{"id":109432,"date":"2024-01-14T09:00:59","date_gmt":"2024-01-14T08:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432"},"modified":"2024-01-12T14:28:28","modified_gmt":"2024-01-12T13:28:28","slug":"hinweise-der-woche-341","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h01\">Israels Krieg in Gaza: Das laute Schweigen der Deutschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h02\">Eskalation im Nahen Osten: Nur ein Ende des Krieges kann Israel retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h03\">Ukraine-Krieg: Ein Autor, der beide Seiten der Front besucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h04\">Strack-Zimmermann: Fromme L&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h05\">Die Souver&auml;nit&auml;t des Irak<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h06\">Das Ende Berg-Karabachs: ein beklemmender Pr&auml;zedenzfall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h07\">Demonstrationen: Deutschland, deine Protestkultur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h08\">Konjunktur auf Rezessionskurs, Preise auf Deflationskurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h09\">LNG-Boom in den USA: Ein schmutziges Gesch&auml;ft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432#h10\">Neue Partei B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht: Die gro&szlig;e Unbekannte<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Israels Krieg in Gaza: Das laute Schweigen der Deutschen<\/strong><br>\nMit der Haltung zum Nahost-Krieg verr&auml;t Deutschland seine Werte. Statt den Kurs zu hinterfragen, verstehen sich Medien als H&uuml;ter der &bdquo;Staatsr&auml;son&ldquo;.<br>\nZu Russlands Krieg gegen die Ukraine fanden deutsche Politikerinnen und Politiker klare Worte. Deutschland stehe &bdquo;in der Pflicht, die Menschenrechte &uuml;berall und zu jeder Zeit zu achten und zu verteidigen&ldquo;, erkl&auml;rte Olaf Scholz im Herbst 2022 vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. Den Internationalen Strafgerichtshof und den UN-Menschenrechtsrat werde sein Land &bdquo;mit aller Kraft&ldquo; unterst&uuml;tzen, versprach er. Und: Hunger d&uuml;rfe nie wieder als Waffe eingesetzt werden, sagte der Kanzler an anderer Stelle.<br>\n&bdquo;Gezielte Angriffe auf zivile Infrastrukturen &ndash; mit der klaren Absicht, M&auml;nner, Frauen und Kinder von Wasser, Strom und Heizung abzuschneiden &ndash; sind reine Terrorakte&ldquo;, sagte EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen im Oktober 2022 vor dem Europaparlament in Stra&szlig;burg, wo sie auch klarstellte: &bdquo;Das sind Kriegsverbrechen.&ldquo; Und Au&szlig;enministerin Baerbock sagte im Februar 2023 vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf mit Blick auf die Kinder, die in diesem Krieg zum Opfer werden: &bdquo;Wir m&uuml;ssen ihre Namen aussprechen und ihre Rechte f&ouml;rdern. Und wir m&uuml;ssen die T&auml;ter beim Namen nennen&ldquo;.<br>\nZu Israels Kriegsf&uuml;hrung in Gaza fehlen deutschen Politikerinnen und Politikern dagegen die Worte &ndash; und das seit drei Monaten. Bei allen Unterschieden &ndash; es gab keinen Terrorangriff auf Russland, die Ukraine ist ein souver&auml;ner Staat &ndash; wird jetzt auch in Gaza eine zivile Bev&ouml;lkerung kollektiv bestraft und deren zivile Infrastruktur angegriffen, werden &uuml;berproportional viele Kinder get&ouml;tet und Hunger als Waffe eingesetzt. All das sind Kriegsverbrechen. Doch der deutschen Politik hat es die Sprache verschlagen. Damit verr&auml;t Deutschland seine Werte, macht sich unglaubw&uuml;rdig und entfremdet sich vom Rest der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Israels-Krieg-in-Gaza\/!5981361\/\">taz<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Naomi Klein im Interview: &bdquo;Die deutsche Erinnerungskultur hat eine eingefrorene Qualit&auml;t&ldquo;<\/strong><br>\nFrau Klein, in Ihrem j&uuml;ngsten Buch &bdquo;Doppelg&auml;nger&ldquo; untersuchen Sie den Aufstieg rechter Verschw&ouml;rungstheorien und wie progressive Kr&auml;fte ungewollt dazu beitrugen. Inwieweit kn&uuml;pfen die Themen Ihres Buches an j&uuml;ngere Debatten im deutschen Kontext an?<br>\nNun, es spiegelt die diversen K&auml;mpfe, die in Deutschland um Holocaust-Erinnerung gef&uuml;hrt werden. In erster Linie die Frage, ob wir die Schrecken des Holocausts als unbegreifliches &Uuml;bel au&szlig;erhalb der Geschichte verstehen oder als etwas Allt&auml;glicheres, etwas Unmittelbareres. Je weiter wir uns zeitlich vom Holocaust entfernen, desto mehr setzt sich die Vorstellung seiner Unbegreiflichkeit durch. Je weniger Menschen sich an seine Allt&auml;glichkeit erinnern, daran dass sie selbst Teil dieser Gesellschaft waren, die den Holocaust erst erm&ouml;glicht hat, desto schwieriger wird es, diese Form der Exotisierung vorzunehmen, die gerade stattfindet. Das spiegelte sich j&uuml;ngst in der Diskussion um Masha Gessen. F&uuml;r Hannah Arendt war es in den 1950er Jahren normal zu sagen, dass israelische Politiker sich wie Faschisten verhalten. Wenn Masha Gessen 2023 etwas &Auml;hnliches sagt, heben Leute den Zeigefinger und sagen: &bdquo;Wie k&ouml;nnen Sie es wagen?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/gesellschaft\/naomi-klein-ueber-antisemitismus-die-deutsche-erinnerungskultur-hat-eine-eingefrorene-qualitaet-92760872.html\">FR Online<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Naher Osten und Deutschland: Krampf und Kampf<\/strong><br>\nAm Druck, Israel m&ouml;ge sich m&auml;&szlig;igen, ist Deutschland wenig beteiligt. Nach 90 grauenvollen Tagen bleibt ein Gef&uuml;hl der Mitschuld. [&hellip;]<br>\nWas aber festzuhalten ist nach 90 grauenvollen Tagen des Krieges: Wir sind auf ersch&uuml;tternde Weise unter unseren M&ouml;glichkeiten geblieben. Als Land, dem der Schutz j&uuml;dischen Lebens wichtig und Verpflichtung ist und das zugleich die Heimat der gr&ouml;&szlig;ten pal&auml;stinensischen Gemeinschaft Europas ist, w&auml;ren wir pr&auml;destiniert, eine konstruktive Rolle zu spielen &ndash; als Staat wie als Gesellschaft, mit unseren vielen und bestens ausgestatteten Institutionen, die international t&auml;tig sind.<br>\nStattdessen: Krampf und Kampf nach innen, Feinderkl&auml;rungen und Repression auf der einen Seite, hohle Radikalit&auml;t auf der anderen. Und drumherum &ndash; Gleichg&uuml;ltigkeit. Nach 15 Jahren Staatsr&auml;sondoktrin ist das Wissen &uuml;ber Israel, Zionismus und j&uuml;dische Religiosit&auml;t paradoxerweise gespenstisch gering, kritisches Wissen inklusive. Als w&auml;re das alles nur ein Ding von denen da oben, der politischen Klasse. Und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (Verein, der die F&ouml;rderung der Beziehungen zu Israel auf zivilgesellschaftlicher Ebene zum Ziel hat; d. Red.) sieht ihre vornehmste Aufgabe darin, diese Klasse auf Israelkurs zu halten und gelegentlich Preisverleihungen zu zensieren.<br>\nViel Papier wurde bedruckt in diesen 90 Tagen, mit Besinnungsaufs&auml;tzen, Anschuldigungen, Selbstversicherungen. Aber gab es eine einzige Tat, bei der die Welt f&uuml;r eine Sekunde aufgemerkt h&auml;tte: Aha, das kommt aus Deutschland, dem Land, das aus seiner Gewaltgeschichte gelernt hat? Aufgemerkt wurde, als sich Deutschland enthielt bei der UN-Abstimmung &uuml;ber einen Waffenstillstand; eine taktische Enthaltung, so die nachgereichte Erkl&auml;rung, denn man wollte ja eigentlich dagegenstimmen. Welches Wort f&uuml;r eine solche Diplomatie?<br>\nAb M&auml;rz wird Deutschland keinen RichterInnenposten mehr am Internationalen Strafgerichtshof besetzen. Dass die deutsche Kandidatin durchfiel, hat mehrere Gr&uuml;nde, aber die deutsche Position im Nahostkrieg ist einer. Ursula von der Leyen, mit ihrer offenkundigen Doppelmoral im Hinblick auf die Kriegsschaupl&auml;tze Ukraine und Gaza, belastet ja gleichfalls das deutsche Konto, wirkt wie das personifizierte Unverm&ouml;gen, Europa mit neuen Weltverh&auml;ltnissen zu verflechten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Naher-Osten-und-Deutschland\/!5982357\/\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Eskalation im Nahen Osten: Nur ein Ende des Krieges kann Israel retten<\/strong><br>\nIsrael w&auml;hnt sich im &Uuml;berlebenskampf gegen die Hamas. Das ist falsch. Der V&ouml;lkermord in Gaza und der Pal&auml;stina-Konflikt haben das Land geschw&auml;cht. (Teil 1)<br>\nWenn der US-Kongress im Januar wieder zusammentritt, wird Pr&auml;sident Joe Biden die amerikanische Komplizenschaft mit Israels Krieg in Gaza durch ein neues US-R&uuml;stungspaket f&uuml;r Israel fortsetzen und vertiefen. Die US-B&uuml;rgerinnen und -B&uuml;rger sollten ihre Stimme dagegen erheben und ein klares &ldquo;Nein&rdquo; zu dieser Politik sagen.<br>\nDenn ein weiteres R&uuml;stungspaket f&uuml;r Israel widerspricht nicht nur den Interessen der USA, sondern auch denen Israels. Der einzige Weg zu wirklicher Sicherheit f&uuml;r Israel ist Frieden mit Pal&auml;stina.<br>\nDie USA k&ouml;nnten dazu beitragen, indem sie die Munitionslieferungen f&uuml;r Israels brutalen Krieg einstellen und den Weg f&uuml;r die v&ouml;lkerrechtlich gebotene Zwei-Staaten-L&ouml;sung in Pal&auml;stina freimachen.<br>\nDen diplomatischen Weg zu einer Zwei-Staaten-L&ouml;sung habe ich k&uuml;rzlich in zwei fr&uuml;heren Artikeln in Common Dreams beschrieben. Dieser Weg ist immer noch offen. Die arabischen und islamischen L&auml;nder setzen sich seit Jahrzehnten aktiv daf&uuml;r ein und werden dabei von fast der ganzen Welt unterst&uuml;tzt.<br>\nIsraels brutale Kriegsf&uuml;hrung in Gaza wird zu einer echten Bedrohung f&uuml;r sein &Uuml;berleben. Aufgrund der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Gewaltma&szlig;nahmen Israels schlie&szlig;t sich die Welt gegen Israel zusammen, w&auml;hrend Israel massive milit&auml;rische Verluste erleidet. Es ist kaum zu glauben, dass einige israelische F&uuml;hrer jetzt offen &uuml;ber eine Ausweitung des Krieges im Nahen Osten nachdenken, was f&uuml;r Israel eine totale Katastrophe bedeuten k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Eskalation-im-Nahen-Osten-Nur-ein-Ende-des-Krieges-kann-Israel-retten-9592475.html\">Jeffrey D. Sachs auf Telepolis<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>&Auml;rzt*innenorganisation fordert sofortigen Waffenstillstand: V&ouml;lkermord-Anklage vor dem Internationalen Gerichtshof<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich der V&ouml;lkermord-Anklage S&uuml;dafrikas gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof fordert die &auml;rztliche Friedensorganisation IPPNW erneut einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen. Nur so kann das unertr&auml;gliche menschliche Leid, die ma&szlig;lose Zerst&ouml;rung von ziviler Infrastruktur und die beispiellose humanit&auml;re Katastrophe in Gaza endlich gestoppt werden. Die Bundesregierung tr&auml;gt durch die seit dem 7. Oktober 2023 fast verzehnfachten Genehmigungen von Waffenlieferungen an Israel aktiv zur Fortf&uuml;hrung des Krieges mit unz&auml;hligen Opfern bei. Die Waffenexporte m&uuml;ssen umgehend eingestellt werden.<br>\n&bdquo;Die Gewalt auf Seiten der Hamas und Israels muss enden &ndash; unabh&auml;ngig von der Frage, ob es sich bei dem israelischen Milit&auml;reinsatz um Kriegsverbrechen oder einen Genozid handelt. Die Staatengemeinschaft darf nicht weiter zuschauen, wie Fl&uuml;chtlingslager, Krankenh&auml;user oder Schulen zerst&ouml;rt und Hilfslieferungen von Nahrung, Wasser und Treibstoff blockiert werden&ldquo;, erkl&auml;rt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Clau&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/artikel\/de\/aerztinnenorganisation-fordert-sofor-1.html\">IPPNW<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>&ldquo;Gnadenlos&rdquo; und &ldquo;Kalkuliert&rdquo;: S&uuml;dafrika klagt Israel wegen Genozid am UN-Gerichtshof an<\/strong><br>\nBei der Anh&ouml;rung am Donnerstag &auml;u&szlig;erten sich auch der s&uuml;dafrikanische Justizminister Ronald Lamola, der s&uuml;dafrikanische Botschafter in den Niederlanden, Vusimuzi Madonsela, die Anw&auml;ltin Adila Hassim und der V&ouml;lkerrechtsprofessor John Dugard, von denen jeder einen Aspekt der s&uuml;dafrikanischen Klage gegen die israelische Regierung darlegte.<br>\nDie Leiterin des juristischen Teams, Hassim, argumentierte, dass Israels &ldquo;v&ouml;lkerm&ouml;rderischer Akt&rdquo; grunds&auml;tzlich in der &ldquo;Massent&ouml;tung von Pal&auml;stinensern im Gazastreifen&rdquo; bestehe.<br>\nSie verwies u.a. auf den massiven Einsatz von 900-Kilo-Bomben durch das von den USA bewaffnete israelische Milit&auml;r im s&uuml;dlichen Gazastreifen &ndash; also jener Region, in die die israelischen Streitkr&auml;fte die Bewohner des Gazastreifens zu Beginn des Krieges vertrieben hatten und die sie als &ldquo;sicher&rdquo; deklarierten.<br>\n&ldquo;Niemand wird verschont. Nicht einmal Neugeborene&rdquo;, sagte Hassim und zeigte Fotos von Massengr&auml;bern im Gazastreifen. &ldquo;Die UNO-Leitung hat es als Kinderfriedhof bezeichnet.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Gnadenlos-und-Kalkuliert-Suedafrika-klagt-Israel-wegen-Genozid-am-UN-Gerichtshof-an-9595093.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ukraine-Krieg: Ein Autor, der beide Seiten der Front besucht<\/strong><br>\nDer ehemalige NDR-Journalist Patrik Baab war in der Ukraine auf beiden Seiten der Front. Sein Bericht wurde ein Bestseller. Eine Rezension. [&hellip;]<br>\nEin frustrierter Ex-KGB-Spion mit gekr&auml;nkten Weltmachtambitionen will die alte Sowjetunion zur&uuml;ckerobern und beginnt deshalb unprovoziert einen Krieg gegen die Ukraine &ndash; so ungef&auml;hr lautete die Sicht des &Ouml;ffentlich-Rechtlichen. Die Gegen-Erz&auml;hlung lautet: In der Ukraine herrscht seit 2014 Krieg; das Land wurde von der Nato zur Arena eines Stellvertreterkriegs der USA mit Russland aufger&uuml;stet. Diese Position wird von etlichen Alternativmedien vertreten.<br>\nDer ehemalige NDR-Redakteur Patrik Baab machte sich im September 2021 und dann noch einmal im September 2022 auf den Weg, um sich auf monatelangen Reisen selbst ein Bild zu machen, was vor Ort in der Ukraine und in Russland eigentlich geschieht. Berichte von &bdquo;Sitzredakteuren&ldquo; bergen laut Baab das Risiko, das wirkliche Geschehen, mit dessen Hilfe sich viele &bdquo;Narrative&ldquo; als allzu simple, parteiische Fantasiegebilde entlarven lassen, nicht angemessen zu erfassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ukraine-krieg-auf-beiden-seiten-der-front-von-journalist-patrick-baab-buchrezension-li.2170591\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Ukraine: Der Nachrichten-Einheitsbrei verliert Glaubw&uuml;rdigkeit<\/strong><br>\nDie Zensur in der Ukraine wandelte TV-Nachrichten zu Propaganda. Pr&auml;sident Selensky missbraucht das Monopol auch f&uuml;r seine Partei.<br>\nSeit den ersten Tagen der russischen Invasion im Jahr 2022 hat die ukrainische Bev&ouml;lkerung fast nur eine einzige Quelle f&uuml;r Fernsehnachrichten. Die &laquo;Telemarathon United News&raquo; ist eine ganzt&auml;gige Sendung mit Bildern von ukrainischen Panzern, die russische Stellungen bombardieren, von helfenden Sanit&auml;tern, die in der N&auml;he der Frontlinie operieren, und von hohen Politikern, die im Ausland um Unterst&uuml;tzung werben.<br>\nNach Angaben des ukrainischen Ministeriums f&uuml;r Kultur und Informationspolitik (MCIP) soll die einheitliche Nachrichtensendung &laquo;den Fluss zuverl&auml;ssiger und hochwertiger Informationen gew&auml;hrleisten und die nationale Einheit und den Widerstand unterst&uuml;tzen&raquo;.<br>\n&laquo;Es ist eine Waffe&raquo;, sagte Pr&auml;sident Wolodymyr Selensky vor einem Jahr &uuml;ber die Sendung. Sie wird von den gr&ouml;ssten Fernsehsendern des Landes gemeinsam produziert und rund um die Uhr ausgestrahlt.<br>\nLaut Oleksandr Bogutsky, dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des gr&ouml;ssten ukrainischen TV- und Radiokonzerns StarLight Media, wurde das Programm per Pr&auml;sidialdekret eingef&uuml;hrt und wird zu etwa 40 Prozent von der Regierung finanziert. Damit wurde dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine (NSDC) Folge geleistet, der eine einheitliche Informationspolitik unter Kriegsrecht forderte.<br>\nMehrere Medienexperten und Journalisten, die an der Nachrichtensendung teilnahmen, sagten gegen&uuml;ber der &laquo;New York Times&raquo;, dass Oleksandr Tkachenko, bis Juli 2023 ukrainischer Kultur- und Informationsminister, an Sitzungen zur Koordinierung der Nachrichtenberichterstattung teilnahm. Das Ministerium reagierte auf mehrere Bitten um Stellungnahme nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/ukraine-der-nachrichten-einheitsbrei-verliert-glaubwuerdigkeit\/\">Infosperber<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Historiker Baberowski: &ldquo;Vermutlich wird Putin der Sieger sein&rdquo;<\/strong><br>\nHorrende Verluste an der Front, dazu die Isolation durch den Westen: Russlands Regime sollte mittlerweile friedenswillig sein, so die Hoffnung. Doch Wladimir Putin setzt weiter auf Sieg, warnt der Historiker J&ouml;rg Baberowski.<br>\nEine ukrainische Offensive an der Front, dazu der Wirtschaftskrieg des Westens &ndash; eigentlich sollte Russland l&auml;ngst geschw&auml;cht und besiegt am Verhandlungstisch sitzen. Doch es ist anders gekommen. Wladimir Putin residiert weiterhin im Kreml, w&auml;hnt sich offensichtlich st&auml;rker als zuvor, Russlands Kollaps ist ausgeblieben. J&ouml;rg Baberowski, einer der f&uuml;hrenden Osteuropahistoriker, hat diese Entwicklung fr&uuml;h vorausgesagt &ndash; unter anderem in mehreren Interviews mit unserer Redaktion in den vergangenen zwei Jahren.<br>\nNun bekr&auml;ftigt Baberowski in einem neuen Gespr&auml;ch seine Prognose: &ldquo;Russland wird diesen Krieg nicht verlieren.&rdquo; Wie der Russlandexperte zu dieser Einsch&auml;tzung kommt, weshalb er der deutschen Au&szlig;enpolitik dringend mehr Pragmatismus empfiehlt und Putin samt Entourage keineswegs &ldquo;verr&uuml;ckt&rdquo; sei, erkl&auml;rt Baberowski hier:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/krisen\/id_100278462\/ukraine-historiker-russland-wird-diesen-krieg-nicht-verlieren-.html\">t-online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Strack-Zimmermann: Fromme L&uuml;gen<\/strong><br>\nAlice Schwarzer &uuml;ber Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Wie dreist die FDP-Politikerin die Wahrheit &uuml;ber Vergewaltigungen im Krieg verdreht. Und warum damit Schluss sein muss! Denn die &bdquo;Busenfreundin&ldquo; der Waffenindustrie tr&auml;gt mit ihrer Kriegspropaganda zu t&auml;glich mehr Vergewaltigungen und Toten bei.<br>\n&bdquo;Was sagen Frau Wagenknecht und ihre Busenfreundin Alice Schwarzer den Frauen, die in der Ukraine vergewaltigt werden?&ldquo; Diese Worte schmetterte Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei dem Dreik&ouml;nigstreffen ihrer Partei am 6. Januar in der gewohnten Dreistigkeit in den jubelnden Saal.<br>\nDie FDP-Spitzenkandidatin f&uuml;r die EU-Wahlen 2024 will damit andeuten, ich w&uuml;rde nichts sagen zu den Vergewaltigungen im Ukraine-Krieg. Denn die w&auml;ren mir egal, weil ich eine &bdquo;Putin-Versteherin&ldquo; sei. Und au&szlig;erdem will sie suggerieren, ihre martialische Strategie des Immer-mehr-Waffen-Lieferns &ndash; statt endlich &uuml;ber Frieden zu verhandeln &ndash; w&uuml;rde die Ukrainerinnen vor weiteren Vergewaltigungen sch&uuml;tzen.<br>\nDas ist dreist. Und zynisch. In zweierlei Hinsicht.<br>\nErstens: Je l&auml;nger der Krieg geht, umso mehr wird vergewaltigt und gestorben. Irgendwann wird dann verhandelt werden m&uuml;ssen. Aber je mehr Waffen geliefert werden, umso l&auml;nger geht der Krieg. Dabei sind sich die Milit&auml;rs und Experten aller Fronten schon lange einig, dass dieser Krieg nicht auf dem Schlachtfeld entschieden werden kann, sondern am Verhandlungstisch. Es ist ein &bdquo;Verschlei&szlig;krieg&ldquo;, der nicht zu gewinnen ist, sondern zu dessen Beendigung verhandelt werden muss. Irgendwann. Bis dahin kann die t&auml;glich neuen Vergewaltigungen niemand ungeschehen machen &ndash; und die Toten niemand aufwecken.<br>\nZweitens will Frau Strack-Zimmermann, diese Busenfreundin der Waffenlobby, doch wohl nicht allen Ernstes behaupten, sie engagiere sich f&uuml;r vergewaltigte Frauen und speziell f&uuml;r die im Krieg Vergewaltigten? Damit ist die Radikalliberale noch nie aufgefallen. Bemerkenswert ist bisher lediglich ihre N&auml;he zur Waffenindustrie.<br>\nSpr&uuml;che kloppen, ja, das kann die 65-J&auml;hrige. Aber genau hinsehen, differenziert argumentieren, solidarisch mit Opfern sein &ndash; das ist der krawalligen D&uuml;sseldorferin eher fremd. Hat sie jemals etwas f&uuml;r die Opfer getan?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.emma.de\/artikel\/strack-zimmermann-fromme-luegen-340815\">Alice Schwarzer in der Emma<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Souver&auml;nit&auml;t des Irak<\/strong><br>\nDie Bundeswehr steht vor einem m&ouml;glichen erzwungenen Abzug aus dem Irak. Grund daf&uuml;r ist der US-Drohnenmord an dem Kommandeur einer irakisch-schiitischen Miliz vom vergangenen Donnerstag. Wie der irakische Ministerpr&auml;sident Mohammed Shia al Sudani in Reaktion auf den Angriff erkl&auml;rt, sei er entschlossen, die Pr&auml;senz der US-gef&uuml;hrten Milit&auml;rkoalition im Irak zu beenden, zu der auch die Bundeswehr geh&ouml;rt; eigenm&auml;chtige US-Operationen auf irakischem Territorium wie der j&uuml;ngste Drohnenmord w&uuml;rden nicht mehr toleriert. Die ausw&auml;rtige Milit&auml;rpr&auml;senz wird schon seit Jahren vor allem von Organisationen der schiitischen Bev&ouml;lkerungsmehrheit attackiert, darunter Kr&auml;fte, die Iran nahestehen. Die westlichen Staaten wiederum, die ihre Truppenstationierung bis heute mit dem Kampf gegen den IS legitimieren, bestehen darauf, die Einheiten im Irak zu belassen; das gilt als n&uuml;tzlich im Einflusskampf gegen Teheran. Die Spannungen versch&auml;rfen sich im Gefolge des Kriegs im Gazastreifen. Ein etwaiger Abzug liefe auf einen empfindlichen Einflussverlust auch Deutschlands im Mittleren Osten hinaus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9445\">German Foreign Policy <\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das Ende Berg-Karabachs: ein beklemmender Pr&auml;zedenzfall<\/strong><br>\nDie gewaltsame Vertreibung der Bev&ouml;lkerung aus Berg-Karabach findet begeisterte Nachahmer im Nahen Osten. Ein R&uuml;ckblick.<br>\nIm Zentrum der armenischen Hauptstadt Jerewan erinnert nichts an die grosse Flucht vom letzten September, als &uuml;ber hunderttausend traumatisierte Menschen aus Berg-Karabach in Armenien Zuflucht suchten: Man sieht keine Fl&uuml;chtlinge, die an Strassenr&auml;ndern die Passanten um einen Gefallen bitten, keine Zelte, keine ausserordentlichen Zeichen der Not. Tags&uuml;ber wirkt der weitl&auml;ufige &laquo;Platz der Republik&raquo; ausgelassen &ndash; wie schon seit je: Im Park neben dem Regierungsgeb&auml;ude nippen Studenten an ihrem Kaffee oder tanzen beschwingt nach den Kl&auml;ngen ihrer Smartphones. &Auml;ltere Damen und Herren suchen sich laut gestikulierend sonnige Ecken aus, w&auml;hrend junge M&uuml;tter ihren Kleinen z&auml;rtlich mahnend nachrennen. Ein Strassenmusikant zaubert aus seinem selbstgebauten, aus Glasflaschen in unterschiedlichsten Gr&ouml;ssen bestehenden Instrument Melodien und versetzt die Zuschauer ins Staunen. &laquo;Es sind die N&auml;chte, die wir nicht ertragen&raquo;, sagt der armenische Autor Grigor Shashikyan. &laquo;Trauer und Traumata holen uns dann ein; und dieses Gef&uuml;hl der st&auml;ndigen Bedrohung&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/das-ende-berg-karabachs-ein-beklemmender-praezedenzfall\/\">Globalbridge<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Demonstrationen: Deutschland, deine Protestkultur<\/strong><br>\nKonfrontieren B&uuml;rger*innen ihre Vertreter*innen, gilt das schon als &bdquo;Verrohung&ldquo;. Dabei ist Abschottung der politischen Klasse undemokratisch.<br>\nEinmal tief Luft holen. Was ist in der Nacht vom 4. Januar in Schl&uuml;ttsiel passiert? Ein Pulk von rund 300 Menschen ist zu einer F&auml;hre gegangen und hat L&auml;rm gemacht. Laut Angaben der Polizei wollten etwa 25 Personen auf die F&auml;hre gelangen, auf der sich Wirtschaftsminister Robert Habeck befand. So weit die Fakten.<br>\nOb es zu Gewalt gekommen w&auml;re, wenn die Demonstrierenden auf das Schiff gekommen w&auml;ren, ist reine Vermutung, ja Unterstellung. Dass die F&auml;hre vorsichtshalber wieder abgelegt hat &ndash; verst&auml;ndlich. Dass die deutsche &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber diesen Fast-Vorfall in Schnappatmung ger&auml;t &ndash; bedenklich.<br>\nDie Aufregung &uuml;ber die &bdquo;Gewalt&ldquo;, die gar nicht passiert ist und nur vermutlich passiert w&auml;re, sagt viel &uuml;ber Deutschlands erb&auml;rmliche Protestkultur und ein defizit&auml;res Verst&auml;ndnis von Demokratie aus. In anderen L&auml;ndern geh&ouml;rt es zum Standardrepertoire, Politiker*innen aufzusuchen, zu st&ouml;ren und gegebenenfalls deren Fortbewegung zu blockieren. Warum auch nicht?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Demonstrationen\/!5982136\/\">taz<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Landarbeiter &uuml;ber Bauernprotest: &bdquo;Die Kleinen sind es, die sterben&ldquo;<\/strong><br>\nAlles nur rechte Krawall-Landwirt*innen? Im Interview spricht der Agrarbesch&auml;ftigte Wolf Meyer dar&uuml;ber, wie Bauernprotest von links geht. [&hellip;]<br>\nWas sind die Forderungen von diesen kleinen Betrieben?<br>\nWir haben dieses Teilzugest&auml;ndnis der Regierung. Jetzt gibt es noch die Forderung, dass der Agrardiesel erst abgeschafft wird, wenn es sinnvolle Kompensationskonzepte finanzieller Natur gibt. Ansonsten positionieren sich die Verb&auml;nde sehr unterschiedlich &ndash; manche sind eher unsolidarisch gegen&uuml;ber B&auml;uer*innen in anderen L&auml;ndern. Die wollen den Schutz des lokalen Marktes. Andere, wie die Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft zum Beispiel, fordern massive Programme f&uuml;r den &ouml;kologischen Umbau und den Stopp von Landgrabbing.<br>\nLandgrabbing &ndash; da denkt man an westliche Konzerne in afrikanischen L&auml;ndern.<br>\nDas gibt es auch in Deutschland. Deutsche Wohnen ist zum Beispiel einer der gr&ouml;&szlig;ten Ackerbesitzer in Deutschland. Es gibt massive Spekulation von Immobilienkonzernen. Wir haben mit der Energiewende auch einen Interessenskonflikt mit Energieunternehmen, die sich agrarwirtschaftliche Fl&auml;chen sichern und nat&uuml;rlich viel finanzst&auml;rker sind als zum Beispiel neue Hofkollektive, die f&uuml;r die Agrarwende wichtig w&auml;ren.<br>\nFinden Sie die Wut auf Wirtschaftsminister Robert Habeck (Gr&uuml;ne) verst&auml;ndlich?<br>\nInsofern ja, als es breite Verb&auml;nde wie die Borchert-Kommission gab, die lange an L&ouml;sungen zum agrar&ouml;kologischen Umbau gearbeitet haben. Das wurde komplett ignoriert &ndash; und jetzt kam diese neue Regelung. Andere Klimafaktoren wie die Kerosinsteuer wurden indes aber nicht angegangen. Da finde ich die Wut schon sehr verst&auml;ndlich.<br>\nAber ist Habeck da der richtige Adressat? Wird diese Wut nicht von rechts konstruiert?<br>\nIch glaube: Gelegenheit macht Aktionen, das wird in dem Fall auch so gewesen sein. Lindner war halt dummerweise nicht auf dieser F&auml;hre. Aber nat&uuml;rlich gab es Jahrzehnte des Nichth&ouml;rens und des Nichtinteressierens. Deswegen ist diese Wut auch so umfassend. Und ich glaube, die Entt&auml;uschung gegen&uuml;ber den Gr&uuml;nen kommt vor allem von einem gr&uuml;nen-nahen Umfeld, das sich eine agrar-&ouml;kologische Wende erhofft hatte und die entt&auml;uscht wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Landarbeiter-ueber-Bauernprotest\/!5982047\/\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Konjunktur auf Rezessionskurs, Preise auf Deflationskurs<\/strong><br>\nKlarer kann man nicht auf Rezessionskurs sein. Alle wichtigen Indikatoren f&uuml;r die deutsche und die europ&auml;ische Wirtschaft zeigen nach unten. So liegt der Einkaufsmanagerindex (PMI) f&uuml;r die Industrie in der Eurozone seit eineinhalb Jahren unter der Marke von 50, deren Unterschreiten ein Schrumpfen der industriellen Aktivit&auml;t (dazu z&auml;hlen u.a. Auftragseingang, Produktion und Besch&auml;ftigung) anzeigt. Seit Anfang 2023 bewegt sich der Index sogar unter dem Wert von 45, was sich auch beim j&uuml;ngsten Umfrageergebnis f&uuml;r Dezember 2023 nicht ge&auml;ndert hat (s. die Originalgrafik von S&amp;P Global hier unter Abbildung 1).<br>\n&Auml;hnlich d&uuml;ster stellt sich das Bild in der Baubranche der Eurozone dar. Auch hier zeigt der einschl&auml;gige PMI-Umfrage-Index seit gut eineinhalb Jahren eine Schrumpfung an (s. die Originalgrafik von S&amp;P Global hier unter Abbildung 2). Allerdings geht die Entwicklung in den drei gro&szlig;en Eurozonen-L&auml;ndern auseinander: W&auml;hrend in Frankreich und Deutschland die Baukonjunktur tief in der Rezession steckt, kann Italien auf einen Aufschwung verweisen. In der Summe der Eurol&auml;nder &uuml;berwiegt jedoch der negative Trend.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.relevante-oekonomik.com\/2024\/01\/11\/konjunktur-auf-rezessionskurs-preise-auf-deflationskurs\/\">Relevante &Ouml;konomik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>LNG-Boom in den USA: Ein schmutziges Gesch&auml;ft<\/strong><br>\nDie Fl&uuml;ssiggas-Industrie bringt Arbeitspl&auml;tze nach Louisiana &ndash; und zerst&ouml;rt Umwelt und Gesundheit der Menschen. Auch deutsche Firmen sind beteiligt.<br>\nTravis Dardar ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der bekannteste Krabbenfischer von Louisiana. An einem sonnigen Nachmittag navigiert der bullige Mann mit den freundlichen Augen sein Boot auf dem Calcasieu-Kanal, der ihn zu seinen Fanggr&uuml;nden am Golf von Mexiko bringt. Auch im November ist es noch hei&szlig; in dieser subtropischen K&uuml;stenregion, noch w&auml;rmer ist es in der Kabine, in der er am Steuer sitzt. Dardar tr&auml;gt passend zur Hitze ein altes Unterhemd, auf dem Kopf eine Baseball-Kappe in Tarnfleck.<br>\n&bdquo;Was kann man daran nicht lieben?&ldquo;, fragt er und nickt auf die sattgr&uuml;ne Sumpflandschaft, die sich auf beiden Seiten des Kanals erstreckt. Im Bugwasser rasen Delphine vorbei, immer wieder kreuzen Pelikane im eleganten Steigflug vor dem Boot.<br>\nDardar verdankt seine Bekanntheit weniger den Inhalten seiner Fangnetze als seinem Widerstand gegen die beige-grauen Industriebauten, die sich auf beiden Seiten des Kanals &uuml;ber dem Schilf erheben. Die K&uuml;ste Louisianas ist ein Epizentrum der Liquified Natural Gas Industrie, kurz LNG. Entlang von Dardars Fanggr&uuml;nden werden Gastanks, Verladestationen und neue Docks aus den S&uuml;mpfen gestampft, um amerikanisches Erdgas in die ganze Welt zu verschiffen. Das Gas, das in den Werken von Cameron verfl&uuml;ssigt und verladen wird, soll auch in deutsche Netze gespeist werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/LNG-Boom-in-den-USA\/!5975624\/\">taz<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Habecks geheime Pl&auml;ne: Wirtschaftsminister will pl&ouml;tzlich auf schmutzige Kohle setzen<\/strong><br>\nExklusiv: Ein internes SPD-Dokument offenbart einen Schwenk des Wirtschaftsministers beim Kohleausstieg. F&uuml;r die Gr&uuml;nen k&ouml;nnte es fatal sein. [&hellip;]<br>\nDann kam die Haushaltskrise. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte den Abgeordneten im Energieausschuss des Bundestages mit, die Kraftwerksstrategie sei &bdquo;kurzfristig zur&uuml;ckgestellt&ldquo;. In den neuen Planungen f&uuml;r den Bundeshaushalt, die am Mittwoch in der sogenannten Bereinigungsvorlage bekannt wurde, sind die Finanzmittel f&uuml;r die Strategie um zwei Jahre verschoben. Also wesentlich in die n&auml;chste Wahlperiode. Ob die Strategie dann kommt und wie sie aussieht, ist damit fraglicher denn je. Klar wird jetzt: Damit ist offenbar ein Schwenk eingeleitet, der f&uuml;r die Gr&uuml;nen im Bund existenzielle Bedeutung haben k&ouml;nnte.<br>\nIn einem Entwurf f&uuml;r die aktuelle Arbeitsplanung der SPD-Bundestagsfraktion f&uuml;r das erste Halbjahr 2024, das, datiert auf den 4. Januar, der Berliner Zeitung vorliegt, fehlt die Kraftwerksstrategie v&ouml;llig. Diese Arbeitsplanung bildet die Pl&auml;ne auch des von Habeck gef&uuml;hrten Wirtschaftsministerium ab. Im Vorg&auml;ngerdokument f&uuml;r 2023 war sie mit dem Vermerk, das der Zeitplan &bdquo;offen&ldquo; sei, hingegen immerhin noch enthalten. Stattdessen ist in dem aktuellen SPD-Dokument die Rede von einer Erh&ouml;hung des Einsatzes von Netzreserve-Kraftwerken.<br>\nDas klingt f&uuml;r den Laien unverf&auml;nglich. Nun sind Reservekraftwerke aber wesentlich Kohlekraftwerke.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/habecks-geheime-plaene-wirtschaftsminister-will-ploetzlich-auf-schmutzige-kohle-setzen-li.2175696\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Neue Partei B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht: Die gro&szlig;e Unbekannte<\/strong><br>\nBisher wei&szlig; das BSW nur, wogegen es ist. Doch jetzt m&uuml;ssen schl&uuml;ssige Konzepte f&uuml;r Klimaschutz, Zuwanderung, Au&szlig;en- und Sozialpolitik her.<br>\nEinen gro&szlig;en Dienst hat das B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht (BSW) der Demokratie schon erwiesen: Es weckt Interesse an Politik. Das mediale Echo auf die Neugr&uuml;ndung ist gewaltig, die 1,4 Millionen Euro an gesammeltem Gr&uuml;ndungskapital zeugen von einem Vertrauensvorschuss in Wagenknechts Politik-Start-up.<br>\nDas ist was in Zeiten, in denen sich Menschen von demokratischen Parteien ab- und rechtsextremen Bauernf&auml;ngern zuwenden. Doch den Nachweis, dass es Menschen auch langfristig politisch binden kann, muss das B&uuml;ndnis erst noch erbringen. Misstrauen ist angebracht, hat Wagenknecht mit der von ihr mitgegr&uuml;ndeten Bewegung Aufstehen doch schon einmal eine Bruchlandung hingelegt.<br>\nAber offenbar haben sie und ihr Team daraus gelernt. Anders als bei Aufstehen, steckten sie von Anfang an viel Kraft und Geld in Organisation und Aufbau und gehen die Mitgliedergewinnung vorsichtig an. Wer rein will, muss sich zun&auml;chst als F&ouml;rderer oder Unterst&uuml;tzer beweisen. Das soll einer Unterwanderung von rechts vorbeugen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Neue-Partei-Buendnis-Sahra-Wagenknecht\/!5982245\/\">taz<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ex-SPD-Oberb&uuml;rgermeister wechselt zur Wagenknecht-Partei<\/strong><br>\nSechs Jahre regierte Thomas Geisel als Oberb&uuml;rgermeister in D&uuml;sseldorf, seit vierzig Jahren ist er SPD-Mitglied. Doch bei der Europawahl will Geisel f&uuml;r das B&uuml;ndnis um Sahra Wagenknecht antreten. Seinen alten Genossen wirft er &bdquo;eine ideologisch getriebene Politik der Realit&auml;tsverweigerung&ldquo; vor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article249362638\/Ex-SPD-Oberbuergermeister-von-Duesseldorf-Thomas-Geisel-wechselt-zur-Wagenknecht-Partei.html\">Welt Online<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109432\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-109432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=109432"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":109436,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/109432\/revisions\/109436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=109432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=109432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=109432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}