{"id":107226,"date":"2023-11-26T09:00:28","date_gmt":"2023-11-26T08:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226"},"modified":"2023-11-24T14:49:47","modified_gmt":"2023-11-24T13:49:47","slug":"hinweise-der-woche-335","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h01\">Ein finanzpolitisches Armageddon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h02\">Eine Besatzungsmacht hat kein Recht auf Selbstverteidigung gegen die Besetzten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h03\">Israels Armee in Gaza: Operieren ohne Narkose<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h04\">Philosophin Judith Butler &uuml;ber Israel und Hamas: &bdquo;Die Gr&auml;ueltaten waren entsetzlich&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h05\">Gaza: Wie sich Deutschland von der Welt und vom V&ouml;lkerrecht isoliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h06\">Die Deutschen merken&rsquo;s nicht: Olaf Scholz hat die &bdquo;Postfaschistin&ldquo; Meloni zur Demokratin erkl&auml;rt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h07\">Argentinien: Mit der Motors&auml;ge in den Abgrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h08\">Corona-Ausschuss im Potsdamer Landtag: Eiertanz um die Verantwortung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h09\">Aufbruch ins Abseits: Die Linke zwischen Mittelmeer und Genderstern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107226#h10\">Rundfunkbeitrag: 58 Cent mehr im Monat &ndash; wof&uuml;r?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ein finanzpolitisches Armageddon<\/strong><br>\nMit Lindners Haushaltssperre ist die politische Katastrophe der Ampel perfekt. Wird die Schuldenbremse jetzt nicht weiter umgangen, reformiert oder abgeschafft, droht eine noch h&auml;rtere Sparpolitik samt Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit.<br>\nErst die Sparpolitik der Ampel, dann das Urteil aus Karlsruhe und jetzt die Haushaltssperre von Lindner. Wir befinden uns im finanzpolitischen Notstand &ndash; und es ist keine &Uuml;bung. Das Problem ist: Es hat auch keine Vorbereitung auf einen solchen Vorgang gegeben. Das n&ouml;tige Wissen d&uuml;rfte h&ouml;chstens in alten Papieren im Bundesfinanzministerium und den K&ouml;pfen einiger kluger Haushaltsrechtler schlummern.<br>\nGleichzeitig betreten wir juristisches Neuland. Weder wurden bisher in der bundesdeutschen Geschichte Nebenhaushalte des Bundes vom Verfassungsgericht gekippt, noch wurden in der j&uuml;ngeren Zeit solch weite Teile des Bundeshaushalts von einem Finanzminister gesperrt. Wenn die Ampel jetzt an ihrem dogmatischen Rahmen festh&auml;lt, dass die Schuldenbremse eingehalten und keine Steuern erh&ouml;ht werden sollen, dann k&ouml;nnte die h&auml;rteste Sparpolitik der Nachwendezeit drohen &ndash; inklusive Massenarbeitslosigkeit, dem Verschleppen der Klimakrise und einem Aufschwung der AfD.<br>\nDas Grundproblem ist: Die Ampel wollte ab 2023 die Schuldenbremse wieder einhalten, auf Steuererh&ouml;hungen (f&uuml;r Reiche) verzichten, gleichzeitig die Klimawende anschieben und die gr&ouml;&szlig;ten L&uuml;cken des Sozialstaats etwas flicken. Doch der Plan ging nicht auf und konnte von vornherein nicht aufgehen. Denn die Kohle fehlt.<br>\nWeil diese Kohle fehlt, muss die Ampel zum Beispiel die Mehrwertsteuer in der Gastro, Fernw&auml;rme und Gas wieder erh&ouml;hen, um ein paar Milliarden Spielraum zu gewinnen. Gleichzeitig verk&uuml;mmern die Fortschritte bei B&uuml;rgergeld und Kindergrundsicherung quasi zu blo&szlig;en Umbenennungen der bestehenden Programme. All das sind politische Entscheidungen. Die folgenreichste politische Entscheidung aber ist die Einhaltung der Schuldenbremse selbst.<br>\nUm trotz Schuldenbremse ein wenig Fortschritt zu simulieren und ein paar Milliarden an Spielraum zu erzeugen, schuf die Ampel sich neue Regeln. Nunmehr sollte das Bef&uuml;llen eines Geldtopfes unter die Schuldenbremse fallen und nicht mehr das Ausgeben. Man bef&uuml;llt also den Topf, wenn die Schuldenbremse ausgesetzt ist, und entleert ihn, wenn sie wieder gilt. Eine ziemlich gute Idee &ndash; so schien es.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/lindner-haushaltssperre-schuldenbremse\">Lukas Scholle auf Jacobin<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wer oder was ist hier verfassungswidrig?<\/strong><br>\nDer eigentliche Skandal des Karlsruher Urteils zur Schuldenbremse besteht darin, dass die Richter den politischen Missbrauch des Grundgesetzes durch diese Rechtsnorm nicht kritisieren, sondern sogar bef&ouml;rdern. [&hellip;]<br>\nDas Urteil sei &bdquo;Politik made in Karlsruhe&ldquo;, schimpft die S&uuml;ddeutsche Zeitung und wirft den Verfassungsrichtern damit Amtsanma&szlig;ung vor. Ihr Urteil &bdquo;klingt, als h&auml;tten sie die Lizenz zum Mitregieren.&ldquo; Das Dumme ist nur, dass dem Bundesverfassungsgericht diese Lizenz 2009 von der F&ouml;deralismuskommission des Bundes und der L&auml;nder einvernehmlich und unter dem Beifall der Leitmedien erteilt wurde. Die politische Klasse hat sich diese Falle selbst gestellt.<br>\nMit der Schuldenbremse hat sie das Bundesverfassungsgericht zum begleitenden Mitregieren geradezu aufgefordert. Wer einem fiskalischen Instrument wie der Schuldenbremse Verfassungsrang einr&auml;umt, darf sich nicht wundern, dass die Richter des Zweiten Senats das kreditfinanzierte Klimaschutzprogramm der Bundesregierung f&uuml;r grundgesetzwidrig erkl&auml;ren.<br>\nDie Behauptung der S&uuml;ddeutschen Zeitung, die Schuldenbremse sei nur daf&uuml;r gedacht, die Politik vor der &bdquo;&uuml;berw&auml;ltigenden Versuchung zu bewahren, Schulden f&uuml;r wahlwirksame Kurzfrist-Wohltaten aufzunehmen&ldquo;, ist eine steile These. In das Grundgesetz wurden ungew&ouml;hnlich detaillierte Vorgaben f&uuml;r den Umfang und die Grenzen der &ouml;ffentlichen Kreditaufnahme eingef&uuml;gt (siehe unten), aber von einer Beschr&auml;nkung der Schuldenbremse auf verzichtbare Leistungen ist dort nichts zu lesen. Sie gilt f&uuml;r alle Staatsausgaben, unabh&auml;ngig von deren Nutznie&szlig;ern und Bedeutung.<br>\nAllerdings dr&auml;ngt sich die Frage auf, ob nicht die Schuldenbremse selbst dem Charakter des Grundgesetzes als Gesetzgebungsrahmen widerspricht. Ihre in sieben (!) Artikeln des Grundgesetzes (91c, 91d, 104b, 109, 109a, 115 und 143d) kodifizierten Regeln lesen sich, wie Heribert Prantl in der Online-Ausgabe der S&uuml;ddeutschen Zeitung feststellt, &bdquo;nicht wie Grundregeln, sondern wie deren Ausf&uuml;hrungsbestimmungen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/38-2023\/wer-oder-was-ist-hier-verfassungswidrig\/\">Hartmut Reiners auf Makroskop<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Fabio De Masi zu Schuldenbremse: W&auml;re es nicht ehrlicher, die Lebensl&uuml;ge zu beenden?<\/strong><br>\nWir sind die viertgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der Erde, doch bei der Investitionsquote, den Investitionen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), sind wir Schlusslicht in Europa. Versp&auml;tete Z&uuml;ge, marode Schulen und fehlender Wohnraum in Deutschland sind das Ergebnis. Wir zehren unseren Kapitalstock auf, der von Generationen vor uns aufgebaut wurde.<br>\nWenn wir in Zukunftstechnologien investieren oder Universit&auml;ten bauen, n&uuml;tzt dies auch unseren Enkelkindern, die sich &uuml;ber Zinsen und Tilgung an der Finanzierung beteiligen. So k&ouml;nnen wir gro&szlig;e Investitionen stemmen. Ein Haus baut man auch auf Raten. Vor dem Ukraine-Krieg und Energiepreisschock waren die Zinsen niedrig. Sie wurden nicht genutzt. Deutschland hat sich zu lange auf den Export und die Nachfrage aus dem Ausland verlassen. Dies r&auml;cht sich in Corona-Krise und Wirtschaftskrieg, die globale Lieferketten zerr&uuml;tteten.<br>\nAuch die aktuelle Teuerung bek&auml;mpft man nicht durch weniger, sondern durch mehr Staatsausgaben wie etwa die USA mit dem &bdquo;Inflation Reduction Act&ldquo;. Wir haben keine Inflation aufgrund &uuml;berhitzter Nachfrage, sondern unzureichende Energie-Kapazit&auml;ten und Profitinflation durch marktbeherrschende Konzerne. Wenn wir etwa nun aufgrund der Schuldenbremse, die Energiepreise nicht durch Preisbremsen drosseln, kann dies die Teuerung erneut versch&auml;rfen.<br>\nWer eine &bdquo;Investitionsbremse&ldquo; ins Grundgesetz hebt, darf sich daher nicht wundern, wenn Verfassungsrichter Finanzpolitik machen. Dies ist nicht nur der Union oder dem st&ouml;rrischen FDP-Finanzminister Christian Lindner anzulasten. Der wurde ohnehin nur Finanzminister, weil die Gr&uuml;nen auch das Au&szlig;enministerium beanspruchten.<br>\nDie SPD hat die Regel selbst im Grundgesetz verankert und Bundeskanzler Olaf Scholz hat sie stets bef&uuml;rwortet. Wesentliche Finanzpolitiker der Gr&uuml;nen wollten sie einst sogar versch&auml;rfen, darunter Robert Habecks Staatssekret&auml;rin Anja Hajduk. Und der Haushalt wird von der Mehrheit im Bundestag beschlossen. SPD und Gr&uuml;ne haben bei Abstimmungen im Bundestag genug Daumenschrauben f&uuml;r Herrn Lindner. Daf&uuml;r reichen schon ein paar Jusos, die aus der Reihe tanzen. Die Ampel-Koalition zofft sich t&auml;glich vor dem ganzen Land wie Oliver und Amira Pocher. Aber beim Haushalt und der fatalen Beendigung der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Notlage, die das Kreditverbot aussetzt, gab es nicht mal einen Zwergenaufstand.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/kommentar-schuldenbremse-fabio-de-masi-schlaegt-der-bundesregierung-radikale-loesung-vor-li.2161746\">Berliner Zeitung<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Die Haushaltskrise und die drei Elefanten im Raum<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107137\">NachDenkSeiten<\/a><\/p>\n<p>sowie: <strong>Die Schuldenbremse muss weg<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106992\">NachDenkSeiten<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Eine Besatzungsmacht hat kein Recht auf Selbstverteidigung gegen die Besetzten<\/strong><br>\nKann Israel einen Selbstverteidigungskrieg gegen ein von ihm besetztes Gebiet f&uuml;hren?<br>\nZun&auml;chst einmal muss daran erinnert werden, dass Israel offiziell eine Besatzungsmacht ist und seine Pr&auml;senz in den pal&auml;stinensischen Gebieten gem&auml;ss der Resolution&thinsp;242 (1967) des Uno-Sicherheitsrats illegal ist. Folglich ist der Widerstand gegen diese Besatzung legal. Die Resolution&thinsp;45\/130 (1990) der Generalversammlung gibt den Pal&auml;stinensern das Recht auf Widerstand &laquo;mit allen ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln, einschliesslich dem bewaffneten Kampf&raquo;.<br>\nGenau aus diesem Grund erkannte Russland vor seiner Intervention in der Ukraine am 21.&thinsp;Februar die Unabh&auml;ngigkeit der Donbas-Republiken an. Dies erm&ouml;glichte es diesen beiden Republiken, Russland um Hilfe zu bitten, um einen Verteidigungskrieg gem&auml;ss Artikel&thinsp;51 der Charta gegen die beginnende ukrainische Offensive zu f&uuml;hren. Ich hatte diesen Mechanismus in meinen B&uuml;chern &uuml;ber den Ukraine-Konflikt und in Ihrer Zeitung beschrieben.<br>\nW&uuml;rde &ndash; ironischerweise &ndash; Israel die Existenz eines pal&auml;stinensischen Staates anerkennen, k&ouml;nnte es einen Verteidigungskrieg gegen ihn f&uuml;hren. Israels international anerkannter Status ist jedoch der einer Besatzungsmacht, und als solche ist es seine Verantwortung, die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen, nicht sie zu zerst&ouml;ren.<br>\nIst das Timing des &Uuml;berfalls auf eine gewollte St&ouml;rung der vorsichtigen Ann&auml;herung zwischen Israel und den arabischen Staaten zur&uuml;ckzuf&uuml;hren?<br>\nNein, das glaube ich nicht. Es ist vielmehr die Konsequenz einer Situation, die Israel auf seinem eigenen Territorium nicht mehr unter Kontrolle hat.<br>\nMan spricht von 10&thinsp;000 toten Zivilisten in Gaza, davon ungef&auml;hr die H&auml;lfte Kinder. Ist die Zahl realistisch?<br>\nDie Zahlen stammen vom Gesundheitsministerium in Gaza. Sie sind daher nicht mehr oder weniger zuverl&auml;ssig als die von Israel angegebenen Zahlen. Im Gegensatz zu Israel, das noch nicht alle Namen seiner Opfer deklassifiziert hat, haben die pal&auml;stinensischen Opfer jedoch einen Namen und eine feststehende Identit&auml;t. Dies l&auml;sst vermuten, dass die pal&auml;stinensischen Zahlen glaubw&uuml;rdig sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeitgeschehen-im-fokus.ch\/de\/newspaper-ausgabe\/nr-16-17-vom-17-november-2023.html#article_1583\">Zeitgeschehen im Fokus<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Israels Armee in Gaza: Operieren ohne Narkose<\/strong><br>\nWenn ich als Chirurg im fernen, sicheren Deutschland von der Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen im belagerten und bombardierten Gaza h&ouml;re, l&auml;sst mich das nicht unber&uuml;hrt.<br>\nOhnedies ist es schon grauenhaft, wenn einem neunj&auml;hrigen Jungen verletzungsbedingt ein Fu&szlig; amputiert werden muss, um sein Leben zu retten &ndash; wie von dem chirurgischen Kollegen Mohammed Obeid vor Kurzem aus dem Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt berichtet.<br>\nDass daf&uuml;r dann keine ausreichende An&auml;sthesie verf&uuml;gbar ist, &uuml;berschreitet die Grenzen des Vorstellbaren. Hierzulande gibt es Einzelf&auml;lle von Berichten, dass Patientinnen und Patienten w&auml;hrend der Operation erwacht sind, Teile davon mitbekommen und trotz Narkose Schmerzen empfunden haben.<br>\nLeider ist das oft damit verbunden, dass Patient*innen sich trotzdem nicht wehren oder anderweitig bemerkbar machen k&ouml;nnen.<br>\nJe nach Ausma&szlig; des Narkoseversagens und auch des Eingriffs (Kriegsverletzungen betreffen oft auch den Rumpf, etwa die Bauchh&ouml;hle) hinterl&auml;sst das bei den Betroffenen ein Psychotrauma.<br>\nWenn der Patient oder die Patientin den Krieg &uuml;berlebt, kann das durchgemachte lebenslange Folgen haben, und unter Umst&auml;nden immer wiederkehren.<br>\nDie hiesigen Fallberichte und Publikationen betreffen unbeabsichtigte F&auml;lle, die &uuml;berdies selten sind.<br>\nWas in Gaza geschieht, hat hingegen System.<br>\nUnd es betrifft auch die ausf&uuml;hrenden Chirurginnen und Chirurgen.<br>\nWer wie ich seit Jahrzehnten in diesem Fach arbeitet, kann erahnen, was nicht nur die Patienten, sondern auch die Kollegen jetzt in der H&ouml;lle von Gaza durchmachen. Einer menschengemachten H&ouml;lle. Die auch durch menschlichen Willen beendet werden k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Israels-Armee-in-Gaza-Operieren-ohne-Narkose-9532415.html%20\">Christoph Kr&auml;mer in Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin B.W.:<\/strong> Ein Blick auf die katastrophale medizinische und humanit&auml;re Lage in Gaza aus Sicht eines erfahrenen Chirurgen, der in der IPPNW friedenspolitisch aktiv ist. Er bringt uns nicht nur die menschlichen Qualen der Pal&auml;stinenser und die Ohnmacht der &auml;rztlichen Kollegen in Anbetracht dieser &bdquo;menschengemachten H&ouml;lle&ldquo; nahe, sondern appelliert auch an uns, dieses Grauen nicht weiter zuzulassen, indem er dazu aufruft, unsere Forderungen direkt an unsere politischen Entscheider zu richten. Bundeskanzler Scholz und Au&szlig;enministerin Baerbock m&uuml;ssen sich f&uuml;r einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen einsetzen, damit ausreichende humanit&auml;re Hilfe f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung in Gaza &uuml;berhaupt m&ouml;glich wird. Solange unsere Regierung das nicht tut, macht sie sich an dem unermesslichen aber vermeidbaren Leiden der Menschen in Gaza mitschuldig.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Philosophin Judith Butler &uuml;ber Israel und Hamas: &bdquo;Die Gr&auml;ueltaten waren entsetzlich&ldquo;<\/strong><br>\nJudith Butler ist weltweit eine der bekanntesten Pers&ouml;nlichkeiten im Feld der Philosophie. In Deutschland gibt es eine breite Anh&auml;ngerschaft besonders unter Studierenden, das belegt der Zuspruch bei ihren Auftritten an deutschen Universit&auml;ten. Aufgrund ihrer Haltung zu Israel ist Judith Butler aber in den letzten Jahren in die Kritik geraten, besonders in Deutschland. Gestern erkl&auml;rte sie daher in einigen kurzen Statements f&uuml;r die Wochenzeitung &bdquo;Die Zeit&ldquo;, dass sie Angst habe, sich in Deutschland &ouml;ffentlich zu zeigen, da sie massiv bedroht werde.<br>\nSie ist Mitunterzeichnerin des Briefes &bdquo;Philosophy for Palestine&ldquo;, der aufgrund einer mangelnden Inblicknahme des Terroranschlags der Hamas am 7. Oktober kritisiert worden ist. Unter anderem kritisierte die Politologin Sheyla Benhabib den offenen Brief in scharfer Form. Wir hatten die Gelegenheit, Judith Butler einige Fragen zu stellen, um ihre Position, die genau wie die der anderen Interviewpartner:innen nicht die Position der Frankfurter Rundschau wiedergibt, darzustellen, so dass die Leserschaft sich selbst ein Urteil &uuml;ber den komplexen Sachverhalt bilden kann. (&hellip;)<br>\nDie an der israelischen Zivilbev&ouml;lkerung begangenen Gr&auml;ueltaten waren entsetzlich und k&ouml;nnen weder hingenommen noch rationalisiert werden. Aber wenn wir uns f&uuml;r die Gr&uuml;nde interessieren, warum es zu dieser Gewalt kam, sollten wir in der Lage sein, die Geschichte zu rekonstruieren, um sie besser zu verstehen. Historisch zu verstehen, warum es zu dieser Gewalt kam, ist nicht gleichbedeutend mit der Billigung von Gewalt. Eine Geschichte darzustellen und ein moralisches Urteil zu f&auml;llen, ist nicht dasselbe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/gesellschaft\/judith-butler-israel-hamas-krieg-philosophin-interview-netanjahu-biden-antisemitismus-92678387.html%20\">FR Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.J.:<\/strong> Das Interview mit der Philosophin Judith Butler &uuml;ber Israel und die Hamas ist eine wohltuend differenzierte Stellungnahme, die auch ein besonderes Licht auf die Diskussion in Deutschland wirft. Parallelen zum Krieg in der Ukraine lassen sich unschwer erkennen (kein Krieg ohne Vorgeschichte).<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gaza: Wie sich Deutschland von der Welt und vom V&ouml;lkerrecht isoliert<\/strong><br>\nNoch immer unterst&uuml;tzen einige westliche Regierungen, insbesondere die USA, Gro&szlig;britannien und Deutschland, die israelische Regierung bei ihren Bombardierungen des Gaza-Streifens, denen inzwischen nach Angaben der pal&auml;stinensischen Beh&ouml;rden mehr als 13.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, davon etwa 5000 Kinder. Bei dem vorangehenden blutigen Anschlag der Hamas auf Israel waren etwa 1200 Menschen gestorben.<br>\nMit dem Fortschreiten der Zerst&ouml;rungen in Gaza isolieren sich allerdings Deutschland und seine atlantischen Verb&uuml;ndeten international immer weiter. Die UN-Generalversammlung hatte schon am 26. Oktober mit einer gro&szlig;en Mehrheit von 120 Stimmen einen Waffenstillstand gefordert, nur 14 Staaten, darunter die USA, Israel und einige winzige Inselstaaten wie Tonga, stimmten dagegen, Deutschland enthielt sich. In Lateinamerika, Afrika und gro&szlig;en Teilen Asiens w&auml;chst die Emp&ouml;rung &uuml;ber Israels milit&auml;risches Vorgehen, Bolivien hat seine diplomatischen Beziehungen mit Israel abgebrochen, S&uuml;dafrika bereitet diesen Schritt vor, andere wie Chile, Kolumbien und der Tschad haben ihre Botschafter abgezogen.<br>\nAuch in Europa regt sich Widerspruch. Der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Emmanuel Macron rief die israelische Regierung dazu auf, die T&ouml;tung von Zivilisten einzustellen, die Regierungen Spaniens und Irlands &auml;u&szlig;erten sich &auml;hnlich. In London gingen am 18. November sch&auml;tzungsweise 300.000 Menschen auf die Stra&szlig;e, um einen Waffenstillstand zu fordern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/fabian-scheidler.de\/2023\/11\/21\/gaza-wie-sich-deutschland-von-der-welt-und-vom-voelkerrecht-isoliert\/\">Fabian Scheidler<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Pal&auml;stinenser in Deutschland erleben Wochen der Einsamkeit<\/strong><br>\nW&auml;hrend sie sich um ihre Familien in Gaza und im Westjordanland sorgen, f&uuml;hlen sich viele Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser in Deutschland von Politik und Medien im Stich gelassen.<br>\nDer schreckliche Angriff der Hamas am 7. Oktober, der mehr als 1.200 Menschen das Leben kostete, und bei dem mehr als 250 Israelis entf&uuml;hrt wurden, hat vieles ver&auml;ndert. Seitdem herrscht in Israel und Pal&auml;stina ein weiterer blutiger Krieg. Jeden Tag sterben in Gaza Babys und Rentner nebeneinander, denn die israelischen Bomben t&ouml;ten vor allem die Zivilbev&ouml;lkerung. Und auch die israelische Bev&ouml;lkerung hat Angst &ndash; vor einer Wiederholung der Gewalt, wie auch vor den Raketen der Hamas. In Gaza mangelt es aufgrund der Blockade Israels inzwischen an allem: Wasser, Lebensmittel, Medizin und Treibstoff, um die Generatoren zu betreiben, mit denen auch die Krankenh&auml;user am Laufen gehalten wurden. Inzwischen sind die meisten Generatoren aus und mit ihrem Ende stirbt die Hoffnung vieler Menschen auf ein &Uuml;berleben noch weiter.<br>\nDie Sorge um das &Uuml;berleben der Menschen in Gaza, im Westjordanland, wo die Siedler immer brutaler agieren, und in Israel ist f&uuml;r mich keine abstrakte Sorge um Menschen, die ich nicht kenne, es ist die Sorge eines Menschen mit pal&auml;stinensischen Wurzeln und israelischem Pass. Es ist die Sorge um Familie und Freunde, eine Sorge, die sich leider immer wieder best&auml;tigt. F&uuml;r viele Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser bedeutet ein Blick in die Nachrichten aktuell traurige Gewissheit dar&uuml;ber zu erhalten, wieder ein Mitglied der eigenen Familie verloren zu haben &ndash; in einem Krieg, gegen den man in Deutschland viel zu wenig tun kann. Und mehr noch: in einem Krieg, der von der Regierung unterst&uuml;tzt wird, w&auml;hrend meine und unsere Sorgen als Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser in diesem Land ignoriert und beiseite gewischt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/gaza-palaestina-deutschland-einsamkeit-medien\">Jules El-Khatib auf Jacobin<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Kritik von Juden in Deutschland: &bdquo;Wir verzweifeln an Israels Politik&ldquo;<\/strong><br>\nDie Berliner Zeitung berichtete &uuml;ber eine Veranstaltung des Vereins J&uuml;dische Stimme in Berlin. Unsere Autorin war dabei &ndash; und &auml;rgerte sich &uuml;ber den Bericht. Eine Entgegnung.<br>\nDer &bdquo;Kosher-Stempel&ldquo;-Artikel dieser Zeitung zur Veranstaltung der &bdquo;J&uuml;dischen Stimme&ldquo; am 4. November in Berlin hinterl&auml;sst mich kopfsch&uuml;ttelnd. Nachdem die Autorin zu 90 Prozent inhaltlich korrekt wiedergibt, was an jenem Abend im Kulturzentrum Oyoun stattgefunden hat, endet der Artikel mit der Vermutung, dass wir &bdquo;eigensinnigen&ldquo; J&uuml;dinnen und Juden wohl genauso massakriert worden w&auml;ren, h&auml;tten wir uns am 7. Oktober zu Besuch in einem der Kibuzzim befunden, in denen Hamas-Terroristen gew&uuml;tet hatten.<br>\nWas will die Autorin den Lesern (oder uns?) sagen? Dass wir so dumm oder zu naiv sind, um zu begreifen, dass unser ganzes Friedensged&ouml;ns sowieso nichts bringt, wenn man es mit Terroristen zu tun hat? Sind wir am Ende doch die &bdquo;falschen&ldquo; Juden, wie sie in Deutschland normalerweise gar nicht geh&ouml;rt werden und auch nicht geh&ouml;rt werden sollen? An dieser Stelle ganz gro&szlig;en Dank an die Berliner Zeitung, die immerhin jemanden schickt und einen Artikel &uuml;ber unsere Veranstaltung abdruckt, w&auml;hrend bis auf Kollegen der &bdquo;junge welt&ldquo; alle anderen eingeladenen Pressevertreter sich lieber durch Abwesenheit positionieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/nahostkonflikt-kritik-von-juden-in-deutschland-wir-verzweifeln-an-israels-politik-li.2161344\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Deutschen merken&rsquo;s nicht: Olaf Scholz hat die &bdquo;Postfaschistin&ldquo; Meloni zur Demokratin erkl&auml;rt<\/strong><br>\nAm Mittwoch erhielt Italiens Ministerpr&auml;sidentin Giorgia Meloni genau, was sie wollte: Anerkennung von Deutschland. Ein Geschenk von Olaf Scholz. Ein Kommentar.<br>\n&bdquo;Tempora mutantur, nos et mutamur in illis&ldquo;, sagen die Lateiner. Auf Deutsch kann man diese S&auml;tze in etwa so &uuml;bersetzen: &bdquo;Die Zeiten &auml;ndern sich. Und wir &auml;ndern uns mit ihnen.&ldquo; Wie schnell so ein Wandel heutzutage erfolgen kann, insbesondere in der politischen Szene, kann man mit Blick auf die deutsch-italienischen Beziehungen studieren.<br>\nVor nicht allzu langer Zeit wurde die italienische Ministerpr&auml;sidentin Giorgia Meloni in Europa noch als &bdquo;Postfaschistin&ldquo;, &bdquo;Rechtsextremistin&ldquo; und &bdquo;Mussolini-Nostalgikerin&ldquo; beschrieben. Diese Zeiten scheinen nun endg&uuml;ltig vorbei zu sein, zumindest in Deutschland. [&hellip;]<br>\nAm Mittwoch wimmelte es im Kanzleramt nur so von italienischen Journalisten. Es wirkte fast so, als ob Scholz Meloni in Rom und nicht Meloni Scholz in Berlin besucht h&auml;tte. Die wenigen deutschen Medienvertreter konnte man an einer Hand abz&auml;hlen. Sie konnten sich die massive Pr&auml;senz der italienischen Medien nicht erkl&auml;ren. Ein deutscher Journalist fragte seinen Kollegen: &bdquo;Wieso sind all diese italienischen Journalisten heute hier?&ldquo; Die Deutschen konnten nicht verstehen, was der Grund f&uuml;r die mediale Aufregung der Italiener war. Die Antwort ist jedoch einfacher als gedacht: Sie wollten dem medialen Triumph Melonis beiwohnen.<br>\nBei Melonis Besuch in Berlin ging es nicht darum, eine L&ouml;sung f&uuml;r die Einwanderungs- und Wirtschaftskrise Europas zu finden oder einen Kompromiss mit Blick auf den umstrittenen Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakt, den Italien nur ungern ratifizieren m&ouml;chte, obwohl Deutschland seit langem Druck auf die italienische Regierung aus&uuml;bt. An diesem Tag ging es lediglich um mediale Pr&auml;senz f&uuml;r Meloni, die &bdquo;Postfaschistin&ldquo;, vor der sich der sozialdemokratische Kanzler letztendlich verbeugen musste.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/kommentar-olaf-scholz-hat-die-faschistin-giorgia-meloni-zur-demokratin-erklaert-und-die-deutschen-merken-es-nicht-li.2161634\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Argentinien: Mit der Motors&auml;ge in den Abgrund<\/strong><br>\nEs ist mit Worten kaum zu beschreiben, was sich derzeit in Argentinien abspielt. Der Mann mit der Motors&auml;ge hat tats&auml;chlich haushoch die Pr&auml;sidentschaftswahlen gewonnen. Javier Milei, der selbsternannte Anarchokapitalist, hat die regierenden Peronisten aus dem Amt gejagt und wird, wenn er seine &bdquo;Wahlversprechen&ldquo; auch nur halbwegs umsetzt, dem Land in den n&auml;chsten vier Jahren ungeheuren Schaden zuf&uuml;gen (wie hier im August nach den Vorwahlen schon beschrieben).<br>\nEs ist das erneute Scheitern der Linken, obwohl jeder argentinische B&uuml;rger h&auml;tte wissen k&ouml;nnen, dass Konservative oder gar libert&auml;re Anarchisten noch viel gr&ouml;&szlig;eres Unheil anrichten als die Linke. Im Dezember 2015 war Mauricio Macri unter ganz &auml;hnlichen Vorzeichen Pr&auml;sident geworden. Der Konservative hatte versprochen, das Land endlich aus den F&auml;ngen der Quasi-Sozialisten vom Schlage der Peronistin Christina Kirchner zu befreien und in eine neue helle Zukunft zu f&uuml;hren.<br>\nEine der ersten Taten von Macri war die Einigung mit den sogenannten Geierfonds (siehe den Beitrag hier), die niemals dem argentinischen Schuldenschnitt bei Dollaranleihen zugestimmt hatten (dazu hier ein &auml;lteres und hier ein neueres St&uuml;ck). Auch einigte sich Argentinien unter Macri mit dem IWF (der viele Jahre vorher als der unmittelbare Vertreter des Teufels in Lateinamerika galt) auf ein riesiges &bdquo;Hilfsprogramm&ldquo;, das nat&uuml;rlich mit Auflagen verbunden war, die jedoch dem Wirtschaftsprogramm von Macri, das aus Austerit&auml;t und monet&auml;rer &bdquo;Solidit&auml;t&ldquo; bestehen sollte, in die H&auml;nde spielte.<br>\nDas Ergebnis war die schlechteste wirtschaftliche Entwicklung, die man sich nur denken kann: Das Land fand keinen Weg aus einer extrem tiefen Rezession, die Inflationsrate war auf fast 50 Prozent gestiegen (mit enormen Konsequenzen f&uuml;r die Kaufkraft der Bev&ouml;lkerung) und die kurzfristigen Zinss&auml;tze lagen bei 60 Prozent, der Wechselkurs des Peso gegen&uuml;ber dem US-Dollar st&uuml;rzte ab. Bei den Wahlen im Oktober 2019 wurde Mauricio Macri dann als Pr&auml;sident von Alberto Fern&aacute;ndez (dem fr&uuml;heren Kabinettschef von Christina Kirchner) abgel&ouml;st, was nichts anderes bedeutete, als dass die Peronisten erneut vier Jahre lang die M&ouml;glichkeit hatten, etwas Grundlegendes zu &auml;ndern.<br>\nDoch sie verspielten auch diese Chance leichtfertig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2023\/11\/21\/argentinien-mit-der-motorsaege-in-den-abgrund\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Corona-Ausschuss im Potsdamer Landtag: Eiertanz um die Verantwortung<\/strong><br>\nEx-Bildungsministerin Britta Ernst, Frau von Olaf Scholz, und ihre Staatssekret&auml;rin treten im Corona-Ausschuss in Potsdam auf. Es ist ein seltsames Schauspiel.<br>\nOlaf Scholz (SPD) ist unter anderem damit ins Kanzleramt gekommen, dass er ein St&uuml;ck weit Habitus und Gestus von Angela Merkel (CDU) nachgeahmt hat, um ihr so lange erfolgreiches Wahlversprechen &bdquo;Sie kennen mich!&ldquo; auf sich selbst zu &uuml;bertragen.<br>\nAls Scholz 2021 Bundeskanzler wurde, da hatten viele Deutsche das Gef&uuml;hl, mit ihm das kleinere &Uuml;bel zu w&auml;hlen. Scholz versprach ein Kanzler zu sein, der Deutschland mit ruhiger und sicherer Hand unaufgeregt und uneitel durch die Krisen f&uuml;hren w&uuml;rde, so wie es viele bei der Kanzlerin wahrgenommen hatten. Manche w&auml;hnten, er habe sich damals mit Absicht so inszeniert, das Ganze wirkte wie eine Pose.<br>\nDoch wenn man im Potsdamer Landtag am Freitag seine Gattin beobachtet hat, mit der er seit &uuml;ber 25 Jahren sein Leben teilt, dann kommt man ins Zweifeln, ob das wirklich nur eine Pose war, um die Wahl zu gewinnen. Denn Britta Ernst wirkt genauso unscheinbar, uneitel und sehr zur&uuml;ckhaltend. Und doch scheinen ihre teilweise unverst&auml;ndlichen Antworten einer Logik zu folgen. Der Auftritt ger&auml;t zum Eiertanz um die Verantwortlichkeiten f&uuml;r die Corona-Entscheidungen. [&hellip;]<br>\nDie wenigen Male, wo Britta Ernst mehrere S&auml;tze am St&uuml;ck spricht, stellt sich wiederum der Olaf-Scholz-Effekt ein: Man hat als Zuschauer M&uuml;he, dem Gesagten zu folgen, weil es so einschl&auml;fernd wirkt. Da die Kanzlergattin nun schon die dritte f&uuml;hrende Politikerin ist, die diesen Effekt bem&uuml;ht, stellt sich die Frage: Ist das einfach nur B&uuml;rokraten-Deutsch oder eine bewusst gew&auml;hlte Strategie?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/gesundheit-oekologie\/corona-ausschuss-im-potsdamer-landtag-eiertanz-um-die-verantwortung-li.2160152\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Aufbruch ins Abseits: Die Linke zwischen Mittelmeer und Genderstern<\/strong><br>\nOb die Wahl der Fl&uuml;chtlingsaktivistin Rackete wohl die sozial Schwachen f&uuml;r die Linke begeistert? Oder den Osten? Der Parteitag blieb in Widerspr&uuml;chen stecken. Ein Kommentar.<br>\nDie Linke hat auf ihrem Parteitag in Augsburg ihren Weg an den gesellschaftlichen Rand konsequent fortgesetzt. Die Wahl der Fl&uuml;chtlingsschiff-Kapit&auml;nin Carola Rackete zur Spitzenkandidatin f&uuml;r die Europawahl ist nur einer der Beweise daf&uuml;r. Die Partei hat sich entschlossen, die Sorgen einer gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung angesichts ungel&ouml;ster Probleme bei der Integration der vielen Fl&uuml;chtlinge zu ignorieren.<br>\nDamit entf&auml;llt schon mal ein linkes Politikangebot an all jene Millionen Menschen, die eine regulierende, ausgleichende, m&ouml;glichst f&uuml;r alle Seiten hilfreiche Migrationspolitik w&uuml;nschen. Das sind n&auml;mlich nicht alles rechtsextreme Fremdenhasser, sondern auch Menschen, die um die Stabilit&auml;t des politischen Systems in Deutschland und Europa f&uuml;rchten, die mehrheitlich noch liberalen Demokratien sind. Die Linke will das Extrem &ndash; offene Tore. Um die Konsequenzen sollen sich andere k&uuml;mmern.<br>\nDamit verschreckt sie ausgerechnet jene, die sie mit ihren Versprechen von mehr sozialer Gerechtigkeit ja eigentlich gewinnen m&ouml;chte. Gerade in den Schichten der sozial Schwachen, der permanent in prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen Lebenden sind die Sorgen und &Auml;ngste, Deutschland k&ouml;nne mit der Politik der offenen T&uuml;ren aus der Balance geraten, besonders gro&szlig;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/aufbruch-ins-abseits-die-linke-zwischen-mittelmeer-und-genderstern-li.2160529\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Rundfunkbeitrag: 58 Cent mehr im Monat &ndash; wof&uuml;r?<\/strong><br>\nExpertengremium KEF empfiehlt Beitragserh&ouml;hung. Mehrere L&auml;nder sagen vorab &ldquo;Nein&rdquo;. Begr&uuml;ndung: die politische Stimmung. Journalistisch w&auml;re viel zu tun und mehr Geld besser.<br>\nDer Rundfunkbeitrag sollte nach Empfehlung der KEF, die an die Bundesl&auml;nder verschickt wurde, ab 2025 um 58 Cent steigen. Von monatlich 18,36 Euro auf 18,94 Euro. Das geht aus einem Entwurf der Kommission hervor, deren Aufgabe darin besteht, den Finanzbedarf der Rundfunkanstalten zu &uuml;berpr&uuml;fen und zu ermitteln. Er wurde am Freitag bekannt.<br>\nDie dpa-Meldung, die dazu verbreitet wurde, weist ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass das letzte Wort dazu nicht gesprochen ist. Die endg&uuml;ltige Empfehlung steht noch aus. Sie wird erst Anfang n&auml;chsten Jahres erwartet und dann entscheiden die Bundesl&auml;nder. Alle L&auml;nder m&uuml;ssen der Beitragsh&ouml;he, die in einem Staatsvertrag festgelegt ist, einstimmig zustimmen.<br>\nGut m&ouml;glich ist, dass das Bundesverfassungsgericht gerufen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Rundfunkbeitrag-58-Cent-mehr-im-Monat-wofuer-9534020.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. 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