{"id":110122,"date":"2024-01-28T14:00:44","date_gmt":"2024-01-28T13:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110122"},"modified":"2024-02-02T16:12:22","modified_gmt":"2024-02-02T15:12:22","slug":"politische-korrektheit-die-moderne-form-von-gottesfurcht-und-puritanismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110122","title":{"rendered":"Politische Korrektheit: Die moderne Form von Gottesfurcht und Puritanismus"},"content":{"rendered":"<p>Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet in den westlich-liberalen L&auml;ndern der Puritanismus fr&ouml;hliche Urst&auml;nde feiert? Und das lustvoll genossene Leben als geradezu moralisch verwerflich gilt? Etwa wenn Menschen rauchen, Fleisch essen und gen&uuml;sslich Alkohol trinken? (Ein Wissenschaftler verk&uuml;ndete neulich in einem Radiobeitrag mahnend: &bdquo;Jedes Glas Alkohol verk&uuml;rzt das Leben!&ldquo;). Oder wenn Worte nicht mehr ausgesprochen werden d&uuml;rfen, weil sie &bdquo;b&ouml;se&ldquo; sind? So, wie man fr&uuml;her unter Katholiken nicht das Wort &bdquo;Teufel&ldquo; aussprechen durfte und vom &bdquo;Der Gott-sei-bei-uns&ldquo; sprechen musste? Unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> hat dazu in dem Buch eines Politologen und Psychotherapeuten interessante Gedanken gefunden.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1556\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-110122-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240129_Politische_Korrektheit_Die_moderne_Form_von_Gottesfurcht_und_Puritanismus_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240129_Politische_Korrektheit_Die_moderne_Form_von_Gottesfurcht_und_Puritanismus_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240129_Politische_Korrektheit_Die_moderne_Form_von_Gottesfurcht_und_Puritanismus_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240129_Politische_Korrektheit_Die_moderne_Form_von_Gottesfurcht_und_Puritanismus_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=110122-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240129_Politische_Korrektheit_Die_moderne_Form_von_Gottesfurcht_und_Puritanismus_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240129_Politische_Korrektheit_Die_moderne_Form_von_Gottesfurcht_und_Puritanismus_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Vor Kurzem habe ich eine wunderbare Karikatur gesehen. Ein junger Mann und eine junge Frau treffen sich zu einem ersten Date in einer Bar. Gleich beim Kennenlernen sagt die junge Frau zu dem jungen Mann: &bdquo;Ich bin Veganerin, trinke keinen Alkohol und dusche jeden Morgen kalt.&ldquo; Der junge Mann antwortet: &bdquo;Mensch, toll! Ich finde es unheimlich sympathisch, wenn ein Mensch so offen &uuml;ber seine psychischen Probleme reden kann.&ldquo;<\/p><p>Ich vermute, diesen kleinen Witz werden nicht alle Leser lustig finden k&ouml;nnen. Denn als ich in einer Kolumne auf den NachDenkSeiten (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97624\">&bdquo;Wer nur noch gesund lebt, lebt ungesund!&ldquo;<\/a>) das &uuml;berm&auml;&szlig;ige Streben nach Gesundheit kritisch betrachtete, erntete ich auf Facebook neben vielen positiven auch einige sehr erboste Kommentare. Ein Leser kommentierte meinen Text gar mit einem extrem ausf&uuml;hrlichen Text von ca. vier DIN A4-Seiten. Das wirkte auf mich so wie die emp&ouml;rte Reaktion eines altmodischen Pfarrers, der jemanden wegen einer gottesl&auml;sterlichen Bemerkung abkanzelt.<\/p><p>Ganz offensichtlich hatte ich bei diesen emp&ouml;rten Kommentatoren tief sitzende &Uuml;berzeugungen infrage stellt und dadurch bei ihnen Verunsicherung und Wut ausgel&ouml;st. Aber warum l&ouml;ste mein Text bei manchen so eine Wut aus? Ich sehe daf&uuml;r zwei Gr&uuml;nde: Der eine l&auml;sst sich sehr gut mit einem Zitat von G&uuml;nter Grass veranschaulichen. Der sagte einmal:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer selbst nicht mehr genie&szlig;t, wird selber ungenie&szlig;bar.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Genuss ist ein Lebenselixier<\/strong><\/p><p>Mit anderen Worten: Wer st&auml;ndig asketisch lebt und seine Lust auf ein gutes Essen oder darauf, mal eine Nacht durchzufeiern und auch mal &bdquo;schmutzige&ldquo; oder &bdquo;unreine&ldquo; Dinge zu genie&szlig;en, etwa Zigaretten, alkoholische Getr&auml;nke, &bdquo;b&ouml;se&ldquo; Kohlenhydrate oder derbe Witze, der muss ja schlie&szlig;lich schlechte Laune bekommen und schaut nat&uuml;rlich feindselig auf andere, die weiterhin lustvoll ihr Leben genie&szlig;en &ndash; und dabei wider alle Theorie noch nicht mal krank werden. Weil Lust oder Genuss eben auch ein Lebenselixier ist.<\/p><p>Aber es gibt noch einen weiteren Grund: Die seit vielen Jahrhunderten in der Gesellschaft wirksame christliche Ethik ist nach wie vor in den K&ouml;pfen westlicher Menschen pr&auml;sent. Und zwar auch bei liberalen Menschen, die nicht mehr an einen Gott und ein Jenseits, das in Himmel und H&ouml;lle aufgeteilt ist, glauben. Aber diese christliche Denkstruktur und Moral ist nach wie vor in vielen westlichen Menschen pr&auml;sent. Gott ist ins Ich umgezogen, wie es der Politologe und Psychotherapeut Malte Nelles in seinem Buch &bdquo;Gottes Umzug ins Ich&ldquo; formuliert. Oder, wie es der &ouml;sterreichische Philosoph Robert Pfaller in einem seiner B&uuml;cher formulierte: Man kann auch Christ sein, ohne es zu wissen. Anders ausgedr&uuml;ckt: Viele Menschen in unserer Gesellschaft denken und f&uuml;hlen noch immer wie Christen, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind.<\/p><p>Das beginnt mit einem absoluten Denken, das nur zwischen &bdquo;Gut&ldquo; und &bdquo;B&ouml;se&ldquo; unterscheidet und nur &bdquo;Schwarz&ldquo; oder &bdquo;Wei&szlig;&ldquo; kennt, aber keine Graut&ouml;ne. Nelles beschreibt dies in dem erw&auml;hnten Buch wie folgt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im fr&uuml;hen Christentum wurde eine popul&auml;re zeitgen&ouml;ssische Idee aufgegriffen, die das menschliche Weltverh&auml;ltnis bis heute pr&auml;gt: die Teilung der Wirklichkeit in Gut und B&ouml;se. Die vorchristlichen G&ouml;tter des griechischen Pantheons waren alles, aber nicht einseitig. Sie herrschten, neideten, kopulierten, brachten einander um und entsprachen in ihren Handlungen der gesamten menschlichen Gef&uuml;hlswelt. Der alttestamentarische Gott Jahwe war rachs&uuml;chtig und zornig. Und der Gott der Christen im Neuen Testament? Er war der Vater. An ihn konnte man sich wenden. Er war der &sbquo;liebe Gott&lsquo;, der Gott der Liebe.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Moralisieren und Predigen dient der eigenen Selbsterh&ouml;hung<\/strong><\/p><p>Genau dieses Denken in absoluten Kategorien (es gibt nur &bdquo;Gut&ldquo; oder &bdquo;B&ouml;se&ldquo;, aber nichts dazwischen) beherrscht heute westlich-liberale Kulturen. Besonders deutlich kommt dies in der &bdquo;Politischen Korrektheit&ldquo; und der &bdquo;Cancel Culture&ldquo; zum Ausdruck. Dabei sollte man sich dar&uuml;ber im Klaren sein: Wer eine Religion predigt und Menschen moralisch belehrt, ob nun im Namen einer traditionellen Religion im w&ouml;rtlichen Sinne oder im Namen einer verweltlichten Form davon, wie der Politischen Korrektheit, tut dies vor allem im Interesse der eigenen Selbsterh&ouml;hung und, um die eigenen &bdquo;b&ouml;sen&ldquo; Anteile nicht sehen zu m&uuml;ssen. Denn der Prediger und Mahner w&auml;hnt sich selbst ja immer auf der richtigen Seite: der Seite der Guten.<\/p><p>Dies spiegelt sich auch im &Uuml;berlegenheitsgef&uuml;hl westlich-liberaler Gesellschaften gegen&uuml;ber Gesellschaften wider, die nicht liberalen Werten folgen und die LGBTQ-Kultur f&uuml;r der Weisheit letzten Schluss halten. Stefano di Lorenzo hat das in Globalbridge (<a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/darf-man-den-westen-kritisieren\/\">siehe hier<\/a>) treffend formuliert:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Auch die neue woke-Kultur, das neue Christentum des 21. Jahrhunderts, das die Letzten von gestern erl&ouml;sen und zu den Ersten von morgen machen will, das im Namen der politischen Korrektheit Jahrhunderte der Geschichte ausradieren will, passt bei genauerem Hinsehen perfekt in das Schema der &Uuml;berlegenheit der westlichen Welt von heute. In der Tat habe nur der Westen das Ma&szlig; an sozialem Fortschritt erreicht, das unsere Zeit verlangt, indem er Frauen, Homosexuellen und ethnischen Minderheiten endlich die Rechte zugestanden hat, die ihnen schon lange zustehen. Die anderen hinken (nach diesem westlichen Weltbild; UB) hinterher. Kinder im Westen sind heute vielleicht wirklich farbenblind gegen&uuml;ber ihren Klassenkameraden mit Migrationshintergrund, aber sie werden in dem Glauben erzogen, dass der Westen Afrika, Asien, China, Russland in jeder Hinsicht &uuml;berlegen ist: Die Welt au&szlig;erhalb des Westens sei ein Garten des Schreckens. Nur der Westen sei der Garant f&uuml;r Fortschritt und soziale Rechte. (&hellip;) Aber es erscheint geradezu paradox, dass der Westen, der sich als Erfinder der aufkl&auml;rerischen Vernunft gegen den Dogmatismus sieht, sich immer noch das Recht anma&szlig;t, ein Monopol auf die Vernunft zu haben. Das ist sicher nicht im Sinne von Rousseau. Unser Jahrhundert erfordert zweifellos eine neue Art des Denkens &uuml;ber Politik auf globaler Ebene.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Das schlechte Gewissen der Puritaner<\/strong><\/p><p>In der Zeit vor der Reformation durch Martin Luther war die Katholische Kirche f&uuml;r das Seelenheil der Christen zust&auml;ndig. Den Menschen wurde zwar gepredigt, dass S&uuml;nden im Jenseits von Gott bestraft w&uuml;rden, aber sie konnten darauf hoffen, dass die Katholische Kirche sie von ihren S&uuml;nden freisprechen w&uuml;rde. Was diese wiederum mit dem Ablasshandel flei&szlig;ig nutzte, um Geld einzunehmen. Durch Luther und den Protestantismus ver&auml;nderte sich dies. Luther war der Auffassung, dass Gottes Gnade nicht erkauft werden k&ouml;nne durch einen Ablass der Kirche. Jeder m&uuml;sse in sich selbst Gottes Gnade finden. Wer diesem neuen, protestantischen Glauben folgte, konnte nicht mehr sicher sein, dass er im Jenseits Gottes Gnade erfahren w&uuml;rde. Denn die Kirche Luthers sprach ihn nicht von seinen S&uuml;nden frei. Er selbst musste durch ein gottesf&uuml;rchtiges Leben daf&uuml;r sorgen, dass er Gottes Gnade empfangen w&uuml;rde. Nelles beschreibt dies in seinem Buch wie folgt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Gottes Gr&ouml;&szlig;e gegen&uuml;ber dem Menschen fand im Protestantismus unter anderem in der Pr&auml;destinationslehre Ausdruck, der Idee, dass das Schicksal des Menschen von Gott vorbestimmt sei (&hellip;). Die Idee der Vorherbestimmung des menschlichen Lebens f&uuml;hrte allerdings nicht dazu, dass der Mensch sich in sein unbeeinflussbares Schicksal ergab, sondern kehrte sich in ihr Gegenteil um. F&uuml;r jeden Einzelnen stellte sich die furchtbare Frage, ob in seiner Vorherbestimmung nach dem Tod ein Leben bei Gott auf ihn wartete, oder eines beim Teufel. Da Gottes Pl&auml;ne vor und nach dem Leben nicht durchschaut werden konnten, blieb nur das weltliche Leben, um zu beweisen, dass man zu den gl&uuml;cklichen Auserw&auml;hlten geh&ouml;rt, die das Ticket nach oben ergattert hatten, und nicht das nach unten. Die weltlichen Mittel, um dies zu belegen, lauteten: Askese und wirtschaftlicher Erfolg. Denn schon zu Lebzeiten helfe Gott dem, der sich selbst helfe.&ldquo; (Nelles, S. 118)\n<\/p><\/blockquote><p>In diesem Zusammenhang verweist Nelles auf ein Buch des franz&ouml;sischen Soziologen Alain Ehrenberg (Titel: Das Unbehagen in der Gesellschaft), in dem dieser die Briefe fr&uuml;her amerikanischer Siedler, die alle protestantischen Sekten angeh&ouml;rten, untersucht hatte. Diese Siedler, so Nelles, erlitten durch ihren Glauben schreckliche Gewissensqualen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das menschliche Gef&uuml;hlsleben, das in den Schilderungen der Siedler zum Ausdrucke kommt, war von einer schrecklichen Gottesangst gepr&auml;gt. Da Gott nun direkt und zu jeder Zeit &uuml;ber jedem Einzelnen schwebte, lebten sie in einer unglaublichen Furcht vor ihm und versagten sich in ihrem Leben jede weltliche Freude.&ldquo; (Nelles, S. 117-118)\n<\/p><\/blockquote><p>Wer muss bei diesen Worten (&bdquo;versagten sich in ihrem Leben jede weltliche Freude&ldquo;) nicht an Klimakleber denken, die sich als selbstlose M&auml;rtyrer sehen, die nur einem Ziel dienen: der Rettung der Welt?<\/p><p><strong>Man kann auch Christ sein, ohne es zu wissen<\/strong><\/p><p>Diese christliche Denk- und F&uuml;hlstruktur ist in unserer protestantisch gepr&auml;gten Gesellschaft erhalten geblieben. Anders ausgedr&uuml;ckt: Liberale westliche Menschen sind nach wie vor Christen. Es ist ihnen nur nicht bewusst:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Auch wenn der moderne Mensch des Westens dies heute nicht mehr wahrhaben mag und auf die Autonomie seiner pers&ouml;nlichen Wahl pocht: Kulturell sind wir alle Christen, ob mit Taufe oder ohne. Der j&uuml;disch-christliche Geist, der unsere Kultur, Werte, Erziehung Wissenschaft und Seelen, kurzum das Bewusstsein und die Welt des abendl&auml;ndischen Menschen erschaffen hat, ist gr&ouml;&szlig;er und &auml;lter als unser pers&ouml;nliches &sbquo;Sein-wollen, was wir sein m&ouml;chten&lsquo;.&rdquo; (Malte Nelles, Gottes Umzug ins Ich, S. 30-31)\n<\/p><\/blockquote><p>Und so wird auch der missionarische Geist der Politisch Korrekten und Gesundheitsapostel verst&auml;ndlich: Es ist ein moralischer Narzissmus, der der Selbsterh&ouml;hung und Beruhigung des immer noch christlichen Gewissens dient.<\/p><p>Gesundheit ist in dieser Perspektive der Ausdruck des &bdquo;richtigen&ldquo; Lebens &ndash; so, wie in der protestantischen Ethik der weltliche Erfolg eines Menschen, also sein Reichtum auf Erden, als Beweis f&uuml;r ein gottesf&uuml;rchtiges Leben gedeutet wurde. Was den Soziologen Max Weber zu seinem ber&uuml;hmten Werk &bdquo;Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus&ldquo; inspirierte. Man k&ouml;nnte also sagen: Die moderne Form der Gottesfurcht ist das &bdquo;richtige&ldquo; Leben, sei es nun das &bdquo;gesundheitlich korrekte&ldquo; Leben, die &bdquo;korrekte Ern&auml;hrung&ldquo; oder das &bdquo;politisch korrekte Sprechen&ldquo;.<\/p><p>Diese moderne Form des &bdquo;gottesf&uuml;rchtigen&ldquo; Lebens und inquisitorischen Eifers konnten und k&ouml;nnen wir immer wieder in unserer Gesellschaft beobachten: Ob in der Coronakrise, dem Klimawandel, dem Ukrainekrieg: Wer nicht im modernen Sinne &bdquo;gottesf&uuml;rchtig&ldquo; lebt, wird wie fr&uuml;her in der Katholischen Kirche inquisitorisch verfolgt und ggf. exkommuniziert, also aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.<\/p><p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p><p>Das linksliberale, betont politisch korrekte Milieu, insbesondere die Gr&uuml;nen, sind im Grunde gl&auml;ubige Protestanten mit einem strengen protestantischen &Uuml;ber-Ich, das alles vermeintlich B&ouml;se ausmerzen will. Dabei spielt es &uuml;berhaupt keine Rolle, ob dieser Personenkreis nun tats&auml;chlich an den christlichen Gott glaubt wie etwa die gr&uuml;ne Studienabbrecherin und Bundestagspr&auml;sidentin Kathrin G&ouml;ring-Eckhart, die auch schon einmal Pr&auml;sidentin des evangelischen Kirchentages war. Oder jemand aus diesem Milieu, der nicht an einen Gott glaubt. Denn man kann, wie es der &ouml;sterreichische Philosoph Robert Pfaller formulierte, Christ sein, ohne es zu wissen.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110504\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Zoomstudio\/shutterstock.com<\/small><\/p><p><em>Wer das Thema vertiefen m&ouml;chte, dem sei das Buch &bdquo;Gottes Umzug ins Ich&ldquo; von Malte Nelles empfohlen. Es ist im Europa-Verlag erschienen und kostet 24,00 Euro.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet in den westlich-liberalen L&auml;ndern der Puritanismus fr&ouml;hliche Urst&auml;nde feiert? Und das lustvoll genossene Leben als geradezu moralisch verwerflich gilt? Etwa wenn Menschen rauchen, Fleisch essen und gen&uuml;sslich Alkohol trinken? (Ein Wissenschaftler verk&uuml;ndete neulich in einem Radiobeitrag mahnend: &bdquo;Jedes Glas Alkohol verk&uuml;rzt das Leben!&ldquo;). Oder wenn Worte nicht mehr ausgesprochen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110122\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":110124,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,161],"tags":[3041,2247],"class_list":["post-110122","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-wertedebatte","tag-cancel-culture","tag-political-correctness"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Shutterstock_1157473801.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=110122"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110122\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":110511,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110122\/revisions\/110511"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/110124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=110122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=110122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=110122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}