{"id":106074,"date":"2023-10-31T16:50:12","date_gmt":"2023-10-31T15:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106074"},"modified":"2023-10-31T18:00:23","modified_gmt":"2023-10-31T17:00:23","slug":"antisemitische-ausschreitungen-in-dagestan-von-aussen-angestachelt-oder-hausgemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106074","title":{"rendered":"Antisemitische Ausschreitungen in Dagestan \u2013 \u201evon au\u00dfen angestachelt\u201c oder \u201ehausgemacht\u201c?"},"content":{"rendered":"<p>In Machatschkala und Chasawjurt, zwei St&auml;dten in der Republik Dagestan im Nordkaukasus, kam es am Wochenende zu antisemitischen Ausschreitungen, die sowohl in den russischen als auch in den deutschen Medien gro&szlig;e Beachtung fanden. Was sind die Hintergr&uuml;nde? Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Republik Dagestan mit ihren drei Millionen Einwohnern geh&ouml;rt zu Russland und grenzt an die ebenfalls zu Russland geh&ouml;rende Republik Tschetschenien, die Staaten Aserbaidschan und Georgien sowie an das Kaspische Meer.<\/p><p>Muslimische Demonstranten versuchten am Sonnabend <a href=\"https:\/\/msk1.ru\/text\/politics\/2023\/10\/30\/72862787\/?ysclid=loedikh7gv959173543\">vor dem Hotel &bdquo;Flamingo&ldquo; in Chasawjurt<\/a> und am Sonntag auf dem Flughafen von Machatschkala, Reisende aus Israel ausfindig zu machen und ihre P&auml;sse zu kontrollieren. In Machatschkala er&ouml;ffnete die Polizei gegen 150 Personen ein Verfahren wegen Teilnahme an Massenunruhen. 83 Personen wurden festgenommen. <\/p><p>Die Demonstranten vor dem Flughafen von Machatschkala, welche die Information bekommen hatten, dass ein Flugzeug aus Tel-Aviv gelandet war, f&uuml;hrten einzelne pal&auml;stinensische Fahnen mit sich. Es wurde auch ein Plakat &bdquo;Wir wollen keine Fl&uuml;chtlinge aus Israel&ldquo; <a href=\"https:\/\/t.me\/netipichnaya_makhachkala_2\/3953\">hochgehalten<\/a>. <\/p><p>Es war offensichtlich: Die Betroffenheit der &uuml;berwiegend muslimischen Bev&ouml;lkerung von Dagestan &uuml;ber die Situation im Gazastreifen versuchten bestimmte Kr&auml;fte f&uuml;r Pogrome gegen B&uuml;rger aus Israel und Juden zu nutzen.<\/p><p>Die deutsche Fernsehanstalt <em>ARD<\/em> versuchte in ihrer Berichterstattung, den Kreml der Mitt&auml;terschaft an den Ausschreitungen auf dem Flughafen zu &uuml;berf&uuml;hren. Die Ausschreitungen auf dem Flughafen von Machatschkala seien &bdquo;hausgemacht&ldquo;, hei&szlig;t es auf <em>Tagesschau.de<\/em>. Russland habe sich angeblich &bdquo;nicht von der Hamas distanziert&ldquo; und eine Delegation dieser Organisation sogar nach Moskau eingeladen. <\/p><p>Ich sehe t&auml;glich russisches Fernsehen, habe aber keinen Bericht gefunden, wo der Angriff der Hamas auf Israel Anfang Oktober besch&ouml;nigt oder kleingeredet wurde. Der wichtigste russische News-Kanal <em>Rossija 24<\/em> bringt t&auml;glich Berichte seiner Korrespondenten sowohl aus Israel als auch aus Gaza. Beide Korrespondenten bem&uuml;hen sich um einen n&uuml;chternen Ton. Doch die Bilder sprechen ihre eigene Sprache. Das Elend, das man aus Gaza sieht, ist von einem anderen Ma&szlig;stab als das, das man aus Israel sieht. <\/p><p><strong>Tagesschau.de versucht, Russland zu diskreditieren<\/strong><\/p><p>Das Portal <em>Tagesschau.de<\/em> <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/russland-nordkaukasus-dagestan-unruhen-antisemitismus-gaza-100.html\">behauptet<\/a>, russische Medien, Politiker und Personen des &ouml;ffentlichen Lebens h&auml;tten eine Stimmung gesch&uuml;rt, die zu den antisemitischen Ausschreitungen auf dem Flughafen von Machatschkala f&uuml;hrte. <\/p><p>Diese Behauptung ist an den Haaren herbeigezogen. Wenn Russland eine Delegation der Hamas in Moskau empf&auml;ngt, dann dient das ganz offensichtlich dem Versuch, den Krieg auf diplomatischem Wege zu beenden, und geschieht nicht, um die Hamas in ihrer Art der Kriegsf&uuml;hrung zu best&auml;rken.<\/p><p>Russland war im Konflikt zwischen Israel und Pal&auml;stina immer neutral, etwas anderes zu behaupten, ist unlauter. <em>Tagesschau.de<\/em> tut so, als ob die politische Linie der deutschen Regierung der Ma&szlig;stab ist, an dem sich auch der Kreml zu messen hat. Russland soll &ndash; wie Deutschland &ndash; zur Kriegsf&uuml;hrung der israelischen Armee im Gazastreifen schweigen. <\/p><p>Feiert der Antisemitismus in Russland heute nun neue H&ouml;hen, wie <em>Tagesschau.de<\/em> unterstellt? Ich lebe seit 1992 in Russland und kann vergleichen. Ja, es gibt in Russland Antisemitismus, aber nicht mehr als in Deutschland. Man trifft ihn gelegentlich in Alltagsgespr&auml;chen, in abf&auml;lligen Bemerkungen &uuml;ber j&uuml;dische Oligarchen. Aber seit Putin Russland lenkt, ist der Alltags-Antisemitismus stark zur&uuml;ckgegangen. Im russischen Fernsehen ist jede negative &Auml;u&szlig;erung &uuml;ber Nationalit&auml;ten, seien es Deutsche, Amerikaner, Kaukasier oder Juden verboten. Und dieses Verbot wird eingehalten. Schmierereien an Synagogen gibt es in Russland nicht. <\/p><p>Weil <em>Tagesschau.de<\/em> keine konkreten Beispiele f&uuml;r Antisemitismus in Russland gefunden hat, hat man den Begriff &bdquo;Antisemitismus&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/russland-nordkaukasus-dagestan-unruhen-antisemitismus-gaza-100.html\">ausgeweitet<\/a>, auf kritische &Auml;u&szlig;erungen &uuml;ber Israel und den ukrainischen Pr&auml;sidenten: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Auch waren es prominente Pers&ouml;nlichkeiten aus dem Nordkaukasus, die &Auml;ngste gesch&uuml;rt und die Stimmung gegen Israel angeheizt hatten. So schrieb der Kampfsport-Champion Chabib Nurmagomedow am 18. Oktober nach der Explosion an einem Krankenhaus von einem V&ouml;lkermord Israels in Gaza. Sein Instagram-Account hat 35,8 Millionen Follower. <\/p>\n<p>Pr&auml;sident Putin selbst macht im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine direkt oder vermittelt Stimmung gegen Juden. Dazu z&auml;hlte seine Bemerkung Anfang September, der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj sei vom Westen als &bdquo;ethnischer Jude&ldquo; installiert worden, um vom Nazismus dort abzulenken.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Putin: &bdquo;Man versucht von au&szlig;en, Pogrome anzustacheln&ldquo;<\/strong><\/p><p>Wladimir Putin hatte f&uuml;r Montagabend alle mit Sicherheitsfragen betrauten Spitzenbeamte &ndash; auch den Verteidigungsminister Sergej Schojgu &ndash; zu einer Beratung wegen der Ausschreitungen im dagestanischen Machatschkala auf seiner Moskauer Vorstadtresidenz Nowo-Ogarewo zusammengerufen. Auf dieser Versammlung fand der russische Pr&auml;sident <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20231030\/dagestan-1906292782.html?ysclid=loe8vm7kc0531853368\">deutliche Worte<\/a> zur Hamas:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir erinnern uns, womit die aktuelle Krise im Nahen Osten begann &ndash; mit der terroristischen Attacke gegen friedliche B&uuml;rger Israels und anderer L&auml;nder auf dem Territorium dieses Staates. Und wir sehen, dass, anstatt die Verbrecher und Terroristen zu bestrafen, leider Rache ge&uuml;bt wird nach dem Prinzip der kollektiven Verantwortung.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zur Rolle der Ukraine und der USA f&uuml;hrte der russische Pr&auml;sident aus: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich h&ouml;re nicht auf, mich &uuml;ber das Kiewer Regime und seine F&ouml;rderer jenseits des Ozeans zu wundern. Wir wissen, dass Bandera und andere Verehrer von Hitler auf die Ehrentrib&uuml;ne gestellt wurden. Wir wissen und sehen, wie die F&uuml;hrung der Ukraine den Nazis zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, die f&uuml;r den Holocaust verantwortlich sind, applaudiert. Und heute versucht man unter Leitung westlicher F&ouml;rderer, Pogrome in Russland anzustacheln.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die USA w&uuml;rden versuchen, <em>&bdquo;die Situation im Nahen Osten und anderen regionalen Konflikten gegen Russland zu nutzen&ldquo;<\/em>. Man versuche, <em>&bdquo;die multi-nationale und multi-konfessionelle russische Gesellschaft mit ausgefeilten Technologien der psychologischen und Informations-Aggression zu destabilisieren&ldquo;<\/em>. Die <em>&bdquo;USA und ihre Satelliten&ldquo;<\/em> seien <em>&bdquo;die Nutznie&szlig;er der Instabilit&auml;t auf der Welt.&ldquo;<\/em><\/p><p>Auf der Versammlung, zu der Wladimir Putin am Montagabend alle mit Sicherheitsfragen betrauten Spitzenbeamten versammelt hatte, forderte der russische Pr&auml;sident alle Sicherheitsorgane und Leiter der russischen Regionen auf, &bdquo;hart, rechtzeitig und deutlich zum Schutz der russischen Verfassung, der Rechte und Freiheiten der B&uuml;rger und der Eintracht zwischen den Nationalit&auml;ten und Religionen zu handeln. (&hellip;) Das was in Dagestan passierte, wurde durch soziale Netzwerke &ndash; auch aus der Ukraine &ndash; mit Hilfe von Agenten westlicher Geheimdienste angestachelt.&ldquo; <\/p><p>Der Leiter der Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, der in der Kaukasusrepublik in den letzten zwanzig Jahren schonungslos gegen Terroristen und Untergrundk&auml;mpfer vorgegangen war, schlug einen sch&auml;rferen Ton an. Er rief die Sicherheitskr&auml;fte im benachbarten Dagestan auf, &bdquo;sofort alle Unruhestifter zu verhaften&ldquo; und bei Fl&uuml;chtigen notfalls von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. <\/p><p><strong>Die Sicherheitsdienste in Dagestan reagierten mit Versp&auml;tung<\/strong><\/p><p>Aus den bisher vorliegenden Berichten aus Dagestan ergibt sich, dass die &ouml;rtlichen Sicherheitsorgane versp&auml;tet eingegriffen haben &ndash; warum, ist bisher unklar.<\/p><p>Im Internet waren Plakate aufgetaucht, welche die dagestanischen Beh&ouml;rden in Alarmstimmung h&auml;tten versetzen m&uuml;ssen. Der Telegram-Kanal &bdquo;Untypischen Machatschkala&ldquo; rief zur Weiterverbreitung <a href=\"https:\/\/t.me\/netipichnaya_makhachkala_2\/3937\">eines antisemitischen Plakates<\/a> auf. <\/p><p>Am Sonntagabend um 18:30 tauchten schon gepanzerte Mannschaftswagen der <a href=\"https:\/\/t.me\/netipichnaya_makhachkala_2\/3955\">&bdquo;Rosgwardija&ldquo;<\/a> vor dem Flughafen von Machatschkala auf. Aber dass die Demonstranten T&uuml;ren aufbrechen und aufs Rollfeld st&uuml;rmen w&uuml;rden, damit hatte scheinbar niemand gerechnet. Zumindest gab es im Flughafen nicht die n&ouml;tigen Absperrungen. <\/p><p>Die Protestierenden waren &auml;u&szlig;erst emotional. Unter lautem Geschrei schaukelten sie vor dem Flughafen einen <a href=\"https:\/\/t.me\/netipichnaya_makhachkala_2\/3960\">Polizeiwagen<\/a>. Polizisten, die sich den Demonstranten in den Weg stellten, wurden <a href=\"https:\/\/t.me\/rian_ru\/219797\">angefallen<\/a>.<\/p><p>Der Flughafen von Machatschkala wurde nun f&uuml;r einige Tage geschlossen. Fl&uuml;ge aus Israel sollen auf andere russische Flugh&auml;fen umgeleitet werden. <\/p><p>Der Mufti von Dagestan versuchte, die Gl&auml;ubigen in Dagestan in einer Video-Ansprache zu <a href=\"https:\/\/t.me\/netipichnaya_makhachkala_2\/3969\">beruhigen<\/a>. Er zeigte Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Sorge um die Menschen im Gazastreifen. Aber: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Was die heutige Aktion betrifft, ich sage es ihnen ehrlich. Sie t&auml;uschen sich. Auf diesem Weg wird die Frage nicht gel&ouml;st. (&hellip;) Wenn ein Flugzeug mit B&uuml;rgern Israels bei uns landet, kann man das nicht mit solchen Aktionen verhindern. Wir werden mit den zust&auml;ndigen Personen sprechen und versuchen, das Problem zu l&ouml;sen. Auf andere Weise, nicht mit Emotionen, nicht mit Kundgebungen. Wir w&uuml;nschen ein Maximum an Geduld und Ruhe.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Besonderheiten von Dagestan<\/strong><\/p><p>Die muslimisch gepr&auml;gte Republik Dagestan ist eine sehr besondere Region. Die Menschen leben vor allem von der Landwirtschaft, wenn sie nicht als Arbeitsmigranten im russischen Kernland arbeiten. Industrie gibt es nur wenig. Die L&ouml;hne sind niedrig. <\/p><p>Ein gro&szlig;er Teil der Republik besteht aus Gebirge. Die Berge haben eine H&ouml;he von bis zu 4.400 Metern. Es gibt Talsperren mit sechs gro&szlig;en Wasserkraftwerken zur Stromerzeugung. In Dagestan leben zahlreiche &uuml;berwiegend muslimische Nationalit&auml;ten. Die gr&ouml;&szlig;ten nationalen Gruppen in Dagestan sind die Awaren, gefolgt von den Darginern, Kumyken, Lesginern und Aserbaidschanern. <\/p><p>Es gibt auch die ethnische Gruppe der sogenannten Berg-Juden (Gorskije Ewrei). Die Gesamtzahl der &bdquo;Berg-Juden&ldquo; im Nordkaukasus betr&auml;gt etwa 50.000 Menschen. Das Oberhaupt der Republik Dagestan, Sergej Melikow, erkl&auml;rte nach den Ausschreitungen in Machatschkala, &bdquo;alle Versuche, die Rechte der Berg-Juden einzuschr&auml;nken, werden hart unterbunden. Die Berg-Juden leben in Dagestan schon mehrere Jahrhunderte. Das sind solche Dagestaner wie wir alle.&ldquo; Die Berg-Juden h&auml;tten einen &bdquo;unsch&auml;tzbaren Teil an der Kultur in Dagestan&ldquo;. Unter ihnen g&auml;be es bekannte Komponisten, Dichter und K&uuml;nstler. <\/p><p>Faktisch bewahrte die Zersplitterung Dagestans in zahlreiche Nationalit&auml;ten und Clans vor einer separatistischen Bewegung wie sie im mono-ethnischen Tschetschenien im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion 1991 entstand und zum ersten Tschetschenien-Krieg 1994 f&uuml;hrte.<\/p><p><strong>Salafiten und Wahhabiten<\/strong><\/p><p>Ich habe Dagestan mehrmals besucht, zuletzt 2010. Damals fiel mir auf, dass viele junge M&auml;nner B&auml;rte in der Art der Salafiten trugen. Es gab Imbissstuben und Restaurants, die am Eingang mit Verbotszeichen gegen &bdquo;Raucher&ldquo;, &bdquo;Schweinefleisch&ldquo; und &bdquo;Alkohol&ldquo; gekennzeichnet waren. <\/p><p>Damals berichteten selbst russische Medien davon, dass Gesch&auml;ftsleute sich bewaffnete Banden halten, die sich in den Bergen verstecken und gelegentlich Kioske von Gesch&auml;ftskonkurrenten abfackelten.  Radikale Islamisten ver&uuml;bten in den 2000er Jahren Terroranschl&auml;ge gegen muslimische Geistliche. <\/p><p>1999 war f&uuml;r Dagestan ein Schl&uuml;sseljahr. Ein islamistisches Kommando unter F&uuml;hrung des Tschetschenen Schamil Bassajew und dem jordanischen S&ouml;ldner Ibn al-Chattab fiel am 7. August 1999 in Dagestan ein, wo sie aber von einer einheimischen B&uuml;rgerwehr und der russischen Armee zur&uuml;ckgeschlagen wurden. Das Ziel des Kommando-Unternehmens war, gemeinsam mit wahhabitischen Gruppen, die in Dagestan im Untergrund lebten, ein &bdquo;nordkaukasisches Kalifat&ldquo; zu gr&uuml;nden. <\/p><p>Am 9. August 1999, also nur zwei Tage nach dem Beginn der tschetschenischen Kommando-Aktion wurde Wladimir Putin &ndash; bis dahin Chef des russischen Geheimdienstes FSB &ndash; von Pr&auml;sident Boris Jelzin zum neuen Ministerpr&auml;sidenten ernannt. Am 23. September 1999 begann auf Befehl des damaligen Pr&auml;sidenten Boris Jelzin die R&uuml;ckeroberung von Tschetschenien, welches sich seit 1996 unter vollst&auml;ndiger Kontrolle von Separatisten und Islamisten befand. Der zweite Tschetschenienkrieg endete erst 2003. <\/p><p>Doch mit dem Sieg der russischen Armee endete der Kampf gegen den Islamismus in Tschetschenien nicht. Ramsan Kadyrow, der selbst im ersten Tschetschenienkrieg gegen die russische Armee gek&auml;mpft hatte, wurde mit russischer Unterst&uuml;tzung zum Pr&auml;sidenten Tschetscheniens. Kadyrow schaffte es, einen gro&szlig;en Teil der ehemaligen Separatisten f&uuml;r den friedlichen Wiederaufbau von Tschetschenien zu gewinnen. Diejenigen, die weiter im Untergrund Terroranschl&auml;ge gegen die neue, von Russland unterst&uuml;tzte Macht in Tschetschenien organisierten, verfolgte Kadyrow erbarmungslos. Zur Abschreckung wurden sogar die H&auml;user von Familien gesuchter tschetschenischer Terroristen abgebrannt. <\/p><p>Sollten sich die extremistischen Bestrebungen in Dagestan verst&auml;rken, ist damit zu rechnen, dass die russischen Sicherheitsorgane &ndash; vielleicht mit Unterst&uuml;tzung von Ramsan Kadyrow &ndash; diese Bestrebungen hart unterbinden. <\/p><p><small>Titelbild: Kitnha \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/965e1dfed8244904a965e4d9162cbde2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Machatschkala und Chasawjurt, zwei St&auml;dten in der Republik Dagestan im Nordkaukasus, kam es am Wochenende zu antisemitischen Ausschreitungen, die sowohl in den russischen als auch in den deutschen Medien gro&szlig;e Beachtung fanden. Was sind die Hintergr&uuml;nde? 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