{"id":105776,"date":"2023-10-25T11:00:43","date_gmt":"2023-10-25T09:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105776"},"modified":"2023-10-25T16:39:01","modified_gmt":"2023-10-25T14:39:01","slug":"balticconnector-chronologie-einer-geplatzten-verschwoerungstheorie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105776","title":{"rendered":"Balticconnector &#8211; Chronologie einer geplatzten Verschw\u00f6rungstheorie"},"content":{"rendered":"<p>Als am 8. Oktober die Finnland und Estland verbindende Gaspipeline &bdquo;Balticconnector&ldquo; wegen eines Lecks abgeriegelt werden musste, lie&szlig;en Verschw&ouml;rungstheorien nicht lange auf sich warten. &bdquo;Der Russe war&rsquo;s&ldquo;, so viel schien von Anfang an klar zu sein. Angeheizt wurde diese Verschw&ouml;rungstheorie von &ndash; wohl absichtlich &ndash; missverst&auml;ndlichen &Auml;u&szlig;erungen der Offiziellen in den beiden beteiligten L&auml;ndern und willf&auml;hrigen Medien. Dabei stand wohl bereits sehr fr&uuml;h fest, dass die Pipeline durch den Anker eines chinesischen Containerschiffes besch&auml;digt wurde. Auch deutsche Medien beteiligten sich munter an den Spekulationen und gl&auml;nzten einmal mehr durch Desinformation. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5683\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-105776-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231025_Balticconnector_Chronologie_einer_geplatzten_Verschwoerungstheorie_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231025_Balticconnector_Chronologie_einer_geplatzten_Verschwoerungstheorie_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231025_Balticconnector_Chronologie_einer_geplatzten_Verschwoerungstheorie_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231025_Balticconnector_Chronologie_einer_geplatzten_Verschwoerungstheorie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=105776-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231025_Balticconnector_Chronologie_einer_geplatzten_Verschwoerungstheorie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231025_Balticconnector_Chronologie_einer_geplatzten_Verschwoerungstheorie_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Nacht vom 7. auf den 8. Oktober war st&uuml;rmisch im Finnischen Meerbusen &ndash; Windst&auml;rke 6 mit Wellen bis zu drei Meter. Bei einem solchen &bdquo;Schietwetter&ldquo; meiden Schiffe gerne die Fahrt auf offener See und gehen abseits des Fahrwassers erst einmal vor Anker, bis sich die See wieder beruhigt hat. Das ist jedoch nicht ungef&auml;hrlich. Die Anker von gr&ouml;&szlig;eren Containerschiffen wiegen viele Tonnen und sind an massiven Ankerketten befestigt, die mehrere hundert Meter lang sind. Wird ein solch gro&szlig;es Schiff von einer Str&ouml;mung erfasst, kann es passieren, dass es den Anker hinter sich herzieht und welchen Schaden ein solches Unget&uuml;m auf dem Meeresboden anrichten kann, wird sich wohl jeder vorstellen k&ouml;nnen. Daher ist das Ankern au&szlig;erhalb des Fahrwassers auch an Stellen, an denen beispielsweise Wracks, Munitionsreste, Unterseekabel oder gar Pipelines liegen, verboten. Doch bekanntlich h&auml;lt sich nicht jeder Kapit&auml;n an Regeln und oft ist das Kartenmaterial veraltet.<\/p><p>Als am 8. Oktober die ersten Meldungen &uuml;ber eine Besch&auml;digung der Balticconnector-Pipeline &uuml;ber die Ticker liefen, h&auml;tte daher f&uuml;r jeden, der sich mit der Materie besch&auml;ftigt, ein solcher Ankerunfall die erste Arbeitshypothese sein m&uuml;ssen. Wie sp&auml;ter bekannt wurde, kannten die finnischen und die estnischen Beh&ouml;rden bereits am Folgetag, dem 9. Oktober, die exakte Position des Pipeline-Lecks und &uuml;ber &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Positionsdaten lie&szlig; sich bereits an diesem Tag feststellen, dass zum Zeitpunkt der Besch&auml;digung mindestens sechs gro&szlig;e Schiffe ohne Fahrt in der N&auml;he der Ungl&uuml;cksstelle lagen &ndash; wie viele davon zeitweise den Anker gesetzt hatten, l&auml;sst sich aus diesen Daten jedoch nicht herauslesen. Sp&auml;ter reduzierte sich die Zahl der infrage kommenden Schiffe auf zwei &ndash; das nuklear angetriebene russische Frachtschiff Sevmorput und das chinesische Frachtschiff Newnew Polar Bear; beide lagen in der N&auml;he des Pipelinelecks vor Anker, beide sind wirklich gro&szlig; und verf&uuml;gen &uuml;ber tonnenschwere Anker, die eine Pipeline besch&auml;digen k&ouml;nnen.<\/p><p>Das Alles war den Beh&ouml;rden mit sehr gro&szlig;er Sicherheit bereits am 9. Oktober bekannt. Dennoch unterlie&szlig; man es, diese Informationen zu ver&ouml;ffentlichen und so schossen seitens der Medien die ersten Fake News ins Kraut. So <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/technik\/pipeline-balticconnector-erdbebendaten-deuten-auf-explosion-hin-a-82f657ec-2b38-45ba-8f2b-f5a4c1376b18\">meldete beispielsweise der <em>SPIEGEL<\/em><\/a> am 10. Oktober unter Berufung auf einen angeblichen Experten, es habe &bdquo;wahrscheinlich&ldquo; eine &bdquo;Explosion&ldquo; gegeben und es sei &bdquo;unwahrscheinlich&ldquo;, dass es sich um etwas anderes gehandelt habe. Fake News, wie einen Tag sp&auml;ter die finnischen Beh&ouml;rden mitteilten, die ihrerseits eine Explosion ausschlossen und von einer &bdquo;mechanischen Krafteinwirkung&ldquo; als Ungl&uuml;cksursache ausgingen. Anstatt dies zu erkl&auml;ren und die damals bereits vorliegende &ndash; und auch naheliegende &ndash; Erkl&auml;rung zu ver&ouml;ffentlichen, dass ein schleifender Anker die allerwahrscheinlichste Ursache f&uuml;r eine solche &bdquo;mechanische Krafteinwirkung&ldquo; war &ndash; was au&szlig;er Godzilla soll auch sonst eine 50 cm dicke, mit Betonwand verst&auml;rkte Pipeline wegrei&szlig;en? -, heizten die finnischen Beh&ouml;rden lieber selbst die Spekulationen an, indem sie <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/finnland-estland-pipeline-leck-102.html\">behaupteten<\/a>, dass die Sch&auml;den &bdquo;h&ouml;chstwahrscheinlich absichtlich herbeigef&uuml;hrt wurden&ldquo;. Das war die Steilvorlage f&uuml;r die Medien &ndash; in Finnland, Estland und auch in Deutschland.<\/p><p>Die <em>S&uuml;ddeutsche<\/em> griff am 10. Oktober die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/finnland-sabotage-russland-gaspipeline-1.6283042#:~:text=Pl%C3%B6tzlicher%20DruckabfallFinnland%20spekuliert%20%C3%BCber%20Sabotageakt%20an%20Gaspipeline&amp;text=Nach%20einem%20ungew%C3%B6hnlichen%20Druckabfall%20steht,Der%20Gaspreis%20legt%20deutlich%20zu\">Spekulationen ihrer finnischen Kollegen auf<\/a> und zeigte gleich auf, in welche Richtung die Spekulationen gehen:<\/p><blockquote><p>Nach Informationen des Rundfunksenders Yle soll es sich nicht um einen Unfall handeln. Die Zeitung Iltalehti berichtet gar, Regierung und Milit&auml;r vermuteten, dass Russland die Leitung angegriffen habe.<\/p><\/blockquote><p>Die <em>FAZ<\/em> titelte gar <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/pipeline-vor-finnland-moeglicherweise-von-russland-angegriffen-19235259.html\">&bdquo;Hinweise auf m&ouml;gliche russische Urheberschaft&ldquo;<\/a> und pr&auml;zisierte das Geraune ihrer finnischen Kollegen:<\/p><blockquote><p>Die Zeitung &bdquo;Iltalehti&ldquo; hatte am Dienstag unter Berufung auf einen polnischen Verteidigungsfachmann berichtet, das &bdquo;Forschungsschiff&ldquo; Sibirjakow der russischen Ostseeflotte habe sich an der Stelle des Schadens im Golf von Finnland Mitte September aufgehalten. Demnach handelt es sich um just jenes Schiff, das sich zuvor auch in der N&auml;he jener Stellen aufgehalten haben soll, an denen im Herbst 2022 die Nord-Stream-Pipelines explodiert waren. Es soll in der Lage sein, Unterwasserfahrzeuge einzusetzen.<\/p><\/blockquote><p>Dazu ist einiges zu sagen:<\/p><ol>\n<li>Die <em>Iltalehti<\/em> ist eine Boulevardzeitung, also die finnische <em>BILD<\/em> und keinesfalls eine journalistische Quelle.<\/li>\n<li>Ein von diesem Blatt zitierter anonymer &bdquo;polnischer Verteidigungsfachmann&ldquo; taugt als belastbare Quelle schon gar nicht.<\/li>\n<li>Die RFS Sibiryakov ist ein Vermessungsschiff des russischen hydrografischen Dienstes.<\/li>\n<li>Dass die RFS Sibiryakov regelm&auml;&szlig;ig in der Ostsee kreuzt, ist normal, da ihre Aufgabe die stetige Kartierung der baltischen Gew&auml;sser ist. Und da ihr Heimathafen St. Petersburg ist, ist es auch vollkommen normal, dass sie &bdquo;Mitte September&ldquo; (und nicht Anfang Oktober zum Zeitpunkt der Besch&auml;digung von Balticconnector) den Finnischen Meerbusen passierte.<\/li>\n<\/ol><p>Oder um es kurz zu machen: Finnische Medien haben wilde Verschw&ouml;rungstheorien in die Welt gesetzt, die von deutschen Medien willf&auml;hrig aufgenommen wurden &ndash; klar, es ging ja gegen Russland. Es ist wirklich peinlich, welche Qualit&auml;tsstandards selbsternannte Qualit&auml;tszeitungen wie die <em>SZ<\/em> oder die <em>FAZ<\/em> heutzutage an ihre Berichterstattung anlegen. Interessant ist diesem Zusammenhang, dass die <em>taz<\/em> <a href=\"https:\/\/taz.de\/Beschaedigte-Ostseepipeline\/!5966146\/\">am gleichen Tag<\/a> bereits einen Artikel mit der &Uuml;berschrift &bdquo;Anker-Theorie verfestigt sich&ldquo; publizierte, in der es der Skandinavien-Korrespondent des Blattes jedoch auch nicht unterlassen konnte, trotz mangelnder Logik auf vermeintliche russische Motive hinzuweisen.<\/p><p>Es w&auml;re jedoch zu einfach, nur mit dem Finger auf die Medien zu zeigen. Wohl wider besseres Wissen wurden die Verschw&ouml;rungstheorien von den finnischen und estnischen Beh&ouml;rden kr&auml;ftig angeheizt. So titelte der <a href=\"https:\/\/news.err.ee\/1609128134\/ministers-balticconnector-pipeline-damage-was-deliberate\">staatliche estnische Sender <em>ERR<\/em><\/a> unter Berufung auf den estnischen Verteidigungsminister, man ginge von einer &bdquo;absichtlichen Besch&auml;digung&ldquo; der Pipeline aus. Der estnische Au&szlig;enminister verbreitete sogar die klare L&uuml;ge, man k&ouml;nne die Besch&auml;digung nicht auf ein Schiff zur&uuml;ckf&uuml;hren, das mit eingeschalteten Positionierungssystem zur Tatzeit vor Ort war. &Auml;hnliche Aussagen kamen von <a href=\"https:\/\/news.err.ee\/1609127993\/finnish-media-balticconnector-pipeline-leak-does-not-appear-to-be-an-accident\">finnischen Offiziellen<\/a>. NATO-nahe finnische &bdquo;Experten&ldquo; legten noch <a href=\"https:\/\/news.err.ee\/1609129064\/finnish-experts-russia-may-have-had-several-motives-for-damaging-pipeline\">einmal eine Schippe drauf<\/a> und machten klar Russland f&uuml;r die Besch&auml;digung verantwortlich und spielten dabei rhetorisches Pingpong mit der finnischen Regierung. &bdquo;Es wurde zwar nicht ausdr&uuml;cklich gesagt, dass es Russland ist, aber das hat sich herausgestellt, wenn man zwischen den Zeilen liest. Finnland ist jedoch ein Rechtsstaat, und wir gehen davon aus, dass zuerst die Beweise vorliegen m&uuml;ssen. Erst dann werden die Namen der Schuldigen bekannt gegeben&ldquo;, so ein von den Medien zitierter finnischer &bdquo;Russland-Experte&ldquo;.<\/p><p>Im Nachlauf wurde die NATO eingeschaltet und sicherte Finnland und Estland ihre volle Unterst&uuml;tzung zu und Lettlands Pr&auml;sident Rinkevics forderte sogar, die Ostsee k&uuml;nftig f&uuml;r Russland <a href=\"https:\/\/news.err.ee\/1609139768\/latvian-president-close-baltic-sea-if-russia-behind-balticconnector-damage\">zu einem geschlossenen Gew&auml;sser zu erkl&auml;ren<\/a> &ndash; also eine v&ouml;lkerrechtswidrige Seeblockade f&uuml;r die russischen Ostseeh&auml;fen auszurufen.<\/p><p>Doch dann brach das L&uuml;gengebilde St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck zusammen. An diesem Wochenende <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/balticconnector-chinesisches-schiff-polar-bear-koennte-pipeline-leck-in-der-ostsee-verursacht-haben-a-03fd70c9-e86b-4005-a855-20bf7937bc79\">fanden die finnischen Ermittler<\/a> einen &bdquo;k&uuml;rzlich gebildeten gro&szlig;en Erdklumpen, der wahrscheinlich ein extrem schweres Objekt enth&auml;lt&ldquo;. Was soll das sein, au&szlig;er einem Anker? Am gleichen Tag lief auch eines der verd&auml;chtigen Schiffe, die chinesische Newnew Polar Bear, <a href=\"https:\/\/yle.fi\/a\/74-20056692\">im russischen Arktishafen Archangelsk ein<\/a> &ndash; und das, wie man auf Fotos klar erkennen kann, ohne Anker und mit teils umgest&uuml;rzten Containern an Oberdeck. Damit d&uuml;rfte das Mysterium, das eigentlich nie eins war, aufgekl&auml;rt sein und die ganzen antirussischen Verschw&ouml;rungstheorien wie ein Kartenhaus zerfallen.<\/p><p>Was ist wirklich in der Nacht zum 8. Oktober passiert? Im Stra&szlig;enverkehr w&uuml;rde man wohl von einer Fahrerflucht oder genauer &bdquo;unerlaubtem Entfernen vom Unfallort&ldquo; sprechen. Und der Kapit&auml;n hatte sogar ein Motiv. Die Newnew Polar Bear war n&auml;mlich auf einer Art Premierenfahrt. Das als Eisbrecher zugelassene Containerschiff wurde erst vor wenigen Monaten von der chinesischen Reederei NewNew gekauft und absolvierte gerade als erstes Containerschiff den ersten Teil der k&uuml;nftigen Direktverbindung zwischen Shanghai und St. Petersburg <a href=\"https:\/\/www.highnorthnews.com\/en\/chinese-container-ship-completes-first-round-trip-voyage-across-arctic\">&uuml;ber die k&uuml;rzere Arktisroute<\/a>. Die Er&ouml;ffnung dieser Route wurde erst vor wenigen Monaten von Chinesen und Russen <a href=\"https:\/\/www.nnsl.cn\/index.php?p=news_show&amp;id=38&amp;c_id=3\">mit gro&szlig;em Tamtam gefeiert<\/a>. Da ist es nat&uuml;rlich politisch h&ouml;chst peinlich, wenn der Kapit&auml;n auf der Premierenfahrt auf dieser Route die Karten nicht richtig liest, bei Sturm mitten &uuml;ber einer Pipeline, die in der Tat russischen Interessen zuwiderl&auml;uft, ankert und dann die ganze Pipeline mit sich rei&szlig;t. Der arme Kapit&auml;n wird sich gedacht haben, dass es das Beste ist, schnell weiterzufahren und so zu tun, als sei nichts geschehen. Offenbar war er sich der politischen Bedeutung des von ihm verursachten Schadens nicht bewusst. Eine Zukunft als Binnenschiffer auf dem Jangtsekiang scheint da vorprogrammiert und auch die Schadensregulierung d&uuml;rfte noch interessant werden. Zahlt eigentlich eine Versicherung f&uuml;r den Milliardenschaden, der durch eine fahrl&auml;ssig besch&auml;digte Pipeline entsteht?<\/p><p>Wie dem auch sei. Gestern mussten die Finnen vermelden, dass sie den Anker <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/finnland-ermittler-finden-anker-nach-pipeline-schaeden-a-f77a4ef5-17e5-4292-b28f-87b2ecd46237\">gefunden haben<\/a> und es doch nicht die Russen waren. Immerhin h&auml;lt man sich als &bdquo;Ehrenrettung&ldquo; nun noch die Verschw&ouml;rungstheorie offen, die Chinesen k&ouml;nnten den Anker mutwillig als Sabotageakt auf die sch&ouml;ne Pipeline fallengelassen haben. Und selbst dieser Bl&ouml;dsinn ist deutschen Medien nicht zu abwegig, um ihn aufzugreifen. Um von Nordstream abzulenken, kann anscheinend keine Geschichte zu abwegig sein.<\/p><p><small>Titelbild: Die Newnew Polar Bear am 22. Oktober beim Einlaufen in Archangelsk. Fotografiert von Vashutkin Vitaliy, publiziert auf dem Portal <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20231024090912\/https:\/\/fleetphoto.ru\/photo\/443399\/?vid=6002\">FleetPhoto.ru<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/676c1d03f8fa4e04ba42d08e0ace0cf0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als am 8. Oktober die Finnland und Estland verbindende Gaspipeline &bdquo;Balticconnector&ldquo; wegen eines Lecks abgeriegelt werden musste, lie&szlig;en Verschw&ouml;rungstheorien nicht lange auf sich warten. &bdquo;Der Russe war&rsquo;s&ldquo;, so viel schien von Anfang an klar zu sein. 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