{"id":107209,"date":"2023-11-24T15:00:53","date_gmt":"2023-11-24T14:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107209"},"modified":"2023-11-24T13:22:24","modified_gmt":"2023-11-24T12:22:24","slug":"leserbriefe-zu-die-schuldenbremse-muss-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107209","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDie Schuldenbremse muss weg\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106992\">In diesem Beitrag<\/a> vertritt Andr&eacute; Tautenhahn die These, nach der Deutschland in der Schuldenbremsenfalle sitze, was &bdquo;bereits durch die Bildung immer neuer Sonderverm&ouml;gen, also Schattenhaushalte&ldquo;, deutlich geworden sei und &bdquo;jetzt final durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts amtlich besiegelt&ldquo; worden sei. Es werde &bdquo;Unsinn &uuml;ber die Belastung k&uuml;nftiger Generationen verbreitet&ldquo;, der sich auch darin ausdr&uuml;cke, dass eine &bdquo;&ouml;ffentliche Schuldenaufnahme immer zuerst mit einem verbindlichen Tilgungsplan versehen werden&ldquo; m&uuml;sse. Der Staat m&uuml;sse jedoch keine Schulden tilgen. Wir danken f&uuml;r die interessanten Leserbriefe, in denen auch andere Meinungen vertreten werden. Es folgt nun eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nendlich bringt es Andr&eacute; Tautenhahn f&uuml;r die Nachdenkseiten auf den Punkt: Die Schuldenbremse (Schuldenverbot) ist volkswirtschaftlicher Unfug. Die Politik selbst hat das de facto l&auml;ngst gemerkt und fl&uuml;chtet von einem Sonderverm&ouml;gen ins n&auml;chste. Das Bundesverfassungsgericht erinnert die Politik daran, dass sie sich an ihren eigenen Unfug zu halten hat. Die Politik kann aber selbstverst&auml;ndlich nicht zugeben, dass die Schuldenbremse Unfug ist, den sie selbst beschlossen hat, weshalb an eine Aufhebung der Schuldenbremse, wie sie Tautenhahn zu Recht fordert, nicht zu denken ist.<br>\n&nbsp;<br>\nV&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist, warum die NDS vor dem Hintergrund dieser klaren Botschaft zuletzt an mindestens 3 Stellen von Schuldenmacherei des Staates und Unbezahlbarkeit von Ausgaben geradeso sprechen, als h&auml;tten sie begeisterte Anh&auml;nger der Schuldenbremse in ihren Reihen.<br>\n&nbsp;<br>\nWenn sich insbesondere zuletzt Albrecht M&uuml;ller selbst &ndash; weil er sich an dem Begriff &bdquo;Geldsch&ouml;pfung&ldquo; st&ouml;rt &ndash; ausdr&uuml;cklich weigert, sich damit zu befassen, dass sich der Staat als W&auml;hrungsemittent hinsichtlich des Zugangs zu finanziellen Mitteln in einer grunds&auml;tzlich anderen Position als die schw&auml;bische Hausfrau befindet, erweisen die NDS dem politischen Kampf gegen die Schuldenbremse den ber&uuml;hmten B&auml;rendienst.<br>\n&nbsp;<br>\nEs besteht ein v&ouml;lliger Gleichlauf zwischen der volkswirtschaftlichen Bedeutung von Schulden (als Differenz zwischen Ausgaben und Steuern) und der Geldtheorie.<br>\n&nbsp;<br>\nWas Tautenhahn volkswirtschaftlich damit beschreibt, dass Staatsausgaben Wachstum und steigende Steuereinnahmen, deckt sich mit der notwendigen logischen Erkenntnis, dass der Staat das von ihm emittierte Geld immer erst ausgeben muss, damit er es &uuml;ber Steuern oder &bdquo;Schulden&ldquo; wieder an sich ziehen kann. Sonst k&ouml;nnte der Staat zu Beginn des Geldsystems kein Geld ausgeben &ndash; ein Geldsystem w&auml;re unm&ouml;glich.<br>\n&nbsp;<br>\nSteuern finanzieren also nicht Ausgaben, sondern Ausgaben erm&ouml;glichen &ndash; rein logisch tats&auml;chlich &ndash; Steuereinnahmen. Die Steuererhebung dient also nicht der Ausgabenfinanzierung, sondern hat reale Gr&uuml;nde: Kaufkraft wird vernichtet und damit die Inanspruchnahme realer volkswirtschaftlicher Ressourcen vermindert.<br>\n&nbsp;<br>\nDass der Staat nicht die schw&auml;bische Hausfrau ist, ergibt sich ohne weiteres aus &sect; 21 Bundesbankgesetz, wonach die Bundesregierung einen kostenlosen unbegrenzten &Uuml;berziehungskredit bei der Bundesbank unterh&auml;lt.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Regierung zahlt also zuerst und &bdquo;finanziert&ldquo; sp&auml;ter. Volkswirtschaftlich kommt es auf die Differenz zwischen Ausgaben (zuerst) und Steuern (sp&auml;ter) = Defizit an. Volkswirtschaftlich kommt es also gerade darauf an, die Ausgaben nicht mit nachfragevernichtenden Steuern zu neutralisieren.<br>\n&nbsp;<br>\nWarum tun sich die NDS mit dem &Uuml;berziehungskredit des Bundes so schwer?<br>\n&nbsp;<br>\nDie NDS sollten f&uuml;r sich die Frage beantworten, woher das Geld f&uuml;r den unbegrenzten und kostenlosen &Uuml;berziehungskredit stammt. Muss die Bundesbank Steuern einnehmen oder &bdquo;Schulden machen&ldquo; um dem Bund das f&uuml;r seine Ausgaben notwendige Geld zur Verf&uuml;gung zu stellen? Wenn nicht, wie bezeichnen die NDS diesen Bereitstellungsvorgang?<br>\n&nbsp;<br>\nMfG,<br>\nEJ<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Tautenhahn, sehr geehrte Redaktion,<br>\n&nbsp;<br>\ndass die Schuldenbremse &ouml;konomischer Unsinn ist, da sind wir uns einig. Erst recht kann ich eine zur&uuml;ckhaltende Ausgabenpolitik in Zeiten historisch niedriger Zinsen bei den anstehenden Aufgaben (z. B. Wohnungsbau, Digitalisierung und Bildungsnotstand) nicht nachvollziehen. Hierin sehe ich ein historisches Versagen der gro&szlig;en Koalition.<br>\n&nbsp;<br>\nAber wieso sollte Sparzwang f&uuml;r die CDU oder FDP negativ sein, zwingt doch die Schuldenbremse zu sozialen Einschnitten, die derzeit ohnehin wieder einmal gefordert werden. Hinzu kommt, dass die CDU die rot-gr&uuml;n-gelbe Koalition vor sich hertreiben kann, welche zum Teil handlungsunf&auml;hig zu werden droht. Auch wenn das momentan f&uuml;r die FDP, die in Regierungsverantwortung ist, vielleicht auch nicht unproblematisch ist, so ist doch, langfristig gesehen, die Schuldenbremse eine gute Sache, wenn man eine neoliberale Politik verfolgt. Es stellt sich f&uuml;r mich im Nachhinein u. a. die Frage, ob und ggf. von welchen Seiten aus die Einf&uuml;hrung einer Schuldenbremse im Sinn einer neoliberalen Agenda ins Spiel gebracht wurde. Wie konnte die SPD blo&szlig; so kurzsichtig sein?<br>\n&nbsp;<br>\nDie Schuldenbremse muss weg &ndash; mit welcher 2\/3 Mehrheit soll denn die Schuldenbremse wieder abgeschafft werden?<br>\n&nbsp;<br>\nIch habe das Gef&uuml;hl, als k&ouml;nnte ich den Niedergang der Demokratien in Europa in Zeitlupe mitverfolgen, in Italien werden gerade die Weichen gestellt. Der Neoliberalismus schadet dem sozialen Zusammenhalt und damit der Demokratie. Es hat den Anschein, als w&auml;re das vielen Politikern schlichtweg gleichg&uuml;ltig, vor allem denen, die von ihrem Narzissmus getrieben werden oder\/und fernab sozialer Realit&auml;ten Politik machen. Ich bin mir sicher, dass das nicht gut ausgeht. Wir haben den Rechtsradikalen T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nA. M.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<br>\n&nbsp;<br>\ndiesen Ausf&uuml;hrungen kann ich nur bedingt zustimmen.<br>\n&nbsp;<br>\nDer Sinn der Schuldenbremse war &ndash; wie der Name sagt &ndash; die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.<br>\n&nbsp;<br>\nNat&uuml;rlich macht es keinen Sinn, wenn man zur Einhaltung der Schuldenbremse die Infrastruktur vor die Hunde gehen l&auml;sst, denn auch hier gilt, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wer die Sanierung von Br&uuml;cken, Schulen, Stromleitungen und Eisenbahnschienen mit Hinweis auf die Schuldenbremse vertagt, erreicht genau das Gegenteil. Die k&uuml;nftigen Generationen werden eben nicht entlastet. Es w&uuml;rden dadurch einfach Geldschulden durch Belastungen durch die kaputte Infrastruktur ersetzt.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Schuldenbremse soll vielmehr dazu beitragen, dass man alle Ausgaben stetig &uuml;berpr&uuml;ft und wenn das Geld knapp ist, muss man eben auf nice-to-have Sachen verzichten. Das gilt sowohl f&uuml;r inl&auml;ndische als auch noch viel mehr f&uuml;r Ausgaben zu Gunsten des Auslands.<br>\n&nbsp;<br>\nDann muss ich mir halt &uuml;berlegen, ob jegliche Wirtschaftshilfe, Entwicklungshilfe, Soziales Engagement in allen Teilen der Welt (z. T. zu Gunsten von Despoten), f&uuml;r Weltraumforschung und Entwicklung von Milit&auml;r-Ger&auml;t etc. pp. sinnvoll ist, und dem eigenen Volk &ndash; in erster Linie &ndash; n&uuml;tzt. So viel Egoismus muss sein; der deutsche Staat ist schlie&szlig;lich das deutsche Volk. Das schlie&szlig;t ja nicht aus, dass in Notf&auml;llen (Erdbeben, Tsunami etc.) unkompliziert Hilfsmittel bereitgestellt werden.<br>\n&nbsp;<br>\nAber z.B. rein aus politischen Gr&uuml;nden sich an EU-Sanktionen zu beteiligen, die -fast- ausschlie&szlig;lich zu unseren Lasten gehen, aus rein gesellschaftspolitischen Partei-Gr&uuml;nden die Industrie und Energie-Produktion in D zu zerst&ouml;ren und dann zu behaupten, f&uuml;r die marode Infrastruktur w&auml;re kein Geld da, ist blau&auml;ugig und sicher keine nachhaltige L&ouml;sung.<br>\n&nbsp;<br>\nNein, es muss echt gespart werden bei allen Punkten, die nicht Deutschland direkt dienen; die Moral hat hinten anzustehen. Alle L&auml;nder &ndash; eben au&szlig;er D &ndash; f&uuml;hlen sich zuerst dem Wohl der eigenen Bev&ouml;lkerung verpflichtet. Und wenn man gut ist, bleibt &ndash; wie in der Vergangenheit &ndash; auch noch etwas &uuml;ber, mit dem &ldquo;globale Projekte&rdquo; f&ouml;rdern kann.<br>\n&nbsp;<br>\nAlles andere ist Augenwischerei zu Lasten der zuk&uuml;nftigen Generationen &ndash; denn irgendwoher muss das Geld ja kommen.<br>\n&nbsp;<br>\nGru&szlig;<br>\nHans Walter M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NachDenkSeiten, <\/p><p>die in der &Uuml;berschrift genannte Position ist bei den NachDenkSeiten offenbar in Stein gemei&szlig;elt. <\/p><p>So wie ich diese Ansicht verstehe, wird die Einnahmeseite des Staates zu einem gegebenen Zeitpunkt als mehr oder weniger fester Betrag angenommen, zus&auml;tzliche Ausgaben k&ouml;nnen dann nur mit neuen Schulden finanziert werden, manchmal auch als Sonderverm&ouml;gen oder unter anderen Namen getarnt. <\/p><p>Die Erh&ouml;hung der Einnahmen durch h&ouml;here Steuern kommt anscheinend nicht in Frage. Ein anvisierter wirtschaftlicher Aufschwung k&ouml;nnte gef&auml;hrdet werden, das Kapital, dieses scheue Reh, k&ouml;nnte vergrault werden &hellip; <\/p><p>Mir erscheint das zu phantasielos. Meiner Ansicht nach sollten internationale Konzerne grunds&auml;tzlich (nur zur Klarstellung: das hei&szlig;t nicht in jedem Fall) h&ouml;here Steuern zahlen als mittelst&auml;ndische oder kleine Unternehmen. Aktuell ist es eher umgekehrt. Konkreter Vorschlag: Steuergesetzgebung so &auml;ndern, dass z.B. Amazon, Apple und Google (Alphabet) f&uuml;r ihre Ums&auml;tze in Deutschland entsprechend Steuern zahlen. Verlassen die dann Deutschland? Und wenn, was w&uuml;rde es schaden? Andere w&uuml;rden die Marktanteile mit Kusshand &uuml;bernehmen. <\/p><p>Ich bin besonders deshalb gegen Staatsverschuldung, weil es zig Beispiele gibt, dass Gl&auml;ubiger Staaten erpresst haben und auch unterhalb dieser &ouml;ffentlichen Erpressungen kann von Gl&auml;ubigern oder Gl&auml;ubigergruppen Druck ausge&uuml;bt werden, staatliche Entscheidungen zu ihren Gunsten zu treffen. <\/p><p>Nat&uuml;rlich kann man einwenden, dass f&uuml;r gezielte Steuererh&ouml;hungen die politische Kraft fehlt, aber das gilt genauso f&uuml;r Schulden, denn politische Mehrheiten f&uuml;r eine Verwendung im Interesse der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung sind ebenfalls nicht vorhanden. <\/p><p>&mdash;<br>\nViele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDietmar Siefert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>zum Artikel von Andr&eacute; Tautenhahn &ldquo;Die Schuldenbremse muss weg&rdquo; h&auml;tte ich folgende Bemerkungen bzw. Fragen:<\/p><p>Verh&auml;lt es sich nicht so, dass f&uuml;r einen finanziell souver&auml;nen Staat keinerlei Grund besteht, &uuml;berhaupt irgendwelche Schulden in eigener W&auml;hrung aufzunehmen, da er das Geld, das er ausgibt, genauso gut auch Schulden irgendeiner Art erschaffen k&ouml;nnte, ohne dass dies funktional einen Unterschied machen w&uuml;rde (siehe Maurice H&ouml;fgen: &ldquo;Mythos Geldknappheit&rdquo;)?<\/p><p>Und verh&auml;lt es nicht so, dass selbst dann, wenn ein Staat dennoch Schulden in der eigenen W&auml;hrung aufnehmen sollte, diese mit gew&ouml;hnlichen Schulden kaum etwas zu tun haben? Dass hier beispielsweise eine &ldquo;&Uuml;berschuldung&rdquo; v&ouml;llig unm&ouml;glich ist (au&szlig;er man f&uuml;hrt eine solche k&uuml;nstlich durch absurde politische Regelungen herbei)?<\/p><p>Und ist es nicht auch so, dass k&uuml;nftige Generationen schon deswegen nicht belasten m&uuml;ssen, weil der Staat sich eben nicht bei seinen B&uuml;rgern verschuldet, sondern neues Zentralbankgeld &ldquo;aus dem nichts&rdquo; erschafft &ndash; auch wenn dieser Vorgang in einer seltsamen Weise &ldquo;versteckt&rdquo; wird, indem der Staat sich &uuml;ber Gesch&auml;ftsbanken indirekt bei seiner Zentralbank, also bei sich selbst, &ldquo;verschuldet&ldquo;?<\/p><p>Nat&uuml;rlich wird man nun einwenden, dass die Bundesrepublik Deutschland als Teil der Euro-Zone&nbsp;kein finanziell souver&auml;ner Staat im obigen Sinne sei. Dann w&auml;re es allerdings an der BRD darauf hinzuwirken, dass die Zentralbank allen Mitgliedern jederzeit in einer fairen Weise und unter Ber&uuml;cksichtigung der Inflationsziele alles notwendige Geld zur Verf&uuml;gung stellt. (Und zwar am besten so, dass nicht einmal rein formal ein Gl&auml;ubiger-Schuldner-Verh&auml;ltnis besteht, weil ansonsten in der &Ouml;ffentlichkeit leicht ein falscher Eindruck entsteht.)<\/p><p>Falls dies politisch auch l&auml;ngerfristig nicht durchsetzbar sein sollte, m&uuml;sste die BRD ihre Mitgliedschaft in der Euro-Zone &uuml;berdenken, weil ihr (wie auch allen anderen Mitgliedern der Euro-Zone) durch unsinnige finanzielle Restriktionen ein erheblicher Schaden drohen w&uuml;rde.<\/p><p>Nat&uuml;rlich mag all das politisch derzeit illusorisch sein; ist doch die BRD doch selbst einer der wichtigsten Vorreiter der &ouml;konomischen Inkompetenz und des Widersinns innerhalb der Euro-Zone.<\/p><p>Dennoch schiene es mir wichtig, auf die obigen Zusammenh&auml;nge zumindest hinzuweisen. Es sollte deutlich werden, dass die Alternative &ldquo;finanzielle Engp&auml;sse oder Staatsschulden&rdquo; (wobei diese Staatsschulden dann auch noch wie private Schulden behandelt werden) eine rein politischen Entscheidung darstellt, die keinerlei sachlogische Grundlage besitzt. Ebenfalls sollte erkennbar werden, dass es auch ganz anders und viel besser ginge, wenn nur der entsprechende politische Wille da w&auml;re.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJ.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Tautenhahn,&nbsp;<\/p><p>was f&uuml;r einen Unsinn schreiben Sie da eigentlich?&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Der Staat muss aber keine Schulden tilgen, das w&auml;re volkswirtschaftlich auch katastrophal, sondern sie immer nur bedienen. Das ist ein Unterschied.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Nach ihrer Logik ist es also v&ouml;llig legitim Geld &ldquo;aus dem Nichts&rdquo; zu erschaffen und niemals zur&uuml;ck zu zahlen bzw. auf ewig die Zinsen zu bedienen? Auf die Spitze getrieben k&ouml;nnte man ja dann einfach unendlich hohe Schulden machen und niemand br&auml;uchte mehr Steuern zahlen, die Renten k&ouml;nnte man dann verdoppeln und die Infrastruktur auf Pump vergolden lassen?!? Macht kaum Sinn oder? Aber darauf l&auml;uft es doch hinaus! Was Du heute kannst nicht bezahlen, schiebe sp&auml;teren Generationen unter. Das Argument, die Schulden werden ja investiert und zuk&uuml;nftige Generationen haben was davon, trifft nur bedingt zu. Denn wo das Geld landet, ist erst mal nicht offensichtlich. Wurde es in der Vergangenheit oft genug f&uuml;r W&auml;hlergeschenke verschwendet. Selbst wenn man ann&auml;hme, dass die Schulden bspw. f&uuml;r Stra&szlig;enbau verwendet werden, l&auml;sst sich daraus nicht unbedingt ableiten, dass es sinnvoll war diese Schulden zu machen. Denn per se werfen Stra&szlig;en erst mal kein Geld ab. Im Gegenteil, sie kosten viel Geld f&uuml;r Instandhaltung und das auf ewig (da Stra&szlig;en so gut wie nie zur&uuml;ck gebaut werden). Zuk&uuml;nftige Generationen haben also doppelt was davon: Schulden und laufende Kosten f&uuml;r die Instandhaltung. Das gilt so oder so &auml;hnlich f&uuml;r vieles.&nbsp;<\/p><p>Das soll jetzt nicht hei&szlig;en, man soll keine Stra&szlig;en bauen. Es sollte aber ohne Schulden zu machen getan werden. Ich habe auch nichts dagegen, wenn der Staat in einer Krise mehr Geld rausbl&auml;st und damit den &ldquo;Laden am Laufen h&auml;lt&rdquo;. Nur muss man die daf&uuml;r gemachten Schulden dann auch wieder abbauen. Letzteres passiert halt nie. Folge sind 2022 15Mrd.&euro; Zinsen die durch Steuern aufgebracht werden m&uuml;ssen. 2023 werden es voraussichtlich 40Mrd. &euro; sein. Wo kommen die her? Nat&uuml;rlich vom Steuerzahler. Jedes Jahr wieder, au&szlig;er die Zinsen sinken wieder auf 0.&nbsp;<\/p><p>Das ist ja &ldquo;nur&rdquo; soviel wie im Haushalt 2023 f&uuml;r das Verkehrsministerium zur Verf&uuml;gung steht. Oder doppelt soviel wie f&uuml;r Bildung und Forschung. Nur Verteidigung (53Mrd&euro; = krank) und Arbeits- und Sozialministerium (171Mrd. &euro; liegen da dr&uuml;ber)<\/p><p>Ohne Schulden im R&uuml;cken h&auml;tten wir das Geld zum Ausgeben oder zur Steuersenkung. W&auml;re das nicht sinnvoller?<\/p><p>Auch ein Staat muss mit dem Geld was er einnimmt haushalten, auf lange Sicht kann das sonst niemals funktionieren.&nbsp;<\/p><p>MfG<br>\nH. Dietrich&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Verehrte Macher der Nachdenkseiten,<\/p><p>verehrte Herren Tautenhahn und Flassbeck,<\/p><p>mir wird es ganz schwindelig zu erfahren, dass dagegen lamentiert wird, das Grundgesetz, so wie es aktuell zementiert ist, zu respektieren, dass Schulden einfach an die n&auml;chsten Generationen vererbt werden sollen, dass der Staat keine Schulden tilgen, sondern lediglich bedienen muss, ohne zu erw&auml;hnen was passiert, wenn die Zinsen mal wieder das Niveau der Siebziger oder der Achtziger Jahre erreichen k&ouml;nnte und m&ouml;glicherweise Haushalt zu erdrosseln drohen, dass das Sparen von heute zu Belastungen von morgen f&uuml;hren w&uuml;rde und etwa dass &bdquo;Wirtschaftswachstum und h&ouml;here Steuereinnahmen die Folge steigender Staatsausgaben sind und nicht umgekehrt&ldquo;.<\/p><p>Der aktuelle Schuldenberg der &ouml;ffentlichen Hand d&uuml;rfte sich mittlerweile auf fast 3. Billionen &euro; erh&ouml;ht haben. Darin sind beispielsweise zinslose &bdquo;Darlegen&ldquo; wie die der Rentenkasse gegen&uuml;ber unterschlagenen Gelder in H&ouml;he von fast 1 Billion &euro; und die Verpflichtungen hinsichtlich der Beamtenpensionen in &auml;hnlicher H&ouml;he noch nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/p><p>Und Herr Flassbeck, der Fachkollegen die anderer Auffassungen sind, sinngem&auml;&szlig; als unbelehrbare Ignoranten apostrophiert, was einem schmerzt so was auf den NachDenkSeiten zu lesen, erinnert an den Herrn Lautenbach als Lichtgestalt aus den drei&szlig;iger Jahren, wobei man skeptisch sein sollte, wenn die L&ouml;sungen so einfach sein sollen wie es die Gleichung  EU = I + VU &ndash; SN  andeutet. Und es stellt sich dabei die Frage, ob die damaligen Randbedingungen auch heute noch g&uuml;ltig sind.<\/p><p>Dabei m&uuml;sste man best&uuml;rzt sein, dass der deutsche Staat j&auml;hrlich fahrl&auml;ssig und\/oder vors&auml;tzlich auf Steuereinnahmen in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 200 Mrd. &euro; verzichtet. Von diesem seit Jahrzehnten bestehenden Skandal haben die beiden Autoren wohl noch nicht geh&ouml;rt. Zumindest  fehlt hier diesbez&uuml;glich ein einziges Wort und auch im Zusammenhang mit der Schwarzen Null bleibt dieser Sachverhalt von der Mainstreammedien gemeinhin unerw&auml;hnt.<\/p><p>Lassen Sie mich einige Beispiele stichwortartig erw&auml;hnen.<\/p><p>Die Umsatzsteuerkarusselle sch&auml;digen die EU j&auml;hrlich um gesch&auml;tzte 50 Mrd. &euro;, siehe Frontal21 auf YouTube, betr&uuml;gerische Unternehmen, die Inlandsgesch&auml;fte als Exporte falsch deklarieren je nach Quelle bis zu 64 Mrd. &euro; j&auml;hrlich, z.B. Wirtschaftswoche &bdquo;Bis zu 60 Mrd. &euro; im Jahr: EU-Handelsdaten zeigen m&ouml;gl. Umsatzsteuerbetrug&ldquo;,  und Verluste vor allem im Onlinehandel mit Fernost, vielleicht nochmals 40 Mrd. &euro; was der Bundesrechnungshof seit Jahren anprangert, siehe z. B. Wirtschaftliche.de &bdquo;Warum Deutschland ein Eldorado f&uuml;r chinesische Onlineh&auml;ndler ist&ldquo;. Gehen wir von ca. 150 Mrd. &euro; j&auml;hrlich aus, W&auml;re Deutschland mit ca. 30 Mrd. &euro; dabei? Olaf Scholz und alle Parteien wissen sehr genau Bescheid.<\/p><p>Die Finanzverwaltung ist weiterhin vors&auml;tzlich personell unterbesetzt. Der SPIEGEL taxierte vor 10 Jahren die Steuerausf&auml;lle auf bis zu 50 Mrd. &euro; j&auml;hrlich &bdquo;Steueroase Deutschland&ldquo;. J&uuml;ngst konnte man lesen, dass  Steuerpr&uuml;fungen von Einkommensmillion&auml;ren sich innerhalb kurzer Zeit halbiert h&auml;tten. Die Geschichte der rechtschaffenen Steuerfahnder aus Frankfurt, die beh&ouml;rdlicherseits zu Idioten erkl&auml;rt worden waren, beweisen, dass unser kapitalistisch durchdrungener Staat den Reichen und Superreichen nicht ans Portemonnaie will. Ein niedrigrangiger SPD-Politiker vor Jahren pers&ouml;nlich: &bdquo;Standortvorteil&ldquo;.<\/p><p>&ldquo;Der t&auml;gliche Betrug an Deutschlands Kassen&ldquo; bel&auml;uft sich lt. dem Fachverband f&uuml;r Kassen- und Abrechnungssystemtechnik auf 50 bis 70 Mrd. &euro; j&auml;hrlich. SZ.de vom 28. November 2019. Hieran hat sich nicht viel ge&auml;ndert.<\/p><p>Die seitens Hans Eichel und Heribert Zitzelsberger eingef&uuml;hrte 95%ige Steuerfreiheit von Gewinnen bei Firmenverk&auml;ufen existiert offenbar immer noch und verhilft internationalen Konzernen zu Milliardengewinnen in Deutschland.<\/p><p>Steuerhinterziehung kostet die EU-Staaten 825 Mrd. &euro; p.a. Soweit erinnerlich war es Norbert H&auml;ring, der vor Jahren darauf hingewiesen hat, dass der deutsche Fiskus diesem Unwesen zumindest etwas Einhalt gebieten k&ouml;nne ohne internationale Vertrage auch nur anzutasten.<\/p><p>Weiterhin seien genannt: Verm&ouml;gensteuer, Erbschaftsteuer f&uuml;r sehr Reiche, Unternehmenssubventionen, deren Begr&uuml;ndung lt. Rechnungshof l&auml;ngst entfallen ist, Dienstwagenprivileg, Kerosinsteuer, die von Olaf Scholz k&uuml;rzlich novellierte Grunderwerbsteuer, die verfehlte Finanztransaktionssteuer und vieles, vieles mehr.<\/p><p>Dies als Denkansto&szlig; f&uuml;r die beiden Autoren im Zusammenhang mit dem Schulden machen. Vielleicht doch nicht alternativlos!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nVolker R&uuml;dinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106992\">In diesem Beitrag<\/a> vertritt Andr&eacute; Tautenhahn die These, nach der Deutschland in der Schuldenbremsenfalle sitze, was &bdquo;bereits durch die Bildung immer neuer Sonderverm&ouml;gen, also Schattenhaushalte&ldquo;, deutlich geworden sei und &bdquo;jetzt final durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts amtlich besiegelt&ldquo; worden sei. 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