{"id":108135,"date":"2023-12-13T09:25:20","date_gmt":"2023-12-13T08:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108135"},"modified":"2023-12-13T14:08:30","modified_gmt":"2023-12-13T13:08:30","slug":"israels-skandaloeser-umgang-mit-palaestinensischen-gefangenen-folter-inbegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108135","title":{"rendered":"Israels skandal\u00f6ser Umgang mit pal\u00e4stinensischen Gefangenen \u2013 Folter inbegriffen"},"content":{"rendered":"<p>Die NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlichen hiermit ein Interview, das die promovierte Fach&auml;rztin und Pal&auml;stinakennerin <strong>Gabi Weber<\/strong> mit Dr. <strong>Siba Irsheid<\/strong>, LL.M., Rechtsanw&auml;ltin und Syndikus-Abogada (EuRAG), gef&uuml;hrt hat. Dieses Interview unterscheidet sich grundlegend von den meisten in Deutschland publizierten Texten zur Situation in Pal&auml;stina und Israel. Im Interview werden Vorg&auml;nge angesprochen, die in den meisten deutschen Medien tabu sind. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nUnsere Medien berichten nicht deutlich genug davon, dass pal&auml;stinensische Jugendliche und sogar Kinder gefoltert werden. Sie berichten ungen&uuml;gend &uuml;ber die rechtliche Lage und auch nicht dar&uuml;ber, dass f&uuml;r Pal&auml;stinenser und Siedler im gleichen Gebiet verschiedenes Recht gilt. Pal&auml;stinenser sind oft rechtlos. Wird dar&uuml;ber f&uuml;r die deutsche &Ouml;ffentlichkeit gewissenhaft berichtet?<\/p><p>Das Interview ist lang, es erscheint aber wegen vier Seiten wichtiger Quellenangaben l&auml;nger, als es tats&auml;chlich ist. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit daf&uuml;r.<\/p><p><strong>Gabi Weber (GW): Frau Irsheid, Sie haben sich im Rahmen Ihrer Doktorarbeit &bdquo;<em>Verhaftungen durch die Besatzungsmacht im Zuge einer milit&auml;rischen Besetzung: der pal&auml;stinensische Fall. Motivation und Legitimit&auml;t<\/em><\/strong><strong>&ldquo; an der juristischen Fakult&auml;t der Universidad Nacional de Educaci&oacute;n a Distancia (UNED) in Madrid, Spanien &uuml;ber mehrere Jahre mit Rechtsbr&uuml;chen des israelischen Staates auseinandergesetzt. K&ouml;nnten Sie die Ergebnisse grob f&uuml;r die Leserinnen und Leser der NDS zusammenfassen?<\/strong><\/p><p><strong>Dr. Siba Irsheid (SI): <\/strong>Meine Forschungsarbeit ging von Anfang Oktober 2018 bis Ende Oktober 2022. Als eines der wichtigsten Ergebnisse hat sich herauskristallisiert, dass die israelische Besatzung der pal&auml;stinensischen Gebiete Westjordanland, Ost-Jerusalem und Gaza nicht im Einklang mit dem V&ouml;lkerrecht steht und daher rechtswidrig ist.<\/p><p>Aus v&ouml;lkerrechtlicher Sicht [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] kann eine milit&auml;rische Besatzung gerechtfertigt sein, wenn der besetzende Staat zur Abwehr einer Gefahr das Gebiet des besetzten Staates so lange besetzt h&auml;lt, bis diese Gefahr beseitigt ist. Folglich ist die milit&auml;rische Pr&auml;senz von vornherein als vor&uuml;bergehend zu betrachten. Seit Beginn der Besatzung 1967 verfolgt Israel eine Politik, die den Bau von Siedlungen in den besetzten pal&auml;stinensischen Gebieten, die &Uuml;bersiedlung israelischer B&uuml;rger in diese Siedlungsgebiete und den Bau von Stra&szlig;en, die nur f&uuml;r Israelis bestimmt sind und diese Siedlungen nicht nur untereinander, sondern auch mit dem israelischen Staatsgebiet verbinden, umfasst. Dies stellt die offiziell vertretene Absicht Israels, die pal&auml;stinensischen Gebiete nur vor&uuml;bergehend zu besetzen, in Frage. Die lange Dauer der Besatzung seit 1967, die Siedlungspolitik mit der stetig zunehmenden, schrittweisen Annexion pal&auml;stinensischer Gebiete durch Israel und die Aneignung nat&uuml;rlicher Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser, schw&auml;chen Israels angebliche &bdquo;Sicherheitsgr&uuml;nde&ldquo;, weil sie eher kolonialistische Merkmale sind. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Israel f&uuml;hrt Verhaftungen von Pal&auml;stinensern als &bdquo;Selbstschutz&ldquo; und damit Rechtfertigung zur Aufrechterhaltung des Status quo der milit&auml;rischen Besatzung durch. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Die Bestrafung in Form von Verhaftungen dient ausschlie&szlig;lich dem Schutz israelischer politischer Interessen, z.B. der Siedlungspolitik, und folgt dem Ziel, den Wunsch des pal&auml;stinensischen Volkes nach Selbstbestimmung zu unterdr&uuml;cken.<\/p><p>Bei den Handlungen, die Israel als &bdquo;Verbrechen gegen die Sicherheit&ldquo; betrachtet und die in israelischen Milit&auml;rverordnungen aufgef&uuml;hrt sind, handelt es sich zumeist um Proteste und Aktionen von Pal&auml;stinensern gegen die milit&auml;rische Besatzung, gegen die Politik der Annexion der pal&auml;stinensischen Gebiete und die diskriminierende Behandlung der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung. Um pal&auml;stinensische Proteste zu unterdr&uuml;cken, setzt Israel eine aggressive und menschenrechtsverletzende Inhaftierungspolitik ein.<\/p><p><strong>GW: F&uuml;r die besetzten pal&auml;stinensischen Gebiete gelten also andere Gesetze als f&uuml;r den Staat Israel selbst? Wie ist das dann mit den israelischen Siedlern, die offensichtlich &bdquo;illegal&ldquo; auf pal&auml;stinensischem, jedoch von Israel besetztem Land leben &ndash; welches Recht gilt f&uuml;r sie?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Pal&auml;stinenser im besetzten Westjordanland unterstehen dem Milit&auml;rrecht, w&auml;hrend f&uuml;r dort lebende j&uuml;dische Siedler Zivilrecht angewandt wird. Offiziell sind die israelischen Milit&auml;rgerichte befugt, jeden zu verurteilen, der im Westjordanland eine Straftat begeht, einschlie&szlig;lich der dort lebenden israelischen Siedler, der in Israel lebenden israelischen B&uuml;rger und der Ausl&auml;nder. Anfang der 1980er-Jahre beschloss der israelische Generalstaatsanwalt jedoch, dass israelische Staatsb&uuml;rger von den ordentlichen israelischen Gerichten nach israelischem Strafrecht verurteilt werden, auch wenn sie im Westjordanland leben und selbst wenn die Straftat in den besetzten Gebieten Pal&auml;stinas oder gegen pal&auml;stinensische Bewohner der besetzten Gebiete begangen wurde. Diese Politik ist nach wie vor in Kraft. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Die Angeklagten vor den israelischen Milit&auml;rgerichten sind daher ausschlie&szlig;lich pal&auml;stinensische Staatsb&uuml;rger. Die Zust&auml;ndigkeit des israelischen Milit&auml;rgerichts gilt niemals f&uuml;r israelische Siedler, die ebenfalls im Westjordanland leben; diese unterliegen, wie bereits erw&auml;hnt, der normalen israelischen Gerichtsbarkeit.<\/p><p><strong>GW: Welche Rolle spielt die PA, die Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde, bez&uuml;glich der Rechtsprechung?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Das allgemeine pal&auml;stinensische Recht gilt nur f&uuml;r das Westjordanland und den Gazastreifen, jedoch lediglich in sehr begrenztem Umfang. Dieses Rechtssystem befasst sich nur mit Angelegenheiten, die Pal&auml;stinenser betreffen, und ist nicht zust&auml;ndig f&uuml;r Angelegenheiten, die direkt oder indirekt mit israelischen Sicherheits- oder Milit&auml;rkr&auml;ften oder israelischen Siedlern im Westjordanland zu tun haben. Sie gilt auch nicht f&uuml;r Pal&auml;stinenser, die im Gebiet von Ost-Jerusalem leben.<\/p><p>Die Gr&uuml;ndung der Pal&auml;stinensischen Autonomiebeh&ouml;rde im Anschluss an die Osloer Abkommen (in den 1990er-Jahren) bedeutete theoretisch die schrittweise &Uuml;bertragung von Befugnissen und Zust&auml;ndigkeiten der israelischen Besatzungsmacht auf die pal&auml;stinensischen Beh&ouml;rden. Infolge dieser Abkommen wurden die OPT (Occupied Palestinian Territories &ndash; besetzte pal&auml;stinensische Gebiete) in drei verschiedene Gebiete aufgeteilt, die als A, B und C bezeichnet werden. Gem&auml;&szlig; der Oslo-Abkommen w&uuml;rde die Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde die volle Kontrolle &uuml;ber das Gebiet A aus&uuml;ben, w&auml;hrend das Gebiet C vollst&auml;ndig unter israelischer Kontrolle stehen w&uuml;rde; das Gebiet B wurde als &bdquo;autonome&ldquo; Region bezeichnet, die in der Praxis eine pal&auml;stinensische Verwaltung der D&ouml;rfer unter israelischer Sicherheitskontrolle darstellen w&uuml;rde.<\/p><p>W&auml;hrend die Zonen A und C hinsichtlich ihrer Bev&ouml;lkerung klar definiert sind, d. h. Zone A (zwei Prozent) wird ausschlie&szlig;lich von Pal&auml;stinensern und Zone C (rund 68 Prozent) von israelischen illegalen Siedlern bewohnt, die in den illegalen Siedlungen leben, ist Zone B (30 Prozent) eine undefinierte Gruppierung zwischen den beiden Zonen, mit pal&auml;stinensischen D&ouml;rfern in der N&auml;he von Autobahnen oder Stra&szlig;en, die ausschlie&szlig;lich von israelischen B&uuml;rgern genutzt werden d&uuml;rfen, oder in der N&auml;he von Gebieten, die von Israel als milit&auml;rische Sperrzonen definiert sind.<\/p><p>Ost-Jerusalem nimmt eine Sonderposition ein, da es in den Abkommen als Teil der abschlie&szlig;enden Verhandlungen belassen wurde. Allerdings wurde Ost-Jerusalem in den Karten, die die Zonen aufteilen, de facto an Israel angegliedert und unterliegt nun der vollst&auml;ndigen israelischen Kontrolle.<\/p><p>Dies bedeutet, dass Israel faktisch die Sicherheitskontrolle &uuml;ber fast das gesamte Gebiet des Westjordanlandes aus&uuml;bt und die Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde lediglich eine Verwaltungsfunktion innehat, mit Ausnahme eines kleinen Teils des Gebiets A, wo sie f&uuml;r die Sicherheit zust&auml;ndig ist, solange keine israelische Person beteiligt ist oder keine Gefahr f&uuml;r den Staat Israel besteht. Im Vertrag von Oslo II wurde 1995 festgelegt, dass diese Aufteilung des Westjordanlandes in drei Zonen f&uuml;r f&uuml;nf Jahre vorl&auml;ufig ist, aber die Aufteilung besteht bis heute.<\/p><p><strong>GW: Welche Funktion haben das israelische Milit&auml;rgerichtssystem und die dazugeh&ouml;rigen israelischen Milit&auml;rgerichte?<\/strong><\/p><p><strong>SI:<\/strong> Das Milit&auml;rgerichtssystem gibt den Beamten der Israelischen Sicherheitsbeh&ouml;rde (ISA, Israeli Security Agency) gr&ouml;&szlig;ere Flexibilit&auml;t bei der Durchf&uuml;hrung von Verh&ouml;ren pal&auml;stinensischer Gefangener und reduziert die rechtlichen Garantien f&uuml;r die Pal&auml;stinenser auf das absolute Minimum, das weit unter den Garantien des israelischen Zivilrechts liegt. Gem&auml;&szlig; OM 1651, Kapitel C, Artikel 38, kann ein Pal&auml;stinenser ohne Anklage f&uuml;r einen Gesamtzeitraum von 90 Tagen ausschlie&szlig;lich zum Zweck des Verh&ouml;rs festgehalten werden, w&auml;hrend ein israelischer Staatsb&uuml;rger, der eines Sicherheitsdelikts beschuldigt wird, ohne Anklage f&uuml;r einen Zeitraum von 64 Tagen festgehalten werden kann. Gerichtsverfahren gegen Pal&auml;stinenser vor Milit&auml;rgerichten m&uuml;ssen 18 Monate nach der Inhaftierung abgeschlossen sein, w&auml;hrend die Frist f&uuml;r israelische H&auml;ftlinge vor israelischen Strafgerichten neun Monate betr&auml;gt.<\/p><p>Nach dem V&ouml;lkerrecht ist es nicht zul&auml;ssig, dass Israel sein Zivilrecht auf die Pal&auml;stinenser im Westjordanland anwendet, da dies einer illegalen Annexion gleichk&auml;me. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Au&szlig;erdem m&uuml;ssen die auf die Pal&auml;stinenser angewandten Gesetze Rechte und Schutzma&szlig;nahmen enthalten, die nicht nachteiliger sind als die, die f&uuml;r die in den Siedlungen lebenden Israelis gelten; andernfalls w&uuml;rde der Grundsatz der Nichtdiskriminierung verletzt werden. Israel wendet, wie schon gesagt, im Westjordanland weiterhin zwei Rechtssysteme an, deren Anwendungskriterien auf der Rasse oder der nationalen Identit&auml;t der betroffenen Personen beruhen.<\/p><p>Laut Art. 64 Abs. 2 des Vierten Genfer Abkommens kann die Besatzungsmacht der Bev&ouml;lkerung des besetzten Gebietes die Vorschriften\/Bestimmungen\/Gesetze (in unserem Fall military orders: Milit&auml;rverordnungen) auferlegen, die unerl&auml;sslich sind, um dieser Besatzungsmacht die Erf&uuml;llung ihrer Verpflichtungen aus dem Genfer Abkommen zu erm&ouml;glichen und so die normale Verwaltung des Gebietes und die Sicherheit sowohl des Besatzers selbst als auch seiner Angeh&ouml;rigen und des Verm&ouml;gens der Besatzungstruppen oder der Verwaltung der Besatzung sowie der von ihr benutzten Einrichtungen und Verkehrswege zu gew&auml;hrleisten. Artikel 66 des Vierten Genfer Abkommens erlaubt es der Besatzungsmacht, die Angeklagten im Falle der Verletzung der von ihr erlassenen Strafbestimmungen ihren Milit&auml;rgerichten zu unterstellen.<\/p><p>Israel hat die Milit&auml;rgerichte f&uuml;r die Verfolgung und Verurteilung von Pal&auml;stinensern eingerichtet. Diese versto&szlig;en jedoch gegen die allgemein anerkannten Rechte und Grunds&auml;tze eines fairen Verfahrens in allen Phasen des Prozesses. Auch in Bezug auf Minderj&auml;hrige werden diese prinzipiellen theoretischen Garantien nicht von Israel eingehalten, wobei erschwerend hinzukommt, dass viele Minderj&auml;hrige inhaftiert werden und die Verurteilung bis zu ihrer Vollj&auml;hrigkeit aufgeschoben wird, damit sie wie Erwachsene vor Gericht gestellt werden k&ouml;nnen &ndash; ungeachtet ihres Alters zum Zeitpunkt der mutma&szlig;lichen Straftat. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Bei den Rechten auf ein faires Verfahren k&ouml;nnte man f&uuml;r die Notwendigkeit bestimmter Ausnahmen in bestimmten Situationen pl&auml;dieren, wenn sie nicht in diskriminierender Weise angewandt w&uuml;rden: Von den Rechten der Pal&auml;stinenser wird abgewichen, von den Rechten der Israelis, die in demselben Gebiet leben, nicht. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Eine solche Abweichung darf nicht auf der Grundlage von Rasse, Sprache, Religion oder sozialer Herkunft diskriminierend sein. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Was die Inhaftierung pal&auml;stinensischer Minderj&auml;hriger betrifft, die Israel sogar mitten in der COVID-19-Pandemie weiterhin praktizierte, legt dies den bestehenden antipal&auml;stinensischen Rassismus noch deutlicher offen, insbesondere wenn man bestimmte Verhaltensweisen analysiert, die keine andere nachvollziehbare Rechtfertigung haben als den Wunsch, Minderj&auml;hrige und deren Eltern zu dem&uuml;tigen oder ihnen unn&ouml;tiges Leid zuzuf&uuml;gen. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Die H&auml;ufigkeit, mit der solche Handlungen vorkommen, sowie die Tatsache, dass sie straffrei bleiben, zeigen, dass solche Verhaltensweisen stillschweigend von Israel akzeptiert werden. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Israel, das jedes Jahr zwischen 500 und 700 pal&auml;stinensische Kinder inhaftiert und strafrechtlich verfolgt, scheint, nach Defense for Children International Palestine, das einzige Land der Welt zu sein, das Kinder automatisch und systematisch von Milit&auml;rgerichten inhaftieren und strafrechtlich verfolgen l&auml;sst, da die Milit&auml;rgerichte weniger Garantien in Bezug auf die Grundrechte und den Schutz eines fairen Verfahrens bieten. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Bedauerlicherweise werden pal&auml;stinensische Minderj&auml;hrige von israelischen Milit&auml;r- und Polizeikr&auml;ften mit alarmierender H&auml;ufigkeit verhaftet, und es ist sehr besorgniserregend, dass die verhafteten Minderj&auml;hrigen immer j&uuml;nger werden. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>Nach Angaben der israelischen Organisation Yesh Din werden mehr als 90 Prozent der Akten &uuml;ber Gewalttaten von israelischen Siedlern gegen Pal&auml;stinenser ohne Anklage geschlossen. Im Falle der Pal&auml;stinenser hingegen sind sich die Anw&auml;lte einig, dass die &uuml;berwiegende Mehrheit der Verfahren mit Verurteilungen endet. [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Kurz gesagt: Die j&uuml;dischen Siedler und die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung in den besetzten pal&auml;stinensischen Gebieten leben gemeinsam unter einem Regime, das bei der Anerkennung von Rechten auf der Grundlage der nationalen und ethnischen Identit&auml;t Unterschiede macht [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] und damit gegen den Grundsatz verst&ouml;&szlig;t, dass kein Staat zwischen denjenigen, &uuml;ber die er die Strafgerichtsbarkeit aus&uuml;bt, auf der Grundlage der Rasse oder der nationalen Identit&auml;t diskriminieren darf.<\/p><p><strong>GW: K&ouml;nnten Sie Beispiele f&uuml;r diese unterschiedliche Behandlung nennen?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Ja nat&uuml;rlich &ndash; leider gibt es mehr als genug davon! Beispielsweise werden Pal&auml;stinenser, die von einem Milit&auml;rgericht wegen Mordes verurteilt werden, effektiv zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, w&auml;hrend ein Israeli, der von einem Strafgericht wegen desselben Verbrechens zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wird, h&ouml;chstens 20 Jahre ins Gef&auml;ngnis muss. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen nach dem israelischen Strafgesetzbuch nicht-pal&auml;stinensische Verurteilte nach Verb&uuml;&szlig;ung der H&auml;lfte ihrer Strafe freigelassen werden, w&auml;hrend Pal&auml;stinenser, die unter dem Milit&auml;rregime verurteilt wurden, erst nach Verb&uuml;&szlig;ung von zwei Dritteln ihrer Strafe einen Antrag auf Bew&auml;hrung stellen k&ouml;nnen. Im Allgemeinen werden pal&auml;stinensische H&auml;ftlinge nur selten vorzeitig auf Bew&auml;hrung entlassen. [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Die Strafm&uuml;ndigkeit beginnt sowohl f&uuml;r Pal&auml;stinenser als auch f&uuml;r Israelis im Alter von zw&ouml;lf Jahren. Pal&auml;stinenser werden jedoch im Rahmen des Milit&auml;rgerichtssystems mit 16 Jahren als Erwachsene verurteilt, w&auml;hrend das israelische Justizsystem die Vollj&auml;hrigkeit auf 18 Jahre festlegt. Diese Milit&auml;rverordnung wurde am 27. September 2011 ge&auml;ndert und das Vollj&auml;hrigkeitsalter auch f&uuml;r Pal&auml;stinenser auf 18 Jahre festgesetzt. Es wurde jedoch bis heute nicht umgesetzt. [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] W&auml;hrend israelische Gesetze und polizeiliche Anordnungen besagen, dass in Israel inhaftierte Minderj&auml;hrige nur von speziell f&uuml;r diese Aufgabe ausgebildeten Polizeibeamten verh&ouml;rt werden d&uuml;rfen, werden pal&auml;stinensische Kinder von Polizei- oder ISA-Beamten verh&ouml;rt, und zwar in Situationen, die einsch&uuml;chternd sind, in denen es keine wirkliche Form der Aufsicht gibt und die von Missbrauch gepr&auml;gt sind.<\/p><p>Auch die Sprache ist ein grundlegendes Problem in den Milit&auml;rgerichten. Die israelische Rechtsprechung legt fest, dass ein Gefangener in seiner eigenen Sprache verh&ouml;rt werden und dass seine Aussage auch in dieser Sprache verfasst werden muss. In der Praxis wird das Gest&auml;ndnis oder die Aussage des pal&auml;stinensischen Gefangenen jedoch h&auml;ufig von einem Mitglied der Polizeikr&auml;fte auf Hebr&auml;isch verfasst, wodurch der Gefangene gezwungen wird, eine Aussage oder ein Gest&auml;ndnis zu unterschreiben, das er nicht versteht. Diese &bdquo;Gest&auml;ndnisse&ldquo; sind wiederum das Hauptbeweismittel gegen pal&auml;stinensische Gefangene vor israelischen Milit&auml;rgerichten. [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p>Selbst denjenigen, die eines Verbrechens angeklagt sind, wird vor Milit&auml;rgerichten routinem&auml;&szlig;ig das Recht auf ein ordentliches Verfahren vorenthalten. [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>] Viele der Pal&auml;stinenser, die wegen &bdquo;Sicherheitsvergehen&ldquo; verurteilt wurden und eine Haftstrafe verb&uuml;&szlig;en (2.331 Personen, Stand 1. November 2023), haben sich auf einen Vergleich (plea bargain) mit der israelischen Milit&auml;rstaatsanwaltschaft eingelassen, um eine lange Untersuchungshaft und Schein-Milit&auml;rprozesse zu vermeiden, bei denen die Verurteilungsquote gegen Pal&auml;stinenser nahezu 95 Prozent betr&auml;gt. [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Wie Human Rights Watch und andere israelische, pal&auml;stinensische und internationale Menschenrechtsorganisationen festgestellt haben, ist die Diskriminierung bei Festnahme und Inhaftierung nur ein Aspekt der systematischen Unterdr&uuml;ckung, die den Verbrechen der israelischen Beh&ouml;rden gegen die Menschlichkeit, der Apartheid [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] und der Verfolgung der Pal&auml;stinenser zugrunde liegt.<\/p><p><strong>GW: Was konnten Sie im Rahmen Ihrer Forschungsarbeit &uuml;ber die Behandlung der pal&auml;stinensischen Gefangenen in israelischen Gef&auml;ngnissen herausfinden?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Unter dem Deckmantel der Terrorismusbek&auml;mpfung verst&ouml;&szlig;t Israel gegen die Menschenrechte und l&auml;sst u. a. Folter zu. Auch<em> <\/em>pal&auml;stinensische Kinder werden gefoltert, um Informationen, Gest&auml;ndnisse oder Bekenntnisse zu erzwingen. Wenn es moralisch inakzeptabel ist, Folter an sich &uuml;berhaupt als &bdquo;probates&ldquo; Mittel anzuwenden, so ist die Folterung von Minderj&auml;hrigen auf keinen Fall hinnehmbar. Die Folterung sowohl von Minderj&auml;hrigen als auch von erwachsenen pal&auml;stinensischen Gefangenen mit geistigen\/k&ouml;rperlichen Behinderungen dient dazu, deren Verhalten mit umfassenderen Sicherheitsbelangen in Verbindung zu bringen.<\/p><p>Die Tatsache, dass Soldaten, Polizisten und Bedienstete des israelischen Sicherheitsdienstes pal&auml;stinensische Gefangene, darunter auch Minderj&auml;hrige [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>], weiterhin ungestraft foltern und anderweitig misshandeln, zeigt, dass der Staat Israel diese diskriminierende Politik stillschweigend akzeptiert. [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]<\/p><p><strong>GW: Das sind schwere Anschuldigungen, Frau Irsheid. K&ouml;nnen Sie etwas &uuml;ber die Foltermethoden berichten und auch, welche Quellen Sie zu diesem Thema finden konnten?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Ja, Sie haben recht, das sind in der Tat schwerwiegende Schlussfolgerungen. Dennoch ist dies das Ergebnis meiner vierj&auml;hrigen Forschungs- und Promotionsarbeit, die ich auf 344 Seiten niedergeschrieben habe und die 1667 Fu&szlig;noten mit Quellenangaben beinhaltet. Diese Quellen sind wissenschaftlich belegt in meiner Doktorarbeit, die mit Summa Cum Laude ausgezeichnet wurde. Nat&uuml;rlich w&auml;re es gut, zuerst die Dissertation, die aktuell nur auf Spanisch vorliegt, selbst zu lesen, um zu wissen, wie ich zu diesen Ergebnissen gekommen bin. Allerdings geht es hier in diesem Interview in erster Linie um eine grobe Zusammenfassung meiner Ergebnisse.<\/p><p>Tats&auml;chlich war meine Bef&uuml;rchtung anfangs, dass es nicht genug wissenschaftliche Literatur &uuml;ber dieses Thema geben w&uuml;rde, und meine Emp&ouml;rung war gro&szlig;, als ich feststellte, dass alle Menschenrechtsverletzungen durch die verschiedenen israelischen Regierungen auf h&ouml;chstem Niveau dokumentiert sind. [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]<\/p><p>Folter von pal&auml;stinensischen Inhaftierten hat sogar in manchen F&auml;llen der Oberste Gerichtshof Israels erlaubt (siehe Israeli Supreme Court, STC HCJ 769\/02 The Public Committee Against Torture in Israel et. al. v. The Government of Israel et. al. (2006)).<\/p><p>Leider durchleben die meisten erwachsenen und mehr als 60 Prozent der minderj&auml;hrigen pal&auml;stinensischen Gefangenen verschiedene Foltermethoden, die von den Vernehmungsbeamten meist eingesetzt werden, um ein Gest&auml;ndnis zu erzwingen. [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]<\/p><p>Zu den eingesetzten Foltermethoden geh&ouml;ren Bedrohung mit Schusswaffen, Todesandrohungen, Unterbringung in Isolierhaft, Fixieren in einer bestimmten Position &uuml;ber mehrere Stunden, Schlafentzug, Androhung von &Uuml;bergriffen gegen oder Inhaftierung von Familienmitgliedern, Verweigerung des Zugangs zu Toiletten w&auml;hrend des Verh&ouml;rs, Schl&auml;ge und andere Formen k&ouml;rperlicher Gewalt. In zunehmendem Ma&szlig;e setzen israelische Soldaten und ISA-Beamte sexuelle Drohungen ein, um Kinder in Angst und Schrecken zu versetzen und sie zu zwingen, ein bestimmtes Vergehen zu gestehen. Die sexuellen &Uuml;bergriffe israelischer Vernehmungsbeamter gegen&uuml;ber Minderj&auml;hrigen nehmen viele Formen an, darunter das Anfassen im Genitalbereich, die Androhung von Vergewaltigung oder Sodomie mit einem Gegenstand. Die Betroffenen werden hierdurch in so gro&szlig;e Angst und Furcht versetzt, dass sie in vielen F&auml;llen Dinge gestehen, die nie passiert sind oder die sie nie getan haben. [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]<\/p><p>Eine andere Technik, die von milit&auml;rischen Vernehmungsbeamten angewandt wird, besteht darin, die Minderj&auml;hrigen unter Druck zu setzen, damit sie andere in ihrem Dorf verraten. Es wird auch versucht, sie als regelm&auml;&szlig;ige Informanten f&uuml;r die Armee zu rekrutieren [<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>], eine Praxis, die unter anderem durch Artikel 44 der Haager Bestimmungen verboten ist.<\/p><p>46 Prozent der Minderj&auml;hrigen geben an, dass sie w&auml;hrend der Verhaftung, des Transfers in ein israelisches Gef&auml;ngnis und\/oder w&auml;hrend des Verh&ouml;rs beschimpft wurden. Die Beschimpfungen richten sich direkt gegen den Minderj&auml;hrigen, gegen seine Mutter oder Schwester(n) oder gegen seine Religion. 66 Prozent der betroffenen Minderj&auml;hrigen berichten, dass sie sich bei ihrer Ankunft in der Haftanstalt einer Leibesvisitation unterziehen, sich dabei nackt ausziehen und b&uuml;cken mussten.<\/p><p>Viele internationale (z.B. Amnesty International, Human Rights Watch, Defense Children International-Palestine), pal&auml;stinensische (z.B. Addameer, Military Court Watch) und israelische (z.B. B&lsquo;Tselem, Yesh Din, HaMoked) NGOs dokumentieren diese F&auml;lle. Auf den Websites dieser Organisationen findet man eine Vielzahl an Informationen und Statistiken. Die von mir verwendeten Statistiken stammen aus den Jahren 2018 bis 2022, aber sicherlich k&ouml;nnte man dort noch aktuellere Zahlen finden.<\/p><p>Neben dem Fehlen eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Verfahrens haben die israelischen Beh&ouml;rden jahrzehntelang pal&auml;stinensische Gefangene misshandelt und gefoltert. [<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>] Seit 2001 wurden beim israelischen Justizministerium mehr als 1.400 Beschwerden &uuml;ber Folterungen durch den Shin Bet, Israels internen Sicherheitsdienst, eingereicht, darunter schmerzhafte Fesselungen, Schlafentzug und Erleiden von extremen Temperaturen. [<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>]<\/p><p>Nach Angaben des &Ouml;ffentlichen Komitees gegen Folter, einer israelischen Menschenrechtsgruppe, haben diese Beschwerden zu insgesamt drei strafrechtlichen Ermittlungen und keiner Anklage gef&uuml;hrt. [<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>] Die Gruppe Military Court Watch berichtete, dass in 22 F&auml;llen von Inhaftierungen pal&auml;stinensischer Minderj&auml;hriger, die sie im Jahr 2023 dokumentierte, 64 Prozent angaben, k&ouml;rperlich misshandelt worden zu sein, und 73 Prozent durch die israelischen Streitkr&auml;fte w&auml;hrend der Inhaftierung einer Leibesvisitation unterzogen worden seien. [<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]<\/p><p>Pal&auml;stinensische Menschenrechtsgruppen berichteten &uuml;ber einen Anstieg der Verhaftungen und eine Verschlechterung der Bedingungen f&uuml;r pal&auml;stinensische Gefangene vor dem 7. Oktober 2023, einschlie&szlig;lich gewaltsamer Razzien, Verlegungen und Isolation von Gefangenen, vermindertem Zugang zu flie&szlig;endem Wasser und Brot sowie weniger Familienbesuchen. Diese Tendenzen haben sich seit dem Beginn des drakonischen Kriegs gegen den Gazastreifen versch&auml;rft. [<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>]<\/p><p><strong>GW: Wie muss man sich die Inhaftierungen von Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinensern vorstellen? Im Rahmen des in der vorletzten Woche in allen Medien berichteten Gefangenenaustauschs zwischen der Hamas und Israel hat man wenig bzw. nichts &uuml;ber die Gr&uuml;nde der Inhaftierungen erfahren. Viele gehen vielleicht davon aus, dass es sich hierbei um &bdquo;echte&ldquo; Kriminelle handelt, die kleinere und gr&ouml;&szlig;ere Verbrechen, die auch hier in Deutschland geahndet w&uuml;rden, begangen haben. Ist das im Falle der pal&auml;stinensischen Gefangenen so? <\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Nat&uuml;rlich handelt es sich in manchen F&auml;llen auch um &bdquo;echte&ldquo; Kriminelle, die kleinere und gr&ouml;&szlig;ere Verbrechen begangen haben. Aber laut Angaben der oben genannten Menschenrechtsorganisationen werden die meisten Verhaftungen aus politischen Motiven angeordnet. Es stellt sich die Frage, warum Israel so viele Pal&auml;stinenser in Haft und zum Austausch bereith&auml;lt und aus welchem Grund sie inhaftiert wurden.<\/p><p>Mit Stand vom 1. November 2023 hielten die israelischen Beh&ouml;rden fast 7.000 Pal&auml;stinenser aus den besetzten Gebieten (Westbank und Jerusalem) wegen angeblicher Sicherheitsverst&ouml;&szlig;e in Haft, so die israelische Menschenrechtsorganisation HaMoked. Seit den Anschl&auml;gen vom 7. Oktober 2023 in Israel wurden bis jetzt Tausende Pal&auml;stinenser festgenommen und ca. 240 freigelassen. Unter den Festgenommenen befinden sich Dutzende von Frauen und zahlreiche Kinder. [<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>]<\/p><p>Die meisten der pal&auml;stinensischen Gefangenen wurden noch nie wegen eines Verbrechens verurteilt, darunter mehr als 2.000, die sich in Verwaltungshaft befinden, bei der das israelische Milit&auml;r eine Person ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festh&auml;lt. Eine solche Inhaftierung kann auf der Grundlage geheimer Informationen, die der Inhaftierte nicht einsehen darf, auf unbestimmte Zeit verl&auml;ngert werden. Verwaltungsh&auml;ftlinge werden unter der Annahme festgehalten, dass sie irgendwann in der Zukunft eine Straftat begehen k&ouml;nnten. Die israelischen Beh&ouml;rden haben u. a. Minderj&auml;hrige, Menschenrechtsaktivisten und pal&auml;stinensische politische Aktivisten in Verwaltungshaft genommen, und dies oft &uuml;ber viele Jahre hinweg. [<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>]<\/p><p>Eine Untersuchung der Milit&auml;rverordnungen 101 und 1651, die die Grundlage f&uuml;r die Verhaftungen bilden, sowie verschiedene UN-Berichte und Menschenrechtsorganisationen st&uuml;tzen meine Behauptung, dass Verhaftungen durch die israelischen Beh&ouml;rden als Abschreckungsmittel eingesetzt werden, um den Widerstand zu beenden. Die Inhaftierung pal&auml;stinensischer Minderj&auml;hriger und Erwachsener wird so zu einer Methode der Unterdr&uuml;ckung und Rassendiskriminierung. [<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>]<\/p><p>Die in den Milit&auml;rgerichten durchgef&uuml;hrten Prozesse und Verurteilungen werden als Instrument zur politischen oder rassistischen Verfolgung eingesetzt. So werden Straftaten wie die Mitgliedschaft in illegalen Vereinigungen kriminalisiert &ndash; wobei die Festlegung, dass eine Vereinigung als illegal deklariert wird, von der Entscheidung eines israelischen Milit&auml;rkommandanten abh&auml;ngt. Ein weiteres &bdquo;Verbrechen&ldquo; seitens der Pal&auml;stinenser, das h&auml;ufig als Grund f&uuml;r drakonische Ma&szlig;nahmen angef&uuml;hrt wird, ist die &bdquo;St&ouml;rung der &ouml;ffentlichen Ordnung&ldquo;, insbesondere das Werfen von Steinen.<\/p><p>Pal&auml;stinenser k&ouml;nnen inhaftiert werden, wenn sie ohne Genehmigung an einer Versammlung von nur zehn Personen zu einem Thema teilnehmen, das als &bdquo;politisch&ldquo; ausgelegt werden k&ouml;nnte, w&auml;hrend Siedler ohne Genehmigung demonstrieren k&ouml;nnen, es sei denn, die Versammlung umfasst mehr als 50 Personen, findet im Freien statt und beinhaltet &bdquo;politische Reden und Erkl&auml;rungen&ldquo;.<\/p><p>Diese Milit&auml;rverordnungen sind sehr zweideutig formuliert und bieten einen gro&szlig;en Interpretationsspielraum, was einen Versto&szlig; gegen den Legalit&auml;tsgrundsatz darstellt.<\/p><p>Auch die Milit&auml;rverordnungen gen&uuml;gen nicht den Anforderungen des Art. 65 des Vierten Genfer Abkommens, das festlegt, dass die von der Besatzungsmacht erlassenen Milit&auml;rverordnungen erst dann in Kraft treten, wenn sie ver&ouml;ffentlicht und der Bev&ouml;lkerung in ihrer Sprache bekannt gemacht wurden &ndash; Anforderungen, die bis heute nicht erf&uuml;llt wurden.<\/p><p>Die erw&auml;hnte Milit&auml;rverordnung 101 kriminalisiert unter dem Begriff &bdquo;politische Anstiftung&ldquo; zivile Aktivit&auml;ten im Zusammenhang mit der Aus&uuml;bung b&uuml;rgerlicher und politischer Rechte, darunter: die Teilnahme an Versammlungen oder Mahnwachen, insbesondere zum Gedenken an die Nakba (auf Arabisch bedeutet dies die Katastrophe, die mit der Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Pal&auml;stinenser im Rahmen der israelischen Staatsgr&uuml;ndung 1948 einherging, also den pal&auml;stinensischen Exodus); Handlungen, die der &ouml;ffentlichen Meinungsbildung dienen, wie zum Beispiel das Drucken und Verteilen von politischem Material sowie die Organisation und Teilnahme an Protesten, (zum Beispiel gegen die durch Israel illegal errichtete Trennungsmauer), auch wenn diese friedlich verlaufen.<\/p><p>In der Milit&auml;rverordnung 1651 wurden die sogenannten &bdquo;Sicherheitsbestimmungen&ldquo;, die die Zugeh&ouml;rigkeit zu oder die Unterst&uuml;tzung feindseliger Organisationen unter Strafe stellen, festgelegt.<\/p><p>Ich m&ouml;chte darauf hinweisen, dass es im Hinblick auf den Vorwurf der &bdquo;Mitgliedschaft oder Unterst&uuml;tzung einer feindlichen Organisation&ldquo; in den meisten F&auml;llen nicht m&ouml;glich ist, ausreichende Beweise gegen die Festgenommenen vorzulegen, weshalb diese auf der Grundlage von Verwaltungshaftanordnungen inhaftiert werden. Dies f&uuml;hrt dazu, dass hierdurch keine Notwendigkeit besteht, diese Beweise vorzulegen oder den H&auml;ftling &uuml;ber die gegen ihn erhobenen Vorw&uuml;rfe zu informieren.<\/p><p>Israel setzt die Verwaltungshaft routinem&auml;&szlig;ig und als Kollektivstrafe mit der Behauptung ein, dies sei als Pr&auml;ventionsma&szlig;nahme zur Abwehr zuk&uuml;nftiger Bedrohungen zu sehen. Berichten des Menschenrechtsausschusses, des CAT (Committee Against Torture) sowie pal&auml;stinensischer und israelischer Menschenrechtsorganisationen zufolge wird jedoch die Verwaltungshaft nach erfolglosen Ermittlungen oder dem Vers&auml;umnis, w&auml;hrend des Verh&ouml;rs ein Gest&auml;ndnis zu erlangen, angewendet.<\/p><p>Die Milit&auml;rverordnungen, die die Inhaftierung von Pal&auml;stinensern regeln, verlangen von den israelischen Beh&ouml;rden nicht, die Inhaftierten &uuml;ber die Gr&uuml;nde ihrer Inhaftierung zu informieren. [<a href=\"#foot_35\" name=\"note_35\">35<\/a>]<\/p><p>Wenn der Milit&auml;rkommandant behauptet, dass eine Gefahr f&uuml;r die nationale Sicherheit bestehe, sind die israelischen Beh&ouml;rden davon befreit, dem H&auml;ftling oder seinem Anwalt weitere Informationen zur Verf&uuml;gung zu stellen, und schwerwiegende Verst&ouml;&szlig;e gegen das Recht auf ein faires Verfahren sind gerechtfertigt (z.B. das Hinzuziehen eines Anwalts wird verweigert oder verz&ouml;gert, Familienbesuche werden verboten, der H&auml;ftling wird von einer Einrichtung in eine andere verlegt, ohne seinen Anwalt oder seine Familie zu benachrichtigen, er kann in Einzelhaft festgehalten werden usw.).<\/p><p>Zusammengefasst hei&szlig;t dies: Israelische Siedler und Pal&auml;stinenser leben auf demselben Gebiet, werden aber vor unterschiedlichen Gerichten nach unterschiedlichen Gesetzen mit unterschiedlichen Rechten auf ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Verfahren verurteilt und m&uuml;ssen f&uuml;r dasselbe Vergehen unterschiedliche Strafen verb&uuml;&szlig;en. Das Ergebnis ist eine gro&szlig;e und wachsende Zahl von Pal&auml;stinensern, die ohne ein ordentliches Verfahren inhaftiert sind. Die Pal&auml;stinenser haben weniger Rechte und Garantien im Gerichtsverfahren und werden f&uuml;r dieselben Straftaten mit h&ouml;heren Strafen belegt.<\/p><p>Diskriminierung herrscht auch bei der Behandlung pal&auml;stinensischer Minderj&auml;hriger. Das israelische Zivilrecht sch&uuml;tzt diese vor n&auml;chtlichen Verhaftungen, sieht das Recht auf Anwesenheit eines Elternteils bei Verh&ouml;ren vor und begrenzt die Zeit, die Minderj&auml;hrige festgehalten werden d&uuml;rfen, bevor sie einen Anwalt konsultieren und einem Richter vorgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Die israelischen Beh&ouml;rden nehmen jedoch regelm&auml;&szlig;ig pal&auml;stinensische Kinder bei n&auml;chtlichen Razzien fest, verh&ouml;ren sie ohne die Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten, halten sie &uuml;ber l&auml;ngere Zeit fest, bevor sie einem Richter vorgef&uuml;hrt werden, und halten Kinder ab zw&ouml;lf Jahren in langwieriger Untersuchungshaft. Die Association for Civil Rights in Israel stellte 2017 fest, dass die Beh&ouml;rden 72 Prozent der pal&auml;stinensischen Minderj&auml;hrigen aus dem Westjordanland bis zum Ende des Verfahrens in Gewahrsam hielten, aber nur 17,9 Prozent der israelischen Minderj&auml;hrigen. [<a href=\"#foot_36\" name=\"note_36\">36<\/a>]<\/p><p>W&auml;hrend das Besatzungsrecht Verwaltungshaft nur als vor&uuml;bergehende und au&szlig;ergew&ouml;hnliche Ma&szlig;nahme zul&auml;sst, geht Israels umfassende Anwendung von Verwaltungshaft gegen&uuml;ber der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung in der jahrzehntelangen Besatzung ohne absehbares Ende weit &uuml;ber das hinaus, was das Gesetz zul&auml;sst.<\/p><p><strong>GW: In welche Gef&auml;ngnisse werden die pal&auml;stinensischen Gefangenen gebracht?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Was die Gef&auml;ngnisse betrifft, so liegt nur das vom israelischen Gef&auml;ngnisdienst betriebene Ofer-Gef&auml;ngnis im besetzten Westjordanland. Die anderen 19 Gef&auml;ngnisse befinden sich auf israelischem Staatsgebiet. Nach Angaben des israelischen Strafvollzugsdienstes aus dem Jahr 2017 werden durchschnittlich 83 Prozent der pal&auml;stinensischen Gefangenen nach Israel verlegt und dort inhaftiert, darunter 61 Prozent der inhaftierten Minderj&auml;hrigen. Diese Verbringung pal&auml;stinensischer Gefangener au&szlig;erhalb der OPT ist, wie bereits erw&auml;hnt, nach Artikel 76 des Vierten Genfer Abkommens verboten und wird nach Artikel 8 Absatz 2 Buchstabe a Ziffer vii des R&ouml;mischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs als Kriegsverbrechen eingestuft. Dar&uuml;ber hinaus zieht jede Verletzung von Artikel 76 des Vierten Genfer Abkommens die pers&ouml;nliche strafrechtliche Verantwortung jeder Person nach sich, die direkt oder indirekt an der Verbringung beteiligt ist &ndash; gem&auml;&szlig; Artikel 146 und 147 desselben Abkommens.<\/p><p>Pal&auml;stinenser, die ihre in israelischen Gef&auml;ngnissen inhaftierten Familienangeh&ouml;rigen besuchen m&ouml;chten, m&uuml;ssen bei den israelischen Sicherheitsdiensten eine Genehmigung beantragen. Dabei handelt es sich um eine Erlaubnis zum Betreten des Besatzungsstaates. Diese Genehmigung ist schwer zu bekommen. Das hei&szlig;t, dass die pal&auml;stinensischen Gefangenen, die rechtswidrig in Gef&auml;ngnisse innerhalb Israels verlegt sind, fast keine Familienbesuche bekommen k&ouml;nnen, auch wenn die Gefangenen Kinder sind.<\/p><p><strong>GW: K&ouml;nnen die im Rahmen von Gefangenenaustauschen freigelassenen Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser gefahrlos ihr &bdquo;altes Leben&ldquo; wieder aufnehmen, oder droht ihnen eine Re-Inhaftierung innerhalb kurzer Zeit? Wei&szlig; man zum Beispiel, welches Schicksal die ca. 1.000 Pal&auml;stinenser, die im Austausch gegen den israelischen Soldaten Gilad Shalit freigelassen wurden, erwartet hat?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Leider ist es so, dass Pal&auml;stinenser, die schon ein- oder wom&ouml;glich mehrmals inhaftiert waren, von Zeit zu Zeit wieder ins Gef&auml;ngnis gehen m&uuml;ssen, insbesondere in F&auml;llen von Verwaltungshaft. Dies sind allerdings Informationen, die ich aus pers&ouml;nlichen Erz&auml;hlungen erfahren habe. Ich kenne keine spezifische Forschung oder wissenschaftliche Literatur dazu. Es w&auml;re sicher wichtig, zu diesem Thema Nachforschungen anzustellen.<\/p><p>In Interviews, die der Nachrichtensender <em>Al-Jazeera<\/em> nach dem Gefangenenaustausch vergangene Woche mit freigelassenen Pal&auml;stinensern gemacht hat, hat eine gro&szlig;e Mehrheit berichtet, dass man ihnen vor der Entlassung angedroht habe, wieder inhaftiert zu werden, falls sie die Entlassung mit ihrer Familie feiern oder wenn sie Handlungen, die als ein Akt des Widerstands eingestuft werden k&ouml;nnten, durchf&uuml;hren w&uuml;rden. Sie mussten Unterlagen, die in hebr&auml;ischer Sprache geschrieben waren, unterschreiben. Ein paar haben berichtet, dass sie nicht unterschrieben h&auml;tten und deswegen geschlagen worden seien. Gravierend finde ich auch die Aussage eines freigelassenen pal&auml;stinensischen Gefangenen, der behauptet hat, dass seit dem Beginn des israelischen Milit&auml;rschlags gegen den Gazastreifen Folter in den Gef&auml;ngnissen stark zugenommen habe und dass die Gefangenen schon seit langem keinen Besuch durch das Internationale Rote Kreuz bekommen h&auml;tten.<\/p><p>In Ermangelung wissenschaftlicher Literatur kann ich jedoch nur wiedergeben, was ich in verschiedenen Nachrichten gesehen, geh&ouml;rt oder gelesen habe.<\/p><p><strong>GW: Stimmt es, dass eine Bev&ouml;lkerung, die sich seit Jahrzehnten unter Besatzung befindet, deren basale Grundrechte tagaus tagein durch die Besatzungsmacht missachtet werden, das Recht hat, sich zu wehren? Wenn ja, wie darf dieser Widerstand aussehen? Gibt es Regeln, die eingehalten werden m&uuml;ssen?<\/strong><\/p><p><strong>SI: <\/strong>Ich bin keine V&ouml;lkerrechtlerin, kann aber sagen, dass dies eine Frage ist, die sich nicht in ein paar S&auml;tzen beantworten l&auml;sst. Wie bereits erw&auml;hnt, erlaubt das V&ouml;lkerrecht einem Staat, einen anderen zu besetzen, wenn seine Sicherheit gef&auml;hrdet ist. Aber diese Besetzung muss bestimmte Regeln erf&uuml;llen: Sie muss vor&uuml;bergehend sein, die Besatzungsmacht darf kein Gebiet aus dem besetzten Gebiet annektieren und Siedlungen bauen, um einen Teil ihrer Bev&ouml;lkerung dorthin zu verlagern. Nach dem humanit&auml;ren V&ouml;lkerrecht d&uuml;rfen Milit&auml;rverordnungen und\/oder Milit&auml;rgerichte niemals als Mittel zur Unterdr&uuml;ckung der besetzten Bev&ouml;lkerung oder als Instrument zur politischen oder rassischen Verfolgung eingesetzt werden. Dies alles tut Israel aber. Aufgrund der kolonialen Merkmale der israelischen Besatzung hat das pal&auml;stinensische Volk das Recht auf Selbstbestimmung, das als <em>ius cogens<\/em> gilt. Das <em>ius cogens<\/em> (dt. zwingendes Recht) bezeichnet das unabdingbare, zwingend einzuhaltende Recht.<\/p><p>Das Recht auf Selbstbestimmung der Pal&auml;stinenser findet sich in vielen Resolutionen wieder, z.B. UN Generalversammlung A\/RES\/77\/208, 28. Dezember 2022, um nur eine der j&uuml;ngsten zu nennen. Sie &bdquo;<em>bekr&auml;ftigt das Recht des pal&auml;stinensischen Volkes auf Selbstbestimmung, einschlie&szlig;lich des Rechts auf einen unabh&auml;ngigen Staat Pal&auml;stina<\/em>&ldquo;.<\/p><p>Sie besagt, dass ein Volk das Recht hat, frei &uuml;ber seinen politischen Status, seine Staats- und Regierungsform sowie seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden. Dazu geh&ouml;rt auch die Freiheit von Fremdherrschaft. Aus diesen Aussagen ergeben sich besondere Konsequenzen im Hinblick auf die Frage der Legitimit&auml;t der Gewaltanwendung zur Durchsetzung des Selbstbestimmungsrechts.<\/p><p>Der V&ouml;lkerrechtler Antonio Cassese schreibt hierzu: &bdquo;<em>Diese Regel bestimmt, dass, wenn V&ouml;lkern, die kolonialer Herrschaft oder fremder Besetzung unterliegen, ebenso wie Bev&ouml;lkerungsgruppen, die wegen ihrer Rasse nicht in der Regierung vertreten sind, gewaltsam das Recht auf Selbstbestimmung verweigert wird, solche V&ouml;lker und Gruppen rechtlich befugt sind, zu bewaffneter Gewalt zu greifen, um ihr Recht auf Selbstbestimmung zu verwirklichen<\/em>.&ldquo; [<a href=\"#foot_37\" name=\"note_37\">37<\/a>] Der deutsche V&ouml;lkerrechtler Karl Doehring zieht aus dem Selbstbestimmungsrecht als zwingendem Recht die Schlussfolgerung, dass der Kampf um dieses Recht eine &bdquo;<em>Ausnahme von dem allgemeinen Gewaltverbot<\/em>&ldquo; ist. [<a href=\"#foot_38\" name=\"note_38\">38<\/a>]<\/p><p>Es bleibt eine wesentliche Frage: Wer ist das Subjekt des bewaffneten Befreiungskampfes? Die Resolutionen der Generalversammlung besagen: Das Subjekt ist das jeweilige Volk; der bewaffnete Kampf der V&ouml;lker wird f&uuml;r legitim erkl&auml;rt. [<a href=\"#foot_39\" name=\"note_39\">39<\/a>] Wer ist das Volk? Wer vertritt das Volk? Wer ist berechtigt, im Namen des Volkes einen bewaffneten Befreiungskampf zu f&uuml;hren?<\/p><p>Die Widerstandsk&auml;mpfer m&uuml;ssen ihre bewaffneten Angriffe gegen die bewaffneten Kr&auml;fte der Besatzer und deren einheimische bewaffnete Gefolgsleute in den besetzten Gebieten richten, aber nicht gegen Zivilisten in Israel.<\/p><p><strong>GW: F&uuml;r Ihre Forschungsarbeit haben Sie einige pal&auml;stinensische Menschenrechtsorganisationen als Quelle benutzt. Sind darunter auch Organisationen, die von Israel als &bdquo;Terror-Organisationen&ldquo; eingestuft wurden?<\/strong><\/p><p>Ja, das hat sich in meiner vierj&auml;hrigen Forschungszeit tats&auml;chlich als Problem herauskristallisiert, denn kurz nachdem ich das vierte und letzte Jahr begann, stufte Israel sechs Menschenrechtsorganisationen als terroristische Organisationen ein. [<a href=\"#foot_40\" name=\"note_40\">40<\/a>] Zwei von ihnen hatte ich bereits als Literatur in meiner Arbeit verwendet: Addameer und Defense for Children International Palestine.<\/p><p>Die sechs von Israel verbotenen NGOs weisen die gegen sie erhobenen Vorw&uuml;rfe scharf zur&uuml;ck. Sie behaupten, dass diese Einstufung lediglich dazu diene, Kritiker der seit 50 Jahren andauernden israelischen milit&auml;rischen Besatzung zum Schweigen zu bringen. <em>Associated Press<\/em> behauptet hingegen, dass die Anschuldigungen gegen solche Organisationen Teil einer politischen Strategie Israels sind, um die &Auml;chtung von Menschenrechtsorganisationen zu rechtfertigen. Der Anwalt Avigdor Feldman wies darauf hin, dass dies ein Versuch Israels sei, Gruppen zu verfolgen, die sich f&uuml;r eine Anklage wegen Kriegsverbrechen gegen Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) einsetzten. [<a href=\"#foot_41\" name=\"note_41\">41<\/a>] Der IStGH hat eine Voruntersuchung zu den israelischen Praktiken im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen eingeleitet.<\/p><p>Sowohl mein Doktorvater als auch ich beschlossen, diese Quellen dennoch zu verwenden, da ich weder Mitglied noch Angestellte einer dieser Organisationen bin. Ich habe mich lediglich der Aufdeckung von Informationen gewidmet, die sie anbieten. Dies haben auch verschiedene UN-Aussch&uuml;sse in ihren Berichten getan und tun dies auch weiterhin.<\/p><p><strong>GW: Vielen Dank f&uuml;r das Interview, Frau Irsheid!<\/strong><\/p><p><small>Titelbild: ChameleonsEye \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Siehe die Bestimmungen des Vierten Haager Abkommens vom 18. Oktober 1907 (die Haager Landkriegsordnung), das Vierte Genfer Abkommen vom 12. August 1949 &uuml;ber den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten und das Zusatzprotokoll I zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 &uuml;ber den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte vom 8. Juni 1977.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Bar-Tal, Daniel y Eldar, Akiva, <em><a href=\"https:\/\/pij.org\/articles\/811\/why-israel-does-not-want-to-negotiate\">Why Israel Does Not Want to Negotiate<\/a><\/em>, Palestine &ndash; Israel Journal of Politics, Economics, and Culture, No. 13 (2), 2006, p. 11<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Human Rights Council, A\/HRC\/53\/59, 9. Juni 2023, paras. 10, 17, 39-43.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Baumgarten-Sharon, Naama y Stein, Yael, <em>Presumed Guilty: Remand in Custody by Military Courts in the West Bank<\/em>, B&rsquo;Tselem, Juni 2015, p. 12.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Artikel 43 der Haager Landkriegsordnung und Artikel 64 des Vierten Genfer Abkommens sehen vor, dass die Zivilbev&ouml;lkerung, die unter milit&auml;rischer Besatzung lebt, weiterhin ihren eigenen Gesetzen unterliegt und vor ihren eigenen Gerichten verhandelt wird. Dies entspricht dem grundlegenden Prinzip, dass milit&auml;rische Besetzungen vor&uuml;bergehender Natur sein m&uuml;ssen und dass keine Souver&auml;nit&auml;t auf die &bdquo;Besatzungsmacht&ldquo; gem&auml;&szlig; der im Genfer Abkommen verwendeten Terminologie &uuml;bergeht. Nach den Artikeln 43, 64 und 66 des Vierten Genfer Abkommens kann der Besatzungsstaat jedoch die &ouml;rtlichen Strafgesetze aussetzen oder aufheben, wenn sie eine Bedrohung f&uuml;r seine Sicherheit darstellen, und sie durch Milit&auml;rgesetze ersetzen, die von ordnungsgem&auml;&szlig; eingerichteten, unpolitischen Milit&auml;rgerichten angewandt werden, sofern diese im besetzten Land t&auml;tig sind. Artikel 75 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Konventionen enth&auml;lt eine Reihe von Bestimmungen zum Verbot der Diskriminierung. Er enth&auml;lt auch eine Reihe von Mindeststandards f&uuml;r die Behandlung von Personen, die sich in der Gewalt einer an einem internationalen Konflikt beteiligten Partei befinden und die nicht aufgrund einer anderen Bestimmung eine g&uuml;nstigere Behandlung erfahren.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Al-Waara, Akram, Middle East Eye, <em><a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/35-year-prison-term-17-palestinian-children-and-israeli-justice\">A 35-year prison term at 17: Palestinian children and Israeli justice. Palestinian families are accusing Israeli courts of deliberately delaying hearings so their children will receive heavier sentences<\/a><\/em>, 9. Januar 2019, ; Reliefweb, <em><a href=\"https:\/\/reliefweb.int\/report\/occupied-palestinian-territory\/new-israeli-law-allows-children-young-12-be-jailed\">New Israeli law allows children as young as 12 to be jailed<\/a><\/em>, August 2016<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Menschenrechtsausschuss: Allgemeine Bemerkung 29, paras. 3-4.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] PIDCP, art. 4.1; Menschenrechtsausschuss: Allgemeine Bemerkung 29, para. 8.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] UN Press Release, <em><a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2023\/10\/unchilded-birth-un-expert-calls-decisive-protection-palestinian-children\">&lsquo;Unchilded&rsquo; from birth: UN expert calls for decisive protection of Palestinian children under Israeli rule<\/a><\/em>, 24. Oktober 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Yesh Din, <em>A Semblance of Law: Law Enforcement upon Israeli Citizens in the West Bank<\/em>, (Juni 2006)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.dci-palestine.org\/palestinian_children_detained_by_israel_increases_amid_covid_19_pandemic\">Defense for Children International Palestine (DCIP<\/a>), Ramallah, 21. April 2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Addameer, B&acute;Selem, MCW y DCI.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Yesh Din, <em>A Semblance of Law: Law Enforcement upon Israeli Citizens in the West Bank<\/em>, (Juni 2006)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/hrbodies\/hrcouncil\/sessions-regular\/session53\/advance-versions\/A_HRC_53_59_AdvanceUneditedVersion.pdf\">A\/HRC\/53\/59<\/a>, ; U.S. State Department: <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/reports\/2019-country-reports-on-human-rights-practices\/israel\/\">J&auml;hrliche L&auml;nderberichte zur Menschenrechtslage 2019<\/a>, M&auml;rz 2020 ; Amnesty International, <em><a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/es\/latest\/news\/2022\/03\/israel-opt-israel-is-committing-apartheid-says-un-special-rapporteur\/\">Israel und die besetzten pal&auml;stinensischen Gebiete: Israel begeht Apartheid, sagt der UN-Sonderberichterstatter<\/a><\/em>, 23.03.2022 ; Amnesty International, <em><a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/documents\/mde15\/5141\/2022\/en\/\">Israel&rsquo;s apartheid against Palestinians: Cruel system of domination and crime against humanity<\/a><\/em>, 02. 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] <a href=\"https:\/\/undocs.org\/es\/A\/HRC\/22\/63\">Consejo de Derechos Humanos: A\/HRC\/22\/63<\/a>, 07. Februar 2013, paras. 39-49 ; Addameer, <em><a href=\"http:\/\/www.addameer.org\/israeli_military_judicial_system\/military_courts\">The Israeli Military Court System<\/a><\/em>, Juli 2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Addameer, <em><a href=\"http:\/\/www.addameer.org\/israeli_military_judicial_system\/military_courts\">The Israeli Military Court System<\/a><\/em>, Juli 2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Idem.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <a href=\"https:\/\/undocs.org\/es\/A\/HRC\/22\/63\">Human Rights Council: A\/HRC\/22\/63<\/a>, 07. Februar 2013, paras. 39-49<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] <a href=\"https:\/\/undocs.org\/es\/A\/HRC\/22\/63\">Human Rights Council: A\/HRC\/22\/63<\/a>, 07. Februar 2013, paras. 39-49 ; Nach Human Rights Watch sind es 100 Prozent und nicht 95, Human Rights Watch, <em><a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2023\/11\/29\/why-does-israel-have-so-many-palestinians-detention-and-available-swap\">Why Does Israel Have So Many Palestinians in Detention and Available to Swap?<\/a><\/em>, 29 November 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Human Rights Watch sind es 100 Prozent und nicht 95, Human Rights Watch, <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2023\/11\/29\/why-does-israel-have-so-many-palestinians-detention-and-available-swap\">Why Does Israel Have So Many Palestinians in Detention and Available to Swap?<\/a>, 29. November 2023 ; Auch Human Rights Council, A\/HRC\/49\/87, 12. August 2022, paras. 52-56. Z.B. para. 52: &ldquo;<em>[&hellip;] the Special Rapporteur has concluded that the political system of entrenched rule in the Occupied Palestinian Territory that endows one racial-national-ethnic group with substantial rights, benefits and privileges while intentionally subjecting another group to live behind walls and checkpoints and under a permanent military rule sans droits, sans &eacute;galit&eacute;, sans dignit&eacute; et sans libert&eacute; (without rights, without equality, without dignity and without freedom) satisfies the prevailing evidentiary standard for the existence of apartheid<\/em>&rdquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] U.S. State Department: <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/reports\/2019-country-reports-on-human-rights-practices\/israel\/\">J&auml;hrliche L&auml;nderberichte zur Menschenrechtslage 2019<\/a>, M&auml;rz 2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Human Rights Council, A\/HRC\/49\/87, 12. August 2022, para. 50 (e).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Human Rights Council: <a href=\"https:\/\/undocs.org\/es\/A\/HRC\/22\/63\">A\/HRC\/22\/63<\/a>, 07.02.2013, paras. 39-49 ; CERD: Israel, <a href=\"https:\/\/documents-dds-ny.un.org\/doc\/UNDOC\/GEN\/G20\/019\/68\/PDF\/G2001968.pdf?OpenElement\">Doc. ONU: CERD\/C\/ISR\/CO\/17-19<\/a>, 27.01.2020, paras. 10-16, 21-25, 42-47 ; CERD: Observaciones Finales: Israel, DOC. ONU: CERD\/C\/ISR\/CO\/13 (2007), para. 35; CAT: Final Observations: Israel, Docs. ONU: CAT\/C\/SR.297\/Add.1 (1997), paras. 5, 8.a; CAT\/C\/ ISR\/CO\/4 (2009), para. 14.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Report of the UN General Assembly, Human Rights Council, A\/HRC\/37\/38, 05.04.2018, para. 30; Human Rights Council, 12.06.2017, <a href=\"https:\/\/undocs.org\/A\/HRC\/35\/19\">A\/HRC\/35\/19<\/a>, paras. 17 y 18 ; UNICEF: <em>Children in Israeli Military Detention- Observations and Recommendations<\/em>, 02. 2013.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Addameer, <a href=\"http:\/\/www.addameer.org\/the_prisoners\/children\">Imprisonment of Children<\/a>, Dezember 2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Convention on the Rights of the Child: CRC\/C\/PSE\/1, 25. M&auml;rz 2019, para. 208.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Conclusions and recommendations of the Committee against Torture: Israel, CAT\/C \/XXVII\/Concl.5, 23.11.2001, paras. 47-53; Report of the Committee against Torture: 10 \/09 \/97. A\/52 \/44. (Sessional\/Annual Report of the Committee) Israel. A\/52 \/44, 09.05.1997, paras. 253-260; UN General Assembly Report of the Special Committee to Investigate Israeli Practices Affecting the human rights of the Palestinian people and other Arabs of the occupied territories, A\/65\/44, 09.05.1997, paras. 253-260 and A\/65\/327, 27.08.2010; Human Rights Council, A\/HRC\/40\/39, 15.03.2019.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Human Rights Watch, <em><a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2023\/11\/29\/why-does-israel-have-so-many-palestinians-detention-and-available-swap\">Why Does Israel Have So Many Palestinians in Detention and Available to Swap?<\/a><\/em>, 29. November 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Idem.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Idem.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] Idem.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] Idem.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>] Idem.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/hrbodies\/hrcouncil\/sessions-regular\/session53\/advance-versions\/A_HRC_53_59_AdvanceUneditedVersion.pdf\">A\/HRC\/53\/59<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_35\" name=\"foot_35\">&laquo;35<\/a>] Human Rights Council, <em><a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/news\/2023\/07\/special-rapporteur-says-israels-unlawful-carceral-practices-occupied-palestinian\">Special Rapporteur Says Israel&rsquo;s Unlawful Carceral Practices in the Occupied Palestinian Territory Are Tantamount to International Crimes and Have Turned it into an Open-Air Prison<\/a><\/em>, 10. Juli 2023. Siehe den vollst&auml;ndigen Bericht <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/hrbodies\/hrcouncil\/sessions-regular\/session53\/advance-versions\/A_HRC_53_59_AdvanceUneditedVersion.pdf\">A\/HRC\/53\/59<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_36\" name=\"foot_36\">&laquo;36<\/a>] Human Rights Watch, <em><a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2023\/11\/29\/why-does-israel-have-so-many-palestinians-detention-and-available-swap\">Why Does Israel Have So Many Palestinians in Detention and Available to Swap?<\/a><\/em>, 29. November 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_37\" name=\"foot_37\">&laquo;37<\/a>] Cassese, Antonio, International Law, Oxford 2001, S. 322.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_38\" name=\"foot_38\">&laquo;38<\/a>] Doehring, Karl, V&ouml;lkerrecht, Heidelberg 2004, S. 348.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_39\" name=\"foot_39\">&laquo;39<\/a>] A\/Res\/ 31\/34 Ziffer 1: Die Generalversammlung &bdquo;<em>Reaffirms the legitimacy of the peoples&rsquo; struggle [&hellip;] including armed struggle<\/em>&rdquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_40\" name=\"foot_40\">&laquo;40<\/a>] Europ&auml;isches Parlament, Parlamentarische Anfragen, 04. November 2021, &bdquo;<em><a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/E-9-2021-004982_ES.html\">Am 22. Oktober erlie&szlig; das israelische Verteidigungsministerium einen Milit&auml;rverordnung, in dem sechs pal&auml;stinensische NGOs (Addameer Prisoner Support and Human Rights Association, Al-Haq, Bisan Center for Research and Development, Defense for Children International-Palestine, Union of Agricultural Work Committees und Union of Palestinian Women&rsquo;s Committees) beschuldigt wurden, mit der Volksfront f&uuml;r die Befreiung Pal&auml;stinas in Verbindung zu stehen, und bezeichnete sie als &lt;terroristische Organisationen&gt;<\/a><\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_41\" name=\"foot_41\">&laquo;41<\/a>] <a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/06ec222371f593909c4defa665ffea2d\">Federman, Josef AP News, 17. November 2021<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlichen hiermit ein Interview, das die promovierte Fach&auml;rztin und Pal&auml;stinakennerin <strong>Gabi Weber<\/strong> mit Dr. <strong>Siba Irsheid<\/strong>, LL.M., Rechtsanw&auml;ltin und Syndikus-Abogada (EuRAG), gef&uuml;hrt hat. Dieses Interview unterscheidet sich grundlegend von den meisten in Deutschland publizierten Texten zur Situation in Pal&auml;stina und Israel. 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