{"id":10602,"date":"2011-09-02T08:56:47","date_gmt":"2011-09-02T06:56:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10602"},"modified":"2019-01-30T11:08:03","modified_gmt":"2019-01-30T10:08:03","slug":"die-grose-wut-der-uberzahligen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10602","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Wut der \u00dcberz\u00e4hligen"},"content":{"rendered":"<p>Notizen und Anmerkungen zu den &bdquo;Konsumkrawallen&ldquo; in England.<br>\nEs gibt eine Revolte einer perspektivlosen Jugend fast &uuml;berall in Europa, nur in Deutschland nicht. Die spontanen Emeuten bed&uuml;rfen dringend der politisch-moralischen Orientierung und Kontrolle, sonst werden sie nicht nur zu nichts f&uuml;hren, sondern der Reaktion und dem Ausbau der staatlichen Gewaltapparate und der Militarisierung der inneren Sicherheit in die H&auml;nde arbeiten. Aber wo sind die Kr&auml;fte, die der Revolte eine Richtung und einen politischen Inhalt geben und sie der regulativen Idee der sozialen Emanzipation unterstellen k&ouml;nnten?<br>\nVon G&ouml;tz Eisenberg<br>\n<!--more--><\/p><p>Die gro&szlig;e Wut der &Uuml;berz&auml;hligen<br>\nNotizen und Anmerkungen zu den &bdquo;Konsumkrawallen&ldquo; in England<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Ich war zwanzig. Niemand soll sagen, das sei die sch&ouml;nste Zeit des Lebens.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>(Paul Nizan)<\/p><p>In London und anderen englischen Gro&szlig;st&auml;dten wie Birmingham, Liverpool und Manchester explodierte Anfang August der aus sozialer Verelendung und Verzweiflung erbr&uuml;tete Z&uuml;ndstoff. Nachdem die Polizei einen farbigen Mann und Vater dreier Kinder erschossen hatte, brannten die Innenst&auml;dte. Gesch&auml;fte wurden gepl&uuml;ndert, die Polizei war pausenlos im Einsatz und schien der Lage nicht mehr Herr zu werden. Man hatte alle Polizisten aus dem Urlaub zur&uuml;ckbeordert. Circa 1500 sogenannte Randalierer wurden festgenommen, f&uuml;nf Menschen kamen zu Tode. Eine lang gestaute Wut entlud sich ungerichtet, blindw&uuml;tig schlugen die jungen Leute auf die Fassade ein. Ganze Stadtteile versanken in Schutt und Asche, es sah aus wie im Krieg. Wir bekamen einen Vorgeschmack kommender Revolten. Der englische Premierminister Cameron brach seinen Toscana-Urlaub ab und kehrte nach England zur&uuml;ck, um martialische Reden zu schwingen und den Jugendlichen mit drakonischen Strafen zu drohen. Cameron m&ouml;chte den Familien der Randalierer die Sozialhilfe entziehen. Schnellgerichte urteilen rund um die Uhr die jungen Leute ab und schicken sie nach einer zehnmin&uuml;tigen Gerichtsverhandlung wegen des Diebstahls von Wasserflaschen f&uuml;r ein halbes Jahr ins Gef&auml;ngnis. Die Antwort auf die Folgen sozialer Desintegration ist pure H&auml;rte und Repression. Man k&ouml;nnte auch sagen: Staat und Gesellschaft lassen es sich etwas kosten, die Ursachen der Gewalt bestehen zu lassen und ihre Folgen repressiv zu bek&auml;mpfen. Die britische Politik profitiert davon, wie Heribert Prantl bemerkte, &bdquo;dass die Unruhen so sprachlos gewaltt&auml;tig, so destruktiv sinnlos und so niedertr&auml;chtig waren. Die Bl&ouml;dheit der Randalierer hat es der Regierung erleichtert, in der eigenen Dummheit zu verharren.&ldquo;<\/p><p>Es gibt eine Revolte einer perspektivlosen Jugend fast &uuml;berall in Europa, nur in Deutschland nicht. Die spontanen Emeuten bed&uuml;rfen dringend der politisch-moralischen Orientierung und Kontrolle, sonst werden sie nicht nur zu nichts f&uuml;hren, sondern der Reaktion und dem Ausbau der staatlichen Gewaltapparate und der Militarisierung der inneren Sicherheit in die H&auml;nde arbeiten. Aber wo sind die Kr&auml;fte, die der Revolte eine Richtung und einen politischen Inhalt geben und sie der regulativen Idee der sozialen Emanzipation unterstellen k&ouml;nnten? <\/p><p>In keinem der vielen Kommentare, die ich in den letzten Tagen zu den Ereignissen in England geh&ouml;rt und gelesen habe, war vom Stolz die Rede. Oder besser: vom gekr&auml;nkten Stolz der jungen Leute. Zornig werden Menschen, wenn man ihren Stolz mit F&uuml;&szlig;en tritt und ihre Anerkennungsbed&uuml;rfnisse chronisch &uuml;bergeht. So etwas br&uuml;tet Rachsucht aus. &bdquo;Grausamkeit&ldquo;, sagt Nietzsche, &bdquo;ist das Heilmittel des verletzten Stolzes&ldquo;.<br>\nH&auml;tten wir nicht auch jede Menge gute Gr&uuml;nde, &bdquo;Tage des Zorns&ldquo; abzuhalten? Den Unterschied zwischen den nordafrikanischen L&auml;ndern, in denen zur Zeit Aufst&auml;nde stattfinden und dem Land, in dem wir leben, hat die aus Rum&auml;nien nach Deutschland emigrierte Herta M&uuml;ller in ihrem Roman &bdquo;Reisende auf einem Bein&ldquo; beschrieben: &bdquo;In dem anderen Land habe ich verstanden, was die Menschen so kaputtmacht. Die Gr&uuml;nde lagen auf der Hand. Es hat sehr wehgetan, t&auml;glich die Gr&uuml;nde zu sehen. &hellip; Und hier, sagte Irene. Ich wei&szlig;, es gibt Gr&uuml;nde. Ich kann sie nicht sehen. Es tut weh, t&auml;glich die Gr&uuml;nde nicht zu sehen.&ldquo; <\/p><p>&bdquo;Die B&ouml;sen sind wir los; das B&ouml;se ist geblieben&ldquo;, k&ouml;nnte man mit Peter Br&uuml;ckner einen Prozess charakterisieren, in dessen Verlauf unmittelbare Herrschaft und manifeste Gewalt sich zur&uuml;ckziehen, ohne indessen in einen gewalt- und herrschaftsfreien Zustand zu m&uuml;nden. Die &bdquo;Peitsche des Aufsehers&ldquo; wird vom &bdquo;stummen Zwang der &ouml;konomischen Verh&auml;ltnisse&ldquo; (Karl Marx) abgel&ouml;st und durch subtile und lautlose Mechanismen der Kontrolle ersetzt. Herrschaft hat sich entpersonalisiert und anonymisiert, sie tarnt sich immer perfekter als Technik und tritt den Menschen gegen&uuml;ber als sogenannter Sachzwang auf. Gegen wen oder was soll die akkumulierte Wut sich wenden, wen k&ouml;nnen wir zur Verantwortung ziehen? Wer ist Schuld an unserem diffusen Unbehagen und unserer Misere? Wir werden von unsinnlichen Abstraktionen und um die Erde zirkulierenden Geldstr&ouml;men beherrscht. Die Abstraktheit und Anonymit&auml;t der Verh&auml;ltnisse, unter denen viele Menschen leiden, ist auch der Grund, warum sich die Revolte so blindw&uuml;tig artikuliert. IWF, WHO, Weltbank, B&ouml;rsen und Finanzstr&ouml;me kann man nicht mit einer Baseballkeule und Steinw&uuml;rfen treffen. Sie entziehen sich dem Zugriff, deswegen h&auml;lt sich die Wut an Symbole im Nahbereich, die als Ersatzobjekte fungieren. Das meinte ich, als ich vorhin schrieb: Sie schlagen blind auf die Fassade ein.<\/p><p>In England wird bei den seltenen Versuchen, die Ursachen der Krawalle zu ergr&uuml;nden, dieser Tage gelegentlich gefragt: &bdquo;Wer sind wir? Und was f&uuml;r eine Gesellschaft haben wir &uuml;berhaupt geschaffen?&ldquo; Zentral in dieser Auseinandersetzung ist ein Beitrag des Kolumnisten Peter Oborne im &bdquo;Daily Telegraph&ldquo;, in dem der Autor unter anderem schreibt: &bdquo;Die Kriminalit&auml;t auf unseren Stra&szlig;en kann nicht getrennt behandelt werden von der moralischen Desintegration auch in den h&ouml;chsten R&auml;ngen der modernen britischen Gesellschaft, ob Banken oder Politik. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben wir einen erschreckenden Verfall der Normen unter Englands regierender Elite erlebt. Es wurde akzeptabel unter unsern Politikern, zu l&uuml;gen und zu betr&uuml;gen. Eine fast universale Kultur aus Selbstsucht und Gier hat sich bei uns breit gemacht.&ldquo;<\/p><p>Wohl wahr. Wer immer sich ein Gewissen und einen halbwegs klaren Blick bewahrt hat, muss die Verwahrlosung und moralische Verwilderung der herrschenden Klassen und ihre Auswirkungen auf die Masse der Bev&ouml;lkerung thematisieren und ihre Mitschuld beim Namen nennen. Eine Gesellschaft, deren einziger kategorischer Imperativ der der Bereicherung ist, darf sich nicht beklagen, wenn die wertzynische Motorik des Geldes und die Imperative der Flexibilisierung die moralischen Traditionsbest&auml;nden und menschlichen Eigenschaften wie die F&auml;higkeit zu Empathie und Mitleid erodieren lassen und zerst&ouml;ren. Dem Geld ist, salopp gesagt, alles egal. Es flie&szlig;t dahin, wo die Chancen seiner Vermehrung am gr&ouml;&szlig;ten sind.<br>\nEine Gesellschaft, welche die Entstehungsbedingungen des Menschlichen ihren &ouml;konomischen Funktionsimperativen opfert und es zul&auml;sst, dass auf die Kindheit der K&auml;lteschatten von Elend, Indifferenz und Bindungslosigkeit f&auml;llt, darf sich nicht wundern, wenn in ihrem unwirtlichen Scho&szlig; eine Generation heranw&auml;chst, die nur noch die psychischen Korrelatformen des Marktes entwickelt: kalte Schonungs- und R&uuml;cksichtslosigkeit, moralische Indifferenz und eine latente Feindseligkeit, die jederzeit in Hass umschlagen kann. Wir sind Zeugen einer &bdquo;anthropologischen Mutation&ldquo; und erleben mit, wie sich der wahrhaft kapitalistische und flexible Mensch herausbildet, der von keinerlei Hemmungen von nichts mehr zur&uuml;ckgehalten wird.  <\/p><p>Unter den Bedingungen fortdauernder Herrschaft wird die Zerst&ouml;rung von Moral und &Uuml;ber-Ich grauenhafte Z&uuml;ge annehmen, solange nicht solidarische Bande und bewusste Reflexion an die Stelle reflexartigen Funktionierens treten und die Menschen mit der &bdquo;&auml;u&szlig;eren Herrschaft auch deren Niederschlag in ihrem Inneren beseitigen.  Unsere Lage ist aber dadurch gekennzeichnet, dass die industrielle Zivilisation ins Stadium ihrer Selbstzerst&ouml;rung eingetreten ist, ohne dass irgendwelche produktiven Gruppierungen schon bereit stehen oder auch nur erkennbar sind, die diesem Zerfallsprozess eine emanzipatorische Wendung geben k&ouml;nnten. Das sind  gesellschaftliche Situationen, aus denen Barbarei erw&auml;chst.<br>\nGegenw&auml;rtig erleben wir ein Zugleich von nachlassender Integrationskraft der Arbeitsgesellschaft, die immer weniger in der Lage ist, die Gesamtheit der Menschen &uuml;ber den Modus der Lohnarbeit sozial zu integrieren und deshalb &ldquo;&Uuml;berschuss-Bev&ouml;lkerung&rdquo; produziert, einer Lockerung der Selbstzw&auml;nge zur Befolgung von Gesetzen und Normen, was sich nicht nur in einem Anwachsen der Ladendiebst&auml;hle, des Blaumachens und Schwarzfahrens ausdr&uuml;ckt, sondern in einer Zunahme von Akten privater und neuerdings auch politisch motivierter Aggression, und schlie&szlig;lich einer Militarisierung des Staates, der auf diese Desintegrationsph&auml;nomene mit dem Ausbau von Instrumenten des Fremdzwangs reagiert. Im Sinne Peter Br&uuml;ckners und unserer bisherigen Argumentation w&uuml;rden die Grundlagen der Regierbarkeit ersch&uuml;ttert, wenn die Verwandlung von Fremdzwang in inneren Selbstzwang nicht mehr in ausreichender Zuverl&auml;ssigkeit stattfindet. Wo die innere Polizei nicht mehr in der Lage ist, f&uuml;r die Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen, muss die &bdquo;&auml;u&szlig;ere Polizei vermehrt in Erscheinung treten. Die Repr&auml;sentanz des Staates in den Individuen beginnt zu schwinden. Umso dringlicher wird es f&uuml;r ihn, als sichtbare &bdquo;&auml;u&szlig;ere Gewalt, als Polizei, wieder anwesend zu sein. Max Horkheimer hat unsere Zeit als eine Zwischenperiode beschrieben, wo das Gewissen die Menschen nicht mehr und staatliche Gewalt und\/oder automatisierter Gehorsam sie noch nicht integriere und bei der Stange halte. (Max Horkheimer, Gesammelte Schriften Bd. 13, Ffm. 1989, S. 226\/227) Horkheimer war der Meinung, dass die Phase der Steuerung der Gesellschaft &uuml;ber die Innerlichkeit der Individuen, &uuml;ber Moral, Gewissen, &Uuml;ber-Ich lediglich ein Zwischenspiel darstellt auf dem Weg zur &bdquo;total verwalteten Welt&ldquo;, wo die einzelnen automatisch auf &bdquo;&auml;u&szlig;ere Signale&ldquo; reagieren. Die Menschen w&auml;ren dann komplette Tauschmaschinen, reine Geldsubjekte, &ldquo;schlaue, fortgeschrittene, zynische Vulg&auml;rpragmatisten&rdquo;, die nicht einmal von einem ungl&uuml;cklichen Bewusstsein mehr heimgesucht w&uuml;rden, sofern das System die G&uuml;ter zu ihrer Befriedigung liefert. (Bd.14, S.350)<\/p><p>Habermas hatte schon Ende der 1960er Jahre die Diagnose gestellt, der inzwischen wohl niemand mehr widersprechen mag: &bdquo;Die sozialpsychologische Signatur  des Zeitalters wird weniger durch die autorit&auml;re Pers&ouml;nlichkeit als durch Entstrukturierung des &Uuml;ber-Ich charakterisiert.&ldquo; Die Entstehung des &Uuml;ber-Ichs, der Gewissensinstanz, ist an bestimmte Bedingungen gebunden, die immer weniger anzutreffen sind. Immer seltener werden deshalb Aggressionen von verinnerlichten Hemmungen und moralischen Einspr&uuml;chen des Gewissens an ihrem rohen Durchbruch gehindert. Lang vorbei sind die Zeiten, da &ndash; wie in Heinrichs Mann Roman Der Untertan &ndash; ein deutscher Junge Herzklopfen empfand, wenn ein Schutzmann am Horizont auftauchte. Das kann man unter gewissen Aspekten sicher auch begr&uuml;&szlig;en, aber wenn gar nichts an die Stelle der reflexartigen Unterwerfungsbereitschaft und des blinden Gehorsams tritt, kann es eigentlich nur barbarisch werden. Wenn das staatliche Gewaltmonopol au&szlig;er Kraft gesetzt wird, beginnt nicht das Reich der Freiheit, sondern herrscht das Dschungelrecht, das Recht des St&auml;rkeren. Doris Lessing hat in ihrem &bdquo;Bericht &uuml;ber die bedrohte Stadt&ldquo; bereits geschrieben, dass in Zeiten gesellschaftlicher Zerfalls diejenigen &uuml;berleben werden, die sich auf das Chaos und die Katastrophe eingestellt haben. &bdquo;Die B&uuml;rgerlichen, die Befehlsempf&auml;nger, die Angepassten, die Gutm&uuml;tigen m&uuml;ssen damit rechnen, die ersten Opfer zu werden. Aber die Vagabunden, die Kriminellen, die Verr&uuml;ckten, die Aller&auml;rmsten werden die Mittel haben, um zu &uuml;berleben. Wir kommen daher zu der &Uuml;berzeugung, dass wenn sich das Erdbeben innerhalb der n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre ereignet, niemand &uuml;brigbleibt als jene Menschenklasse, die die gegenw&auml;rtigen F&uuml;hrer der Gesellschaft als nicht w&uuml;nschenswert ansehen &hellip;&ldquo;  <\/p><p>Wenn man Habermas weiterdenkt, kann man zu folgenden Thesen gelangen:<br>\nDie sozialpsychologische Situation der Gegenwart ist dadurch gekennzeichnet, dass immer mehr Menschen in eine anomische Position gedr&auml;ngt werden, in eine objektive Kr&auml;nkungs- und Entwertungssituation.  Gleichzeitig wird die F&auml;higkeit, mit Kr&auml;nkungen angemessen und reif umzugehen, immer weniger erworben. Genau daraus resultiert der immer h&auml;ufiger zu beobachtende Ausbruch narzisstischer Wut und raptusartiger Gewalt. Die jungen Leute leben im Zustand einer permanenten Frustration: Sie werden tagein-tagaus mit Bildern des Luxus vollgestopft und gleichzeitig verwehrt man ihnen die Mittel, um die Gegenst&auml;nde auf legalem Weg erwerben zu k&ouml;nnen. Gleichzeitig bildet sich das zur&uuml;ck, was man Frustrationstoleranz nennt. Zum Begreifen der Kriminalit&auml;t, die sich in diese st&auml;dtischen Revoltformen mischt, braucht man eigentlich nur Robert K. Mertons soziologische Kriminalit&auml;ts-Theorie: Die jungen Leute begehren, was alle begehren und was man besitzen muss, wenn man dazu geh&ouml;ren will &ndash; also Markenturnschuhe, Plasma-Bildschirme, gewisse Handytypen usw. -, aber sie verf&uuml;gen nicht &uuml;ber die gesellschaftlich vorgegebenen Mittel, um an diese Dinge heranzukommen. Ihre Kriminalit&auml;t ist, wenn man so will, devianter Konformismus. Sie pl&uuml;ndern Vodafone-Filialen und Elektrogesch&auml;fte, erbeuten Turnschuhe, Plasma-Bildschirme, Smartphones und S&uuml;&szlig;igkeiten. Wenn die Teilnahme am Konsum mehr und mehr &uuml;ber die Zugeh&ouml;rigkeit zur Gesellschaft entscheidet, geh&ouml;rt, wer bestimmte Dinge nicht vorzeigen kann, eben nicht dazu. Die Jugendlichen holen sich die Dinge nun auf ihre Weise. Der britische Historiker Owen Jones hat deshalb vorgeschlagen, von &bdquo;Konsumkrawallen&ldquo; zu sprechen. Die Krawalle erinnern ihn eher an einen massenhaften Ladendiebstahl, denn an politisch motivierte Widerstandshandlungen gegen den Staat.<\/p><p>Meine &bdquo;Vandalismus-Formel&ldquo; lautet also: Gesellschaftliche Desintegration (also Schrumpfen des Arbeitsmarktes, Mehrfach-Ausgrenzungen) plus psychische Entstrukturierung (also &Uuml;ber-Ich-Schwund, verbreitete Ich-Schw&auml;che, Neigung zu primitiven Formen der Abwehr, unintegrierte, archaische Wut) = Wahrscheinlichkeit, dass raptusartige Gewaltausbr&uuml;che zunehmen.<\/p><p>Ein paar sogenannte Fakten und Zahlen: In keinem anderen westeurop&auml;ischen Land, so konnte man dieser Tage in vielen Zeitungen lesen, ist die Kluft zwischen Arm und Reich so gro&szlig; wie in Gro&szlig;britannien. Gro&szlig;britannien liegt auf dem letzten Platz der europ&auml;ischen Staaten beim Gini-Index, das hei&szlig;t: nirgends klafft die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Die oberen zehn Prozent der Gesellschaft verf&uuml;gen &uuml;ber hundertmal so viel Geld wie die unteren zehn Prozent. Das Realeinkommen der &auml;rmeren Schichten sinkt st&auml;ndig weiter. England liegt bei der Jugendarbeitslosigkeit im europ&auml;ischen Vergleich vor Spanien und Griechenland auf dem drittletzten Platz, sie betr&auml;gt rund zwanzig Prozent. Polizeiwillk&uuml;r gegen&uuml;ber schwarzen Jugendlichen ist an der Tagesordnung. Ihre Chance, von der Polizei angehalten und kontrolliert zu werden, ist rund 25 Mal so hoch wie bei Wei&szlig;en. &bdquo;England unter Cameron kann wie Frankreich unter Sarcozy nach wie vor als Klassengesellschaft bezeichnet werden. Man geh&ouml;rt vor allem dann nicht dazu&ldquo;, schreibt Joachim Kersten in der TAZ vom 15. August 2011, &bdquo;wenn man die falsche Hautfarbe oder den falschen Familiennamen hat, denn bei der Jobsuche oder der Polizeikontrolle n&uuml;tzt auch der richtige Pass nicht viel. Man ist Staatsb&uuml;rger dritter Klasse. Junge M&auml;nner und Frauen finden keine Arbeit. Das ist das Antlitz des Rassismus, das Erne der kolonialen Grandiosit&auml;t, der &Uuml;berlegenheit der wei&szlig;en &sbquo;Rasse&lsquo;, ihres Milit&auml;rs und ihrer Polizei.&ldquo; <\/p><p>Was w&auml;re denn, wenn solche Aktionen auch aus dem Grund begangen w&uuml;rden, ein einziges Mal Ursache von etwas zu sein? Menschen, die stets Mittel fremder Zwecke und Anh&auml;ngsel von etwas &Auml;u&szlig;erem sind, von dem sie einfach nur mitgeschleift werden, wollen endlich einmal Ursache von etwas sein, und wenn es Straftaten sind. Wer immer nur Amboss ist, m&ouml;chte endlich mal Hammer sein, wie man in der Sprache der Arbeiterbewegung sagen w&uuml;rde. Die Jugendlichen genie&szlig;en den fl&uuml;chtigen Rausch der Machtaus&uuml;bung und dass sie es sind, die Angst und Schrecken verbreiten. Die Jugendlichen hocken nach ihren wandalischen Aktionen vor dem Fernseher, sehen die Bilder vom Tage und sagen sich: &bdquo;Das waren wir! Die ganze Aufmerksamkeit gilt Taten, die wir begangen habe!&ldquo; Wieder einmal scheint das Programm des malignen Narzissmus wirksam zu sein: Negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine.<\/p><p>Die wertabstrakte Militanz, die uns an den Krawallen so erschreckt, quittiert auch den Umstand, dass den jungen Leuten der Weg zur Produktion und damit zu traditionellen Formen des Klassenkampfes versperrt ist. Sie k&ouml;nnen nicht streiken und Fabriken besetzen, weil sie keine Arbeit haben. Sie sind die &Uuml;berz&auml;hligen, die Herausgefallenen, das, was die &Ouml;konomen in ihrem zynischen Jargon Surplus-Bev&ouml;lkerung nennen. Wir erleben das Wiederauftauchen &bdquo;gef&auml;hrlicher Klassen&ldquo;, die f&uuml;r die Zeit der Herausbildung der kapitalistischen Produktionsweise charakteristisch waren. Konnten damals entwurzelte, plebejische Massen und unterb&uuml;rgerliche Schichten noch nicht &uuml;ber den Modus der Lohnarbeit integriert werden, so heute die aus dem Arbeitsmarkt Herausgefallenen und &Uuml;berz&auml;hligen nicht mehr. Die neue &bdquo;gef&auml;hrliche Klasse&ldquo;, gegen die man sich r&uuml;stet und von der ein Gro&szlig;teil der Gewalt ver&uuml;bt wird, die die &Ouml;ffentlichkeit erschreckt, wird im Wesentlichen von jungen M&auml;nnern zwischen Pubert&auml;t und Heiratsalter gebildet, f&uuml;r die keine verbindlichen oder wirksamen Regeln und Schranken des Verhaltens mehr bestehen und deren Verhalten kaum noch durch verinnerlichte Normen gesteuert wird. Sie werden nicht einmal mehr ausgebeutet, aber schlimmer noch als Ausbeutung scheint zu sein, komplett ignoriert und wie Fische auf dem Trockenen liegen gelassen zu werden. Arbeit zu haben bedeutet weit mehr, als &uuml;ber eine geregelte Einnahmequelle zu verf&uuml;gen. Arbeit vermittelt Teilhabe und Anerkennung. Arbeit ist der Ort der Vergesellschaftung, da einem abends zugerufen wird: &bdquo;Tsch&uuml;s, und dann bis morgen!&ldquo; Wenn Identit&auml;t sich weitgehend &uuml;ber Leistung herstellt, hei&szlig;t es im Umkehrschluss: Wo keine Leistung erbracht werden kann und darf, kann sich auch keine Identit&auml;t ausbilden. Gerade f&uuml;r junge Leute besteht die Funktion von Arbeit auch darin, ihre wild wuchernden Vorstellungen von der eigenen Grandiosit&auml;t zu &bdquo;erden&ldquo; und Legierungen mit gesellschaftlich realistischen Erwartungen eingehen zu lassen. Arbeit tr&auml;gt dazu bei, die oft noch ungekonnten &Auml;u&szlig;erungsformen ihres Antriebslebens  zu b&auml;ndigen, Aggressionen der Kontrolle des Ichs zu unterstellen und gesellschaftlichen Zielen dienstbar zu machen. Fehlende Arbeit kann in einer Arbeitsgesellschaft zur Quelle von Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rungen und Depressionen werden. <\/p><p>Kindheit und Jugend m&uuml;nden f&uuml;r viele heutige Jugendliche direkt ins Ghetto, und die Ghetto-Lage br&uuml;tet Rachegef&uuml;hle und Hass aus. Zu den dr&auml;ngenden Fragen der Gegenwart geh&ouml;rt: Wie soll man eine Identit&auml;t in einer Gesellschaft ausbilden, die einem bedeutet, dass sie einen nicht ben&ouml;tigt? Wie sollen Menschen sich wehren, wenn nichts haben, das sie der Gesellschaft entziehen oder verweigern k&ouml;nnen? Es gibt f&uuml;r die &Uuml;berfl&uuml;ssigen und Herausgefallenen nur die Wahl zwischen einem depressiven und einem aggressiven Modus der Verweigerung: Selbstverbrennung, Hungerstreik, das stumme Nein des K&ouml;rpers und der Selbstzerst&ouml;rung durch Drogen oder die Randale, die Zerst&ouml;rung, die gewaltsame Aneignung dessen, was man ihnen verweigert. <\/p><p>Jean Baudrillard hat gesagt: &bdquo;Wenn die Gewalt aus der Unterdr&uuml;ckung aufsteigt, dann der Hass aus der Entleerung.&ldquo; Die R&auml;ume wie die Menschen sind arbeitslos. Man baut ganze Wohn- und B&uuml;rost&auml;dte, die ewig leer stehen werden, Ausw&uuml;chse von Verbrechen und Spekulation. &bdquo;Ghost towns &ndash; ghost people: die Menschen darin sind selbst endlos als Abf&auml;lle reproduzierbar oder als einfache Figurinen, die diese Junggesellenmaschine in Gang halten &ndash; Symbole des circulus vitiosus der Produktion, in welcher &ndash; im Gegensatz zu der historischen These &ndash; nicht mehr die Arbeit das Kapital reproduziert, sondern das Kapital selbst die Arbeit unbestimmt reproduzieren muss.&ldquo; &bdquo;Die Menschen, die zum Abfall ihrer eigenen Abf&auml;lle werden &ndash; sie sind das Zeichen einer Gesellschaft, die ihren eigenen Werten gegen&uuml;ber gleichg&uuml;ltig geworden ist und sie sich selbst in Gleichg&uuml;ltigkeit und Hass austreibt.&ldquo; W&auml;ren die jungen Leute noch Teil der Arbeiterklasse, bek&auml;men sie, wenn sie &uuml;ber die Str&auml;nge schl&uuml;gen, von ihren &auml;lteren Kollegen die Leviten gelesen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kann man das an der deutschen Arbeiterbewegung studieren: Die jungen Hei&szlig;sporne aus dem Osten werden von ihren gewerkschaftlich und in der SPD organisierten &auml;lteren Kollegen gebremst und zivilisiert und an die Einhaltung gewisser Formen gew&ouml;hnt. Man schl&auml;gt dem Chef keins in die Fresse, sondern geht solidarisch oder auch listig gegen ihn vor. &bdquo;Immer langsam mit den jungen Pferden&ldquo;, bekamen sie gesagt und lernten ihre Lektionen in politischen K&auml;mpfen und Disziplin. Ihre Aggressivit&auml;t wurde domestiziert und in eine aufkl&auml;rerische Richtung gelenkt.<\/p><p>Eine weitere Krux heute: Es existieren keine gesellschaftlichen Kr&auml;fte, die diese Sozialisierung und Zivilisierung der jungen Wilden leisten und &uuml;bernehmen k&ouml;nnten. Es gibt keine Arbeitermilieus mehr, kaum noch Gewerkschaften und schon gar keine revolution&auml;r gestimmten Arbeiter. Es fehlt eine strategische B&uuml;ndelung der verschiedenen Konfliktpotenziale und Unruheherde. Die &Auml;lteren sto&szlig;en sich an der Un&uuml;bersichtlichkeit der Welt und dem rasanten Tempo des Fortschritts, das sie schwindeln macht und die Welt nicht mehr verstehen l&auml;sst. Die jungen Leute sind arbeits- und perspektivlos, die Studierenden leiden unter der Verschulung ihrer Studieng&auml;nge und den fehlenden Aussichten auf einen angemessenen Job, die Arbeitenden bekommen immer weniger Geld f&uuml;r ihre Arbeit und werden prek&auml;r besch&auml;ftigt. Die ganz Alten werden in abscheuliche Heime abgeschoben und vegetieren dort vor sich hin. Es k&auml;me darauf an, all diese verschiedenen  Potenziale und Intentionen zu einem einzigen m&auml;chtigen Willensstrahl zu b&uuml;ndeln und sie strategisch zu codieren. Wo ist unsere F&auml;higkeit geblieben, den Menschen zu interpretieren, was mit ihnen los ist? Warum sind wir nicht in der Lage, das oft stumme Leiden der Menschen beredt werden zu lassen und k&auml;mpferisch gegen seine Verursacher zu wenden? <\/p><p>Ich erinnere mich gut, wie ich 2005, als es in den franz&ouml;sischen Vorst&auml;dten zu brennen begann, morgens von der aufgeregten Stimme eines jungen Maghrebiners, die aus dem Radio an mein Ohr drang, aus dem Schlaf gerissen wurde, der den saturierten B&uuml;rgern w&uuml;tend seine Anklage entgegenschleuderte: &bdquo;Wir werden nicht gebraucht und von euch wie Dreck behandelt. Und jetzt regt ihr euch auf, dass eure Autos brennen!&ldquo; Die Unruhen in Frankreich waren ausgebrochen, nachdem zwei Jugendliche  am 27. Oktober 2005 in Paris auf der Flucht vor der Polizei die Absperrung zu einem Transformatorenh&auml;uschen &uuml;berwanden und dort von Stromschl&auml;gen t&ouml;dlich getroffen wurden. Sarkozy sprach angesichts der nachfolgenden Unruhen in den Banlieus von &bdquo;kriminellem Gesindel&ldquo;, das mit Hilfe eines Hochdruckreinigers weggesp&uuml;lt werden m&uuml;sse. David Cameron nennt nun Teile der englischen Gesellschaft &bdquo;krank&ldquo;. Kranke Teile des Volksk&ouml;rpers m&uuml;ssen herausoperiert und entfernt werden. Die anst&auml;ndigen Engl&auml;nder fordern den Einsatz scharfer Munition gegen den &bdquo;enthemmten P&ouml;bel&ldquo;.<\/p><p>Was charakteristisch f&uuml;r die revoltierenden jungen Leute ist: Sie haben nichts, sie besitzen nichts. Es gibt nichts, was sie an diese Gesellschaft bindet: weder Arbeit, noch Eigentum, noch die Liebe, die dem schweifenden Trieb Dauer und Form verleiht, indem sie ihn an ein Objekt bindet. Sie sind abstrakt, ohne Wurzeln, ohne so etwas wie Heimat, ohne emotionale Bindungen. Libidin&ouml;se Beziehungen zu und emotionale Bindungen an Menschen und Dinge sind aber das einzig wirksame Antidot gegen die Gewalt. Das gilt f&uuml;r einzelne Menschen wie f&uuml;r Gruppen und Klassen. Wer zu nichts und niemand eine Beziehung unterh&auml;lt, f&uuml;hlt sich niemandem gegen&uuml;ber zu nichts verpflichtet. &bdquo;Nur wer sich selbst auch anerkannt f&uuml;hlt, hat ein Interesse an der Stabilit&auml;t gesellschaftlicher Normen und gewaltarmer Ordnung&ldquo; schreibt Wilhelm Heitmeyer in der TAZ vom 25. August 2011. <\/p><p>Und noch etwas: Die Bilder, die wir aus Frankreich in Erinnerung haben und die wir jetzt aus England &uuml;bermittelt bekommen haben, f&uuml;hren uns vor Augen, was in vielen Teilen der Welt traurige t&auml;gliche Realit&auml;t ist. Es herrscht Krieg und B&uuml;rgerkrieg. Autos und H&auml;user brennen, Menschen sind auf der Flucht und sterben. <\/p><p>Bei uns in Deutschland seien Gewaltausbr&uuml;che wie in England nicht zu bef&uuml;rchten, versichern Politiker und ihre wissenschaftliche Leibstandarte. Ein Narr, wer ihnen das abnimmt.<\/p><p><strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> ist Gef&auml;ngnispsychologe und Sozialwissenschaftler. Er ist Autor des Buches &bdquo;Damit mich kein Mensch mehr vergisst. Warum Amok und Gewalt kein Zufall sind&ldquo;;<br>\nPattloch Verlag 2010.<br>\nSiehe die <a href=\"\/?p=5479\">Rezension dieses Buches von Joke Frerichs<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Notizen und Anmerkungen zu den &bdquo;Konsumkrawallen&ldquo; in England.<br \/> Es gibt eine Revolte einer perspektivlosen Jugend fast &uuml;berall in Europa, nur in Deutschland nicht. Die spontanen Emeuten bed&uuml;rfen dringend der politisch-moralischen Orientierung und Kontrolle, sonst werden sie nicht nur zu nichts f&uuml;hren, sondern der Reaktion und dem Ausbau der staatlichen Gewaltapparate und der Militarisierung der inneren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10602\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,132,161],"tags":[282,944,389],"class_list":["post-10602","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-buergerproteste","tag-cameron-david","tag-sozialrassismus"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10602"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48869,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10602\/revisions\/48869"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10602"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}