{"id":108441,"date":"2023-12-23T12:00:14","date_gmt":"2023-12-23T11:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108441"},"modified":"2023-12-26T14:50:48","modified_gmt":"2023-12-26T13:50:48","slug":"medienmonopole-verbreiten-einheitsmeinungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108441","title":{"rendered":"Medienmonopole verbreiten Einheitsmeinungen"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizer Medienpsychologe <strong>Mark Galliker<\/strong> hat in einer Studie ausgewertet, wie in einer meinungsmachenden Zeitung in Deutschland und einer solchen in der Schweiz Soldaten dargestellt werden. Es gibt danach nur geringe Unterschiede, aber die Schweizer Sicht ist seiner Meinung nach etwas objektiver. Insgesamt verweist er auf die Macht der Meinungsmonopole und die Folgen f&uuml;r die Journalisten, die Einheitsmeinungen verbreiten. <strong>Tilo Gr&auml;ser<\/strong> hat dar&uuml;ber mit Galliker gesprochen.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3131\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-108441-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231222_Medienmonopole_verbreiten_Einheitsmeinungen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231222_Medienmonopole_verbreiten_Einheitsmeinungen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231222_Medienmonopole_verbreiten_Einheitsmeinungen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231222_Medienmonopole_verbreiten_Einheitsmeinungen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=108441-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231222_Medienmonopole_verbreiten_Einheitsmeinungen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231222_Medienmonopole_verbreiten_Einheitsmeinungen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Galliker, Sie haben untersucht, wie die Soldaten in Medien dargestellt werden. Das geschah an zwei Beispielen, einmal der <em>Neuen Z&uuml;rcher Zeitung (NZZ)<\/em> in der Schweiz und der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)<\/em> in Deutschland. Warum diese Studie, und was war das Ziel? Was haben Sie dabei herausgefunden?<\/strong><\/p><p>Wir haben eine co-occurende-analytische, das hei&szlig;t auf das gemeinsame Auftreten von Suchw&ouml;rtern bedachte Methode angewandt, bei der man den Gesamtkorpus von Zeitungen untersuchen kann. Im konkreten Fall ging es darum, ob zum Beispiel &bdquo;Soldaten&ldquo; und &bdquo;M&ouml;rder&ldquo; ganz nahe zusammenliegen, wie bei dem bekannten Zitat &bdquo;Soldaten sind M&ouml;rder&ldquo; von Kurt Tucholsky, oder wenn diese Schl&uuml;sselw&ouml;rter nur im gleichen Satz oder im gleichen Absatz oder im gleichen Artikel jeweils pro Zeiteinheit in der <em>FAZ<\/em> und <em>NZZ<\/em> vorkommen, also in Tageszeitungen, die vom Umfang und von der politischen Einstellung her vergleichbar sind. Auf diese Weise kann man die bewusste Zuschreibung von dem mehr oder weniger unbewussten gemeinsamen Auftreten der Suchw&ouml;rter per Z&auml;hleinheit voneinander unterscheiden.<\/p><p>Wir haben herausgefunden, dass seit dem 24. Februar 2022, dem nach westlichen Muster Kriegsbeginn in der Ukraine, ein tiefer Einschnitt erfolgte: Es ergab sich eine Verschiebung der Bewertung der russischen Soldaten gegen&uuml;ber den ukrainischen &ndash; insbesondere, was die positive respektive negative Bewertung anbelangt. Beispielsweise wurden vor dem Krieg Helden vor allem mit den russischen Soldaten kombiniert; nach Kriegsbeginn waren pl&ouml;tzlich die ukrainischen Soldaten h&auml;ufiger die Helden. &Auml;hnliche Verschiebungen ergaben sich auch f&uuml;r andere Zuschreibungen, wie zum Beispiel mit der wohl sachlich zutreffendsten und nichtdiskriminierenden Aussage: Soldaten sind Opfer. Die russischen Soldaten waren nun nicht mehr vor allem Opfer, sondern das waren jetzt in erster Linie die ukrainischen Soldaten.<\/p><p><strong>Opfer wovon?<\/strong><\/p><p>Zwar nicht im Sinne der untersuchten Zeitungen, aber in Wirklichkeit sind die Soldaten beidseitig Opfer vom Krieg und des Kapitals, das in seiner Krise nicht viel anderes kann als Krieg; etwas, was jene &Ouml;konomen wissen, die sich mit der Bewegung des Kapitals besch&auml;ftigen. Soldaten werden von den Leitmedien nach wie vor noch oft als &bdquo;Helden&ldquo; dargestellt. Seit Anfang 1994 geschah das bis zum 3. Juli dieses Jahres in der <em>FAZ<\/em> 2.443-mal und in der <em>NZZ<\/em> 1.626-mal. Seit Beginn des Ukraine-Krieges waren in der <em>FAZ<\/em> und in der <em>NZZ<\/em> die gegenl&auml;ufigen Verschiebungen (Abnahme Russland &ndash; Zunahme Ukraine) der erfassten Pr&auml;dikative &bdquo;Helden&ldquo; und &bdquo;Opfer&ldquo; &auml;hnlich, aber mit dem kleinen Unterschied, dass die <em>NZZ<\/em> die russischen Soldaten auf der bewussten Ebene und nur auf dieser weiterhin gleich h&auml;ufig unmittelbar mit &bdquo;Opfer&ldquo; verband. Anscheinend sind sich die Journalisten und Journalistinnen der <em>NZZ<\/em> ein wenig bewusster, was die Geschichte anbelangt. Sie haben bei den Russen nicht einfach das &bdquo;Opfer&ldquo; minimiert, wie dies in der <em>FAZ<\/em> der Fall ist.<\/p><p><strong>Sodass der Unterschied nicht so gro&szlig; ist.<\/strong><\/p><p>Es ist ein Unterschied zwischen explizit und implizit, bewusst und nicht bewusst. Wenn &bdquo;Soldat&ldquo; und &bdquo;Opfer&ldquo; nicht unmittelbar nebeneinander auftauchen, sondern nur im gleichen Artikel, k&ouml;nnen die beiden Suchw&ouml;rter auch zuf&auml;llig miteinander vorkommen; das hei&szlig;t, die Kombination ist nicht unbedingt bewusst vorgenommen worden, wie dies bei Nomen, Kopula und Pr&auml;dikativ der Fall ist. Die Zuschreibung ist nicht explizit wie bei &bdquo;Soldaten sind Opfer&ldquo; beim Miteinander-Auftreten der Suchw&ouml;rter per Absatz oder Artikel, sondern allenfalls implizit. Wie erw&auml;hnt sind explizite Zuschreibungen von Soldaten als Opfer seit dem Beginn des Krieges in Bezug auf Russland in der <em>NZZ<\/em> nicht zur&uuml;ckgegangen, jedoch in der <em>FAZ<\/em>. &Auml;hnliche Verh&auml;ltnisse, die sich auf die bewussten und eben eher unbewussten Vorgehensweisen der Medienschaffenden beziehen, sind auch bez&uuml;glich anderer Suchw&ouml;rter nachweisbar.<\/p><p><strong>Was kann die Ursache sein? Ich vermute, bei der <em>FAZ<\/em> wirkt immer noch ein in Deutschland weitverbreiteter Antirussismus, der historisch bedingt ist. L&auml;sst sich das damit erkl&auml;ren?<\/strong><\/p><p>Ja, ich glaube, das ist so. Deutschland ist nat&uuml;rlich viel mehr in diese kriegerische Auseinandersetzung involviert als die Schweiz. Das Land spielt machtpolitisch eine viel wichtigere Rolle als die kleine Eidgenossenschaft. Auch die Verkn&uuml;pfung mit anderen EU- und US-Monopolen, insbesondere in der Waffenindustrie, ist viel st&auml;rker als bei den Schweizer Konzernen. Es gibt auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sagen, Deutschland ist nach wie vor ein Protektorat der USA. Man denke nicht nur an die immer noch stationierten Soldaten (2021: 34.000), sondern auch an den US-Investmentfonds BlackRock, der an s&auml;mtlichen 30 Dax-Unternehmen signifikant beteiligt ist.<\/p><p>Sind deutsche Journalisten antirussisch oder russophob? Ich habe lediglich eine empirische Untersuchung vorgestellt. Ich m&ouml;chte mit ihr nicht sagen, die Journalisten sind schlecht, denn sie m&uuml;ssen doch ihr Geld verdienen. Sie m&uuml;ssen sich anpassen, wenn sie f&uuml;r eine Zeitung arbeiten, die in den milit&auml;risch-industriellen Komplex integriert ist. Da k&ouml;nnen sie nicht mehr alles schreiben, was sie wollen. Ich denke, das sind einfach starke Interessen, die in diesem Fall in Deutschland noch st&auml;rker vorhanden sind als in der Schweiz, die zwar auch ihre Monopole hat, aber mehr in anderen Bereichen, siehe das Beispiel Nestl&eacute;. Die Schweizer Presse ist vielleicht ein bisschen neutraler, ein wenig objektiver, nicht sehr viel zwar, aber doch ein klein wenig. Das zeigt sich jetzt auch bei Israel. Hier wurde mindestens auch die pal&auml;stinensische Seite von Anfang an gezeigt. In Deutschland ist es Staatsr&auml;son, Israel nicht zu kritisieren, und alle, die es trotzdem tun, werden als Antisemiten diffamiert. Doch auch die Pal&auml;stinenser sind Semiten und vor allem Menschen.<\/p><p><strong>Diese Untersuchung, die Sie gemacht haben, f&uuml;hrt auch zu der Frage, welche Rolle Medien in der Darstellung von Krieg, von Milit&auml;r, von Soldaten allgemein spielen. Wie w&uuml;rden Sie das aus Ihrer medienpsychologischen Forschung heraus beurteilen?<\/strong><\/p><p>Ich sch&auml;tze die Rolle der Medien als stark ein. Meines Erachtens ist das eklatant. Es gibt Medienwissenschaftler, die sie nicht mehr als Vierte Macht im Staat, sondern als Erste einsch&auml;tzen. Die Wirklichkeit f&uuml;r die meisten Menschen ist die mediale Wirklichkeit, nicht die Realit&auml;t an und f&uuml;r sich. Dieselbe wird nicht &uuml;berpr&uuml;ft, ist f&uuml;r die meisten Person gar nicht direkt &uuml;berpr&uuml;fbar, ich meine au&szlig;ermedial. Fr&uuml;her war dies weniger schlimm, n&auml;mlich als es auch noch in kleineren St&auml;dten mehrere Zeitungen gab, mit Meinungen und Gegenmeinungen. Da hat man sich vielleicht geeinigt oder auch nicht, mehr oder weniger. Aber gegenw&auml;rtig wird aus der sogenannten Sozialen Markwirtschaft immer noch mehr eine Monopolwirtschaft, zu der auch Meinungsmonopole geh&ouml;ren, die einseitige Informationen verbreiten. Mit Agenda Setting, Framing, Fragmentieren, Labeling und &Auml;hnlichem werden die Mediennutzer weitgehend beeinflusst. Die Medienschaffenden sind abh&auml;ngig von ihrem Arbeitgeber. Und die internationalen Nachrichtenagenturen treffen schon vorher eine Auswahl. Sie sind meistens in US-amerikanischen H&auml;nden. F&uuml;r die Journalisten ist das die Wirklichkeit, was vorselektiert zu ihnen kommt. Dann wird projiziert, wie Psychoanalytiker sagen k&ouml;nnten oder vielmehr sollten. Dann ist Russlands Pr&auml;sident Putin der B&ouml;sewicht, und bei uns gibt es keine B&ouml;sen. Es wird personalisiert, selektiert und projiziert. F&uuml;r viele Menschen ist heute die mediale Wirklichkeit die Wirklichkeit. Wenn die Mediennutzer keine alternativen Medien kennen wie zum Beispiel die NachDenkSeiten und sich auf die <em>Tagesschau<\/em> verlassen m&uuml;ssen, dann ist das eben die einzige Wirklichkeit f&uuml;r sie.<\/p><p><strong>Der Journalist Patrik Baab hat zum Beispiel mit Blick auf Ukraine-Krieg gesagt: Die Medien sind die entscheidenden Kriegstreiber geworden. Wie sehen Sie das?<\/strong><\/p><p>Ich bin eigentlich einverstanden damit. Nur das Wort Kriegstreiber gef&auml;llt mir nicht so gut. Auch das, was Journalisten und Journalistinnen quasi treiben, treibt sie mitunter unbewusst. Ich w&uuml;rde sagen, die Leute leben in den Medien, gerade auch die Medienschaffenden, und wenn Menschen keine Alternativen wahrnehmen k&ouml;nnen, dann ist das eben ihre Wirklichkeit.<\/p><p><strong>Es gilt ja dann f&uuml;r die Journalisten wie f&uuml;r die Politiker das, was Sie gesagt haben: Es sind nicht die B&ouml;sen. Ursache sind stattdessen diese wirtschaftlichen Entwicklungen, die hin zu einem Monopolkapitalismus f&uuml;hren.<\/strong><\/p><p>Im Monopolkapitalismus existieren auch Meinungsmonopole und nicht mehr so viele verschiedene Zeitungen wie fr&uuml;her. Auch kann ich mich erinnern, in der Schweiz wurde beispielsweise vor einer Volksabstimmung immer die eine Meinung und die andere ebenfalls dargestellt, in zwei sch&ouml;nen Spalten. Das gibt es immer seltener. Das war auch schon wenig, aber mehr als heute. Bei diesen Kriegen gibt es ja fast nur einen Einheitsbrei von diesen Meinungsmonopolen der westlichen Welt, die auch das Geld haben f&uuml;r die massenhafte Informationsverbreitung und Desinformation. Auch in der BRD und in Frankreich sind es wenige Familien, denen die Medien geh&ouml;ren und die das Sagen haben. Sie schreiben nat&uuml;rlich nicht gegen ihre eigenen Interessen, auch nicht gegen den Krieg, schon gar nicht, wenn sie auch Aktien bei den Panzerherstellern haben. Die Leser und Leserinnen k&ouml;nnen allenfalls Leserbriefe schreiben, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, sie erscheinen eher selten, wenn sie nicht zur vorg&auml;ngig verbreiteten Einheitsmeinung der Meinungsmonopole passen.<\/p><p><strong>Was w&uuml;rden Sie als Medienpsychologe mit Ihrer Forschungserfahrung Menschen raten, die f&uuml;r sich erkannt haben, dass sie das, was da l&auml;uft, nicht mehr mitmachen wollen? Wie k&ouml;nnen Menschen gegen das, was Sie beschrieben haben, gegenhalten?<\/strong><\/p><p>Das ist nat&uuml;rlich die entscheidende Frage, aber auch eine ganz schwierige Frage. Ich empfehle, zumindest noch eine andere Meinung zu lesen, eben zum Beispiel die NachDenkSeiten oder die <em>junge Welt<\/em>. Wenn wir etwas von Putins Aussagen h&ouml;ren, haben wir ja meistens nur einen ganz kleinen, aus dem Zusammenhang gerissenen Ausschnitt von dem, was er gesagt hat. Man sollte die ganze Rede kennen, dann kann man sich ein Urteil bilden. Aber die meisten Leute haben gar keine Zeit oder meinen, sie haben gar keine Zeit, sie haben andere Sorgen. Ein Intellektueller kann so was nat&uuml;rlich sagen, insbesondere, wenn er sich mit Medien befasst, auch noch beruflich. Aber wer macht das t&auml;glich? Ich kaufe immer noch mehrere Zeitungen jeden Tag und schaue, was &uuml;bereinstimmt und was nicht.<\/p><p><strong>Welche Zeitungen lesen Sie?<\/strong><\/p><p>Die <em>junge Welt<\/em>, die <em>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/em>, die <em>Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/em>, den <em>Mannheimer Morgen<\/em> und nat&uuml;rlich Fachzeitschriften &ndash; den Mannheimer Morgen, weil ich auch in Mannheim lebe.<\/p><p><strong>Daniele Ganser hat k&uuml;rzlich bei einem Vortrag in Berlin gesagt, dass die jungen Menschen, die j&uuml;ngeren Generationen gar nicht mehr normal Medien konsumieren, und deshalb sei er auch schon auf der Plattform <em>TikTok<\/em> unterwegs, um sie auf seine Vortr&auml;ge und B&uuml;cher aufmerksam zu machen. Wie sch&auml;tzen Sie diese Medienentwicklung, das mediale Verhalten der nachwachsenden Generation ein? Wo geht es hin?<\/strong><\/p><p>Im Prinzip ist es genau das, was J&uuml;rgen Habermas in &bdquo;Strukturwandel der &Ouml;ffentlichkeit&ldquo;, seiner Habilitationsschrift, beschrieben hat. Im alten Griechenland gab es sozusagen einen gleichgewichtigen Meinungsaustausch zwischen gleichberechtigten M&auml;nnern, mit Argument und Gegenargument, allerdings nicht f&uuml;r die Frauen und die Sklaven. Und dann schaute man, was herauskam, ob man sich einigen konnte oder auch nicht, wof&uuml;r es ja auch mindestens ein Beispiel gibt. Das kam mit der Entwicklung der &ouml;ffentlichen Medien immer mehr abhanden. Habermas hat schon fr&uuml;h darauf hingewiesen, auch auf die Entwicklung der Meinungsmonopole. Aber in seinem neuen Buch &bdquo;Ein neuer Strukturwandel der &Ouml;ffentlichkeit und die deliberative Politik&ldquo; hat er nur noch die neuen sozialen Medien kritisiert. Das sei zwar schon eine unmittelbare Kommunikation, aber die Qualit&auml;t sei nicht mehr gut. Als ob in der sogenannten Qualit&auml;tspresse die Qualit&auml;t der au&szlig;enpolitischen Beitr&auml;ge gut, ausgewogen und nicht nur im Interesse der hochindustrialisierten L&auml;nder tendenzi&ouml;s w&auml;re. <\/p><p>Nat&uuml;rlich muss man Habermas schon beipflichten, wenn er sich gegen Beschimpfungen und Bedrohungen von Politikern bei der spontanen und pluralistischen Meinungsbildung wendet. Auch, wenn er auf die Verwertung der Daten, welche die Kunden im Internet hinterlassen, zu Werbezwecken hinweist. Aber das kann doch nicht hei&szlig;en, dass er selbst immer mehr die Einheitsmeinung der Meinungsmonopole &uuml;bernehmen muss. Anscheinend hat er inzwischen vergessen, was er in seiner Habilitationsschrift geschrieben hat.<\/p><p><small>Titelbild: &copy; Tilo Gr&auml;ser<\/small><\/p><p><em><strong>Prof. Mark Galliker<\/strong> studierte an der Universit&auml;t Bern Psychologie und Philosophie und absolvierte sp&auml;ter die Ausbildung zum Psychotherapeuten (pca.acp\/FSP). 15 Jahre war er in der Jugendberatung und Drogenpr&auml;vention t&auml;tig. Er lehrte an den Universit&auml;ten Z&uuml;rich, Mannheim, Heidelberg und Bern Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie. Seine Forschungsgebiete sind Geschichte der Psychologie, Wissenschaftslehre und Sprachpsychologie.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer Medienpsychologe <strong>Mark Galliker<\/strong> hat in einer Studie ausgewertet, wie in einer meinungsmachenden Zeitung in Deutschland und einer solchen in der Schweiz Soldaten dargestellt werden. 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