{"id":109956,"date":"2024-01-25T09:00:03","date_gmt":"2024-01-25T08:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109956"},"modified":"2024-01-25T16:46:52","modified_gmt":"2024-01-25T15:46:52","slug":"die-praesidentschaftswahl-in-russland-2024-kommunisten-rechtspopulisten-und-blondierte-damen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109956","title":{"rendered":"Die Pr\u00e4sidentschaftswahl in Russland 2024: Kommunisten, Rechtspopulisten und blondierte Damen"},"content":{"rendered":"<p>Vom 15. bis zum 17. M&auml;rz 2024 sind Pr&auml;sidentschaftswahlen in Russland. Zwei Monate vor der Abstimmung haben nun etwa zwei Dutzend Politiker ihre Teilnahme angek&uuml;ndigt. Welche Kandidaten wird man auf dem Wahlzettel sehen, und welche Berichterstattung ist zu erwarten? Von <strong>Artur Leier<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1570\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-109956-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250124_Russische_Praesidentschaftswahl_2024_Kommunisten_Rechtspopulisten_und_blondierte_Damen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250124_Russische_Praesidentschaftswahl_2024_Kommunisten_Rechtspopulisten_und_blondierte_Damen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250124_Russische_Praesidentschaftswahl_2024_Kommunisten_Rechtspopulisten_und_blondierte_Damen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250124_Russische_Praesidentschaftswahl_2024_Kommunisten_Rechtspopulisten_und_blondierte_Damen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=109956-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250124_Russische_Praesidentschaftswahl_2024_Kommunisten_Rechtspopulisten_und_blondierte_Damen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250124_Russische_Praesidentschaftswahl_2024_Kommunisten_Rechtspopulisten_und_blondierte_Damen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Noch bis Ende Januar haben Interessenten Zeit, die ben&ouml;tigten Unterschriften zu sammeln und bei der Wahlkommission einzureichen. Die H&uuml;rden daf&uuml;r sind einem 150-Millionen-Staat angemessen, aber f&uuml;r wenig verankerte Parteien und vor allem Einzelbewerber beachtlich: 105.000 Unterschriften f&uuml;r den Kandidaten einer Partei und 315.000 f&uuml;r individuelle Bewerber.<\/p><p>Offiziell registriert sind bis jetzt vier Pr&auml;sidentschaftskandidaten: Nikolai Charitonow von den russischen Kommunisten (KPRF), Leonid Sluzki von den Rechtspopulisten der Liberal-Demokratischen Partei Russlands (LDPR), Wladislaw Dawankow von der neuen wirtschaftsliberalen bzw. liberal-konservativen Partei &bdquo;Neue Leute&ldquo; und nat&uuml;rlich der amtierende russische Pr&auml;sident Wladimir Putin als parteiunabh&auml;ngiger Bewerber. Anfang Februar wird feststehen, welche weiteren Kandidaten die Kriterien erf&uuml;llen konnten und von der Wahlkommission registriert wurden.<\/p><p><strong>Blondierte Randfiguren f&uuml;r das westliche Publikum<\/strong><\/p><p>Russlandgegner im Westen tasten gerade ab, wie die Medienkampagne zu dieser Wahl aussehen soll und ob unter den Kandidaten &bdquo;geeignete Gesichter&ldquo; existieren. In der <em>taz<\/em> <a href=\"https:\/\/taz.de\/Opposition-gegen-Putin\/!5982913\/\">liest man<\/a> von einer Jekaterina Dunzowa, die &bdquo;nicht einmal registriert&ldquo; wurde und sich gerne f&uuml;r Liebe und Freundschaft sowie f&uuml;r &bdquo;die Rechte sexueller Minderheiten&ldquo; einsetzen w&uuml;rde. Wir erfahren, dass ihre &bdquo;Verwandten und Freunde&ldquo; meinten, sie w&uuml;rde es schaffen, und die <em>taz<\/em> f&uuml;gt hinzu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Gegen das Regime. Gegen ihre eigene Angst.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In Wirklichkeit wei&szlig; selbst in ihrer Heimatstadt Rschew kaum jemand, wer Frau Dunzowa ist, und nennenswerte politische Erfahrung kann sie ebenfalls nicht vorweisen. Aber (relativ) junge (und sogar wasserstoffblondierte) Damen produzieren zumindest gute Fotos f&uuml;r Artikel gegen die Wahl. &Auml;hnliches sahen wir vor einigen Jahren mit der gleichaltrigen Swetlana Tichanowskaja (geb. Piliptschuk) in Wei&szlig;russland. Auch sie ist trotz aktiver Unterst&uuml;tzung aus dem Westen gescheitert, wird aber noch f&uuml;r m&ouml;gliche zuk&uuml;nftige Eins&auml;tze warmgehalten &ndash; zuletzt im November 2023 als Ehrengast beim Bundesparteitag der Gr&uuml;nen in Karlsruhe.<\/p><p>Im ehemals sozialistischen Organ <em>Neues Deutschland<\/em> wird sich gar nicht erst die M&uuml;he gemacht, eine pro-westliche Anti-Putin-Kandidat*in zu pr&auml;sentieren. Stattdessen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1179245.russland-russische-wahlen-der-kreml-entscheidet-wer-teilnimmt.html\">lesen wir<\/a> das Interview mit einer gewissen Anastasia Brjuchanowa: j&uuml;nger als Frau Dunzowa aus der<em> taz<\/em> (aber nur goldblondiert statt wasserstoffblondiert) und umso entschlossener im Kampf &bdquo;gegen das Regime&ldquo;. Von ihr erfahren die verbliebenen Leser des <em>nd<\/em>, dass Wahlen in Russland a priori manipuliert seien und &bdquo;nur ganz oberfl&auml;chlich echten Wahlen&ldquo; gleichen w&uuml;rden. Ganz objektiv und nicht suggestiv fragt das Blatt, warum &bdquo;sich der russische Machtapparat sogar die M&uuml;he&ldquo; mache, &bdquo;eine kleine Zahl von Abgeordneten einer echten Opposition im Parlament zu verhindern&ldquo;. Frau Brjuchanowa, die Russland &bdquo;nach Beginn der russischen Ukraine-Invasion verlie&szlig;&ldquo; und jetzt in Deutschland lebt, bricht aus der Distanz ebenfalls eine Lanze f&uuml;r Frau Dunzowa aus der <em>taz<\/em>: &bdquo;Im Dezember wurde beispielsweise beschlossen, dass die Kriegsgegnerin Jekaterina Dunzowa nicht teilnehmen darf.&ldquo;<\/p><p>Es ist also davon auszugehen, dass die Medienstrategie zur A-priori- und A-posteriori-Delegitimierung der russischen Pr&auml;sidentschaftswahl im Kant-Jahr 2024 auf zwei S&auml;ulen fu&szlig;en wird:<\/p><ol>\n<li>Die Wahlen seien von Beginn an manipuliert &ndash; weil die Beliebtheit von Putin offensichtlich zu gro&szlig; ist und kein ernsthafter Russlandexperte einen Wahlsieg anzweifelt.<\/li>\n<li>Kandidaten, von denen noch nie jemand etwas geh&ouml;rt hat, wurden nicht zugelassen, weil sie f&uuml;r Putin eine Gefahr darstellen &ndash; vor allem blondierte Frauen, die sich f&uuml;r die &bdquo;Rechte sexueller Minderheiten&ldquo; einsetzen. Denn jeder wei&szlig;, dass gerade solche staatsm&auml;nnischen Personen und &auml;u&szlig;erst wichtigen Themen in der russischen W&auml;hlerschaft besonders beliebt sind. Unironisch formuliert wird es bei Berichterstattung also vor allem darum gehen, Artikel und Bilder f&uuml;r das eigene westliche Publikum zu produzieren.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Rechtspopulisten ohne ihre vertraute Stimme<\/strong><\/p><p>Was ernsthafte Bewerber betrifft, die sich an die demokratischen Regeln halten, so seien hier vor allem Leonid Sluzki von der rechtspopulistischen LDPR und Nikolai Charitonow von den Kommunisten der KPRF erw&auml;hnt. Leonid Sluzki ist Doktor der Wirtschaftswissenschaften, langj&auml;hriger Duma-Abgeordneter und leitet dort den Ausschuss f&uuml;r internationale Angelegenheiten. Obwohl er, vor allem in seiner Funktion als Leiter der internationalen Beziehungen im russischen Parlament und seit Kurzem als Vorsitzender der LDPR, einiges an Bekanntheit erlangt hat, k&auml;mpft seine Partei noch immer mit dem Verlust ihres Gr&uuml;nders und &bdquo;ewigen Vorsitzenden&ldquo; Wladimir Schirinowski. Nicht wenige Politikexperten sind der Meinung, dass die LDPR faktisch Schirinowski war und ohne ihn gro&szlig;e Schwierigkeiten haben wird, ihre Stellung bei den W&auml;hlern zu behalten.<\/p><p>Der 2022 verstorbene Schirinowski war auch immer der unangefochtene Kandidat der LDPR zur Pr&auml;sidentschaftswahl. Ein Sieg gegen Putin war nie auch nur ann&auml;hernd realistisch, und stattdessen nutzte er die Pr&auml;sidentschaftswahlen immer als Werbeplattform f&uuml;r sich und seine Partei &ndash; mit zahlreichen medialen Auftritten und Kandidatendebatten auf gro&szlig;en Kan&auml;len zur besten Sendezeit. Der rhetorisch &auml;u&szlig;erst starke Parteichef verstand es hervorragend, Politik mit Unterhaltung zu verbinden, und seine Teilnahme garantierte jeder Sendung ein deutliches Plus bei den Zuschauerzahlen. Inhaltlich variierten seine Auftritte dann von Sowjetnostalgie bis Antikommunismus, von starkem Staat mit Lob f&uuml;r Stalin bis zu freier Marktwirtschaft mit Kritik an Lenin, von intelligent vorgetragenen Argumenten bis zu derben Beleidigungen und halben Schl&auml;gereien im Studio.<\/p><p>Dies kann der neue Parteichef und Pr&auml;sidentschaftskandidat Sluzki nicht leisten. Er hat zus&auml;tzlich das Problem, dass ein gro&szlig;er Teil der Inhalte der LDPR von der Stimmung seines Vorg&auml;ngers Schirinowski abhing. Diese waren immer gef&uuml;hlt patriotisch und gezielt populistisch, aber f&uuml;r die W&auml;hler der LDPR war das wahre Wahlprogramm dieser Partei nicht das offiziell niedergeschriebene, sondern das, was der Parteivorsitzende Schirinowski, das Gesicht und die (laute) Stimme der Partei, in den letzten Wochen medienwirksam in die Kamera schrie.<\/p><p>Erschwerend hinzu kommt, dass sich die Inhalte der LDPR mit den Positionen des amtierenden Pr&auml;sidenten &uuml;berschneiden. Auch Putin hat sich als Verteidiger der traditionellen europ&auml;ischen Werte und des Christentums positioniert. Als Partner in der EU gelten vor allem konservative bis rechtskonservative Politiker wie Viktor Orb&aacute;n aus Ungarn, und die Zusammenarbeit in vielen EU-Staaten l&auml;uft vorwiegend mit der &bdquo;rechten&ldquo; Opposition. Denn auch au&szlig;erhalb Russlands wird er von vielen Menschen als Gegner des (westlichen) Liberalismus und konservative F&uuml;hrungsfigur wahrgenommen. Gerade in den &bdquo;liberalen Demokratien&ldquo; des Westens hat er damit viel Zuspruch bei Menschen, die sich in Opposition zur herrschenden Ideologie befinden.<\/p><p>Damit &uuml;berschneiden sich aber die Inhalte der ironischerweise antiliberalen und (im Sinne des westlichen Demokratiebegriffs) demokratiekritischen &bdquo;Liberal-Demokraten&ldquo; zu stark mit der insgesamt konservativen bis sozial-konservativen Linie Wladimir Putins. Meine Prognose ist deshalb, dass die LDPR mit ihrem Kandidaten um Platz 3 k&auml;mpfen wird und durchaus auf Platz 4 abrutschen k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Kommunisten mit dialektischer Haltung zur Regierungspolitik<\/strong><\/p><p>Auf den ersten Blick erscheint die Situation bei den russischen Kommunisten &auml;hnlich. Auch ihr Politikveteran Gennadi Sjuganow, der schon 1996 gegen Boris Jelzin kandidierte und mit massiver Wahlmanipulation durch Oligarchen (h&auml;ufig mit doppelter Staatsb&uuml;rgerschaft) und Einflussnahme westlicher &bdquo;Berater&ldquo; um den Wahlsieg betrogen wurde, tritt diesmal nicht pers&ouml;nlich an. Allerdings wird er auch diesen Wahlkampf aktiv medial begleiten und den Kandidaten unterst&uuml;tzen. Kandidat der KPRF ist der 75-j&auml;hrige Nikolai Charitonow, Doktor der Wirtschaftswissenschaften und ein Politiker mit viel Erfahrung. Zu Zeiten der Sowjetunion war Charitonow Direktor eines landwirtschaftlichen Gro&szlig;betriebs (Sowchose), wurde dann 1990, noch in der RSFSR, Abgeordneter der Agrar-Partei Russlands und wechselte 2007 zur KPRF. Auch dort k&uuml;mmerte er sich, seinem fachlichen Profil entsprechend, in der Duma vor allem um Themen der Landwirtschaft und regionalen Entwicklung.<\/p><p>Interessant ist, dass Charitonow schon vor 20 Jahren, im Pr&auml;sidentschaftswahlkampf 2004, als Kandidat der KPRF aufgestellt wurde und einen Achtungserfolg von 13,7 Prozent der Stimmen einholte. Inhaltlich ist die Positionierung der Kommunisten gegen&uuml;ber Wladimir Putin und der Regierungspolitik deutlich unterscheidbar, und im Gegensatz zur LDPR gibt es wenige &Uuml;berschneidungen bei den W&auml;hlergruppen. Das liegt auch am klaren inhaltlichen Profil der KPRF. Die Partei profitiert von der starken Sowjetnostalgie in Teilen der russischen Bev&ouml;lkerung und steht f&uuml;r viele W&auml;hler (im doppelten Sinne) als &bdquo;Stimme f&uuml;r die UdSSR&ldquo;. Zus&auml;tzlich kritisiert die KPRF immer wieder soziale Missst&auml;nde und wird als Partei wahrgenommen, die sich in der Duma als linke und patriotische Kraft positioniert hat. In der russischen Politik bedeutet das: h&ouml;here L&ouml;hne und Renten, mehr staatliche Kontrolle in der Wirtschaft, aktive Geopolitik und andere Punkte, die von klassischer Sozialdemokratie bis zu patriotischem Sozialismus reichen.<\/p><p>Die KPRF ist auch weniger von konkreten Personen abh&auml;ngig. Nat&uuml;rlich kommt niemand in der Partei an die Bekanntheit eines Gennadi Sjuganow heran, da dieser zur ersten Reihe der russischen Politiker geh&ouml;rt &ndash; gemeinsam mit dem amtierenden Pr&auml;sidenten, Au&szlig;enminister, Verteidigungsminister und nur ganz wenigen Politikern der Opposition, von denen man sagen kann, dass sie faktisch jedem W&auml;hler gut bekannt sind. Dazu geh&ouml;rte auch der oben erw&auml;hnte Wladimir Schirinowski von der LDPR. W&auml;hrend der Tod von Schirinowski in den Folgen f&uuml;r seine Partei aber noch nicht absehbar ist und durchaus zu massiven Wahlverlusten f&uuml;hren k&ouml;nnte, so steht bei der KPRF vor allem die Idee im Vordergrund.<\/p><p>Trotzdem ist es auch bei der KPRF zu &Uuml;berschneidungen mit dem amtierenden Pr&auml;sidenten gekommen. Das betrifft soziale Fragen, da Putin sich in den letzten Jahren zunehmend um eine sozialere Politik bem&uuml;ht hat, aber auch die Au&szlig;enpolitik, wo die KPRF in den letzten Jahren wenig an der Regierungspolitik aussetzen kann. Das sah unter Jelzin nat&uuml;rlich noch ganz anders aus. Aber abgesehen von der Haltung des Kremls zu Libyen 2011, damals unter dem Pr&auml;sidenten Medwedjew, vertrat die KPRF &auml;hnliche Positionen zum Pr&auml;sidenten. Das betrifft konkrete Konflikte wie den in Syrien, aber auch die langfristige B&uuml;ndnispolitik, vor allem die strategische Partnerschaft mit China und den Ausbau der BRICS. Hier konnten die russischen Kommunisten auch wenig kritisieren, da Pr&auml;sident Putin faktisch eine antiimperialistische Au&szlig;enpolitik ausf&uuml;hrte, auch wenn sie im Kern auf klassischer Realpolitik basiert. Wenn es von der KPRF in diesem Bereich Kritik gab, dann vor allem dar&uuml;ber, dass an einigen Stellen zu lange gez&ouml;gert wurde, einige Entwicklungen verschlafen wurden (vor allem die Arbeit westlicher NGOs in der Ukraine) und zu lange auf einen Kompromiss mit der NATO und dem Westen gehofft wurde.<\/p><p>Insgesamt ist die Haltung der KPRF deshalb als harte, aber konstruktive Opposition zu bezeichnen. Da, wo die Regierung insgesamt vern&uuml;nftige Politik betreibt, wird sie (mit Verbesserungsvorschl&auml;gen) unterst&uuml;tzt. Da, wo eine schlechte und antisoziale Politik betrieben wird, gibt es harte Kritik und Protest auf der Stra&szlig;e. Dabei wird auch taktisch klug und pragmatisch agiert. In dieser Pr&auml;sidentschaftswahl ist sich die F&uuml;hrung der KPRF dar&uuml;ber bewusst, dass ein Sieg unm&ouml;glich ist und es darum geht, ein m&ouml;glichst gutes Resultat auf Platz 2 zu erlangen. Der wahre Kampf ist zur n&auml;chsten Pr&auml;sidentschaftswahl zu erwarten, wo eine erneute Kandidatur des bereits 71-j&auml;hrigen Wladimir Putin eher unwahrscheinlich ist. F&uuml;r diese Wahl ist meine Prognose f&uuml;r die KPRF ein sicherer Platz 2.<\/p><p>F&uuml;r uns in Deutschland wird es bei diesen Wahlen vor allem darum gehen, auf Versuche der Stimmungsmache gegen Russland zu achten und sich aus verschiedenen Quellen zu informieren. Um es mit einem ber&uuml;hmten deutschen Philosophen zu sagen: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.<\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ AntonSAN<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76210\">Russland-Wahlen: Das Siegen wird f&uuml;r die Regierungspartei schwieriger<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74411\">Putin: &bdquo;Wir lassen kein Anti-Russland in der Ukraine zu&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42899\">Der Feindbildaufbau geht weiter. 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