{"id":107591,"date":"2023-12-01T15:30:35","date_gmt":"2023-12-01T14:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107591"},"modified":"2023-12-07T14:20:08","modified_gmt":"2023-12-07T13:20:08","slug":"wie-der-ruf-der-tagesschau-weiter-beschaedigt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107591","title":{"rendered":"Wie der Ruf der Tagesschau weiter besch\u00e4digt wird"},"content":{"rendered":"<p>Gelegentlich schaue ich in der Erwartung, auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht zu werden, im Netz unter &bdquo;Tagesschau&ldquo; nach. In der letzten Nacht habe ich zwei Beitr&auml;ge einer Autorin gefunden, die das Zeug in sich haben, den Ruf des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks weiter zu besch&auml;digen. Es geht um A. einen Artikel vom 28. November mit dem Titel &bdquo;Desinformation zu Israel. Vom Opfer zum T&auml;ter gemacht&ldquo; und um B. &bdquo;Krieg in der Ukraine. Viel Aufmerksamkeit f&uuml;r fragw&uuml;rdige Experten&ldquo; vom 24. M&auml;rz 2023. Autorin von beiden St&uuml;cken ist <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/carla-reveland-103.html\"><em>Carla Reveland<\/em><\/a>, bei B zusammen mit <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/pascal-siggelkow-101.html\"><em>Pascal Siggelkow<\/em><\/a> . <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWeiter unten werden die Links zu den Artikeln und beide Texte (Stand 1.12.2023 4:31 Uhr) vollst&auml;ndig wiedergegeben.<\/p><p>Die im Artikel B. vom M&auml;rz mit dem Etikett &bdquo;fragw&uuml;rdige Experten&ldquo; gekennzeichneten und abgewerteten Personen sind Daniele Ganser, Ulrike Gu&eacute;rot und Gabriele Krone-Schmalz. &Uuml;ber sie hei&szlig;t es gleich zu Beginn des Artikels:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Sie f&uuml;llen Hallen, schreiben B&uuml;cher oder sitzen in Talkshows: vermeintliche Experten zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Dabei gelten viele ihrer Ansichten in der Wissenschaft als abwegig &ndash; oder ganz falsch.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r beide Texte typisch ist, dass die von den Autoren aufgestellten Behauptungen in der Regel nicht eigenst&auml;ndig belegt werden, stattdessen unentwegt dritte Personen zum angeblichen Beleg zitiert werden.<\/p><p>In diesem Sinne typische Einlassungen aus dem Artikel B. habe ich im Folgenden zusammengestellt. Ein Zitat und eine Berufung auf eine andere Person folgen nacheinander. Die zitierten Personen sind von mir gefettet:<\/p><blockquote><p>\n<strong>Frithjof Benjamin Schenk<\/strong>, Professor f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t Basel. &hellip;<\/p>\n<p>Eigene Forschung oder wissenschaftliche Publikationen speziell &uuml;ber die Ukraine oder zu Russland k&ouml;nne Ganser nicht nachweisen, so <strong>Schenk<\/strong>. &ldquo;Ganser verbreitet &nbsp;Antiamerikanismus&rdquo;. &hellip;<\/p>\n<p><strong>Klaus Gestwa,<\/strong> Direktor des Instituts f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte und Landeskunde an der Universit&auml;t T&uuml;bingen. &hellip;<\/p>\n<p>Ebenfalls viel Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erhielt in den vergangenen Monaten die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot. &hellip;<\/p>\n<p>Auch sie hat speziell zur Geschichte Russlands oder der Ukraine keine wissenschaftlichen Publikationen ver&ouml;ffentlicht, <strong>bem&auml;ngeln Experten. &hellip;<\/strong><\/p>\n<p>Ihre Thesen zum russischen Angriffskrieg &auml;hneln denen von Ganser. Auch sie sieht die USA als Hauptverantwortliche f&uuml;r den Krieg, sagt <strong>Martin Aust, Professor f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t Bonn<\/strong>. &hellip;<\/p>\n<p>&Auml;hnlich wie bei Ganser kritisiert Aust auch bei Gu&eacute;rot, dass die Ukraine ausschlie&szlig;lich als Objekt angesehen werde, &uuml;ber das andere verf&uuml;gten. &ldquo;Sie machen sich &uuml;berhaupt nicht die M&uuml;he, sich mit der Ukraine zu besch&auml;ftigen&rdquo;, <strong>sagt Aust.<\/strong> Ebenfalls gemein mit Ganser habe Gu&eacute;rot die minderwertige Quellenauswahl. &rdquo; &hellip;<\/p>\n<p>Diese selektive Auswahl zeige sich beispielsweise beim Thema Rechtsextremismus in der Ukraine. So werde auf Quellen verwiesen, die in das Schema einer zerrissenen und rechten Ukraine passten. &ldquo;Unter den Tisch f&auml;llt jedoch beispielsweise das Faktum, dass es in der Ukraine zwar eine rechte Szene, aktuell jedoch im Unterschied zu vielen L&auml;ndern Europas keine rechten Parteien im Parlament gibt&rdquo;, <strong>sagt Aust<\/strong>. Das alles f&uuml;hre dazu, dass Gu&eacute;rot mit ihren Erz&auml;hlungen der russischen Propaganda &ldquo;vollkommen in die Karten&rdquo; spiele. &hellip;.<\/p>\n<p>Krone-Schmalz nennt Annexion der Krim &ldquo;Notwehr&rdquo;<\/p>\n<p>Etwas differenzierter sei die ehemalige&nbsp;<em>ARD<\/em>-Russlandkorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz zu betrachten, <strong>sagen die Experten.<\/strong> Anders als bei Gu&eacute;rot und Ganser kokettiere sie nicht mit den extremen R&auml;ndern und Verschw&ouml;rungsideologen &ndash; so hatte Ganser unter anderem bei seinem Auftritt in Kiel den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/bhakdi-antisemitismus-113.html\">wegen Volksverhetzung angeklagten Sucharit Bhakdi<\/a>&nbsp; als Ehrengast eingeladen. &hellip;<\/p>\n<p>Doch auch Krone-Schmalz weiche mit ihren Ansichten zum Teil stark vom wissenschaftlichen Konsens ab und relativiere die russischen Gr&auml;ueltaten. Angesprochen auf die Kriegsverbrechen in Butscha reagierte sie auf einer Podiumsdiskussion beispielsweise mit der Gegenfrage, welcher Krieg nicht barbarisch sei. &ldquo;Sie will nicht dar&uuml;ber sprechen&rdquo;, sagt <strong>Gestwa<\/strong>. &hellip;<\/p>\n<p>Auch die v&ouml;lkerrechtswidrige Annexion der Krim nannte Krone-Schmalz &ldquo;Notwehr unter Zeitdruck&rdquo;. Dabei folgte die Annexion auf ein v&ouml;lkerrechtswidriges Scheinreferendum unter milit&auml;rischer Besatzung. Das Ergebnis der &ldquo;Abstimmung&rdquo; wird nicht nur <strong>von Experten<\/strong>, sondern von der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft infrage gestellt. <strong>Die Osteuropa-Historikerin Franziska Davies<\/strong> von <strong>der Universit&auml;t M&uuml;nchen<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/zeitschrift-osteuropa.de\/blog\/desinformation\/\">schreibt von einem &ldquo;Gewaltakt&rdquo;<\/a>. Russlands Pr&auml;sident Wladimir Putin sagte in einer Dokumentation im Jahr 2015, dass die Annexion der Krim von Russland und seinen Spezialtruppen geplant worden sei. &hellip;<\/p>\n<p>Dennoch genie&szlig;t Krone-Schmalz innerhalb von Teilen der deutschen &Ouml;ffentlichkeit ein hohes Ansehen. <strong>Aus Sicht von<\/strong> <strong>Aust<\/strong> ist das fragw&uuml;rdig. Schon &uuml;ber ihr Buch &ldquo;Russland verstehen&rdquo;, das einige Monate nach der Annexion der Krim und nach Beginn des Kriegs in der Ostukraine erschien<strong>, h&auml;tten Osteuropaexperten den Kopf gesch&uuml;ttelt<\/strong>. &ldquo;Aber das haben wir halt unter uns in Gespr&auml;chen getan und nicht in die &Ouml;ffentlichkeit getragen. Und da muss man im Nachhinein sagen, das ist ein Fehler gewesen, da h&auml;tten <strong>wir <\/strong>uns sehr viel fr&uuml;her &ouml;ffentlich zu &auml;u&szlig;ern sollen <strong>als Historiker<\/strong>.&rdquo; &hellip;<\/p>\n<p>Akteuren wie Ganser, Gu&eacute;rot oder Krone-Schmalz werde angesichts ihrer aktuellen oder fr&uuml;heren T&auml;tigkeit von der &Ouml;ffentlichkeit ein <strong>Expertenstatus<\/strong> und daher Glaubw&uuml;rdigkeit zugeschrieben. &ldquo;Und wenn nun Vortr&auml;ge und B&uuml;cher von &lsquo;Experten&rsquo; mit einem wissenschaftlichen Anspruch daherkommen, ohne sich mit Russland, mit Putin oder mit der ukrainischen Gesellschaft besch&auml;ftigt zu haben, dann schr&auml;nkt uns das ganz erheblich bei anderen Aufgaben ein&rdquo;, <strong>sagt Aust.<\/strong> &ldquo;Wir sind permanent besch&auml;ftigt, immer wieder die gleichen Falschaussagen und Verzerrungen zu korrigieren. Das zieht Zeit von konstruktiven Beitr&auml;gen zur Gestaltung der Zukunft, etwa der Beziehungen zur Ukraine und ihrer Wissenschaft ab.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Wer einen Text lesen will oder lesen muss, der von so wenig eigenst&auml;ndiger Arbeit des Autors oder der Autorin zeugt und stattdessen ein Zitat und eine Berufung auf einen anderen aufeinanderfolgen l&auml;sst, verdient eigentlich eine Sonderlesepr&auml;mie. Jedenfalls sind solche Texte jenseits des Ertr&auml;glichen und schon gar nicht ertr&auml;glich als Produkt des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks <em>Tagesschau<\/em>. Wir mussten im &Uuml;brigen die beiden <em>Tagesschau<\/em>-Texte vollst&auml;ndig wiedergeben, damit unsere Leserinnen und Leser erkennen k&ouml;nnen, wie weit gehend die Autoren sich auf andere Autoren berufen.<\/strong><\/p><p>Sehr &auml;hnlich wie im Artikel vom vergangenen M&auml;rz arbeitet die Autorin Carla Reveland auch in dem neuen Artikel vom 28.11.2023. Sie beginnt mit einer prononcierten These und beruft sich dann zum Beleg auf andere Autoren und Beobachter. Die Berufungsinstanzen\/-personen habe ich im folgenden Text A. wie auch bei B. gefettet.<\/p><p><strong>Es folgen die beiden Texte der <em>Tagesschau<\/em> vom November 2023 (A.) und vom M&auml;rz 2023 (B.):<\/strong><\/p><ol type=\"A\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/kontext\/antiisraelische-narrative-100.html\">Desinformationen zu Israel<\/a><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/kontext\/antiisraelische-narrative-100.html\">&ldquo;Vom Opfer zum T&auml;ter gemacht&rdquo;<\/a><\/strong><br>\n<em>Stand: 28.11.2023 09:17 Uhr<\/em>\n<p><strong>Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel verbreiten sich online sowie offline viele Falschmeldungen und antiisraelische Narrative. Viele sind nicht neu, kn&uuml;pfen an bestehende Feindbilder an und sind im Kern antisemitisch.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/carla-reveland-103.html\"><em>Carla Reveland<\/em><\/a><\/p>\n<p>Israel t&ouml;te gezielt pal&auml;stinensische Kinder, der Terrorangriff der Hamas sei inszeniert oder Israel begehe einen Genozid in Gaza. Diese falschen Behauptungen geh&ouml;ren zu der am meisten verbreiteten Desinformation zum Krieg in Nahost &ndash; und davon gibt es zahlreiche.<\/p>\n<p>Seit Beginn der Angriffe der Terrororganisation Hamas auf Israel Anfang Oktober begleitet eine Masse an Falschinformationen die Ereignisse, welche nach wie vor anh&auml;lt und ein enormes Ausma&szlig; erreicht. So mischen sich zwischen authentische Bilder und Informationen aus dem Kontext gerissene Aufnahmen, Videospielsequenzen oder gef&auml;lschte angebliche Regierungsdokumente. Viel Desinformation transportiert dabei alte antisemitische Narrative, die auf die aktuelle Situation angewendet wird und an bestehende Feindbilder ankn&uuml;pft.<\/p>\n<p>T&auml;ter-Opfer-Umkehr<\/p>\n<p>Angebliche sogenannte &ldquo;false flag&rdquo;-Operationen durch Israel kursieren in zahlreichen verschiedenen Ausf&uuml;hrungen und erreichen gro&szlig;e Reichweiten. Zu Beginn des Kriegs hie&szlig; es massenhaft, die Massaker der Hamas seien durch Israel inszeniert gewesen. Aktuell kursiert die Verschw&ouml;rungserz&auml;hlung, die israelische Regierung stecke hinter dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/dublin-messerangriff-ausschreitungen-100.html\">Messerangriff in Dublin<\/a>&nbsp;oder den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/bruessel-schuesse-tote-faq-100.html\">Anschl&auml;gen in Br&uuml;ssel<\/a>. Daf&uuml;r gibt es keinerlei Hinweise oder Beweise &ndash; vielmehr sind vermeintliche Belege als F&auml;lschungen klar zu identifizieren.<\/p>\n<p>Narrative wie diese, die israelische Regierung handele im Geheimen und habe beispielsweise von Terroranschl&auml;gen gewusst, sie zugelassen oder gar fingiert, d&auml;monisieren Israel und stellen das Land als geheim agierende Macht dar. In unterschiedlichen Posts wird suggeriert, dass Israel nicht einmal vor der Ermordung der eigenen Bev&ouml;lkerung zur&uuml;ckschrecke, sogar davon profitieren oder vermeintlich geheime Pl&auml;ne damit umsetzen wolle.<\/p>\n<p>&ldquo;Israel wird bei diesem Narrativ vom Opfer zum T&auml;ter gemacht&rdquo;, sagt <strong>Samuel Salzborn<\/strong>, Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin. Das sei antisemitisch und dar&uuml;ber hinaus schlichtweg eine L&uuml;ge, da es keinerlei Belege hierf&uuml;r gebe. &ldquo;Daf&uuml;r kann es auch keine Belege geben, man muss es raunen, man muss es als Ger&uuml;chte in die Welt setzen, die nicht belegbar sind, weil die Unterstellung ja w&auml;re, es g&auml;be einen Plan. Das ist ein Verschw&ouml;rungsmythos&rdquo;, <strong>so Salzborn.<\/strong><\/p>\n<p>Alte antij&uuml;dische Stereotype<\/p>\n<p>&Auml;hnlich sei es mit der Bezeichnung Israels als &ldquo;Kinderm&ouml;rder&rdquo;. Hier w&uuml;rden alte religi&ouml;se antij&uuml;dische Stereotype transformiert und in die Gegenwart &uuml;bertragen. Das habe nichts mit Kritik an der Politik Israels zu tun, sondern sei eine Form von s&auml;kularisiertem traditionellem Antisemitismus, <strong>erl&auml;utert Salzborn.<\/strong><\/p>\n<p>Um israelbezogenen Antisemitismus von Kritik an der israelischen Regierungspolitik zu unterscheiden, kann man den sogenannten&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.antisemitismusbeauftragter.de\/Webs\/BAS\/DE\/bekaempfung-antisemitismus\/was-ist-antisemitismus\/3d-regel\/3d-regel-node.html\">3D-Test von Natan Scharanski heranziehen<\/a>, der folgende drei Punkte aufzeigt: D&auml;monisierung, Delegitimierung und doppelte Standards.<\/p>\n<p>Die <strong>Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus e.V. Bayern (RIAS)<\/strong> schreibt in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/report-antisemitism.de\/analysis\/\">Brosch&uuml;re &ldquo;From the river to the sea&rdquo;<\/a>: &ldquo;Das Motiv des kindermordenden Israel geht zur&uuml;ck auf die mittelalterliche antisemitische Ritualmordlegende, nach der Juden Kinder ermorden, um deren Blut f&uuml;r rituelle Zwecke zu verwenden.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Die Unterstellung, Israel bringe vors&auml;tzlich Kinder um, ist mitnichten der Fall. Ganz im Gegenteil wird auch bei milit&auml;rischen Handlungen Wert darauf gelegt, die pal&auml;stinensische Zivilbev&ouml;lkerung und darunter nat&uuml;rlich auch ganz besonders Kinder zu schonen und zu vermeiden, dass Zivilbev&ouml;lkerung angegriffen, verletzt oder gar get&ouml;tet wird,&rdquo; <strong>sagt Salzborn<\/strong>. Vor dem Hintergrund der j&uuml;ngsten brutalen Angriffe der Hamas auf Israel sei die Parole besonders perfide. Denn die Hamas habe vors&auml;tzlich geplant und auf bestialische Art auch Kinder, Babys und Jugendliche organisiert ermordet.<\/p>\n<p>Was ist israelbezogener Antisemitismus?<\/p>\n<p>Der israelbezogene Antisemitismus, eine Form des Antisemitismus, wird wie folgt charakterisiert:<\/p>\n<ul>\n<li>Aberkennung des Existenz- und Selbstbestimmungsrechts Israels<\/li>\n<li>Vergleich bzw. Gleichsetzung Israels mit dem Nationalsozialismus<\/li>\n<li>Anlegen anderer Ma&szlig;st&auml;be an Israel als an andere L&auml;nder<\/li>\n<li>Verantwortlichmachen von Juden aus aller Welt f&uuml;r das Regierungshandeln Israels<\/li>\n<li>Bezugnahme auf Israel oder Israelis mit antisemitischen Bildern, Symbolen oder Floskeln<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hamas setzt gezielt auf&nbsp;emotionalisierende&nbsp;Bilder<\/p>\n<p>Dennoch seien sehr viele Bilder von vermeintlich durch Israel get&ouml;tete Kinder im Umlauf, <strong>sagt Pia Lamberty, <\/strong>Psychologin und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Centers f&uuml;r Monitoring Strategie und Analyse (CeMAS). &ldquo;Bilder von get&ouml;teten Kindern lassen niemanden kalt und l&ouml;sen verst&auml;ndlicherweise Emp&ouml;rung aus.&rdquo;<\/p>\n<p>Doch w&uuml;rden zum einen viele falsche Bilder und Videos verbreitet, die beispielsweise Kinder aus anderen Kriegen zeigen. Zum anderen sei es Teil der Hamas-Strategie durch solche Bilder, Israel als das &ldquo;absolut B&ouml;se&rdquo; darzustellen und das Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Menschen in Gaza f&uuml;r ihre Zwecke zu missbrauchen. &ldquo;Das hat zum Ziel, die Zustimmung f&uuml;r ihre terroristischen Handlungen zu erh&ouml;hen. Um das Wohlbefinden der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung geht es nicht, sie werden an vielen Stellen, wie auch hier, als Spielball benutzt&rdquo;, <strong>sagt Lamberty.<\/strong><\/p>\n<p>Auch <strong>Salzborn<\/strong> erl&auml;utert: &ldquo;Die Hamas verfolgt eine Propagandastrategie, bei der das Ziel eine Emotionalisierung, eine Verhetzung Israels und der Juden ist, und die ihre Adressaten immer weiter in ein antisemitisches Weltbild treibt.&rdquo; Es werde extrem auf Visualit&auml;t gesetzt, um wenig Anreize zu geben, die Behauptungen zu hinterfragen oder nachzupr&uuml;fen.<\/p>\n<p>&ldquo;Bilder emotionalisieren sofort, egal ob sie tats&auml;chlich entstanden sind, ob sie aus einem anderen Kontext stammen oder ob sie eventuell KI generiert sind und dementsprechend nicht nur der Kontext, sondern das Bild als solches gef&auml;lscht ist.&rdquo; Insofern sei es gerade auch in der Intensit&auml;t, in der solche Bilder ausgespielt werden, ein Teil einer permanent radikalisierenden emotionalen Dauerverhetzung, <strong>sagt Salzborn.<\/strong><\/p>\n<p>Genozid-Behauptung &ldquo;abwegig&rdquo;<\/p>\n<p>Bilder, die das Leid der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung tats&auml;chlich oder bei F&auml;lschungen vermeintlich zeigen, st&auml;rken auch die Behauptung, Israel begehe einen Genozid an der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung. Dazu kursieren diverse reichweitenstarke Postings, die sich auf links-progressiven, islamistischen sowie rechten verschw&ouml;rungsideologischen Accounts finden lassen. Auch warnten 30 unabh&auml;ngige Berichterstatter der Vereinten Nationen vor einem drohenden Genozid in Gaza.<\/p>\n<p>&ldquo;Die meisten Menschen m&ouml;chten nat&uuml;rlich keinen Genozid &uuml;bersehen und deswegen teilen sie das, auch wenn sie vielleicht nicht so genau wissen, was dahintersteht&rdquo;, sagt <strong>Lamberty.<\/strong> Das Leid der pal&auml;stinensischen Zivilbev&ouml;lkerung sei ohne Frage enorm und es gebe vermutlich kaum eine Person, die kein Mitgef&uuml;hl mit den Menschen in Gaza habe. Doch helfen Vorw&uuml;rfe wie diese <strong>laut Lamberty<\/strong> nicht, die Situation zu verbessern. &ldquo;Die Behauptung, dass Israel einen Genozid aus&uuml;be, basiert auf einem antisemitischen Narrativ, welches instrumentalisiert wird, um Israel zu d&auml;monisieren.&rdquo;<\/p>\n<p><strong>Salzborn<\/strong> betont, dass es keinerlei Hinweise darauf gebe, dass der Begriff Genozid einen Bezug zur Realit&auml;t habe. Die israelische Armee reagiere auf das Agieren der Hamas, welche das schlimmste antisemitische Massaker seit 1945 ver&uuml;bt haben. &ldquo;Alle Kriterien, die f&uuml;r einen Genozid sprechen, sowohl v&ouml;lkerrechtlich in Bezug auf das Agieren von Israel wie auch auf das ganz konkrete Handeln, sind schlicht und ergreifend v&ouml;llig abwegig.&rdquo;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ecchr.eu\/glossar\/voelkermord\/\">Ein V&ouml;lkermord wird definiert<\/a>&nbsp;als die &ldquo;Absicht, eine nationale, rassische, religi&ouml;se oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerst&ouml;ren&rdquo;. Demnach m&uuml;sste dem israelischen Milit&auml;r eine Vernichtungsabsicht gegen&uuml;ber der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung nachgewiesen werden. Der <strong>Gro&szlig;teil der Experten<\/strong> sieht diese Intention jedoch nicht.<\/p>\n<p>Israel besitzt, entsprechend&nbsp;<a href=\"https:\/\/unric.org\/de\/charta\/\">Artikel 51 der UN-Charta<\/a>, wie jedes andere Land, ein nicht ver&auml;u&szlig;erliches Recht auf Selbstverteidigung. Das israelische Milit&auml;r habe zudem beispielsweise Zivilisten vor Angriffen gewarnt und Fluchtkorridore erm&ouml;glicht, <strong>sagt Salzborn.<\/strong> Im Gegensatz dazu beinhaltet die Gr&uuml;ndungscharta der Hamas von 1988 eine Vernichtungsabsicht Israels: &ldquo;Die Muslime werden sie t&ouml;ten, bis sich der Jude hinter Stein und Baum verbirgt, und Stein und Baum dann sagen: &lsquo;Muslim, Oh Diener Gottes! Da ist ein Jude hinter mir. Komm und t&ouml;te ihn&rsquo;.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Kontrafaktisches&nbsp;Milieu&rdquo;<\/p>\n<p>Beispiele wie die hier aufgef&uuml;hrten zeigen, dass insbesondere israelbezogener Antisemitismus nicht nur in extremistischen Milieus auf fruchtbaren Boden st&ouml;&szlig;t. Diverse Akteure verbreiten bewusst oder unbewusst in den sozialen Netzwerken falsche Informationen. Neben Staaten, wie der Iran oder Russland, die gezielt Desinformation &uuml;ber den Krieg f&uuml;r ihre Zwecke instrumentalisieren, spielen derzeit auch Influencer eine gro&szlig;e Rolle, die Desinformation, Propaganda und Fehlinformation verbreiten und damit antisemitische Narrative weiter sch&uuml;ren.<\/p>\n<p>&ldquo;Influencer agieren, als w&auml;ren sie Journalisten, teilweise sind oder waren es auch Journalisten&rdquo;, <strong>sagt Lamberty.<\/strong> Ihnen werde eine hohe Glaubw&uuml;rdigkeit zugesprochen, doch oft seien ihre Inhalte mindestens unterkomplex, h&auml;ufig auch tendenzi&ouml;s oder dienten gezielt der Propagandaverbreitung. &ldquo;Wie sehr Einzelpersonen, die kein journalistisches Medium sind, f&uuml;r andere Leute, gerade f&uuml;r junge Menschen, die gerade erst in ihrer Politisierung sind, zur Informationsquelle wurden, ist etwas, was einfach extrem vernachl&auml;ssigt wurde.&rdquo;<\/p>\n<p>Einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/reutersinstitute.politics.ox.ac.uk\/digital-news-report\/2023\"><strong>Bericht des Reuters Institute for the Study of Jounalism<\/strong><\/a>&nbsp;zufolge nutzt tats&auml;chlich ein F&uuml;nftel der 18-24-J&auml;hrigen TikTok als Nachrichtenquelle. Das bereite <strong>Lamberty<\/strong> Sorge f&uuml;r eine demokratische Gesellschaft. &ldquo;Wenn man so ein ntrafaktisches Milieu hat, findet eine Immunisierung statt gegen Fakten.&rdquo;<\/p>\n<p>Auch Medien k&ouml;nnen Teil des Problems sein<\/p>\n<p>Noch problematischer werde es, wenn dann auch noch Medien Falschinformationen oder Propaganda &uuml;bernehmen w&uuml;rden. Das befeuere zus&auml;tzlich Antisemitismus, aber f&uuml;hre auch dazu, dass Menschen irgendwann gar nichts mehr glauben. &ldquo;Das ist unglaublich gef&auml;hrlich f&uuml;r einen Diskurs. Wenn Wahrheit nichts Objektives, Feststellbares mehr ist, sondern eben einfach verzerrt und attackiert wird, ziehen sich Menschen zur&uuml;ck.&rdquo;<\/p>\n<p>Auch L&uuml;genpresse-Narrative h&auml;tten einen antisemitischen Kern: &ldquo;Die da oben sagen den Medien, was sie schreiben sollen und die da oben sind in diesem Weltbild J&uuml;dinnen und Juden oder der Staat Israel&rdquo;, <strong>erkl&auml;rt Lamberty.<\/strong> Das f&uuml;hre nicht nur zur Verbreitung von antisemitischen Narrativen und eine st&auml;rkere Verbreitung von Misstrauen in den Medien, sondern f&uuml;hre auch dazu, dass J&uuml;dinnen und Juden weniger geglaubt werde.<\/p>\n<p>Teilweise wird jedoch auch zu Recht Kritik an medialer Berichterstattung ge&uuml;bt. So &uuml;bernahm unter anderem der&nbsp;<em>WDR<\/em>&nbsp;beispielsweise eine falsche Karte, welche die Geschichte des Israel-Pal&auml;stina-Konflikts verf&auml;lscht.<\/p>\n<p>&ldquo;Brandgef&auml;hrliches&nbsp;Informationsdesaster&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Das Ausma&szlig; der kursierenden falschen und bewusst irref&uuml;hrenden Informationen &uuml;bersteigt jedes bekannte Ma&szlig; an Des- und Falschinformation zu einem Grad, welches es nahezu unm&ouml;glich macht, einzelne Narrative nachzuzeichnen,&rdquo; <strong>sagt Lamberty<\/strong>.<\/p>\n<p>Auch die Plattformbetreiber k&auml;men nicht hinterher und w&uuml;rden ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, problematische Inhalte zu l&ouml;schen &ndash; oftmals erkenne die Content Moderation klaren Antisemitismus nicht. &ldquo;Social Media-Plattformen hat man viel zu lange machen lassen, so dass sie inzwischen eine Gefahr f&uuml;r den demokratischen Zusammenhalt und den Frieden darstellen&rdquo;, <strong>so Lamberty<\/strong>.<\/p>\n<p>Die professionelle Nutzung des Cyberraums durch die Hamas sei nicht neu, doch der h&ouml;here Stellenwert der sozialen Medien bei der gleichzeitigen Tendenz von weniger Content Regulation habe zu diesem &ldquo;brandgef&auml;hrlichen Informationsdesaster&rdquo; gef&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Propaganda&nbsp;entgegenstellen<\/p>\n<p>Man m&uuml;sse sich dieser israelfeindlichen, antisemitischen Hochemotionalisierung entgegenstellen, <strong>sagt Salzborn<\/strong>. &ldquo;Man muss immer auch bedenken, inwiefern man ungepr&uuml;ft Bilder weiterverbreitet, denn diese haben oftmals die Absicht zu emotionalisieren und letztlich Propaganda zu verbreiten.&rdquo;<\/p>\n<p>Generell sei es w&uuml;nschenswert, sich stets klassische Fragen der Quellenkritik zu stellen, die Plausibilit&auml;t zu checken, zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob das ein Propaganda Bild ist oder ob es daf&uuml;r auch seri&ouml;se Belege gibt. &ldquo;Das sind Grundlagen der Mediennutzung, die f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche sachliche Bewertung von Vorg&auml;ngen immer unverzichtbar sind. Dies spielt eine enorm gro&szlig;e Rolle f&uuml;r die Frage, wie weit sich Antisemitismus im Netz und in unserer Gesellschaft verbreiten kann.&rdquo;<\/p><\/li>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/kontext\/ganser-guerot-krone-schmalz-101.html\">Krieg in der Ukraine<\/a><\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/kontext\/ganser-guerot-krone-schmalz-101.html\">Viel Aufmerksamkeit f&uuml;r fragw&uuml;rdige Experten<\/a><\/strong><br>\n<em><strong>Stand: 24.03.2023 17:45 Uhr<\/strong><\/em>\n<p><strong>Sie f&uuml;llen Hallen, schreiben B&uuml;cher oder sitzen in Talkshows: vermeintliche Experten zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Dabei gelten viele ihrer Ansichten in der Wissenschaft als abwegig &ndash; oder ganz falsch.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/carla-reveland-103.html\"><em>Carla Reveland<\/em><\/a><em>&nbsp;und&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/pascal-siggelkow-101.html\"><em>Pascal Siggelkow<\/em><\/a><em>, ARD-faktenfinder<\/em><\/p>\n<p>Westfalenhalle in Dortmund: ausverkauft; Eurogress in Aachen: ausverkauft; Stadtcasino in Basel: ausverkauft. Mit seiner Vortragsreihe &ldquo;Warum ist der Ukraine-Krieg ausgebrochen?&rdquo; f&uuml;llt der Schweizer Daniele Ganser derzeit die Hallen in Deutschland, &Ouml;sterreich und der Schweiz. Und das trotz Ticketpreisen von 27 Euro aufw&auml;rts. Und vor allem: trotz fehlender Expertise im Bereich osteurop&auml;ischer Geschichte, <strong>wie Experten bem&auml;ngeln.<\/strong><\/p>\n<p>&ldquo;Ganser hat sich nie intensiver mit der Ukraine oder mit Russland besch&auml;ftigt und er verf&uuml;gt nicht &uuml;ber entsprechende Landes- oder Sprachkenntnisse&rdquo;, sagt <strong>Frithjof Benjamin Schenk<\/strong>, Professor f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t Basel. &ldquo;Dennoch wird er oft als Osteuropaexperte wahrgenommen.&rdquo; Eigene Forschung oder wissenschaftliche Publikationen speziell &uuml;ber die Ukraine oder zu Russland k&ouml;nne Ganser nicht nachweisen, so Schenk.<\/p>\n<p>&ldquo;Ganser verbreitet&nbsp;Antiamerikanismus&rdquo;<\/p>\n<p>Das hindert Ganser jedoch nicht daran, seine Thesen zum russischen Angriffskrieg &ouml;ffentlichkeitswirksam und gewinnbringend zu verbreiten. Diese unterscheiden sich sehr stark von dem, was aus Sicht vieler Osteuropahistoriker Konsens ist. &ldquo;Sein zentrales Narrativ ist, dass letztlich die USA Schuld am Krieg in der Ukraine seien&rdquo;, sagt Schenk. &ldquo;Ein dezidierter Antiamerikanismus zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamten Arbeiten.&rdquo; Denn Gansers bisherige B&uuml;cher beziehen sich gr&ouml;&szlig;tenteils auf die USA und die NATO, so zweifelt er zum Beispiel die offiziellen Untersuchungsergebnisse zum 11. September an.<\/p>\n<p>In Gansers Augen sind die USA f&uuml;r den russischen Angriffskrieg verantwortlich, da die US-Regierung unter dem damaligen Pr&auml;sidenten Barack Obama im Zuge des Euromaidans 2014 angeblich einen Putsch gegen den fr&uuml;heren ukrainischen Pr&auml;sidenten&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/yanukovychleaks-ts-102.html\">Viktor Janukowitsch<\/a>&nbsp;angezettelt habe. Doch das sei gleich auf mehreren Ebenen falsch, sagt Klaus Gestwa, Direktor des Instituts f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte und Landeskunde an der Universit&auml;t T&uuml;bingen. &ldquo;Unter einem Putsch versteht man, dass politische Funktionstr&auml;ger &ndash; meistens das Milit&auml;r oder der Geheimdienst &ndash; die M&ouml;glichkeit einer instabilen politischen Situation nutzen, um an die Regierung zu kommen.&rdquo;<\/p>\n<p>Somit stimme das Wort Putsch bereits nicht mit den Geschehnissen des Euromaidans &uuml;berein. &ldquo;Der Euromaidan war die gr&ouml;&szlig;te demokratische Massenbewegung in Europa seit 1989. Und diese Bewegung hat gro&szlig;e Teile der Ukraine erfasst &ndash; und zwar schichten- und generations&uuml;bergreifend&rdquo;, so Gestwa. Millionen von Menschen seien auf die Stra&szlig;e gegangen und h&auml;tten gegen das immer korrupter und repressiver werdende Janukowitsch-Regime demonstriert.<\/p>\n<p>Janukowitsch wurde nicht gest&uuml;rzt<\/p>\n<p>Auch die Behauptung, Janukowitsch sei gest&uuml;rzt worden, ist faktisch falsch, sagt Gestwa. &ldquo;Abgemacht war eigentlich &ndash; und zwar auch unter europ&auml;ischer Vermittlung von Polen, Deutschland und Frankreich -, dass Janukowitsch bis zum Ende seiner Amtszeit so eine Art &Uuml;bergangsregime f&uuml;hren sollte, um dann nach den Wahlen neue politische Machtverh&auml;ltnisse etablieren zu k&ouml;nnen. Janukowitsch hat sich dieser Verantwortung jedoch entzogen und ist nach Russland geflohen.&rdquo; Erst daraufhin sei wegen einer unklaren Verfassungslage eine Interimsregierung gew&auml;hlt worden, um Neuwahlen vorzubereiten.<\/p>\n<p>Das Narrativ eines Stellvertreterkriegs zwischen Russland und den USA sehen <strong>Gestwa und Schenk<\/strong> ebenfalls sehr kritisch. &ldquo;Ganser spricht der Ukraine eine eigene Handlungsmacht und Souver&auml;nit&auml;t ab und stellt die Ukrainer als Marionetten der US-Amerikaner dar&rdquo;, sagt Schenk. &ldquo;Und dieses Narrativ ist fast deckungsgleich mit der russischen Propaganda &uuml;ber diesen Krieg.&rdquo; Daran &auml;ndere auch nichts, dass Ganser zu Beginn seiner Vortr&auml;ge betone, dass er den Krieg verurteile. Denn im Anschluss komme immer das gro&szlig;e &ldquo;aber&rdquo; und die vielen Relativierungen, so Schenk. Selbst die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/faktenfinder\/butscha-russland-kriegsverbrechen-101.html\">Kriegsverbrechen in Butscha<\/a>&nbsp;zweifelte Ganser gegen&uuml;ber seinen Anh&auml;ngern an und bezeichnet diese als vermutliche &ldquo;Fehlinformation&rdquo;.<\/p>\n<p>&ldquo;Ganser ist ein Unternehmer&rdquo;<\/p>\n<p>Wissenschaftlich t&auml;tig ist Ganser schon l&auml;nger nicht mehr: An der Universit&auml;t St. Gallen hatte er zuletzt im Jahr 2017 einen Lehrauftrag &uuml;ber die Geschichte und Zukunft von Energiesystemen, die Uni Basel hatte die Zusammenarbeit mit ihm bereits im Jahr 2015 beendet. Auch f&uuml;r das von ihm gegr&uuml;ndete &ldquo;Swiss Institute for Peace and Energy Research&rdquo; &ndash; das laut Website neben Ganser aus einem Buchhalter und einem Berater besteht &ndash; hat der selbsternannte Friedensforscher in den vergangenen Jahren keinerlei Publikationen in renommierten Fachzeitschriften in diesem Bereich vorzuweisen.<\/p>\n<p>&ldquo;Ich w&uuml;rde die heutige T&auml;tigkeit Gansers nicht als die eines Wissenschaftlers bezeichnen, sondern als die eines geschickten Unternehmers&rdquo;, sagt Schenk. Denn neben seiner lukrativen Vortragsreihe hat Ganser noch weitere Einnahmequellen: So kann man f&uuml;r 365 Euro im Jahr Mitglied seiner &ldquo;Community&rdquo; werden, um unter anderem an monatlichen Videofragerunden mit Ganser teilnehmen zu k&ouml;nnen. Nach Angaben des Schweizer Journalisten <strong>Marko Kovic<\/strong> gab das Betreiberunternehmen an, weit mehr als 500 Mitglieder zu haben &ndash; das allein entspr&auml;chen Einnahmen in H&ouml;he von mindestens 182.500 Euro im Jahr.<\/p>\n<p>Auch Gu&eacute;rot macht USA verantwortlich<\/p>\n<p>Ebenfalls viel Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erhielt in den vergangenen Monaten die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot. Momentan ist sie noch Leiterin der Professur f&uuml;r Europapolitik an der Universit&auml;t Bonn, allerdings wurde ihr Ende Februar wegen Plagiatsvorw&uuml;rfen gek&uuml;ndigt &ndash; Gu&eacute;rot k&uuml;ndigte daraufhin wiederum juristische Schritte an. Auch sie hat speziell zur Geschichte Russlands oder der Ukraine keine wissenschaftlichen Publikationen ver&ouml;ffentlicht, bem&auml;ngeln <strong>Experten<\/strong>. Dennoch wurde sie unter anderem in Talkshows eingeladen.<\/p>\n<p>Ihre Thesen zum russischen Angriffskrieg &auml;hneln denen von Ganser. Auch sie sieht die USA als Hauptverantwortliche f&uuml;r den Krieg, sagt <strong>Martin Aust, Professor f&uuml;r Osteurop&auml;ische Geschichte an der Universit&auml;t Bonn<\/strong>. Ihrer Ansicht nach sei das gro&szlig;e strategische Ziel der US-amerikanischen Au&szlig;enpolitik, Russland und die Europ&auml;ische Union voneinander zu entfremden. Und das Instrument daf&uuml;r sei die Ukraine.<\/p>\n<p>F&uuml;r Aust wird daraus deutlich, dass Gu&eacute;rot auf mehreren Ebenen nicht mit der Thematik vertraut sei. &ldquo;Das &uuml;bersieht auf Seiten der USA, wie stark sich dort der Fokus auf China gerichtet hat und wie sehr Europa f&uuml;r die US-amerikanische Au&szlig;enpolitik an Bedeutung abnimmt.&rdquo; Zudem w&uuml;rden dadurch all die russischen Aggressionen der vergangenen Jahre gegen&uuml;ber der Ukraine unter den Tisch gekehrt werden &ndash; beispielsweise die v&ouml;lkerrechtswidrige Annexion der Krim und der Krieg im Osten der Ukraine.<\/p>\n<p>&ldquo;Selektive Quellenauswahl&rdquo;<\/p>\n<p>&Auml;hnlich wie bei Ganser kritisiert Aust auch bei Gu&eacute;rot, dass die Ukraine ausschlie&szlig;lich als Objekt angesehen werde, &uuml;ber das andere verf&uuml;gten. &ldquo;Sie machen sich &uuml;berhaupt nicht die M&uuml;he, sich mit der Ukraine zu besch&auml;ftigen&rdquo;, sagt Aust. Ebenfalls gemein mit Ganser habe Gu&eacute;rot die minderwertige Quellenauswahl. &ldquo;Der Anmerkungsapparat erweist sich als ein d&uuml;nner Aufguss von einigen Zeitungsartikeln, Internetseiten und publizistischen Texten. Wissenschaftliche Publikationen zu den einschl&auml;gigen Themen des Buches werden bis auf seltene und h&ouml;chst selektive Ausnahmen nicht zitiert.&rdquo;<\/p>\n<p>Diese selektive Auswahl zeige sich beispielsweise beim Thema Rechtsextremismus in der Ukraine. So werde auf Quellen verwiesen, die in das Schema einer zerrissenen und rechten Ukraine passten. &ldquo;Unter den Tisch f&auml;llt jedoch beispielsweise das Faktum, dass es in der Ukraine zwar eine rechte Szene, aktuell jedoch im Unterschied zu vielen L&auml;ndern Europas keine rechten Parteien im Parlament gibt&rdquo;, sagt Aust. Das alles f&uuml;hre dazu, dass Gu&eacute;rot mit ihren Erz&auml;hlungen der russischen Propaganda &ldquo;vollkommen in die Karten&rdquo; spiele.<\/p>\n<p>Krone-Schmalz nennt Annexion der Krim &ldquo;Notwehr&rdquo;<\/p>\n<p>Etwas differenzierter sei die ehemalige&nbsp;<em>ARD<\/em>-Russlandkorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz zu betrachten, sagen die Experten. Anders als bei Gu&eacute;rot und Ganser kokettiere sie nicht mit den extremen R&auml;ndern und Verschw&ouml;rungsideologen &ndash; so hatte Ganser unter anderem bei seinem Auftritt in Kiel den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/bhakdi-antisemitismus-113.html\">wegen Volksverhetzung angeklagten Sucharit Bhakdi<\/a>&nbsp;als Ehrengast eingeladen.<\/p>\n<p>Doch auch Krone-Schmalz weiche mit ihren Ansichten zum Teil stark vom wissenschaftlichen Konsens ab und relativiere die russischen Gr&auml;ueltaten. Angesprochen auf die Kriegsverbrechen in Butscha reagierte sie auf einer Podiumsdiskussion beispielsweise mit der Gegenfrage, welcher Krieg nicht barbarisch sei. &ldquo;Sie will nicht dar&uuml;ber sprechen&rdquo;, <strong>sagt Gestwa<\/strong>. &ldquo;Stattdessen zieht sie ihr Narrativ einfach weiter durch.&rdquo; Die russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur stelle sie ebenfalls lediglich als Reaktionen auf ukrainische Aktionen dar.<\/p>\n<p>Dabei k&ouml;nne das &uuml;berhaupt nicht verglichen werden, <strong>sagt Gestwa<\/strong>. &ldquo;Seit der Krieg begonnen hat, schie&szlig;t die russische Artillerie ganz gezielt auf Infrastrukturen, auf Krankenh&auml;user, auf Schulen, auf Bildungseinrichtungen, auch auf Kraftwerke.&rdquo; Das habe eine ganz andere Qualit&auml;t als beispielsweise der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/ukraine-krim-bruecke-103.html\">Angriff auf die Krimbr&uuml;cke<\/a>.<\/p>\n<p>Zwischen russischem Beschuss und Gottesdienst Weihnachtstage in der Ukraine<\/p>\n<p>Auch die v&ouml;lkerrechtswidrige Annexion der Krim nannte Krone-Schmalz &ldquo;Notwehr unter Zeitdruck&rdquo;. Dabei folgte die Annexion auf ein v&ouml;lkerrechtswidriges Scheinreferendum unter milit&auml;rischer Besatzung. Das Ergebnis der &ldquo;Abstimmung&rdquo; wird nicht nur von Experten, sondern von der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft infrage gestellt. <strong>Die Osteuropa-Historikerin Franziska Davies<\/strong> von <strong>der Universit&auml;t M&uuml;nchen<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/zeitschrift-osteuropa.de\/blog\/desinformation\/\">schreibt von einem &ldquo;Gewaltakt&rdquo;<\/a>. Russlands Pr&auml;sident Wladimir Putin sagte in einer Dokumentation im Jahr 2015, dass die Annexion der Krim von Russland und seinen Spezialtruppen geplant worden sei.<\/p>\n<p>Dennoch genie&szlig;t Krone-Schmalz innerhalb von Teilen der deutschen &Ouml;ffentlichkeit ein hohes Ansehen. Aus Sicht <strong>von Aust<\/strong> ist das fragw&uuml;rdig. Schon &uuml;ber ihr Buch &ldquo;Russland verstehen&rdquo;, das einige Monate nach der Annexion der Krim und nach Beginn des Kriegs in der Ostukraine erschien<strong>, h&auml;tten Osteuropaexperten den Kopf gesch&uuml;ttelt<\/strong>. &ldquo;Aber das haben wir halt unter uns in Gespr&auml;chen getan und nicht in die &Ouml;ffentlichkeit getragen. Und da muss man im Nachhinein sagen, das ist ein Fehler gewesen, da h&auml;tten wir uns sehr viel fr&uuml;her &ouml;ffentlich zu &auml;u&szlig;ern sollen als Historiker.&rdquo;<\/p>\n<p>&ldquo;Sie versuchen sich in einer Schuldumkehr&rdquo;<\/p>\n<p>Auch wenn Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz sich von dem Krieg in der Ukraine distanzieren und Russland vordergr&uuml;ndig verurteilen, geschehe dies <strong>nach Ansicht von Gestwa <\/strong>lediglich, um sich nicht angreifbar zu machen. Allerdings w&uuml;rden sie dennoch ganz klar prorussische Positionen verbreiten. &ldquo;Das grundlegende Problem, das wir bei solchen Leuten haben: Sie versuchen sich in einer Schuldumkehr. Sie versuchen herauszuarbeiten, dass nicht Putin an allem schuld ist, sondern dass der Westen zumindest auch eine gro&szlig;e Portion Schuld tr&auml;gt.&rdquo;<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse der Osteuropaforschung w&uuml;rden dabei v&ouml;llig au&szlig;er Acht gelassen. Denn eine wichtige Rolle f&uuml;r den Krieg w&uuml;rde zum Beispiel die russische Innenpolitik spielen. &ldquo;Es geht Putin im Wesentlichen um den eigenen Machterhalt&rdquo;, sagt Gestwa. &ldquo;Putin konnte nicht als Modernisierer oder Reformer Geschichte schreiben, weil er seine Oligarchie unterst&uuml;tzen musste. Deshalb will er es unbedingt als Eroberer und als Feldherr schaffen.&rdquo; Aus diesem autorit&auml;ren Regime Putins heraus erwachse automatisch so etwas wie eine &auml;u&szlig;ere Aggression, die sich dann auch in Kriegsaktionen niedergeschlagen habe.<\/p>\n<p>Akteuren wie Ganser, Gu&eacute;rot oder Krone-Schmalz werde angesichts ihrer aktuellen oder fr&uuml;heren T&auml;tigkeit von der &Ouml;ffentlichkeit ein Expertenstatus und daher Glaubw&uuml;rdigkeit zugeschrieben. &ldquo;Und wenn nun Vortr&auml;ge und B&uuml;cher von &lsquo;Experten&rsquo; mit einem wissenschaftlichen Anspruch daherkommen, ohne sich mit Russland, mit Putin oder mit der ukrainischen Gesellschaft besch&auml;ftigt zu haben, dann schr&auml;nkt uns das ganz erheblich bei anderen Aufgaben ein&rdquo;, <strong>sagt Aust.<\/strong> &ldquo;Wir sind permanent besch&auml;ftigt, immer wieder die gleichen Falschaussagen und Verzerrungen zu korrigieren. Das zieht Zeit von konstruktiven Beitr&auml;gen zur Gestaltung der Zukunft, etwa der Beziehungen zur Ukraine und ihrer Wissenschaft ab.&rdquo;<\/p>\n<p>Auf Anfrage des&nbsp;<em>ARD-faktenfinders<\/em>&nbsp;antworteten Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz nicht.<\/p>\n<p><em>Anmerkung der Redaktion: In einer fr&uuml;heren Version des Textes hie&szlig; es, der Journalist Marko Kovic sei &Ouml;sterreicher. Richtig ist, dass er Schweizer ist. Der Text wurde entsprechend korrigiert.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107824\">finden Sie hier<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107828\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelegentlich schaue ich in der Erwartung, auf den neuesten Stand der Entwicklung gebracht zu werden, im Netz unter &bdquo;Tagesschau&ldquo; nach. 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