{"id":106177,"date":"2023-11-04T11:45:04","date_gmt":"2023-11-04T10:45:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106177"},"modified":"2023-11-04T03:23:07","modified_gmt":"2023-11-04T02:23:07","slug":"israel-und-die-vereinten-nationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106177","title":{"rendered":"Israel und die Vereinten Nationen"},"content":{"rendered":"<p>Israel hat Probleme mit den Vereinten Nationen. Geht es um den Konflikt des Landes mit Pal&auml;stina, geraten israelische Diplomaten schnell au&szlig;er sich und fordern die Weltorganisation und deren Mitgliedsstaaten heraus. Das anhaltende Bombardement der Bev&ouml;lkerung in Gaza, von dicht besiedelten Wohnvierteln, Fl&uuml;chtlingslagern, Schulen, Krankenh&auml;usern, ziviler Infrastruktur, von Journalisten und ihren Familien zeigt, dass Israel zentrale Vereinbarungen des internationalen Rechts ignoriert. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5302\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-106177-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103-Israel-und-UN-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103-Israel-und-UN-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103-Israel-und-UN-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103-Israel-und-UN-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=106177-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231103-Israel-und-UN-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231103-Israel-und-UN-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Hintergrund <\/strong>\n<p>Resolution 273 der Generalversammlung, 11. Mai 1949 nach Kenntnisnahme des Berichts des Sicherheitsrats &uuml;ber den Antrag Israels auf Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen, in Anbetracht der Tatsache, dass Israel nach dem Urteil des Sicherheitsrates ein friedliebender Staat ist und in der Lage und willens ist, die in der Charta enthaltenen Verpflichtungen zu erf&uuml;llen, in Anbetracht der Tatsache, dass der Sicherheitsrat der Generalversammlung empfohlen hat, Israel zur Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen zuzulassen, ferner in Kenntnis der Erkl&auml;rung des Staates Israel, dass er &bdquo;die Verpflichtungen der Charta der Vereinten Nationen vorbehaltlos akzeptiert und sich verpflichtet, sie von dem Tag an zu erf&uuml;llen, an dem er Mitglied der Vereinten Nationen wird&ldquo; unter Hinweis auf ihre Resolutionen vom 29. November 1947 und 11. Dezember 1948 und unter Kenntnisnahme der Erkl&auml;rungen und Erl&auml;uterungen, die die Vertreter der Regierung Israels vor dem Politischen Ad-hoc-Komitee in Bezug auf die Durchf&uuml;hrung der genannten Resolutionen abgegeben haben,<\/p>\n<p>Die Generalversammlung<br>\nin Erf&uuml;llung ihrer Aufgaben nach Artikel 4 der Charta und Artikel 125 ihrer Gesch&auml;ftsordnung,<br>\n1. beschlie&szlig;t, dass Israel ein friedliebender Staat ist, der die in der Charta enthaltenen Verpflichtungen annimmt und in der Lage und willens ist, diese Verpflichtungen zu erf&uuml;llen;<br>\n2. beschlie&szlig;t, Israel zur Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen zuzulassen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.un.org\/unispal\/document\/auto-insert-187677\/\">UN<\/a>\n<\/p><\/div><p><strong>UN-Mitgliedschaft an Bedingungen gebunden<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>(&hellip;), dass Israel ein friedliebender Staat ist, der die in der Charta enthaltenen Verpflichtungen annimmt&ldquo; und erf&uuml;llt.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die Menschen im Bombenhagel nicht zu schonen, ihnen Wasser, Strom, Treibstoff, medizinische Versorgung, Lebensmittel, Kommunikationsverbindungen zu kappen, gilt auch im Krieg als Verbrechen. W&auml;hrend immer mehr Staaten ihre Botschafter aus Israel zur&uuml;ckrufen oder &ndash; wie Bolivien &ndash; die diplomatischen Beziehungen abbrechen, verharrt die Bundesregierung in Berlin in Nibelungentreue an der Seite Israels. Au&szlig;enministerin Baerbock <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/baerbock-verteidigt-israels-vorgehen-im-gazastreifen-100.html\">erkl&auml;rte<\/a>, Israel habe &ndash; wie jeder Staat auf der Welt &ndash; die Pflicht, seine Bev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen und sich gegen Angriffe zu verteidigen. Die Menschen im Fl&uuml;chtlingslager Jabaliya &ndash; von Israel innerhalb von 24 Stunden zwei Mal bombardiert &ndash; bezeichnete Baerbock als &bdquo;menschliche Schutzschilde&ldquo; der &bdquo;Terrororganisation Hamas&ldquo;. Das offenbart nicht nur Menschenverachtung gegen&uuml;ber den Opfern der Bombenangriffe, es zeigt auch, dass die deutsche Au&szlig;enministerin die Geschichte des Staates Israel und von Pal&auml;stina nicht kennt.<\/p><p><strong>Die UN zerteilt Pal&auml;stina<\/strong><\/p><p>Vor dem Ende der britischen Mandatszeit (1920 bis 1948) wurde Pal&auml;stina mit dem UN-Teilungsplan geteilt (UN-Resolution 181 II). Damit folgte die neu gegr&uuml;ndete UNO einem Versprechen der britischen Kolonialmacht aus dem Jahr 1917. Damals hatte der britische Au&szlig;enminister Lord Balfour der zionistischen Nationalbewegung die Unterst&uuml;tzung der britischen Krone bei der Bildung einer &bdquo;j&uuml;dischen Heimstatt&ldquo; in Pal&auml;stina zugesagt. Die in Pal&auml;stina lebende Bev&ouml;lkerung lehnte das ab, und schon bevor und w&auml;hrend der UN-Teilungsplan diskutiert wurde, gab es Proteste und K&auml;mpfe.<\/p><p>Der im November 1947 beschlossene Teilungsplan (UN-Resolution 181 II) teilte Pal&auml;stina in einen j&uuml;dischen und einen arabischen Staat. Obwohl von den damals rund 1.900.000 Einwohnern mehr als zwei Drittel muslimische, christliche und drusische Pal&auml;stinenser und ein Drittel zumeist eingewanderte Juden waren, hatte die urspr&uuml;nglich dort lebende pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung keine Stimme. Ein Referendum war abgelehnt worden. Der j&uuml;dische Staat sollte 56,47 Prozent Pal&auml;stinas umfassen, der arabische Staat 42,88 Prozent. Die Stadt Jerusalem sollte mit 0,65 Prozent als &bdquo;corpus separatum&ldquo; unter UN-Verwaltung gestellt werden. Alle drei Teile sollten in einer Wirtschaftsunion zusammengefasst werden. Die Hafenstadt Jaffa geh&ouml;rte zum arabischen Staat. Die UNO hatte damals 56 Mitgliedsstaaten, von denen 33 daf&uuml;r, 13 dagegen stimmten und zehn Staaten sich enthielten. Alle arabischen Staaten stimmten dagegen.<\/p><p><strong>Die Vertreibung<\/strong><\/p><p>Obwohl die Zionisten den Teilungsbeschluss als Gr&uuml;ndungsdokument ihres Staates ansahen, starteten sie unmittelbar nach Verabschiedung des Teilungsplans milit&auml;rische Operationen zur Vertreibung der Pal&auml;stinenser, um das ihnen mit dem Teilungsplan zugestandene Gebiet zu erweitern. Sie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4bxyQl4msaY\">&uuml;berfielen D&ouml;rfer<\/a>, t&ouml;teten und vertrieben die Bev&ouml;lkerung. 530 pal&auml;stinensische D&ouml;rfer wurden zerst&ouml;rt. Beim Jahreswechsel 1948\/49 verf&uuml;gten die Pal&auml;stinenser nur noch &uuml;ber 22 Prozent des Landes, das der UN-Teilungsplan f&uuml;r sie vorgesehen hatte. Ost-Jerusalem war von jordanischen arabischen Legionen gegen die zionistischen Milizen verteidigt worden. West-Jerusalem dagegen war schon fr&uuml;h von der zionistischen Untergrundarmee Haganah eingenommen und die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung vertrieben worden. Damit ignorierten die Zionisten auch den Teil des UN-Teilungsplans, wonach Jerusalem als &bdquo;corpus separatum&ldquo; unter internationale Verwaltung gestellt werden sollte.<\/p><p>Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel ausgerufen. Am Tag darauf, am 15. Mai 1948, beantragte Israel die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen. Der Antrag wurde vom UN-Sicherheitsrat nicht behandelt. Ebenfalls am 15. Mai 1948 erkl&auml;rten die arabischen Staaten Israel den Krieg. Die UN-Vollversammlung ernannte am 20. Mai 1948 den schwedischen Diplomaten Graf Folke Bernadotte zum UN-Vermittler f&uuml;r Pal&auml;stina. Bernadotte konnte einen Waffenstillstand verhandeln und legte den Grundstein f&uuml;r das UN-Hilfswerk f&uuml;r pal&auml;stinensische Fl&uuml;chtlinge, die UNRWA. Er &auml;u&szlig;erte sich kritisch zu den &bdquo;ethnischen S&auml;uberungen&ldquo; gegen die Pal&auml;stinenser und dar&uuml;ber, &bdquo;dass Israel ganz Jerusalem f&uuml;r sich beanspruchte, was dem UN-Teilungsplan widersprach. Am 17. September 1948 wurde der UN-Sondervermittler Bernadotte von der Stern Gruppe, einer zionistischen Miliz, ermordet. Der Stern Gruppe geh&ouml;rte auch Yitzhak Schamir an, der sp&auml;tere israelische Ministerpr&auml;sident. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Ermordung Bernadottes.<\/p><p>Am 11. Dezember 1948 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Resolution 194, in der der Status von Jerusalem und das Recht auf R&uuml;ckkehr der pal&auml;stinensischen Fl&uuml;chtlinge (wenn machbar) sowie die Wiedergutmachung f&uuml;r ihre Verluste festgelegt wurden. Am 17. Dezember 1948 wurde ein zweiter Antrag Israels auf Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen vom UN-Sicherheitsrat abgelehnt.<\/p><p>Nach Parlamentswahlen 1949 stellte Israel zum dritten Mal einen Antrag auf die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen. Am 4. M&auml;rz 1949 stimmte der UN-Sicherheitsrat mit der Resolution 69 f&uuml;r die Mitgliedschaft. Vorbehalte kamen von Gro&szlig;britannien, das sich bei der Abstimmung mit der Begr&uuml;ndung enthalten hatte, dass Israel sich nicht an die UN-Prinzipien halte und den UN-Teilungsplan nicht akzeptiere. Die UN-Vollversammlung stimmte der Mitgliedschaft Israels am 11. Mai 1949 zu, formulierte aber Bedingungen. Danach wird Israel als Mitglied bei den Vereinten Nationen aufgenommen unter der Bedingung, dass Israel die Resolutionen 181 II und 194, den UN-Teilungsplan und das Recht auf R&uuml;ckkehr der Pal&auml;stinenser (wenn machbar) sowie deren Wiedergutmachung akzeptiert und umsetzt.<\/p><p>Mehr als 200 Resolutionen allein des UN-Sicherheitsrates hat Israel seither ignoriert.<\/p><p>1967, nach dem Sechs-Tage-Krieg, wurde eine weitere wichtige Resolution der Vereinten Nationen verabschiedet, dieses Mal vom UN-Sicherheitsrat. Es handelte sich um die Resolution 242 vom 22. November 1967, die feststellt, dass die &bdquo;Eroberung von Land durch Krieg unzul&auml;ssig&ldquo; sei und sich die israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten (1967) zur&uuml;ckziehen m&uuml;sse. Dabei ging es um Ost-Jerusalem, das Westjordanland, den Gazastreifen und die syrischen Golanh&ouml;hen, die Israel im Sechs-Tage-Krieg (Juni 1967) besetzt hatte. Doch Israel hatte bereits damit begonnen, die besetzten Gebiete zu kolonisieren, insbesondere durch den illegalen Siedlungsbau. Israel verstie&szlig; damit gegen internationales Recht und die 4. Genfer Konvention.<\/p><p>Bei der UN-Generalversammlung am 22. September 2023 trat Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanyahu <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/netanyahu-brandishes-map-of-israel-that-includes-west-bank-and-gaza-at-un-speech\/\">mit einer Karte ans Rednerpult<\/a>, auf der er demonstrieren wollte, dass Israel und Saudi-Arabien &ndash; damals in einem politischen Ann&auml;herungsprozess begriffen, der von den USA begleitet wurde &ndash; unmittelbar vor einer Vereinbarung st&uuml;nden. Auf der Karte der Region, die Netanyahu in die H&ouml;he hielt, umfasste Israel das gesamte Gebiet von Pal&auml;stina, ohne dass das pal&auml;stinensische Westjordanland, Gaza oder Ost-Jerusalem, die vorgesehene Hauptstadt eines Staates Pal&auml;stina, zu sehen waren. Die pal&auml;stinensischen Gebiete, die einen pal&auml;stinensischen Staat bilden sollten, waren ausradiert.<\/p><p><strong>Der Angriff der Qassam-Brigaden<\/strong><\/p><p>Auf den beispiellosen Angriff der Qassam-Brigaden aus dem Gazastreifen auf Gebiete im s&uuml;dlichen Israel am 7. Oktober 2023 reagierte Israel mit beispielloser Gewalt gegen die Pal&auml;stinenser zun&auml;chst im Gazastreifen, inzwischen auch im besetzten Westjordanland. Forderungen im UN-Sicherheitsrat und in der Generalversammlung nach einem Waffenstillstand und Hilfe f&uuml;r die Zivilbev&ouml;lkerung wurden von israelischen Diplomaten mit Drohungen und Anschuldigungen beantwortet. Auch UN-Generalsekret&auml;r Antonio Guterres wurde beschimpft und zum R&uuml;cktritt aufgefordert, als er bei einer Sitzung im UN-Sicherheitsrat (24. Oktober 2023) darauf hinwies, dass der Angriff nicht aus dem luftleeren Raum gekommen sei. Seit mehr als 56 Jahren lebten die Pal&auml;stinenser unter einer erdr&uuml;ckenden israelischen Besatzung, ein eigener Staat werde ihnen verwehrt. Keine Partei in einem bewaffneten Konflikt stehe &uuml;ber dem internationalen humanit&auml;ren Recht, <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/guterres-ruecktrittsforderung-un-botschafter-israel-100.html\">sagte Guterres<\/a> unter Verweis auf die eindeutigen Verst&ouml;&szlig;e gegen das humanit&auml;re Recht, die in Gaza zu beobachten seien.<\/p><p>Die USA verhinderten mehrere Resolutionsentw&uuml;rfe f&uuml;r einen sofortigen Waffenstillstand, die nicht das &bdquo;Verteidigungsrecht&ldquo; Israels und die Verurteilung der Hamas als &bdquo;Terror-Organisation&ldquo; enthielten. W&auml;hrend der politischen K&auml;mpfe im UN-Sicherheitsrat wurden (Stand 2. November) durch die israelischen Bombardements auf den Gazastreifen mehr als 8.700 Menschen get&ouml;tet, darunter mehr als 3.600 Kinder.<\/p><p>Am 27. Oktober 2023 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=W9wAZVTlAZM\">nahm<\/a> die UN-Generalversammlung mit 121:14:44 Stimmen eine Resolution arabischer Staaten an, in der ein &bdquo;sofortiger, dauerhafter und nachhaltiger humanit&auml;rer Waffenstillstand&ldquo; zwischen den israelischen Streitkr&auml;ften und den K&auml;mpfern der Hamas in Gaza gefordert wird. Zudem m&uuml;sse eine &bdquo;kontinuierliche, ausreichende und ungehinderte&ldquo; Versorgung der in Gaza eingeschlossenen Zivilbev&ouml;lkerung sichergestellt werden.<\/p><p>Israel lehnte ab und verst&auml;rkte sein Bombardement aus der Luft mit Artillerie und von der Marine auf den pal&auml;stinensischen K&uuml;stenstreifen noch am gleichen Tag. Die Versorgung mit Wasser, Medikamenten und Treibstoff ist unterbrochen. Die Kommunikation in Gaza wurde gekappt, weder Telefone noch Internetverbindungen funktionieren.<\/p><p>Am Montag (30. Oktober 2023) erschien der israelische UN-Botschafter Gilad Erdan mit einem gelben Davidsstern auf seiner Anzugsjacke. &bdquo;Never again&ldquo; stand darauf, &bdquo;nie wieder&ldquo;. Die zwei Worte erinnern an den deutschen Faschismus und dessen Vernichtung von Juden, von religi&ouml;sen, ethnischen und gesellschaftlichen Gruppen und politischen Gegnern. Er trage den Stern, &bdquo;wie seine Gro&szlig;eltern und die Gro&szlig;eltern von Millionen Juden&ldquo; den Stern getragen h&auml;tten, sagte Erdan. Man werde den Stern so lange tragen, bis die Vereinten Nationen die Gr&auml;ueltagen der Hamas verurteilten und die sofortige Freilassung der Geiseln forderten.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/2023-10-31\/ty-article\/.premium\/yad-vashem-chairman-slams-israels-un-envoy-for-donning-yellow-star\/0000018b-849e-df47-a3df-fe9ffa010000\">Kritik an der Aktion<\/a> kam vom Vorsitzenden der Gedenkst&auml;tte Yad Vashem, Dani Dayan. Sich den Stern anzuheften sei eine &bdquo;Schande f&uuml;r die Opfer des Holocaust und f&uuml;r Israel&ldquo;. Der gelbe Stern symbolisiere die Hilfslosigkeit des j&uuml;dischen Volkes. Doch heute habe Israel einen unabh&auml;ngigen Staat und eine starke Armee, so Dayan weiter: &bdquo;Wir sind die Herren unseres eigenen Schicksals. Heute werden wir uns eine blau-wei&szlig;e Flagge ans Revers heften, keinen gelben Stern.&ldquo;<\/p><p>Zahlreiche UN-Diplomaten, UN-Organisationen und Institutionen haben appelliert, Israels Bruch des internationalen Rechts zu stoppen. Es wird nicht explizit gesagt, doch der Aufruf richtet sich an die Regierungen, die Israel &ndash; wie die USA und Deutschland &ndash; bewaffnen, politisch und medial unterst&uuml;tzen und &ndash; wie die USA &ndash; verhindern, dass der UN-Sicherheitsrat einstimmig und sofort einen Waffenstillstand fordert. Am 14. Oktober 2023 <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2023\/10\/un-expert-warns-new-instance-mass-ethnic-cleansing-palestinians-calls\">erkl&auml;rte<\/a> Francesca Albanese, die UN-Sonderbeauftragte f&uuml;r die Menschenrechte in den pal&auml;stinensischen Gebieten, die seit 1967 von Israel besetzt gehalten werden, &bdquo;unter dem Deckmantel des Krieges (&hellip;) versucht Israel erneut und im Namen der Selbstverteidigung zu rechtfertigen, was auf eine ethnische S&auml;uberung hinauslaufen w&uuml;rde.&ldquo;<\/p><p>Zur Erinnerung: Am 11. Mai 1949 war Israel als Mitglied bei den Vereinten Nationen unter der Bedingung aufgenommen worden, dass es die Resolutionen 181 II (den UN-Teilungsplan) und 194 (den UN-Teilungsplan und das Recht auf R&uuml;ckkehr der Pal&auml;stinenser (wenn machbar) und deren Wiedergutmachung) akzeptiert und umsetzt. Bis heute hat Israel es nie f&uuml;r &bdquo;machbar&ldquo; gehalten, dass die Pal&auml;stinenser zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnten. Im Gegenteil, Israel hat alles daf&uuml;r getan, sich das Land Pal&auml;stina anzueignen. Die USA haben immer ihre sch&uuml;tzende Hand &uuml;ber Israel gehalten.<\/p><p>Die Pal&auml;stinenser werden vertrieben, verhaftet, get&ouml;tet. Im Oktober 2023 haben hochrangige israelische Politiker und Pers&ouml;nlichkeiten die Pal&auml;stinenser als &bdquo;Tiermenschen&ldquo; bezeichnet.<\/p><p>Titelbild: Vitalii Vodolazskyi\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Israel hat Probleme mit den Vereinten Nationen. Geht es um den Konflikt des Landes mit Pal&auml;stina, geraten israelische Diplomaten schnell au&szlig;er sich und fordern die Weltorganisation und deren Mitgliedsstaaten heraus. Das anhaltende Bombardement der Bev&ouml;lkerung in Gaza, von dicht besiedelten Wohnvierteln, Fl&uuml;chtlingslagern, Schulen, Krankenh&auml;usern, ziviler Infrastruktur, von Journalisten und ihren Familien zeigt, dass Israel zentrale<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106177\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":106178,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171],"tags":[3260,822,1557,305,303,2039,639,1281],"class_list":["post-106177","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","tag-feindbild","tag-hamas","tag-israel","tag-menschenrechte","tag-palaestina","tag-siedlungspolitik","tag-uno","tag-zionismus"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Shutterstock_2373496937.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=106177"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106219,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106177\/revisions\/106219"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/106178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=106177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=106177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=106177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}