{"id":10980,"date":"2011-10-13T09:01:29","date_gmt":"2011-10-13T07:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10980"},"modified":"2014-11-26T09:10:46","modified_gmt":"2014-11-26T08:10:46","slug":"datenreport-2011-wichtiges-in-kurze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10980","title":{"rendered":"Datenreport 2011 \u2013 Wichtiges in K\u00fcrze"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche ist zum 13. Male der <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pk\/2011\/datenreport2011\/datenreport2011__pk,templateId=renderPrint.psml#Zur%20%C3%9Cbersichtsseite%20der%20Pressekonferenz\">Datenreport<\/a> ver&ouml;ffentlicht worden. Er wird von der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung zusammen mit dem Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin und dem SOEP am Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung herausgegeben. Der Datenreport liefert nicht nur eine gro&szlig;es Angebot an statistischen Daten und sozialwissenschaftlichen Analysen, er erlaubt dar&uuml;ber hinaus einen konkreteren und differenzierteren &Uuml;berblick &uuml;ber die gesellschaftlichen Lebensverh&auml;ltnisse und deren Entwicklungen als der &uuml;bliche &bdquo;Universalindikator f&uuml;r gesellschaftliche Wohlfahrt&ldquo;, n&auml;mlich das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Zusammenstellung der Daten umfasst weit &uuml;ber 400 Seiten. Um Ihnen Lesearbeit zu ersparen, ver&ouml;ffentlichen wir eine Auswahl Aussagen, die aus unserer Sicht f&uuml;r die Leser der NachDenkSeiten von besonderem Interesse sein k&ouml;nnten. Von Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nEs handelt sich bei den nachfolgenden Texten um Zitate, f&uuml;r die gew&auml;hlten Formulierungen oder Bewertungen sind die Autoren des Reports verantwortlich. Die Aussagen jeweils zu kommentieren, w&uuml;rden den Rahmen dieser Darstellung sprengen. Wir gehen davon aus, dass unsere Leserinnen und Leser aufgrund der laufenden Informationen auf den NachDenkSeiten ihr eigenes Urteil bilden k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Das Wichtigste vorab<\/strong><\/p><p><strong>16 % armutsgef&auml;hrdet<\/strong><br>\nIm Jahr 2008 waren knapp 16 % der Bev&ouml;lkerung armutsgef&auml;hrdet.<br>\nArmutsgef&auml;hrdung zeigt sich im Alltag besonders im Bereich &bdquo;Wohnen&ldquo;: Jeder dritte Armutsgef&auml;hrdete (32 %) sah sich nach eigener Einsch&auml;tzung durch die Wohnkosten finanziell schwer belastet. Bei der nicht armutsgef&auml;hrdeten Bev&ouml;lkerung war es knapp jeder F&uuml;nfte (18 %). 16 % der armutsgef&auml;hrdeten Personen konnten nach eigener Angabe ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, bei dem Anteil der nicht Armutsgef&auml;hrdeten traf dies lediglich bei 4 % zu. Fast jeder dritte Armutsgef&auml;hrdete (30 %) war nicht in der Lage, zumindest jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder entsprechenden vegetarischen Zutaten einzunehmen. Bei den nicht Armutsgef&auml;hrdeten lag der Anteil nur bei 6 %.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pk\/2011\/datenreport2011\/statement__egeler,property=file.pdf\">Statement von Pr&auml;sident Roderich Egeler, Statistisches Bundesamt [PDF &ndash; 90 KB]<\/a><\/p><p><strong>Risiko des Verbleibs in Armut steigt leicht an<\/strong><br>\nDie zeitliche Stabilit&auml;t oder Instabilit&auml;t von Einkommenslagen gibt Auskunft &uuml;ber Chancen der Verbesserung bzw. Risiken der Verschlechterung des materiellen Wohlstands &uuml;ber einen bestimmten Zeitraum. Betrachtet man die untersten 20% der Einkommensverteilung (= unterstes Quintil), dann hat sich das Risiko, l&auml;ngerfristig im untersten Einkommensbereich zu verbleiben, seit den 1980er Jahren von 57% auf 65% erh&ouml;ht. Das hei&szlig;t: Weniger Menschen gelingt es, ihre Einkommenssituation zu verbessern. Auch der zeitliche Verbleib im 4. Quintil der vergleichsweise Wohlhabenden hat sich deutlich erh&ouml;ht: von 38% auf 51%.<br>\nHei&szlig;t das nun: einmal arm immer arm? Um diese Frage beantworten zu k&ouml;nnen, messen wir, in welchem Umfang Personen in verschiedenen Einkommensschichten eines Jahres, in den vier Jahren zuvor unter der Armutsgrenze lagen. Die Ergebnisse zeigen, dass fast 87% der Personen, die 2009 unter der Armutsgef&auml;hrdungsquote lagen, bereits in den vier Jahren zuvor mindestens einmal von Armut betroffen waren, ein Drittel war dauerhaft, also &uuml;ber f&uuml;nf Jahre, arm.<br>\nInsgesamt hat im Zeitverlauf der Anteil der Personen, die im zur&uuml;ckliegenden Zeitraum von vier Jahren mindestens einmal unter der Armutsgrenze lagen, zugenommen, wobei insbesondere mehrfache oder dauerhafte Armutserfahrungen angestiegen sind. Kurzfristige Armutserfahrungen reichen bis weit in mittlere Einkommenslagen hinein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pk\/2011\/datenreport2011\/statement__habich-_20pdf_20noch_20erstetzen_21_21_21,property=file.pdf\">Statement von Dr. Roland Habich (WZB) [PDF &ndash; 110 KB]<\/a><\/p><p><strong>Bildungsniveau steigt, bleibt aber vom Ausbildungsstand der Eltern abh&auml;ngig<\/strong><br>\n2009 hatten ein Viertel (25%) der deutschen Bev&ouml;lkerung und gut die H&auml;lfte der in Deutschland lebenden Ausl&auml;nder (53%) ab 25 Jahren (noch) keinen beruflichen Bildungsabschluss hatten.<br>\n2009 hatten 43% der 25- bis unter 30-J&auml;hrigen eine Zulassung zur Fachhochschule oder Hochschule in der Tasche. Heute studieren in Deutschland mit 2,12 Millionen Menschen so viele wie nie zuvor.<br>\nBildung wird immer weiblicher: Hatten 2009 von den Personen ab 60 Jahren nur 9% der weiblichen Bev&ouml;lkerung das Abitur (und 21% der m&auml;nnlichen Bev&ouml;lkerung), waren es in der Altersgruppe der 25- bis unter 30-J&auml;hrigen bereits 46% Frauen (und 41% M&auml;nner). 2009 waren die H&auml;lfte (50%) der Studierenden im 1. Hochschulsemester und etwas &uuml;ber die H&auml;lfte (51%) der Hochschulabsolventen Frauen. Das entspricht fast den Geschlechterverh&auml;ltnissen in der Gesamtbev&ouml;lkerung und ist somit ein gro&szlig;er Erfolg.<br>\nNur jede zehnte Professorenstelle in der h&ouml;chsten Besoldungsstufe (C4) an Hochschulen war 2009 mit einer Frau besetzt.<br>\nIn keinem anderen Land sind die Bildungschancen f&uuml;r junge Menschen in der Weise abh&auml;ngig vom Ausbildungsstand ihrer Eltern, wie es in Deutschland der Fall ist.<br>\nBildung bleibt unter sich. Nur 10% der Gymnasiasten kamen 2009 aus Familien, in denen die Eltern einen Hauptschulabschluss oder gar keinen allgemeinen Schulabschluss gemacht hatten. Demgegen&uuml;ber besuchten 60% der Kinder das Gymnasium, deren Eltern selbst das Abi in der Tasche hatten&hellip; Die Hauptschule verschwindet.<br>\n2009 hatten von allen Gymnasiasten in Deutschland 23% einen Migrationshintergrund. Auch die Sch&uuml;lerschaft an den Hauptschulen bestand mit 43% nicht einmal zur H&auml;lfte aus Kindern aus Migrantenfamilien &ndash; auch wenn dies h&auml;ufig anders wahrgenommen wird.<br>\nBemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der hohe Anteil von Migrantinnen gegen&uuml;ber deutschen Frauen: 2009 hatten 28% der in Deutschland lebenden Ausl&auml;nderinnen die Fachhochschul- und Hochschulreife gegen&uuml;ber 24% bei den deutschen Frauen. Dabei darf nat&uuml;rlich nicht unerw&auml;hnt bleiben, dass im gleichen Jahr knapp 19% der ausl&auml;ndischen Bev&ouml;lkerung &uuml;berhaupt keinen Schulabschluss (bei der deutschen Bev&ouml;lkerung waren es 2%) und etwa die H&auml;lfte aller in Deutschland lebenden Ausl&auml;nderinnen und Ausl&auml;nder keinerlei beruflichen Bildungsabschluss hatten (53% gegen&uuml;ber 25% der Deutschen). Hier schlie&szlig;t sich der Kreis: Denn die in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten in Deutschland sind Teil unserer Gesellschaft und m&uuml;ssen in das Bildungssystem integriert werden, um ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu erm&ouml;glichen.<br>\nDer Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt 2009 (ist) mit 6,8% ganz n&uuml;chtern betrachtet zu gering&hellip;, um der &ouml;konomischen Relevanz von Bildung gerecht zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pk\/2011\/datenreport2011\/statement__krueger,property=file.pdf\">Statement von Thomas Kr&uuml;ger, Pr&auml;sident der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung\/bpb [PDF &ndash; 40 KB]<\/a><\/p><p><strong>Bildung und Gesundheit<\/strong><br>\nDie H&ouml;he der erworbenen Bildung wirkt auf verschiedenen Wegen auf den Gesundheitszustand &ndash; zum Beispiel h&auml;ngen Bildungsniveau und Stellung in der Arbeitswelt bekanntlich zusammen, mit dem Erwerbsstatus sind wiederum spezifische berufsbezogene Belastungen verbunden. Bildung hat au&szlig;erdem einen unmittelbaren Einfluss auf das Gesundheitsbewusstsein und entsprechende Verhaltensweisen.<br>\nNiedrige Bildungsgruppen berichten &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig, in den letzten vier Wochen unter starken Schmerzen gelitten zu haben. M&auml;nner mit niedriger Bildung haben demnach ein 2,2-mal h&ouml;heres Risiko unter Schmerzen zu leiden als M&auml;nner der hohen Bildungsgruppe; bei Frauen ist das Risiko 2,6-mal so gro&szlig;.<br>\nDer deutliche Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheitsbewusstsein bzw. -verhalten kann beim Tabakkonsum und bei sportlicher Aktivit&auml;t nachgewiesen werden: M&auml;nner mit niedriger Bildung haben demnach ein 1,9-mal h&ouml;heres Risiko und Frauen ein 2,3-mal h&ouml;heres Risiko zu rauchen. Bei niedriger Bildung sind M&auml;nner 3,1-mal und Frauen 2,7-mal weniger h&auml;ufig sportlich aktiv als Gleichaltrige aus h&ouml;heren Bildungsgruppen.<br>\nDie Bedeutung der Bildung zeigt sich auch bei der Lebenserwartung: M&auml;nner im Alter von 45 Jahren, die &uuml;ber Abitur oder Fachhochschulreife verf&uuml;gen, leben im Durchschnitt 5,3 Jahre l&auml;nger als gleichaltrige M&auml;nner, die lediglich &uuml;ber einen mit Hauptschulabschluss oder &uuml;ber keinen Schulabschluss verf&uuml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pk\/2011\/datenreport2011\/statement__habich-_20pdf_20noch_20erstetzen_21_21_21,property=file.pdf\">Statement von Dr. Roland Habich (WZB) [PDF &ndash; 110 KB]<\/a><\/p><p><strong>Der famili&auml;re Hintergrund bestimmt die Bildung der Kinder:<\/strong><br>\nJe h&ouml;her der allgemeine oder berufliche Abschluss der Eltern, desto geringer waren die Sch&uuml;leranteile an Hauptschulen sowie Einrichtungen des &Uuml;bergangssystems, und desto h&ouml;her waren die Sch&uuml;leranteile an Gymnasien.<br>\nW&auml;hrend nur 10 % der Gymnasiasten in Familien aufwuchsen, in denen die Eltern einen Hauptschulabschluss oder keinen allgemeinen Schulabschluss als h&ouml;chsten Schulabschluss besa&szlig;en, war der Anteil der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler mit diesem sozialen Status an Hauptschulen mit 56% fast sechsmal so hoch. Dagegen fanden sich an Gymnasien haupts&auml;chlich Kinder, deren Eltern die (Fach-) Hochschulreife aufwiesen (59 %). An Hauptschulen war diese Sch&uuml;lergruppe mit nur 13% vertreten.<br>\n&Auml;hnliche herkunftsbedingte Muster zeigt auch die Verteilung der Kinder auf die Schularten anhand des h&ouml;chsten beruflichen Bildungsabschlusses in der Familie.<br>\nAuch hier stammten die wenigsten Kinder (6 %) an Hauptschulen aus Familien mit hohem Bildungsniveau. Fast f&uuml;nfmal h&ouml;her war dagegen der Anteil der Kinder aus bildungsfernen Familien. An Gymnasien waren die Verh&auml;ltnisse &ndash; wie auch beim h&ouml;chsten allgemeinen Schulabschluss &ndash; entgegengesetzt: 42%der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler stammten hier aus<br>\nFamilien mit einem Universit&auml;ts- oder Fachhochschulabschluss. Nur 5 % der Gymnasiasten lebten in Familien, in denen kein Elternteil einen beruflichen Abschluss hatte.<br>\nNeben dem elterlichen Bildungsabschluss hat auch der Migrationshintergrund einen gro&szlig;en Einfluss auf die Art der besuchten Schule. Insgesamt wiesen 2009 28% der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler einen Migrationshintergrund auf. Die gr&ouml;&szlig;te Herkunftsgruppe waren dabei t&uuml;rkischst&auml;mmige Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler.<br>\nDie deutlichsten Unterschiede der Zusammensetzung der Sch&uuml;lerschaft fanden sich erneut an Hauptschulen und Gymnasien:<br>\nder Anteil der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler mit Migrationshintergrund war mit 43 % an Hauptschulen rund doppelt so hoch wie an Gymnasien. Zudem unterscheidet sich auch die Zusammensetzung der Kinder mit Migrationshintergrund nach Herkunftsgruppen zwischen<br>\nden Schularten deutlich. T&uuml;rkischst&auml;mmige Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler bildeten an Hauptschulen und im &Uuml;bergangssystem mit Abstand die gr&ouml;&szlig;te Herkunftsgruppe.<br>\nDagegen stammten die meisten Gymnasiasten mit Migrationshintergrund aus Staaten der Europ&auml;ischen Union bzw. aus sonstigen nicht-europ&auml;ischen L&auml;ndern.<br>\n&hellip;<br>\nVon den 1,57 Mill. Jugendlichen, die sich 2009 in einer Berufsausbildung im Dualen System befanden, waren rund 76 000 Ausl&auml;nder. Ihr Anteil an den Auszubildenden ist seit Mitte der 1990er Jahre parallel zur Verschlechterung auf dem Ausbildungsstellenmarkt von 8% auf 5%<br>\ngesunken. Im Vergleich zum Ausl&auml;nderanteil an den Absolventen allgemeinbildender Schulen (2009: 10 %) waren Ausl&auml;nder im Dualen System unterrepr&auml;sentiert.<br>\n&hellip;<br>\nNicht alle Jugendlichen, die ihre Ausbildung beginnen, bringen diese auch zum Abschluss. Rund ein F&uuml;nftel (23 %) l&ouml;ste den Ausbildungsvertrag vor Erreichen der Abschlusspr&uuml;fung auf.<br>\n&hellip;<br>\nMit 2,12 Millionen Studierenden waren im Wintersemester 2009\/2010 so viele Studierende wie nie zuvor an deutschen Hochschulen eingeschrieben.<br>\n&hellip;<br>\nInsgesamt schrieben sich im Studienjahr 2009 rund 424 000 Studienanf&auml;nger an deutschen Hochschulen ein.<\/p><p><strong>Medizin wird weiblich:<\/strong><br>\nIn den F&auml;chergruppen Veterin&auml;rmedizin (83 %), Sprach- und Kulturwissenschaften (74 %), Humanmedizin\/ Gesundheitswissenschaften (68 %) sowie Kunst\/Kunstwissenschaft (64 %) waren die Studienanf&auml;ngerinnen deutlich in der Mehrheit.<\/p><p><strong>Ingenieure bleiben m&auml;nnlich:<\/strong><br>\nIn der F&auml;chergruppe Ingenieurwissenschaften (22 %) waren Studienanf&auml;ngerinnen hingegen deutlich unterrepr&auml;sentiert.<\/p><p><strong>Bachelor- Masterstudien werden zur Regel:<\/strong><br>\nIm Wintersemester 2009\/2010 begannen fast drei Viertel der Studienanf&auml;nger und -anf&auml;ngerinnen (im ersten Fachsemester) ein Bachelor- oder Masterstudium&hellip;<br>\nIm Jahr 2009 verlie&szlig;en bereits ebenfalls 21 % (72 000) der Absolventinnen und Absolventen die Hochschule mit einem Bachelorabschluss. Somit hat sich die Zahl der Bachelorabschl&uuml;sse von 2007 bis 2009 verdreifacht. Rund 6% (21000) erreichten einen Masterabschluss.<\/p><p><strong>Teilzeitbesch&auml;ftigung an Hochschulen nimmt zu<\/strong><br>\nDer Anteil der Teilzeitbesch&auml;ftigten ist in der Gruppe des hauptberuflichen wissenschaftlichen und k&uuml;nstlerischen Personals von fast 24% im Jahr 1999 auf 35 % im Jahr 2009 gestiegen&hellip;<br>\nDie Gruppe des nebenberuflichen wissenschaftlichen Personals ist in den letzten zehn Jahren um 64% gewachsen. Im Jahr 2009 waren 102 000 Personen in dieser Gruppe besch&auml;ftigt, gegen&uuml;ber 62 500 im Jahr 1999&hellip;<\/p><p><strong>Teures Medizinstudium, billigere Buchwissenschaften<\/strong><br>\nDie Hochschulen in &ouml;ffentlicher und privater Tr&auml;gerschaft in Deutschland gaben im Jahr 2008 f&uuml;r Lehre, Forschung und Krankenbehandlung insgesamt 36 Mrd. Euro aus. Die Ausgaben setzen sich zusammen aus den Ausgaben f&uuml;r das Personal, f&uuml;r den laufenden Sachaufwand sowie f&uuml;r Investitionen. Die Ausgaben der Hochschulen werden im besonderen Ma&szlig;e durch die F&auml;cherstruktur bestimmt.<br>\n47 % der Ausgaben entfielen auf die medizinischen Einrichtungen. Der Anteil der eingeschriebenen Studierenden in Humanmedizin bzw. Gesundheitswissenschaften lag im Wintersemester 2008\/2009 aber nur bei knapp 6 %. Dem gegen&uuml;ber waren in den F&auml;chergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprach- und Kulturwissenschaften zusammen im Jahr 2008 weit &uuml;ber die H&auml;lfte (52 %) aller Studierenden eingeschrieben. Allerdings betrug ihr Anteil an den gesamten Ausgaben im Hochschulbereich<br>\nlediglich gut 10%&hellip;<br>\nIm Jahr 2008 betrugen die laufenden Grundmittel an deutschen Hochschulen durchschnittlich 7 300 Euro je Studierenden. Bei Betrachtung der laufenden Zusch&uuml;sse nach F&auml;chergruppen differierten die Angaben im Jahr 2008 von 4 200 Euro je Studierenden der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zu 29 700 Euro je Studierenden der Humanmedizin bzw. Gesundheitswissenschaften.<\/p><p><strong>Frauen holen auf, ihr Anteil nimmt aber auf den weiterf&uuml;hrenden Qualifikationsstufen ab<\/strong><br>\nDie H&auml;lfte der Studierenden im ersten Hochschulsemester und etwas &uuml;ber die H&auml;lfte (51%) der Hochschulabsolventen war im Jahr 2009 weiblich. Auch der Frauenanteil auf weiterf&uuml;hrenden Qualifikationsstufen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, allerdings nimmt er mit steigendem Qualifikationsniveau und Status der einzelnen Positionen auf der akademischen Karriereleiter kontinuierlich ab.<br>\nW&auml;hrend im Jahr 2009 immerhin bereits 44 % der Doktortitel von Frauen erworben wurden, lag die Frauenquote bei den Habilitationen erst bei 24%.<br>\nRund 52 % der im Jahr 2009 an deutschen Hochschulen Besch&auml;ftigten waren weiblich (297 000), was in etwa dem Frauenanteil an der Gesamtbev&ouml;lkerung entspricht. In beruflichen Positionen im Bereich Forschung und Lehre sind Frauen allerdings immer noch unterrepr&auml;sentiert: Ihr Anteil lag in der Gruppe des wissenschaftlichen und k&uuml;nstlerischen<br>\nPersonals bei 35% und in der Gruppe der hauptberuflich Besch&auml;ftigten ebenfalls bei 35%. Unter der Professorenschaft ist der Frauenanteil in den vergangenen zehn Jahren angestiegen und erreichte 2009 mit 18 % einen H&ouml;chstwert, am niedrigsten war er mit 10 % in der h&ouml;chsten Besoldungsstufe der Professoren (C4).<\/p><p><strong>Langer Weg in eine akademische Karriere<\/strong><br>\nSo liegen zwischen dem Zeitpunkt der Ersteinschreibung und der Erstberufung zum Professor in Deutschland etwa 20 Jahre.<\/p><p><strong>Anteil weiterbildender Unternehmen geht zur&uuml;ck<\/strong><br>\nObwohl Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Intensivierung der Weiterbildung fordern, ging der Anteil weiterbildender Unternehmen gegen&uuml;ber 1999 um sechs Prozentpunkte zur&uuml;ck. Betrachtet man lediglich die klassischen Lehrveranstaltungen, so betrug der R&uuml;ckgang sogar rund 13 Prozentpunkte&hellip;<br>\nDie Chancen auf ein Weiterbildungsangebot im Unternehmen sind in den Wirtschaftszweigen unterschiedlich und steigen mit der Unternehmensgr&ouml;&szlig;e. So bot an- n&auml;hernd jedes (95 %) Unternehmen mit 1000 und mehr Besch&auml;ftigten 2005 Lehrveranstaltungen f&uuml;r seine Besch&auml;ftigten an.<br>\nIn der Gruppe der Unternehmen mit 50 bis 249 Besch&auml;ftigten traf dies noch auf etwa zwei Drittel zu. Lediglich 44 % der Unternehmen mit 10 bis 19 Besch&auml;ftigten offerierten Lehrveranstaltungen f&uuml;r die eigenen Besch&auml;ftigten.<\/p><p><strong>Bildungsniveau steigt<\/strong><br>\nBei der 2009 durchgef&uuml;hrten Erhebung hatten 46 % der Befragten ab 25 Jahren einen so genannten &raquo;h&ouml;herwertigen&laquo; Schulabschluss, 21% besa&szlig;en einen Realschulabschluss und 25 % Abitur oder Fachhochschulreife. In der Gruppe der 25- bis unter 30-J&auml;hrigen konnten bereits gut 75 % einen solchen Abschluss vorweisen (32 % Realschulabschluss, 43% Fachhochschul- oder Hochschulreife).<br>\nVon den Altersjahrg&auml;ngen ab 60 Jahren hatten dagegen lediglich 13 % eine Realschule und 14 % ein Gymnasium erfolgreich absolviert&hellip;<br>\nIn der Altersgruppe der 25- bis unter 30-J&auml;hrigen hatten 41% der M&auml;nner und 46 % der Frauen Abitur oder die Fachhochschulreife.<br>\nDemgegen&uuml;ber besa&szlig;en im Jahr 2009 von den Personen ab 60 Jahren 21 % der m&auml;nnlichen, aber nur 9 % der weiblichen Bev&ouml;lkerung das Abitur.<br>\n&hellip;<\/p><p><strong>&Uuml;berdurchschnittlich viele Ausl&auml;nder machen Abitur<\/strong><br>\nW&auml;hrend die in Deutschland lebenden Ausl&auml;nder und Ausl&auml;nderinnen nur zu 15 % einen Realschulabschluss besa&szlig;en (f&uuml;r die Deutschen lag der entsprechende Wert bei 22 %), lagen sie mit einem Anteil von 27% bei Abitur und Fachhochschulreife &uuml;ber dem Wert f&uuml;r die deutsche Bev&ouml;lkerung (25 %)&hellip;<\/p><p><strong>Jeder f&uuml;nfte Ausl&auml;nder besitzt keinen Schulabschluss<\/strong><br>\nKnapp 19 % der ausl&auml;ndischen Bev&ouml;lkerung besa&szlig;en jedoch &uuml;berhaupt keinen allgemeinen Schulabschluss (bei der deutschen Bev&ouml;lkerung waren es rund 2 %). Etwa die H&auml;lfte der Ausl&auml;nder und Ausl&auml;nderinnen in Deutschland hatte auch keinen beruflichen Bildungsabschluss<br>\n(53 % gegen&uuml;ber 25 % der Deutschen)&hellip; Jeder 15. Jugendliche, der 2009 eine allgemeinbildende Schule verlie&szlig;, hatte keinen Abschluss.<br>\nEinen Lehrabschluss konnten knapp 53 % der Deutschen, aber nur 29 % der ausl&auml;ndischen B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen vorweisen. Bei den Universit&auml;ts- und Fachhochschulabschl&uuml;ssen (einschlie&szlig;lich Promotionen) waren die Anteile nahezu identisch&hellip;<\/p><p><strong>Bildungsausgaben steigen<\/strong><br>\nDie Ausgaben f&uuml;r formale und non-formale Bildung zusammen betrugen im Jahr 2009 nach vorl&auml;ufigen Berechnungen 163,7 Mrd. Euro und lagen damit um 9,8 Mrd. Euro &uuml;ber dem Wert des Vorjahres.<br>\nDer Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von 6,2% im Jahr 2008 auf 6,8% im Jahr 2009&hellip;<br>\nDie Aus gaben je Sch&uuml;ler an &ouml;ffentlichen Schulen lagen 2008 bei 5 100 Euro.<\/p><p><strong>Frauen dominieren im Lehrerberuf<\/strong><br>\n70 % der hauptberuflichen Lehrkr&auml;fte an allgemeinbildenden Schulen waren 2009 Frauen.<br>\nAn beruflichen Schulen betrug 2009 der Frauenanteil an den hauptberuflichen Lehrkr&auml;ften nur 46 %.<\/p><p><strong>Berufliche Bildung<\/strong><br>\n2009 machten nahezu 2,1 Mill. Personen eine berufliche Ausbildung. Davon besuchten ein F&uuml;nftel (19 %) eine Berufsfachschule oder eine Schule des Gesundheitswesens; 1999 waren es erst 15 %.<br>\n2009 besa&szlig; jeder f&uuml;nfte Ausbildungsanf&auml;nger Abitur oder Fachhochschulreife.<br>\nDer Anteil der ausl&auml;ndischen Auszubildenden an allen Auszubildenden lag 2009 mit 5 % weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.<\/p><p><strong>Wirtschaft<\/strong><\/p><p><strong>Exportabh&auml;ngigkeit hat zugenommen<\/strong><br>\nIm Jahr 2005 arbeiteten 8,3 Mill. Erwerbst&auml;tige in Deutschland direkt oder indirekt f&uuml;r den Export, das waren 21 % aller Erwerbst&auml;tigen. 1995 waren es nur 16%.<br>\nIm Zeitraum 1995 bis 2005 ist die Zahl der vom Export abh&auml;ngigen Erwerbst&auml;tigen um 2,4 Mill. Personen gestiegen&hellip;<br>\nInsbesondere f&uuml;r die Erhaltung und Gewinnung von Arbeitspl&auml;tzen in den verarbeitenden Produktionsbereichen ist die Auslandsnachfrage von gro&szlig;er Bedeutung. In diesen Bereichen hat die Exportabh&auml;ngigkeit der Besch&auml;ftigung von knapp 40 % im Jahr 1995 auf 55% im Jahr 2005 zugenommen.<\/p><p><strong>Ausfuhren steigen<\/strong><br>\nVon 2000 bis zum Jahr 2008 sind die Ausfuhren Deutschlands von 597 Mrd. Euro auf 984 Mrd. Euro gestiegen&hellip;<br>\nDas Jahr 2010 stand ganz im Zeichen der Erholung der Weltm&auml;rkte. Mit Exporten in H&ouml;he von 959 Mrd. Euro und Importen in H&ouml;he von 806 Mrd. Euro stiegen die Exporte um 19,4% gegen&uuml;ber 2009 und die Importe um 21,3% an. Die deutsche Handelsbilanz &ndash; der Saldo aus Exporten und Importen &ndash; erzielte im Jahr 2010 ein Plus von 153 Mrd. Euro.<br>\nRund 71 % aller aus Deutschland exportierten Waren gingen im Jahr 2010 in andere europ&auml;ische L&auml;nder. 2010 gingen 15 % der aus Deutschland exportierten Waren nach Asien und 10% nach Amerika.<br>\nIm G&uuml;teraustausch mit den 15 Top-Handelspartnern erzielte Deutschland 2010 in zehn F&auml;llen einen Handels&uuml;berschuss, in f&uuml;nf F&auml;llen war der Saldo negativ. Der h&ouml;chste &Uuml;berschuss ergab sich im Handel mit Frankreich (28,9 Mrd. Euro), gefolgt vom Handel mit dem Vereinigten K&ouml;nigreich, der aus deutscher Sicht mit einem Plus von 20,9 Mrd. Euro abschloss. Auf den R&auml;ngen drei und vier folgten die Vereinigten Staaten (20,5 Mrd. Euro) und &Ouml;sterreich (19,4 Mrd. Euro). Defizit&auml;r war der Handelssaldo mit China (&ndash; 22,9 Mrd. Euro), Japan (&ndash; 9,0Mrd.Euro), den Niederlanden (&ndash; 5,5 Mrd. Euro), der Russischen F&ouml;deration (&ndash; 5,4Mrd.Euro) und der Tschechischen Republik ( &ndash; 2,7 Mrd. Euro), das hei&szlig;t sie f&uuml;hrten mehr nach Deutschland aus, als sie von dort bezogen.<br>\nIm Jahr 2010 wurden insgesamt Waren im Wert von 959 Mrd.Euro aus Deutschland exportiert. Mit einem Anteil von 17% waren dabei Kraftwagen und Kraftwagenteile Deutschlands wichtigstes Exportgut. Auf Rang zwei und drei der wichtigsten Exportg&uuml;ter folgten Maschinen (15 %) und chemische Erzeugnisse (9 %). Diese drei Branchen machten rund 41% der deutschen Ausfuhren aus.<\/p><p><strong>Finanzen<\/strong><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/111013_Datenreport.gif\" alt=\"Ausgaben Einnahmen des &ouml;ffentlichen Gesamthaushalts\" title=\"Ausgaben Einnahmen des &ouml;ffentlichen Gesamthaushalts\"><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Content\/Publikationen\/Querschnittsveroeffentlichungen\/Datenreport\/Downloads\/Datenreport2011Kap4,property=file.pdf\">Datenreport S. 85 [PDF &ndash; 440 KB]<\/a><\/p><p><em>(<strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese Grafik ist ein deutliches Indiz daf&uuml;r, wie die der &bdquo;Steuersenkungswahn&ldquo; der Regierung Schr&ouml;der\/Fischer eine L&uuml;cke zwischen Einnahmen und Ausgaben aufbrechen lie&szlig;.)<\/em><\/p><p><strong>L&auml;nder und Kommunen von Steuermindereinnahmen besonders betroffen<\/strong><br>\n2009 flossen 909,6 Mrd. Euro Einnahmen aus Steuern und steuer&auml;hnlichen Abgaben in die &ouml;ffentlichen Kassen. Steuern sind die origin&auml;re Einnahmenquelle der &ouml;ffentlichen Haushalte, ihre Bedeutung f&uuml;r die einzelnen Bereiche ist jedoch sehr unterschiedlich. Von ihrem R&uuml;ckgang waren Kommunen (&ndash; 11,4%) und L&auml;nder (&ndash; 8,8 %) mit h&ouml;heren Anteilen betroffen als der Bund (&ndash; 3,1 %).<\/p><p><strong>L&auml;nder leiden unter der Rettung der Landesbanken<\/strong><br>\nWird der Schuldenstand der L&auml;nder und der Gemeinden sowie der Gemeindeverb&auml;nde 2009 im Vergleich zum Vorjahr betrachtet, sind die vier gr&ouml;&szlig;ten prozentualen Erh&ouml;hungen in Baden-W&uuml;rttemberg mit 31 %, in Bayern mit 15 %, in Schleswig-Holstein mit 14 % und in Hamburg mit 11 % zu verzeichnen. Der &uuml;berwiegende Teil dieser Schuldenanstiege ist auf staatliche St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen f&uuml;r die durch die Finanzmarktkrise in finanzielle Notlagen geratenen Landesbanken zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<\/p><p><strong>Massiver Personalr&uuml;ckgang im &Ouml;ffentlichen Dienst<\/strong><br>\nGemessen an den 34,2 Mill. abh&auml;ngig Erwerbst&auml;tigen ergibt sich f&uuml;r den Bereich der &ouml;ffentlichen Arbeitgeber ein Anteil von rund 16%.<br>\nDie Zahl der Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst ist seit der Wiedervereinigung deutlich gesunken. Im Jahr 1992 waren rund 6,7 Mill. Personen im &ouml;ffentlichen Dienst besch&auml;ftigt, am 30. Juni 2009 dagegen noch 4,5 Mill.<\/p><p><strong>Mehr Erwerbst&auml;tige (43,3 Millionen) aber weniger Arbeitsstunden<\/strong><br>\nDie hohe Erwerbst&auml;tigenzahl relativiert sich jedoch, wenn man statt der Zahl t&auml;tiger Personen die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, das so genannte Arbeitsvolumen, betrachtet. Im Jahr 2010 wurden von den Erwerbst&auml;tigen in Deutschland 57,4 Mill. Arbeitsstunden geleistet.<br>\nDiese Zahl hat zwar im Laufe der letzten Jahre zugenommen &ndash; 2005 lag sie noch bei 55,7 Mill. &ndash;, aber das Arbeitsvolumen war im Jahr 1991 mit 59,8 Mill. Stunden deutlich h&ouml;her. Dieses Niveau wurde seitdem nicht mehr erreicht.<\/p><p><strong>Anstieg atypischer Besch&auml;ftigung<\/strong><br>\nVon 30,6 Mill. abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren (ohne Personen in Bildung oder Ausbildung) waren 2009 23,0Mill. Personen normalerwerbst&auml;tig und 7,6 Mill. Atypisch besch&auml;ftigt.<br>\nBereits ein Viertel (25%) aller Besch&auml;ftigten befand sich in einem Arbeitsverh&auml;ltnis, das mindestens eines der folgenden Elemente aufwies: eine Befristung (2009: 2,6 Mill. Personen),Teilzeit (4,9Mill.), Geringf&uuml;gigkeit im Sinne des Sozialrechts (2,6 Mill.), Leiharbeit (0,6 Mill.). 1999 lag der Anteil atypischer Besch&auml;ftigung noch bei 20 %. Seitdem haben s&auml;mtliche Formen der atypischen Besch&auml;ftigung deutlich zugenommen, die Leiharbeit sogar um mehr als das Doppelte.<\/p><p><strong>Dienstleistungssektor nimmt zu<\/strong><br>\n2010 arbeiteten 9,9 Mill. Erwerbst&auml;tige im produzierenden Gewerbe, darunter 7,3 Mill. im verarbeitenden Gewerbe und 2,2 Mill. im Baugewerbe.<br>\nIm Dienstleistungssektor waren 2010 mit 29,7 Mill. dreimal so viele Personen t&auml;tig wie im sekund&auml;ren Sektor&hellip;.<br>\nDer Dienstleistungssektor ist zwischen den Jahren 2000 und 2010 um 2,8 Mill. Erwerbst&auml;tige oder um 10,5% angewachsen.<\/p><p><strong>Hohe Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt<\/strong><br>\nVon Januar bis Dezember 2010 meldeten sich in Deutschland 9,2 Mill. Menschen arbeitslos. F&uuml;r 9,4 Mill. registrierte Arbeitslose endete die Arbeitslosigkeit. Dies zeigt, dass auf dem Arbeitsmarkt eine deutlich gr&ouml;&szlig;ere Fluktuation besteht als es die reine Betrachtung der Bestandsabnahme von knapp 200 000 im Vorjahresvergleich suggeriert.<\/p><p><strong>Ein Drittel Langzeitarbeitslose<\/strong><br>\nIm Jahresdurchschnitt 2010 gab es 940 000 Langzeitarbeitslose, also Personen, die seit &uuml;ber einem Jahr arbeitslos waren. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen betrug rund 32%.<\/p><p><strong>5,8 Millionen bezogen Lohnersatzleistungen<\/strong><br>\nNach vorl&auml;ufigen Berechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit bezogen 2010 durchschnittlich 5,8Mill. Menschen solche Lohnersatzleistungen. Das waren 109.000 oder 1,8 % weniger als im Jahr zuvor. 1,0 Mill. bezogen Arbeitslosengeld I und 4,9Mill. Arbeitslosengeld II. Hinzu kamen 1,8 Mill. Personen, die als so genannte nichterwerbsf&auml;hige Hilfe bed&uuml;rftige Leistungen bezogen. Dabei handelte es sich um Personen (gr&ouml;&szlig;tenteils Kinder unter 15 Jahren), die in Bedarfsgemeinschaft mit erwerbsf&auml;higen Leistungsbeziehern lebten.<\/p><p><strong>1,5 Mio. in Arbeitsf&ouml;rderungsma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nInsgesamt befanden sich in diesem Monat (Dezember 2010) 1,5 Mill. Teilnehmer in einer von Bund oder Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gef&ouml;rderten Ma&szlig;nahme.<br>\nDen gr&ouml;&szlig;ten Anteil hatten Ma&szlig;nahmen des Bereichs Berufsberatung und F&ouml;rderung der Berufsausbildung mit 369 000 Gef&ouml;rderten. 340 000 Personen nahmen besch&auml;ftigungsbegleitende Leistungen wie Eingliederungszusch&uuml;sse und Ma&szlig;nahmen zur F&ouml;rderung der Selbst&auml;ndigkeit in Anspruch.<br>\n290 000 Personen befanden sich in Besch&auml;ftigung schaffenden Ma&szlig;nahmen, wobei es sich fast ausschlie&szlig;lich um Arbeitsgelegenheiten handelte, darunter 242 000 Arbeitsgelegenheiten der Mehraufwandsvariante (&raquo;Ein-Euro-Jobs&laquo;).<\/p><p><strong>Nur die H&auml;lfte der Arbeitnehmer arbeiten tarifgebunden<\/strong><br>\nF&uuml;r rund die H&auml;lfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland regeln Tarifvertr&auml;ge Verdienste und Arbeitsbedingungen.<\/p><p><strong>Bruttol&ouml;hne werden von den Verbraucherpreisen aufgeholt<\/strong><br>\nDie durchschnittlichen tariflichen Monats &ndash; verdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erh&ouml;hten sich in den Jahren 2005 bis 2010 in Deutschland um 11,0%. Die Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 8,2 %.<br>\nDie durchschnittlichen Tarifverdienste stiegen 2010 in Deutschland um 1,6%.<br>\nObwohl sich die wirtschaftliche Lage deutlich verbesserte, fielen die Tariferh&ouml;hungen im Jahresdurchschnitt damit 2010 deutlich geringer aus als im Vorjahr mit 2,8 %.<br>\nVollzeitbesch&auml;ftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich verdienten in Deutschland 2009 durchschnittlich im Monat 3 141 Euro brutto. Im fr&uuml;heren Bundesgebiet lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst bei 3248Euro, in den neuen L&auml;ndern waren es 2486Euro.<br>\nDie Bruttomonatsverdienste einschlie&szlig;lich Sonderzahlungen blieben im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr konstant, die Verbraucherpreise erh&ouml;hten sich um 0,4 %. Daher sanken die Reall&ouml;hne, also die preisbereinigten Verdienste vollzeitbesch&auml;ftigter Arbeitnehmer, gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 0,4%.<br>\nDie Bruttomonatsverdienste einschlie&szlig;lich Sonderzahlungen stiegen im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 2,7 %. Da sich die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 1,1% erh&ouml;hten, betrug der Anstieg der Reall&ouml;hne 1,5 %.<\/p><p><strong>Gro&szlig;e Verdienstunterschiede<\/strong><br>\nZwischen den einzelnen Branchen bestehen gro&szlig;e Verdienstunterschiede. Die Spanne reichte 2009 in Deutschland von 4 165 Euro f&uuml;r Besch&auml;ftigte im Bereich Information und Kommunikation bis 1886 Euro im Gastgewerbe&hellip; Am unteren Ende rangierten die Bereiche &raquo;Vermittlung und &Uuml;berlassung von Arbeitskr&auml;ften&laquo; (1 745 Euro), &raquo;Gastronomie&laquo; (1 857 Euro) sowie &raquo;Beherbergung&laquo; (1 912 Euro).<\/p><p><strong>Durchschnittsverdienst sagt wenig aus<\/strong><br>\nAus der Verdienststrukturerhebung 2006 ist bekannt, dass knapp zwei von drei Vollzeitbesch&auml;ftigten (63 %) weniger verdienen als den gesamtwirtschaftlichen Durchschnittswert; nur ein gutes Drittel hat h&ouml;here Bruttoverdienste. Dieses Drittel hat so hohe Verdienste, dass der Durchschnittswert f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten &raquo;nach oben&laquo; gezogen wird&hellip;<\/p><p><strong>Schlecht bezahlte Teilzeitbesch&auml;ftigte<\/strong><br>\nTeilzeitbesch&auml;ftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hatten 2009 mit 15,17 Euro einen fast 20 % niedrigeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als Vollzeitbesch&auml;ftigte (18,82 Euro).<\/p><p><strong>Frauen verdienen weniger<\/strong><br>\nIn den vergangenen Jahren lag der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland konstant bei 23 %, das hei&szlig;t der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen fiel um 23 % geringer aus als der von M&auml;nnern.<br>\nRund zwei Drittel lassen sich darauf zur&uuml;ckf&uuml;hren, dass sich M&auml;nnern und Frauen bei der Branchen- und Berufswahl unterscheiden, unterschiedliche Leistungsgruppen besetzen und Frauen tendenziell eher teilzeitbesch&auml;ftigt und schlechter ausgebildet sind.<\/p><p><strong>Jeder F&uuml;nfte arbeitet f&uuml;r einen Niedriglohn<\/strong><br>\nDie so definierte Niedriglohngrenze lag 2006 in Deutschland bei 9,85 Euro brutto je Stunde.<br>\n20 % aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhielten einen Verdienst unterhalb dieser Grenze. Bei den so genannten atypisch Besch&auml;ftigten (Teilzeitbesch&auml;ftigte mit weniger als 20 Stunden, geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte, be &ndash; fristet Besch&auml;ftigte sowie Zeitarbeiter) war es sogar jeder Zweite.<br>\nDabei unterschieden sich die Anteile der Niedrigentlohnten je nach Besch&auml;ftigungsform deutlich:<br>\nSo arbeiteten vier von f&uuml;nf geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten (81 %) und zwei von drei Zeitarbeitern (67%) f&uuml;r einen Niedrig lohn. F&uuml;r befristet Besch&auml;ftigte (36%) und Teilzeitbesch&auml;ftigte (20 %) waren die Anteile zwar geringer, aber immer noch deutlich &uuml;ber dem Niveau f&uuml;r Normalarbeitnehmerinnen und &ndash;arbeitnehmer mit 11 %&hellip;<br>\nDas bedeutet, dass von den nahezu 19 Mill. Besch&auml;ftigten, &uuml;ber die die Verdienststrukturerhebung repr&auml;sentative Aussagen macht, 1,6 Mill. Normal besch&auml;ftigte und rund 2,2 Mill. atypisch Besch&auml;ftigte einen Niedriglohn erhielten.<\/p><p><strong>Vor allem Frauen arbeiten im Niedriglohbereich<\/strong><br>\nAuch die durchschnittlich geringere Bezahlung von Frauen spiegelt sich in einem gr&ouml;&szlig;eren Anteil niedrig entlohnter Frauen wider. Der Anteil der Niedriglohnbezieherinnen an allen Arbeitnehmerinnen war mit 27 % knapp doppelt so gro&szlig; wie der entsprechende Anteil bei den M&auml;nnern mit 14%.<\/p><p><strong>Nicht nur gering qualifizierte arbeiten zu Niedrigl&ouml;hnen<\/strong><br>\nInsgesamt bezogen 30% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne einen beruflichen Bildungsabschluss einen Niedriglohn. Bei Besch&auml;ftigten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung waren es 14 % und bei Besch&auml;ftigten mit Hochschulabschluss nur rund 4%.<\/p><p><strong>Mindestlohn<\/strong><br>\nIn der Europ&auml;ischen Union hatten am 1. Januar 2011 20 der 27 L&auml;nder einen gesetzlichen Mindestlohn. Am niedrigsten waren die monatlichen Mindestl&ouml;hne in den mittel- und osteurop&auml;ischen L&auml;ndern:<br>\nSie betrugen bezogen auf einen Vollzeitbesch&auml;ftigten Anfang 2011 zwischen 123 Euro in Bulgarien und 349 Euro in Polen. In den s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern lag der Mindestlohn monatlich zwischen 554 Euro in Portugal und 748 Euro in Spanien.<br>\nDeutlich h&ouml;here Mindestl&ouml;hne gab es in den westeurop&auml;ischen L&auml;ndern. Sie reichten von 1 139 Euro im Vereinigten K&ouml;nigreich bis zu 1 758 Euro in Luxemburg.<\/p><p><strong>Nettol&ouml;hne<\/strong><br>\nDer Anteil des Bruttomonatsverdienstes, &uuml;ber den die Haushaltstypen frei verf&uuml;gen k&ouml;nnen, schwankt erheblich. Die h&ouml;chsten Abz&uuml;ge hatten ledige M&auml;nner ohne Kinder im fr&uuml;heren Bundesgebiet. Ihnen blieben 2009 noch 57,3 % netto. Die mit 26,7 % geringsten Abz&uuml;ge fielen auf Ehepaare mit zwei Kindern und alleinverdienendem Ehemann in den neuen L&auml;ndern.<\/p><p><strong>&bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; im europ&auml;ischen Mittelfeld<\/strong><br>\nSeit 1966 sind die Lohnneben kosten im Produzierenden Gewerbe von 17 % auf 29 % gestiegen. 2008 lagen die Lohnnebenkosten in Deutschland f&uuml;r alle Unternehmen der<br>\nPrivatwirtschaft mit etwa 28 Euro auf 100 Euro Bruttoverdienst im Mittelfeld der Staaten der Europ&auml;ischen Union.<br>\nDie Arbeitgeber finanzierten im Jahr 2008 &uuml;ber diese Teile der Lohnnebenkosten 35 % der gesamten Sozialleistungen in Deutschland. Dieser Finanzierungsanteil lag nach Angaben von Eurostat (Statistisches Amt der Europ&auml;ischen Union) im Vergleich mit den anderen Staaten der Europ&auml;ischen Union ebenfalls im Mittelfeld.<\/p><p><em>(Wird fortgesetzt)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche ist zum 13. Male der <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pk\/2011\/datenreport2011\/datenreport2011__pk,templateId=renderPrint.psml#Zur%20%C3%9Cbersichtsseite%20der%20Pressekonferenz\">Datenreport<\/a> ver&ouml;ffentlicht worden. Er wird von der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung zusammen mit dem Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin und dem SOEP am Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung herausgegeben. Der Datenreport liefert nicht nur eine gro&szlig;es Angebot an statistischen Daten und sozialwissenschaftlichen Analysen, er erlaubt dar&uuml;ber hinaus einen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10980\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[168,132,133],"tags":[380,588,408,291],"class_list":["post-10980","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gleichstellung","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wichtige-wirtschaftsdaten","tag-export","tag-personalabbau","tag-soziale-herkunft","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10980"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10980\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10982,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10980\/revisions\/10982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}