{"id":10964,"date":"2011-10-12T08:06:36","date_gmt":"2011-10-12T06:06:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964"},"modified":"2011-10-12T08:06:36","modified_gmt":"2011-10-12T06:06:36","slug":"hinweise-des-tages-1487","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Eine globale Bewegung entsteht; Burn-out der Politik; Sozialbericht f&uuml;r Deutschland &ndash; Einmal arm, immer arm; USA in der Krise &ndash; Amerikas Reiche &ndash; und der gro&szlig;e Rest; Wenn die Super-Reichen noch reicher werden; Ulrike Herrmann: Pakete und Pleiten; Zweite Bankenkrise; Die Griechen sind am fleissigsten; Gefangen in der Modellwelt; Unpopul&auml;res aus der Gesundheitswissenschaft zur Debatte &uuml;ber &bdquo;Jobwunder&ldquo; und &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; im Gesundheitswesen; Bald Streikverbot f&uuml;r Fluglotsen?; Frankreichs Jobcenter-Mitarbeiter verweigern Sanktionen; Der unbequeme Richter; Schwarzer Sonntag in Kairo; Staatstrojaner; Kanzlerin in Vietnam &ndash; Hier haut Merkel auf die Pauke; Der Fall Guttenberg &ndash; Vernichtungsschlag der Wissenschaft; zu guter Letzt: Volker Pispers zur Bankenrettung (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h01\">Eine globale Bewegung entsteht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h02\">Burn-out der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h03\">Sozialbericht f&uuml;r Deutschland &ndash; Einmal arm, immer arm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h04\">USA in der Krise &ndash; Amerikas Reiche &ndash; und der gro&szlig;e Rest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h05\">Wenn die Super-Reichen noch reicher werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h06\">Ulrike Herrmann: Pakete und Pleiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h07\">Zweite Bankenkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h08\">Die Griechen sind am fleissigsten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h09\">Gefangen in der Modellwelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h10\">Unpopul&auml;res aus der Gesundheitswissenschaft zur Debatte &uuml;ber &bdquo;Jobwunder&ldquo; und &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; im Gesundheitswesen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h11\">Bald Streikverbot f&uuml;r Fluglotsen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h12\">Frankreichs Jobcenter-Mitarbeiter verweigern Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h13\">Der unbequeme Richter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h14\">Schwarzer Sonntag in Kairo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h15\">Staatstrojaner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h16\">Kanzlerin in Vietnam &ndash; Hier haut Merkel auf die Pauke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h17\">Der Fall Guttenberg &ndash; Vernichtungsschlag der Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964#h18\">Zu guter Letzt: Volker Pispers zur Bankenrettung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=10964&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Eine globale Bewegung entsteht<\/strong><br>\nDie Proteste gegen die Krise des Kapitalismus gewinnen in den gesamten USA an Dynamik und schwappen auf andere L&auml;nder &uuml;ber.<br>\nMit der Geschwindigkeit eines Internet-Ph&auml;nomens breitet sich die in New York von der Occupy-Wall-Street-Bewegung initiierte Protestwelle in den gesamten Vereinigten Staaten aus. Inzwischen finden in Hunderten von US-St&auml;dten Demonstrationen oder langfristige Besetzungsaktionen gegen zunehmende Verarmung, soziale Ungerechtigkeit und den schleichenden Abbau demokratischer Rechte und Freiheiten statt. Die Website Occupytogether, die sich um eine landesweite Koordinierung dieser Bewegung bem&uuml;ht, z&auml;hlte am 8. Oktober 865 St&auml;dte, in denen entsprechende Aktionen stattfanden. Inzwischen sind es schon mehr 1.350 Ortschaften, in denen sich Protest-Communities gebildet haben &ndash; weltweit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/35\/35663\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p>dazu: <a href=\"http:\/\/www.occupyfrankfurt.de\/doku.php?id=alle-demonstrationen\">Occupy:Frankfurt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die NachDenkSeiten werden in dieser Woche noch ausf&uuml;hrlicher &uuml;ber die f&uuml;r den 15.10. geplanten Aktionen berichten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Burn-out der Politik<\/strong><br>\nFast alles, was die Politik in der Finanzkrise tut, besteht aus hektischen Reaktionen auf die jeweils n&auml;chste drohende Katastrophe, die &bdquo;die M&auml;rkte&ldquo; uns bescheren. Nach politischen Ideen zu fragen, w&auml;hrend die Politiker von Brandherd zu Brandherd eilen mag illusorisch wirken, aber es tut dringend not.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-burn-out-der-politik,1472602,10989054.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Sozialbericht f&uuml;r Deutschland &ndash; Einmal arm, immer arm<\/strong><br>\n16 Prozent der Deutschen waren 2008 armutsgef&auml;hrdet &ndash; das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Wer einmal unter die Armutsgrenze gerutscht ist, schafft es immer seltener, seine Einkommenssituation wieder zu verbessern. Eine finanziell besonders erdr&uuml;ckende Last sind die Wohnkosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/studie-zu-armut-in-deutschland-wohnst-du-noch-oder-verarmst-du-schon-1.1159126\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>USA in der Krise &ndash; Amerikas Reiche &ndash; und der gro&szlig;e Rest<\/strong><br>\n99 Hundertstel gegen das eine reiche Prozent: Nur noch ein sehr kleiner Teil der US-Bev&ouml;lkerung profitiert von Wachstum und wirtschaftlichen Wohltaten. Jetzt w&auml;chst die Wut im Land. [&hellip;]<br>\nDer Trend begann in den siebziger Jahren. Von 1970 bis heute haben sich die Geh&auml;lter von Amerikas Top-Managern real mehr als vervierfacht; derweil stieg der durchschnittliche Lohn inflationsbereinigt um nur karge 26 Prozent. Wer oben war, bekam immer schneller immer mehr: Das Einkommen des bestverdienenden Tausendstels der US-Gesellschaft stieg von 1970 bis 2008 um 385 Prozent auf 5,6 Millionen Dollar pro Jahr; die zweitbeste Schicht (die Top 0,1 bis 0,5 Prozent) legte um 141 Prozent auf 878.139 Dollar zu. Und die dritte Cremeschicht (die Top 0,5 bis 1,0 Prozent) verbesserte sich um 90 Prozent auf exakt 443.102 Dollar. Jene 137 Millionen Amerikaner, die die unteren 90 Prozent in der Einkommenspyramide ausmachen, haben von 1970 bis 2008 mit einem Realeinkommen von 31.244 Dollar nicht einen Cent dazugewonnen.<br>\nDas ist die neue Wirklichkeit: Amerika zerf&auml;llt in zwei Teile &ndash; in die Reichen und den Rest. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die soziale Not versch&auml;rft und Millionen Mittelschichts-Amerikaner um den Job und ihr Eigenheim gebracht. Aber die sozio-&ouml;konomischen Triebkr&auml;fte, die Amerika zerrei&szlig;en, wirken sehr viel l&auml;nger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/usa-in-der-krise-amerikas-reiche-und-der-grosse-rest-1.1158060\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p>Passend dazu: <strong>Die Briten schnallen den G&uuml;rtel enger<\/strong><br>\nIn Grossbritannien hat unter dem Druck der Schuldenkrise nicht nur der Staat damit begonnen, das Ausgabenwachstum zu drosseln. Auch die breite Bev&ouml;lkerung schnallt den G&uuml;rtel enger. Die realen Konsumausgaben der Privathaushalte, die sich nach dem tiefen Einbruch der Finanzkrise erstaunlich schnell erholt hatten, sind seit einem Jahr wieder am Sinken. Grossbritannien befindet sich l&auml;ngst im &laquo;double dip&raquo;. Die Gesamtwirtschaft ist seit drei Quartalen nicht gewachsen. &ndash; Die konsumfreudigen Briten sind durch die Wirtschaftsflaute noch lange kein Volk der Traurigkeit geworden. Zwar wird die Unterschicht durch die Inflation von 4,5% und stark gestiegene Mieten hart getroffen. Doch f&uuml;r jene gl&uuml;cklichen Teile der Mittel- und Oberschicht mit einem Eigenheim und einem Job d&uuml;rften die Einsparungen durch die rekordtiefen Hypothekarzinsen den Effekt der Inflation weiterhin &uuml;bersteigen. Sie haben oft mehr Geld zum Konsumieren zur Verf&uuml;gung als vor der Finanzkrise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/die_briten_schnallen_den_guertel_enger_1.12889533.html\">NZZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Artikel endet in einem selten anzutrefenden Zynismus, der das obere Drittel der zutiefst ungleichen, britischen Gesellschaft mit der Gesamtheit der Briten gleichsetzt. Die NZZ sollte sich sch&auml;men, so etwas zuzulassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wenn die Super-Reichen noch reicher werden<\/strong><br>\nKrise hin, Krise her &ndash; die meisten Reichen haben ihre Verm&ouml;gen im vergangenen Jahr weiter ausgebaut, zudem gibt es in Deutschland 17 neue Milliard&auml;re. [&hellip;]<br>\nDer Gesamtwert der 100 gr&ouml;&szlig;ten deutschen Verm&ouml;gen stieg um mehr als sechs Prozent auf mehr als 307 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/rangliste-der-deutschen-milliardaere-wenn-die-super-reichen-noch-reicher-werden-1.1158482\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Pakete und Pleiten<\/strong><br>\nDie Eurokrise versch&auml;rft sich weiter. Parallel nehmen die Probleme der Eurostaaten zu, die nun alle gleichzeitig gel&ouml;st werden m&uuml;ssen. Mindestens vier Themen stehen dabei auf der Agenda, wie beim Treffen von Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy am Sonntag in Berlin deutlich wurde: die Schuldenkrise in Griechenland, die Stabilisierung der W&auml;hrungsunion, eine internationale Finanzmarktregulierung und die St&uuml;tzung der Banken. Was bedeutet das im Einzelnen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F10%2F11%2Fa0089&amp;cHash=3b1149e6ad\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zweite Bankenkrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Europas Banken vor Milliardeninfusion<\/strong><br>\nEU-Kommissionschef Barroso prescht mit Vorschl&auml;gen zur Bankenrettung vor. Die europ&auml;ische Aufsichtsbeh&ouml;rde erarbeitet einen Blitz-Stresstest mit sehr hohen H&uuml;rden. In der Branche beginnt das gro&szlig;e Zittern. &ldquo;Kaum einer rechnet damit, dass er da gut durchkommt&rdquo;, sagt ein Spitzenbanker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:schuldenkrise-europas-banken-vor-milliardeninfusion\/60114871.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Warum macht man nicht gleich einen Stresstest, der auch ernst gemeint ist? Das Krisenmanagement der EU-Kommission spottet jeder Beschreibung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Finanzkonzern Dexia wird zerschlagen<\/strong><br>\nDie belgisch-franz&ouml;sische Bank ist das erste Opfer der Schulden- und Eurokrise. Das Institut ist schwergewichtig in der Finanzierung von Gemeinden t&auml;tig. Es gew&auml;hrt den Gemeinden Kredite mit langer Laufzeit. Zur Finanzierung dieser Darlehen musste Dexia haupts&auml;chlich kurzfristige Gelder aufnehmen. Weil die europ&auml;ische Schuldenkrise den Interbankenmarkt weitgehend austrocknete, kam Dexia zunehmend in eine Liquidit&auml;tskrise. Zus&auml;tzlich hatte sich die Grossbank mit Investitionen in Griechenland &uuml;bernommen. Auch mit ihren Engagements in Italien und Spanien ist sie unter Druck gekommen. In einer n&auml;chtlichen Sitzung haben sich die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs am fr&uuml;hen Montagmorgen nun auf eine L&ouml;sung geeinigt. Der Konzern wird entlang der nationalen Grenzen aufgespalten und teilweise verstaatlicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/franzoesisch-belgische_grossbank_dexia_wird_fuer_rettung_zerschlagen_1.12917028.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nun muss Griechenland eigentlich gar nicht mehr gerettet werden und man kann gleich dazu &uuml;bergehen, die &uuml;brigen Banken zu retten. Einem Haircut der griechischen Schulden steht nichts mehr im Wege.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Lucas Zeise: Speckt endlich die Banken ab!<\/strong><br>\nStellen wir uns vor, der Bankenrettung zweiter Akt findet so statt, wie es Frau Merkel bisher vage angedeutet hat: Da wird zun&auml;chst das deutsche Rettungsprogramm Soffin wieder angeknipst &ndash; durch einen Beschluss des Bundestags. &Auml;hnlich verfahren alle anderen Euro-L&auml;nder. Um die L&auml;nder zu st&uuml;tzen, die die notwendigen Mittel zur Rettung &ldquo;ihrer&rdquo; Banken nicht aufbringen k&ouml;nnen, werden Befugnisse und Umfang der sich zum Hypersuperfonds entwickelnden EFSF ausgeweitet &ndash; durch weitere Parlamentsbeschl&uuml;sse. Wenn das alles steht, wird Griechenland in die Pleite entlassen. Denn &ndash; so das Kalk&uuml;l &ndash; diese Pleite haut dann keine Bank mehr um.<br>\nEin wahrhaft komplexes St&uuml;tzungsger&uuml;st. Es kann und wird nicht funktionieren.<br>\nErstens, weil die Grund&uuml;berlegung pervers ist, die Banken mit so viel Kapital auszustatten, dass sie eine Staatspleite &uuml;berstehen. Zweitens, weil es im Euro-Europa absurd ist, die Rettung der Banken den nationalen Regierungen zu &uuml;berlassen. Drittens, weil kein Bankenrettungsplan etwas daran &auml;ndern kann, dass in Euroland der Schuldenschnitt eines Landes als Pr&auml;zedenzfall gilt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-von-lucas-zeise-speckt-endlich-die-banken-ab\/60114355.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Heute ist der Finanzsektor viel zu gro&szlig; und zu instabil<\/strong><br>\nPaul Woolley hat mit Finanzgesch&auml;ften ein Verm&ouml;gen gemacht. Jetzt l&auml;sst er an der London School of Economics erforschen, warum die M&auml;rkte verr&uuml;ckt spielen &ndash; und was man dagegen unternehmen kann. Im Interview nimmt er Stellung zum Sinneswandel: &ldquo;Die Investoren setzen auf kurzfristige Bewegungen am Markt und glauben, damit h&ouml;here Rendite erwirtschaften zu k&ouml;nnen, als wenn sie langfristig anlegen w&uuml;rden. Das bringt nur den Akteuren der Finanzindustrie etwas. Sie generieren Geb&uuml;hren, weil ihr Bonus daran gemessen wird. Aber die Renditen, die etwa Pensionskassen mit kurzfristigem Verhalten erzielt haben, lagen in den letzten zehn Jahren nahe null! &hellip; Die Marktpreise f&uuml;r Aktien, Obligationen, Rohstoffe oder Immobilien stimmen nicht mehr mit den realen Werten der Anlagen &uuml;berein. Sie sind v&ouml;llig verzerrt. Entweder schie&szlig;en sie &uuml;ber und es gibt Preisblasen, oder sie kollabieren fast ohne ersichtlichen Grund. &hellip; Seit Investmentfonds in Rohstoffe investieren, stellen sie einen riesigen Flurschaden an. Pl&ouml;tzlich haben gro&szlig;e Anleger kumuliert 500 Milliarden Dollar in Rohstoffe geleitet, die sie gar nicht brauchen. F&uuml;r die Investmentfonds ist es nur ein Spiel. Sie l&ouml;sen damit aber riesige Preisschwankungen aus, und die verzerrten Preise wiederum geben falsche Signale an Produzenten und Konsumenten der Rohstoffe. &hellip; In Gro&szlig;britannien krempeln Pensionskassen, die eigentlich einen langen Anlagehorizont haben sollten, ihr Portefeuille einmal pro Jahr komplett um. In den 25 Jahren, in denen Ihr Vorsorgeverm&ouml;gen angelegt ist, wird es 25 Mal ausgewechselt. Das verursacht enorme Kosten und dient nur den Banken und Fondsmanagern, welche die Wertpapiere verkaufen und kaufen. Die werden reich, nicht Sie! &hellip; Die Finanzindustrie hat verstanden, dass mit dem System unendlich viel Geld zu verdienen ist. Dabei best&uuml;nde ihre Kernaufgabe nur darin, eine Infrastruktur f&uuml;r die Realwirtschaft zu bieten. Geld soll von den Sparern dahin gelenkt werden, wo es gut investiert werden kann. Heute aber sch&ouml;pft die Finanzbranche enorm hohe Renditen ab und bereichert sich auf Kosten der Realwirtschaft. Das gef&auml;hrdet das System. Die Finanzindustrie ist eine zerst&ouml;rerische Kraft geworden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/heute_ist_der_finanzsektor_viel_zu_gross_und_zu_instabil_1.12903836.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Bankenaufsicht legt Stresstest-Latte hoch<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Bankenaufsicht EBA k&ouml;nnte nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zahlreichen Instituten frisches Kapital verordnen. Die EBA pr&uuml;ft derzeit, wie sich eine Zuspitzung der Euro-Krise auf die Bilanzen europ&auml;ischer Banken auswirkt. Dazu werden Abschreibungen auf Staatsanleihen hoch verschuldeter L&auml;nder simuliert. Laut Reuters sollen Geldh&auml;user, deren Kernkapitalquote bei diesem Test unter sieben Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme f&auml;llt, zu einer Kapitalerh&ouml;hung gezwungen werden. &ldquo;Eine bedeutende Anzahl von Banken d&uuml;rfte bei dieser Belastungsprobe durchfallen&rdquo;, zitierte Reuters einen nicht n&auml;her identifzierten Informanten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:schuldenkrise-bankenaufsicht-legt-stresstest-latte-hoch\/60114776.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die bisherigen Stresstests haben wenig gebracht. Auch wenn dieses Mal die Folgen einer Wertberichtigung italienischer und spanischer Papiere gepr&uuml;ft werden sollten, k&ouml;nnte dieser Test wieder daneben liegen. So ist der Zusammenbruch der belgisch-franz&ouml;sische Gro&szlig;bank Dexia nur indirekt der europ&auml;ischen Schuldenkrise anzulasten. Dexias Engagement in Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien, mit dem F&uuml;nfeinhalbfachen des Kernkapitals ist gegen&uuml;ber anderen Banken nicht auff&auml;llig. Dexia ist seiner Gesch&auml;ftsstrategie zum Opfer gefallen, langfristige Verbindlichkeiten mit kurzfristigen Geldern abdecken &ndash; und das wurde in einer Zeit zum Verh&auml;ngnis, in der Banken und Firmen wie Siemens ihr Geld <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/wer_folgt_auf_dexia_1.12934499.html\">lieber bei der EZB anlegen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Griechen sind am fleissigsten<\/strong><br>\nDer deutsche Datenreport 2011 r&auml;umt mit dem Klischee der faulen Griechen auf. Diese arbeiten in Europa pro Woche n&auml;mlich am meisten. Die Studie zeigt auch, wie es um den Wohlstand in Europa steht.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/Arbeitsstunden_der_Europaeer.gif\" alt=\"Arbeitsstunden der Europ&auml;er\" title=\"Arbeitsstunden der Europ&auml;er\"><\/p>\n<p>Quelle Gafik: Arbeitszeit-Daten aus dem Datenreport 2011 und vom Bundesamt f&uuml;r Statistik (Schweiz).<br>\nQuelle Artikel: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/Die-Griechen-sind-am-fleissigsten-\/story\/20517837\">Tagesanzeiger<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gefangen in der Modellwelt<\/strong><br>\nNicht nur Politik und Medien, auch die &Ouml;konomen selbst orientieren sich oft blind an Zahlen. Doch Konjunkturprognosen helfen nur im Verbund mit wirtschaftspolitischen Zielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1140-gefangen-in-der-modellwelt\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Unpopul&auml;res aus der Gesundheitswissenschaft zur Debatte &uuml;ber &bdquo;Jobwunder&ldquo; und &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; im Gesundheitswesen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gruene-bundestag.de\/cms\/gesundheit\/dokbin\/392\/392371.gesundheitsberufe_dr_bernard_braun_unpop.pdf\">Dr. Bernard Braun &ndash; Zentrum f&uuml;r Sozialpolitik Universit&auml;t Bremen [PDF &ndash; 220 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bald Streikverbot f&uuml;r Fluglotsen?<\/strong><br>\nDas langwierige Hin und Her um einen drohenden Fluglotsenstreik verunsichert derzeit zahlreiche deutsche Flugg&auml;ste. Jetzt hat sich der Monopolkommissionschef der Bundesregierung, Justus Haucap, in die Debatte eingemischt. Er will der Sparte das Streiken schwerer machen.<br>\nHaucap forderte eine &ldquo;Missbrauchskontrolle von Spartengewerkschaften&rdquo;. Ein Streikrecht etwa solle nur in &ldquo;extremen F&auml;llen&rdquo; zul&auml;ssig sein, sagte er der &ldquo;Neuen Osnabr&uuml;cker Zeitung&rdquo;. Die Kontrolle dar&uuml;ber k&ouml;nne das Bundeskartellamt &uuml;bernehmen. Die Monopolkommission ist ein unabh&auml;ngiges Gremium, das die Bundesregierung in Fragen des Wettbewerbs ber&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wirtschaft.t-online.de\/fluglotsenstreik-bald-streikverbot-fuer-fluglotsen-\/id_50509214\/index\">T-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Unglaublich. Haucap will also Tarifverhandlungen zu &ldquo;kollektiver Bettelei&rdquo; machen. Im selben Atemzug Lokf&uuml;hrer als besonders privilegierte Berufsgruppe zu erw&auml;hnen, zeugt von wenig Realit&auml;tssinn. In diesem Land haben offensichtlich nur noch Arbeitgeberinteressen eine Lobby &ndash; neu ist, da&szlig; Grundgesetzwidrigkeit so offen und ungeniert ausagiert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Frankreichs Jobcenter-Mitarbeiter verweigern Sanktionen<\/strong><br>\nWas in Deutschland undenkbar w&auml;re, geh&ouml;rt in Frankreich zur politischen Sprache. Zahlreiche franz&ouml;sische Arbeitsagenturangestellte verweigern Sanktionen gegen&uuml;ber Erwerbslosen, sprechen sich gegen die sogenannte Sippenhaft aus und zeigen sich solidarisch mit Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.<br>\nObwohl zahlreiche Sachbearbeiter in den Hartz IV Beh&ouml;rden in Deutschland selbst unter einem st&auml;ndigem Druck arbeiten m&uuml;ssen, teilweise mit Zeitvertr&auml;gen ausgestattet sind und vielmals unter den Arbeitsbedingungen leiden, k&auml;me f&uuml;r die meisten Jobcenter-Mitarbeiter ein Solidarisierung mit den Betroffenen nicht in Frage. Zu gro&szlig; ist die ideologische Verblendung im &bdquo;Sinne des Steuerzahlers&ldquo; Erwerbslose zu schikanieren, obwohl das Grundgesetz und die Menschenw&uuml;rde in vielen Punkten in Deutschland offensichtlich mit F&uuml;&szlig;en getreten wird. W&uuml;rde das Grundgesetz beachtet werden, w&uuml;rde die freie Berufswahl, die freie Wahl des Wohnortes und die W&uuml;rde eines jeden Hilfesuchenden und der Angeh&ouml;rigen beachtet werden. In Frankreich herrschen teilweise &auml;hnliche Sozialgesetze, die ebenfalls darauf abzielen, Arbeitslose mit Sanktionen und Schikanen zu drangsalieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/frankreich-arge-mitarbeiter-verweigern-sanktionen-388991.php\">gegen-hartz.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der unbequeme Richter<\/strong><br>\nAm Bundesgerichtshof geht es zu wie im Vatikan: Nichts soll nach drau&szlig;en dringen. Der Bundesrichter Thomas Fischer h&auml;lt sich nicht daran und macht sich mit klaren Ansichten &uuml;ber den Zustand des Rechtsstaats Feinde. Jetzt hat ihn der BGH-Pr&auml;sident Klaus Tolksdorf fallen lassen. Wie ein f&auml;higer Jurist fertiggemacht wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/41\/DOS-BGH\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers Thorsten Hild:<\/strong> Dieser Artikel ist schon aufgrund seiner gl&auml;nzend gelungenen Schilderung des komplexen Hergangs bemerkenswert &ndash; er spricht dar&uuml;ber hinaus aber ein Ph&auml;nomen an, das nicht nur beim hohen Gericht, sondern auch im &ldquo;hohen Hause&rdquo; (in dem laut Wehner &ldquo;nichts hoch ist, au&szlig;er die Decke&rdquo;), dem Deutschen Bundestag also, wie auch sicherlich in vielen Unternehmen und anderen Organisationen nicht eben selten anzutreffen ist: dass diejenigen, die mit eigenen, auch kritischen Gedanken auftreten und Dinge beim Namen nennen, allzu h&auml;ufig als streitbare, unbequeme Geister, als &ldquo;St&ouml;renfriede&rdquo; abgestraft und mit unlauteren Methoden ausgegrenzt werden; die Kluft zwischen politischem Anspruch und pers&ouml;nlicher Wirklichkeit ist dabei gerade im Politikbetrieb teils erschreckend tief; &ldquo;soziales Gewissen&rdquo; und pers&ouml;nliche Gewissenlosigkeit scheinen sich keineswegs wie selbstverst&auml;ndlich auszuschlie&szlig;en. Nur selten dringt dies einmal so nach drau&szlig;en wie im Umgang Sch&auml;ubles mit seinem Pressesprecher.<br>\nDie allerorts im Kleinen wie im Gro&szlig;en zu beobachtende, mangelnde Streitkultur und Konfliktf&auml;higkeit und die statt dessen bl&uuml;hende, teils offen, teils versteckt denunziatorisch ausgetragene Mobbingkultur sind m.E. Ausdruck und Ergebnis einer Sozialisierung, die in vielen F&auml;llen durch mangelndes Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen und fehlende R&uuml;cksichtnahme gekennzeichnet ist und eine entsprechende Gef&uuml;hlsk&auml;lte und R&uuml;cksichtslosigkeit auch hervorbringt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Schwarzer Sonntag in Kairo<\/strong><br>\nDie &auml;gyptische Hauptstadt erlebt den blutigsten Tag seit der Revolution. Was aussieht wie Gewalt zwischen Christen und Muslimen, ist eher ein Kampf zwischen dem Milit&auml;r und seinen Gegnern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F10%2F11%2Fa0085&amp;cHash=1b8979b29b\">taz<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Auf sich allein gestellt<\/strong><br>\nOb Tunesien und &Auml;gypten eine demokratische Zukunft haben, h&auml;ngt von ihrer wirtschaftlichen Entwicklung ab. Privatisierungen sind Gift.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F10%2F11%2Fa0094&amp;cHash=fab6ff2419\">taz<\/a><\/p>\n<p>Dazu noch: <strong>&Auml;gypten sucht vergeblich Ruhe<\/strong><br>\n&Auml;gyptens Ministerpr&auml;sident Sharaf hat den Ort der m&ouml;rderischen Auseinandersetzungen in Kairo besucht. Er klagte &uuml;ber die Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten, aber auch dem Volk und der herrschenden Armee.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/kairo_zukunftsangst_1.12925699.html\">NZZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So sehr die Opfer dieser Auseinandersetzungen zu beklagen sind, so bedauerlich ist es, dass es erst dieses Ereignisses bedurfte, um &Auml;gypten kurzfristig wieder in die Schlagzeilen zu bringen. Wir alle wissen, aus historischer Erfahrung, dass es fast in jeder Revolution zun&auml;chst einmal schlimmer kommen kann. In &Auml;gypten haben wir zurzeit eine kaum verschleierte Milit&auml;rdiktatur. Seit Februar wurden rund 12.000 Zivilisten vor ein Milit&auml;rtribunal gestellt, mehr als in 30 Jahren Mubarak. Von den knapp 800 Freigesprochenen sind die meisten Polizisten oder andere, die dem Milit&auml;rregime nahe stehen. Die Medien stehen unter repressiven Druck des Milit&auml;rs. Sachliche Kritik ist zwar erlaubt, wird aber sehr eng ausgelegt und ger&auml;t schnell als &ldquo;Beleidigung der Armee&rdquo; zum Delikt, was auch f&uuml;r jeden Zivilisten gilt. Mindestens ein Drittel der &auml;gyptischen Volkswirtschaft soll sich in H&auml;nden der Armee befinden. Die Armee besitzt riesige L&auml;ndereien und produziert fast alles, vom Auto bis zum Mineralwasser. Durch Immobiliengesch&auml;fte sind etliche Gener&auml;le zu gro&szlig;em Reichtum gekommen. Den von Gamal Mubarak, dem zweiten Sohn des gest&uuml;rzten Pr&auml;sidenten, gef&ouml;rderten Oligarchen m&ouml;gen jetzt durch das Milit&auml;r Grenzen aufgezeigt werden, heute aber bilden die Interessen des Milit&auml;rs und der mit Ihnen verbundenen alten Eliten den ersten Widerstandswall f&uuml;r Reformen.<br>\nDie Gesellschaft befindet sich in der Fr&uuml;hphase eines wahrscheinlich jahrzehntelangen Kampfes um ein neues &Auml;gypten. Wo aber bleiben unsere Medien um diesen Kampf zu beobachten und zu analysieren. Wie wird sich die &auml;gyptische Wirtschaftspolitik entwickeln? Wird &Auml;gyptens Regierung eher islamistisch oder s&auml;kular ausgerichtet sein? Wird man die ehemaligen Mitglieder der Regierungspartei zumindest zeitweise aus der Regierung heraushalten k&ouml;nnen? Wann und wie wird eine zivile Kontrolle &uuml;ber das Milit&auml;r herbeigef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen? Kann bzw. soll das Ausland auf diese Prozesse Einfluss nehmen? Und wenn, wie? Fragen &uuml;ber Fragen. Dabei sind unsere Journalisten kaum in der Lage, die neuen Akteure, die neuen Parteien zu identifizieren und vorzustellen, geschweige denn die Verflechtung von Milit&auml;r, Wirtschaft und Politik aufzuzeigen. Kaum einmal erfahren wir mit Daten zur Volkswirtschaft, zur sozialen Lage, dabei muss man dazu nicht einmal unbedingt arabisch k&ouml;nnen. Dass z.B. gegen streikende Fabrikarbeiter und Staatsangestellte zahlreicher Betriebe mit Notstandsgesetze vorgegangen wird, wird relativ entlegen <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2011\/40\/44079.html\">berichtet<\/a>.<br>\nWo bleibt eine nachhaltige und tiefergehende Berichterstattung &uuml;ber die Arabische Revolution im medialen Mainstream?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Staatstrojaner<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heribert Prantl &ndash; Trojaner fressen Grundrecht auf<\/strong><br>\nSp&auml;hen, lauschen, infiltrieren: Staatstrojaner verwandeln den privaten PC in eine staatliche Spionageanlage. Eine solche Computerwanze ist ein Hohn auf alles, was das Bundesverfassungsgericht zum Schutz der Privatheit geschrieben hat. Aber selbst das h&ouml;chste Gericht ist an den Ausw&uuml;chsen der staatlichen Schn&uuml;ffelei nicht ganz unschuldig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/staatliche-daten-spionage-trojaner-fressen-grundrecht-auf-1.1158728\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Heimlicher Einbruch bei Dieben<\/strong><br>\nBayerns LKA bricht auch mal heimlich in ein Firmenb&uuml;ro ein, um Schn&uuml;ffelsoftware zu installieren. Bisher haben Staatstrojaner mehr als 160.000 Screenshots angefertigt &hellip;<br>\nKein einziger Fall, in dem der bayrische Trojaner bisher eingesetzt wurde, war ein auch nur ann&auml;hernd so extremer Fall. Herrmann kann die neue Aufregung nicht verstehen und verteidigt den Einsatz Spionagesoftware. Er sagte der &ldquo;Passauer Neuen Presse&rdquo;, das LKA habe &ldquo;ausschlie&szlig;lich rechtlich zul&auml;ssige, von Ermittlungsrichtern angeordnete Ma&szlig;nahmen&rdquo; angewandt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/!79701\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Trojaner-Hersteller beliefert&nbsp;etliche Beh&ouml;rden und Bundesl&auml;nder<\/strong><br>\nSchn&uuml;ffeltechnik f&uuml;r Baden-W&uuml;rttemberg und das Zollkriminalamt: Der Hersteller des offenbar&nbsp;st&uuml;mperhaft programmierten Staatstrojaners hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen viele deutsche Beh&ouml;rden beliefert &ndash; f&uuml;r Millionen Euro.&nbsp;Der Ex-Chef der Vorg&auml;ngerfirma wurde einst wegen Beamtenbestechung verurteilt.<br>\nDigiTask d&uuml;rfte mit &ouml;ffentlichen Auftr&auml;gen in den vergangenen Jahren Millionen von Euro umgesetzt haben.<br>\nIn der Online-Datenbank des &ldquo;Supplements zum Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union&rdquo; finden sich mehrere Auftr&auml;ge, die deutsche Beh&ouml;rden an das Unternehmen DigiTask vergeben haben &hellip;<br>\nDigiTask hat eine bewegte Vergangenheit: Im Jahr 2002 wurde der damalige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Firmeninhaber vom Landgericht K&ouml;ln zu 21 Monaten Bew&auml;hrungsstrafe und einer Geldbu&szlig;e von 1,5 Millionen Euro verurteilt. In dem Verfahren ging es um die jahrelange Bestechung von Beamten &ndash; ausgerechnet von Mitarbeitern des Zollkriminalamts K&ouml;ln, die im Gegenzug die Firma bei Auftr&auml;gen bevorzugten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/0,1518,791112,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Auf der Spur des Trojaners<\/strong><br>\nDas Unternehmen ist nach Angaben des Wirtschaftsauskunftsdienstes von Creditreform eine hundertprozentige Tochter der Wirtschaftsberatung Deloitte. Das Beratungsunternehmen teilte dazu auf Nachfrage jedoch mit:&nbsp;&bdquo;Deloitte Deutschland hatte von 2000 bis 2005 in Abstimmung mit Ermittlungsbeh&ouml;rden treuh&auml;nderisch Gesellschafteranteile der Firma DigiTask verwaltet &ndash; diese wurden aber bereits am 5. Mai 2006 notariell beglaubigt r&uuml;ck&uuml;bertragen, so dass Deloitte Deutschland zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Gesch&auml;ftsbeziehungen zum Unternehmen DigiTask unterh&auml;lt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/technik-wissen\/auf-der-spur-des-trojaners-484728\/\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Frage steht im Raum, ob Creditreform Recht hat oder ob die Angaben von Deloitte zutreffen. Dar&uuml;ber hinaus sollte Deloitte aufkl&auml;ren, ob dieses Beratungsunternehmen auch nach R&uuml;ck&uuml;bertragung der Gesellschafteranteile der Firma DigiTask noch in gesch&auml;ftlicher Verbindung stand. Zumindest der Spitzelskandal der Deutschen Telekom reicht allerdings bis vor 2006 zur&uuml;ck. Laut WiWo geh&ouml;rte auch die Telekom zu den <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen-maerkte\/abhoertechnik-wo-007-einkauft-297923\/\">DigiTask-Kunden<\/a>. Hat es Deloitte damals interessiert, was mit den Abh&ouml;rger&auml;ten der Firma DigiTask geschieht?<br>\nNebenbei: Es ist ganz interessant wer alles im Unternehmensbeirat von Deloitte sitzt:<\/em><\/p>\n<p>Vorsitzender ist der ehemalige bayerische Ministerpr&auml;sident Edmund Stoiber.<\/p>\n<p>Mitglieder sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. Utz Claassen, ehem. Vorstandsvorsitzender EnBW<\/li>\n<li>Rolf Eckrodt, AR-Vorsitzender der Tognum AG<\/li>\n<li>Prof. Dr. Peter Gruss, Pr&auml;sident der Max-Planck-Gesellschaft<\/li>\n<li>Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Pr&auml;sident der TU M&uuml;nchen<\/li>\n<li>Prof. Dr. Bernd Huber, Pr&auml;sident der LMU M&uuml;nchen<\/li>\n<li>Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing, ehem. Direktorium EZB<\/li>\n<li>Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats<\/li>\n<li>Prof. Dr. Hubert Markl, Pr&auml;sident (em.) der Max-Planck-Gesellschaft<\/li>\n<li>Liz Mohn, stellv. Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung<\/li>\n<li>Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender Otto-Group<\/li>\n<li>Maria-Elisabeth Schaeffler, Gesellschafterin INA Holding KG<\/li>\n<li>Dr. h.c. Otto Schily, ehem. Bundesminister des Innern<\/li>\n<li>Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro, Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrats<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/60247\/1510056\/deloitte-gruendet-unternehmensbeirat\">na-Presseportal<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kanzlerin in Vietnam &ndash; Hier haut Merkel auf die Pauke<\/strong><br>\nDeutschland und Vietnam wollen strategische Partner werden!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/angela-merkel\/kanzlerin-auf-staatsbesuch-in-vietnam-20396316.bild.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.H.:<\/strong> Die Heuchelei der Kanzlerin ist untertr&auml;glich &ndash; Hier einmal der Auszug was Amnesty International &uuml;ber Vietnam so <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/laenderbericht\/vietnam\">schreibt<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><strong>Vietnam<\/strong><br>\nDie Rechte auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit unterlagen 2010 weiterhin erheblichen Einschr&auml;nkungen. Es wurden neue Bestimmungen zur &Uuml;berwachung des Internets eingef&uuml;hrt. Die brutale Unterdr&uuml;ckung von friedlichen Dissidenten und f&uuml;r die Menschenrechte engagierten Personen hielt an. Die Beh&ouml;rden griffen zunehmend auf die Anklage des Versuchs zum &ldquo;Umsturz&rdquo; der staatlichen Ordnung zur&uuml;ck, wenn sie gegen friedliche Dissidenten vorgingen. Gegen gewaltlose politische Gefangene ergingen nach unfairen Verfahren lange Haftstrafen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Aber wehe, man gratuliert dem alten Fidel Castro zum Geburtstag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Der Fall Guttenberg &ndash; Vernichtungsschlag der Wissenschaft<\/strong><br>\nDer &ldquo;Fall Guttenberg&rdquo; hat im Fr&uuml;hjahr des Jahres zu heftigen Diskussionen gef&uuml;hrt. Frauke Schulz hat f&uuml;r den Blog des Instituts f&uuml;r Demokratieforschung nun den f&auml;cher&uuml;bergreifenden wissenschaftlichen Sammelband &bdquo;Inszenierung als Beruf. Der Fall Guttenberg&ldquo; gelesen, der den Ablauf des Skandals analysiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/blog\/goettinger-demokratie-forschung\/2011-10-11\/der-fall-guttenberg-vernichtungsschlag-der\">Cicero<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispers zur Bankenrettung<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr2.de\/unterhaltung\/kabarett\/volker_pispers102.html\">WDR2<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Eine globale Bewegung entsteht; Burn-out der Politik; Sozialbericht f&uuml;r Deutschland &ndash; Einmal arm, immer arm; USA in der Krise &ndash; Amerikas Reiche &ndash; und der gro&szlig;e Rest; Wenn die Super-Reichen noch reicher werden; Ulrike Herrmann: Pakete und Pleiten; Zweite Bankenkrise; Die Griechen sind am fleissigsten; Gefangen in der Modellwelt;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10964\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10964","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10964"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10964\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10969,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10964\/revisions\/10969"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}