{"id":106135,"date":"2023-11-02T13:25:31","date_gmt":"2023-11-02T12:25:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106135"},"modified":"2023-11-07T11:09:46","modified_gmt":"2023-11-07T10:09:46","slug":"kriegstuechtigkeit-medien-politiker-und-experten-wie-im-rausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106135","title":{"rendered":"\u201eKriegst\u00fcchtigkeit\u201c: Medien, Politiker und \u201eExperten\u201c wie im Rausch"},"content":{"rendered":"<p>Die &Auml;u&szlig;erungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), dass &bdquo;wir&ldquo; wieder kriegst&uuml;chtig werden m&uuml;ssten, sind infam, aber durchschaubar &ndash; es geht mal wieder auch ums Geld. Denn &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; und ein damit verbundenes au&szlig;enpolitisches Auftrumpfen erh&ouml;ht nicht nur die Gefahr von Kriegen, sondern wirkt bereits lange vorher zerst&ouml;rerisch f&uuml;r die B&uuml;rger: Um der Kriegswirtschaft Unsummen in den Rachen werfen zu k&ouml;nnen, muss die Gesellschaft bereit sein, zu verzichten. An dieser Bereitschaft wird nun gearbeitet, in den letzten Tagen unter anderem auch in <em>ARD<\/em> und <em>ZDF<\/em>. Das nennt sich dann &bdquo;mentaler Wandel&ldquo; angesichts einer &bdquo;unbequemen Wahrheit&ldquo;. Ein Kommentar von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3558\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-106135-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103_Kriegstuechtigkeit_Medien_Politiker_und_Experten_wie_im_Rausch_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103_Kriegstuechtigkeit_Medien_Politiker_und_Experten_wie_im_Rausch_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103_Kriegstuechtigkeit_Medien_Politiker_und_Experten_wie_im_Rausch_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103_Kriegstuechtigkeit_Medien_Politiker_und_Experten_wie_im_Rausch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=106135-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103_Kriegstuechtigkeit_Medien_Politiker_und_Experten_wie_im_Rausch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231103_Kriegstuechtigkeit_Medien_Politiker_und_Experten_wie_im_Rausch_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Zur Erinnerung hier das betreffende <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/zivilgesellschaft-muss-laut-pistorius-umdenken-wir-muessen-kriegstuechtig-werden-19277739.html\">Zitat von Pistorius<\/a> vom Sonntagabend:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir m&uuml;ssen uns wieder an den Gedanken gew&ouml;hnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen k&ouml;nnte. Und das hei&szlig;t: Wir m&uuml;ssen kriegst&uuml;chtig werden. Wir m&uuml;ssen wehrhaft sein. Und die Bundeswehr und die Gesellschaft daf&uuml;r aufstellen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Pistorius ging <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/was-meint-der-verteidigungsminister-boris-pistorius-mit-kriegstuechtig-werden,TuGtLVL\">laut Medien<\/a> sp&auml;ter n&auml;her darauf ein. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte au&szlig;erdem dazu erkl&auml;rt, die Zeitenwende sei nicht auf die Bundeswehr begrenzt. Es gehe dabei auch um eine Gesellschaft, die den Auftrag der Bundeswehr tr&auml;gt und ihn st&uuml;tzt. Etwa bei R&uuml;stungsprojekten, die in der deutschen Zivilgesellschaft lange f&uuml;r Kontroversen gesorgt h&auml;tten. Gemeint sein d&uuml;rfte laut den Medienberichten auch, dass die Bundeswehr nicht nur kurzfristig durch ein Sonderverm&ouml;gen, sondern langfristig mehr Geld zur Verf&uuml;gung hat. Denn wie es weitergeht nach dem &bdquo;Sonderverm&ouml;gen&ldquo;, sei noch nicht gekl&auml;rt. Bis Jahresende erwartet der Verteidigungsminister laut Medien, dass rund zwei Drittel der 100 Milliarden Euro verplant sein d&uuml;rften.<\/p><p>Dass die &Auml;u&szlig;erungen von Pistorius mit der fr&uuml;heren SPD &ndash; und zwar &bdquo;jener SPD mit dem gr&ouml;&szlig;ten historischen Erfolg und einer gro&szlig;en positiven Wirkung auf unser Land und ganz Europa&ldquo; &ndash; nichts mehr zu tun habe, hat Albrecht M&uuml;ller gerade <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106068\">in diesem Artikel<\/a> beschrieben.  <\/p><p><strong>&bdquo;Es braucht das Verst&auml;ndnis der Bev&ouml;lkerung, einen m&ouml;glichen Krieg tats&auml;chlich mitzutragen&ldquo;<\/strong><\/p><p>Wer vielleicht noch dachte, dass gro&szlig;e Medien hier gem&auml;&szlig; ihrer Kontrollfunktion zugunsten der B&uuml;rger in angemessener Weise und deutlich wahrnehmbar gegen eine gesellschaftlich-politische Fehlentwicklung einschreiten w&uuml;rden, der hat sich (erwartungsgem&auml;&szlig;) get&auml;uscht. Manche aktuell in gro&szlig;en Medien wahrnehmbare Beitr&auml;ge  von Journalisten, Politikern und &bdquo;Experten&ldquo; st&uuml;tzen sogar noch den Alarmismus des Verteidigungsministers. Hier folgt eine kleine, aber beispielhafte Auswahl an Stimmen im von den B&uuml;rgern bezahlten &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. <\/p><p>So sagte etwa Christian&nbsp;M&ouml;lling, Experte f&uuml;r Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/regional\/nordrheinwestfalen\/wdr-gefahr-eines-kriegs-in-europa-sicherheitsexperte-stimmt-pistorius-zu-100.html\">laut <em>Tagesschau<\/em><\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es braucht eben nicht nur Streitkr&auml;fte, sondern es braucht tats&auml;chlich auch eine funktionsf&auml;hige R&uuml;stungsindustrie. Und es braucht vor allen Dingen das Verst&auml;ndnis der Bev&ouml;lkerung, einen m&ouml;glichen Krieg tats&auml;chlich mitzutragen.  (&hellip;) Es braucht eine gro&szlig;e Anstrengung, eine sicherheitspolitische Dekade, in der man versucht, nicht nur die Bundeswehr, sondern die Bundesrepublik insgesamt kriegstauglich zu machen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/boris-pistorius-krieg-europa-kommentar-100.html\">Im <em>ZDF<\/em><\/a> erkl&auml;rt die Kommentatorin Ines Trams, die Aussage von Pistorius sei &bdquo;&uuml;berf&auml;llig&ldquo;. Denn: Derzeit seien &bdquo;wir&ldquo; weder was das Ger&auml;t betreffe noch &bdquo;mental bereit&ldquo; f&uuml;r einen m&ouml;glichen Krieg mit deutscher Teilnahme. &bdquo;Wie bislang&ldquo; scheue die Politik, &bdquo;milit&auml;rische Macht mitzudenken und Wehrhaftigkeit zu demonstrieren&ldquo;. Zur Unterst&uuml;tzung hat auch das <em>ZDF<\/em> seine &bdquo;Expertin&ldquo;, n&auml;mlich die Politologin und ehemalige Strategin bei der NATO, Stefanie Babst. Babst beklagt, dass sich die Bundesregierung auch heute noch schwer tue, &bdquo;den milit&auml;rischen Werkzeugkasten in den Mittelpunkt unserer politischen Kommunikation zu stellen, um unseren Gegnern zu zeigen, wir verteidigen uns mit allen Mitteln&ldquo;.<\/p><p><strong>Es geht ums Geld: Weg von &bdquo;liebgewonnenen Ausgaben&ldquo;, hin &bdquo;zur Verteidigung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die &bdquo;Streitkr&auml;fte kriegsf&auml;hig zu machen&ldquo;, w&auml;re &bdquo;vorausschauend&ldquo;, so Ines Trams weiter. Doch das w&uuml;rde &bdquo;schmerzhafte Verschiebungen&ldquo; im Haushalt bedeuten &ndash; weg von &bdquo;liebgewonnenen Ausgaben, hin zur Verteidigung&ldquo;. Es sei &bdquo;offen&ldquo;, ob die Politik bereit sein w&uuml;rde, &bdquo;diese wenig popul&auml;ren Schritte zu gehen&ldquo;. <\/p><p>Das ist mutma&szlig;lich ein Ziel ihres Kommentars und vieler weiterer Beitr&auml;ge in den letzten Tagen: n&auml;mlich die Bereitschaft der B&uuml;rger zu erh&ouml;hen, auf &bdquo;liebgewonnene Ausgaben&ldquo; (etwa f&uuml;r Gesundheit, Bildung und Soziales) zu verzichten, um den milit&auml;risch-industriellen Komplex noch &uuml;ppiger zu f&uuml;ttern. Verkauft wird diese Umverteilung als &uuml;berf&auml;llige Einsicht in eine &bdquo;unbequeme Wahrheit&ldquo;. <\/p><p>Ebenfalls <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/neitzel-zeitenwende-pistorius-interview-berlin-direkt-100.html\">im <em>ZDF<\/em><\/a> fragt der Historiker S&ouml;nke Neitzel: Reicht das, was Pistorius macht? Und gibt die Antwort: &bdquo;Nein&ldquo;. Neitzels folgende Aussage bezieht sich auf die (relative!) milit&auml;rische Zur&uuml;ckhaltung Deutschlands in den letzten Jahrzehnten &ndash; diesem Denken sei auch die Ampelregierung noch verbunden. Was eigentlich zu begr&uuml;&szlig;en w&auml;re, wird von Neitzel als Kritik formuliert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist eine ganz klare Vermeidungsstrategie. Und es ist nicht das Denken der Streitkr&auml;fte vom Krieg her. Also ich glaube, dass die Bundesregierung nach wie vor versucht, so weit das m&ouml;glich ist, das milit&auml;rische Argument aus der Politik herauszunehmen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Pistorius (beziehungsweise die &bdquo;Kritik&ldquo;, auch die aktuelle Aufr&uuml;stung reiche immer noch nicht nicht aus) von politischer Seite, etwa der FDP und der CDU, hat der <em>Deutschlandfunk<\/em> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/verteidigungsminister-pistorius-erhaelt-unterstuetzung-100.html\">in diesem Artikel<\/a> zusammengestellt. <\/p><p><strong>Friedliche Koexistenz ist keine Unterwerfung<\/strong><\/p><p>Eine friedliche Koexistenz mit Russland bedeutet selbstverst&auml;ndlich nicht, dass man einer eventuellen russischen &Uuml;bermacht naiv gegen&uuml;bertreten sollte &ndash; weder milit&auml;risch noch wirtschaftlich. Es bedeutet, die gegenseitigen Interessen rational zu analysieren und zu respektieren. Man muss sich nicht lieben, aber man darf sich nicht von den USA und hierzulande (vor allem, aber beileibe nicht nur) von den Gr&uuml;nen und vielen Journalisten gegeneinander aufhetzen lassen. Die milit&auml;rischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse zwischen Russland auf der einen Seite und der NATO auf der anderen Seite hat etwa &bdquo;Statista&ldquo; <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/379080\/umfrage\/vergleich-des-militaers-der-nato-und-russlands\/\">unter diesem Link<\/a> verglichen &ndash; angesichts des massiven &Uuml;bergewichts auf NATO-Seite erscheint die &bdquo;russische Gefahr&ldquo; f&uuml;r das westliche B&uuml;ndnis momentan alles andere als akut, was aber wiederum keine Aussage f&uuml;r die Ewigkeit ist. <\/p><p>Eine friedliche Koexistenz mit Russland bedeutet auch keineswegs, dass die wirtschaftlichen oder kulturellen Br&uuml;cken zu den USA abgebrochen werden m&uuml;ssen. Das sollte auch nicht passieren! So sollte auch gegen die USA meiner Meinung nach kein Wirtschaftskrieg vom Zaun gebrochen werden. Deutschland k&ouml;nnte und m&uuml;sste eine Br&uuml;ckenfunktion in einer m&ouml;glicherweise entstehenden multipolaren Welt &uuml;bernehmen. <\/p><p>Es ist ein wiederkehrendes Motiv der Ampelregierung: Man warnt h&auml;nderingend vor Problemen, die man selber erheblich forciert hat. Wirtschaftsminister Habeck simuliert die Rettung vor den Folgen eines Wirtschaftskriegs, der vor allem von der Bundesregierung und der F&uuml;hrung seiner eigenen Partei vorangetrieben wurde. Und Pistorius warnt nun vor einer Gefahr, die unter anderem darum theoretisch akut werden k&ouml;nnte, weil auch die SPD eine friedliche Koexistenz Deutschlands mit Russland mutma&szlig;lich US-amerikanischen Interessen geopfert hat.<\/p><p><strong>Die Russen reichen immer noch die Hand<\/strong><\/p><p>Dass die russische Regierung den Deutschen aber immer noch die Hand reicht &ndash; trotz h&auml;rtesten Diffamierungen und deutschen Waffenlieferungen und trotz der Erkenntnis,  dass unter der Ampelregierung wohl kaum noch wirtschafts- und friedenspolitische Vernunft einziehen k&ouml;nnte, das haben wir k&uuml;rzlich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105453\">in diesem Artikel<\/a> beschrieben. <\/p><p>Das bedeutet aber wiederum nicht, dass sich die russische Sicht nicht irgendwann in Feindschaft wandeln k&ouml;nnte, angesichts wiederum der fortgesetzten Feindschaft von westlicher Seite &ndash; muss man sich auf einen solchen Fall nicht (auch milit&auml;risch) vorbereiten, auch wenn er zu verhindern gewesen w&auml;re? Muss auch &bdquo;der Frieden bewaffnet sein&ldquo; &ndash; gerade auf dem tats&auml;chlich mit vielen Unw&auml;gbarkeiten gepflasterten Weg in eine m&ouml;glicherweise multipolare Weltordnung? Aber selbst wenn(!) man diese Frage bejahen sollte: M&uuml;sste die EU-Aufr&uuml;stung dann nicht mindestens unabh&auml;ngig von der US-Kriegsmaschine geschehen, um f&uuml;r das viele Geld dann wenigstens ein bisschen europ&auml;ische Eigenst&auml;ndigkeit zu generieren? <\/p><p>Die NachDenkSeiten und viele andere Akteure (etwa in diesem prominent unterzeichneten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=94529\">Offenen Brief von 2014<\/a>) haben jahrelang davor gewarnt, dass die vor allem seit dem Maidan-Putsch 2014 vom Westen verfolgte Politik zu einem Krieg in Europa f&uuml;hren kann. Dieser Krieg h&auml;tte leicht verhindert werden k&ouml;nnen, indem Russland nachvollziehbare Sicherheitsgarantien gegeben worden w&auml;ren. <\/p><p><strong>Bereits vor den Kriegen kommen die sozialen K&uuml;rzungen<\/strong><\/p><p>Das aktuelle Trommeln f&uuml;r die materielle und mentale Vorbereitung auf einen Krieg erh&ouml;ht nicht nur die Gefahr von Waffeng&auml;ngen: Schon lange vor Ausbruch von &bdquo;hei&szlig;en&ldquo; Kriegen wirkt diese Politik zerst&ouml;rerisch f&uuml;r die Gesellschaft: Es werden Unsummen verschwendet &ndash; und diese Begrenzung der Haushaltsmittel f&uuml;hrt dann unweigerlich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103109\">zu unsozialen und b&uuml;rgerfeindlichen Priorit&auml;ten in der Politik<\/a>. <\/p><p>Bedenklich (auch wenn es nicht &uuml;berrascht) ist, das die Entwicklung der Militarisierung in gro&szlig;en Medien nicht angemessen debattiert wird. Es k&ouml;nnte fast der Eindruck entstehen, dass zahlreiche deutsche Journalisten und Politiker der Meinung sind: Die milit&auml;rische Zur&uuml;ckhaltung Deutschlands war ein tragischer Fehler, endlich kehrt &bdquo;Normalit&auml;t&ldquo; ein. In satirischer Form wird auf diese Haltung etwa <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102623\">hier<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89739\">hier<\/a> eingegangen. Es gab sicher in den letzten Tagen auch in &bdquo;Leitmedien&ldquo; Stimmen, die den Alarmismus von Pistorius kritisiert haben (&uuml;ber Hinweise w&auml;re ich dankbar) &ndash; wenn man aber nicht aktiv nach solchen Stimmen sucht, bleibt zumindest bei mir der Eindruck, dass sich manche unserer &bdquo;Multiplikatoren&ldquo; momentan geradezu in einem zerst&ouml;rerischen Kriegsrausch befinden.<\/p><p>Das Titelbild dieses Artikels soll hier zum Abschluss noch einmal pr&auml;sentiert werden. Die Zeichnung ist ein klassischer sowjetischer Cartoon (Yuliy Ganf, &bdquo;In America &ndash; At This Restaurant Only One Person Is Served&ldquo;, Krokodil #4,) &ndash; er illustriert gut, wie der Krieg schon lange vor seinem eventuellen &bdquo;Ausbruch&ldquo; der Gesellschaft schweren Schaden zuf&uuml;gt. Die Zeichnung stammt von 1953 und belegt damit eine Kontinuit&auml;t seit (mindestens!) 70 Jahren. <\/p><p><strong>&bdquo;WAR.JPG&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/war.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>Yuliy Ganf, &lsquo;In America &ndash; At This Restaurant Only One Person Is Served&rsquo; (Krokodil #4, 1953)<\/small><\/p><p><small>Titelbild: Yuliy Ganf, &lsquo;In America &ndash; At This Restaurant Only One Person Is Served&rsquo; (Krokodil #4, 1953)<\/small><\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106284\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &Auml;u&szlig;erungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), dass &bdquo;wir&ldquo; wieder kriegst&uuml;chtig werden m&uuml;ssten, sind infam, aber durchschaubar &ndash; es geht mal wieder auch ums Geld. 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