{"id":106796,"date":"2023-11-16T11:56:03","date_gmt":"2023-11-16T10:56:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106796"},"modified":"2023-11-16T15:19:11","modified_gmt":"2023-11-16T14:19:11","slug":"wer-wind-saet-wird-sturm-ernten-durch-das-vogtland-fegt-ein-sturm-der-mietpreiserhoehungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106796","title":{"rendered":"Wer Wind s\u00e4t, wird Sturm ernten \u2013 durch das Vogtland fegt ein Sturm der Mietpreiserh\u00f6hungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Einleitung dieses Artikels stammt von einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77747\">NDS-Artikel vom 9. November 2021<\/a> und beh&auml;lt zwei Jahre sp&auml;ter fortschreitende, bittere Aktualit&auml;t:<br>\n<em>Das Wort Immobilie ist ein besonderes, es ist die Nahrung f&uuml;r eine Spezies (Mensch), die den Hals nicht voll genug bekommt davon, diese zu erwerben, Rendite zu ergaunern, dieses anonyme Eigentum zu mehren und f&uuml;r die Maximierung mit diesen H&auml;usern und ihren Bewohnern kalt und perfekt Schindluder zu treiben. Sie, die nationalen und internationalen Heuschrecken, tob(t)en sich bislang vor aller Augen vorzugsweise nahezu ungehindert von den regierenden Parteien und Entscheidern in den Metropolen aus. Nun bei&szlig;en sie sich zunehmend bis tief in die Provinz hinein und ordern, ordern, ordern. Schlimmer noch: Sie k&ouml;nnen sich auch hier bis in die kleinen Kommunen hinein konservativer, auf Eigentum orientierter Unterst&uuml;tzer sicher sein, die &ouml;ffentlich beschwichtigend behaupten, das Wohl ihrer B&uuml;rger im Blick zu haben. Doch: Mitnichten haben diese Politiker das. Sie lassen stattdessen die Heuschrecken gew&auml;hren, und sie hegen und pflegen nebenher ihre kleine provinzielle Macht und ihre Kontakte und ihre Positionen.<\/em><br>\nInzwischen, 2023, flattern Mietern in der Region zunehmend Briefe ins Haus, die Mieterh&ouml;hungen von 20 Prozent (Kaltmieten) zum Inhalt haben. Die Heuschrecken geraten richtig in Fahrt, die B&uuml;rger rennen der Verbraucherzentrale die Bude ein. Ein Kommentar von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_230\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-106796-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231116-Sturm-der-Mietpreiserhoehungen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231116-Sturm-der-Mietpreiserhoehungen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231116-Sturm-der-Mietpreiserhoehungen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231116-Sturm-der-Mietpreiserhoehungen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=106796-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231116-Sturm-der-Mietpreiserhoehungen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231116-Sturm-der-Mietpreiserhoehungen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Beklemmende Berichte in der Presse<\/strong><\/p><p>Zwei Beitr&auml;ge der vogtl&auml;ndischen Heimatzeitung Freie Presse Vogtland beschreiben eine aufkommende Katastrophe, die in der Region hausgemacht entstand und gegen die wenig bis nichts unternommen wird. Warum? Kommunale Wohnungen wurden und werden in Gr&ouml;&szlig;enordnungen verkauft, und zwar an internationale Gesellschaften, die lediglich eines antreibt: mehr und mehr Geld anzuh&auml;ufen.<\/p><p>Beispiel die kleine Kommune Sch&ouml;neck:<\/p><blockquote><p>\nIn den 2017 verkauften kommunalen Wohnungen sollen zum 1. November 2023 die Mieten steigen. Die Erh&ouml;hung f&auml;llt saftig aus.<br>\nSch&ouml;neck. Im Fall der angek&uuml;ndigten Mieterh&ouml;hungen in den ehemaligen kommunalen Wohnungen plant Sch&ouml;necks neuer B&uuml;rgermeister Andy Anders (parteilos) ein Treffen mit der RSG Residential Management Gesellschaft, dem Verwalter der 2017 an die &bdquo;Wir in Sachsen&ldquo; verkauften Wohnungen. Das sagte er auf Anfrage von Ronny Hochmuth (Freie W&auml;hler). Anders hat dazu bereits ein Gespr&auml;ch mit Marlies Hager vom Vogtl&auml;ndischen Mieterverein gef&uuml;hrt. Die Mieten sollen zum 1. November um 20 Prozent steigen. Begr&uuml;ndet wird dies damit, dass die bisherige Nettokaltmiete nicht mehr dem Mietzins entspreche, der in Sch&ouml;neck f&uuml;r frei finanzierbaren und nicht preisgebundenen Wohnraum in vergleichbarer Lage, in Art, Ausstattung, Beschaffenheit und Gr&ouml;&szlig;e gezahlt werde. &trade;<br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/vogtland\/oberes-vogtland\/drohende-mieterhoehung-in-schoeneck-buergermeister-sucht-kontakt-zum-wohnungsverwalter-artikel13035392\">freiepresse.de<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Beispiel Vogtlandkreis:<\/p><blockquote><p>\n20 Prozent Mieterh&ouml;hung im Vogtland<br>\nDer Verkauf kommunaler Wohnungen an internationale Gesellschaften entfaltet inzwischen seine Wirkung. Der Mieterverein h&auml;lt viele der jetzt versendeten Schreiben f&uuml;r nicht rechtskonform.<br>\nPlauen. Das Vogtland taucht in Bewertungen der deutschen Wohnungswirtschaft immer wieder als Eldorado g&uuml;nstiger Mieten und moderater Immobilienpreise auf. Einerseits. Andererseits nehmen auch im S&uuml;dwestzipfel Sachsens die Konflikte um Mietpreiserh&ouml;hungen zu. Im Jahr 2020 drehten sich 4,5 Prozent der Beratungsgespr&auml;che beim Vogtl&auml;ndischen Mieterverein um das Thema. Die Werte steigen seither an und haben sich verdreifacht.<br>\nPer Ende September 2023 haben Mieterinnen und Mieter in 14,5 Prozent der Beratungen Hilfe wegen Mietpreiserh&ouml;hungen gesucht, wie die Vereinsvorsitzende Marlies Hager in der j&uuml;ngsten Mieterversammlung erkl&auml;rte. Hager verweist auf langfristige Auswirkungen der in ihren Augen falschen Entscheidungen zum Verkauf stadteigener Wohnungen. Dennoch macht die Vereinschefin den Mietern Mut. Viele der zurzeit in die Haushalte flatternden Mieterh&ouml;hungen um bis zu 20 Prozent seien sachlich und rechtlich unhaltbar und lie&szlig;en sich abwenden.\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Zeiten der soliden, anst&auml;ndigen K&auml;ufer sind Geschichte<\/strong><\/p><p>Der Beginn einer drohenden und nun eintretenden Mieterh&ouml;hungsorgie war, wie einleitend geschrieben, 2021 Thema auf den NachDenkSeiten. https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77747 Mitten im Sommer 2021 wurde bekannt, dass die Stadtverwaltung Klingenthal kommunales Wohneigentum verkaufte. Auf gut Deutsch: privatisierte. Wichtig ist zu erw&auml;hnen, dass das kein Einzelfall ist. So ein Vorgang passiert im ganzen Land immer wieder und mit intensiver werdender Hachtigkeit (Vogtl&auml;ndisch f&uuml;r: Gier). Der seinerzeit amtierende B&uuml;rgermeister von Klingenthal, der inzwischen der Landrat des Vogtlandkreises ist (!), warb f&uuml;r sein Handeln und begr&uuml;ndete dies mit wirtschaftlichen Zw&auml;ngen. Ein Wort fiel: Altschulden. Das Ungl&uuml;ck nahm seinen Lauf, der Ausverkauf kommunalen Eigentums zum Schaden der B&uuml;rger vogtl&auml;ndischer Kommunen. Was k&uuml;mmert es den Landrat?<\/p><p>In der Heimatzeitung kommt die Verbrauchersch&uuml;tzerin Marlies Hager zu Wort, sie nimmt kein Blatt vor den Mund: <\/p><blockquote><p>\nUm die Ursachen der aktuellen Zuspitzung zu erkennen, hilft ein Blick in die Vergangenheit. &bdquo;Zuerst waren die K&auml;ufer solide Anleger mit Anstand und vern&uuml;nftigem Umgang mit den Mietern&ldquo;, erkl&auml;rt Marlies Hager. &bdquo;Jetzt sind es zunehmend Erwerber aus der ganzen Welt mit ausschlie&szlig;lichem Interesse an der Geldvermehrung.&ldquo; Fondsgesellschaften, die auf einen Schlag 265 kommunale Wohnungen in Sch&ouml;neck, 350 in Klingenthal und zuletzt 600 in Plauen gekauft haben.\n<\/p><\/blockquote><p>Die B&uuml;rger mit neuen Vermietern k&ouml;nnten nun eigentlich darauf z&auml;hlen, dass alles schon seine Ordnung habe, man den eigenen kommunalen Verwaltern, den Kommunalpolitikern und schlie&szlig;lich den neuen Eigent&uuml;mern vertrauen und darauf bauen k&ouml;nne, dass diese dem Grundsatz &bdquo;Eigentum verpflichtet&ldquo; verantwortungsvoll folgen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wind wurde ges&auml;t, und jetzt kommt m&auml;chtig Sturm auf. Die Mieter bekommen &Auml;rger, und manche machen sich ihrem &Auml;rger inzwischen Luft.<\/p><blockquote><p>\nIm Rechenschaftsbericht z&auml;hlt der Mieterverein allein 128 Konfliktf&auml;lle auf, die durch Eigent&uuml;merwechsel oder Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen ausgel&ouml;st worden seien. Das Verdr&auml;ngen von Altmietern greife von den Metropolen auf Regionen wie das Vogtland &uuml;ber.\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn es nicht zum Heulen w&auml;re, k&ouml;nnten die B&uuml;rger &uuml;ber eine Nebenepisode lachen: Auch in der Vogtl&auml;ndischen Region k&ouml;nnen Fans des magischen Spiels ein speziell mit Begriffen aus unserer Heimat versehenes Monopoly-Spiel kaufen. Das Ziel bei Monopoly ist bekanntlich das Anh&auml;ufen von Eigentum, Wohnungen, Stra&szlig;en, Schlossstra&szlig;en am besten. Das Spiel macht Laune, sofern man ein wenig der Gier erliegt, man kann seine Kontrahenten mal so richtig &uuml;ber den Tisch ziehen. Am Ende ist man derjenige, der alles hat. Jetzt erleben B&uuml;rger das Spiel im richtigen Leben.<\/p><p>Die Katastrophe &ndash; ich behaupte, es ist eine &ndash; entstand durch bewusste Schritte, die von den Verursachern in Politik und &bdquo;Immobilienwirtschaft&ldquo; get&auml;tigt und in allgegenw&auml;rtig grassierender positiver Sprache als notwendig und alternativlos verkauft wurden und werden. Seit der Wende und der folgenden Wiedervereinigung wurden leerstehende Wohnungen auch in der idyllischen Heimat Vogtland nicht etwa werterhalten. &bdquo;Leerstandsenkung&ldquo; hie&szlig; und hei&szlig;t stattdessen das Zauberwort, bei dem Wohnungsabbr&uuml;che in Gr&ouml;&szlig;enordnungen erfolgen mit dem Hintergrund, eine Wohnraumverknappung zu erzielen, um den verbleibenden Bestand zu optimieren (sprich h&ouml;here Mietzahlungen). Nicht nur das:<\/p><blockquote><p>\nDer zur Leerstandsenkung vorgenommene Wohnungsabbruch seit 1990 wirke sich jetzt aus. Besonders problematisch sei der Verkauf ganzer Wohnbl&ouml;cke und -gebiete an Kapitalgesellschaften. Vogtlandweit gebe es keine gebundenen Sozialwohnungen. &bdquo;Wir brauchen dringend einen Stop des Verkaufs von &ouml;ffentlichem Wohneigentum und Grund und Boden&ldquo;, lautet eine Hauptforderung. Die Bildung von mehr Genossenschaften sei eine gute Alternative.<br>\nAktuell nehme die Anzahl harter Konflikte zu. Nicht bei Genossenschaften oder st&auml;dtischen Wohnungsfirmen, sondern bei jenen, die Marlies Hager als &bdquo;Heuschrecken&ldquo; bezeichnet. Im Gespr&auml;ch mit der &bdquo;Freien Presse&ldquo; legt sie anonymisierte F&auml;lle von Mietanstiegen vor, meist in der maximal m&ouml;glichen H&ouml;he von 20 Prozent.\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Was k&ouml;nnen Mieter tun?<\/strong><\/p><p>Wohin man in deutschen Vertragskonstrukten schaut, wird man den Eindruck nicht los, dass Vertragspartnerschaften eher nicht so gestaltet sind, dass eine Gleichheit, Fairness f&uuml;r alle Beteiligten besteht. Vielmehr wird der st&auml;rkeren Seite mehr &bdquo;Gleichheit&ldquo; zugestanden. Man schaue sich Mietvertr&auml;ge, Arbeitsvertr&auml;ge, Patientenvertr&auml;ge, Verbrauchervertr&auml;ge, Kundenvertr&auml;ge usw. an. Trotz allem darf nicht klein beigegeben werden, wie es hier bei den Mietvertr&auml;gen und bei dem Treiben der &bdquo;Heuschrecken&ldquo; und ihrer Gefolgschaft von der vogtl&auml;ndischen Verbrauchersch&uuml;tzerin Hager gefordert wird. Sie will Mut machen und sagt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mieter, seid wachsam und pr&uuml;ft genau&ldquo;, erkl&auml;rt Hager, &bdquo;es gibt viele M&ouml;glichkeiten, gegen eine Mieterh&ouml;hung vorzugehen.&ldquo;<br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/vogtland\/plauen\/20-prozent-mieterhoehung-im-vogtland-so-koennen-mieter-ueberzogene-forderungen-abwenden-artikel13107361\">freiepresse.de<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Diese M&ouml;glichkeiten reichten dann von Einspr&uuml;chen gegen Mietspiegel-Nachweise, die vom Vermieter lediglich und unseri&ouml;s via Internet-Portale generiert und damit unwirksam seien, oder die Forderung, eine Benennung von Vergleichswohnungen (inklusive Mieten) vorzunehmen. Sicher, man kann ja mutig sein, doch realistisch betrachtet toben sich die Moneymaker im Vogtland wie &uuml;berall weiter und beinah ungehindert aus&hellip;<\/p><p><strong>Von einem Euro Miete gehen 41 Cent als Dividende an die Aktion&auml;re<\/strong><\/p><p>Die aktuelle Politik stoppt den gegenw&auml;rtigen Monopoly-Wahnsinn nicht. Ob in Berlin, M&uuml;nchen, Dresden, Hamburg oder nun auch in Klingenthal, Sch&ouml;neck, Plauen: Es gibt f&uuml;r die verlangten Mieten nur eine Richtung &ndash; nach oben, und zwar f&uuml;r bestehende Wohnungen. Neue werden wenige gebaut, es lohnt viel mehr, zu verteuern, was den Eigent&uuml;mern eine Steigerung ihrer Rendite sichert. Dieses Spiel boomt, immer mehr kommunale Wohnungen werden Eigentum von sogenannten Private Equity Fonds, von Family-Offices, Pensionsfonds und von Versicherungskonzernen. In der Wochenzeitung Die Zeit wurde eine Studie von &bdquo;Finanzwende Recherche&ldquo; ausgewertet und eine Zahl ver&ouml;ffentlicht, die die Gier genannter Eigent&uuml;mer begr&uuml;ndet: 41.<\/p><blockquote><p>\nDie Untersuchung zeigt auch, dass in Deutschland besonders hohe Aussch&uuml;ttungen an die Aktion&auml;rinnen und Aktion&auml;re erfolgen. Ausgesch&uuml;ttet werden dabei die Mieteinnahmen. Bei den betrachteten Wohnungsunternehmen lag die Absch&ouml;pfungsquote im Jahr 2021 im Durchschnitt bei 41 Prozent. Das hei&szlig;t, durchschnittlich gingen von einem Euro Mieteinnahmen 41 Cent in Form von Dividenden an die Aktion&auml;re.<br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2023-10\/wohnungskrise-finanzwende-recherche-wohnungskonzern-vonovia?utm_referrer=facebook&amp;wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf&amp;utm_medium=sm&amp;utm_source=facebook_zonaudev_int&amp;utm_campaign=ref&amp;utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&amp;utm_term=facebook_zonaudev_int&amp;fbclid=IwAR1GyQADOenFg_HoInRMxz6tQl2kLzGO1RYs_9txPsREQnIWbhwjD0a7srw\">zeit.de<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Man muss sich das vorstellen: Von jedem Euro, den ein Mieter zahlt, gehen 41 Cent ohne eine Gegenleistung in die Taschen der Eigent&uuml;mer&hellip;<\/p><p><strong>Ern&uuml;chternde Erkenntnis: Der Staat, die Politik k&ouml;nnte gegensteuern, tut es aber nicht<\/strong><\/p><p>Man k&ouml;nnte diesen entfesselten, inhumanen Markt z&uuml;geln. Doch dieses Wort &bdquo;Regulierung&ldquo; ist ja ein b&ouml;ses, marktwirtschaftlich gesehen kontraproduktives. Viel mehr g&uuml;nstigen kommunalen Wohnraum schaffen, um die Knappheit im Markt zu beenden, w&auml;re ein Projekt, doch Wohnkonzerne wie Vonovia und all die anderen cleveren Monopoly-im-echten-Leben-Spieler sind an Neubauten, noch dazu staatlichen, gar nicht interessiert.<\/p><p>Man k&ouml;nnte die Eigent&uuml;mer z&uuml;geln, ihre Gier stoppen, Regeln aufstellen, die besagen, dass Wucher eben eine Straftat ist. Doch was macht der Staat? Unser Staat, unsere Entscheidungstr&auml;ger, wie ich das mal als allgemeines Wort ausdr&uuml;cken will, sie spielen mit. Vielfach ist zu lesen, wie wenig gebaut wird und wie z.B. die Bundesregierung bei ihrem Vorhaben im Bereich Wohnungsbau &bdquo;hinterher&ldquo; ist. Damit aber wird der Wohnraum &bdquo;verknappt&ldquo; gehalten, dieser wird zudem schlicht zunehmend privatisiert. Weil sie damit unter der Fuchtel der Eigent&uuml;merseite steht, die tagt&auml;glich beweist, was sie vom Grundsatz &bdquo;Eigentum verpflichtet&ldquo; h&auml;lt, ger&auml;t dagegen die Seite der Mieter, der B&uuml;rger, geraten viele Menschen in diesem Land mehr und mehr in die Situation sozialer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher Not. Dieses entfesselte Monopoly-im-echten-Leben ist zynisch, undemokratisch, kriminell.<\/p><p>Schlimmer noch. Selbst wenn die B&uuml;rger protestieren, bleibt dies bisher ohne Folgen. Beispiel Berlin: Vor zwei Jahren war ein Volksentscheid zur Enteignung gro&szlig;er Immobilienkonzerne in Berlin erfolgreich. Was aber geschah? Nichts, der Entscheid wurde nicht umgesetzt.<\/p><p>Derlei r&uuml;cksichtsloses Handeln hat seinen Ursprung nebenbei bemerkt in der Ausgestaltung unserer gesetzlichen Grundlagen und daraus folgender ethisch fragw&uuml;rdiger Ansichten. So steht ein Artikel 13 im Grundgesetz, der ein sogenanntes Freiheitsrecht fixiert, welches besagt, dass jeder Mensch seinen Wohnraum und den Zugang dazu frei gestalten kann. Doch ist in dem Artikel 13 nicht zu lesen, dass man das Recht auf eine Wohnung hat. Fragw&uuml;rdig ist, dass man kein Recht auf Wohnen hat&hellip; Da ist die UN schon weiter, die im sogenannten Sozialpakt festlegt: <em>&bdquo;(&hellip;) Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum. Das Menschenrecht auf Wohnen ist Teil des Rechts auf einen angemessenen Lebensstandard&hellip;&ldquo;<\/em> (Artikel 11 des Internationalen Paktes &uuml;ber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte).<\/p><p>Und sprachlos wird man, wenn folgende Zeilen der Bundesregierung zum selben Thema zu lesen sind, die diese unethischen Ansichten untermauern, vor allem das Wort &bdquo;explizit&ldquo; ist unertr&auml;glich:<\/p><blockquote><p>\nEinleitung und Fragestellung<br>\nDas Grundgesetz kennt kein explizites Recht auf Wohnen. Die Grundrechte aus Art. 13 Grundgesetz (GG) zur Unverletzlichkeit der Wohnung und aus Art. 14 Abs. 1 GG zum Schutz des Eigentums und des Erbrechts kn&uuml;pfen an den Besitz oder das Eigentum an einer Wohnung an, enthalten selbst aber kein Recht auf Wohnraum.<br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/651544\/50f6cb8ef28a8b472f0fa00add53d78a\/WD-3-120-19-pdf-data.pdf\">bundestag.de<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Das Grundgesetz setzt k&uuml;hle Priorit&auml;ten, die in unserer kapitalistischen Gesellschaft Alltag sind: Besitz, Eigentum haben einen h&ouml;heren Stellenwert als ideelle Menschenrechte wie das Wohnen. Diese Geringsch&auml;tzung macht erst das ungez&uuml;gelte Stillen der Profitgier m&ouml;glich.<\/p><p>Die Situation vieler Menschen in diesem Land in Sachen Wohnen, Miete und Wucher ist eine inakzeptable. Sicher, es gibt auch viele Menschen, die weniger Sorgen damit haben, weil sie ein Haus besitzen, keine Miete zahlen m&uuml;ssen. Diese B&uuml;rger haben wieder andere Probleme, die einen eigenen Artikel verdienten.<\/p><p><strong>Wenn man keine anderen Sorgen hat&hellip;<\/strong><\/p><p>Zum Abschluss noch eine Episode, die zeigt, wie sehr doch die Welten der Menschen in diesem Land unterschiedlich sind. So sehr die einen Sorgen haben und N&ouml;te, k&uuml;nftig noch ihre Miete zahlen zu k&ouml;nnen, haben andere ganz andere Probleme, die sie kreativ und finanzstark l&ouml;sen&hellip;<\/p><p>In den sozialen Medien las ich k&uuml;rzlich auf einer Sportplattform (den FC Bayern M&uuml;nchen betreffend) folgende Neuigkeit:<\/p><blockquote><p>\nSeit knapp vier Monaten ist Harry Kane nun in Deutschland, doch der Star-St&uuml;rmer hat immer noch kein Haus hier gefunden. Deshalb leben er und seine Familie bisher im M&uuml;nchner Luxushotel &bdquo;Vier Jahreszeiten Kempinski&ldquo;. Eine Nacht in der Suite des Hotels kostet ganze 10.000 Euro. Bei einem Gehalt von mindestens 25 Millionen Euro wird die Rechnung kein gro&szlig;es Thema f&uuml;r den Topverdiener der Bayern sein.\n<\/p><\/blockquote><p>Und so jubelt dann der Plauener, Klingenthaler, Sch&ouml;necker Bayern-Fan ehrlich den herrlich erzielten Toren des englischen Fu&szlig;ballspielers zu, so lange er sich noch die Geb&uuml;hren f&uuml;r den Bezahl-TV-Kanal und die Miete leisten kann.<\/p><p><small>Titelbild: aquatarkus\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einleitung dieses Artikels stammt von einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=77747\">NDS-Artikel vom 9. November 2021<\/a> und beh&auml;lt zwei Jahre sp&auml;ter fortschreitende, bittere Aktualit&auml;t:<br \/> <em>Das Wort Immobilie ist ein besonderes, es ist die Nahrung f&uuml;r eine Spezies (Mensch), die den Hals nicht voll genug bekommt davon, diese zu erwerben, Rendite zu ergaunern, dieses anonyme Eigentum zu mehren und<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106796\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":106799,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,165,160,150],"tags":[284,418,2468,3403,1973,1006,1582,1142],"class_list":["post-106796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-markt-und-staat","category-verbraucherschutz","tag-deregulierung","tag-grundgesetz","tag-immobilienspekulationen","tag-mietpreise","tag-monopolisierung","tag-regulierung","tag-sozialer-wohnungsbau","tag-wohnungswirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Shutterstock_2379330337-1.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=106796"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106816,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106796\/revisions\/106816"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/106799"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=106796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=106796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=106796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}