{"id":108649,"date":"2023-12-23T13:00:31","date_gmt":"2023-12-23T12:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108649"},"modified":"2023-12-27T21:08:29","modified_gmt":"2023-12-27T20:08:29","slug":"der-krieg-gegen-den-terror-ist-ein-krieg-gegen-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108649","title":{"rendered":"Der Krieg gegen den Terror ist ein Krieg gegen Menschen"},"content":{"rendered":"<p>Die Wurzeln des radikalen islamistischen Terrorismus werden von westlichen Entscheidungstr&auml;gern und Massenmedien vornehmlich in einem religi&ouml;sen Fanatismus gesehen, der die s&auml;kulare Lebensweise der Menschen in Nordamerika und Europa bedroht. Dass es sich dabei auch um eine Strategie im Rahmen einer asymmetrischen Kriegsf&uuml;hrung handelt, die in der Geschichte fast ausschlie&szlig;lich immer aufgrund einer Besatzung oder illegitimen Beeinflussung eines milit&auml;risch und wirtschaftlich hoffnungslos unterlegenen Landes oder Territoriums ausgel&ouml;st wurde, wird dabei unterschlagen. Eine Hoffnung auf ein dauerhaft friedliches Miteinander auch &uuml;ber die eigenen Landesgrenzen hinweg erscheint erst m&ouml;glich, wenn die Menschheit bereit ist, die instinktiv gepr&auml;gte Eigenschaft, Konflikte im Notfall mit Gewalt und Mord zu l&ouml;sen, kulturell einzuhegen. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_22\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-108649-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231227_Der_Krieg_gegen_den_Terror_ist_ein_Krieg_gegen_Menschen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231227_Der_Krieg_gegen_den_Terror_ist_ein_Krieg_gegen_Menschen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231227_Der_Krieg_gegen_den_Terror_ist_ein_Krieg_gegen_Menschen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231227_Der_Krieg_gegen_den_Terror_ist_ein_Krieg_gegen_Menschen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=108649-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231227_Der_Krieg_gegen_den_Terror_ist_ein_Krieg_gegen_Menschen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231227_Der_Krieg_gegen_den_Terror_ist_ein_Krieg_gegen_Menschen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der in Europa und Nordamerika haupts&auml;chlich aus den muslimischen L&auml;ndern stammende Terror wird in den einflussreichen westlichen Massenmedien vornehmlich mit den Adjektiven &bdquo;radikal&ldquo;, &bdquo;islamistisch&ldquo;, &bdquo;brutal&ldquo; und &bdquo;grausam&ldquo; versehen. Diese Konnotationen sollen die terroristischen Anschl&auml;ge als Werke von kriminellen, menschenverachtenden sowie religi&ouml;s und politisch verwirrten T&auml;tern erscheinen lassen. V&ouml;llig ungeachtet dessen, dass das T&ouml;ten und Verletzen von Zivilisten ein Verbrechen ist &ndash; sowohl durch Terroranschl&auml;ge als auch durch Bomben und Granaten einer regul&auml;ren Armee &ndash; werden mit diesen einfachen, st&auml;ndig wiederholten Begriffen Motive, Verurteilungen und Rechtfertigungen konstruiert.<\/p><p>Bereits die Bezeichnung &bdquo;Terror&ldquo; weist auf einen illegitimen, unmoralischen Akt hin. Die Online-Enzyklop&auml;die <em>Wikipedia<\/em> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terror\">definiert<\/a> den Begriff als &bdquo;systematische und oftmals willk&uuml;rlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausge&uuml;bte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gef&uuml;gig zu machen.&ldquo; Die Zus&auml;tze &bdquo;radikal&ldquo; und &bdquo;islamistisch&ldquo; sollen die Motive f&uuml;r die Attentate erkl&auml;ren. Den T&auml;tern wird vorgeworfen, die bestehende Gesellschaftsordnung auf Basis fundamentalistischer religi&ouml;ser Ideologien ver&auml;ndern zu wollen. Die Beschreibungen &bdquo;brutal&ldquo; und &bdquo;grausam&ldquo; sind im Grunde tautologischer Natur, da sie bereits in der Definition von Terror enthalten sind, und sollen den menschenverachtenden Charakter der Anschl&auml;ge noch deutlicher herausstellen.<\/p><p>Auf der anderen Seite von Terroranschl&auml;gen stehen die zumeist willk&uuml;rlich attackierten Opfer sowie der Staat, der als Inhaber des Gewaltmonopols gefordert ist, die eigenen B&uuml;rger vor den Attentaten sowie ihren Verursachern zu sch&uuml;tzen und im Extremfall die Wurzeln des &Uuml;bels selbst unter Missachtung des V&ouml;lkerrechts und unter Anwendung von Gewalt in den Heimatl&auml;ndern der T&auml;ter mit Stumpf und Stiel auszurotten. Das Ganze erinnert nicht nur zuf&auml;llig an einen amerikanischen Western aus den Sechzigern oder wahlweise an aktuelle Superhelden-Comic-Verfilmungen. Darin sch&auml;ndet und t&ouml;tet das ultimative B&ouml;se zun&auml;chst unschuldige Opfer, sodass der Held der Geschichte regelrecht gezwungen ist, die &Uuml;belt&auml;ter mit ihren eigenen Mitteln zu bek&auml;mpfen. Das Narrativ des r&uuml;ckst&auml;ndigen, weil fundamentalistisch religi&ouml;s motivierten Islamismus, gepaart mit Bildern von dunkelh&auml;utigen, b&auml;rtigen und bedrohlich aussehenden bewaffneten Milizion&auml;ren, ist ganz offensichtlich darauf ausgelegt, an das in der Kulturindustrie verbreitete Gut\/B&ouml;se-Schema anzukn&uuml;pfen.<\/p><p>Diese Erz&auml;hlung ist jedoch nur der Vorhang, hinter dem sich die grunds&auml;tzliche menschliche Eigenschaft versteckt, die Interessen von einzelnen und von Gruppen notfalls auch mit Gewalt und Mord durchzusetzen. Da dies zur Aufrechterhaltung der Ordnung innerhalb der eigenen Landesgrenzen streng untersagt und nur dem Staat selbst vorbehalten ist, bedarf es einer gesonderten Rechtfertigung, warum das Verbot im Ausland nicht gelten soll &ndash; selbst, wenn die milit&auml;rischen Interventionen nicht durch die Vereinten Nationen, die zur Reglementierung internationaler Gewaltakte ausdr&uuml;cklich geschaffen worden sind, legitimiert sind.<\/p><p>Die Rechtfertigung f&uuml;r das Morden mit &uuml;berlegenen Waffen und Armeen in anderen L&auml;ndern lautet Selbstverteidigung. Die anderen haben aus niedertr&auml;chtigen Gr&uuml;nden angefangen, und jetzt m&uuml;ssen die Soldaten des durch Terror angegriffenen Landes die Bedrohung beseitigen, um die eigene Bev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen. Wenn man jedoch bereit ist, hinter den Vorhang zu schauen, dann weist bereits der Begriff &bdquo;Terrorismus&ldquo; darauf hin, was dem gewaltt&auml;tigen Konflikt vorausgegangen sein k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Terrorismus ist eine Strategie der asymmetrischen Kriegsf&uuml;hrung<\/strong><\/p><p>Mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asymmetrische_Kriegf%C3%BChrung\">asymmetrischen Kriegen<\/a> werden Konflikte bezeichnet, in denen eine Kriegspartei milit&auml;risch derart &uuml;berlegen ist, dass die andere Partei in offenen Gefechten keine Chance auf einen Sieg hat. Letztere geht dann dazu &uuml;ber, den Gegner mit der Strategie der &bdquo;Nadelstiche&ldquo;, auch als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guerilla\">Guerilla-<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Partisan\">Partisanenkampf<\/a> bekannt, zu zerm&uuml;rben und seine Kr&auml;fte zu &uuml;berdehnen.<\/p><p>Asymmetrische Kriege sind kein Ph&auml;nomen der Gegenwart. In der Geschichte findet man etliche Beispiele f&uuml;r diese Form der Auseinandersetzung. Das ber&uuml;hmteste Ereignis dieser Art in der Antike war die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Varusschlacht\">Varusschlacht<\/a> im damaligen Germanien, in der der Cheruskerf&uuml;rst Arminius im Jahr 9 nach Christus die Armee des r&ouml;mischen Feldherrn Varus in einen Hinterhalt lockte, sie mit seinen milit&auml;risch unterlegenen Einheiten vernichtend schlug und so die r&ouml;mische Besatzung &ouml;stlich des Rheins beendete.<\/p><p>Die Blaupause f&uuml;r moderne asymmetrische Kriege findet man im <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/regionen\/spanien\/200-jahre.html\">spanischen Unabh&auml;ngigkeitskrieg<\/a> zwischen 1808 und 1814 gegen die franz&ouml;sische Besatzungsmacht zur Zeit der Herrschaft Napoleon Bonapartes &uuml;ber weite Teile Kontinentaleuropas. Der Kampf lokaler Milizen, die sich vornehmlich aus der zivilen Bev&ouml;lkerung rekrutierten, gegen die franz&ouml;sischen Soldaten pr&auml;gte den Namen &bdquo;Guerilla&ldquo; (kleiner Krieg), als Verkleinerungsform abgeleitet vom spanischen Wort &bdquo;Guerra&ldquo; f&uuml;r Krieg. Als weitere Beispiele dieser Form der Kriegsf&uuml;hrung sind unter vielen anderen zu nennen:<\/p><ul>\n<li>der unter dem Namen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%A9sistance\">&bdquo;R&eacute;sistance&ldquo;<\/a> bekannt gewordene Widerstand in Frankreich, Belgien und Luxemburg gegen den Nationalsozialismus und die mit der deutschen Besatzungsmacht kollaborierenden inl&auml;ndischen Institutionen und Bev&ouml;lkerungsgruppen,<\/li>\n<li>die Partisanenk&auml;mpfe (der Begriff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Partisan\">&bdquo;Partisan&ldquo;<\/a> ist abgeleitet von &bdquo;Partigiano&ldquo;, italienisch f&uuml;r &bdquo;Parteig&auml;nger&ldquo;) in Italien, in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Volksbefreiungsarmee_(Jugoslawien)\">Jugoslawien<\/a> und in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sowjetische_Partisanen\">Sowjetunion<\/a> gegen die deutsche Besatzung w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs sowie<\/li>\n<li>die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indonesischer_Unabh%C3%A4ngigkeitskrieg\">Unabh&auml;ngigkeitskriege in Indonesien<\/a> 1945 bis 1949 gegen die niederl&auml;ndische Kolonialmacht, in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indochinakrieg\">Vietnam<\/a> 1946 bis 1954 und in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Algerienkrieg\">Algerien<\/a> 1954 bis 1962 gegen die franz&ouml;sische Kolonialmacht, in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vietnamkrieg\">Vietnam<\/a> gegen die US-amerikanische Besatzung S&uuml;dvietnams 1964 bis 1975 sowie in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krieg_in_Afghanistan_(1979%E2%80%931989)\">Afghanistan<\/a> 1979 bis 1989 gegen die sowjetische Besatzung.<\/li>\n<\/ul><p>Da die Widerstandsk&auml;mpfer meistens aus der Deckung der Zivilbev&ouml;lkerung heraus operierten, kam es immer wieder zu sogenannten &bdquo;Vergeltungsma&szlig;nahmen&ldquo; der Besatzungsm&auml;chte, in denen willk&uuml;rlich ausgew&auml;hlte Zivilisten ermordet wurden. Der <a href=\"https:\/\/www.hrr-strafrecht.de\/hrr\/5\/03\/5-115-03.php3\">Bundesgerichtshof entschied<\/a> 2004 in einem Revisionsverfahren gegen einen ehemaligen SS-Sturmbandf&uuml;hrer, der im Zweiten Weltkrieg w&auml;hrend der deutschen Besatzung in Italien eine Massenerschie&szlig;ung italienischer Gefangener als Vergeltungsma&szlig;nahme nach einem gegen deutsche Soldaten gerichteten Partisanenangriff befehligt hatte, dass eine solche Tat &bdquo;als derart menschenverachtend einzustufen [ist], da&szlig; sie nur als rechtswidrig zu werten ist&ldquo;.<\/p><p>W&auml;hrend im klassischen Guerilla- und Partisanenkampf die Besatzungsmacht haupts&auml;chlich im okkupierten Land bek&auml;mpft wird, wird der Einsatz von Taktiken der asymmetrischen Kriegsf&uuml;hrung, wie beispielsweise Sprengstoff- und Selbstmordanschl&auml;ge, im Heimatland der Besatzungsmacht vornehmlich &bdquo;Terrorismus&ldquo; genannt. So kam es im algerischen Unabh&auml;ngigkeitskrieg zu zahlreichen Terroranschl&auml;gen der algerischen Befreiungsbewegung in Paris. Auch Attentate gegen zivile und milit&auml;rische Einrichtungen in Algerien selbst wurden von Frankreich als Terroranschl&auml;ge eingestuft.<\/p><p><strong>Die Einordnung des bewaffneten Widerstands als &bdquo;Terrorismus&ldquo; oder &bdquo;Rebellion&ldquo; ist abh&auml;ngig von der Perspektive<\/strong><\/p><p>Die Besatzungsm&auml;chte und deren Verb&uuml;ndete verwenden f&uuml;r gewaltt&auml;tigen Widerstand, der gegen sie gerichtet ist, vornehmlich die Begriffe &bdquo;Terror&ldquo;, &bdquo;Terrorismus&ldquo; und &bdquo;Terroranschlag&ldquo; sowie f&uuml;r dessen Verursacher die Bezeichnung &bdquo;Terrororganisation&ldquo;. Im Gegensatz dazu werden vergleichbare Aktionen in L&auml;ndern, deren Staatsf&uuml;hrungen von der eigenen Regierung bek&auml;mpft werden, als &bdquo;Widerstand gegen das Regime&ldquo; und deren Verursacher als &bdquo;Rebellen&ldquo;, &bdquo;Rebellengruppen&ldquo; oder einfach nur als &bdquo;Gruppe&ldquo; bezeichnet.<\/p><p>Besonders auff&auml;llig wird diese Unterscheidung in der deutschen Berichterstattung &uuml;ber die milit&auml;rischen Konflikte in den beiden Nachbarl&auml;ndern Syrien und Irak. Fast zeitgleich finden sich beispielsweise im Magazin <em>der Spiegel<\/em> ein <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/syrien-al-nusra-front-erobert-strategisch-wichtige-stadt-a-1030660.html\">Beitrag<\/a> zum &bdquo;B&uuml;rgerkrieg&ldquo; in Syrien mit dem Titel &bdquo;Islamistische Rebellen erobern strategisch wichtige Stadt&ldquo;, in dem die daf&uuml;r verantwortliche al-Nusra-Front explizit nicht als Terrororganisation bezeichnet wird, sowie ein <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/islamischer-staat-is-museen-in-mossul-verwuestet-a-1020685.html\">Beitrag<\/a> &uuml;ber die &bdquo;Pl&uuml;nderungen&ldquo; des Islamischen Staats im Irak mit dem Titel &bdquo;IS-Fanatiker verw&uuml;sten Mossuls Museen&ldquo;, in dem die T&auml;ter als &bdquo;Terroristen&ldquo;, &bdquo;Dschihadisten&ldquo; und Angeh&ouml;rige einer &bdquo;Terrororganisation&ldquo; bezeichnet werden. Die al-Nusra-Front ist ein Ableger von al-Qaida, und der Islamische Staat wurde mit Unterst&uuml;tzung von al-Qaida gegr&uuml;ndet. Beide Vereinigungen waren bereits vor dem Zeitpunkt der Berichterstattung des <em>Spiegels<\/em> vom UN-Sicherheitsrat als &bdquo;Terrororganisationen&ldquo; eingestuft worden.<\/p><p><strong>Auch der radikale islamistische Terror ist Folge von Kolonialismus, illegitimer Einflussnahme sowie milit&auml;rischen Interventionen durch den Westen<\/strong><\/p><p>Obwohl der Blick in die Geschichte zeigt, dass asymmetrischen Kriegen in einem grenz&uuml;bergreifenden Kontext immer ein Angriff, eine Besatzung oder eine ma&szlig;gebliche Beeinflussung der F&uuml;hrung eines Lands durch eine milit&auml;risch und wirtschaftlich &uuml;berlegene Macht vorausgegangen ist, wird dem radikalen islamistischen Terrorismus das Gegenteil unterstellt. In einem <a href=\"https:\/\/www.baks.bund.de\/de\/arbeitspapiere\/2017\/der-asymmetrische-krieg-des-islamischen-staats-implikationen-fuer-die\">Arbeitspapier<\/a> der Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik werden beispielsweise als Motivation f&uuml;r den Kampf des Islamischen Staats gegen westliche L&auml;nder jahrzehntealte &bdquo;jihadistische Sehns&uuml;chte&ldquo; eines &bdquo;gemeinsamen Reichs aller Muslime unter einem geistlich-weltlichen Herrscher, das die Gebote Gottes in s&auml;mtlichen Lebensbereichen verwirklicht&ldquo;, genannt.<\/p><p>Die Terroranschl&auml;ge und die Ausrufung eines Kalifats im Irak und in Syrien erfolgten laut des Papiers allein aufgrund der Ideologie des Islamischen Staats, die USA und andere westliche L&auml;nder w&uuml;rden sich lediglich gegen diese Aggression zur Wehr setzen. Unterschlagen wird unterdessen die Tatsache, dass die Organisation urspr&uuml;nglich von ehemaligen Offizieren des <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/lexika\/politiklexikon\/225600\/islamischer-staat-is\/\">irakischen Geheimdienstes<\/a> Saddam Husseins 2006 unter anderem mit dem Ziel der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamischer_Staat_(Organisation)#Ideologie_und_Gr%C3%BCndungsmanifest\">Vertreibung<\/a> aller Invasoren und Aggressoren aus dem Irak gegr&uuml;ndet und gef&uuml;hrt wurde. Die Gr&uuml;ndung des Islamischen Staats ist also eine direkte Konsequenz des v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA, Gro&szlig;britanniens und einer weiteren Gruppe von westlichen L&auml;ndern, welche &bdquo;Koalition der Willigen&ldquo; genannt wird, gegen den Irak.<\/p><p>Auch die Terrororganisationen al-Qaida und Hamas sind ohne eine lange Phase der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamisches_Erwachen\">Kolonisation muslimischer L&auml;nder<\/a> durch Gro&szlig;britannien und Frankreich, v&ouml;lkerrechtswidrige Einflussnahmen wie beispielsweise die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Operation_Ajax\">CIA- und MI6-Operation Ajax<\/a> im Iran oder die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Operation_Cyclone\">CIA-Operation Cyclone<\/a> in Afghanistan sowie die Gr&uuml;ndung und Ausweitung des Staates Israel haupts&auml;chlich auf dem Gebiet pal&auml;stinensischer Siedler nicht denkbar.<\/p><p><strong>Die Opferzahlen islamistischer Terroranschl&auml;ge in westlichen L&auml;ndern im Vergleich zu den Opferzahlen des Kriegs gegen den Terror<\/strong><\/p><p>Vergleicht man die Opferzahlen von islamistischen Terroranschl&auml;gen in westlichen L&auml;ndern und in Israel mit den Opfern des sogenannten &bdquo;Krieges gegen den Terror&ldquo;, wird deutlich, wer eigentlich Krieg gegen wen f&uuml;hrt. Laut einer <a href=\"https:\/\/data.fondapol.org\/en\/non-classe-en\/islamist-terrorist-attacks-in-the-world-1979-2019-2\/\">Studie<\/a> der franz&ouml;sischen Denkfabrik &bdquo;Fondation pour l&rsquo;innovation politique&ldquo; sind zwischen 2001 und 2019 in Nordamerika und Westeuropa insgesamt 3.784 Menschen an den Folgen islamistischer Terroranschl&auml;ge verstorben. Darin sind auch die 3.001 Todesopfer der Anschl&auml;ge vom 11. September 2001 in den USA eingerechnet.<\/p><p>Die Anzahl der direkten einheimischen Kriegstoten durch US-Kriege in den Kriegsgebieten Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien und Jemen in den Jahren 2001 bis 2023 bel&auml;uft sich laut einer <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1391736\/umfrage\/anzahl-der-kriegstoten-durch-us-kriege-und-den-krieg-gegen-den-terror-seit-2001\/\">Auswertung<\/a> von Statista je nach Sch&auml;tzung auf maximal insgesamt etwas &uuml;ber 900.000. Doch neben direkten Opfern der milit&auml;rischen Handlungen haben die Kriege und Sanktionen auch Folgen f&uuml;r die Wirtschaft, das Gesundheitswesen, die hygienischen Zust&auml;nde, die Ern&auml;hrung und die innere Sicherheit der betroffenen L&auml;nder. Rechnet man die langfristigen Folgen der Kriege hinzu, w&auml;chst die Opferzahl deutlich an.<\/p><p>Gem&auml;&szlig; einer <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/\">Studie<\/a> des &bdquo;Watson Institute for International and Public Affairs&ldquo; an der Brown University in Rhode Island, USA, vom Mai 2023 sind seit 2001 inklusive aller indirekten Opfer insgesamt mindestens 4,5 bis 4,7 Millionen Menschen in Afghanistan, Pakistan, im Irak, in Syrien und im Jemen an den direkten und indirekten Folgen des Krieges gegen den Terror verstorben. Um zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die unmittelbare Gefahr dieser asymmetrischen Kriege f&uuml;r die jeweilige Bev&ouml;lkerung ist, soll diese f&uuml;r Deutschland und Afghanistan einmal gesondert dargestellt werden.<\/p><p><strong>Immense Risikounterschiede in Deutschland und Afghanistan<\/strong><\/p><p>Zwischen 2001 und 2019 wurden in Deutschland 18 Todesopfer aufgrund von islamistischen Terroranschl&auml;gen verzeichnet, davon gehen allein zw&ouml;lf auf das Konto des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt in Berlin 2016. Das Risiko, in Deutschland in diesem Zeitraum an den Folgen eines islamistischen Terroranschlags zu sterben, lag demnach statistisch bei eins zu 4,4 Millionen. Das bedeutet, ein Mensch von 4,4 Millionen ist in Deutschland in diesem Zeitraum durch ein derartiges Attentat ums Leben gekommen. Zum Vergleich: In Deutschland <a href=\"https:\/\/www.vde.com\/de\/blitzschutz\/faq\/wahrscheinlichkeit-tod\">verungl&uuml;cken<\/a> pro Jahr im Schnitt vier Menschen aufgrund eines Blitzeinschlags t&ouml;dlich. Auf den Zeitraum 2001 bis 2019 umgerechnet, lag das Risiko, in Deutschland von einem Blitz t&ouml;dlich getroffen zu werden, bei eins zu 1,1 Millionen. Dieses war also vier Mal h&ouml;her als das Risiko, durch einen islamistischen Terroranschlag zu sterben.<\/p><p>Die Vereinigung &bdquo;International Physicians for the Prevention of Nuclear War&ldquo; <a href=\"https:\/\/ippnw.de\/commonFiles\/pdfs\/Forum\/167\/20_Jahre_Krieg_Afghanistan.pdf\">sch&auml;tzt<\/a> die Anzahl der Opfer des Krieges in Afghanistan und dessen Folgen zwischen 2001 und 2021 auf 800.000. Das Risiko, in Afghanistan aufgrund des dortigen Krieges gegen den Terror und dessen Folgen in diesem Zeitraum zu versterben, lag demnach bei eins zu 38. Das bedeutet, es wird kaum einen erwachsenen Afghanen geben, der nicht mindestens einen Verwandten, Nachbarn oder Freund durch den Krieg verloren hat.<\/p><p><strong>Gro&szlig;e Risikounterschiede auch f&uuml;r Israelis und Pal&auml;stinenser<\/strong><\/p><p>Das Amt der Vereinten Nationen f&uuml;r die Koordinierung humanit&auml;rer Angelegenheiten (OCHA) <a href=\"https:\/\/www.ochaopt.org\/data\/casualties\">z&auml;hlt<\/a> in dem Konflikt zwischen Israel und Pal&auml;stina auf der Seite der Israelis zwischen 2008 und dem 6. Oktober 2023 insgesamt 314 und auf der Seite der Pal&auml;stinenser 6.680 Todesopfer. Gemessen an der jeweiligen Bev&ouml;lkerungsgr&ouml;&szlig;e war das Risiko der Pal&auml;stinenser, an den Folgen dieses Konflikts zu sterben, circa 40-mal h&ouml;her als das Risiko der Israelis. Mit den Anschl&auml;gen der Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel und den darauffolgenden milit&auml;rischen Interventionen der israelischen Armee im Gazastreifen hat sich das Risiko der Pal&auml;stinenser im Vergleich zu den Einwohnern Israels noch einmal deutlich erh&ouml;ht.<\/p><p>Aktuellen <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/tote-im-gazastreifen-zahl-der-opfer-koennte-noch-hoeher-sein-19386196.html\">Meldungen<\/a> zufolge sind im Gazastreifen bis zum 14. Dezember 2023 knapp 18.800 Einwohner dem Krieg zwischen Hamas und der israelischen Armee zum Opfer gefallen. Wahrscheinlich ist die Opferzahl noch deutlich h&ouml;her, da Versch&uuml;ttete, die unter den zerbombten H&auml;usern liegen, bisher nicht in die Statistik eingegangen sind. Zwei Drittel der Toten sind Frauen und insbesondere Kinder. Die <em>Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/em> <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/israel-die-hohen-opferzahlen-in-gaza-sorgen-fuer-kritik-ld.1767928\">schreibt<\/a> bez&uuml;glich der zivilen Opfer:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die hohe Zahl ziviler Opfer n&auml;hrt Vorw&uuml;rfe, die israelische F&uuml;hrung wolle Rache nehmen an der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r die Taten der Hamas. Auch die scharfe antipal&auml;stinensische Rhetorik der Staatsf&uuml;hrung tr&auml;gt dazu bei. So hat Israels Pr&auml;sident Isaac Herzog die f&uuml;r das V&ouml;lkerrecht wichtige Unterscheidung zwischen Zivilisten und K&auml;mpfern infrage gestellt. Die gesamte pal&auml;stinensische Nation sei verantwortlich f&uuml;r die Taten der Hamas, sagte Herzog an einer Pressekonferenz am 13. Oktober. Es gebe keine unbeteiligten Zivilisten in Gaza.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Im Gegensatz dazu sind w&auml;hrend des Terrorangriffs der Hamas auf Israel 1.200 Menschen ums Leben gekommen. Die urspr&uuml;ngliche Opferzahl von 1.400 wurde <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Israel-korrigiert-Zahl-der-Toten-durch-Hamas-Angriff-nach-unten-article24524547.html\">nach unten korrigiert<\/a>, da unter den Toten auch viele Hamas-K&auml;mpfer zu verzeichnen waren. Des Weiteren sind bei den K&auml;mpfen im Gazastreifen bisher circa <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1417316\/umfrage\/opferzahlen-im-terrorkrieg-der-hamas-gegen-israel\/\">100 israelische Soldaten<\/a> ums Leben gekommen. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist das Risiko f&uuml;r Bewohner des Gazastreifens, in dem aktuellen Konflikt ums Leben zu kommen, 65-mal h&ouml;her als das der israelischen Bev&ouml;lkerung.<\/p><p><strong>In einem Krieg haben sich immer beide Seiten f&uuml;r die Gewalt entschieden<\/strong><\/p><p>In einem Krieg haben sich beide Konfliktparteien daf&uuml;r entschieden, ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Doch w&auml;hrend die eine Seite eine gigantische Propagandamaschine und im Grunde erstaunlich unlogische und widerspr&uuml;chliche Slogans wie &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; ben&ouml;tigt, um die Gewalt vor der eigenen Bev&ouml;lkerung zu rechtfertigen, hat die andere Seite trotz eines hohen individuellen Risikos kaum Schwierigkeiten, neue K&auml;mpfer f&uuml;r die eigene Sache zu rekrutieren.<\/p><p>Man kann keinen Krieg gegen eine Strategie in einem asymmetrischen Konflikt f&uuml;hren, sondern nur gegen Menschen. Wenn Menschen in einem milit&auml;rischen Konflikt unmittelbar erleben m&uuml;ssen, wie um sie herum Verwandte, Freunde, Nachbarn und Kinder Opfer von Bomben, Granaten und Gewehrkugeln werden und sie selbst ihres eigenen Lebens kaum sicher sein k&ouml;nnen, ist ihre Motivation, sich gegen die Gewalt physisch zur Wehr zu setzen, deutlich gr&ouml;&szlig;er, als wenn sie sicher und satt vor dem Fernseher beim Betrachten von &bdquo;Infotainment-Sendungen&ldquo; von der Notwendigkeit milit&auml;rischen Eingreifens &uuml;berzeugt werden m&uuml;ssen. Und so ist es schwierig, in der Geschichte Beispiele f&uuml;r Befreiungsk&auml;mpfe zu finden, die heute noch negativ gewertet werden.<\/p><p>Niemand k&auml;me in der aktuellen Geschichtsschreibung auf die Idee, Arminius und seine verb&uuml;ndeten germanischen St&auml;mme als &bdquo;Terroristen&ldquo; zu bezeichnen &ndash; selbst die derzeitigen Bewohner der Stadt Rom nicht. Das R&ouml;mische Imperium ist schon lange untergegangen, und es existiert keine politische Elite in Mittelitalien mehr, welche die eigene arbeitende Bev&ouml;lkerung davon &uuml;berzeugen muss, Geld und Menschenleben zu opfern, um die Interessen Roms gegen die Interessen germanischer St&auml;mme mit Gewalt durchzusetzen. Genauso wenig kommt heutzutage kein Franzose auf die Idee, den spanischen Widerstand w&auml;hrend der Zeit der Besatzung durch Napoleons Armeen als &bdquo;Terrorismus&ldquo; zu bezeichnen, und keinem Deutschen w&uuml;rde es einfallen, die franz&ouml;sische R&eacute;sistance im Zweiten Weltkrieg mit &bdquo;Terrororganisation&ldquo; zu beschreiben.<\/p><p>N&auml;hert man sich jedoch der aktuellen Zeitgeschichte und damit den derzeit bestehenden Interessenkonflikten, gehen diese Begriffe bei der Beschreibung eines vermeintlichen Gegners in einem asymmetrischen Krieg deutlich leichter &uuml;ber die Lippen. Dabei muss man sich jedoch gewahr machen, dass sich die Mitglieder der al-Qaida, des Islamischen Staats und der Hamas ganz sicher nicht selbst als Terroristen, sondern als Freiheitsk&auml;mpfer sehen. Diese unterschiedlichen Ausdr&uuml;cke beschreiben im Grunde lediglich einen Interessenkonflikt, der mit Gewalt ausgetragen wird. Bei diesen Interessen geht es, wie immer im Laufe der Geschichte, um Macht, Ressourcen und geopolitischen Einfluss.<\/p><p><strong>Gibt es eine Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden?<\/strong><\/p><p>Imperien und geopolitische Allianzen sind keine Besonderheiten in der Menschheitsgeschichte. Es hat ein Reich Alexander des Gro&szlig;en gegeben, ein R&ouml;misches Reich, ein Heiliges R&ouml;misches Reich, ein Kaiserreich China, ein Osmanisches Reich, ein Britisches Weltreich, ein Sowjetreich, und es w&auml;re aus historischer Sicht angemessen, aktuell von einem US-amerikanischen Imperium zu sprechen, mit dem ein Gro&szlig;teil der L&auml;nder der Europ&auml;ischen Union ein intensives wirtschaftliches und milit&auml;risches B&uuml;ndnis eingegangen ist. Allen Weltreichen ist es gemein, dass es in ihrem Inneren einen lang anhaltenden Frieden und an ihren Au&szlig;engrenzen immer wieder aufflammende milit&auml;rische Konflikte gab.<\/p><p>Alle historischen Weltreiche haben auf Dauer ihren geopolitischen Einfluss verloren, weil sich au&szlig;erhalb ihres Einflussgebietes Allianzen gebildet haben, die am Ende wirtschaftlich und milit&auml;risch st&auml;rker waren. Der Zusammenschluss der BRICS-Staaten sowie dessen Erweiterung k&ouml;nnte das Ende des US-amerikanischen Imperiums einl&auml;uten. Die Folge w&auml;ren intensivere milit&auml;rische Konflikte an dessen Au&szlig;engrenzen, ein Zerfall der B&uuml;ndnisse mit anderen L&auml;ndern sowie am Ende der Verlust von Stabilit&auml;t und Sicherheit in dessen Inneren.<\/p><p>Doch damit w&uuml;rde im Grunde nur ein neues Kapitel in der Geschichte aufgeschlagen werden. Die Terroristen von heute werden in einer zuk&uuml;nftigen Geschichtsschreibung eventuell als Freiheitsk&auml;mpfer beschrieben, oder der Begriff &bdquo;Terrorist&ldquo; erh&auml;lt eine neutrale oder gar positive Bedeutung, genauso wie &bdquo;Guerillero&ldquo; oder &bdquo;Partisan&ldquo;. So lange Menschen jedoch aufgrund ihrer tief in ihren Instinkten verankerten Eigenschaften bereit sind, Interessenkonflikte auch mit Gewalt zu l&ouml;sen, werden sich h&ouml;chstens die Begriffe und ihre Bedeutungen &auml;ndern.<\/p><p>Angesichts der Jahreswende und der einhergehenden christlichen Feierlichkeiten zu Ehren eines Mannes, der vor 2000 Jahren laut &Uuml;berlieferung vorgeschlagen haben soll, bei der L&ouml;sung von Interessenkonflikten grunds&auml;tzlich auf den Einsatz von physischer Gewalt zu verzichten, k&ouml;nnten sich die Angeh&ouml;rigen dieses Kulturkreises einmal fragen, was eigentlich in der Zwischenzeit schief gelaufen ist, dass seine Lehren bis heute so missverstanden, missinterpretiert und missbraucht wurden und immer noch werden. Was m&uuml;sste eigentlich geschehen, dass Konflikte nicht nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen gr&ouml;&szlig;tenteils friedlich gel&ouml;st werden, sondern auch dar&uuml;ber hinaus? Ben&ouml;tigen die Vereinten Nationen auch die notwendige milit&auml;rische Macht, um Sanktionen gegen den Versto&szlig; des Gewaltverbotes zu verh&auml;ngen, egal, wer diesen begangen hat? Wer stellt dann sicher, dass diese Macht nicht zugunsten eines Staates missbraucht wird?<\/p><p>Oder bedarf es einer Graswurzelbewegung, in der jeder und jede Einzelne mit kultureller Unterst&uuml;tzung verinnerlicht, dass ein dauerhaftes Zusammenleben der Spezies Mensch mit derart vielen Individuen und Waffen, die die zum &Uuml;berleben notwendige Umwelt gleich mehrfach zerst&ouml;ren k&ouml;nnen, auf diesem Planeten nur m&ouml;glich ist, wenn man friedlich miteinander kooperiert, anstatt gewaltsam zu konkurrieren? Diese Erkenntnis f&auml;llt deutlich leichter, wenn man sich und seine Umgebung in relativer Sicherheit wiegt und lediglich Orwell&lsquo;sche Neusprech-Manipulationen wie &bdquo;Panzer retten Leben&ldquo; kritisch hinterfragen muss. Daf&uuml;r reicht es, die verf&uuml;gbaren Medien nicht allein als Konsumobjekt, sondern als Wissensdatenbank zu nutzen und sich des eigenen gesunden Menschenverstands zu bedienen. Deutlich schwieriger ist diese Erkenntnis zu erlangen, wenn man ohnm&auml;chtig vor einem Panzer steht, der gerade das eigene Heim und die darin wohnenden n&auml;chsten Verwandten zerschossen hat.<\/p><p><small>Titelbild: quetions123\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6b0115a171a141fba3045c08f73ef262\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wurzeln des radikalen islamistischen Terrorismus werden von westlichen Entscheidungstr&auml;gern und Massenmedien vornehmlich in einem religi&ouml;sen Fanatismus gesehen, der die s&auml;kulare Lebensweise der Menschen in Nordamerika und Europa bedroht. Dass es sich dabei auch um eine Strategie im Rahmen einer asymmetrischen Kriegsf&uuml;hrung handelt, die in der Geschichte fast ausschlie&szlig;lich immer aufgrund einer Besatzung oder illegitimen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108649\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":108650,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171,166],"tags":[1035,3291,1276,302,822,2529,1202,1557,1792,1564,2690,2360],"class_list":["post-108649","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","category-terrorismus","tag-al-kaida","tag-anschlag","tag-attentat","tag-gaza","tag-hamas","tag-imperialismus","tag-isis","tag-israel","tag-kolonialismus","tag-krieg-gegen-den-terror","tag-widerstandsbewegung","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Shutterstock_1203626863.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=108649"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108649\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":108927,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108649\/revisions\/108927"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/108650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=108649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=108649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=108649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}