{"id":108684,"date":"2023-12-29T13:00:50","date_gmt":"2023-12-29T12:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108684"},"modified":"2023-12-29T09:14:45","modified_gmt":"2023-12-29T08:14:45","slug":"zur-entwicklung-des-sterbegeschehens-vor-und-nach-beginn-der-coronaimpfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108684","title":{"rendered":"Zur Entwicklung des Sterbegeschehens vor und nach Beginn der Coronaimpfung"},"content":{"rendered":"<p>Am 9. M&auml;rz 2020 wurden dem Robert Koch-Institut die ersten Coronatoten gemeldet. Die Zahl der Todesf&auml;lle stieg bis zum Beginn der Impfkampagne am zweiten Weihnachtstag 2020 auf 38.000 an. Wie hat die Impfung das Sterbegeschehen beeinflusst? Ist die Zahl der Coronatoten danach sp&uuml;rbar zur&uuml;ckgegangen? Oder hat die Impfung das Sterbegeschehen in anderer Weise positiv oder negativ ver&auml;ndert? Diesen Fragen wird hier anhand der offiziellen Sterbedaten des Statistischen Bundesamtes (StBA) und der Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) nachgegangen. Von <strong>G&uuml;nter Eder<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2533\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-108684-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231229_Zur_Entwicklung_des_Sterbegeschehens_vor_und_nach_Beginn_der_Coronaimpfung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231229_Zur_Entwicklung_des_Sterbegeschehens_vor_und_nach_Beginn_der_Coronaimpfung_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231229_Zur_Entwicklung_des_Sterbegeschehens_vor_und_nach_Beginn_der_Coronaimpfung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231229_Zur_Entwicklung_des_Sterbegeschehens_vor_und_nach_Beginn_der_Coronaimpfung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=108684-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/231229_Zur_Entwicklung_des_Sterbegeschehens_vor_und_nach_Beginn_der_Coronaimpfung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"231229_Zur_Entwicklung_des_Sterbegeschehens_vor_und_nach_Beginn_der_Coronaimpfung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Auswertung st&uuml;tzt sich zun&auml;chst auf die RKI-Angaben zur Zahl der Coronatoten. Sp&auml;ter werden dann die allgemeinen Sterbedaten des Statistischen Bundesamtes in die Analyse miteinbezogen.<\/p><p><strong>Anzahl der Coronatoten<\/strong><\/p><p>Im ersten Jahr der Pandemie gab es dem RKI zufolge 43.618 Coronatote. Im zweiten Jahr steigt die Zahl auf 70.271 an und geht 2022 wieder auf 46.318 zur&uuml;ck. Schon diese drei Zahlen werfen grundlegende Fragen auf. Warum sind im zweiten Coronajahr fast doppelt so viele Tote zu beklagen wie im ersten Jahr, obwohl mittlerweile ein Impfstoff zur Verf&uuml;gung steht? Und warum sind im dritten Coronajahr, als die harmlosere Omikron-Variante das Infektionsgeschehen dominiert und die Pandemie als &uuml;berwunden gilt, mehr Coronatote zu verzeichnen als im ersten Jahr? Befriedigende Antworten auf die Fragen stehen bisher aus.<\/p><p><strong>AN oder MIT Corona gestorben<\/strong><\/p><p>Als Coronatote gelten dem RKI alle Verstorbenen, f&uuml;r die ein positiver PCR-Test vorliegt, unabh&auml;ngig davon, woran der Betroffene tats&auml;chlich gestorben ist. Es wird nicht differenziert, ob jemand AN und MIT Corona verstorbenen ist. Das wird dem RKI vielfach vorgeworfen. Und die Kritik ist durchaus berechtigt, wird in ihrer Bedeutung jedoch meist &uuml;bersch&auml;tzt. Sicher w&auml;re es vorteilhaft, wenn von allen Coronatoten bekannt w&auml;re, ob sie urs&auml;chlich AN oder lediglich MIT Corona gestorben sind, doch muss man bedenken, dass die Todesursache h&auml;ufig ungewiss ist und in vielen F&auml;llen nur durch Obduktion der Verstorbenen zu ermitteln w&auml;re. Und dann stellt sich die Frage, ob der Aufwand in einem angemessenen Verh&auml;ltnis zum Erkenntnisgewinn steht. Was man dem RKI allerdings vorwerfen muss, ist, dass nicht deutlich darauf hingewiesen wurde, dass &bdquo;Coronatote&ldquo; lediglich aufgrund eines positiven PCR-Tests als solche eingestuft werden und dass das nicht automatisch bedeutet, dass die Betroffenen urs&auml;chlich an der Infektion gestorben sind.<\/p><p>Um Aufschluss &uuml;ber m&ouml;glichen Vorerkrankungen zu erhalten und in Erfahrung zu bringen, woran die Betroffenen letztlich gestorben sind, h&auml;tten stattdessen gezielt entsprechende Forschungsvorhaben durchgef&uuml;hrt werden m&uuml;ssen. Das ist viel zu wenig geschehen. Zum Gl&uuml;ck hat sich Professor P&uuml;schel vom Universit&auml;tsklinikum Eppendorf nicht von der ablehnenden Haltung des RKI abschrecken lassen und Hunderte von Coronatote in Hamburg obduzieren lassen. So fand er heraus, dass fast alle Verstorbenen mit einer oder mehreren Vorerkrankungen belastet waren, der Tod also in den meisten F&auml;llen nicht allein von der Coronainfektion herr&uuml;hrte, sondern das Resultat unterschiedlicher Krankheitsfaktoren war. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Wenn man zudem bedenkt, dass 96,5 Prozent aller Coronatoten des Jahres 2020 &auml;lter als 60 Jahre waren, wird deutlich, dass vor allem vorerkrankte alte Menschen gef&auml;hrdet waren, an einer Infektion zu sterben. Das Leben gesunder unter 60-J&auml;hriger war durch Corona zu keinem Zeitpunkt besonders gef&auml;hrdet. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Damit soll nicht einer Verharmlosung von Corona das Wort geredet werdet. Die zahlreichen Long-Covid-F&auml;lle, die nach Coronainfektionen aufgetreten sind, kann niemand leugnen, und sie zeigen, dass Corona alles andere als eine harmlose Krankheit ist. Aber das Risiko, an einer Covidinfektion zu sterben, ist f&uuml;r j&uuml;ngere, gesunde Menschen nicht viel gr&ouml;&szlig;er gewesen als bei einer Grippeinfektion [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] &ndash; und in vielen F&auml;llen je nach Virusvariante auch deutlich darunter (z.B. bei der Omikron-Variante).<\/p><p><strong>Zur Nicht-Erfassung des Impfstatus bei gemeldeten Coronatoten<\/strong><\/p><p>Wesentlich schwerer als die fehlende Information, ob jemand AN oder MIT Corona gestorben ist, wiegt das Vers&auml;umnis des RKI, den Impfstatus der Coronatoten nicht miterfasst zu haben. Dabei h&auml;tte es keines besonderen Aufwandes bedurft, das Merkmal zu erheben, da behandelnde &Auml;rzte in der Regel gewusst haben d&uuml;rften, ob ihr Patient gegen Corona geimpft war oder nicht. Aufgrund der Nichterfassung des Impfstatus k&ouml;nnen viele statistische Auswertungen, die in einfacher und klarer Form Auskunft &uuml;ber positive oder negative Effekte der Impfung h&auml;tten geben k&ouml;nnen, nicht durchgef&uuml;hrt werden. Das betrifft beispielsweise die Frage, wie viele Todesf&auml;lle in Deutschland durch die Impfung vermieden worden sind. Wenn man heute an belastbaren Aussagen zur Wirksamkeit der Impfung interessiert ist, ist man gezwungen, auf statistisches Datenmaterial anderer L&auml;nder zur&uuml;ckzugreifen, zum Beispiel von Gro&szlig;britannien, wo die <em>UK Health Security Agency<\/em> mehr Weitsicht und Klugheit bei der Datenerhebung bewiesen hat und den Impfstatus stets miterfasst hat. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Die Nachl&auml;ssigkeit des RKI ist noch viel weniger zu verstehen, wenn man bedenkt, dass es sich bei den mRNA-Impfstoffen um Vakzine handelt, die auf einem neuartigen gentherapeutischen Wirkprinzip beruhen, das au&szlig;erhalb streng kontrollierter medizinischer Studien noch nie in der Praxis zur Anwendung gekommen ist, und dass die Entwicklung unter einem enormen Zeitdruck erfolgte. Vom ersten Auftreten eines Corona-Todesfalls bis zur Massenproduktion der mRNA-Impfstoffe vergingen nicht einmal zw&ouml;lf Monate.<\/p><p>In der Vergangenheit ben&ouml;tigten Hersteller sechs, acht oder mehr Jahre, bevor sie f&uuml;r die Wirksamkeit und Sicherheit ihres Impfstoffs garantieren konnten. Bei den Coronavakzinen war folglich an eine <em>regul&auml;re<\/em> Zulassung von vornherein nicht zu denken. Das Problem wurde von der Politik pragmatisch gel&ouml;st, indem die Vakzine lediglich <em>bedingt<\/em> zugelassen wurden und nationale Regierungen die Verantwortung und Haftung f&uuml;r auftretende Impfsch&auml;den &uuml;bernahmen.<\/p><p><strong>Meldung von Todesf&auml;llen nach der Impfung<\/strong><\/p><p>Angesichts der Neuartigkeit der mRNA-Impfstoffe und der K&uuml;rze der Zeit, die f&uuml;r die Entwicklung zur Verf&uuml;gung stand, war damit zu rechnen, dass mehr unerwartete Nebenwirkungen auftreten, als man es von den traditionellen Totimpfstoffen gewohnt war. Und tats&auml;chlich wurden dem Paul-Ehrlich-Institut, das f&uuml;r die Erfassung und Bewertung von Impfnebenwirkungen in Deutschland zust&auml;ndig ist, deutlich mehr F&auml;lle gemeldet. Auf jede Nebenwirkungsmeldung in der Vergangenheit kommen mehr als 60 Meldungen nach der Verabreichung von mRNA-Vakzinen. Dabei reicht das Spektrum der Beschwerden von leichten Schmerzen an der Einstichstelle bis hin zu Todesf&auml;llen.<\/p><p>Von daher ist es nicht verwunderlich, dass auch die Zahl gemeldeter Todesf&auml;lle stark zugenommen hat. Zwischen 2016 und 2020 sind dem PEI, trotz millionenfacher Impfungen, niemals mehr als 30 Todesf&auml;lle pro Jahr gemeldet worden. Mit Beginn der mRNA-Impfungen &auml;nderte sich das schlagartig. Allein f&uuml;r das Jahr 2021 sind 2.255 Todesfallmeldungen beim Paul-Ehrlich-Institut eingegangen. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Das ist eine absolute Horrorzahl, und man muss davon ausgehen, dass nicht einmal alle Impftoten als solche erkannt und der Beh&ouml;rde gemeldet worden sind. Aus Erfahrung wei&szlig; man, dass es hier eine hohe Dunkelziffer gibt.<\/p><p>Angesichts der vielen gemeldeten Todesf&auml;lle nach mRNA-Impfungen erstaunt es, dass dieser Aspekt in der Diskussion um das F&uuml;r und Wider einer Impfpflicht &uuml;berhaupt keine Rolle gespielt hat und Gesundheitsminister Lauterbach in der <em>Anne-Will-Talkshow<\/em> vom 13. Februar 2022 sogar unwidersprochen behaupten konnte, dass die Impfung &bdquo;mehr oder weniger nebenwirkungsfrei&ldquo; sei. Warum ist der Tod vieler Menschen pl&ouml;tzlich kein Kriterium mehr, wenn es um die Beurteilung einer Gesundheitsma&szlig;nahme wie der Impfung geht? Als man erkannte, dass der Impfstoff Pandemrix, der 2009\/2010 gegen die Schweinegrippe eingesetzt wurde, in einigen F&auml;llen Narkolepsie ausl&ouml;ste, reagierte die Europ&auml;ische Arzneimittelagentur darauf und riet davon ab, das Vakzin weiterhin bei Personen unter 20 Jahre anzuwenden. Und eine Coronaimpfung, die m&ouml;glicherweise Tausende von Toten zur Folge gehabt hat, gilt einem deutschen Gesundheitsminister als &bdquo;mehr oder weniger nebenwirkungsfrei&ldquo;? Was f&uuml;r eine verr&uuml;ckte Welt.<\/p><p>Die mRNA-Impfung bewirkt, dass von k&ouml;rpereigenen Zellen sogenannte Spikeproteine gebildet und in Umlauf gebracht werden. Diese sollen das Immunsystem anregen, Antik&ouml;rper zu bilden und so die Abwehrkraft des K&ouml;rpers gegen Covid-19 st&auml;rken. Da die Spikeproteine nicht, wie von den Impfstoffherstellern versichert, innerhalb k&uuml;rzester Zeit abgebaut werden, sondern noch Monate nach der Impfung im K&ouml;rper nachweisbar sind, und zudem der Verdacht besteht, dass die Spikes toxisch sind und unterschiedlichste Erkrankungen ausl&ouml;sen k&ouml;nnen, muss damit gerechnet werden, dass Folgesch&auml;den nicht nur in zeitlicher N&auml;he zur Impfung auftreten, sondern auch zu sp&auml;teren Zeitenpunkten. &Auml;rzte werden solche zeitverz&ouml;gert auftretenden F&auml;lle, selbst wenn es sich um gravierende Erkrankungen handelt, selten mit der Impfung in Verbindung bringen und dies dem Paul-Ehrlich-Institut melden. Derartige Folgewirkungen k&ouml;nnen allenfalls bei sp&auml;teren statistischen Auswertungen auffallen, wenn die Fallzahlen f&uuml;r bestimmte Erkrankungen oder f&uuml;r die Zahl der Todesf&auml;lle aus unerfindlichen Gr&uuml;nden stark ansteigen.<\/p><p><strong>Coronatote und &Uuml;bersterblichkeit (nach Kalenderjahren)<\/strong><\/p><p>Das Statistische Bundesamt ver&ouml;ffentlicht routinem&auml;&szlig;ig Daten zum allgemeinen Sterbegeschehen in Deutschland. Diese kann man nutzen, um die Plausibilit&auml;t der Angaben des RKI zur Zahl der Coronatoten zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dar&uuml;ber hinaus bieten sie die M&ouml;glichkeit, das Sterbegeschehen w&auml;hrend der Coronazeit insgesamt besser zu verstehen. Die zentrale statistische Gr&ouml;&szlig;e f&uuml;r komparative oder prospektive Auswertungen ist die &Uuml;bersterblichkeit.<\/p><p>&Uuml;bersterblichkeitswerte k&ouml;nnen auf unterschiedliche Weise aus den allgemeinen Sterbedaten abgeleitet werden. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Allgemeinverbindliche Vorschriften, wie die &Uuml;bersterblichkeit zu berechnen ist, gibt es nicht. F&uuml;r welches statistische Verfahren sich ein Anwender im Einzelfall entscheidet, ist ihm freigestellt. &Uuml;bersterblichkeitswerte aus unterschiedlichen Studien sind folglich nur bedingt miteinander vergleichbar.<\/p><p>F&uuml;r die vorliegende Auswertung ist die &Uuml;bersterblichkeit bezogen auf ein Sterbegeschehen ermittelt worden, wie es ohne ausgepr&auml;gte Infektionswellen zu erwarten w&auml;re. Das Sterbegeschehen in Grippe- oder Coronajahren ging folglich nicht in die Basislinie mit ein. Ber&uuml;cksichtigt wird hingegen, dass der Anteil alter Menschen in der Gesellschaft in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Zusammen mit den hohen Immigrationszahlen und der daraus resultierenden Zunahme der Gesamteinwohnerzahl hat die Alterung der Gesellschaft zu Folge, dass von Jahr zu Jahr mit mehr Sterbef&auml;llen zu rechnen ist. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Die &Uuml;bersterblichkeitswerte, die auf diese Weise ermittelt wurden, sind in Abbildung 1 den Coronasterbezahlen gegen&uuml;bergestellt. Dass eine solche Gegen&uuml;berstellung &uuml;berhaupt sinnvoll ist und zu neuen Erkenntnissen f&uuml;hren kann, liegt an den PCR-Tests, die w&auml;hrend der Coronazeit in so gro&szlig;er Zahl durchgef&uuml;hrt wurden. Denn dadurch wei&szlig; man nun von nahezu allen Verstorbenen, ob sie mit Corona infiziert waren oder nicht. Das ist aus statistischer Sicht eine &auml;u&szlig;erst wertvolle Zusatzinformation.<\/p><p>&Uuml;ber vergleichbare Daten verf&uuml;gte man in der Vergangenheit nicht. Folglich lie&szlig; sich auch die Zahl der Menschen, die w&auml;hrend einer Grippeepidemie starben, nicht aus den medizinischen Daten allein ableiten. Um Sch&auml;tzwerte f&uuml;r die Zahl der Grippetoten zu erhalten, musste das RKI auf die allgemeinen Sterbedaten des Statistischen Bundesamtes zur&uuml;ckgreifen, also auf die &Uuml;bersterblichkeit. Angesichts dieser Sachlage machte es in der Vergangenheit verst&auml;ndlicherweise wenig Sinn, die Sterbezahlen einander gegen&uuml;berzustellen und miteinander zu vergleichen.<\/p><p>Abbildung 1<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231229-eder-coronaimpfung-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231229-eder-coronaimpfung-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Aus der Abbildung 1 ist zu ersehen, dass die &Uuml;bersterblichkeit seit der Coronapandemie von Jahr zu Jahr ansteigt. Im ersten Coronajahr, als noch niemand geimpft war und die Menschen gro&szlig;e Angst vor einer Infektion hatten, belief sie sich auf lediglich 3,1 Prozent. Das entspricht etwa der &Uuml;bersterblichkeit von Jahren mit ausgepr&auml;gten Grippewellen. In den Grippejahren 2013 und 2015 lag die &Uuml;bersterblichkeit beispielsweise bei 3,2 Prozent bzw. 3,8 Prozent und damit geringf&uuml;gig &uuml;ber dem Wert des Coronajahres 2020. Im darauffolgenden Jahr 2021 steigt sie auf 5,8 Prozent an und im Jahr 2022 dann sogar auf 8,7 Prozent. Im Jahr 2022 sind damit 84.580 Menschen mehr gestorben, als unter normalen Umst&auml;nden zu erwarten gewesen w&auml;re. Eine derart hohe &Uuml;bersterblichkeit hat es im Deutschland der Nachkriegszeit noch nicht gegeben.<\/p><p>Zum Teil kann man den Anstieg auf die gestiegene Zahl Coronatoter zur&uuml;ckf&uuml;hren. Das gilt beispielsweise f&uuml;r die Ver&auml;nderung von 2020 nach 2021. Nicht zu erkl&auml;ren ist so jedoch der &Uuml;bersterblichkeitsanstieg von 2021 nach 2022 (+28.891). In dieser Zeit nimmt die Zahl der Coronatoten nicht nur nicht zu, sondern geht sogar von 71.084 auf 46.426 zur&uuml;ck (-24.658). Wie ist das zu erkl&auml;ren?<\/p><p><strong>Coronatote und &Uuml;bersterblichkeit (saisonbezogene Ergebnisse)<\/strong><\/p><p>Einer Antwort kommt man etwas n&auml;her, wenn man die Zeitstruktur der Sterbedaten ber&uuml;cksichtigt. Wenn Jahreswerte berechnet oder auswiesen werden, beziehen sich diese meist auf Kalenderjahre, also auf die Zeit von Januar bis Dezember. Das ist f&uuml;r die Beurteilung epidemiologischen Krankheitsgeschehens ein problematischer Zeitbezug, da Infektionswellen stets in der kalten Jahreszeit (November bis M&auml;rz) auftreten und die Gefahr besteht, dass zusammenh&auml;ngendes Krankheitsgeschehen zerrissen wird, es also zum Teil dem Vorjahr und zum Teil dem Folgejahr zugeordnet wird. Dadurch k&ouml;nnen Effekte oder Zusammenh&auml;nge, die f&uuml;r die Beurteilung des Geschehens wichtig oder sogar zentral sind, &uuml;berlagert werden oder ganz verloren gehen. Um das zu vermeiden, empfiehlt das RKI, Infektionsgeschehen grunds&auml;tzlich saisonbezogen zu betrachten, wobei die Saison in der infektionsarmen warmen Jahreszeit beginnen und enden sollte. Konsequenterweise liegen den Studien des RKI zur Epidemiologie der Influenza durchweg saisonale Zeitstrukturen zugrunde. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Die f&uuml;r die Coronazeit ermittelten Saisonergebnisse k&ouml;nnen der Abbildung 2 entnommen werden. Die Saison beginnt jeweils in der 30. KW und endet in der 29. KW des Folgejahres. Die erste Coronawelle, die von der 11. KW bis zur 25. KW 2020 dauerte und die etwa 9.000 Todesf&auml;lle zur Folge hatte, ist in den saisonbezogenen Werten nicht enthalten.<\/p><p>Abbildung 2<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231229-eder-coronaimpfung-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/231229-eder-coronaimpfung-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Auff&auml;llig an dem S&auml;ulendiagramm in Abbildung 2 ist, dass pl&ouml;tzlich eine klare, wenn auch unerwartete Struktur in der Entwicklung der Sterbedaten zu erkennen ist: Die Zahl der Coronatoten geht kontinuierlich zur&uuml;ck, w&auml;hrend die &Uuml;bersterblichkeit immer weiter ansteigt.<\/p><p>Ersteres stellt keine &Uuml;berraschung dar, da man grunds&auml;tzlich erwarten w&uuml;rde, dass Sterbezahlen nach dem H&ouml;hepunkt einer Epidemie zur&uuml;ckgehen. Dass der Effekt in der jahresbezogenen Darstellung nicht zu erkennen ist (vgl. Tab. 1), liegt daran, dass die zweite Coronawelle, die mit den meisten Coronatoten der gesamten Pandemie verbunden war, ihren H&ouml;hepunkt zwar im Jahr 2020 hat, die ausklingende Phase jedoch in das Jahr 2021 f&auml;llt. Dadurch werden etwa 30.000 Sterbef&auml;lle &bdquo;f&auml;lschlicherweise&ldquo; nicht dem Jahr 2020 zugeordnet, sondern dem Folgejahr 2021, und heben den Wert f&uuml;r 2021 entsprechend stark an.<\/p><p>Ungew&ouml;hnlich an den Coronasterbezahlen ist eigentlich nur, dass die Zahl Coronatoter in der Saison 2022\/2023 mit einem Wert von 29.170 immer noch so hoch ausf&auml;llt. Da die Pandemie in dieser Phase als &uuml;berwunden gilt, sollte die Zahl der F&auml;lle eigentlich nicht mehr bei fast 30.000 Toten pro Jahr liegen, denn das entspricht etwa der Anzahl Grippetoter in Jahren mit schwerer Grippewelle.<\/p><p>Wesentlich irritierender als die hohe Zahl Coronatoter ist jedoch die kontinuierliche Zunahme der &Uuml;bersterblichkeit bei gleichzeitigem R&uuml;ckgang der Coronasterbezahlen. Die &Uuml;bersterblichkeit steigt von 52.717 Verstorbenen in der Saison 2020\/2021 auf 81.308 Verstorbene in der Saison 2022\/2023 an, w&auml;hrend gleichzeitig die Coronasterbezahlen von 82.267 auf 29.170 zur&uuml;ckgehen. Wie ist das m&ouml;glich?<\/p><p>Die Entwicklung der Sterbezahlen ist weit von dem entfernt, was Politiker und Mediziner erwartet und prognostiziert hatten. Die offizielle Sicht auf die Pandemie hat Kanzlerin Merkel am 8. November 2020 in der <em>FAZ<\/em> auf den Punkt gebracht, als sie ihrer &Uuml;berzeugung Ausdruck verlieh, dass das Virus besiegt sei, &bdquo;wenn 60 bis 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung geimpft seien oder eine Infektion durchgemacht h&auml;tten&ldquo;. Wieso hat sich die Prognose nicht bewahrheitet? Wieso werden die Menschen immer noch aufgefordert, Masken zu tragen? Und welche Erkl&auml;rung gibt es f&uuml;r die erschreckende Zunahme der &Uuml;bersterblichkeit?<\/p><p>Grunds&auml;tzlich w&uuml;rde man erwarten, dass sich &Uuml;bersterblichkeitswerte parallel zum Infektionsgeschehen ver&auml;ndern. Wenn viele Infektionstote zu verzeichnen sind, sollte die &Uuml;bersterblichkeit ansteigen, anderenfalls sollte sie eher zur&uuml;ckgehen oder konstant bleiben. Zwischen der Zahl der Infektionstoten und der H&ouml;he der &Uuml;bersterblichkeit besteht allerdings keine einfache Eins-zu-eins-Beziehung, selbst dann nicht, wenn es keine anderen st&ouml;renden Einfl&uuml;sse gibt. Warum das so ist, mag eine einfache &Uuml;berlegung verdeutlichen.<\/p><p>Wenn man aus w&ouml;chentlichen &Uuml;bersterblichkeitswerten einen Sch&auml;tzwert f&uuml;r die Gesamtzahl der Coronatoten eines Jahres oder einer Saison ableiten m&ouml;chte und zu diesem Zweck die einzelnen Wochenwerte aufsummiert, so wird man die Zahl der Coronatoten, die vom RKI als solche ausgewiesen werden, systematisch untersch&auml;tzen. Das liegt daran, dass es sich bei den Coronaverstorbenen vielfach um alte, schwer kranke Menschen handelt, die auch ohne die zus&auml;tzliche Infektion nicht mehr lange gelebt h&auml;tten. Dieser Sachverhalt macht sich in der Verlaufskurve der &Uuml;bersterblichkeit dadurch bemerkbar, dass auf eine Phase hoher &Uuml;bersterblichkeit eine Phase mehr oder weniger ausgepr&auml;gter Untersterblichkeit folgt.<\/p><p>Summiert man die Einzelwerte auf, so heben sich &Uuml;ber- und Untersterblichkeit teilweise gegeneinander auf, und man erh&auml;lt einen zu niedrigen Sch&auml;tzwert f&uuml;r die Gesamtzahl der Coronatoten. Die Anzahl wird dabei umso st&auml;rker untersch&auml;tzt, je h&ouml;her der Anteil alter und gesundheitlich stark vorbelasteter Menschen unter den Verstorbenen ist.<\/p><p>Im Grunde sieht man sich hier wieder mit dem Problem der Grenzziehung zwischen AN und MIT Corona verstorben konfrontiert. W&auml;hrend die Sterbezahlen des RKI alle positiv Getesteten umfassen, egal, ob sie AN oder MIT Corona gestorben sind, stellt sich die Situation bei der Summation der &Uuml;bersterblichkeitswerte anders dar. Hier werden Menschen, die (unabh&auml;ngig von Corona) aufgrund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen nur noch wenige Wochen oder Monate gelebt h&auml;tten, bei der Aufsummierung vielfach nicht mitgez&auml;hlt. Damit umfassen die aus der &Uuml;bersterblichkeit abgeleiteten Jahreswerte (im Idealfall) zwar alle AN Corona Verstorbenen, aber nur einen Teil der MIT Corona verstorbenen Personen.<\/p><p>Anmerkung: Da die Zahl der Grippetoten in der Vergangenheit stets aus der &Uuml;bersterblichkeit abgeleitet wurde, muss man davon ausgehen, dass die RKI-Sch&auml;tzwerte f&uuml;r die Zahl der Grippetoten durchweg zu niedrig liegen. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] H&auml;tte man bereits damals ein Testverfahren wie den PCR-Test zur Verf&uuml;gung gehabt, um Grippeviren zu identifizieren, und h&auml;tte dies in vergleichbarem Umfang eingesetzt wie bei Corona, so h&auml;tte man vermutlich deutlich h&ouml;here Werte f&uuml;r die Zahl der Grippetoten erhalten. (vgl. Tab. 2 in [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]).<\/p><p>Betrachtet man mit diesem Hintergrundwissen noch einmal die Abbildung 2, so stellt man fest, dass die Sterbezahlen nur in der Saison 2020\/2021 in einer Relation zueinander stehen, wie man es theoretisch erwarten w&uuml;rde. Nur in der Saison 2020\/2021 ist die Zahl der Coronatoten gr&ouml;&szlig;er als die durch Summation der Wochenwerte ermittelte &Uuml;bersterblichkeit (82.267 zu 52.717). Ob eine Differenz von 29.550 Verstorbenen von der H&ouml;her her allerdings als normal oder als au&szlig;ergew&ouml;hnlich hoch einzustufen ist, l&auml;sst sich nicht sagen. F&uuml;r eine solche Beurteilung fehlt es aufgrund der Neuartigkeit des PCR-Tests an Vergleichsstudien. Sollte die Differenz von 29.550 Verstorbenen das Geschehen korrekt widerspiegeln, deutet das darauf hin, dass ein hoher Anteil der vom RKI ausgewiesenen Coronatoten nicht AN, sondern lediglich MIT Corona gestorben ist.<\/p><p>In der nachfolgenden Saison 2021\/2022 kehrt sich das Zahlenverh&auml;ltnis dann um. Jetzt &uuml;bertrifft die &Uuml;bersterblichkeit die Zahl der Coronatoten um fast 10.000 Verstorbene. Die Differenz ist zwar nicht extrem hoch, doch ist das Faktum an sich schon beunruhigend, da es in der Zeit kein ausgepr&auml;gtes, &uuml;ber Corona hinausgehendes Infektionsgeschehen gab, das den Anstieg erkl&auml;ren k&ouml;nnte (vgl. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]).<\/p><p>Und die Entwicklung setzt sich in der Saison 2022\/2023 in dramatischer Weise fort. Gegen&uuml;ber der Vorsaison steigt die &Uuml;bersterblichkeit noch einmal um 19.117 Verstorbene auf 81.308 Todesf&auml;lle. Gleichzeitig geht die Zahl der Coronatoten um 23.798 Verstorbene auf 29.170 zur&uuml;ck. Und wie schon in der Vorsaison ist auch jetzt kein extremes Infektionsgeschehen dokumentiert, das die unterschiedliche Entwicklung der Sterbezahlen erkl&auml;ren k&ouml;nnte. Warum machen Coronatote in der Saison 2022\/2023 nur noch gut ein Drittel der &Uuml;bersterblichkeit aus, w&auml;hrend sie in der Saison 2020\/2021 die &Uuml;bersterblichkeit weit &uuml;bertreffen? Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Ansatzweise kann die Analyse der Verlaufskurven Hinweise auf m&ouml;gliche Ursachen geben (vgl. hierzu die detaillierten Verlaufsanalysen in [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]). Aber die erforderlichen medizinischen Untersuchungen kann eine solche Auswertung kann nicht ersetzen.<\/p><p><strong>Gedanken zu m&ouml;glichen Ursachen f&uuml;r die hohe &Uuml;bersterblichkeit<\/strong><\/p><p>Vielfach wird auf die hei&szlig;en Sommer als Erkl&auml;rung f&uuml;r den Anstieg der &Uuml;bersterblichkeit verwiesen. Und tats&auml;chlich gab es 2022 bundesweit eine ungew&ouml;hnlich lange Hitzeperiode mit hohen bis sehr hohen Temperaturen. Einer Auswertung des RKI zufolge sind in dieser Zeit etwa 4.500 Personen wegen der Hitze gestorben. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Geht man von der Richtigkeit des Sch&auml;tzwertes aus und reduziert die &Uuml;bersterblichkeit zus&auml;tzlich um die Zahl der Coronatoten (29.170), so verbleiben knapp 48.000 Verstorbene, bei denen weiterhin ungekl&auml;rt ist, woran oder warum sie gestorben sind. Das entspricht der Bev&ouml;lkerungszahl einer Stadt wie Cuxhaven.<\/p><p>48.000 unerwartet und &uuml;berraschend Verstorbene innerhalb eines Jahres, und kaum jemand fragt nach den Ursachen. Wie ist das m&ouml;glich? Warum hat die Kl&auml;rung der Frage keine politische Priorit&auml;t? Warum wird in den Medien nicht ausf&uuml;hrlich und kritisch dar&uuml;ber berichtet? Warum h&uuml;llen sich Politiker, Journalisten und Mediziner in Schweigen? Zum Vergleich: Als im Fr&uuml;hjahr 2020 etwa 9.000 Coronatote zu beklagen waren, gab es landauf landab &uuml;ber Wochen und Monate politisch und medial kein anderes Thema. Aus immer wieder neuen und anderen Blickwinkeln wurde die Problematik beleuchtet und analysiert. Jetzt sterben aus unerfindlichen Gr&uuml;nden 48.000 Menschen, und niemanden scheint es zu interessieren.<\/p><p>Nat&uuml;rlich gibt es Vermutungen und Spekulationen, doch von den Ursachen, die daf&uuml;r in Betracht gezogen worden sind, wurde bisher keine solide erforscht und wissenschaftlich belegt. Warum unternimmt das RKI nicht mehr, um die Hintergr&uuml;nde aufzudecken? H&auml;lt man den Sachverhalt f&uuml;r unwichtig? Oder ist den Mitarbeitern nicht aufgefallen, dass in den letzten Monaten des Jahres 2022 au&szlig;ergew&ouml;hnlich viele Menschen starben?<\/p><p>Die extreme &Uuml;bersterblichkeit wirft Fragen grunds&auml;tzlicher Art auf, und man l&auml;uft Gefahr, sich angesichts der immensen Wissensl&uuml;cken, die hier bestehen, in Spekulationen zu verlieren. Andererseits kann man ein solches Ergebnis nicht einfach so stehen lassen, ohne nicht zumindest einen Versuch der Einordnung unternommen zu haben.<\/p><p>In der Zeit, die hier betrachtet wird, hat es aus medizinischer Sicht zwei einschneidende Ereignisse gegeben. Zum einen die pandemische Ausbreitung einer neuartigen Variante des Coronavirus und zum anderen die massenhafte Impfung der Menschen mit einem neuartigen gentherapeutischen Vakzin.<\/p><p>Wie sich Coronainfektionen auf die Gesundheit der Menschen auswirken, ist in den letzten Jahren intensiv und umfassend erforscht worden. Daraus resultieren viele Erkenntnisse, die uns heute in der Lage versetzen, infizierten Menschen besser und wirksamer zu helfen als zu Beginn der Pandemie. Der Kenntnisstand kann insgesamt als durchaus zufriedenstellend eingestuft werden, auch wenn es immer noch viele offene Fragen gibt, insbesondere, was Long Covid betrifft. Eine schl&uuml;ssige Erkl&auml;rung f&uuml;r den kontinuierlichen Anstieg der &Uuml;bersterblichkeit l&auml;sst sich aus den Studienergebnissen jedoch nicht ableiten.<\/p><p>Bei den Impfstoffen stellt sich die Situation ganz anders dar. Hier besteht ein krasses Missverh&auml;ltnis zwischen gesicherten Erkenntnissen und offenen Fragen. Immer noch wird selbst von &auml;rztlicher Seite vielfach bestritten, dass mRNA-Impfungen &uuml;berhaupt gravierende Sch&auml;den f&uuml;r eine gro&szlig;e Zahl von Menschen zur Folge haben k&ouml;nnen. Dabei gen&uuml;gt ein Blick auf die Nebenwirkungsstatistiken, um sich vom Gegenteil zu &uuml;berzeugen. Die Zahl gemeldeter Nebenwirkungen nach mRNA-Impfungen liegt massiv &uuml;ber der von traditionellen Totimpfstoffen. Und die Meldungen beschr&auml;nken sich nicht auf Schmerzen im Oberarm oder leichte Kopfschmerzen, sondern reichen bis zu schweren neurologischen Erkrankungen, die ein normales Leben, wie man es bis dahin gef&uuml;hrt hat, unm&ouml;glich machen. Und auch Meldungen von Todesf&auml;llen nach der Impfung sind keine Seltenheit mehr, wie noch in der Vor-Coronazeit. Und betroffen von schwerwiegenden Impffolgen sind vielfach junge Menschen, die vor der Impfung sportlich aktiv und gesund waren.<\/p><p>Es ist an der Zeit, dass Politiker, Mediziner und Wissenschaftler diese Sachlage zur Kenntnis nehmen. Niemand kann einen m&ouml;glichen Zusammenhang zwischen der hohen &Uuml;bersterblichkeit und den Coronaimpfungen grunds&auml;tzlich ausschlie&szlig;en. Daf&uuml;r konnten die Impfstoffe in der K&uuml;rze der zur Verf&uuml;gung stehenden Zeit bei Weitem nicht umfassend genug erforscht werden. Ob ein solcher Verdacht zu Recht besteht, kann nur gekl&auml;rt werden, wenn die Frage von wissenschaftlicher Seite fundiert, seri&ouml;s und ergebnisoffen untersucht wird. Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, k&ouml;nnen Geschehenes nicht r&uuml;ckg&auml;ngig machen, aber sie k&ouml;nnen helfen, das Sterbegeschehen w&auml;hrend der Coronazeit besser zu verstehen und Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, in Zukunft zu vermeiden.<\/p><p><small>Titelbild: gnepphoto8\/shutterstock.com<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Fast-alle-Corona-Toten-waren-vorerkrankt-article22371530.html\">Obduktionen in Hamburg &ndash; Fast alle Corona-Toten waren vorerkrankt.<\/a> NTV vom 30. Februar 2021<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] G&uuml;nter Eder &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82124\">Chancen und Risiken der Coronaimpfung &ndash; Ein Blick auf die Sterbezahlen.<\/a> NachDenkSeiten vom 21. M&auml;rz 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] G&uuml;nter Eder &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76248\">Corona im Spiegel der amtlichen Sterbefallstatistik.<\/a> NachDenkSeiten vom 22. September 2021<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/1027511\/Vaccine-surveillance-report-week-42.pdf\">UK Health Security Agency &ndash; COVID-19 vaccine surveillance report, Week 42 2021<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Paul-Ehrlich-Institut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-31-12-21.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">Sicherheitsbericht: Verdachtsf&auml;lle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor Covid-19 seit Beginn der Impfkampagne<\/a>. Stand: 7. Februar 2022, Langen<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] G&uuml;nter Eder &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87565\">Gedanken eines Statistikers zur &Uuml;bersterblichkeit w&auml;hrend der Coronapandemie.<\/a> NachDenkSeiten vom 3. September 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] G&uuml;nter Eder &ndash; <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Corona-und-kein-Ende-Raetselhafte-Uebersterblichkeit-im-Jahr-2022-9066257.html\">Corona und kein Ende: R&auml;tselhafte &Uuml;bersterblichkeit im Jahr 2022<\/a>. <em>Telepolis<\/em> vom 26. Mai 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Arbeitsgemeinschaft Influenza &ndash; <a href=\"https:\/\/edoc.rki.de\/bitstream\/handle\/176904\/6253\/RKI_Influenzabericht_2018-19.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y\">Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2018\/2019<\/a>. Robert Koch-Institut (Hrsg.) 2019<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] G&uuml;nter Eder &ndash; <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Corona-Unerklaerliche-Effekte-bei-der-Uebersterblichkeit-9179193.html\">Corona: Unerkl&auml;rliche Effekt bei der &Uuml;bersterblichkeit.<\/a> <em>Telepolis<\/em> vom 7. Juni 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Robert Koch-Institut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Infekt\/EpidBull\/Archiv\/2022\/Ausgaben\/42_22.pdf?__blob=publicationFile\">Hitzebedingte Mortalit&auml;t in Deutschland 2022.<\/a> Epidemiologisches Bulletin 42\/2022<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/a4c120a9de72488fa02f4ad9860c1e0f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. M&auml;rz 2020 wurden dem Robert Koch-Institut die ersten Coronatoten gemeldet. 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Oder hat die Impfung das Sterbegeschehen in anderer Weise positiv oder<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108684\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":82132,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149],"tags":[3018,3209,2880,3035,2874,2856,405],"class_list":["post-108684","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","tag-arzneimittelnebenwirkungen","tag-uebersterblichkeit","tag-impfungen","tag-paul-ehrlich-institut","tag-pueschel-klaus","tag-robert-koch-institut","tag-statistisches-bundesamt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/shutterstock_2023733036.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=108684"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108684\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":108929,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/108684\/revisions\/108929"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/82132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=108684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=108684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=108684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}