{"id":10759,"date":"2011-09-19T14:47:23","date_gmt":"2011-09-19T12:47:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10759"},"modified":"2014-09-10T15:22:56","modified_gmt":"2014-09-10T13:22:56","slug":"bemerkungen-zur-wahl-in-berlin-und-zu-den-analysen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10759","title":{"rendered":"Bemerkungen zur Wahl in Berlin und zu den Analysen"},"content":{"rendered":"<p>Was auff&auml;llt. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li>Der Erfolg der Piratenpartei wird in den Kommentaren am Wahlabend und in der Nacht nicht sehr ernst genommen, obwohl eine derartige Sammlung von jungen W&auml;hler\/innen und Protestw&auml;hler\/innen gro&szlig;e Folgen haben kann &ndash; f&uuml;r Koalitionsoptionen, f&uuml;r den Charakter solcher B&uuml;ndnisse, f&uuml;r die innere Entwicklung der anderen Parteien.<br>\nBei Spiegel Online <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/0,1518,druck-786993,00.html\">erkl&auml;rt Christian St&ouml;cker<\/a> den Piraten-Erfolg in Berlin so:\n<blockquote><p>&bdquo;Arroganz der Etablierten &ndash; Der Wahlerfolg der Piraten in Berlin ist eine Ohrfeige f&uuml;r Deutschlands etablierte Parteien. Ein Teil der jungen Geisteselite f&uuml;hlt sich von der Politik nicht mehr vertreten &ndash; weil sie die digitale Revolution schlicht verschlafen hat. &hellip;&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Na ja, so einfach kann man es sehen.<\/p><\/li>\n<li>Eine der Koalitionsoptionen der SPD wird in den Nachwahlbetrachtungen einfach geschlabbert: Rot-Gr&uuml;n-Rot. Vielleicht rechne ich falsch, dachte ich schon. Tue ich aber nicht. Wir erleben die Fortsetzung des Versuchs, die Linke aus der Regierungsverantwortung drau&szlig;en zu halten, vermutlich mehr noch: sie vergessen zu machen. Damit werden einigerma&szlig;en linke Koalitionen immer unwahrscheinlicher. Selbst in Berlin verf&uuml;gt Rot-Gr&uuml;n nur &uuml;ber eine Einstimmenmehrheit. Dennoch wird die Erweiterung der Mehrheit durch Addition der Linkspartei-Mandate schlicht unterlassen. &ndash; &Uuml;brigens wieder ein Beleg f&uuml;r die Gleichschaltungsbereitschaft der meisten Medien, der kommentierenden Politiker sowieso.<\/li>\n<li>Mit diesen Anmerkungen soll nicht sch&ouml;n geredet werden, dass die Berliner Linke viele ihrer W&auml;hler\/innen entt&auml;uscht hat, indem sie sowohl den Privatisierungs- als auch den Sparkurs &uuml;ber weite Strecken mitgetragen hat. Das schlechte Abschneiden der Linken wird von au&szlig;erhalb und innerhalb der Linken hingegen vornehmlich an den inneren Querelen und dem angeblichen Versagen der Parteispitze festgemacht werden.<br>\nDie Linke hat bisher keine Strategie gegen die Stigmatisierung und die erkennbar gut arrangierte Missachtung ihrer Existenz.<\/li>\n<li>Kommentare orientieren sich wesentlich an dem, was vorher geschrieben und gesendet worden ist.\n<ul>\n<li>Z.B. die Gr&uuml;nen bleiben hinter ihren Erwartungen. Typisch daf&uuml;r der Kommentar des Jan Fleischhauer <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-786999,00.html\">&bdquo;Die Revolution frisst die Gr&uuml;nen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Z.B. &bdquo;Wowereit entt&auml;uscht.&ldquo; Seine Chancen wurden kurz vor der Wahl nochmals kr&auml;ftig hochgejubelt. Man k&ouml;nnte annehmen, das Hochjubeln einschlie&szlig;lich der damit eintretenden Entt&auml;uschung sei geplant, um Wowereit aus dem Rennen der SPD-Kanzlerkandidaten zu werfen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Das Ergebnis f&uuml;r die SPD ist wirklich entt&auml;uschend &ndash; wie auch bei den meisten anderen Landtagswahlen. &Uuml;ber die entt&auml;uschenden Wahlergebnisse t&auml;uscht die &Uuml;bernahmen bzw. Fortsetzung von Regierungsverantwortung hinweg. So in BW, in Rheinland-Pfalz, in NRW, &hellip;<\/li>\n<li>Die Analysen zum schlechten Abschneiden der FDP (Streit in der F&uuml;hrung, rechtspopulistische Spr&uuml;che von R&ouml;sler und Br&uuml;derle usw.) enthalten wichtige Elemente. Anderes Entscheidendes kommt darin nicht vor. Allerdings schreibe ich dar&uuml;ber ungern, weil ich die Konsequenzen dieser Analyse-Komponente vermeiden m&ouml;chte: die Abl&ouml;sung R&ouml;slers. Also: Jeder Fachmann f&uuml;r politische Werbung (und f&uuml;r Werbung insgesamt) wei&szlig;, dass Emotionen und der Auftritt eines Politikers wichtig sind. Man muss sich vergegenw&auml;rtigen, dass alle Parteien, gerade auch die FDP, nicht mehr &uuml;ber einen gro&szlig;en Stamm von unersch&uuml;tterlichen Stammw&auml;hlern verf&uuml;gen. Wenn die Menschen ohne feste Bindung &uuml;ber die Vergabe ihrer Stimme entscheiden, dann spielen emotionale Eindr&uuml;cke eine beachtliche Rolle f&uuml;r das Ja oder das Nein zu einer Partei. Im konkreten Fall des Parteivorsitzenden R&ouml;sler sprechen gleich mehrere Elemente dagegen, dass ihm viele W&auml;hlerinnen und W&auml;hler ihre Stimme geben: Er ist das Gegenteil eines &bdquo;gstandenes Mannsbild&ldquo;, so ein d&uuml;nnes B&uuml;bchen kann man sich eigentlich weder als Vorsitzenden einer Partei noch als Bundeswirtschaftsminister vorstellen. Und schon gar nicht als Vizekanzler. Hinzu kommt erschwerend hinzu, dass R&ouml;sler wie ein Ausl&auml;nder erscheint. Das reicht in ausreichend vielen F&auml;llen zur Entscheidung gegen die FDP. &ndash; Mit diesem analytischen Hinweis ist selbstverst&auml;ndlich nicht gerechtfertigt, dass Abneigung gegen Fremdes eine Rolle spielen darf. Ich will nur erkl&auml;ren, wie der so totale Absturz der FDP zur erkl&auml;ren ist.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was auff&auml;llt. 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