{"id":107006,"date":"2023-11-20T12:52:53","date_gmt":"2023-11-20T11:52:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107006"},"modified":"2023-11-20T16:20:01","modified_gmt":"2023-11-20T15:20:01","slug":"wer-den-durchblick-behalten-will-muss-die-methoden-der-manipulation-kennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107006","title":{"rendered":"Wer den Durchblick behalten will, muss die Methoden der Manipulation kennen"},"content":{"rendered":"<p>Vergangenen Mittwoch war ich zu einem Vortrag mit Diskussion in Friesenheim in der Ortenau. Thema war die Botschaft meines Buches &bdquo;Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst&rdquo;. Da Manipulationen zum Alltagsgesch&auml;ft der Herrschenden geh&ouml;ren, bleibt das Thema leider aktuell. Sie finden im Folgenden das Manuskript der Rede. Sie enth&auml;lt eine Reihe von aktuellen Belegen und viel Material, mit dem Sie bei Ihrer Aufkl&auml;rungsarbeit arbeiten k&ouml;nnen. Sp&auml;ter folgt dann auch noch ein Video. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Rede in Friesenheim\/Ortenau am 15.11.2023 auf Einladung von Events Ortenau<\/strong><\/p><p>Thema: <\/p><p><strong>Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst. Wie man Manipulationen durchschaut<\/strong><\/p><p>Guten Tag, verehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,<\/p><p>die Mehrheit von uns hat wohl ein normales, ungetr&uuml;btes Verh&auml;ltnis zu dem, was um uns herum geschrieben, gesagt und gesendet wird. Wenn Sie Ihre Zeitung aufschlagen und einzelne Artikel lesen, dann fragen Sie vermutlich nicht unentwegt, ob und wie Sie gerade manipuliert werden. Genauso sorglos sehen Sie sich vermutlich die Tagesschau und andere Fernsehsendungen an. &ndash; Das ist normal. Man w&uuml;rde ja verr&uuml;ckt, sollte man immer hinterfragen, wie und was mit uns gespielt wird.<\/p><p>Und dennoch ist diese vermutete Normalit&auml;t nicht normal, nicht wirklich. In Wirklichkeit wird unentwegt versucht, uns zu einer beabsichtigten Sicht der Dinge und Meinung zu veranlassen, uns also zu manipulieren.<\/p><p>Wenn Sie in diesen Tagen in die Zeitung schauen oder im Fernsehen Nachrichten und Dokumentationen anschauen, dann werden Sie um vieles mehr als noch vor kurzem einer normal daherkommenden Berichterstattung &uuml;ber <strong>Kriege<\/strong> begegnen.<\/p><p>Die <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/em> vom 12. November, also vom vergangenen Sonntag, machte ihre Titelseite mit der Schlagzeile auf: <\/p><blockquote><p>\nWie die Ukraine gewinnen kann.\n<\/p><\/blockquote><p>Die Unterzeile lautete: <\/p><blockquote><p>\nDer rangh&ouml;chste Soldat des Landes zieht Vergleiche zum Ersten Weltkrieg. &hellip;\n<\/p><\/blockquote><p>Und in den Text eingeblendet hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\nGener&auml;le erinnern daran, dass die Ukraine mit Langstreckenraketen schon viel erreicht habe. Jetzt k&ouml;nne die Ukraine wieder Getreide exportieren\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Hier wird Meinung gemacht. Hier wird Stimmung gemacht. Hier wird Stimmung f&uuml;r Krieg als etwas Normalem, jedenfalls als Mittel der Politik gemacht. Und dies unentwegt.<\/strong><\/p><p>In der Monopol-Zeitung meiner Region, der <em>Rheinpfalz<\/em>, hie&szlig; es vor einer Woche, am 8. November, <strong>auf der Titelseite<\/strong> rechts oben, unterf&uuml;ttert mit der Abbildung eines Panzers:<\/p><blockquote><p>\n<strong>R&uuml;stungskontrolle: NATO setzt Vertrag vorerst aus.<\/strong><\/p>\n<p>Berlin. NATO-Staaten wie Deutschland und die USA setzen nach dem R&uuml;ckzug Russlands aus dem R&uuml;stungskontroll-Vertrag &uuml;ber konventionelle Streitkr&auml;fte in Europa (KSE) ihrerseits das Abkommen aus\n<\/p><\/blockquote><p>Am 7. November, also einen Tag vorher, war <strong>ebenfalls auf der Titelseite<\/strong> eine markante &Uuml;berschrift mit einem kleinen Artikel:<\/p><blockquote><p>\n<strong>Brigade in Litauen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pistorius benennt Einheiten<\/strong><\/p>\n<p>Berlin. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) treibt die Planungen f&uuml;r die dauerhafte Stationierung einer Bundeswehr-Kampfbrigade in Litauen ab dem Jahr 2025 voran.\n<\/p><\/blockquote><p>Im Text hei&szlig;t es dann:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Brigade Litauen ist das Leuchtturmprojekt der Zeitenwende&ldquo;, erkl&auml;rte Pistorius am Montag mit Blick auf die Neuaufstellung der Bundeswehr in der Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine. &hellip; . dpa\n<\/p><\/blockquote><p>Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine <strong>Brigade<\/strong>, also eine milit&auml;rische Einheit, ist ein <strong>Leuchtturmprojekt<\/strong>, ein &bdquo;Leuchtturmprojekt der Zeitenwende&ldquo;.<\/p><p>Bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie zu Anfang des Abends so sehr mit Meldungen &uuml;ber Milit&auml;r und R&uuml;stung bel&auml;stige. Ich kann nichts daf&uuml;r. <strong>Ich m&ouml;chte Sie damit bekannt machen, wie sehr Instrumente der Meinungsmache in diesen Tagen dazu benutzt werden, um uns auf Kriege einzustellen. <\/strong><\/p><p>Heute Abend werde ich Ihnen eine Reihe von Methoden der Manipulation vorstellen und diese anhand von praktischen F&auml;llen erl&auml;utern. Dabei wird es nicht nur um Krieg gehen. Wir werden auch in anderen Bereichen unseres Lebens mithilfe ausgekl&uuml;gelter Methoden gelenkt und manipuliert. <\/p><p>Dass Menschen manipuliert werden und dass das systematisch geschieht, ist keine neue Erscheinung. Ein markantes Beispiel aus fr&uuml;heren Zeiten: Der Ablassverk&auml;ufer Johannes Tetzel hat die Menschen mit dem bekannten Spruch, &bdquo;Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt&ldquo;, rumzukriegen versucht. Martin Luther hat sich &uuml;ber diese Manipulation emp&ouml;rt.<\/p><p>Edgar Allen Poe, der in der ersten H&auml;lfte des 19. Jahrhunderts lebte, meinte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Du bist noch jung, mein Freund &hellip;,, aber die Zeit wird kommen, in der du lernst, selbst zu beurteilen, was in der Welt vor sich geht und nicht auf den Klatsch anderer zu vertrauen. Glaube nichts, was du h&ouml;rst und nur die H&auml;lfte von dem, was du siehst.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die aus heutiger Sicht schlimmste Phase der deutschen Geschichte, die zw&ouml;lf Jahre nationalsozialistischer Herrschaft, ist angef&uuml;llt von Verf&uuml;hrung und Manipulation. &bdquo;Wollt ihr den totalen Krieg?!&ldquo; Aus dieser schrecklichen Aussage, aus dieser Drohung f&uuml;r die Mehrheit der Deutschen eine freudige Botschaft, ja eine Verhei&szlig;ung zu machen &ndash; das war schon hohe Kunst der Manipulation des Joseph Goebbels gewesen. Frenetischer Beifall. Ja, wir wollten den totalen Krieg. <\/p><p>Da Sie ja hier in der Ortenau wie auch ich Zuhause in der S&uuml;dpfalz unmittelbar in der Nachbarschaft zum Elsass leben, will ich an eine lange Zeit betriebene Manipulation und zugleich an die M&ouml;glichkeit zu einer positiven Wende erinnern: <\/p><p>Mein kurpf&auml;lzischer Gro&szlig;vater hat mir 1950 kurz vor seinem Tod noch einzusch&auml;rfen versucht, was f&uuml;r schlimme Menschen unsere Nachbarn, die Franzosen sind. Abwertend nannte man sie bei uns die Wackes. <\/p><p>Wir haben dann gelernt &ndash; und wir sind &uuml;brigens auch mittels einer freundlichen Meinungsmache dazu erzogen worden, in den Franzosen nicht mehr unsere Feinde, sondern unsere Freunde zu sehen. Das war gut f&uuml;r unsere Geschichte und f&uuml;r das Leben diesseits und jenseits von Rhein und Lauter sowieso. <\/p><p>Auch der Umgang mit den <strong>Russen<\/strong> war und ist &uuml;ber weite Strecken von Stimmungsmache und Manipulation gepr&auml;gt. <\/p><p>Sie waren im Ersten Weltkrieg und danach und dann bei den Nazis die g&auml;ngige Zielscheibe unserer Aggressionen. Anders als im Umgang mit den Franzosen ging das dann in den f&uuml;nfziger Jahren des letzten Jahrhunderts munter, es ging aggressiv und manipulativ weiter. <\/p><p>Am Verh&auml;ltnis zu Russland und zu den Russen kann man bis heute studieren, wie unser Volk manipuliert worden ist und manipuliert wird.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Dieses Plakat stammt aus dem Bundestagswahlkampf 1953. Es wurde von der CDU und CSU und dann sp&auml;ter von der NPD benutzt. Im oberen Teil &ndash; mit Kopf, Augen und M&uuml;tze des Rotarmisten &ndash; wird musterg&uuml;ltig sichtbar, wie Manipulation mit visueller Darstellung bewirkt wird:<\/p><p>Dieses Plakat wirkt bis heute nach. Das ist Rassismus, dank lang gepflegter und eingetrichterter Klischees von den Russen. &Uuml;bernommen von Generation zu Generation.<\/p><p>Das war meine Einf&uuml;hrung in die Praxis der Manipulation, vor allem im Umgang mit anderen V&ouml;lkern. <\/p><p>Jetzt werde ich Ihnen einige Methoden der Manipulation vorstellen. Diese Beschreibung und Unterf&uuml;tterung der Methoden ist der Kern von &bdquo;Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst&ldquo;. Dieses war ja der Ansto&szlig; f&uuml;r die Einladung an mich zu Ihnen in die Ortenau. <\/p><p>In diesem Buch habe ich 19 Methoden der Manipulation beschrieben und an praktischen F&auml;llen belegt. Jeden Tag kommen neue F&auml;lle hinzu. <\/p><p>Ich beschreibe die Methoden der Manipulation, damit Sie in der Praxis beobachten k&ouml;nnen, wie wir verf&uuml;hrt und an der Nase herumgef&uuml;hrt werden. Das ist mein Versuch, zur notwendigen Aufkl&auml;rung beizutragen.<\/p><p>Mein Buch enth&auml;lt ein Lesezeichen, das Sie herausnehmen k&ouml;nnen und das damit nicht nur eine &Uuml;bersicht &uuml;ber die 19 Methoden verschafft, sondern Ihnen auch die M&ouml;glichkeit bietet, unter den Methoden auszusuchen, was Sie besonders interessiert. Sie k&ouml;nnen das Buch also selektiv lesen.<\/p><p>Hier ist das <strong>Lesezeichen <\/strong>mit den 19 beschriebenen Methoden der Manipulation:<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><ol>\n<li><strong>Sprachregelung<\/strong>\n<p>Einige Zeit lang war ich Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt. Montags bis freitags trafen wir uns am fr&uuml;hen Morgen unter Vorsitz des Chefs des Bundeskanzleramtes in einem kleinen Sitzungssaal des Kanzlerfl&uuml;gels zur morgendlichen Lagebesprechung. Mit dabei au&szlig;er den sechs Abteilungsleitern war der Regierungssprecher, damals die meiste Zeit Klaus B&ouml;lling, und der Redenschreiber des Bundeskanzlers. In dieser Runde wurde auch dar&uuml;ber beraten, was der Regierungssprecher bei der Bundespressekonferenz wie auch in Hintergrundgespr&auml;chen sagen sollte. Die morgendliche Lagerunde war und ist bis heute ein Ort der Sprachregelung. Man kann das Ergebnis solcher Beratungen bei der Bundespressekonferenz mit den Regierungssprechern beobachten.<\/p>\n<p>Ich verweise darauf, dass diese Bundespressekonferenzen heute in &auml;hnlicher Form und &auml;hnlicher Weise stattfinden. Das wird ja auch dadurch sichtbar, dass der Redakteur der NachDenkSeiten Florian Warweg inzwischen dort regelm&auml;&szlig;ig Fragen stellt &ndash; und keine oder keine befriedigenden Antworten bekommt. <\/p>\n<p>Sprachregelung ist &uuml;berall sp&uuml;rbar. In der innen- und gesellschaftspolitischen Debatte beherrschen seit Jahren wiederkehrende Botschaften die Verlautbarungen: Es geht uns gut. Die L&ouml;hne sind zu hoch. Die Lohnnebenkosten sind auch zu hoch. Der Arbeitsmarkt ist zu unflexibel. Das hat uns Arbeitslosigkeit gebracht. Wir brauchen Reformen. Der Generationenvertrag tr&auml;gt nicht mehr. Jetzt ist Digitalisierung angesagt. Usw. usw.<\/p>\n<p>Auch in der au&szlig;enpolitischen und sicherheitspolitischen Debatte herrschen Sprachregelungen vor. Wir nennen Regierungen, die uns nicht passen, &bdquo;Regime&ldquo; oder &bdquo;Diktaturen&ldquo;. Wir sprechen vom Mullahregime und vom Schl&auml;chter Assad. Wir sprechen hingegen nicht vom Schl&auml;chter Mohammed bin Salman al-Saud, wenn wir den Kronprinzen von Saudi-Arabien meinen. Obwohl Saudi-Arabien und andere Staaten des Mittleren Ostens mit ihren V&ouml;lkern und mit Nachbarn wie etwa dem Jemen mindestens so schlimm umgehen wie der Pr&auml;sident in Syrien das angeblich tut, nennen wir diese dann besser nicht Diktatoren und nicht Schl&auml;chter. &ndash; So, n&auml;mlich Schl&auml;chter, k&ouml;nnten wir eigentlich auch Hillary Clinton wegen ihrer Rolle bei der Zerst&ouml;rung staatlicher Strukturen in Libyen nennen, oder Obama, der mit dem Drohneneinsatz, &uuml;ber Ramstein gesteuert, schon ganze Gro&szlig;familien hat hinschlachten lassen. Da fehlt es offenbar an der entsprechenden Sprachregelung.<\/p>\n<p>Auch die Coronadebatte leidet unter Sprachregelungen. Die Begriffe &bdquo;Corona-Leugner&ldquo;, &bdquo;Impfmuffel&ldquo; oder &bdquo;Impfleugner&ldquo; und &bdquo;Impfverweigerer&ldquo; sind aufgeladen mit negativen Vorurteilen. Die Begriffe treffen auch Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden nicht impfen lassen k&ouml;nnen, oder auch jene, die sich nach intensiven Untersuchungen und Pr&uuml;fungen dazu entschlossen haben, sich nicht impfen zu lassen. Die Sprachregelung st&ouml;rt und zerst&ouml;rt die M&ouml;glichkeit, die Debatte um dieses wichtige und gro&szlig;e Problem differenziert und solidarisch zu f&uuml;hren.<\/p>\n<p>Jetzt noch ein aktuelles Beispiel &uuml;ber die Nutzung der Sprache: Deutschland soll kriegst&uuml;chtig werden, meint Verteidigungsminister Pistorius. &ndash; Diese Verbindung des f&uuml;r viele Menschen positiv klingenden Begriffs &bdquo;t&uuml;chtig&ldquo; mit dem Wort Krieg &ndash; das ist schon hohe Schule der Propaganda, der miserablen Propaganda. In dem Wort &bdquo;t&uuml;chtig&ldquo; ist die Bereitschaft zum Krieg schon enthalten.\n<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Wir kommen zur zweiten beschriebenen Methode der Manipulation:<\/p><ol start=\"2\">\n<li><strong>Manipulation mit st&auml;ndig gebrauchten und mit einer Bewertung versehenen Begriffen. <\/strong>\n<p>Dazu gibt es treffende aktuelle Beispiele: Angriffskrieg. Oder Putins Krieg. Bitte beachten Sie: Angriffskrieg ist kein normales deutsches Wort. Normalerweise sagen wir Krieg. Oder Erster Weltkrieg oder Zweiter Weltkrieg. Oder Vietnamkrieg. Die jetzt allenthalben gebrauchte Wortkombination Angriffskrieg soll signalisieren, dass es einen eindeutig Schuldigen gibt: Russland. Damit sind wir gleich bei der n&auml;chsten Methode: <\/p><\/li>\n<\/ol><ol start=\"3\">\n<li><strong>Geschichten verk&uuml;rzt erz&auml;hlen. <\/strong><br>\nDas ist eine oft genutzte Methode der Manipulation: \n<p>Erstes Beispiel: &Uuml;berfall auf die Ukraine am 24.2.2022. Dar&uuml;ber wird geredet und geurteilt ohne Beachtung der Vorgeschichte, ohne Ber&uuml;cksichtigung der 11.000 und mehr Toten beim Beschuss der Ostukraine mit ihrer russisch-st&auml;mmigen Bev&ouml;lkerung durch die Artillerie der Ukraine.<\/p>\n<p>Zweites Beispiel f&uuml;r eine verk&uuml;rzt erz&auml;hlte Geschichte: &Uuml;ber den Terror der Pal&auml;stinenser aus dem Gazastreifen wird berichtet und kommentiert, ohne die Umst&auml;nde des jahrelangen Eingesperrtseins der Pal&auml;stinenser zu beachten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Verschweigen. <\/strong>\n<p>Diese und weitere Methoden nenne ich im Folgenden nur, ohne im Detail darauf einzugehen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Wiederholen &ndash; steter Tropfen h&ouml;hlt den Stein<\/strong>\n<p>Ich will nur ein Beispiel aus der Gesellschaftspolitik nennen: Gebetsm&uuml;hlenartig wird seit Ende der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts der demographische Wandel beschworen und behauptet, dieser zwinge zu einer Ver&auml;nderung und namentlich zu einer Privatisierung oder Teilprivatisierung des Systems der Altersvorsorge. Deshalb ist die verkorkste Riester-Rente eingef&uuml;hrt worden. Und neuerdings hat die Lobby aus Banken und Versicherungswirtschaft noch einmal die alte Kampagne aufgelegt.<\/p>\n<p>Zeitweise hat das gewirkt. Es ist ja auch schwer zu durchschauen, was aus der demographischen Ver&auml;nderung folgt. Nicht viele Menschen sehen klar, dass eine Ver&auml;nderung des Altersvorsorgesystems, etwa die Erg&auml;nzung der Gesetzlichen Rente durch die Riester-Rente nichts an den demographischen Relationen &auml;ndert. Es gilt das Mackenroth-Theorem: Real muss die Versorgung der Generation der Alten und der Kindergeneration immer von den arbeitsf&auml;higen Menschen getragen werden.<\/p><\/li>\n<li><strong>&Uuml;bertreiben &ndash; es wird schon etwas h&auml;ngen bleiben.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die gleiche Botschaft aus verschiedenen Ecken aussenden.<\/strong>\n<p>Als in Deutschland ab 1999 die Agenda 2010 und der Ausbau eines breiten Niedriglohnsektors durchgesetzt werden sollten, da konnten sich jene, die an niedrigen L&ouml;hnen interessiert waren, dar&uuml;ber freuen, dass diese Drecksarbeit von einem sozialdemokratischen Bundeskanzler begonnen und umgesetzt wurde: von Gerhard Schr&ouml;der. <\/p>\n<p>Wichtig f&uuml;r die Glaubw&uuml;rdigkeit der Forderungen und damit f&uuml;r die Durchsetzung der Agenda 2010 war es, dass nicht nur die daran interessierten Wirtschaftsbosse, sondern auch Personen, die als fortschrittlich galten, sich ebenfalls f&uuml;r diese Art von Reformen einsetzten &ndash; so zum Beispiel der ehemalige Spitzenpolitiker aus Baden-W&uuml;rttemberg Erhard Eppler.<\/p>\n<p>Noch ein Beispiel aus der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik: Als es ebenfalls 1999 darum ging, die Bundeswehr zu ihrem ersten Auslandseinsatz au&szlig;erhalb des NATO-Bereiches in Jugoslawien zu schicken, was ein wirklicher Bruch der bisherigen politischen Linie war, bedurfte es zur Abwehr der Kritiker der gleichen Kriegs-Botschaft aus verschiedenen Ecken: CDU und CSU waren sowieso daf&uuml;r. Da f&uuml;gte es sich, dass ein Sozialdemokrat Verteidigungsminister war, der diesen Krieg mitmachte, n&auml;mlich Rudolf Scharping, und dass auch der Au&szlig;enminister, die damalige Spitzenfigur der Gr&uuml;nen, Joschka Fischer, seine Zustimmung gab und sich dann als Busenfreund der damaligen US-Au&szlig;enministerin Madeleine Albright ganz besonders engagierte. <\/p>\n<p>Also: Wenn so verschiedene Personen wie Angela Merkel von der CDU, Rudolf Scharping von der SPD und Joschka Fischer von den Gr&uuml;nen daf&uuml;r werben, die Bundeswehr auf den Balkan zu schicken, dann haben Zweifler kaum eine Chance.<\/p>\n<p>Und noch ein anderes Thema: Als es darum ging, die zuvor schon erw&auml;hnte Teilprivatisierung der Altersvorsorge mithilfe einer ma&szlig;losen Dramatisierung des sogenannten demographischen Wandels durchzusetzen, nutzte man dazu als Sprachrohr nicht nur die Bild-Zeitung, sondern auch den Spiegel &ndash; also zwei Medien, die von der Mehrheit der Menschen an verschiedenen politischen Orten verortet werden. <\/p>\n<p>Hier ist ein einschl&auml;giger Spiegel-Titel, der die demographische Entwicklung auf besondere Weise dramatisierte:<\/p>\n<p>Spiegel Titel 2\/2004: Der letzte Deutsche<\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Und die Bild-Zeitung vom Januar 2007: Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!:<\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Aus verschiedenen Ecken. Das hat fantastisch funktioniert. <\/p>\n<p>Wenn aus verschiedenen Ecken die gleichen Spr&uuml;che verk&uuml;ndet werden, was sollen wir armen Adressaten dann noch widerstehen?<\/p><\/li>\n<li><strong>Alle in der Runde sind der gleichen Meinung. Damit muss es ja richtig sein.<\/strong>\n<p>Das k&ouml;nnen Sie immer wieder im Fernsehen studieren. Meist in der Variation 4 zu 1. Vier gegen Sahra Wagenknecht zum Beispiel.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Wippschaukeleffekt.<\/strong>\n<p>Zur Beschreibung und zum Beleg dieser Methode im Folgenden ein Beispiel aus der Vergangenheit und ein aktuelles Beispiel:<\/p>\n<p>Willy Brandt erzielte im November 1972 einen &uuml;berragenden und nie mehr von der SPD erreichten Wahlsieg: 45,8%. Danach wurde er vom &bdquo;Parteifreund&ldquo;, dem damaligen Fraktionsvorsitzenden der SPD Herbert Wehner und vom stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Helmut Schmidt und ihren Helfern systematisch schlecht gemacht, vor allem in Hintergrundgespr&auml;chen. Diese Stimmungsmache gegen den eigenen Vorsitzenden und Bundeskanzler zahlte sich f&uuml;r den heimlichen Konkurrenten, f&uuml;r Helmut Schmidt, aus. Der Wippschaukeleffekt wirkte zu seinen Gunsten und zulasten von Brandt. Nicht einmal ganze zwei Jahre sp&auml;ter, im April 1974, war Brandt erledigt.<\/p>\n<p>Und nun das aktuelle Beispiel: Je tiefer die AfD in der &ouml;ffentlichen Debatte getaucht wird, umso mehr erscheinen die Konkurrenten, die CDU, die CSU, die Gr&uuml;nen, die FDP und die SPD in einem freundlicheren Licht. <\/p>\n<p>Damit Sie mich nicht missverstehen: ich will die AfD nicht sch&ouml;nreden. Aber die mit der Kritik an der AfD bewirkte Besch&ouml;nigung der anderen Parteien ist unangebracht. Sie findet parallel dazu statt, dank des funktionierenden Wippschaukel-Effekts.<\/p>\n<p>Die n&auml;chste Methode:<\/p><\/li>\n<li><strong>Umfragen nutzen, um Meinung zu machen.<\/strong>\n<p>Dazu gleich mehr.<\/p><\/li>\n<li><strong>B sagen und A meinen<\/strong>\n<p>Dazu nur ein kurzer Hinweis. Der fr&uuml;here Bundeskanzler Helmut Schmidt galt eigentlich als guter Manager und als leistungsf&auml;hig. Das war der vordergr&uuml;ndige Eindruck. Wir stellten bei Umfragen fest, dass das nicht stimmte. In einer der j&auml;hrlich stattfindenden Klausuren der Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes berieten wir dieses Ph&auml;nomen und machten dann Helmut Schmidt den Vorschlag, k&uuml;nftig vom &bdquo;Modell Deutschland&ldquo; zu sprechen, wenn von unserem Land und den Leistungen der Bundesregierung die Rede ist. Der Bundeskanzler selbst und auch andere aus seinem politischen Lager sollten k&uuml;nftig immer mal wieder vom &bdquo;Modell Deutschland&ldquo; sprechen. <\/p>\n<p>Schmidt schloss sich diesem Vorschlag an. Es funktionierte fantastisch. Die &uuml;bliche Reaktion war oft so: Naja, der Schmidt soll mal nicht &uuml;bertreiben, aber im Grunde hat er ja recht.<\/p><\/li>\n<li><strong>NGOs gr&uuml;nden oder benutzen.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein Sammelsurium von Andeutungen macht in der Summe die Halbwahrheiten zur Wahrheit.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Experten helfen &ndash; zu manipulieren. <\/strong>Auch darauf komme ich noch zu sprechen.<\/li>\n<li><strong>Namen verkn&uuml;pfen und damit Einzelne bewerten<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gezielter Einsatz von Emotionen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Konflikte nutzen und inszenieren, um Meinung zu machen.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Verbreitung und Nutzung des Grundgef&uuml;hls &bdquo;Wir sind die Guten&ldquo;<\/strong><\/li>\n<li><strong>Pars pro toto &ndash; ein Teil steht f&uuml;r das Ganze<\/strong>\n<p>Nach dieser Aufz&auml;hlung der 19 Methoden der Manipulation komme ich jetzt weiter auf einige ausgew&auml;hlte Methoden der Manipulation zur&uuml;ck: <\/p>\n<p><strong>10. Umfragen nutzen, um Meinung zu machen<\/strong><\/p>\n<p>Ich werde auf einen aktuellen Vorgang und auf zwei fr&uuml;here Vorg&auml;nge eingehen. <\/p>\n<p><strong>Zum ersten:<\/strong> Bei der Landtagswahl 1985 in Nordrhein-Westfalen war ich beratend beteiligt. Regelm&auml;&szlig;ig traf sich auf Einladung des Landesgesch&auml;ftsf&uuml;hrers der SPD ein kleiner Kreis von Beratern. Zum Abschluss einer dieser Sitzungen merkte er an, es stehe wieder mal ein Telefongespr&auml;ch mit dem Chef des Umfrageinstituts an. Sie wollten dabei auch &uuml;ber das gew&uuml;nschte Umfrageergebnis sprechen. Deshalb wolle er von uns wissen, ob die Ergebnisse der Umfrage eher positiv und siegesgewiss oder bedrohlich ausfallen sollten, ob sie eher den sogenannten Bandwaggon-Effekt, den Mitzieheffekt, ausl&ouml;sen sollten, oder eine Bedrohung signalisieren sollten. <\/p>\n<p>Wir waren uns einig, dass das Meinungsforschungsinstitut Ergebnisse liefern solle, die eine Bedrohung der Position der SPD andeuten. Das k&ouml;nnte bei der in der letzten Phase des Wahlkampfes notwendigen Mobilisierung helfen. &ndash; Genauso ist es dann auch umgesetzt worden.<\/p>\n<p><strong>Zum zweiten<\/strong> der Hinweis auf einen noch &auml;lteren Vorgang. In den ersten zwei Jahrzehnten der 1949 gegr&uuml;ndeten Bundesrepublik Deutschland stellte die Union die Bundeskanzler &ndash; zuerst Adenauer und dann Ludwig Erhard. Bei der Bundestagswahl 1965 sahen die Strategen der SPD die Chance, die CDU\/CSU als Kanzlerpartei abzul&ouml;sen. Daf&uuml;r sprachen auch die Umfrageergebnisse des renommierten und von der bekannten Umfrageforscherin Elisabeth Noelle-Neumann gef&uuml;hrten Instituts f&uuml;r Demoskopie Allensbach. Sie signalisierten eine bedrohliche Umfragekonstellation f&uuml;r die CDU\/CSU und eine Chance zur Regierungs&uuml;bernahme f&uuml;r die SPD. Der damals in der SPD-F&uuml;hrung f&uuml;r den Wahlkampf zust&auml;ndige Herbert Wehner und seine Helfer glaubten an diesen von den Umfragen signalisierten Trend.<\/p>\n<p>Das Ergebnis fiel aber dann ganz anders aus:<\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-05.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-05.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Die Union erreichte 47,6 Prozent der Zweitstimmen, die SPD nur 39,3 Prozent, also weit abgeschlagen. <\/p>\n<p>Die SPD-Strategen hatten sich von den Allensbach-Umfragen t&auml;uschen lassen.<\/p>\n<p>Nach der Wahl bekannte der f&uuml;r den Wahlkampf der CDU zust&auml;ndige Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Josef_Hermann_Dufhues\">Josef Hermann Dufhues<\/a>, dass man die von Allensbach gelieferten und f&uuml;r die Union schlechten Umfragen gew&uuml;nscht hatte, um eine Bedrohung der Kanzlerschaft der Union zu signalisieren, obwohl die Fakten anders waren.<\/p>\n<p>&bdquo;Im Fernsehen br&uuml;stete sich der CDU-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Josef Hermann Dufhues, die Kopf-an-Kopf-Propaganda sei eine Wahllist gewesen, um die B&uuml;rger an die Urne zu bringen.&ldquo; So berichtete &bdquo;Der Spiegel&ldquo; am 28.9.1965, eine Woche nach der Wahl.<\/p>\n<p><strong>Zum dritten,<\/strong> und damit bin ich bei einem aktuellen Versuch, mit Umfragen Meinung zu machen: Die besondere Beliebtheit des Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius.<\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-06.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-06.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p><small>(Quelle: Statista)<\/small><\/p>\n<p>Im Oktober 2023 lag Boris Pistorius mit dem Wert +1,6 weit vor dem n&auml;chsten, n&auml;mlich Markus S&ouml;der mit +0,1. <\/p>\n<p>Und dann gibt es nur noch Minus-Werte: Olaf Scholz mit -0,2. Friedrich Merz mit -0,3, Baerbock und Habeck beide mit -0,5. Und Sahra Wagenknecht mit -1,1 weit abgeschlagen.<\/p>\n<p>Frage an das Publikum: Halten Sie diese Ergebnisse, halten Sie das Ergebnis, wonach Boris Pistorius mit +1,6 unschlagbar vorne und Sahra Wagenknecht mit -1,1 weit hinten liegt, f&uuml;r realistisch? <\/p>\n<p><strong>Ich vermute, dass zumindest die Werte von Pistorius gesch&ouml;nt und die vom Wagenknecht runtergerechnet sind.<\/strong><\/p>\n<p>Das positive Umfrageergebnis liegt im Interesse der R&uuml;stungswirtschaft und des reaktion&auml;ren Teils der deutschen F&uuml;hrungskr&auml;fte. Hier soll offenbar jemand gef&ouml;rdert werden, der unser Land kriegst&uuml;chtig machen will.<\/p>\n<p><strong>Nummer 12. NGOs gr&uuml;nden oder benutzen<\/strong><\/p>\n<p>Ein herausragender Beleg f&uuml;r diese Methode der Manipulation sind die 5 Milliarden $, die die USA vor und nach dem Maidan in der Ukraine investiert haben. <strong>5 Milliarden<\/strong>, nicht 5 <strong>Millionen<\/strong> $! &ndash; Und nicht f&uuml;r Investitionen in Stra&szlig;en und andere Infrastrukturen oder in Industriebetriebe, sondern vor allem Investitionen in den Aufbau von NGOs und Propagandaeinheiten.<\/p>\n<p>Um solches zu sehen und zu erleben, m&uuml;ssen wir nicht in die Ukraine reisen. Bei uns sind solche falschen NGOs zum Beispiel aktiv, um kritische Stimmen mundtot zu machen, jedenfalls zu bek&auml;mpfen. Wir Macher der NachDenkSeiten haben das hautnah erlebt. Es wurde versucht, uns das Etikett Verschw&ouml;rungstheoretiker oder wahlweise Verschw&ouml;rungsideologen anzuheften. Daf&uuml;r wurde eine Einrichtung mobilisiert, die vermutlich auch zum Zwecke der Diffamierung kritischer Zeitgenossen gegr&uuml;ndet worden ist: das Zentrum Liberale Moderne, abgek&uuml;rzt LIB Mod, des ehemaligen Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordneten Ralf F&uuml;cks und seiner Partnerin Marieluise Beck. Ich zitiere in diesem Fall entgegen meiner Gewohnheit nach Google-Suche:<\/p>\n<blockquote><p>\nDas Zentrum Liberale Moderne ist eine deutsche Denkfabrik, die 2017 von Marieluise Beck und ihrem Ehemann Ralf F&uuml;cks gegr&uuml;ndet wurde, die beide Mitglieder der Partei Die Gr&uuml;nen sind. Seit 2019 wird das Zentrum im Rahmen der institutionellen F&ouml;rderung aus dem Bundeshaushalt mit Steuergeldern finanziert.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mithilfe von Steuergeldern &ndash; zwischen 2019 und 2022 waren es fast 5 ! Millionen Euro &ndash; werden dann sogenannte Gutachten vergeben, im konkreten Fall wurde ein sogenannter Professor aus Trier, Professor Linden, beauftragt, ein Gutachten &uuml;ber die NachDenkSeiten zu schreiben. Und der kommt dann zu dem gew&uuml;nschten Ergebnis, die NachDenkSeiten neigten zu Verschw&ouml;rungstheorien. Und diese Diffamierung wiederum setzt sich &uuml;ber Wikipedia weiter um und fort.<\/p>\n<p>Als Herausgeber und Autor der NachDenkSeiten muss ich leider feststellen, dass ich es in meinem ganzen Leben noch nicht und auch f&uuml;r NachDenkSeiten-Texte nicht geschafft habe, mir Verschw&ouml;rungen auszudenken. Und auch keinem der anderen Redakteure in unserer Redaktion ist das bisher gelungen. Jens Berger nicht, Tobias Riegel nicht, Christian Goldbrunner nicht, Florian Warweg nicht, nichts, keiner ist f&auml;hig, sich Verschw&ouml;rungen auszudenken. <\/p>\n<p>Aber es steht eben bei Wikipedia und diese haben das Raunen von dem Professor aus Trier und seinem von uns Steuerzahlern bezahlten Auftraggeber LIBMOD &uuml;bernommen.<\/p>\n<p><strong>Ich habe das so ausf&uuml;hrlich geschildert, damit Sie verstehen, in welchen j&auml;mmerlichen Zustand die Meinungsbildung und damit die demokratische Willensbildung und die Demokratie inzwischen hierzulande geraten ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nummer 14. Experten helfen zu manipulieren.<\/strong><\/p>\n<p>Belege und Anschauungsmaterial f&uuml;r den Einsatz von Experten zur Meinungsbildung und sehr oft zur Manipulation von Menschen finden Sie fast t&auml;glich in den Nachrichten unserer Fernsehsender. Dort werden st&auml;ndig irgendwelche Experten eingeblendet und zitiert. Meist Professoren und auffallend viele Professoren aus Bundeswehr-Hochschulen, aus M&uuml;nchen oder Hamburg.<\/p>\n<p>Als ich mir vor zehn Tagen Notizen f&uuml;r diesen Vortrag machte und die gerade zitierte Beobachtung formulierte, schaute ich schnell mal nach, ob meine Behauptung zutrifft. Also gab ich bei Google ein: Tagesschau Experte Bundeswehr Hochschule. <\/p>\n<p>Und ich erhielt folgendes Ergebnis:<\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-07.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-07.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Der Fund beginnt mit Carlo Masala aus M&uuml;nchen. Das ist sehr berechtigt. Denn dieser sogenannte Experte taucht in unserer Fernsehkiste unentwegt auf. Dann auch noch Stephan Stetter von der Bundeswehr-Hochschule in M&uuml;nchen und Stefan Baier, Verteidigungsexperte und Professor von der Bundeswehr-Hochschule in Hamburg. Das waren drei Beispiele. Das Arsenal an gef&uuml;gigen Experten ist unersch&ouml;pflich.\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Bewusste T&auml;uschung, L&uuml;gen<\/strong>\n<p>Im bisherigen Katalog der 19 von mir untersuchten und beschriebenen Manipulationsmethoden fehlt bisher eine der besonders dreisten Methoden der Manipulation: die bewusste T&auml;uschung, die L&uuml;ge.<\/p>\n<p>Diese Methode nutzen wir im Alltag. Und sie wird in der gro&szlig;en Politik benutzt. Ein Beispiel f&uuml;r die Anwendung dieser Methode mit gro&szlig;er Wirkung und Reichweite ist im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine festzuhalten:<\/p>\n<p>Das sogenannte Minsker Abkommen spielte zeitweise eine gro&szlig;e Rolle. Mithilfe der als Vermittler auftretenden Nationen Deutschland und Frankreich kam es 2014 zu einem Abkommen zwischen Russland und der Ukraine. <\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231120-Rede-Ortenau-08.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Zu diesem Abkommen, das viele Beobachter f&uuml;r einen Hoffnungsschimmer hielten und ernst genommen haben, erkl&auml;rte die Altkanzlerin Angela Merkel in einem Interview mit <em>Zeit Online<\/em> Anfang Dezember 2022:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Und das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben. Sie hat diese Zeit auch genutzt, um st&auml;rker zu werden, wie man heute sieht&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf Deutsch hei&szlig;t das: Das Minsker Abkommen war kein wirklicher Verst&auml;ndigungsversuch. Es war der Versuch, der Ukraine Zeit f&uuml;r die milit&auml;rische Aufr&uuml;stung zu verschaffen.<\/p>\n<p>Der russische Pr&auml;sident Putin erkl&auml;rte deshalb nach Kenntnis der &Auml;u&szlig;erungen der fr&uuml;heren deutschen Bundeskanzlerin am 9.12.2022:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Ich bin immer davon ausgegangen, dass die F&uuml;hrung der BRD sich uns gegen&uuml;ber aufrichtig verh&auml;lt&ldquo;. Es sei zwar klar gewesen, dass Deutschland auf der Seite der Ukraine stehe, sie unterst&uuml;tze.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Aber mir schien trotzdem, dass die F&uuml;hrung der BRD immer ehrlich um eine L&ouml;sung bem&uuml;ht war auf Grundlage der Prinzipien, die wir vereinbart haben und die unter anderem im Rahmen des Minsker Prozesses erzielt wurden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Meines Erachtens ist dieser Vorgang auch ein Beleg daf&uuml;r, dass das Vertrauen zwischen wichtigen V&ouml;lkern und Regierungen Europas zerst&ouml;rt ist, mutwillig zerst&ouml;rt worden ist. <em>(Diese Passage wurde leicht ver&auml;ndert.)<\/em><\/p>\n<p>Vermutlich haben die Deutschen mehrheitlich der damaligen Bundeskanzlerin und den anderen Akteuren geglaubt. Ich jedenfalls geh&ouml;re zu den Gl&auml;ubigen.<\/p>\n<p>Bitte beachten Sie, dass dieser Vorgang Konsequenzen bis heute hat. Damit wurde unsere Glaubw&uuml;rdigkeit ruiniert, damit wurde das Vertrauen Russlands in westliche Entscheidungen und Politik sinnlos besch&auml;digt.<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte in diesem Zusammenhang auf einen wichtigen Vorgang in der deutschen Geschichte hinweisen: Als ausgangs der sechziger Jahre der damalige SPD-Vorsitzende und sp&auml;tere Bundeskanzler Willy Brandt versuchte, die Politik der Konfrontation und des Kalten Krieges durch die sogenannte Ostpolitik abzul&ouml;sen, spielte das Wort Vertrauen in der Wortkombination &bdquo;vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen&ldquo; eine zentrale Rolle. Die damals verantwortlichen Politiker &ndash; ab Oktober 1969 in zentraler Funktion der damalige Bundeskanzler Willy Brandt &ndash; hatten erkannt, dass man Entspannung und Frieden zwischen den V&ouml;lkern in West und Ost nur erreichen kann, wenn Vertrauen geschaffen wird. Die zentrale Botschaft in der ersten Regierungserkl&auml;rung von Bundeskanzler Brandt am 28. Oktober 1969 lautete: <\/p>\n<blockquote><p>\nWir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das war ein Bekenntnis zum Aufbau von Vertrauen.<\/p>\n<p>Was damals m&uuml;hsam aufgebaut wurde, hat Merkel mit der L&uuml;ge zum Minsker Abkommen mit dem Hintern eingerissen. Wahnsinn!<\/p>\n<p>Eigentlich m&uuml;ssten wir Vertrauen neu aufbauen. Aber wenn man sich das Personal anschaut und seine Reden anh&ouml;rt, wenn man Baerbock, Pistorius und Scholz zuh&ouml;rt, dann &uuml;berf&auml;llt einen das kalte Grausen.<\/p>\n<p>Ich komme zum Schluss:<\/p>\n<p>Worin liegt der Sinn der Analyse und der Beschreibung der Methoden und der F&auml;lle von Manipulation? Kritiker meines Versuchs, &uuml;ber diese Methoden und Machenschaften aufzukl&auml;ren, k&ouml;nnten einwenden, ich w&uuml;rde damit eine Atmosph&auml;re des Misstrauens schaffen. Diesen Einwand kann ich nicht gelten lassen. Denn, so w&auml;re zu fragen, welchen Zustand hat diese Gesellschaft, wenn die Manipulateure unbehindert wirken k&ouml;nnen, wenn sie freies Spiel haben? <\/p>\n<p>Das w&auml;re und ist eine Gesellschaft mit vielen abstrusen, unwirklichen Debatten und vielen politischen Fehlentscheidungen &ndash; Und im &Uuml;brigen auch mit vielen Entt&auml;uschungen der Get&auml;uschten. <\/p>\n<p>Dann lieber aufkl&auml;ren, dann lieber bei m&ouml;glichst vielen Menschen das Wissen und das Bewusstsein verankern, dass es demokratische Pflicht ist, um Manipulationen zu wissen, sich dagegen zu wehren und sich nicht manipulieren zu lassen. <\/p>\n<p>Wenn sich das Wissen darum ausbreitet, dass nicht f&uuml;r bare M&uuml;nze zu nehmen ist, was gesagt wird, und dass man sinnvollerweise hinterfragt, dann m&uuml;ssen die Manipulierenden vorsichtiger werden. <\/p>\n<p>Ich werbe f&uuml;r eine Gesellschaft der Aufgekl&auml;rten, der Wissenden und Hinterfragenden. Deshalb habe ich &bdquo;Glaube wenig. 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