{"id":109142,"date":"2024-01-05T16:10:38","date_gmt":"2024-01-05T15:10:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109142"},"modified":"2024-01-10T18:44:28","modified_gmt":"2024-01-10T17:44:28","slug":"israel-und-die-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109142","title":{"rendered":"Israel und die Region"},"content":{"rendered":"<p>Wie im Nahen und Mittleren Osten Israel und seinen Verb&uuml;ndeten Grenzen aufgezeigt werden. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1175\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-109142-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240110-Israel-und-die-Region-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240110-Israel-und-die-Region-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240110-Israel-und-die-Region-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240110-Israel-und-die-Region-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=109142-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240110-Israel-und-die-Region-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240110-Israel-und-die-Region-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>&bdquo;Es ist dumm, immer dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.&ldquo;<\/em><\/p><p>Dieses Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben und wird aktuell in zahlreichen englischsprachigen Texten in Verbindung mit der israelischen Kriegspolitik gegen seine arabischen Nachbarn zitiert. Andrew Cockburn, Herausgeber des monatlichen Harper Magazin (Washington), das erstmals 1850 erschien, schreibt in einem aktuellen Artikel, es sei schwierig zu verstehen, was Israel sich von der Ermordung des stellvertretenden Vorsitzenden des Hamas-Politb&uuml;ros, Saleh al-Arouri, am 2.1.2024 in Beirut erhofft habe. Das Gleiche gelte f&uuml;r die US-Administration, die &bdquo;im Herzen von Bagdad am 4. Januar den irakischen Anf&uuml;hrer einer schiitischen Miliz Mushtaq Taleb al-Saidi ermordete&ldquo;. Sollten die Attent&auml;ter erwarten, dass die Hamas geschw&auml;cht oder die Angriffe auf US-Milit&auml;rbasen im Irak oder in Syrien verringert w&uuml;rden, seien sie &bdquo;eindeutig als Verr&uuml;ckte einzustufen&ldquo;, so Cockburn.<\/p><p>Israel sei &bdquo;s&uuml;chtig nach Mord&ldquo;, schreibt Cockburn und verweist auf das Buch &bdquo;Rise and Kill First&ldquo; von Ronen Bergman, in deutscher &Uuml;bersetzung bei Penguin erschienen unter dem Titel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.thalia.de\/shop\/home\/artikeldetails\/A1052755470\">Der Schattenkrieg. Israel und die geheimen T&ouml;tungskommandos des Mossad<\/a>&ldquo;. <\/p><p>Bergman berichtet in dem 2018 erschienenen Buch &uuml;ber mehr als 2.700 Personen, die seit der Gr&uuml;ndung des Staates Israel (1948) erschossen, vergiftet, in die Luft gesprengt oder auf eine andere Weise get&ouml;tet wurden. F&uuml;nf Jahre sp&auml;ter d&uuml;rfte diese Liste deutlich l&auml;nger geworden sein. Diese &bdquo;Mordlust&ldquo; scheine zwanghaft zu sein, so Cockburn. Alternativen wie Diplomatie oder Kompromisse w&uuml;rden von Israel <a href=\"https:\/\/spoilsofwar.substack.com\/p\/defining-insanity-again?utm_source=profile&amp;utm_medium=reader2\">ausgeschlossen<\/a>.<\/p><p>Die Angriffe auf die arabischen Nachbarn haben schon vor der Staatsgr&uuml;ndung Israels begonnen. Damals waren es zionistische Banden, die sogar die britische Mandatsmacht nicht verschonten. Bei dem Angriff das King-David-Hotel in Jerusalem 1946, das Hauptquartier der Briten, wurden 91 Menschen get&ouml;tet. Verantwortlich war die zionistische Irgun, die damals von Menachem Begin kommandiert wurde, einem sp&auml;teren israelischen Ministerpr&auml;sidenten. Unmittelbar nach Staatsgr&uuml;ndung schickten die Vereinten Nationen einen Sonderbeauftragten in das Gebiet, um im Krieg zwischen Israel und arabischen Staaten einen Waffenstillstand auszuhandeln. Der norwegische Diplomat Folke Bernadotte wurde von der zionistischen Lehi-Stern-Gruppe ermordet, der damals auch Yitzhak Shamir angeh&ouml;rte, ein sp&auml;terer israelischer Ministerpr&auml;sident. <\/p><p><strong>Gezielte Morde<\/strong><\/p><p>Der israelische Krieg gegen Gaza hat nach drei Monaten Tod, Vertreibung und Zerst&ouml;rung &uuml;ber die Pal&auml;stinenser im Gaza-Streifen und in dem von Israel besetzten Westjordanland gebracht. Ziel Israels ist die &bdquo;Vernichtung der Hamas&ldquo;, das Ausma&szlig; ist verheerend.  Zehntausende Zivilisten wurden bei massiven Bombenangriffen get&ouml;tet, tausende Tote sind unter den Tr&uuml;mmern versch&uuml;ttet und k&ouml;nnen nicht geborgen werden. Offen wird &uuml;ber die Vertreibung der Pal&auml;stinenser aus dem Gaza-Streifen in die W&uuml;ste Sinai in &Auml;gypten nachgedacht. Die Pal&auml;stinenser aus dem Westjordanland wollen die mit Siedlern verb&uuml;ndeten rechtsradikalen Minister der Regierung Netanyahu nach Jordanien vertreiben. Anstelle der Al Aqsa-Moschee soll in Ostjerusalem ein neuer j&uuml;discher Tempel errichtet werden. <\/p><p>&bdquo;Wir t&ouml;ten sie alle&ldquo;, sagt eine Frau, die einen jungen israelischen Reservisten bei der Abreise begleitet, im Oktober 2023 im Fernsehsender euronews. &bdquo;Vom Jordan-Fluss bis zum Mittelmeer, das alles geh&ouml;rt uns. Es wurde uns versprochen. Es gibt keine pal&auml;stinensische Nation, niemand will sie haben.&ldquo; Wenn die Geiseln befreit seien, &bdquo;werden wir das Shifa-Krankenhaus bombardieren, alle Krankenh&auml;user, alle Tunnel und wir werden alle t&ouml;ten. Es ist h&ouml;chste Zeit. Die Welt wei&szlig; das, es gibt keine Diskussion dar&uuml;ber. Wir sind heute der Mittelpunkt der Erde.&ldquo;<\/p><p>Doch dieser zionistische &bdquo;Mittelpunkt der Erde&ldquo; hat nach drei Monaten Krieg au&szlig;er Zerst&ouml;rung und Tod nichts erreicht. Die Freiheit der verbliebenen Geiseln, die noch im Gaza-Streifen festgehalten werden, r&uuml;ckt mit jedem weiteren Tag des Krieges in weite Ferne. Drei der Geiseln, die ihren Aufpassern entfliehen konnten und sich mit blo&szlig;em Oberk&ouml;rper, einer wei&szlig;en Fahne und Hilferufen in Hebr&auml;isch israelischen Soldaten zeigten, wurden von denen, die sie eigentlich retten sollten, erschossen. Israelische Medien schreiben ungesch&ouml;nt &uuml;ber die Folgen, die der Gaza-Krieg f&uuml;r die israelischen Soldaten hat. Die Golani-Brigade, eine Sondereinsatztruppe, musste sich nach dem Verlust von 11 ihrer Soldaten in einem Hamas-Hinterhalt zur&uuml;ckziehen. Die Zahl der in Gaza get&ouml;teten israelischen Soldaten stieg zuletzt <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/soldier-killed-in-gaza-takes-ground-op-toll-to-175-troops-find-tunnel-in-gaza-school\/\">auf 175 (05.01.2024)<\/a>.<\/p><p>Mehr als 5.000 Soldaten wurden nach Angaben des israelischen Nachrichtenportals Ynet News verletzt, von denen 2.000 offiziell vom israelischen Verteidigungsministerium als kriegsversehrt eingestuft werden. Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, 18 Prozent der IDF-Soldaten, die im Gaza-Streifen k&auml;mpften, h&auml;tten psychische Probleme und litten unter posttraumatischen Belastungsst&ouml;rungen (PSTD).<\/p><p>Zus&auml;tzlich zum Gaza-Krieg wird die israelische Armee auch von den Hamas-Verb&uuml;ndeten im Libanon, im Jemen, im Irak und in Syrien erheblich unter Druck gesetzt. Die &bdquo;Achse des Widerstandes&ldquo;, eine milit&auml;rische Formation, die von dem iranischen General Qassim Soleimani seit Beginn des v&ouml;lkerrechtswidrigen US-Krieges gegen den Irak 2003 aufgebaut wurde, soll den US-amerikanischen Vormarsch in der Region des Nahen und Mittleren Ostens zur&uuml;ckdr&auml;ngen. Das betrifft auch und vor allem Israel, den engsten Verb&uuml;ndeten der USA in der Region. <\/p><p>Auf Dr&auml;ngen der USA scheint die israelische Armee einen Kurswechsel zu vollziehen. Ohne die Bombardierungen des Gazastreifens aus der Luft, durch die Artillerie und vom Meer einzuschr&auml;nken, werden Truppen zur&uuml;ckgezogen. Washington will, dass Israel den Kampf gegen die Hamas fortsetzt, gleichzeitig aber die Zivilbev&ouml;lkerung mehr sch&uuml;tzt und die Lieferung humanit&auml;rer Hilfe in die Tr&uuml;mmerw&uuml;ste erm&ouml;glicht. US-Verteidigungsminister Lloyd J. Austin <a href=\"https:\/\/www.defense.gov\/News\/Speeches\/Speech\/Article\/3604755\/a-time-for-american-leadership-remarks-by-secretary-of-defense-lloyd-j-austin-i\/\">sagte Anfang Dezember<\/a> im Reagan National Defense Forum, Israel m&uuml;sse verstehen, dass es &bdquo;den H&auml;userkampf (original urban warfare) nur gewinnen kann, wenn es die Zivilisten sch&uuml;tzt&ldquo;. Das &bdquo;Gravitationszentrum&ldquo; in diesem Kampf sei die Zivilbev&ouml;lkerung, so Austin. &bdquo;Wenn man sie in die Arme des Feindes treibt, wird aus einem taktischen Sieg eine strategische Niederlage.&ldquo; <\/p><p>Israel solle mehr zu den Mitteln des Krieges niedriger Intensit&auml;t greifen, lautet der Vorschlag aus Washington. Man k&ouml;nnte meinen, Israel solle die Intensit&auml;t des Krieges zur&uuml;ckfahren, tats&auml;chlich aber kommen neben Bombardierungen in einem Krieg niedriger Intensit&auml;t viele verschiedene Kriegsmethoden zum Einsatz. Daf&uuml;r gibt es beim US-Milit&auml;r seit den 1990er Jahren eine Anleitung in Form eines &bdquo;Field Manual&ldquo;, das nach den Kriegen niedriger Intensit&auml;t in Lateinamerika (Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Argentinien) und sp&auml;ter in Afghanistan, Irak bis heute aktualisiert wird. <\/p><p>Kurz vor Weihnachten <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/blinken-says-us-wants-israel-shift-targeted-operations-gaza-focusing-hamas-2023-12-20\/\">appellierte<\/a> US-Au&szlig;enminister Antony Blinken an Israel, mehr gezielte Angriffe gegen die F&uuml;hrung der Hamas und ihre Infrastruktur einzusetzen. Damit w&uuml;rde das &bdquo;Leid f&uuml;r die Zivilisten&ldquo; deutlich zur&uuml;ckgehen. <\/p><p>Der gezielte Drohnenangriff in Beirut am 2. Januar des neuen Jahres gegen den stellvertretenden Vorsitzenden des Hamas-Politb&uuml;ros, Saleh Al-Arouri, tr&auml;gt genau diese Handschrift. Israel hat schon fr&uuml;her im besetzten Westjordanland und im Gaza-Streifen hochrangige politische F&uuml;hrer der Pal&auml;stinenser auf diese Weise get&ouml;tet. Die Methode wird auch von der T&uuml;rkei gegen kurdische F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten im Nordosten Syriens angewandt. Unter den Augen der US-gef&uuml;hrten &bdquo;Anti-IS-Allianz&ldquo; &ndash; und der russischen Armee &ndash; f&uuml;hrt Israel v&ouml;lkerrechtswidrig seit Jahren in Syrien solche Mordanschl&auml;ge aus. In Aleppo, Latakia, Damaskus, auf dem Golan oder an der syrisch-irakischen Grenze bombardiert die israelische Luftwaffe &ndash; mit Kampfjets und Drohnen &ndash; ungestraft. Neben &bdquo;traditionellen&ldquo; Angriffen werden tats&auml;chliche oder vermeintliche F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten gezielt hingerichtet, auch in Nachbarl&auml;ndern. Das geschieht ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren, ohne Verteidigung. Das &bdquo;Recht des St&auml;rkeren&ldquo; wird exekutiert, eine &bdquo;Zielperson&ldquo; wird &bdquo;liquidiert&ldquo;.<\/p><p><strong>Finden, Festhalten, Fertigmachen<\/strong><\/p><p>Die USA haben viel Erfahrungen mit gezielten Morden. Der Einsatz von Drohnen hat das blutige Gesch&auml;ft auf eine neue Stufe gehoben. Vorreiter sind die USA, wie der Journalist Jeremy Scahill in seinem Buch &bdquo;Assassination Complex&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.simonandschuster.com\/books\/The-Assassination-Complex\/Jeremy-Scahill\/9781501144141\">beschreibt<\/a>. Darin geht es um den geheimen US-Drohnenkrieg an verschiedenen US-Kriegsschaupl&auml;tzen wie Afghanistan, Somalia, Irak und Jemen, der besonders unter US-Pr&auml;sident Barack Obama ausgeweitet wurde.<\/p><p>Scahill und das Internet-Portal <em>The Intercept<\/em> ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/drone-papers\/\">geheime &bdquo;Drohnen-Papiere&ldquo;<\/a>, die ihnen von einem &bdquo;Whistleblower&ldquo; zugespielt worden waren. Darin geht es um den verdeckten Krieg, um die &bdquo;T&ouml;tungskette&ldquo; (The Kill Chain) und die geheimen Kriterien f&uuml;r die Auswahl von &bdquo;Zielpersonen&ldquo; und Waffen sowie um die Zustimmung des Wei&szlig;en Hauses. Man erf&auml;hrt, wie Personen auf eine Todesliste kommen, wie sie nach dem Motto &bdquo;Finden, Festhalten, Fertigmachen&ldquo; (Find, Fix, Finish) get&ouml;tet werden.<\/p><p>Der Anschlag am 2. Januar 2024 in Beirut war einer von vielen in einer langen Reihe gezielter Morde. Angesichts der engen Kooperation zwischen Israel und den USA im Krieg gegen Gaza und gegen die Hamas ist eine Kooperation und\/oder das Wissen dar&uuml;ber in Washington nicht auszuschlie&szlig;en. Israel bekennt sich nicht dazu, schlie&szlig;t es aber auch nicht aus. Der Sicherheitsberater der israelischen Regierung Mark Regev <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-middle-east-67866346\">erkl&auml;rte vor Journalisten<\/a>, &bdquo;wer immer das war, es ist klar, dass es kein Angriff auf den Staat Libanon&ldquo; war. Es sei auch kein Angriff gegen die Hisbollah gewesen, so Regev. Es handele sich um &bdquo;einen chirurgischen Angriff auf die F&uuml;hrung der Hamas.&ldquo;<\/p><p><strong>&bdquo;Es ist dumm, immer Dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Immer neue Mordkommandos, die Israel ohne oder wahrscheinlich mit US-Unterst&uuml;tzung gegen seine arabischen Nachbarn durchf&uuml;hrt, l&ouml;sen kein Problem. Das zeigt die lange Geschichte dieser &bdquo;Operationen&ldquo; beispielhaft im Libanon, Pal&auml;stina, Irak, Iran und Syrien. Morde an F&uuml;hrungspersonen der Hisbollah, der Hamas, der iranischen Revolutionsgarden oder an irakischen Milizen haben immer dazu gef&uuml;hrt, dass diese Organisationen gr&ouml;&szlig;er und st&auml;rker wurden, sich besser ausbildeten, politisch an Zulauf gewannen. <\/p><p>Der Grund ist, dass es um das Land geht, von dem Israel seine Nachbarn vertreiben will. Es geht um Wasser und Bodensch&auml;tze, um Selbstbestimmung und um Entwicklung der Bev&ouml;lkerung. Es geht um Handel und Politik und darum, dass gerade die Bewegungen, die Israel und die USA mit ihren Partnern so vehement bek&auml;mpfen, ihr Recht verteidigen, in ihrem Land selbstbestimmt zu bestehen. Sie sind keine Terroristen, sondern konfrontieren die USA und ihre Partner mit den Mitteln, die sie haben, damit, dass sie ein Recht auf ihr Land und auf Souver&auml;nit&auml;t haben. Milit&auml;rische Besatzung und jede ungebetene Einmischung in die inneren Angelegenheiten verletzt das internationale Recht. Das gilt nach der UN-Charta f&uuml;r alle Staaten, egal wie gro&szlig;, egal wie reich, egal wie stark sie milit&auml;risch sind.<\/p><p>Ein Beispiel ist Jemen, das Armenhaus der arabischen Welt, in dem die USA einen m&ouml;rderischen Drohnenkrieg f&uuml;hrten und dann die von Saudi-Arabien gef&uuml;hrte Kriegsallianz gegen die Ansarallah, die Houthi-Bewegung, unterst&uuml;tzten. Heute gibt es Friedensgespr&auml;che und Saudi-Arabien ist neben den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Iran Mitglied im B&uuml;ndnis der BRICS-Staaten geworden. Im M&auml;rz 2023 einigten sich Iran und Saudi-Arabien unter Vermittlung Chinas, ihre Feindseligkeiten einzustellen und ihre Beziehungen wiederaufzunehmen. Und die lange von Saudi-Arabien bek&auml;mpfte Houthi-Bewegung fordert heute die USA, Israel und deren westliche Unterst&uuml;tzer im Roten Meer heraus. Ihre Forderungen sind konkret: Waffenstillstand in Gaza, Ende der israelischen Besatzung, Freilassung der Gefangenen. Gefragt ist Diplomatie, keine Aufr&uuml;stung.<\/p><p>In einer Rede am 3. Januar in Beirut wies der Generalsekret&auml;r der Hisbollah, Hassan Nasrallah, auf die Ver&auml;nderungen in der Region hin. Israel und die USA h&auml;tten mit dem Krieg gegen Gaza vor der Weltgemeinschaft ihre Glaubw&uuml;rdigkeit verloren, sagte er. In der UN-Vollversammlung h&auml;tten 153 Staaten einen sofortigen Waffenstillstand im Gaza-Krieg gefordert. Die gerechte Sache der Pal&auml;stinenser sei wieder auf der Tagesordnung und erhielte weltweit gro&szlig;e Unterst&uuml;tzung. Israel habe sich politisch und moralisch entlarvt, jeder sehe, wie Israel das internationale Recht breche. Das gleiche gelte f&uuml;r die USA. Deren mediale &Uuml;berlegenheit sei gebrochen. Nach drei Monaten habe Israel keinen Sieg erreicht und die psychologischen Auswirkungen des Krieges in Israel h&auml;tten die israelische Gesellschaft gespalten.<\/p><p>Der israelische Drohnenangriff auf Saleh Al-Arour und seine Mitstreiter sei ein Angriff sowohl auf die Hamas als auch auf den Libanon gewesen. Es sei auch der erste Angriff im Herzen von S&uuml;dbeirut seit dem Krieg 2006 gewesen. Das sei sehr gef&auml;hrlich und der Mord werde mit Sicherheit beantwortet werden. Nasrallah wandte sich direkt an Israel und erkl&auml;rte, die milit&auml;rischen Operationen gegen Israel entlang der Waffenstillstandslinie dienten der Unterst&uuml;tzung der Pal&auml;stinenser und richteten sich gegen den &bdquo;zionistischen Krieg gegen Gaza&ldquo;. Es seien abgewogene Angriffe, die den nationalen Interessen des Libanon entspr&auml;chen. Die Hisbollah sei einem &bdquo;&Uuml;berraschungsangriff&ldquo; der israelischen Armee zuvorgekommen. Sollte Israel aber einen &bdquo;totalen Krieg gegen den Libanon beginnen, werde es f&uuml;r den Widerstand (Hisbollah) keine Grenzen geben.&ldquo;<\/p><p>Israelische und deutsche Medien interpretierten diese Aussage als Kriegsdrohung gegen Israel. Tats&auml;chlich k&uuml;ndigte Nasrallah an, man werde sich verteidigen, sollte Israel versuchen, den Libanon erneut zu besetzen. <\/p><p><small>Titelbild: hyotographics \/ shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie im Nahen und Mittleren Osten Israel und seinen Verb&uuml;ndeten Grenzen aufgezeigt werden. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":109143,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171],"tags":[1276,813,302,822,2829,2175,1557,2394,1583,2520,1878,303,1556,2376,2360],"class_list":["post-109142","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","tag-attentat","tag-drohnen","tag-gaza","tag-hamas","tag-hisbollah","tag-interventionspolitik","tag-israel","tag-kriegstrauma","tag-libanon","tag-mord","tag-naher-osten","tag-palaestina","tag-usa","tag-waffenstillstandsabkommen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/shutterstock_2263532841.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=109142"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":109341,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109142\/revisions\/109341"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/109143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=109142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=109142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=109142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}