{"id":10568,"date":"2011-08-30T09:18:22","date_gmt":"2011-08-30T07:18:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10568"},"modified":"2016-06-03T07:53:17","modified_gmt":"2016-06-03T05:53:17","slug":"das-faule-vermachtnis-des-helmut-kohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10568","title":{"rendered":"Das faule Verm\u00e4chtnis des Helmut Kohl"},"content":{"rendered":"<p>Aufgrund ihrer falschen Politik hatten wir bislang wenig Anlass, die Kanzlerin Angela Merkel zu verteidigen. Aber diesmal m&uuml;ssen wir sie in Schutz nehmen. In Schutz nehmen gegen die Angriffe des Egomanen und inzwischen nur noch an seiner eigenen Legende strickenden &bdquo;Kanzler der Einheit&ldquo; Helmut Kohl. Er f&auml;llt in einem Akt kalter Rache &uuml;ber die heutige Politik und speziell &uuml;ber die Kanzlerin her. In seinem selbstbeweihr&auml;uchernden Personenkult erhebt er sich selbst zu einer der gro&szlig;en Figuren der Geschichte, der nach seiner selbstgerechten Wahrnehmung alles richtig gemacht hat. Dabei will er nur vertuschen, dass Angela Merkel nur den Scherbenhaufen zusammenkehren muss, den dieser altkluge Philister hinterlassen hat.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Kohl der Gr&ouml;&szlig;te<\/strong><\/p><p>Der Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.internationalepolitik.de\/2011\/08\/24\/%E2%80%9Ewir-mussen-wieder-zuversicht-geben%E2%80%9C\/\">&bdquo;Internationale Politik&ldquo; (IP) gab Kohl ein Interview<\/a>, in dem er kein gutes Haar an der derzeitigen deutschen Politik lie&szlig;.<\/p><p>Deutschland habe seinen &bdquo;Kompass&ldquo; verloren, es sei &bdquo;schon seit einigen Jahren keine berechenbare Gr&ouml;&szlig;e mehr &ndash; weder nach innen noch nach au&szlig;en&ldquo;, man m&uuml;sse sich fragen, &bdquo;wo Deutschland heute eigentlich steht und wo es hin will&ldquo;, &bdquo;wir m&uuml;ssen aufpassen, dass wir nicht alles verspielen&ldquo;, &bdquo;wir m&uuml;ssen dringend zu alter Verl&auml;sslichkeit zur&uuml;ckkehren&ldquo;, man h&auml;tte keinen Sinn f&uuml;r die Kontinuit&auml;ten deutscher Au&szlig;enpolitik, wir trieben &bdquo;ohne Kompass und Anker im Weltmeer und liefen Gefahr, &bdquo;beliebig und unberechenbar zu werden&ldquo;, &bdquo;am Ende w&auml;re Deutschland isoliert&ldquo;, usw. usf. So poltert der alte Grieskram geradezu wie Barbarossa aus der H&ouml;hle im Kyffh&auml;user, der nach der alten Sage die Deutschen angeblich wieder aus der Not befreien soll. <\/p><p>Kohl stellt ganz selbstverst&auml;ndlich seine Kanzlerschaft in eine Reihe mit Konrad Adenauer und r&uuml;hmt sich, &bdquo;dass ich parallel zur deutschen Einheit an unserem europ&auml;ischen Credo festgehalten und die Vertiefung der europ&auml;ischen Einigung mit ganz konkreten Initiativen vorangetrieben habe&ldquo;. Kohl stilisiert seine eigene Legende, in dem er die deutsche Vereinigung als einen &bdquo;eindrucksvollen Beleg f&uuml;r das Vertrauenskapital&ldquo; heranzieht, ein Kapital, das nat&uuml;rlich vor allem er mit &bdquo;auf- und ausgebaut&ldquo; habe. Kohl beschlagnahmt die j&uuml;ngere deutsche Geschichte ausschlie&szlig;lich f&uuml;r sich. Da kommen die &bdquo;neue Ostpolitik&ldquo;, die&bdquo;Entspannungspolitik&ldquo; oder &bdquo;der Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo; eines Willy Brandt &ndash; die Kohl massiv bek&auml;mpft hat &ndash; nicht vor, da gibt es keinen (&ouml;konomischen und politischen) Zusammenbruch der Sowjetunion, da ist von der &bdquo;friedlichen Revolution&ldquo; der Menschen im Osten Deutschlands nicht die Rede. Nein, die deutsche Einheit, so legt er dem Publikum nahe, war vor allem dem &bdquo;F&uuml;hrungs- und Gestaltungswillen&ldquo; Helmut Kohls zu verdanken.<\/p><p>Unter der bezeichnenden &Uuml;berschrift &bdquo;Was ist gro&szlig;e Politik, Herr Bundeskanzler?&ldquo; durfte Kohl in der albernen XXL-Ausgabe seines Leib- und Magenblattes, <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/helmut-kohl\/was-ist-grosse-politik-2-19621810.bild.html\">der Bild-Zeitung<\/a>, noch einmal nachlegen, nachdem ihn Angela Merkel, mit dem Hinweis, dass &bdquo;jede Zeit ihre speziellen Anforderungen&ldquo; habe, kalt abblitzen lie&szlig;. Er beschreibt sich dort im Plakatformat ohne einen Hauch von Selbstzweifel oder der von ihm selbst reklamierten &bdquo;Demut&ldquo; als &bdquo;gro&szlig;en Politiker&ldquo; den &bdquo;Charakterst&auml;rke, Stehverm&ouml;gen, Menschlichkeit&ldquo; auszeichneten.  <\/p><p>In der aus seiner Regierungszeit nur allzu bekannten Raufbold-Manier pr&uuml;gelt nat&uuml;rlich Kohl, um aus der parteipolitischen Defensive zu kommen, auf den politischen Gegner ein: &bdquo;Die wesentlichen Fehlentscheidungen f&uuml;r die krisenhafte Entwicklung in Europa &ndash; also der Bruch des Euro-Stabilit&auml;tspakts und die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone &ndash; sind von Rot-Gr&uuml;n zu verantworten.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Mit mir als Bundeskanzler h&auml;tte Deutschland der Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone in seiner konkreten Situation &ndash; die jedem, der genauer hinsah, nicht verborgen bleiben konnte &ndash;, also ohne durchgreifende strukturelle Ver&auml;nderungen im Land, nicht zugestimmt&ldquo; und &bdquo;mit mir h&auml;tte Deutschland auch nicht gegen den Euro-Stabilit&auml;tspakt versto&szlig;en&ldquo;, sagt Kohl der IP.<br>\n&bdquo;Die wichtigsten Entscheidungen w&uuml;rde ich alle wieder so treffen&ldquo; l&auml;sst er sich zitieren und bekr&auml;ftigt: &bdquo;Dieses Fazit im R&uuml;ckblick auf mein Leben gilt sogar erst recht f&uuml;r die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion wie &uuml;berhaupt f&uuml;r alle Entscheidungen, die in meiner Zeit als deutscher Bundeskanzler im Zusammenhang mit Europa getroffen wurden.&ldquo;<\/p><p>Man fragt sich, ob solche anma&szlig;enden Urteile &uuml;ber sich selbst einer aufkommenden Altersdemenz oder schierer Megalomanie geschuldet sind. Jedenfalls muss Helmut Kohl mit der Vergesslichkeit seiner Zeitgenossen kalkulieren, denn die Ursachen der Krise in Europa haben nicht die Nachfolgeregierungen nach den sechzehn Regierungsjahren Kohls gesetzt, sondern kein Geringerer als er selbst. Den Regierungen Schr&ouml;der und Merkel kann man vorwerfen, dass sie diese Politik fortgesetzt haben. Sie haben Kohls Kurs blindlings weiterverfolgt, aber keineswegs den Kohlschen &bdquo;Kompass verloren&ldquo;. <\/p><p>Leider haben sie diesen Kompass nicht verloren, denn damit haben sie Kohls Crash-Kurs nur fortgesetzt und Merkel ist, nachdem es einige Jahre nicht zum Unfall kam, nun eben auf diesem Katastrophenkurs gegen die Wand geknallt.<\/p><p><strong>Kohl der Selbstgerechte<\/strong><\/p><p>Fangen wir mit der Erinnerung bei der Staatsverschuldung an: <\/p><p>Kohl war von 1982 bis 1998 Kanzler. In seiner Regierungszeit stieg die Staatsverschuldung steiler an, als je zuvor und sp&auml;ter bei seinen Nachfolgern Schr&ouml;der und Merkel. (Wenn man von dem Sprung wegen der Bankenrettung und der Konjunkturprogramme im Jahre 2010 absieht.) <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110930_staatsverschuldung_deutschland.jpg\" alt=\"Staatsverschuldung Deutschland\"><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staatsverschuldung_Deutschlands\">Wikipedia<\/a><\/p><p><strong>&bdquo;Mit mir h&auml;tte Deutschland auch nicht gegen den Euro-Stabilit&auml;tspakt versto&szlig;en&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das behauptet Kohl k&uuml;hn. Nach diesen Regeln darf die Nettoneuverschuldung maximal 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen, der Schuldenstand maximal 60 Prozent des BIP. Die Regierung Kohl lag von 1996 bis zum Ende seiner Kanzlerschaft &uuml;ber der (selbst gesetzten) 60-Prozent-Grenze. Vor Ausbruch der Krise, im Jahre 2008 lag die Schuldenstandquote des &ouml;ffentlichen Gesamthaushalts gemessen am BIP bei 63,3 Prozent. Ein Wert der dem vor dem Abgang Kohls 1998 entsprach. <\/p><p>Siehe den Staatsschuldenstand im Verh&auml;ltnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in vergleichbaren L&auml;ndern:<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110930_economic_outlook.png\" alt=\"Economic Outlook\"><\/p><p><em>Quelle: OECD (Hrsg.): Economic Outlook 2003, Paris 2003, S. 227. F&uuml;r die Werte des Jahres 2003 OECD (Hrsg.): Economic Outlook 2004, Volume 2, Paris 2004, S. 234.<\/em><\/p><p>Nochmals als Grafik:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110930_bmf_eigene_darstellung.jpg\" alt=\"BMF - eigene Darstellung\"><br>\nSiehe: <a href=\"\/upload\/pdf\/100727_Schuldenbremse_auf_Laenderebene.pdf\">Die Umsetzbarkeit der Schuldenbremse in den L&auml;ndern [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a><\/p><p>Tatsache ist weiter: Die Regierung Kohl lag bei der Nettokreditaufnahme mehrfach an oder sogar &uuml;ber der Nettoneuverschuldungsgrenze von maximal von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.<\/p><p>Nettokreditaufnahme des Staats nach dem Maastrichtkriterium 1991 bis 2009:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110930_deutsche_bundesbank_eigene_darstellung.jpg\" alt=\"Deutsche Bundesbank - eigene Darstellung\"><br>\nSiehe: <a href=\"\/upload\/pdf\/100727_Schuldenbremse_auf_Laenderebene.pdf\">Die Umsetzbarkeit der Schuldenbremse in den L&auml;ndern [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a><\/p><p>Es ist entweder Ged&auml;chtnisschwund oder pure Heuchelei, wenn Kohl den Bruch des Stabilit&auml;tspaktes der rot-gr&uuml;nen Koalition unter Gerhard Schr&ouml;der anlastet, war doch die falsche Finanzierung der deutschen Einheit, die Kohl zu verantworten hat, einer der Hauptgr&uuml;nde daf&uuml;r, dass die 3-Prozent-Grenze drei Jahre nicht eingehalten werden konnte. Trotz aller Sparanstrengungen des &bdquo;eisernen Hans&ldquo; Eichel, der damit sogar noch die Konjunktur kaputt gespart hatte und damit erst recht in die Schuldenfalle geriet. <\/p><p>Kohl und seine Regierungen sind aber nicht nur deshalb, weil sie meinten, sie k&ouml;nnten die Lasten der deutschen Einheit aus der &bdquo;Portokasse&ldquo; und versteckt &uuml;ber die sozialen Sicherungssysteme finanzieren, f&uuml;r die Verletzung, der von ihr selbst durchgesetzten Maastricht-Kriterien verantwortlich. Kohl und Waigel haben in ihrem (schon damals l&auml;ngst &uuml;berholten) geldpolitischen Denken daf&uuml;r gesorgt, dass die die Aufgaben der Europ&auml;ische Zentralbank ausschlie&szlig;lich auf die Geldwertstabilit&auml;t reduziert wurde. Und die W&auml;hrungsh&uuml;ter haben konsequenterweise mit Zinserh&ouml;hungen schon wegen der Gefahren minimaler Preissteigerungen die Konjunktur im Jahr 2001 einmal mehr gr&uuml;ndlich abgew&uuml;rgt. Der Europ&auml;ischen Zentralbank waren, dank Kohl geradezu die H&auml;nde gebunden als die Konjunktur nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 deutlich einbrach und die damalige Regierung der unsinnigen Maastricht-Regel folgend nicht mit Konjunkturprogrammen gegensteuern durfte und wollte.<\/p><p>Siehe zur damaligen wirtschaftspolitischen Lage: <\/p><p><a href=\"\/upload\/bilder\/110930_konjunktur_in_deutschland.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110930_konjunktur_in_deutschland_small.jpg\" alt=\"Konjunktur in Deutschland\"><\/a><\/p><p>Quelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/081021%20Verdi%20Konjun%20kjturprogramm%2008-08%20Herbstgutachten.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitische Informationen 8\/2008 [PDF &ndash; 192 KB]<\/a><\/p><p>Und so wurde durch Eichels Sparanstrengungen das kleine Pfl&auml;nzchen Wachstum totgetreten. Sein Sparwille hat nicht zum Erfolg gef&uuml;hrt. Im Gegenteil dank der schlechten Konjunktur musste der Finanzminister sogar mehr Schulden machen. <\/p><p><strong>&bdquo;Mit mir als Bundeskanzler h&auml;tte Deutschland der Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone&hellip; nicht zugestimmt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Br&uuml;stet sich Kohl. <\/p><p>Aus der oben aufgef&uuml;hrten Statistik &uuml;ber den Staatsschuldenstand im Verh&auml;ltnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ersichtlich, dass Griechenland schon zu Helmut Kohls Zeiten stark verschuldet war, aber es war weniger verschuldet als etwa Italien oder Belgien. Kohls Finanzminister Waigel hatte f&uuml;r die Aufnahme Italiens gestimmt, obwohl auch Rom die Maastricht-Kriterien weit verfehlte. Kohl hatte in der Europ&auml;ischen Union sowohl den EG-Transfers an Griechenland zugestimmt und die Griechen haben schon in seiner Regierungszeit gegen die 1992 eingef&uuml;hrten europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsregeln versto&szlig;en, ohne dass er etwas dagegen unternommen h&auml;tte. <\/p><p>Griechenland wurde am 1. Januar 2001 in die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion aufgenommen. Die EU-Finanzminister, die Europ&auml;ische Zentralbank und die EU-Kommission lobten das griechische &bdquo;Konvergenzprogramm&ldquo;, das den Weg in den Euro als gangbar erscheinen lie&szlig;. Es gab zwar Bauchschmerzen von verschiedener Seite, aber weder hat sich Helmut Kohl &ouml;ffentlich gegen die Aufnahme gestemmt, noch brachte er und seine CDU\/CSU <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/2010\/griechenland-krise\/eu-euro-griechen-teil-1-14514638.bild.html\">einen Gegenantrag in den Bundestag ein<\/a>. Nur einige CSU-Abgeordnete stimmten mit Nein.<\/p><p><strong>Kohl ist f&uuml;r den Geburtsfehler des Euro verantwortlich<\/strong><\/p><p>Helmut Kohl hat nicht nur den Maastricht-Vertrag sondern auch die Einf&uuml;hrung des Euro zu verantworten. Kohl hat also auch zu verantworten, dass dem Euro von Anfang an ein Geburtsfehler anhaftete: ihm fehlte das Fundament, n&auml;mlich eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik der 17 EWU-L&auml;nder. <\/p><p>So haben L&auml;nder der W&auml;hrungsunion wie Irland oder die Slowakei mit Flat Taxes oder Niedrigsteuers&auml;tzen die anderen unterbieten k&ouml;nnen. Deutschland sparte und sparte, w&auml;hrend Italien und Frankreich eine lockere Finanzpolitik betrieben. In Deutschland wurde mit aller Macht die Inflationsrate niedrig gehalten, w&auml;hrend man in anderen L&auml;ndern mit Preissteigerungen gut leben konnte. &bdquo;Es war einfach unverantwortlich, im Widerspruch zu den tragf&auml;higen Theorien mit der W&auml;hrungsunion auf die Dynamik einer Angleichung der unterschiedlichen nationalen Makro&ouml;konomien zu setzen. Das Gegenteil ist eingetreten. Unter dem massiven Exportdruck aus Deutschland durch Lohndumping haben sich die Divergenzen zwischen den Mitgliedsl&auml;ndern vertieft&ldquo;, schreibt <a href=\"\/?p=5653\">Heiner Flassbeck<\/a>.<\/p><p>Kohl ist nach dem Sturz Helmut Schmidts zusammen mit der Lambsdorff-FDP auf die Linie der Chicago Boys eingeschwenkt und hat die Werte und Prinzipien der &bdquo;sozialen Marktwirtschaft&ldquo; geschleift. Schr&ouml;der hat dem angels&auml;chsischen Modell auf der Seite der Sozialdemokratie zum Durchbruch verholfen und Merkel setzt mit ihrer schwarz-gelben Koalition nur fort, was mit der &bdquo;geistig-moralischen Wende&ldquo; Kohls begonnen wurde.<\/p><p>Die Euro-L&uuml;ge Kohls ist nun &bdquo;Kohls M&auml;dchen&ldquo; auf die F&uuml;&szlig;e gefallen. Man muss Merkel deswegen nicht bedauern, denn die Kanzlerin folgte ja mit dem &bdquo;Europ&auml;ischen Finanzstabilisierungsmechanismus&ldquo; (EFSM) nur blindlings den Spuren Kohls. Aber vor den Angriffen des der wahnhaften Erh&ouml;hung seiner eigenen Person anheim gefallenen Altkanzlers in Schutz nehmen, darf sie man schon. Kohl hat ihr wohl nie verziehen, wie sie ihn vor 10 Jahren aus dem Amt des CDU-Parteivorsitzenden gedr&auml;ngt hat. Die sp&auml;te Rache ohne R&uuml;cksicht auf die innen- und au&szlig;enpolitischen Folgen f&uuml;r Deutschland ist typisch f&uuml;r den Egomanen Helmut Kohl. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund ihrer falschen Politik hatten wir bislang wenig Anlass, die Kanzlerin Angela Merkel zu verteidigen. Aber diesmal m&uuml;ssen wir sie in Schutz nehmen. In Schutz nehmen gegen die Angriffe des Egomanen und inzwischen nur noch an seiner eigenen Legende strickenden &bdquo;Kanzler der Einheit&ldquo; Helmut Kohl. 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