{"id":106709,"date":"2023-11-14T14:00:04","date_gmt":"2023-11-14T13:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106709"},"modified":"2023-11-14T12:34:32","modified_gmt":"2023-11-14T11:34:32","slug":"leserbriefe-zu-und-wieder-mal-eine-kampagne-gegen-die-gesetzliche-rente-und-fuer-die-aktienrente-der-sachverstaendigenrat-machts-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106709","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eUnd wieder mal eine Kampagne gegen die Gesetzliche Rente und f\u00fcr die Aktienrente. Der Sachverst\u00e4ndigenrat machts m\u00f6glich.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein Leser der NachDenkSeiten hatte darauf aufmerksam gemacht, dass mal wieder eine Kampagne &bdquo;zur Durchsetzung der Aktienrente&ldquo; laufe. Albrecht M&uuml;ller meint <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106435\">hier<\/a>, dass sich &bdquo;die Relation von arbeitsf&auml;higen und zur Beitragszahlung f&auml;higen Menschen auf der einen Seite und Menschen im Rentenalter auf der anderen Seite&ldquo; st&auml;ndig verschoben habe. Mit diesen Verschiebungen k&ouml;nne man fertig werden. Das bestehende Rentensystem sei durchaus flexibel und diese Flexibilit&auml;t h&auml;tte dabei geholfen, in der Vergangenheit mit vielen Ver&auml;nderungen fertig zu werden. Hierzu haben wir interessante E-Mails bekommen. Danke daf&uuml;r. Es folgt eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter, lieber Herr M&uuml;ller,<br>\nliebe NDS-Radaktion,<\/p><p>als ich die Empfehlung des sogenannten Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung<br>\ngegen die Gesetzliche Rente und f&uuml;r die Aktienrente las, war ich nicht wirklich &uuml;berrascht &uuml;ber diese Art von Sachverstand der Mitglieder dieses Rates. Denn es d&uuml;rfte sich auch aktuell im Zweifel um eine Auswahl von &ldquo;Expert(inn)en&rdquo; aus diversen universit&auml;ren Elfenbeint&uuml;rmen handeln, die in ihrem gesamten Berufsleben kaum bis m&ouml;glicherweise gar nicht in der wirtschaftlichen und\/oder unternehmerischen Praxis t&auml;tig gewesen sind.&nbsp;<\/p><p>Professoren von Fachhochschulen sind seitens des berufenden Bundesministeriums f&uuml;r Wirtschaft (und Klimaschutz), seit jeher unerw&uuml;nscht, m&ouml;glicherweise deshalb, weil die dort lehrenden und forschenden Professor(inn)en auch s&auml;mtlich praktisch ausgebildet sind und der jeweils amtierenden Bundesregierung aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz widersprechen k&ouml;nnten?<\/p><p>Empfehlungen f&uuml;r die Aktienrente, die mit unw&auml;gbaren Risiken der Altersversorgung eines normalen Erwerbst&auml;tigen behaftet sind, wie dieses die amtierenden Mitglieder der praktisch m&ouml;glicherweise verwaisten Wirtschaftsweisen vornehmen, sollten zwingend mit einer pers&ouml;nlichen Haftung der Empfehlenden verbunden werden.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nProf. Dr. rer.pol. Franz W. Peren, Ph.D.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller!<br>\n&nbsp;<br>\nEs scheint sich auch diesmal wieder um eine der seit Jahrzehnten in immer k&uuml;rzeren Intervallen losgetretenen konzertierten Kampagnen gegen die gesetzliche Rente zu handeln. Einen Tag bevor ihr Artikel erschien, machte mich meine Frau auf einen Artikel in der WAZ aufmerksam, Tenor: wie junge Menschen, hier sogar noch speziell junge Frauen, f&uuml;r ihr Alter vorsorgen k&ouml;nnten: &euro; 10,00 im Monat in einen ETF investieren. So einfach ist das!<\/p><p>Im Folgenden m&ouml;chte ich mich mit meiner pers&ouml;nlichen Sichtweise zu dieser Rentendebatte &auml;u&szlig;ern.<\/p><p>Was ich als erstes anmerken m&ouml;chte: auch hier schwadronieren wieder einmal Menschen, die durch ihre berufliche Stellung nicht auf Rentenzahlungen angewiesen sind, &uuml;ber die H&ouml;he von Rentenanspr&uuml;chen der restlichen rentenversicherungspflichtig arbeitenden Bev&ouml;lkerung. Aus meinem eigenen Umfeld muss ich mir von politischen Mandatstr&auml;gern auf kommunaler Ebene, die beruflich als Beamte Pensionsanspr&uuml;che haben, die weit &uuml;ber meine Rentenanspr&uuml;che hinausgehen, belehren lassen. &bdquo;So geht es nicht weiter, das Rentensystem kollabiert, denn immer mehr Rentnern stehen immer weniger Einzahler gegen&uuml;ber&ldquo;, argumentativ auf der Ebene von Erstkl&auml;sslern. Oder ein anderer Spruch: &bdquo;Naja, daf&uuml;r, dass Du jetzt Geld f&uuml;rs rumsitzen bekommst, reicht doch wohl!&ldquo;<\/p><p>Dieses gesch&uuml;rte Misstrauen gegen die gesetzliche Rente gab es wie gesagt schon vor etwa 40 Jahren. Meine Frau machte sich nach der Lehre selbst&auml;ndig. Die Frage war jetzt: in die Rente einzahlen oder lieber anders vorsorgen. Der Tenor der damaligen Spezialisten und Experten: Selbst&auml;ndig? &ndash; dann Lebensversicherung &ndash; blo&szlig; keine Rente. Wenn Du alt bist, wird es keine Rente mehr geben! Ich selber habe Musik studiert (zwei Hochschulabschl&uuml;sse), dann frei gearbeitet, dann kombiniert mit Unterrichtst&auml;tigkeit an einer St&auml;dt. Musikschule. Wir wollten Kinder haben. Als die Kinder dann da waren, h&ouml;rte meine Frau auf zu arbeiten. Ich trat dann relativ sp&auml;t eine volle Stelle im &ouml;ffentlichen Dienst an. Meine Frau k&uuml;mmerte sich um die Kinder.<\/p><p>Wir haben dann auch auf das propagierte Drei-S&auml;ulen-Modell zur Altersvorsorge gesetzt: Lebensversicherung\/Aktienfond &ndash; Immobilie &ndash; Rente. Wir waren jung und unerfahren, ohne den famili&auml;ren Hintergrund mit Kapital und Eigentum.<\/p><p>Beide Kinder haben erfolgreich studiert, mein Sohn im Ausland (Studium selber finanziert), meine Tochter schlie&szlig;t ihr Studium mit Master Ende des Jahres ab (Baf&ouml;g bekam sie nicht, wir lagen mit unserem Einkommen immer knapp &uuml;ber der Bemessungsgrenze). Nun hatte ich mir das im Alter so ausgerechnet: wenn meine Kinder fertig sind mit ihrem Studium, dann muss ich sie nicht mehr alimentieren, diese Summe ist so ungef&auml;hr die Differenz meines Gehaltes zur Rente. Das m&uuml;sste dann reichen.<\/p><p>Nur diese Rechnung ging vor einigen Jahren noch auf, jetzt aber nicht mehr.<\/p><p>Die Betr&auml;ge, die die Lebensversicherung auszahlt und auszahlen wird, haben nichts mehr mit dem zu tun, was bei Abschluss prognostiziert wurde. Gesetzliche &Auml;nderungen wegen der schlechten Situation am Finanzmarkt sorgen daf&uuml;r, dass kaum &Uuml;bersch&uuml;sse eingerechnet werden. Investitionen in einen Immobilienfond w&auml;hrend der Aktienhype zur Zeit der Telekom Aktie (Andere aus unserem Bekanntenkreis hat das fast ruiniert) l&ouml;sten sich auch in Luft auf &ndash; Pech gehabt. Also das kann man doch wirklich Niemandem guten Gewissens empfehlen, der nicht genug Geld &uuml;ber hat. Das Geld aus den Lebensversicherungen floss und flie&szlig;t in unser Wohneigentum.<\/p><p>Unsere jetzt fast bezahlte Eigentumswohnung ist Teil eines Hauses Baujahr 1904. Die haben wir g&uuml;nstig erwerben k&ouml;nnen und dann mit viel Eigenleistung umgebaut und renoviert. Als Kanzler Scholz die Zeitenwende verk&uuml;ndete, war mir klar, da kommt noch was an Kosten auf uns zu. Den Rest wird dann die Klimapolitik besorgen. Aktuell schlagen die Stadtwerke ordentlich beim Gas zu und EON verdient sich mit unserem Strombedarf eine goldene Nase. Dann noch die Unw&auml;gbarkeit mit den neuen Grundsteuers&auml;tzen (wobei der Wert der Wohnung ja noch vor diesen ganzen Sanierungsszenarien bestimmt wurde &ndash; im Falle eines Falles w&auml;re der Wert, den das Finanzamt unterstellt, ja gar nicht mehr zu erzielen, also faktisch w&auml;re die Immobilie entwertet).<\/p><p>Ich beziehe nun Rente und bin froh, dass ich Rentenanspr&uuml;che erwerben konnte. Es gab ja auch damals schon vern&uuml;nftige Menschen, die mich darauf hingewiesen haben, dass es besser w&auml;re, in die gesetzliche Rente einzuzahlen (weil es das bessere, kosteng&uuml;nstigere und krisensichere System ist), damit man fr&uuml;h beginnt &ndash; und jeder Beitrag z&auml;hlt!<\/p><p>Als Fazit kann ich f&uuml;r mich nur feststellen: Ich will keine Reicht&uuml;mer anh&auml;ufen oder Kapital akkumulieren, um im Alter in Saus und Braus zu leben (so als grauhaariges Rentnerehepaar am Sandstrand mit Rotweinglas in der Hand). Allerdings m&ouml;chte ich auch nicht daran denken, wie es sein wird, wenn meine Frau auf eine Witwenrente angewiesen sein sollte. Es muss m&ouml;glich sein, alle zum Leben notwendigen Dinge, wie z.B. Wohnen zu bezahlen und es sollte m&ouml;glich sein, am sozialen Leben teil zu nehmen, ohne gleich sein Bankkonto leer r&auml;umen zu m&uuml;ssen. Da fehlt mittlerweile vollst&auml;ndig die Balance. Au&szlig;erdem habe ich zwei Kinder gro&szlig;gezogen, die jetzt und bald in die Rentenkasse einzahlen. Ich erhalte aber nur eine Rente.<\/p><p>Mittlerweile lass ich mich auch kaum noch auf Diskussionen zur Rente ein, da mangels Sachverstand gar keine Diskussion m&ouml;glich ist. Es beginnt schon damit: Ja, in die Rentenversicherung zahl ich ein, aber die Rendite stimmt nicht. Auf die Replik, die Rentenversicherung ist ein Umlagesystem, das von mehreren Parametern bestimmt wird, bekommt man dann die Antwort: Nee, sagt ja schon der Name &ndash; Rentenversicherung! Damit f&auml;ngt die Verwirrung schon an.<br>\n&nbsp;<br>\nIch glaube, das steckt hinter diesen Kampagnen: einfach solange Halbwissen zu verbreiten und die Argumentationslinie auf z.B. mehr Rentner &ndash; weniger Einzahler, zu verengen, bis die Leute weichgekocht sind und selber daran glauben!<br>\n&nbsp;<br>\nMit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBernd Zinsius<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\n&nbsp;<br>\nich finde die Diskussion um die Finanzierung der Altersversorgung m&uuml;&szlig;ig. Egal ob gesetzlich oder privat, die Wirtschaft mu&szlig; funktionieren. Man k&ouml;nnte &uuml;ber das Schweizer Modell nachdenken. Beitragsbemessungsgrenze entf&auml;llt und ein H&ouml;chstbetrag f&uuml;r die Altersrente wird gesetzt. Auch noch so viele Gutachten werden das Problem nicht l&ouml;sen. Diese ganzen hochstudierten Damen und Herren Professoren, selbst im wohlversorgten Beamtenstatus k&ouml;nnen noch so viel forschen. Es geht immer nur um&rsquo;s Geld, welches erwirtschaftet&nbsp; oder neu gedruckt werden mu&szlig;. Entweder die Wirtschaft funktioniert oder der Staat mu&szlig; Schulden machen (Heiner Flassbeck). Momentan schie&szlig;t der Staat ja Milliardenbetr&auml;ge in die gesetzliche Rente zu. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse in VWL m&uuml;&szlig;ten schon l&auml;ngst mal hinterfragt werden. Immer wieder dasselbe zu erz&auml;hlen wird langweilig. So lange die Wirtschaft die Versorgungsbeitr&auml;ge erwirtschaftet funktioniert die Altersversorgung. Wenn nicht mehr hilft auch eine mit Steuergeld finanzierte gesetzliche Rente nicht mehr weiter. Ob ich von einer gesetzlichen oder privaten Rente nicht mehr leben kann macht dann auch keinen Unterschied mehr. Wo nichts ist, h&ouml;rt der Spass eben auf. So einfach ist dies. Ganz einfach zu erkl&auml;ren am Beispiel einer Pensionszusage mit allen Leistungsversprechen (AR WiR, BUZ). W&auml;hrend der Ansparphase m&uuml;ssen die Mittel herangeschafft werden die im Rentenalter ben&ouml;tigt werden die zugesagten Versorgungen zu finanzieren. Dies h&auml;ngt dann von verschiedenen Parametern ab. (Lebenserwartung, Zins). Da hat die gesetzliche Versorgung dieselben Probleme wie die private. Leider hat die gesetzliche Versorgung sehr viele versicherungsfremde Leistungen zu stemmen gehabt.Politiker konnten noch nie mit dem ihnen anvertrauten Geld der B&uuml;rger sinnvoll umgehen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nP. Ehrental<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>es ist in Rentenfragen alles schon einmal gesagt oder geschrieben worden, aber nur Details w&uuml;rden zur Beruhigung der Rentnerin\/Rentner ausgesch&uuml;ttet.<\/p><p>Kein Politiker hat das Alterssicherungssystem einiger Ma&szlig;en gerecht gestaltet &ndash; KEINER.<\/p><p>Deutschland ist hier nicht nur geteilt, sondern in vielen Bereichen aufgeteilt und leider haben auch die NachDenkSeiten mit den vielen Artikeln nichts erreicht.<br>\n&nbsp;<br>\nNehmen wir nur die Jahre 2023\/2024:<br>\n&nbsp;<br>\nGRV:<br>\nRentenerh&ouml;hung 2023 4,2% und wahrscheinlich 2024 3.5%,<br>\nKein Inflationsausgleich.<br>\n&nbsp;<br>\nPensionen:<\/p><p>Bei fast doppelt so hohen Pensionen gegen&uuml;ber Renten: Ca. 10% im Jahre 2023 und 3000&euro;-Inflationsausgleich.<\/p><p>Im Jahre 2024 Erh&ouml;hung wieder nach Lohnrunde im &ouml;ffentlich Dienst &ndash; automatisch. Wahrscheinlich ca. 10%<\/p><p>Wer hat, dem wird gegeben&hellip;. und alles bei der Gierflation von &uuml;ber 10% p.a.<\/p><p>Ihr Motto gilt auch hier:<\/p><p>&bdquo;Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=64776\">&laquo;Die Revolution ist f&auml;llig!&raquo;<\/a> &ndash; findet aber nicht statt.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nUlrich Dissars<br>\n&nbsp;<br>\nP.S.: Laut DLF ist noch nicht entschieden. ob die j&auml;hrlichen 10Mrd,&euro; f&uuml;r die Aktienrente vom Staat oder den Versicherten gezahlt werden sollen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Schon ein Blick auf die Entwicklung des DAX zeigt, dass eine Aktienrente nur im kurzen Zeitraum 2013 &ndash; 2014 attraktiv gewesen w&auml;re. Dagegen stagnierten die Dax-Kurse von 2001 bis 2012 sowie von 2014 bis Mitte 2023. Auch die gr&ouml;&szlig;ten Finanzexperten konnten sich diesen Trends nicht entziehen, lagen mit ihren Fonds teilweise darunter. Es h&auml;tte sich summa sumarum in den letzten 20 Jahren eine k&uuml;mmerliche Verzinsung unterhalb der Inflationsrate, nach Abrechnung der &uuml;blichen Geb&uuml;hren in der Finanzbranche, sogar ein Verlust ergeben.&nbsp; Wobei f&uuml;r die Versicherten noch erhebliche finanzielle Risiken hinzu kommen, wie die lange Reihe von Dax-Unternehmen zeigt, deren Kurse&nbsp; in diesem Zeitraum auf einen Bruchteil zusammen geschrumpft sind oder die seit langem ihre Dividende dem Staat abliefern m&uuml;ssen, an deren Tropf sie h&auml;ngen.<\/p><p>Nein, ich bin f&uuml;r eine R&uuml;ckkehr zu ordentlich verzinsten Staatspapieren, mit denen den Rentenfonds genauso geholfen w&auml;re, wie der deutschen Sozial- und Infrastruktur. Eine entsprechende Verschuldung hierf&uuml;r w&auml;re&nbsp; jedenfalls bei weitem besser als damit&nbsp; Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, voran in die Ukraine, sowie&nbsp; R&uuml;stungsprojekte zu finanzieren.&nbsp;<\/p><p>Besten Gru&szlig;<br>\nL. Salomons<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Es sollte erw&auml;hnt werden, dass das von den Gewerkschaften vorgeschlagene Mitglied de SVR, Achim Truger, zu diesem Punkt eine kritische abweichende Meinung abgegeben hat.<br>\n&nbsp;<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRalf Kr&auml;mer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>dass die Kapitalmarktrente nicht die L&ouml;sung ist &ndash; einverstanden.<\/p><p>L&auml;sst sich aber der von Ihnen als bisherige L&ouml;sung beschriebene Produktivit&auml;tsfortschritt so fortschreiben? Produktivit&auml;tsfortschritt hei&szlig;t, Maschinen ersetzen menschliche Arbeitskraft. Maschinen brauchen Energie. Der Ausgleich f&uuml;r die zunehmende Alterung der Gesellschaft beruht also auf steigendem Energieverbrauch (wie im &uuml;brigen auch die zunehmende Alterung selbst: M&uuml;ssten wir alle noch harte k&ouml;rperliche Arbeit verrichten, w&uuml;rden wir nicht so alt. 1 Barrel Erd&ouml;l entspricht als Energie 5 Jahren sehr harter k&ouml;rperlicher Arbeit).<\/p><p>Ob wir es glauben oder nicht: Mit den sich zu Ende neigenden fossilen Energien laufen unsere Gesellschaften &ndash; zumal Europa &ndash; in Energiearmut.<\/p><p>F&uuml;r immer noch mehr Maschinen (Kapitalsteigerung) fehlt es an Energie.<\/p><p>Der als selbstverst&auml;ndlich empfundene Wohlstand westlicher Staaten beruht auf einmalig hohem Energieverbrauch und dessen fortw&auml;hrender Steigerung. Ist der nicht mehr m&ouml;glich, wird der Wohlstand einschlie&szlig;lich der&nbsp; Versorgung der Rentner nicht mit Hilfe von Geld erhalten werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Es d&auml;mmert gerade erst, dass Energie die Grundlage des Wohlstands ist. Immer noch sind wir diesbez&uuml;glich v&ouml;llig unterbelichtet.<\/p><p>MfG<br>\nEJ<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Muss man die Entwicklung des Energiebedarfs so kritisch sehen?<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nSeit 1957-2020 wurden laut Hochrechnung durch VDR\/DRV rund 909 Milliarden Euro aus der Rentenkasse f&uuml;r &ldquo;versicherungsfremde Leistungen&rdquo; von der Regierung aus der Rentenkasse entnommen. Das ist das Geld, das jedem Rentner (Beitragszahler) zusteht, aber zweckentfremdet von der jeweiligen Regierung ausgegeben wird.!<br>\n&nbsp;<br>\nMich w&uuml;rde mal interessieren weshalb keine der bisher an der Regierung beteiligten Parteien jemals bem&uuml;ht war, das Geld das aus der Rentenkasse entnommen wurde wieder zur&uuml;ck zu erstatten. Und weshalb noch immer versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse bezahlt werden? W&uuml;rde&nbsp;es Sinn machen, deshalb vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen?<\/p><p>Ob es auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall eine breite Zustimmung f&uuml;r eine Metall &ndash; Rente gab, kann ich nicht sagen, denn mein Bekannter ist nicht zu erreichen.<br>\n&nbsp;<br>\nFreundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHelmut Lang<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Bei einer solchen kritischen Betrachtung sollte man auf jeden Fall auch die Zusch&uuml;sse des Staates in die Rentenkasse mit beachten und mit berechnen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team!<\/p><p>Ich vermute, dass die Ampel-Regierung verbrannte Erde hinterlassen wird, wenn sie sich verabschiedet.<\/p><p>Ich k&ouml;nnte mir vorstellen, dass alle Renten unabh&auml;ngig von der H&ouml;he der Einzahlungen auf Grundsicherungsniveau gek&uuml;rzt werden und das dadurch eingesparte Geld zur Finanzierung der Witwenrenten in der Ukraine genutzt wird. Schlie&szlig;lich haben sich zumindest die Gr&uuml;nen dem Wohl des ukrainischen Volkes verschrieben und Kriegerwitwen gibt es dort ja genug.<\/p><p>Mit pessimistischen Gr&uuml;&szlig;en<br>\n&mdash;<br>\nThomas Dose<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\n&nbsp;<br>\nunsere Rentenversicherung wird mit voller Absicht ruiniert.<\/p><ol>\n<li>Seit 1957 bis 2020 wurden lt. Hochrechnung durch VDR\/DRV rund 909 Milliarden Euro aus der Rentenkasse f&uuml;r &bdquo;versicherungsfremde Leistungen&ldquo; von der jeweiligen Regierung aus der Rentenkasse entnommen.<br>\nBer&uuml;cksichtigt man, da&szlig; bis Ende des letzten Jahrhunderts noch erheblich h&ouml;here Guthabenzinss&auml;tze galten, d&uuml;rfte der Fehlbetrag in der Rentenversicherung noch weitaus h&ouml;her sein.<\/li>\n<li>Im Bereich der Minijobs wird dem Bewerber oftmals ein Formular vorgelegt mit der Anweisung: &bdquo;Und hier unterschreiben Sie, da&szlig; Sie NICHT in die Rente einbezahlen m&ouml;chten.&ldquo;<br>\nUnterschreibt der Bewerber dieses Formular, ist seine Entscheidung f&uuml;r diese Arbeitsstelle bindend. Der Arbeitnehmer kann seine Entscheidung sp&auml;ter nicht &auml;ndern. Traurig ist, da&szlig; diese Vorgehensweise gerade im sozialen Bereich Pflege\/Kinderbetreuung etc. praktiziert wird.<br>\nEntscheidet der Arbeitnehmer sich jedoch f&uuml;r eine Einzahlung in die Rentenversicherung, darf er seine Entscheidung jederzeit r&uuml;ckg&auml;ngig machen und sich gegen eine Beitragszahlung entscheiden.<br>\nBedenkt man, wie viele Millionen Minijobs es gibt, d&uuml;rfte sich eine gro&szlig;e L&uuml;cke bei den Einzahlungen ergeben.<br>\nEine Gesetzes&auml;nderung w&auml;re dahingehend sinnvoll, da&szlig; der Arbeitnehmer jederzeit grunds&auml;tzlich seine Entscheidung &auml;ndern darf. Die Art der Handhabung zeigt, da&szlig; die Rentenversicherung mit voller Absicht boykottiert wird.<\/li>\n<li>Ein Arbeitnehmer, der einen pflegebed&uuml;rftigen Angeh&ouml;rigen versorgt, darf nicht mehr als 30 Wochenstunden in seinem regul&auml;ren Job arbeiten, damit die Pflegeversicherung des Pflegebed&uuml;rftigen in die Rentenversicherung des Arbeitnehmers einzahlt.<br>\nBekommt ein vollzeitbesch&auml;ftigter &nbsp;Arbeitnehmer lediglich Mindestlohn, der bekannterma&szlig;en nicht zum Leben reicht, mu&szlig; er noch aufstocken. Die Pflegeversicherung seines Angeh&ouml;rigen zahlt keinen Cent in seine Rentenversicherung. Dieser Fall wird erheblich h&auml;ufiger auftreten als der eines Arbeitnehmers, der ein derart hohes Gehalt bekommt, da&szlig; er locker seine Wochenarbeitszeit reduzieren kann ohne sich finanziell einschr&auml;nken zu m&uuml;ssen, und die Pflegeversicherung seines Angeh&ouml;rigen zahlt anstandslos Beitr&auml;ge zu seiner Rentenversicherung.<br>\nAuch das sind Beitr&auml;ge, die fehlen!!!<\/li>\n<li>Wie viele heutige Ehren&auml;mter waren in fr&uuml;heren Zeiten sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, z. B. Kassierer im st&auml;dtischen Schwimmbad?<br>\nDer Ehrenamtler erh&auml;lt lediglich &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; eine Aufwandsentsch&auml;digung, die aber nicht sozialversicherungspflichtig ist.<br>\nDie Rentenversicherung wird auch in diesem Fall nicht bedient.<br>\nEs ist reiner Zynismus, wenn die CDU auf ihren Wahlwerbeplakaten das Ehrenamt lobt.<\/li>\n<li>Seit wie vielen Jahren m&uuml;ssen die deutschen Arbeitnehmer auf angemessene Lohn- und Gehaltserh&ouml;hungen verzichten? Jede Erh&ouml;hung der L&ouml;hne und Geh&auml;lter h&auml;tte mehr Geld in die Sozialversicherungssysteme, also auch in die Rentenversicherung flie&szlig;en lassen.<br>\nIn diesem Zusammenhang verweise ich nochmals auf Punkt 1. Es gab Zeiten mit hohen Guthabenzinsen, in denen die Beitr&auml;ge eine gute Verzinsung erfahren h&auml;tten, was ebenfalls ein deutliches Plus f&uuml;r die Rentenversicherung bedeutet h&auml;tte.<\/li>\n<li>Nach dem Mauerfall bekamen die Rentner der neuen Bundesl&auml;nder Rentenleistungen aus der Rentenversicherung der Beitragszahler der alten Bundesl&auml;nder.<br>\nAls die Grundst&uuml;cke und Betriebe der ehemaligen DDR verkauft wurden, h&auml;tte ein Teil des Erl&ouml;ses in die nun gemeinsamen Sozialversicherungen flie&szlig;en m&uuml;ssen. Die Grundst&uuml;cke und Betriebe waren schlie&szlig;lich Volkseigentum. &nbsp;<br>\nDemnach sind wir alle, Ost- wie Westdeutsche, von der Treuhand betrogen worden.<\/li>\n<li>Wir werden immer &auml;lter. Ja und? G&auml;be es die o.a. Mi&szlig;st&auml;nde nicht, w&uuml;rde die Rente zum Leben reichen, nicht nur zum Vegetieren. Durch die hohe Anzahl der Rentner (mit deutlich mehr Rente) w&auml;re die Binnennachfrage erheblich h&ouml;her. Rentner br&auml;uchten nicht zur Tafel zu gehen, die wiederum von Ehrenamtlern bedient wird, s.o. Punkt 4. Dann g&auml;be es mehr kleine Einzelhandelsgesch&auml;fte und andere kleine Betriebe, die sozialversicherungspflichtige Arbeitspl&auml;tze b&ouml;ten, was wiederum ein Plus f&uuml;r die Rentenversicherung bedeutete.<\/li>\n<\/ol><p>SO sorgt Vater Staat f&uuml;r seine B&uuml;rger! Und SO werden wir seit Jahren belogen!<\/p><p>Norbert Bl&uuml;m sagte einmal in einer Talkshow, da&szlig; der B&ouml;rsencrash 2008 erheblich geringere Ausma&szlig;e gehabt h&auml;tte, w&auml;re die Riesterrente nicht gewesen. Mit der Riesterrente hatten die Investmentgesellschaften richtig viel &bdquo;Spielgeld&ldquo;. Au&szlig;erdem hat der Gesetzgeber ihnen die M&ouml;glichkeit gegeben, die Arbeitswelt extrem zu beeinflussen.<\/p><p>Stellen wir uns den Arbeitnehmer in einem gro&szlig;en DAX-Konzern vor. Er bekommt einen guten Lohn, zahlt in seine gesetzliche Rente ein. Nun wird ihm gesagt, diese reiche sp&auml;ter nicht, und er brauche unbedingt die Riesterrente. Die wurde &uuml;berwiegend fondbasiert angeboten. Der Fond beinhaltet auch die Aktien der Firma unseres Arbeitnehmers. Dem Arbeitnehmer bzw. Riestersparer geh&ouml;rt aber lediglich ein Anteil am Aktienfond, jedoch keine einzige Aktie des Konzerns. Die Aktien geh&ouml;ren den Investmentgesellschaften. Werden in den Medien DIE AKTION&Auml;RE erw&auml;hnt, handelt es sich nicht um Privatleute, sondern um diverse Investmentgesellschaften, die nur ein Interesse haben: Gewinnmaximierung! Wie wird der Gewinn maximiert? 1. Entlassung von Arbeitnehmern, 2. (wenn &uuml;berhaupt) m&ouml;glichst geringe Lohnerh&ouml;hungen, am besten noch Lohnsenkungen, 3. Neueinstellungen m&ouml;glichst im Niedriglohnsektor, 4. Auslagerung von Produktion in Billiglohnl&auml;nder, was wiederum zu Massenentlassungen in Deutschland f&uuml;hrt. Da die Investmentgesellschaften aufgrund der Fondsparpl&auml;ne erheblich mehr Aktien kaufen k&ouml;nnen, ist unser Konzern erpressbar. Denn: Die Aktion&auml;re haben die Macht, &nbsp;die Konzerne zu erpressen. Kommt der Konzern den Forderungen der Aktion&auml;re nach Gewinnmaximierung n&auml;mlich nicht nach, mu&szlig; er damit rechnen, da&szlig; die Ratingagenturen die Bewertung des Konzerns heruntersetzen. Der Preis der Aktien und damit der Wert des Konzerns sinken in diesem Fall. &nbsp;Der Riestersparer gef&auml;hrdet mit Abschlu&szlig; der Riesterrente sein Einkommen und letztendlich den eigenen Arbeitsplatz.<br>\n&nbsp;<br>\nMit Aktiensparpl&auml;nen wird eine k&uuml;nstliche Nachfrage geschaffen, denn es ist schlicht und ergreifend kein entsprechender Bedarf vorhanden.<br>\n&nbsp;<br>\nGnade uns Gott, wenn dieser Markt zusammenbricht! Denn eines Tages wird er das unweigerlich tun.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIngrid Sta&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion der Nachdenkseiten, reicht doch den nachfolgenden Text bitte an Herrn M&uuml;ller weiter. Dankesch&ouml;n!<br>\n&nbsp;<br>\nLieber Albrecht M&uuml;ller, auch ich lebe noch, wenn auch inzwischen 78 Jahre alt und immer noch zornig angesichts der Unbelehrbarkeit der uns Belehrenden. Nat&uuml;rlich geht es wieder um die umlagefinanzierte Rente, die wohl jedem neoliberal gesonnenen Wirtschaftsprofessor wie eine Heftzwecke im Hintern steckt. Sie k&ouml;nnen es einfach nicht lassen. Sp&ouml;ttisch sollte man mal bei diesen Damen und Herren nachfragen, ob sie auch damit einverstanden w&auml;ren, ihre horrenden Pensionen umzuverteilen und gleichzeitig bei ihrer Altersversorgung auf Aktienfonds zu setzen. Lange Vorrede, kurzer Sinn: Ich habe gestern genau zu dem Thema dem zust&auml;ndigen Redakteur der FAZ eine Mail geschickt und hoffe, dass Sie diese ein wenig erfreut. Ansonsten w&uuml;nsche ich Ihnen, der Sie ja noch ein wenig &auml;lter sind als ich, alles Liebe und Gute.<br>\n&nbsp;<br>\nJ&uuml;rgen Vo&szlig;<br>\n&nbsp;<br>\nSehr geehrter Herr Creuzburg,<\/p><p>immer, wenn es um das alte leidige Thema &ldquo;Rente&rdquo; geht, lese ich als ehemaliger St&auml;dtestatistiker, der zudem ein halbes Dutzend Jahre in der Sozialversicherung verbracht hat, alles sehr aufmerksam, so nat&uuml;rlich auch ihren Bericht &uuml;ber die Ausf&uuml;hrungen des Sachverst&auml;ndigenrates zur Rente. Und gleich in ihren ersten Zeilen taucht wieder die inzwischen klassische Alarmnotiz auf von den &ldquo;geburtenstarken Jahrg&auml;ngen&rdquo;, die bald in Rente gehen. Ja, die sog. Babyboomer, sie m&uuml;ssen inzwischen f&uuml;r vieles herhalten, doch in der Rentenfrage haben sie das Alarmmonopol, was nat&uuml;rlich inflation&auml;r genutzt wird (Genau wie in den Nuller Jahren der &ldquo;demographische Faktor&rdquo;, in einer Zeit als 53 Mio. Menschen im erwerbsf&auml;higen Alter gerade 13 Mio. Menschen &uuml;ber 65 gegen&uuml;berstanden!).<br>\n&nbsp;<br>\nEine seri&ouml;se Zeitung wie die Ihre, zu der ich nach &uuml;ber 50 Jahren Lekt&uuml;re Ihrer M&uuml;nchner Konkurrenz inzwischen gefl&uuml;chtet bin, sollte doch Anlass genug haben, mit einem solch platten Ideologem vorsichtig umzugehen, zumindest der SV- Rat sollte dies tun (hier referieren Sie ja nur!).<br>\n&nbsp;<br>\n&ldquo;Die geburtenstarken Jahrg&auml;nge gehen bald in Rente&rdquo;. Dieser Satz soll insinuieren, das erhebliche Mehrbelastungen auf die gesetzliche Rente zukommen werden und damit soll wohl eine Legitimationsbasis geschaffen werden f&uuml;r Verschlechterungen wie sp&auml;terer Renteneintritt, Rentenk&uuml;rzungen u.&auml;. (wie seinerzeit mit dem einseitigen Demografiediskurs die Teilkapitalisierung der Rente vorbereitet wurde; hat ja prima geklappt!)<\/p><p>Hierzu folgendes:<\/p><p>Die geburtenstarken Jahrg&auml;nge (eine exakte Definition fehlt bezeichnenderweise) beginnen in den sp&auml;ten f&uuml;nfziger Jahren (1958: 904 465) und erstrecken sich bis 1969: 903 456), sie sinken dann abrupt ab und differieren um plus\/minus 50 000 um die 750 000 Geburten herum in den Folgejahrzehnten. Schon hier stellt sich die Frage, inwiefern 11 Geburtsjahrg&auml;nge ein Rentensystem destabilisieren k&ouml;nnen. Aber das nur am Rande. (Die beiden ersten Zahlen beziehen sich auf die alte Bundesrepublik. Die simple Addition der DDR-Zahlen ist problematisch.)<br>\n&nbsp;<br>\nDer entscheidende Satz ist: Die geburtenstarken Jahrg&auml;nge gehen gar nicht &ldquo;in Rente&rdquo;, sie kommen ins Rentenalter. In Rente gehen nur diejenigen, die vorher sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt waren und die rentenrechtlichen Voraussetzungen erf&uuml;llen.<\/p><p>Alle anderen, Selbstst&auml;ndige, Beamte, Hausfrauen und Hausm&auml;nner, die nie besch&auml;ftigt waren oder nur sehr kurzzeitig, gehen nicht in Rente, sondern sind auf anderweitige Eink&uuml;nfte angewiesen (innerfamili&auml;r oder &uuml;ber Transferleistungen). Insofern ist der Satz von den geburtenstarken Jahrg&auml;ngen, die in K&uuml;rze in Rente gehen, schon sachlogisch falsch.<br>\n&nbsp;<br>\nIn welcher Gr&ouml;&szlig;enordnung sich dieser Gap bewegt, kann mit R&uuml;ckgriff auf die oben genannte Zahl schnell quantifiziert werden: Den damals 53 Mio. im erwerbsf&auml;higen Alter standen durchschnittlich in den Nuller Jahren nur 25 Mio. Sv- Besch&auml;ftigte gegen&uuml;ber, also eine L&uuml;cke von sage und schreibe 28 Mio. Menschen.<br>\n&nbsp;<br>\n&Uuml;berdies ist die Gleichung: &ldquo;Viele Menschen werden geboren, viele Menschen arbeiten und erwerben Rentenanspr&uuml;che&rdquo; von einiger Absurdit&auml;t, das hie&szlig;e ja, wenige Menschen erwerben entsprechen weniger Anspr&uuml;che. Wird also die Rente mit Eintritt der geburtenschwachen Jahrg&auml;nge ins Rentenalter (der sich in K&uuml;rze sogar &uuml;berlappt mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrg&auml;nge) die Rentenversicherung massiv entlasten? Ist das nicht alles eine Frage des Arbeitsmarktes und nicht der Demografie?<br>\n&nbsp;<br>\nWarten wird mal ab, ob in K&uuml;rze auch &uuml;berall zu lesen ist: Jetzt gehen die geburtenschwachen Jahrg&auml;nge in Rente, dies f&uuml;hrt zu einer gro&szlig;en Entlastung der Rentenfinanzen.<br>\n&nbsp;<br>\nNichts f&uuml;r ungut!&nbsp; Und alles Gute f&uuml;r die Zukunft<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Leser der NachDenkSeiten hatte darauf aufmerksam gemacht, dass mal wieder eine Kampagne &bdquo;zur Durchsetzung der Aktienrente&ldquo; laufe. Albrecht M&uuml;ller meint <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106435\">hier<\/a>, dass sich &bdquo;die Relation von arbeitsf&auml;higen und zur Beitragszahlung f&auml;higen Menschen auf der einen Seite und Menschen im Rentenalter auf der anderen Seite&ldquo; st&auml;ndig verschoben habe. Mit diesen Verschiebungen k&ouml;nne man fertig<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106709\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-106709","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=106709"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106711,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106709\/revisions\/106711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=106709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=106709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=106709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}