{"id":107035,"date":"2023-11-21T11:00:53","date_gmt":"2023-11-21T10:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107035"},"modified":"2023-11-21T14:44:31","modified_gmt":"2023-11-21T13:44:31","slug":"weihnachten-ohne-russen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107035","title":{"rendered":"Weihnachten ohne Russen"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung baut flei&szlig;ig an einer Mauer gegen Russland. F&uuml;r Russen, die nach Deutschland wollen, gibt es seit Ende 2022 versch&auml;rfte Visa-Bestimmungen. Das hei&szlig;t monatelange Wartezeiten, b&uuml;rokratische Entw&uuml;rdigungen, Umwege auf dem Weg nach Deutschland und erh&ouml;hte Kosten. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7168\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-107035-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231121-Weihnachten-ohne-Russen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231121-Weihnachten-ohne-Russen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231121-Weihnachten-ohne-Russen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231121-Weihnachten-ohne-Russen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=107035-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231121-Weihnachten-ohne-Russen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231121-Weihnachten-ohne-Russen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ach, was waren das f&uuml;r herrliche Zeiten! Anfang der 1990er-Jahre wurden in Berlin auf den Stra&szlig;en russische Milit&auml;r- und Fellm&uuml;tzen verkauft. Eine russische M&uuml;tze zu tragen war keine Schande, sondern Spa&szlig;. Alle waren im Russland-Rausch. In Intellektuellen-Kreisen war Wodkatrinken angesagt. Und dann zogen die Russen auch noch ihre Truppen ab!<\/p><p>30 Jahre sp&auml;ter ist die Stimmung der 1990er in ihr Gegenteil gekippt. Ohne Protest aus der deutschen Zivilgesellschaft hat der deutsche Staat versch&auml;rfte Visa-Bestimmungen f&uuml;r Russen eingef&uuml;hrt. Die Folgen sind f&uuml;r den russischen Tourismus fatal. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es von Januar bis Mai 2023 nur 52.000 russische Touristen in Deutschland. Im Jahr 2019 waren es im gleichen Zeitraum noch 365.000 russische Touristen.<\/p><p>Reisende k&ouml;nnen zur V&ouml;lkerverst&auml;ndigung beitragen. Aber eben das scheint nicht erw&uuml;nscht. &Uuml;ber Russen will man in Deutschland heute nur noch abstrakt reden. Lebende Vertreter der russischen Gesellschaft tauchen deshalb auch nicht in Fernsehtalkshows auf. Auch der Kreis der Deutschen, die wissen, wie man in Russland heute lebt, wird immer kleiner. Das ist gut f&uuml;r die R&uuml;stungskonzerne. Die k&ouml;nnen so besser das Feindbild pflegen.<\/p><p><strong>Ein Russe will kein Bittsteller sein<\/strong><\/p><p>Eine deutsche Bekannte, die wie ich seit &uuml;ber 30 Jahren in Moskau lebt, erz&auml;hlte mir, wie sich die Abschaffung der Visa-Erleichterungen auf ihr Familienleben auswirkt. Die Deutsche, die ihren Namen nicht in einem Internetportal sehen will, ist seit sieben Jahren mit einem Russen verheiratet.<\/p><p>&bdquo;Bis 2017 bin ich mit meinem Mann Weihnachten jedes Jahr nach Deutschland gefahren. Wir haben Verwandte abgeklappert&ldquo;, erz&auml;hlt die Bekannte. Doch die versch&auml;rften Visa-Bestimmungen h&auml;tten dazu gef&uuml;hrt, dass ihr Mann kein Interesse mehr an Deutschland hat. &bdquo;Er will sich nicht als Bittsteller anstellen.&ldquo; Ihre Verwandten in Deutschland bedauerten das. Notgedrungen hat sich meine Bekannte entschlossen, in diesem Jahr zu Weihnachten die Verwandten in Deutschland ohne ihren Mann zu besuchen. Silvester will sie dann aber wieder in Moskau sein.<\/p><p><strong>Gro&szlig;e Unkenntnis &uuml;ber Russland<\/strong><\/p><p>Der Wissensstand ihrer Freunde und Verwandten in Deutschland gehe immer mehr zur&uuml;ck, erz&auml;hlte meine Bekannte. Dabei m&uuml;ssten sie eigentlich &uuml;ber Russland Bescheid wissen. Ihre ehemalige Schulfreundin ist Mitglied der Partei &bdquo;Die Linke&ldquo;, gucke aber nur <em>Tagesschau<\/em>. Und da erfahre sie nichts &uuml;ber den wirklichen Alltag in Russland. Als sie sich das letzte Mal sahen, fragte die Freundin: &bdquo;Na, wie lange macht es Putin noch? Wann h&uuml;pft er in die Kiste?&ldquo; Da war die Langzeit-Moskauerin, die gar keine fanatische Putin-Anh&auml;ngerin ist, schockiert. Wie ein Russland ohne Putin aussehen w&uuml;rde, davon habe ihre Freundin leider keinerlei Vorstellung.<\/p><p>Meine Moskauer Bekannte f&uuml;hlt sich von Deutschland nicht gut behandelt und ist verbittert. Dabei hat sie jahrelang f&uuml;r deutsche Fernsehsender geackert. Da sie in Brandenburg aufwuchs und perfekt Russisch spricht, hat meine Bekannte jahrelang journalistische Zuarbeit f&uuml;r deutsche Fernsehsender geleistet. Au&szlig;erdem hat sie f&uuml;r deutsche Fernsehteams die Einfuhr von Fernsehtechnik beim russischen Zoll abgewickelt.<\/p><p><strong>Mitarbeiter deutscher Firmen in Moskau betroffen<\/strong><\/p><p>Auch f&uuml;r die in Russland verbliebenen deutschen Firmen sind die Visa-Versch&auml;rfungen ein gro&szlig;es Problem. Aus Kreisen der deutschen Wirtschaft in Moskau h&ouml;rte ich von dem Fall einer langj&auml;hrigen russischen Mitarbeiterin einer deutschen Firma, die vom deutschen Konsulat kein Visum f&uuml;r eine Dienstreise nach Deutschland bekam. Die Dame hat sich dann bem&uuml;ht, bei einem s&uuml;deurop&auml;ischen EU-Mitglied ein Schengen-Visum zu bekommen, um doch noch nach Deutschland einreisen zu k&ouml;nnen. Ob es geklappt hat, ist mir nicht bekannt.<\/p><p>&Uuml;ber &Ouml;sterreich, Italien, Griechenland oder Spanien nach Deutschland zu fahren, ist zurzeit f&uuml;r Russen, die beim deutschen Konsulat in Moskau aus irgendeinem Grund kein Visum bekommen oder denen die Wartezeiten zu lang sind, die einzige M&ouml;glichkeit, doch noch ans Ziel zu gelangen.<\/p><p>Die russische Regierung hat auf die deutschen Visa-Versch&auml;rfungen f&uuml;r Russen bisher nicht reagiert. Eine spiegelbildliche Antwort, wie man sie bei der Abschiebung von deutschen Diplomaten anwandte, gab es bisher nicht.<\/p><p>Noch reisen Deutsche nach Russland. Wie ich aus Unternehmerkreisen erfuhr, sieht man auf Empf&auml;ngen der deutschen Wirtschaft in Moskau h&auml;ufig Deutsche und &Ouml;sterreicher, die nicht st&auml;ndig in Moskau leben.<\/p><p><strong>Visa-Sperre f&uuml;r russischen Chefredakteur<\/strong><\/p><p>Wenn das deutsche Konsulat in Moskau einem Russen ein Visum verweigert, dann kann das auch politische Gr&uuml;nde haben. Da ist zum Beispiel der Chefredakteur der <em>Moskauer Deutschen Zeitung<\/em>, Igor Beresin. Ihm wurde im Februar 2023 vom deutschen Konsulat in Moskau ein Visum f&uuml;r einen auf zehn Tage geplanten Besuch auf der Leipziger Buchmesse <a href=\"https:\/\/mdz-moskau.eu\/touristen-im-wehrpflichtigen-alter\/\">verweigert<\/a>. Der 52 Jahre alte Chefredakteur wollte auf der Buchmesse an der von seiner Zeitung organisierten Veranstaltung &bdquo;Moskauer Gespr&auml;che&ldquo; teilnehmen. Doch das war vom deutschen Staat offenbar nicht erw&uuml;nscht.<\/p><p>Um sein deutsches Visum zu bekommen, hatte Beresin keine M&uuml;he gescheut und dem deutschen Konsulat alle verlangten Dokumente vorgelegt, eine Bescheinigung seines Arbeitgebers &uuml;ber das Gehalt, die Heiratsurkunde, den Geburtsschein seines in Moskau lebenden Kindes, den Nachweis &uuml;ber Immobilienbesitz und den Besitz eines Autos sowie bezahlte (!) Flugtickets nach Deutschland.<\/p><p>Im Visa-Ablehnungsbescheid schrieb das deutsche Konsulat, die Informationen in den von Beresin vorgelegten Dokumenten seien nicht glaubhaft. Es best&uuml;nden &bdquo;begr&uuml;ndete Zweifel&ldquo; an der Absicht, aus Deutschland nach Moskau zur&uuml;ckzukehren. &bdquo;Als russischer Staatsb&uuml;rger im wehrpflichtigen Alter geh&ouml;ren Sie zu dem Personenkreis, der in Russland potenziell von der Teilmobilisierung f&uuml;r die russischen Streitkr&auml;fte betroffen ist. Dadurch d&uuml;rfte Ihre Bereitschaft, vor Ablauf des Visums in Ihre Heimat zur&uuml;ckzukehren, erheblich vermindert sein.&ldquo;<\/p><p>Die Freude am Leben will sich Beresin durch die Visum-Ablehnung nicht nehmen lassen. In einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite schrieb er: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Unsere Kinder sind kl&uuml;ger als wir. Ich habe meiner Tochter jahrelang die Idee lanciert, dass sie Deutsch lernen sollte. Es sei nicht nur eine sehr sch&ouml;ne Sprache, sondern auch eine gute Ausbildungsperspektive. Jede Beratung hat sie immer scharf abgelehnt: &sbquo;Besch&auml;ftige dich mit deinem Deutsch selbst, und ich werde weiter Japanisch lernen. Meine Perspektiven befinden sich in Asien.&lsquo; Der kluge Kopf.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Meine pers&ouml;nlichen Erfahrungen<\/strong><\/p><p>Dass der Autor dieser Zeilen sich entschloss, einen Artikel zu schreiben &uuml;ber die Probleme der Russen, nach Deutschland zu kommen, hat auch einen pers&ouml;nlichen Grund. Meine Frau &ndash; die schon vier Schengen-Visa in ihrem russischen Pass hat &ndash; wollte mit mir im Januar nach Hamburg fliegen. Doch bis sie ein Visum hat, kann es noch Monate dauern.<\/p><p>Meine Frau rief den russischen Dienstleister Visametric an, der im Auftrag des deutschen Konsulats die n&ouml;tigen Dokumente des Reisewilligen pr&uuml;ft und die obligatorischen Fingerabdr&uuml;cke nimmt. Sie erhielt die Auskunft, f&uuml;r die Monate November und Dezember seien schon alle Pl&auml;tze auf der Warteliste ausgebucht. Wann die Warteliste im Januar aufgemacht wird, konnte die Vertreterin des Dienstleisters nicht sagen.<\/p><p>Um sicherzugehen, dass meine Frau am Telefon alles richtig verstanden hat, rief ich selbst die Visa-Stelle des deutschen Konsulats in Moskau an. Die Mitarbeiterin des deutschen Konsulats erkl&auml;rte mir sehr freundlich, die obligatorische finanzielle B&uuml;rgschaft f&uuml;r das Visum meiner Frau, welche ich bisher immer in Moskau beim Konsulat unterschrieben hatte, nehme das Konsulat nicht mehr an. Meine Frau k&ouml;nne aber eine Verpflichtungserkl&auml;rung von Verwandten aus Deutschland vorlegen. Wie entw&uuml;rdigend! Bin ich nicht der n&auml;chste Verwandte meiner Frau?<\/p><p><strong>Ein deutscher &Uuml;bersiedler: &bdquo;Die Deutschen sind emotional aufgeheizt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Im Rahmen meiner Recherche sprach ich auch mit einem Deutschen, der seit einigen Jahren mit seiner russischen Frau in S&uuml;drussland lebt. Er muss mittlerweile darauf hoffen, dass seine russische Frau, die ebenfalls mehrere Schengen-Visa in ihrem Pass hat, im n&auml;chsten Jahr von einem Verwandten in Deutschland eingeladen werden kann.<\/p><p>Die Folgen der restriktiven Visa-Politik seien fatal, sagte mir der Deutsche, der seinen Namen nicht in einem Internet-Portal sehen will. &bdquo;Wenn man sich lange nicht sieht, leiden die Kontakte, und manchmal gehen sogar freundschaftliche Beziehungen durch die negative Russland-Berichterstattung in Deutschland kaputt.&ldquo;<\/p><p>Bekannte in Deutschland h&auml;tten ihm schon vorgeworfen, wie er denn mit seiner Frau ausgerechnet in der russischen Stadt Anapa am Schwarzen Meer habe Urlaub machen k&ouml;nnen. Dorthin habe doch Putin &bdquo;Tausende ukrainische Kinder verschleppt&ldquo;. Der Deutsche aus S&uuml;drussland fragte nach, &bdquo;wozu soll Putin ukrainische Kinder in einen Kurort am Meer verschleppen, wo doch schon mehrere Millionen Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine freiwillig nach Russland kommen?&ldquo; Darauf bekam er aber keine Antwort. Nach den neuesten russischen Zahlen sind seit Februar 2022 f&uuml;nf Millionen Ukrainer nach Russland &uuml;bergesiedelt.<\/p><p><strong>Einfuhr von russischem Klopapier und Shampoo verboten<\/strong><\/p><p>Die Visa-Versch&auml;rfungen sind wie die Steine einer Mauer, welche die Bundesregierung zwischen Deutschland und Russland baut. Die ersten Steine f&uuml;r diese Mauer wurden bereits kurz nach der russischen Invasion in die Ukraine gelegt. Deutschland kappte alle Flugverbindungen nach Russland. Wer aus Russland nach Deutschland will, muss seitdem mindestens einen kompletten Reisetag und oft auch noch eine &Uuml;bernachtung einrechnen, denn nach Deutschland geht es jetzt nur noch mit einem Zwischenstopp &uuml;ber Istanbul, Helsinki oder Kaliningrad.<\/p><p>Doch es kam noch schlimmer. Russen d&uuml;rfen nach einer EU-Verordnung, die am 23. Juni 2023 ge&auml;ndert wurde, nicht mit in Russland registrierten Autos in die EU einreisen. Beschlagnahmt werden k&ouml;nnen nach dieser Verordnung nicht nur Autos von Russen, sondern auch Notebooks, Smartphones, Kosmetik, Koffer, Zahnpasta, Klopapier und Shampoo, die aus Russland eingef&uuml;hrt werden. Angeblich k&ouml;nnen diese Gegenst&auml;nde in der EU verkauft werden und k&ouml;nnten einen wirtschaftlichen Gewinn f&uuml;r Russland darstellen. Doch unklar ist, wer feststellt, ob es eine Verkaufsabsicht gibt. Ein Psychologe der deutschen Polizei? Wie will man eine Verkaufsabsicht beweisen und wie am Grenzkontrollpunkt den Verd&auml;chtigen aus der Menge greifen?<\/p><p><em>Spiegel Online<\/em> <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/sanktionen-gegen-russland-deutscher-zoll-konfisziert-russische-autos-a-a6a68630-e212-420e-baac-0e96d8b5e911\">berichtete<\/a> im Juli, der deutsche Zoll habe &bdquo;mehrere Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen&ldquo; beschlagnahmt. Viele Russen haben deshalb Angst, nach Deutschland zu fahren, denn wer wei&szlig;, was einem da abgenommen wird.<\/p><p><strong>Auch kritische Russen betroffen<\/strong><\/p><p>Mit den aufgez&auml;hlten repressiven Ma&szlig;nahmen versucht der deutsche Staat, unter den B&uuml;rgern Russlands offenbar ein Gef&uuml;hl der Unsicherheit zu verbreiten nach dem Motto &sbquo;bleibt lieber zu Hause und macht euch gar nicht erst die M&uuml;he mit einem Visaantrag&lsquo;.<\/p><p>Die Rede deutscher Politiker, man m&uuml;sse trotz der Sanktionen &bdquo;die russische Zivilgesellschaft st&auml;rken&ldquo;, entpuppt sich als folgenloses Bekenntnis. Denn von den Visa-Verweigerungen und langen Warteschlangen sind alle Russen betroffen, sogar die, welche ein kritisches Verh&auml;ltnis zur russischen Invasion in der Ukraine haben.<\/p><p>Aber solche &bdquo;Kleinigkeiten&ldquo; z&auml;hlen in Kriegszeiten letztlich nicht. Diplomatische Floskeln und Bekenntnisse zu den Menschenrechten werden von deutschen Beamten, deren Gro&szlig;v&auml;ter schon lernten, &bdquo;wie gef&auml;hrlich der Russe ist&ldquo;, mit kaltherzigen Ausf&uuml;hrungsbestimmungen &uuml;berrollt. Das Menschenrecht auf Begegnung, auf eine verwandtschaftliche Beziehung und Meinungsaustausch hat man im Handumdrehen abgeschafft, so als habe es diesen Plan schon lange gegeben.<\/p><p>Und wo bleibt die Antwort der hochgelobten deutschen Zivilgesellschaft auf diese Politik?<\/p><p><small>Titelbild: gopixa \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/22a4a363e56e427ab29bbaf2d906f250\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung baut flei&szlig;ig an einer Mauer gegen Russland. F&uuml;r Russen, die nach Deutschland wollen, gibt es seit Ende 2022 versch&auml;rfte Visa-Bestimmungen. 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