\"https:\/\/www.un.org\/depts\/german\/sr\/sr_76\/s-inf-32.pdf\">Resolution pr&auml;sentiert, die an den Sicherheitsrat gerichtet war, im Januar 1976<\/a>. Sie orientierte auf eine Zweistaatenl&ouml;sung im Rahmen der international anerkannten Grenzen mit Garantien f&uuml;r die Rechte beider Seiten, in Sicherheit und Frieden zu existieren &ndash; innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen. Die Resolution wurde von den drei wichtigsten arabischen Staaten &ndash; &Auml;gypten, Jordanien und Syrien, auch oft &sbquo;Konfrontationsstaaten genannt &ndash; eingebracht; Israel blieb der Sitzung fern, die Resolution wurde von den USA mit einem Veto belegt. Das US-Veto ist ein zweifaches; die Resolution wurde nicht implementiert, und das Ereignis wird aus der Geschichte gestrichen. Man muss viel Aufwand betreiben, um sie &uuml;berhaupt zu finden. Das hat Strukturen gelegt, die seither wirken. Das bislang letzte Veto war im <a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2011\/02\/18\/obama-administration-rejects-israel-resolution-using-u-n-veto-for-first-time\/\">Februar 2011, als die Obama-Administration eine Resolution mit einem Veto<\/a> abwehrte, die von den USA eine Politik verlangte, die gegen die Ausdehnung von Siedlungen gerichtet sein m&uuml;sse. Und es ist wichtig, klar zu haben, dass es hier nicht wirklich um die Ausdehnung von Siedlungen geht, sondern um die Siedlungen selbst, die also illegale Infrastruktur-Projekte sind. <\/p><p>F&uuml;r eine lange Zeit gab es einen &uuml;berw&auml;ltigenden internationalen Konsens zugunsten einer L&ouml;sung, die sich an diesen Eckpfeilern orientierte. Die Basis (Resolution 2194), die im Dezember 1966 gelegt wurde, gilt bis heute. Israel lehnt sie[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] ab und hat sich dem Ziel gewidmet, dass sie nicht implementiert wird. Dies mit der unverr&uuml;ckbaren und entschiedenen Unterst&uuml;tzung der USA &ndash; milit&auml;risch, &ouml;konomisch , diplomatisch und ideologisch, indem sie ihre Sicht, wie der Konflikt gesehen und interpretiert wird, in ihrer Einflusssph&auml;re verbreiten.<\/p><p>Wichtig ist, darauf zu blicken, was im letzten Jahrzehnt in Gaza im Sinn der US-Sicht geschehen ist. Am 26. August dieses Jahres (2014) wurde ein Waffenstillstand zwischen Israel und der pal&auml;stinensischen Autorit&auml;t erreicht, &hellip; und die Frage ist, was die Aussichten f&uuml;r die Zukunft sind. Ein logisch verantwortlicher Weg, diese Frage zu beantworten, ist es, auf den Prozess zu schauen, und hier gibt es eine definitive Struktur: Ein Waffenstillstand wird vereinbart, Israel ignoriert ihn und f&auml;hrt mit seinen st&auml;ndigen Angriffen gegen Gaza fort, inklusive der st&auml;ndigen Belagerung, periodischer Gewaltakte, Steigerung der Siedlungsaktivit&auml;t, oft mit Gewalt in der Westbank. Hamas beobachtet den Waffenstillstand, wie ihn Israel wahrnimmt, bis es zu einer israelischen Eskalation kommt und zu &ndash; ebenfalls illegalen &ndash; Reaktionen von Hamas, die den Bogen &uuml;berspannen, indem sie die M&ouml;glichkeiten, die bestehen, &uuml;berreizen; jede Episode ist destruktiv, und die Serie der Eskalation war im November 2005 die Vereinbarung &uuml;ber Bewegung und Zugang: Sie forderte den Transit von Menschen und den Export von Waren an einem &Uuml;bergang zwischen dem Gazastreifen und &Auml;gypten sowie zwischen dem Gazastreifen und Israel, die Reduktion der Einschr&auml;nkungen der Bewegungsfreiheit in der Westbank, Bus- und LKW-Konvois zwischen der Westbank und Gaza, einen Hafen in Gaza, die Wiederer&ouml;ffnung des Flughafens in Gaza, den Israel zerst&ouml;rt hatte. Das sind die Essentials f&uuml;r einen erfolgreichen Waffenstillstand &hellip;<\/p><p>Die Terminierung der Vereinbarung von 2005 war der Moment von Israels R&uuml;ckzug aus Gaza und dem R&uuml;ckzug von mehreren Tausend Siedlern aus Gaza. Dies wird als noble Geste im Sinne von Israels Friedenshaltung und im Sinne der Entwicklung gesehen, nun, die Realit&auml;t ist etwas anders.<\/p><p>Sie wurde von einem israelischen Offiziellen beschrieben, der f&uuml;r die Umsetzung und Einhaltung des Waffenstillstands verantwortlich war, ein Vertrauter des damaligen Premiers Sharon, als er der israelischen Presse erkl&auml;rte, das <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/isp\/article\/24\/1\/67\/6762979?login=false\">Ziel des R&uuml;ckzugs sei das Einfrieren des Friedensprozesses<\/a> gewesen, um den Aufbau eines pal&auml;stinensischen Staates abzuwenden und sicherzustellen, dass Diplomatie auf unbestimmte Zeit von der Agenda genommen wird.<\/p><p>Israels f&uuml;hrender Spezialist f&uuml;r Okkupation beschreibt die <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2020\/6\/26\/palestine-and-israel-mapping-an-annexation\">Realit&auml;t auf dem Boden<\/a> &hellip; so: Das ruinierte Territorium &hellip; wurde vom israelischen milit&auml;rischen Zugriff nicht freigestellt.<\/p><p>Nach seinem R&uuml;ckzug hinterlie&szlig; Israel zerst&ouml;rten Boden und Menschen ohne Gegenwart, geschweige denn mit einer Zukunft. Die Vereinbarungen wurden in einem Zug durch einen unzug&auml;nglichen Besatzer, der das Territorium weiter kontrollierte und der mit seiner milit&auml;rischen Macht Bewohner peinigte und teils t&ouml;tete, umgesetzt. Die Oslo-Vereinbarungen besagten, dass Gaza und die Westbank eine unteilbare Einheit bilden. &hellip; Seit 20 Jahren haben sich die USA und Israel damit befasst, Gaza von der Westbank zu separieren. Das verletzte die Vertr&auml;ge, die sie angenommen hatten. Ein Blick auf die Landkarte erkl&auml;rt, warum: Gaza bietet den einzigen Zugang zur &auml;u&szlig;eren Welt. Wenn Gaza von der Westbank getrennt ist, egal welche Autonomiebeh&ouml;rde in der Westbank herrscht, sie w&auml;re ein Gef&auml;ngnis: Israel auf der einen Seite, das gegnerische Jordanien auf der anderen Seite, was den Rest umso mehr gefangen n&auml;hme &hellip; Das ist der geostrategische Hauptgrund f&uuml;r die israelischen Bestrebungen, die beiden Gebiete in Verletzung des Oslo-Vertrages und der Serie von Waffenstillst&auml;nden seit 2005 zu trennen. Die Vereinbarung von November 2005 &ndash; hielt ein paar Wochen. Im Januar 2006 fand ein sehr wichtiges Ereignis statt &ndash; die erste vollst&auml;ndig freie Wahl in der arabischen Welt, sorgf&auml;ltig beobachtet, f&uuml;hrte zum falschen Ergebnis: Hamas gewann. Die USA und Israel hatten das nicht gewollt. Der h&ouml;chste Wert in den USA war die F&ouml;rderung der Demokratie. Die USA und Israel entschieden, die Pal&auml;stinenser f&uuml;r das Vergehen, falsch gew&auml;hlt zu haben, zu bestrafen.<\/p><p>Eine Strenge Belagerung wurde eingerichtet, die Spannungen nahmen zu, die USA organisierten einen <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2008\/mar\/04\/usa.israelandthepalestinians\">Coup, um die inakzeptable Regierung zu st&uuml;rzen<\/a>. Dies ist eine ziemlich vertraute Praxis. <\/p><p>Die EU beteiligte sich daran. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Vorgeschichte-des-Angriffs-auf-Israel\/!5966215\/\">Eine rasche Eskalation folgte<\/a> &hellip; Das war das Ende der Vereinbarungen von November 2005.<\/p><p>2007 leistete sich die Hamas ein noch gr&ouml;&szlig;eres Vergehen: Sie kamen dem Coup zuvor und &uuml;bernahmen Gaza komplett. Das wurde im Westen als Hamas&lsquo; gewaltsame &Uuml;bernahme von Gaza bezeichnet. Das ist nicht falsch, aber etwas wird dabei ausgeblendet: Die Gewalt kam einer geplanten Gewalt zuvor. Schlie&szlig;lich kam es im Januar 2008 zu einem neuen Waffenstillstandsabkommen: Israel erkl&auml;rte, es w&uuml;rde das Ende der Kampfhandlungen nicht umsetzen. Hamas &uuml;berwachte den Waffenstillstand. Das hielt bis zum 4. November 2008. Dies war <a href=\"https:\/\/www.fec.gov\/resources\/cms-content\/documents\/tables2008.pdf\">der Tag der Wahlen in den USA<\/a>.<\/p><p>Israel vollzog eine Invasion in den Gazastreifen, t&ouml;tete Hamas-F&uuml;hrer &hellip; darauf folgten Angriffe mit Kassam-Raketen gegen Israel. Die massive israelische Antwort mit vielen Toten, alle Pal&auml;stinenser, erfolgte im Dezember 2008. Hamas offerierte eine Wiederbelebung des Waffenstillstands. Das israelische Kabinett wies dies zur&uuml;ck und beschloss die <a href=\"http:\/\/www.israelnationalnews.com\/news\/129052\">n&auml;chste Milit&auml;roperation<\/a>. Dies war eine schreckliche Operation, die eine ernste internationale Reaktion ausl&ouml;ste, inklusive UN-Untersuchungen &hellip; es ergab sich, dass die Operation bis kurz vor der Amtseinf&uuml;hrung von US-Pr&auml;sident Obama terminiert war. So konnte er sagen, es sei jetzt nicht die Zeit, auf die Vergangenheit zu sehen, lasst uns in Richtung Zukunft blicken. Diplomaten wissen, dies ist ein Slogan von Kr&auml;ften, die in ernsthafte Rechtsverst&ouml;&szlig;e verwickelt sind &hellip; Mitten w&auml;hrend der Angriffe beschloss der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/online\/2009\/03\/sicherheitsrat-gaza-waffenruhe\">Weltsicherheitsrat eine Resolution<\/a>, die zu einem unverz&uuml;glichen Waffenstillstand aufrief. Das war im Januar 2009. Die Einhaltung dieser Resolution wurde nie &uuml;berpr&uuml;ft, und der Prozess brach komplett zusammen, nur die n&auml;chste &Uuml;berreizung des Textes im November 2012 mit diesen Totenzahlen: Von 79 Toten waren 78 Pal&auml;stinenser. &hellip; Danach folgte ein Waffenstillstand mit den &uuml;blichen Begriffen im Text. &hellip; Die milit&auml;rischen Angriffe auf Gaza nahmen zu, parallel zu Blockaden des Ex- und Imports sowie von Ausreisegenehmigungen. Das blieb so bis 2014, als die Pal&auml;stinenser ein weiteres Vergehen begangen: Die Gaza-basierte Hamas und die Pal&auml;stinenser-Autorit&auml;t der Westbank unterzeichneten eine Vereinbarung &uuml;ber eine Vereinigung. Israel war w&uuml;tend, dies sogar noch mehr, als die internationale Welt dies &uuml;berwiegend unterst&uuml;tzte, und auch die USA gaben eine schwache, aber eben doch Unterst&uuml;tzung bekannt. <\/p><p>Zu den Gr&uuml;nden f&uuml;r die israelische Reaktion z&auml;hlt, dass dies die Bem&uuml;hungen untergrub, die beiden Gebiete voneinander zu separieren. Ein weiterer Grund war, dass dies ein israelischer Vorwand f&uuml;r Israels Ablehnung von Verhandlungen war. &hellip; Zitat: &sbquo;Wie k&ouml;nnen wir mit einer Einheit verhandeln, die intern gespalten ist?!&lsquo; Israel lancierte gr&ouml;&szlig;ere Angriffe gegen Pal&auml;stinenser auf der Westbank und gegen die Gaza-basierte Hamas. Der Vorwand war, dass <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/3830275\/israel-leichen-dreier-vermisster-teenager-gefunden\">drei Teenager in Israel entf&uuml;hrt und ermordet worden<\/a> waren. Israel erkl&auml;rte zun&auml;chst, sie h&auml;tten <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/israel-tote-bei-suche-nach-entfuehrten-jugendlichen-im-westjordanland-a-976743.html\">gedacht, die drei seien noch am Leben und man suche<\/a> sie. &hellip;<\/p><p>Das Muster ist klar und wird weiter verfolgt. Dem n&auml;chsten Waffenstillstandsabkommen folgte eine gro&szlig;e israelische Landnahme: &hellip; fast 250 Hektar in der N&auml;he des Gro&szlig;raums Jerusalem &ndash; es verletzte die <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/un-sicherheitsrat-will-bau-einer-israelischen-siedlung-stoppen-14590229.html\">Resolution des Weltsicherheitsrates (gegen gewaltsame Landnahme<\/a>, B,T.) <\/p><p>Das US-Au&szlig;enministerium (<a href=\"https:\/\/taz.de\/Vor-Rede-von-US-Aussenminister-Kerry\/!5370004\/\">unter der Leitung von John Kerry<\/a>, B.T.) erkl&auml;rte, die israelische Vorgehensweise untergrabe die amerikanischen Anstrengungen, Israel in der UN zu sch&uuml;tzen, und dr&auml;ngte darauf, dass Israel jenen, die Israels Position als verh&auml;rtet kritisieren, keine Argumente liefert. Allerdings wurde diese Warnung bereits &hellip; im September 1967 gegeben, in der Zeit von Israels erster Kolonisierung des Gebietes. &hellip; wenig hat sich seit 47 Jahren (von 2014 aus gesehen, B.T.) &hellip; ge&auml;ndert, au&szlig;er das Ausma&szlig; der Verbrechen. &hellip;<\/p><p>Zu den Aussichten: Nun, da ist ein konventionelles Bild, das immer wieder auf allen Seiten wiederholt wird &hellip;: Entweder gibt es eine Zweistaatenvereinbarung, die sich auf einen &uuml;berw&auml;ltigenden internationalen Konsens bezieht, oder, sollte das scheitern, dann gibt es einen Staat, und Israel &uuml;bernimmt die Westbank. &hellip; Einige Pal&auml;stinenser favorisieren das, da sie dann einen Kampf um zivile Rechte aufnehmen k&ouml;nnen, der am Anti-Apartheid-Kampf in S&uuml;dafrika orientiert ist. &hellip; Israelis kritisieren das unter Bezug auf ein sogenanntes demographisches Problem, da dann zu viele Nichtjuden in einem j&uuml;dischen Staat seien. Dies sind die am h&auml;ufigsten pr&auml;sentierten Alternativen &hellip; <\/p><p>Meine &Uuml;berzeugung &hellip; ist, dass dies alles eine totale Illusion ist. Es gibt zwei andere Alternativen: Eine ist der internationale Konsens einer Zweistaatenl&ouml;sung mit den Bez&uuml;gen auf die <a href=\"https:\/\/www.jewishvirtuallibrary.org\/un-general-assembly-resolution-31-20-november-1976\">Resolution von &hellip; 1976<\/a> &hellip; Die realistischere Option ist, dass Israel weiter tut, was es derzeit mit US-Unterst&uuml;tzung tut. &hellip; Israel &uuml;bernimmt Jerusalem &hellip; mit vielen arabischen D&ouml;rfern, es bringt viele Siedler in die Region, all das ist doppelt illegal: als <a href=\"https:\/\/israeled.org\/resources\/documents\/un-security-council-resolution\/\">Versto&szlig; gegen Weltsicherheitsrats<\/a>-Resolutionen <a href=\"https:\/\/www.jewishvirtuallibrary.org\/un-general-assembly-resolution-2443-december-1968\">wie der von 1968<\/a>, der die USA zustimmten &hellip; nicht nur mit illegaler Landnahme, sondern auch gegen die Ver&auml;nderung des Status von Jerusalem. Aber das wird weiter betrieben &hellip; die Prozesse laufen auf eine Aufteilung der Westbank in eine Art Kantone hinaus &hellip; und auf eine langsame &Uuml;bernahme des Jordantals, ungef&auml;hr ein Drittel der Westbank &hellip; kleine Schritte, Erkl&auml;rung bestimmter Gebiete zu Milit&auml;rzonen, aus denen dann Pal&auml;stinenser verdr&auml;ngt werden &hellip; dann folgen Gr&uuml;ne Zonen, Mauern, viele Techniken, die die Bev&ouml;lkerung bereits von 300.000 im Jahr 1967 auf aktuell 60.000 reduziert haben. &hellip; In Ramallah kann sich noch eine pal&auml;stinensische Elite etablieren mit netten Restaurants, Theatern usw. &hellip; Jedes Dritte-Welt-Land im Kolonialsystem hat Derartiges. Das erscheint mir als die realistische Alternative zur Zweistaatenl&ouml;sung. &hellip; Das hat bislang recht glatt funktioniert. Wenn es fortgef&uuml;hrt wird, wird Israel kein demographisches Problem haben. &hellip; Das hat vor unseren Augen Form angenommen; es wird so lange fortgef&uuml;hrt, wie die USA es unterst&uuml;tzen. [Ende der Rede, Applaus der UN-Vollversammlung] <\/p><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u8O0Hk3VBsQ\">youtube.com<\/a><\/p><p><small>Transkription und &Uuml;bersetzung: Bernhard Trautvetter<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Seit <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/stichtag\/stichtag-yitzhak-rabin-100.html\">dem von einem rechten israelischen T&auml;ter ausgef&uuml;hrten Mord an Pr&auml;sident Yitzhak<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/stichtag\/stichtag-yitzhak-rabin-100.html\">Rabin<\/a> regiert die rechte und in Teilen rechtsextreme Netanjahu-Regierung Israel. Gegen sie hat es wiederholt zehntausendfache Demonstrationen gegeben. Noam Chomsky meint mit dieser Formulierung nicht die Menschen, die in Israel leben, sondern dessen Regierung.<\/p>\n<p>Um die <strong>Vorgeschichte<\/strong> des von Noam Chomsky bearbeiteten Zeitraums zu erfassen, hilft diese <strong>ZDF-Terra X-Sendung<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/terra-x-history\/israel-gelobtes-land-bedrohter-staat-100.html\">zdf.de\/dokumentation\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Frieden oder Zerst&ouml;rung von Leben und Zukunft. &ndash; Es stellt keine Gewaltlegitimation f&uuml;r kriminelle Handlungen irgendeiner Konfliktpartei dar, wenn Stimmen der Diplomatie darauf dr&auml;ngen, die Eskalationsspirale der Gewalt in Israel, Pal&auml;stina oder andernorts zu verlassen, und sie stattdessen eine Regelung einfordern, die die Interessen aller Seiten gleicherma&szlig;en respektiert. 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