{"id":109151,"date":"2024-01-05T16:45:05","date_gmt":"2024-01-05T15:45:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151"},"modified":"2024-01-05T16:17:25","modified_gmt":"2024-01-05T15:17:25","slug":"hinweise-des-tages-ii-614","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h01\">Nasse F&uuml;&szlig;e: BRD und Hochwasserschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h02\">Etateinigung: Landwirte gewinnen, Umwelt verliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h03\">Sanktionen im SGB II: Es d&uuml;rfen doch nur maximal 30 Prozent gek&uuml;rzt werden, hat das Bundesverfassungsgericht gesagt. Hat es nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h04\">Zu Kriegstreibern gestern und heute und der Wahl, die wir haben: In Erinnerung an John Pilger, dessen Stimme auf immer verstummte.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h05\">Frieden braucht Wahrheit: Auch der Westen betreibt inzwischen gezielte Desinformation.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h06\">Zukunft des Gazastreifens: Tr&auml;ume von rechts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h07\">&bdquo;Diese M&auml;nner zittern am ganzen K&ouml;rper, k&ouml;nnen &uuml;berhaupt nicht mehr schie&szlig;en&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h08\">Auswege f&uuml;r die Ukraine: Der Preis der Integrit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h09\">Die Beziehungen zwischen Indien und Russland erhalten eine neue Dimension<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h10\">Wie Japan Teil des Westens wurde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h11\">Adornos Paragraph<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h12\">Bew&auml;hrungsstrafe f&uuml;r Aktivistin der &ldquo;Letzten Generation&rdquo;: Ein Dialog, der keiner ist &ndash; und eine letzte Warnung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109151#h13\">Die Bilanz eigener Gro&szlig;artigkeit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich f&uuml;r die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Nasse F&uuml;&szlig;e: BRD und Hochwasserschutz<\/strong><br>\nBis zu 100.000 Menschen im Kampf gegen das Hochwasser z&auml;hlte Ministerpr&auml;sident Stephan Weil (SPD) allein in Niedersachsen. Die Hilfsbereitschaft ist enorm, aber kein Anlass, die &raquo;Zusammenhalt&laquo;- und &raquo;Solidarit&auml;t&laquo;-Phrasenmaschine der politischen Katastrophentouristen laufen zu lassen. Was bleibt den Leuten anderes &uuml;brig, als sich selbst zu helfen? Kein Wunder, wenn mit dem Wasser die Wut steigt. Also rieten dem Kanzler nicht wenige Anwohner in Verden, wo Scholz zu Silvester ohne Gummistiefel einflog, zu arbeiten, statt herumzud&uuml;sen. Am Donnerstag hatte er beim Einschweben in Sachsen-Anhalt zwar Watbotten im Gep&auml;ck, b&ouml;se Zurufe gab&rsquo;s dennoch.<br>\nDer Unmut betrifft ihn als Repr&auml;sentanten einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der staatliche Vorsorge &ndash; ausgenommen die f&uuml;r den n&auml;chsten Krieg &ndash; als sozialistische Diktatur gilt. Vom Gesundheits- und Bildungswesen bis zu Bahn und Deichbau. Beispiel: Am Donnerstag meldete die Berliner Zeitung: &raquo;Fast jeden Tag fehlten im Dezember bei der Berliner Feuerwehr Rettungswagen.&laquo; Das bedeutet Ausnahmezustand. Ursache: das Prinzip Nachsorge. Zu dessen Heiligen machte sich am Mittwoch Weil, als er Versicherungspflicht f&uuml;r Elementarsch&auml;den ins Gespr&auml;ch brachte &ndash; fast schon W&auml;rmepumpenmurks. Das Signal: Was gehen einen L&auml;nderchef jahrzehntelang vernachl&auml;ssigte Binnendeiche an?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/466517.nasse-f%C3%BC%C3%9Fe.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Etateinigung: Landwirte gewinnen, Umwelt verliert<\/strong><br>\nNach Bauernprotesten nimmt die Regierung einen Gro&szlig;teil der geplanten Subventionsk&uuml;rzungen in der Landwirtschaft zur&uuml;ck. Auch die Plastikabgabe kommt sp&auml;ter. Gespart wird stattdessen bei nachhaltiger Fischerei und Meeresschutz.<br>\nDie massiven Bauernproteste haben ihr Ziel erreicht: Die im Agrarsektor geplante Subventionsstreichung wird zum Gro&szlig;teil zur&uuml;ckgenommen. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Nachmittag mitteilte, bleibt die Befreiung landwirtschaftlicher Fahrzeuge von der Kfz-Steuer dauerhaft bestehen; ihre Streichung sollte eigentlich 480 Millionen Euro Mehreinnahmen bringen. Die ebenfalls geplante Abschaffung der Steuererm&auml;&szlig;igung beim Agrardiesel, die 440 Millionen Euro einbringen sollte, kommt nun stufenweise: Die Zahlungen im Jahr 2024 erfolgen noch in voller H&ouml;he, 2025 sinkt die Subvention um 40 Prozent, in den beiden Folgejahren um 30 Prozent. &bdquo;Die &uuml;berproportionale Belastung der Land- und Forstwirtschaft im Rahmen der notwendigen Haushaltskonsolidierung ist damit vom Tisch&ldquo;, kommentierte Agrarminister Cem &Ouml;zdemir die Einigung.<br>\nEine weitere &Uuml;berraschung: Die angek&uuml;ndigte Plastiksteuer kommt erst 2025. Gem&auml;&szlig; der vor Weihnachten erzielten Einigung sollte sie eigentlich schon im Jahr 2024 Einnahmen von rund 1,4 Milliarden Euro generieren. Nun wird sie erst ein Jahr sp&auml;ter umgesetzt. Dies sei &bdquo;erforderlich, um mehr Zeit zur Erarbeitung einer effizienten und m&ouml;glichst b&uuml;rokratiearmen L&ouml;sung zu gewinnen&ldquo;, hei&szlig;t es in der BPA-Erkl&auml;rung. Die Frage, warum noch vor zwei Wochen f&uuml;r das Jahr 2024 Einnahmen eingeplant wurden, blieb offen. Insgesamt entsteht durch die aktuellen Beschl&uuml;sse im Haushalt 2024 eine neue L&uuml;cke von rund 2,5 Milliarden Euro.<br>\nEingespart werden sollen diese unter anderem beim Meeresschutz.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/table.media\/berlin\/news\/etateinigung-landwirte-gewinnen-umwelt-verliert\/\">Table.Media<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Sanktionen im SGB II: Es d&uuml;rfen doch nur maximal 30 Prozent gek&uuml;rzt werden, hat das Bundesverfassungsgericht gesagt. Hat es nicht<\/strong><br>\nIm Kontext der vom Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angek&uuml;ndigten (Wieder)Einf&uuml;hrung von 100 Prozent-Sanktionen (unter Ausklammerung der Kosten f&uuml;r die Unterkunft, die davon unber&uuml;hrt bleiben sollen) im nunmehr zum B&uuml;rgergeld umbenannten Hartz IV-System wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, dass doch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eine Sanktionierung von maximal 30 Prozent f&uuml;r zul&auml;ssig erkl&auml;rt habe. Dem ist aber nicht so &ndash; der vollst&auml;ndige Entzug von Leistungen wurde auch vom h&ouml;chsten deutschen Gericht als M&ouml;glichkeit in den politisch gestaltbar Raum gestellt. [&hellip;]<br>\nFazit: Eine Exegese des Urteils des BVerfG vom 5. November 2019 er&ouml;ffnet tats&auml;chlich die grunds&auml;tzliche Option einer auch &uuml;ber die immer wieder zitierte &bdquo;Grenze&ldquo; von 30 Prozent-K&uuml;rzungen hinausreichende Sanktionierung. Und genau auf diesen Aspekt der Argumentation der Verfassungsrichter wird die nunmehr geplante gesetzgeberische Ma&szlig;nahme abstellen m&uuml;ssen. [&hellip;]<br>\n&raquo;Diese Arbeitsm&ouml;glichkeit muss auch nach der Ablehnung weiterhin offenstehen, so dass der Leistungsberechtigte sich t&auml;glich entscheiden kann, sie anzunehmen. Nur dann und solange kann man von einer sofort realisierbaren Selbsthilfem&ouml;glichkeit sprechen und ist eine Gleichbehandlung wie im Fall vorhandenen Einkommens oder Verm&ouml;gens gerechtfertigt. Sobald die Arbeitsm&ouml;glichkeit nicht mehr offensteht, ist wiederum auf die Sanktionsregeln zu verweisen, mit allen verfassungsrechtlichen Beschr&auml;nkungen.&laquo;<br>\nDas liest sich nicht nur kompliziert, das w&auml;re auch hinsichtlich einer Umsetzung sehr kompliziert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2023\/12\/31\/sanktionen-im-sgb2-und-die-100-prozent-frage\/%20\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Sanktionen &ldquo;mit Augenma&szlig;&rdquo;. Das bef&uuml;rwortet eine Mehrheit in der Bev&ouml;lkerung, so eine Studie<\/strong><br>\n&raquo;Sanktionen in der Grundsicherung, also die vor&uuml;bergehende Absenkung der finanziellen Leistungen f&uuml;r Grundsicherungsbeziehende, sind ein kontrovers diskutiertes Instrument. Die Befunde einer IAB-Befragung zeigen, dass auf der einen Seite Sanktionen eine relativ breite gesellschaftliche Akzeptanz genie&szlig;en. Auf der anderen Seite sollte das Existenzminimum nach fast einhelliger Auffassung der Befragten unangetastet bleiben&laquo;, so Matthias Collischon et al. in ihrem Beitrag &ldquo;Eine Mehrheit in der Bev&ouml;lkerung bef&uuml;rwortet Sanktionen mit Augenma&szlig;&rdquo;. [&hellip;]<br>\nDie Autoren weisen darauf hin, dass Sanktionen aufgrund von Pflichtverletzungen f&uuml;r viele Leistungsberechtigte in der Vergangenheit kaum eine Rolle gespielt haben. Sie zitieren aus einer Studie von Knize (2022), nach der die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r 18- bis 54-j&auml;hrige Leistungsberechtigte, innerhalb eines Quartals mindestens eine Sanktion wegen Pflichtverletzungen erhalten zu haben, zwischen 2013 und 2016 f&uuml;r Frauen unter 0,7 Prozent, f&uuml;r M&auml;nner bei weniger als 2 Prozent gelegen hat.<br>\n&raquo;Aus Sicht der meisten Befragten sind Sanktionen weiterhin ein notwendiges Instrument. Sie d&uuml;rfen aber nach fast einhelliger &Uuml;berzeugung aller Befragten nicht das Existenzminimum gef&auml;hrden. Die moderateren Leistungsminderungen von 10 bis zu 30 Prozent des ma&szlig;gebenden Regelbedarfs und die tendenziell k&uuml;rzere Dauer der Leistungsminderungen, wie sie durch die B&uuml;rgergeldreform eingef&uuml;hrt wurden, sind damit sicher eher vereinbar als die weit h&ouml;heren Leistungsminderungen (insbesondere die Sanktionen bei wiederholten Pflichtverletzungen innerhalb eines Jahres) mit einer Regeldauer von drei Monaten, wie sie vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom November 2019 in Kraft waren. Dieses Ergebnis deckt sich tendenziell mit den Befunden mehrerer sogenannter Vignettenstudien. Demnach werden &bdquo;moderate&ldquo; Sanktionen (nicht mehr als 30 Prozent des Regelsatzes) mehrheitlich als ein prinzipiell gerechtes Instrument angesehen.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2024\/01\/01\/sanktionen-mit-augenmass\/\">Aktuell Sozialpolitik<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Zahlen bitte! Sanktionen im Hartz IV- bzw. im B&uuml;rgergeld-System. Und potemkinsche Einsparungen mit den geplanten Versch&auml;rfungen der Sanktionen im SGB II<\/strong><br>\nDeutschland, am Jahresende 2023: Im Dezember 2023 lebten in 2.897.000 Bedarfsgemeinschaften 5.473.000 Personen, die einen Anspruch auf Regelleistungen nach dem SGB II hatten. Hinter dieser einen gro&szlig;en Zahl von fast 5,5 Millionen Menschen, die auf Leistungen aus dem Grundsicherungssystem (SGB II) angewiesen sind, verbergen sich nicht nur 5,5 Millionen Einzelschicksale, sondern auch extrem unterschiedliche Fallkonstellationen, die zu einer Hilfebed&uuml;rftigkeit gef&uuml;hrt haben. In der &ouml;ffentlichen und diese formatierenden medialen Diskussion muss man als unbedarfter Beobachter aber den Eindruck bekommen, als sind alle Hartz IV- bzw. neudeutsch &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo;-Empf&auml;nger Arbeitslose, genauer: Erwerbsarbeitslose und das Hauptproblem des &bdquo;neuen&ldquo; B&uuml;rgergeldes besteht darin, dass es keine &bdquo;Anreize&ldquo; geben w&uuml;rde, irgendeine Erwerbsarbeit aufzunehmen oder dass sogar Jobs hingeschmissen werden, weil man mit dem B&uuml;rgergeld angeblich besser, vor allem angenehmer leben k&ouml;nne. In diesem h&ouml;chst selektiven Kontext, der viele Millionen Hilfebed&uuml;rftige und deren Lebenslagen komplett ignoriert, passt dann die Forderung nach einer (Wieder-)Versch&auml;rfung der Sanktionen, also der Leistungsminderungen in der Grundsicherung. Besonders popul&auml;r, weil auf den ersten Blick f&uuml;r viele nachvollziehbar ist die Forderung, dass die Ablehnung einer angebotenen Erwerbsarbeit und die damit einhergehende Verl&auml;ngerung des steuerfinanzierten Leistungsbezugs zu einer &bdquo;knallharten&ldquo; Sanktionierung f&uuml;hren m&uuml;sse, damit man sich nicht von Faulenzern und den Sozialstaat missbrauchenden Menschen an der Nase durch den Ring ziehen lassen muss und damit die Solidargemeinschaft gesch&uuml;tzt wird vor einer &Uuml;ber-Inanspruchnahme aus &bdquo;niederen&ldquo; Beweggr&uuml;nden. [&hellip;]<br>\nOffensichtlich geht es hier um einen der Klimmz&uuml;ge, mit denen die amtierende Bundesregierung versucht, im Nachgang zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. November 2023 zur Verfassungswidrigkeit des Nachtragshaushalts 2021 und der dort genutzten Umgehung der Schuldenbremse fehlendes Geld f&uuml;r den Bundeshaushalt 2024 zusammenzukratzen.<br>\nHier wird eine wahrhaft potemkinsche Zahlenhuberei vorgelegt, was schon mehr ist als Dreistigkeit oder der Versuch einer Umsetzung der bekannten Strategie: Frechheit siegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2024\/01\/03\/zahlen-zu-den-sanktionen-und-einsparungen\/%20\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Lutz Hausstein:<\/strong> Drei eminent wichtige Beitr&auml;ge aus dem aktuellen Fundus von Prof. Stefan Sell, die gewohnt tief in die fachliche Materie eindringen, auf Stolperfallen aufmerksam machen und eine gro&szlig;e Anzahl von Zahlen, Statistiken und Grafiken bieten. Es ist gar nicht m&ouml;glich, all das in aller K&uuml;rze zu kommentieren. Hingewiesen sei daher nur auf das Hintert&uuml;rchen, dass das BVerfG in seinem 2019er Urteil dem Gesetzgeber (ganz bewusst?) gelassen hat, um von der Begrenzung der Sanktionen auf maximal 30 Prozent abzuweichen, das Prof. Sell im ersten Beitrag beschreibt. Und dann auf die absurden geplanten Einsparungen durch Sanktionen, gew&uuml;rzt mit einer Vielzahl von Statistiken und Grafiken, deren Realit&auml;tsgerechtigkeit er im dritten Beitrag auf den Grund geht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Zu Kriegstreibern gestern und heute und der Wahl, die wir haben: In Erinnerung an John Pilger, dessen Stimme auf immer verstummte.<\/strong><br>\nEnde vergangenen Jahres starb John Pilger, Journalist und Filmemacher, ein Mensch, der die Kraft hatte und die M&ouml;glichkeit, nicht nur seine Familie zu begl&uuml;cken, sondern eine &Ouml;ffentlichkeit zu finden. Hochaktuell bleibt etwa sein Film &bdquo;The coming war on China&ldquo;.<br>\nPilger war nie Mainstream.  Er war immer besser als das, politisch unbequem und k&uuml;nstlerisch brillant. Sein letzter Artikel bei Consortium News titelte: &bdquo;Wir sind Spartakus&ldquo;.\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"TnfLPrxub4\"><p><a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2023\/11\/09\/john-pilger-we-are-spartacus\/\">JOHN PILGER: We Are Spartacus<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"consortiumnews.com\" data-provider-slug=\"consortiumnews.com\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Inhalts werden Daten an consortiumnews.com &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von consortiumnews.com zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"external-2click-target wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&ldquo;JOHN PILGER: We Are Spartacus&rdquo; &mdash; Consortium News\" src=\"\" data-secret=\"TnfLPrxub4\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" data-src=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2023\/11\/09\/john-pilger-we-are-spartacus\/embed\/#?secret=IhFsGJkV1i#?secret=TnfLPrxub4\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"consortiumnews.com\">Inhalte von consortiumnews.com nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><br>\nDie Plattform, geschaffen von einem anderen Gro&szlig;en seines Fachs, Robert Parry, war ein guter Ort f&uuml;r einen letzten Paukenschlag. In der Zusammenfassung zum Artikel steht: &bdquo;Es kann keine Demokratie und (gleichzeitig) Kolonialkrieg geben; die eine strebt nach Anstand, der andere nach Faschismus. Mittlerweile sind einst willkommene Au&szlig;enseiter Ketzer im Untergrund des Journalismus inmitten einer Landschaft verlogener Konformit&auml;t.&ldquo;<br>\nPilger begann diesen Artikel mit einer Erinnerung an einen der &bdquo;Hollywood 10&ldquo;, James Dalton Trumbo, der zu den ge&auml;chteten US-Amerikanern geh&ouml;rte, denen Ende der 40er Jahre &bdquo;unamerikanische Umtriebe&ldquo; vorgeworfen wurden &ndash; aufgrund ihrer politischen Haltung. Sie waren &bdquo;rote Socken&ldquo;, Kommunisten, und standen im Verdacht, die &bdquo;F&uuml;nfte Kolonne&ldquo; Moskaus zu sein. Sie wurden ins Gef&auml;ngnis gesteckt, trotz des Grundrechts auf Meinungsfreiheit, oder konnten nur heimlich arbeiten. Trumbo schuf unter anderem das Drehbuch zum Film &bdquo;Spartakus&ldquo;. Sp&auml;ter hat Hollywood in einigen Filmen jenen politisch Verfolgten ein Denkmal gesetzt, wie zum Beispiel in &bdquo;Jene Jahre in Hollywood&ldquo;. Zwei aus verschiedenen Welten stammende Liebende treffen ihre politische Wahl. Die Sympathie der Filmsch&ouml;pfer ist eindeutig verteilt: Es ist das gerade R&uuml;ckgrat, die Wahl der Streisand, und nicht das j&auml;mmerliche Abducken, das Redford repr&auml;sentierte. Und doch erz&auml;hlte der Film auch von einer gro&szlig;en Trag&ouml;die: Wie Menschen gebrochen werden k&ouml;nnen, und dass auch Liebe nicht alles vermag.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/petraerler.substack.com\/p\/zu-kriegstreibern-gestern-und-heute\">Petra Erler<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Frieden braucht Wahrheit: Auch der Westen betreibt inzwischen gezielte Desinformation.<\/strong><br>\nEs ist Fakt: Die Ungleichverteilung von Verm&ouml;gen und Kapital wird immer extremer. G&uuml;nther Moewes macht darauf aufmerksam, dass die zunehmende Ungleichheit auch die Medienlandschaft betrifft: Immer mehr gro&szlig;e Medien sind in den H&auml;nden immer weniger Eigent&uuml;mer, was zu immer mehr Propaganda zugunsten derer Interessen f&uuml;hrt. (cm)<br>\nSchon in meinem Buch &laquo;Arbeit ruiniert die Welt&raquo; von 2020 beschrieb ich im Vorwort und auf Seite 51 eine der Ursachen der allgemeinen Desinformation: &laquo;Die immer monstr&ouml;sere Ungleichverteilung beschr&auml;nkt sich nicht nur auf Kapital und Verm&ouml;gen. Sie dehnt sich auf alle Lebensbereiche aus. Etwa auf die organisierte Nichtbeachtung des Einzelnen: In Mainstream-Medien und &lsaquo;sozialen&rsaquo; Netzwerken genie&szlig;en aufgeblasene Scheinpromis eine &Uuml;berbeachtung, deren gesellschaftlichen Sinn oder Vorbildcharakter man vergeblich sucht. Auf der anderen Seite wird den sozial Abgeh&auml;ngten so lange das letzte Selbstwertgef&uuml;hl geraubt, bis sie in ihrer sozialen Vereinsamung Amok, Terrorismus und Herostratentum anheimfallen und sich die verweigerte Beachtung gewaltsam verschaffen.&raquo; Das ist heute Alltag im Westen: in den USA, mehr und mehr auch in Europa. Zuletzt in Prag. Sogar in Schulklassen w&auml;hrend des Unterrichts. &Uuml;ber diese Gewalt wird dann in den Medien so lange &uuml;berinformiert, bis sich immer mehr Nachahmer finden. &Uuml;ber die wahren Ursachen und den Zusammenhang von Ungleichverteilung, Gewalt und Krieg wird dagegen organisierte Desinformation betrieben. Beharrlich verschwiegen wird auch, dass die Waffenlieferungen an d&iacute;e Ukraine nat&uuml;rlich alle von der Bev&ouml;lkerung bezahlt werden und so einen Gro&szlig;teil der Teuerung verursachen. Ebenso das US-Fracking-Gas, das nicht nur teurer ist als das russische Gas, sondern auch weitaus sch&auml;dlicher als Kohle. Denn es besteht zu 98 % aus dem extrem klimasch&auml;dlichen Methan, von dem laut Expertensch&auml;tzung bis zu 30 % bei Verfl&uuml;ssigung, Umf&uuml;llen, Transport und Entfl&uuml;ssigung an die Atmosph&auml;re verloren gehen. Das berichtete ausnahmsweise der Sender Phoenix.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/frieden-braucht-wahrheit-auch-der-westen-betreibt-inzwischen-gezielte-desinformation\/\">Globalbridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zukunft des Gazastreifens: Tr&auml;ume von rechts<\/strong><br>\nZwei israelische Minister wollen einen Gro&szlig;teil der Gaza-Bev&ouml;lkerung in den Kongo umsiedeln. Im Gazastreifen sollen Juden leben.<br>\nWie soll es nach dem Krieg mit dem Gazastreifen weitergehen? Eine offizielle Antwort auf diese Frage hat die israelische Regierung noch immer nicht gegeben. Doch &Uuml;berlegungen zu einer Umsiedlung oder Vertreibung der Pal&auml;stinenser*innen aus dem Gazastreifen werden immer dominanter.<br>\n&Auml;u&szlig;erungen der zwei rechtsextremen Hardliner Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich sorgten zuletzt f&uuml;r einen Aufschrei in der internationalen &Ouml;ffentlichkeit: Der Krieg biete eine &bdquo;Gelegenheit, sich auf die Migration der Bewohner des Gazastreifens zu konzentrieren&ldquo;, sagte der Minister f&uuml;r Nationale Sicherheit, Ben Gvir, am Montag. Am Tag zuvor hatte Finanzminister Smotrich im Radiosender der israelischen Armee gefordert, dass rund 90 Prozent der Bev&ouml;lkerung des Gazastreifens &bdquo;beseitigt&ldquo; werden sollten: &bdquo;Wenn es 100.000 oder 200.000 Araber in Gaza gibt und nicht 2 Millionen, sieht der ganze Diskurs &uuml;ber den Tag danach anders aus&ldquo;, sagte er.<br>\nDie j&uuml;ngste Idee Israels scheint nun: Pal&auml;stinenser*innen aus dem Gazastreifen in die Demokratische Republik Kongo zu transferieren. Der Internetzeitung Sman Israel zufolge f&uuml;hre die Regierungskoalition um Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanjahu Geheimgespr&auml;che mit dem Land zur Aufnahme von Tausenden von pal&auml;stinensischen Mi&shy;gran&shy;t*in&shy;nen aus dem Gazastreifen. Ein hochrangiger israelischer Beamter, der anonym bleiben wollte, dementierte dies laut Internetzeitung Times of Israel jedoch am Mittwoch. Die Pl&auml;ne seien eine &bdquo;unbegr&uuml;ndete Illusion&ldquo;.<br>\nDie Idee, in Israel unbeliebte Menschen nach Afrika abzuschieben, ist nicht neu. Bereits 2015 hatte Netanjahus Regierung mit Ruanda und Uganda einen geheimen Deal aufgesetzt, afrikanische Fl&uuml;chtlinge zur&uuml;ck in afrikanische L&auml;nder zu fliegen. Abertausende Gefl&uuml;chtete, die meisten aus Eritrea, wurden damals in Tel Aviv mit falschen Versprechen in Flugzeuge nach Afrika gesetzt. Umgekehrt landeten zahlreiche ruandische und ugandische Milit&auml;r- und Geheimdienstmitarbeiter in Israel, um dort an Trainings f&uuml;r &Uuml;berwachungstechnologien teilzunehmen. Diese Abschiebungen wurden 2018 nach heftiger Kritik eingestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Zukunft-des-Gazastreifens\/!5980050\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;Diese M&auml;nner zittern am ganzen K&ouml;rper, k&ouml;nnen &uuml;berhaupt nicht mehr schie&szlig;en&ldquo;<\/strong><br>\nDie Ukraine will Hunderttausende gefl&uuml;chtete M&auml;nner in den Krieg gegen Russland schicken. Rudi Friedrich setzt sich f&uuml;r Kriegsdienstverweigerer ein und berichtet von einem stark steigenden Druck auf diese Gruppe. Zunehmend fl&uuml;chteten auch Soldaten, die vom Einsatz schwer traumatisiert seien. [&hellip;]<br>\nWELT: Wer meldet sich zurzeit bei Ihnen &ndash; M&auml;nner, die bislang ganz dem Kriegsgeschehen fernblieben, oder Soldaten?<br>\nFriedrich: Es sind inzwischen immer mehr, die im Krieg waren und sagen: Ich war ewig lang im Einsatz, ich kann nicht mehr. Das sind Leute, die traumatisiert sind, die verletzt sind, die das Kriegszittern haben, wie die Soldaten es aus dem Ersten Weltkrieg beschrieben haben. Nach der permanenten, immensen Bedrohung, der sie im Graben ausgesetzt waren, zittern diese M&auml;nner am ganzen K&ouml;rper, k&ouml;nnen &uuml;berhaupt nicht mehr schie&szlig;en.<br>\nDas war im Ersten Weltkrieg ein g&auml;ngiges, sehr oft diagnostiziertes Bild. Heute ist es zur&uuml;ckgekehrt, mit manchen dieser M&auml;nner auch nach Deutschland, wenn sie hier ihre Familie besuchen d&uuml;rfen. Manche bleiben dann einfach hier.<br>\nWELT: Was passiert, wenn sich jemand innerhalb des Landes offen gegen seinen Einberufungsbefehl stellt?<br>\nFriedrich: In der Ukraine herrscht Kriegsrecht, selbst das dort fr&uuml;her geltende relative d&uuml;rre Recht auf Verweigerung aus religi&ouml;sen Gr&uuml;nden hat keine Geltung mehr. Sie k&ouml;nnen also einen Antrag auf Verweigerung stellen, der wird dann abgewiesen, und sie werden trotzdem an die Front gebracht.<br>\nUnd wenn sie darauf beharren, also auf ihrer Kriegsdienstverweigerung bestehen, dann sehen sie sich einem Strafverfahren ausgesetzt. Die bisherigen Urteile sahen teils mehrere Jahre Haft vor. Es sitzen heute schon Personen wegen Kriegsdienstverweigerung in der Ukraine im Gef&auml;ngnis. Das Land erkennt schlicht das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung nicht an, das der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte 2011 in einem Urteil anerkannt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus249365854\/Russlands-Angriffskrieg-Diese-Maenner-zittern-am-ganzen-Koerper-koennen-ueberhaupt-nicht-mehr-schiessen.html\">Welt Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Auswege f&uuml;r die Ukraine: Der Preis der Integrit&auml;t<\/strong><br>\nDie Bereitschaft zu Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ist nicht sehr hoch. Aber die territoriale Integrit&auml;t kostet.<br>\nNach den j&uuml;ngsten Luftangriffen auf ukrainische St&auml;dte wie Kyjiw, Odessa, Charkiw, Saporischschja, den bisher heftigsten seit Kriegsbeginn, und den Gegenschl&auml;gen auf die russischen Ortschaften Belgorod, Schurawlewka, Solnzewka, Nechotejewka, mit Dutzenden von Toten auf beiden Seiten stellt sich die Frage, ob wir ein Weiter-so wollen.<br>\nWer wie ich Dutzende Male gesp&uuml;rt hat, wie die W&auml;nde nach Explosionen russischer Drohnen und Raketen erzittern und einem fast das Herz stillsteht, der sch&auml;mt sich daf&uuml;r, dass er Russland mal geliebt und aus dieser Liebe heraus Russisch studiert hat.<br>\nNach solchen N&auml;chten kann man sich kaum einer klammheimlichen Freude erwehren, wenn man von Luftangriffen auf russische Ortschaften h&ouml;rt. Gut, dass die endlich auch mal am eigenen Leib sp&uuml;ren, was es hei&szlig;t, nachts vor Drohnen und Raketen zu zittern, denkt man in diesen Situationen. Ich kann UkrainerInnen gut verstehen, die sagen: Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir k&auml;mpfen so lange, bis wir die von der UNO anerkannten Grenzen wiederhaben.<br>\nMan sollte jedoch mal seine Emotionen zu Ende denken, sich auch fragen, welchen Preis, bezahlt in Menschenleben, die Durchsetzung der territorialen Gerechtigkeit hat. Ein ukrainischer Versuch, die Krim zur&uuml;ckzuerobern, wird sehr wahrscheinlich auch zur See stattfinden. Die Basis dieser R&uuml;ckeroberung werden also die H&auml;fen im Gebiet Odessa sein. Was dann mit Odessa passieren wird, sollte man sich besser nicht vorzustellen versuchen.<br>\nIn der Ukraine sieht man, dass die milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung durch den Westen abnehmen wird. Die Antwort der F&uuml;hrung ist eine verst&auml;rkte eigene R&uuml;stungsproduktion und eine verst&auml;rkte Mobilisierung von Wehrpflichtigen. Ex-Premierministerin Julija Tymoschenko fordert Pr&auml;sident Selenskyj deshalb dazu auf, einen Plan B vorzulegen. Dieser Forderung kann man sich nur anschlie&szlig;en. Es muss mehr verhandelt werden: in humanit&auml;ren Fragen und zun&auml;chst nur auf unteren Ebenen.<br>\nApropos Verhandlungen: Am 3. Januar kamen 230 ukrainische Kriegsgefangene frei. Das war die gr&ouml;&szlig;te Freilassung von Kriegsgefangenen seit Februar 2022. Verhandlungen funk&shy;tio&shy;nieren &ndash; manchmal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Auswege-fuer-die-Ukraine\/!5983654\/%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Unter einem merkw&uuml;rdigen Titel, aber unter Anerkennung der gegenw&auml;rtigen Realit&auml;ten (immer h&ouml;here Verluste an Menschenleben, weitere Zerst&ouml;rung der ukrainischen Infrastruktur, schwindende Unterst&uuml;tzung durch den Westen&hellip;) <a href=\"https:\/\/taz.de\/Der-Westen-Russland-die-Ukraine\/!5979717\/\">pl&auml;diert<\/a> hier ein taz-Autor, leicht verklausuliert, tats&auml;chlich f&uuml;r einen &ldquo;Plan B&rdquo;, n&auml;mlich Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, und untermauert die Aufforderung mit dem Hinweis, dass &ldquo;Verhandlungen [manchmal] funktionieren&rdquo;. In den kriegsbesoffenen Leserkommentaren werden ihm und der taz (nat&uuml;rlich) Naivit&auml;t, Putin-Freundlichkeit und Def&auml;tismus unterstellt, &auml;hnlich wie vor ein paar Tagen beim Artikel von Hajo Funke und Michael von der Schulenburg. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Beziehungen zwischen Indien und Russland erhalten eine neue Dimension<\/strong><br>\nDer Besuch von Au&szlig;enminister S. Jaishankar in Russland vom 24. bis 29. Dezember war ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Spektakel, das an die gl&uuml;cklichen Tage der indisch-sowjetischen Beziehungen erinnerte.<br>\nIn Jaishankars Worten auf russischem Boden schwang eine unaussprechliche Ekstase mit. Er unternahm sogar einen Spaziergang auf dem Roten Platz mitten im russischen Winter. Aber der Minister ist alles andere als ein sentimentaler Diplomat, der Emotionen nicht unbedingt als Belastung ansieht, sondern sie stattdessen in eine tolle Optik verwandelt.<br>\nDieser Russland-Besuch wird in Jaishankars diplomatischer Laufbahn neben seiner herausragenden Rolle bei der Intensivierung der Beziehungen zwischen Indien und den USA hervorstechen. Das Paradoxe ist, dass Jaishankars Mission im Wesentlichen darauf abzielte, Indiens strategische Autonomie in einem komplexen internationalen Umfeld zu st&auml;rken. Eine treffende Metapher w&auml;re die eines Kreuzfahrtschiffes, das im Sturm gefangen (aber nicht gesunken) ist und in seiner Not einen ihm vertrauten Hafen aufsucht.<br>\nIm Klartext: Jaishankars Moskau-Reise diente dazu, Raum f&uuml;r die indische Diplomatie zu schaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/seniora.org\/politik-wirtschaft\/die-beziehungen-zwischen-indien-und-russland-erhalten-eine-neue-dimension\">Seniora.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wie Japan Teil des Westens wurde<\/strong><br>\nJapan war das erste kapitalistische Land in Asien und ist heute fester Bestandteil westlicher B&uuml;ndnisse. Das kommt nicht von ungef&auml;hr &ndash; vor allem die USA haben milit&auml;risch, &ouml;konomisch und ideologisch daf&uuml;r gesorgt, das Land in ihren Block zu integrieren.<br>\napan wird geografisch dem Osten zugerechnet und auch seine kulturellen Traditionen gelten als gr&ouml;&szlig;tenteils &ouml;stlich. Politisch ist es aber schon lange Teil des Westens und eine kapitalistische Wirtschaftsnation. Daf&uuml;r mussten westliche Nationen milit&auml;rischen und politisch-&ouml;konomischen Zwang aus&uuml;ben, aber auch ideologische &Uuml;berzeugungsarbeit leisten.<br>\nDie USA machten besonders zweimal in der Geschichte ihren Einfluss auf Japan geltend, um das Land in eine bestimmte Entwicklungsrichtung zu dr&auml;ngen: Mitte des 19. Jahrhunderts und rund hundert Jahre sp&auml;ter in den 1950er und 60er Jahren. Im Jahr 1854 fuhren US-amerikanische Kanonenboote in die Bucht von Edo (sp&auml;ter Tokyo genannt).<br>\nDie ungebetenen G&auml;ste zeigten den damaligen japanischen Machthabern die milit&auml;risch-technische &Uuml;berlegenheit des Westens auf. Da Japan nicht von den USA &uuml;berrannt und kolonisiert werden wollte, musste es sich dem Handel &ouml;ffnen. Daf&uuml;r schloss das Land ungerechte Vertr&auml;ge mit westlichen M&auml;chten ab.<br>\nDer Druck der Amerikaner und innere Widerspr&uuml;che im System der Milit&auml;rherrschaft f&uuml;hrten dann zur Meiji-Restauration, bei der der japanische Kaiser (Tenn&ocirc;) wieder politische Macht gewann. Dieser Umbruch gilt als der Beginn der japanischen Moderne, in der es Japan binnen weniger Jahrzehnte gelang, sich westliches naturwissenschaftliches, technisches und milit&auml;risches Wissen anzueignen. Japan war das erste asiatische Land, das die kapitalistische Wirtschaftsweise erfolgreich adaptierte. Sp&auml;testens mit dem Sieg im Russisch-Japanischen Krieg 1905 wurde es ein ernstzunehmender Konkurrent der westlichen Nationen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/japan-westen-usa-imperialismus\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Adornos Paragraph<\/strong><br>\nEin Fragment in Adornos Aphorismussammlung &ldquo;Minima Moralia&rdquo; weist eine erstaunliche Aktualit&auml;t auf &ndash; in der israelischen Rhetorik zum Gazakrieg.<br>\n&ldquo;Der Paragraph&rdquo; ist der Titel eines Fragments im Anhang zu Theodor Adornos ber&uuml;hmter Aphorismensammlung Minima Moralia. Das Fragment beginnt mit den Worten: &ldquo;Was die Nazis den Juden antaten, war unsagbar: die Sprachen hatten kein Wort daf&uuml;r, denn selbst Massenmord h&auml;tte gegen&uuml;ber dem Planvollen, Systematischen und Totalen noch geklungen wie aus der guten alten Zeit des Degerlocher Hauptlehrers.&rdquo;<br>\nMit dem Degerlocher Hauptlehrer war Ernst August Wagner gemeint, der im Jahr 1913 in Stuttgart-Degerloch einen Massenmord ver&uuml;bte. Adorno f&auml;hrt fort: &ldquo;Und doch mu&szlig;te ein Ausdruck gefunden werden, wollte man nicht den Opfern, deren es ohnehin zu viele sind, als da&szlig; ihre Namen erinnert werden k&ouml;nnten, noch den Fluch des Nicht gedacht soll ihrer werden antun. So hat man im Englischen den Begriff genocide gepr&auml;gt. Aber durch die Kodifizierung, wie sie in der internationalen Erkl&auml;rung der Menschenrechte niedergelegt ist, hat man zugleich, um des Protestes willen, das Unsagbare kommensurabel gemacht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/adornos-paragraph\/\">Overton Magazin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bew&auml;hrungsstrafe f&uuml;r Aktivistin der &ldquo;Letzten Generation&rdquo;: Ein Dialog, der keiner ist &ndash; und eine letzte Warnung<\/strong><br>\nSie klebte sich bei einem Klimaprotest in Frankfurt auf einer Stra&szlig;e fest &ndash; daf&uuml;r ist die Aktivistin Carla Hinrichs in zweiter Instanz zu einer Bew&auml;hrungsstrafe verurteilt worden. Dabei schrammte sie nur knapp an einer h&auml;rteren Strafe vorbei, wie der Vorsitzende Richter betonte.<br>\nDie Sprecherin der Klimagruppe Letzte Generation, Carla Hinrichs, ist am Mittwoch in einem Berufungsprozess zu zwei Monaten Haft auf Bew&auml;hrung verurteilt worden. Das Frankfurter Landgericht best&auml;tigte damit ein Urteil des Amtsgerichts aus dem Mai 2023 und verwarf die Berufung der Angeklagten ebenso wie die der Staatsanwaltschaft.<br>\nSo bleibt es f&uuml;r die Sprecherin der Gruppe Letzte Generation bei einer zweimonatigen Haftstrafe mit dreij&auml;hriger Bew&auml;hrungsfrist. Damit habe Hinrichs &ldquo;letztlich selbst in der Hand, ob sie ins Gef&auml;ngnis muss oder nicht&rdquo;, sagte der Vorsitzende Richter Jochen Kirschbaum bei der Bekanntgabe des Urteils. Gegen die Entscheidung des Landgerichts kann Revision eingelegt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/panorama\/nach-klima-protest-aktivistin-der-letzten-generation-zu-bewaehrungsstrafe-verurteilt-v4,prozess-letzte-generation-100.html\">Hessenschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Bilanz eigener Gro&szlig;artigkeit<\/strong><br>\nDie ARD informierte neulich die Landesparlamente &uuml;ber ihre Bilanz: Durchatmen &ndash; sie macht nat&uuml;rlich einen gro&szlig;artigen, ja atemberaubenden Job. Entwarnung also!<br>\nNeulich zum Jahresausklang mal wieder eines dieser Formate bei der ARD: Aus der Mode geratene B-Promis und anderen Granden deutscher TV-Unterhaltung spulen eine Rateshow zum Jahr 2023 herunter. Man kennt solche &raquo;Shows&laquo; ja mittlerweile zur Gen&uuml;ge, in denen sich um ein Gnadenbrot rangelnde Sternchen mit anderen werbe- und geb&uuml;hrenfinanzierten Himmelsgestirnen der Branche, ein wenig um Gelassenheit bem&uuml;hen. Jedenfalls sa&szlig; der ewige G&uuml;nther Jauch ebenfalls mit dabei. Und der erz&auml;hlte, dass er fast mal beim ZDF gelandet w&auml;re. Aber er war damals nicht CDU-Mitglied, das habe ihm den Wechsel verhagelt.<br>\nGel&auml;chter in der Runde, parteipolitische Entscheidung gegen Jauch. Und der habe nach seiner Selbstauskunft nur eine ADAC-Mitgliedschaft vorzuweisen; das sei der einzige Verein, bei dem er je gewesen sei. Da muss man doch lachen. Parteipolitische Einflussnahme, Parteien, die Entscheidungen in &raquo;freien Medien&laquo; beeinflussen: Ja, echt lustig! Ein kritisches Wort gab es nicht, wie auch &ndash; das k&ouml;nnte sonst gef&auml;hrlich werden. Das ist schon alles in Ordnung so, schien die versammelte Stargemeinde vorzuspiegeln. So ists halt mal bei uns in Deutschland. Aber alles im Lot, denn Deutschlands geb&uuml;hrenfinanziertes Fernsehen macht tolle Arbeit. Sagt auch die Bilanz. Welche? Na, die von der ARD selbst geschriebene.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/kultur\/die-bilanz-eigener-grossartigkeit\/\">Overton Magazin<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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