{"id":11025,"date":"2011-10-19T08:43:30","date_gmt":"2011-10-19T06:43:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025"},"modified":"2011-10-19T10:45:09","modified_gmt":"2011-10-19T08:45:09","slug":"hinweise-des-tages-1491","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Neue Verluste in HRE-Bad-Bank &ndash; Bund vor weiteren Hilfen; Mitschuld an der Finanzkrise?; Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino; Steueroase Deutschland; Eurokrise; Aktivisten harren im Bankenviertel aus; Wachstumseinbruch in Osteuropa; Zu tr&auml;ge Derivate-Regulierung; Studie: Selbst&auml;ndige in der Grundsicherung; Staatstrojaner &ndash; Hauptsache, wir k&ouml;nnen &uuml;berwachen?; &bdquo;Es ist ein polemischer Schritt, der alles verzerrt, wenn man so tut, als habe der Islam selbst Terroristen ausgeschickt&ldquo;; Die Republikaner und der Sozialismus; Vom Gef&uuml;hl, pl&ouml;tzlich konservativ zu sein; zu guter Letzt: Volker Pispers &ndash; Gauckler (JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h01\">Neue Verluste in HRE-Bad-Bank &ndash; Bund vor weiteren Hilfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h02\">Mitschuld an der Finanzkrise?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h03\">Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h04\">Steueroase Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h05\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h06\">Aktivisten harren im Bankenviertel aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h07\">Wachstumseinbruch in Osteuropa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h08\">Zu tr&auml;ge Derivate-Regulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h09\">Studie: Selbst&auml;ndige in der Grundsicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h10\">Staatstrojaner &ndash; Hauptsache, wir k&ouml;nnen &uuml;berwachen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h11\">&bdquo;Es ist ein polemischer Schritt, der alles verzerrt, wenn man so tut, als habe der Islam selbst Terroristen ausgeschickt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h12\">Die Republikaner und der Sozialismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h13\">Vom Gef&uuml;hl, pl&ouml;tzlich konservativ zu sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025#h14\">zu guter Letzt: Volker Pispers &ndash; Gauckler<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=11025&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Neue Verluste in HRE-Bad-Bank &ndash; Bund vor weiteren Hilfen<\/strong><br>\n[&hellip;] Deutschlands gr&ouml;&szlig;te Bad Bank FMS Wertmanagement, in der die Milliardenrisiken der HRE geb&uuml;ndelt sind, verbuchte im ersten Halbjahr 2011 einen Nettoverlust von 690 Millionen Euro. Ein Grund waren Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen, wie die FMS am Dienstag mitteilte.<br>\nUrspr&uuml;nglich sollte der Abbau des einst 175 Milliarden Euro gro&szlig;en Portfolios toxischer Wertpapiere und Kredite binnen zehn Jahren oder mehr zu Verlusten von 3,8 Milliarden Euro f&uuml;hren. Nun aber ist dieses Budget bereits ein Jahr nach dem Start der Bad Bank so gut wie aufgebraucht. [&hellip;]<br>\nDabei wurden alle Anleihen und Kredite mit einer Laufzeit bis Ende 2020 um 21 Prozent korrigiert &ndash; den Mindestbetrag, den die Wirtschaftspr&uuml;fer fordern &ndash; und nicht auf den Marktwert. Sonst w&auml;ren Abschreibungen um 50 Prozent und mehr n&ouml;tig gewesen. [&hellip;] Die FMS hat nun noch Hellas-Bonds im Volumen von 7,2 Milliarden Euro in den B&uuml;chern. Hinzu kommen 1,6 Milliarden Euro durch Kredite und Anleihen griechischer Emittenten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/topNews\/idDEBEE79H0GH20111018\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Das hei&szlig;t, dass der Steuerzahler zus&auml;tzlich mit rund drei Milliarden Euro zur Kassen gebeten w&uuml;rde, wenn man die Griechenland-Anleihen zu einem realistischen Kurs von 50% des Nennwerts bilanzieren w&uuml;rde. Der damalige Finanzstaatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen wusste schon, wovon er sprach, als er im Oktober letzten Jahres <a href=\"http:\/\/www.wissen.de\/wde\/generator\/wissen\/services\/nachrichten\/ftd\/BM\/50177359.html\">sagte<\/a>, dass die deutsche Staatsverschuldung in dem Moment, in dem die Risiken der HRE konsolidiert werden, um 8,5 Prozentpunkte (gemessen am BIP) steigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Mitschuld an der Finanzkrise?<\/strong><br>\nAmerikanische Experten beleuchten die Rolle des Wirtschaftsjournalismus [&hellip;] Schiffrin sieht das partielle Versagen des Wirtschafts- und Finanzjournalismus in engem Zusammenhang mit der Abw&auml;rtsspirale, in die der professionelle Journalismus in den letzten Jahren geraten ist: &laquo;Die Erl&ouml;se aus dem Anzeigengesch&auml;ft kollabierten &ndash; und das geschah bereits vor der Krise, wurde durch sie aber nochmals verst&auml;rkt. Die darauffolgende K&uuml;rzungs- und K&uuml;ndigungswelle liess die Journalisten um ihre Jobs zittern. Viele hatten wohl auch deshalb Angst, sich dem Herdentrieb entgegenzustellen.&raquo; Der amerikanische Journalismus sei bereits vor der Finanzkrise von 2008 &laquo;implodiert&raquo;; etwa ein Drittel aller Stellen in den Redaktionen sei in wenigen Jahren verschwunden. [&hellip;]<br>\nIn seiner Inhaltsanalyse, die von Anfang 2000 bis Mitte 2007 die neun wichtigsten Wirtschaftsmedien der USA umfasst, identifiziert Starkman zwar 730 Beitr&auml;ge, in denen vor der Krise gewarnt wurde. Gemessen an den 220 000 Artikeln, die allein das &laquo;Wall Street Journal&raquo; in diesem Zeitraum ver&ouml;ffentlicht habe, sei das aber eben wie &laquo;ein paar Korken, die auf einem Nachrichtenstrom von der Gr&ouml;sse der Niagara-F&auml;lle daherkommen&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/medien\/mitschuld_an_der_finanzkrise_1.13034830.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino<\/strong><br>\nNach dem Platzen der &bdquo;Dotcom-Blase&ldquo; liegt die Spekulation mit Rohstoffen wie Mais oder Weizen voll im Trend. Mit ihren Wetten treiben Banken die Preise f&uuml;r Nahrungsmittel in die H&ouml;he und machen sich mitschuldig am Hunger in der Welt. Die globale Rohstoff-Zockerei muss gestoppt werden!<br>\n Das ist das Problem:<br>\nWird Essen teurer, entsteht Hunger. Finanzmarktspekulationen mit Nahrungsmitteln sind daher unverantwortlich: Durch Wetten auf die Preisentwicklung von Agrar-Rohstoffen wie Mais oder Weizen treiben Investmentbanken die Preise f&uuml;r Nahrungsmittel in die H&ouml;he. Sie sind mitschuldig an der Hungerkrise der Welt. Ein Problem, das uns alle angeht: F&uuml;r die Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino setzen Banken Geld ein, das wir in Lebensversicherungen oder Pensionsfonds investieren. Die Zusammenh&auml;nge hat foodwatch in dem Report &bdquo;Die Hungermacher &ndash; Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs &amp; Co. auf Kosten der &Auml;rmsten mit Nahrung spekulieren&ldquo; aufgezeigt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/foodwatch.de\/e10\/e45260\/\">Foodwatch<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/foodwatch.de\/e10\/e45260\/e45263\/\">Foodwatch-Report &bdquo;Die Hungermacher&ldquo;<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Den Report hat Harald Schumann verfasst, der sich auf den globalen Finanzm&auml;rkten gut auskennt und auf dessen Artikel die NachDenkSeiten schon h&auml;ufig hingewiesen haben. Nachdem er sich f&uuml;r diesen Report ein halbes Jahr Auszeit genommen hat, d&uuml;rfen wir uns auf seine Artikel beim Tagesspiegel freuen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Steueroase Deutschland<\/strong><br>\nDie Bundesrepublik ist eines der gr&ouml;&szlig;ten sogenannten Steuerparadiese der Erde. Dies belegen Recherchen einer internationalen Nicht-Regierungsorganisation. Wie aus einer aktuellen Publikation des &ldquo;Tax Justice Network&rdquo; hervorgeht, belegt Deutschland den neunten Platz auf der Rangliste der 73 bedeutendsten Schattenfinanzpl&auml;tze weltweit. &ldquo;Zweifellos&rdquo; sei es ein &ldquo;Bestimmungsort f&uuml;r umfangreiche Geldstr&ouml;me aus aller Welt, welche die Steuer umgehen wollen oder aus anderen dunklen Kan&auml;len stammen&rdquo;, urteilt das Netzwerk. Tats&auml;chlich wird die Bundesrepublik schon lange wegen unzureichender Ma&szlig;nahmen gegen Geldw&auml;sche und umfassender Finanzdienstleistungen f&uuml;r Diktatoren kritisiert. Zudem profitieren deutsche Kreditinstitute von der Kapitalflucht aus Krisenl&auml;ndern der Eurozone wie Griechenland und locken etwa Kunden aus der Schweiz mit der Zusicherung, das deutsche Bankgeheimnis werde gegen&uuml;ber den Schweizer Beh&ouml;rden zuverl&auml;ssig gewahrt.<br>\nBundesdeutsche Banken verwalten Auslandskapital in einer Gesamth&ouml;he von 1,3 Billionen Euro. Sie wickeln fast f&uuml;nf Prozent s&auml;mtlicher grenz&uuml;berschreitenden Finanztransaktionen weltweit ab; nur Luxemburger Institute ziehen noch gr&ouml;&szlig;ere Geldsummen an. Attraktiv f&uuml;r Verm&ouml;gen ungekl&auml;rter Herkunft wird der Finanzstandort Deutschland dabei nach Ansicht von Kritikern vor allem durch den hohen Grad an Diskretion, den er &ndash; gemessen an seiner Bedeutung als Umschlagplatz &ndash; gew&auml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58176\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Italien schafft sich ab<\/strong><br>\nBrutta statt Bella Italia: Warum das Land kaum noch zu retten ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/italien-schafft-sich-ab\/4751878.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong>  Auch die NDS haben schon oft auf das Skandalon des Berlusconistaates, den traditionellen Klientelismus oder die Mafia  hingewiesen, auch auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Aber der Politologe Helmut Dr&uuml;ke vermischt zu sehr die Schw&auml;chen des politischen Systems mit der Frage der Leistungsf&auml;higkeit der Volkswirtschaft. Bereits der Hinweis auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit ist zwar korrekt, wird aber im Vergleich zu anderen Eurol&auml;ndern relativiert, so ist z.B. in Frankreich ist die Jugendarbeitslosigkeit nur 2 bis 3 Prozentpunkte niedriger. Auch der schlichte Hinweis die hohe Staatsverschuldung greift zu kurz und eher Ausdruck einer um sich greifenden Hysterie. Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob man wie Griechenland oder Belgien mehrheitlich bei Ausl&auml;ndern oder wie in Italien bei Inl&auml;ndern verschuldet ist. Dazu passt, dass die Italiener mehr als die Deutschen von ihrem Einkommen sparen. Italienische Haushalte sind mit 45,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2010) auch deutlich weniger verschuldet als etwa deutsche (63 Prozent), franz&ouml;sische oder spanische Haushalte, von den Briten ganz zu schweigen. In Gro&szlig;britannien haben die Haushalte mehr Schulden, als das Land insgesamt erwirtschaftet. Vor allem aber besitzt Italien, wenn auch ungleich im Land verteilt, eine &auml;u&szlig;ert wettbewerbsf&auml;hige Industrie. Spontan fallen den meisten dann Armani, Gucci, Benetton oder Lavazza, also Mode und Kulinarisches ein. Nur, diese sind zu erg&auml;nzen durch zahlreiche weitere mittelgro&szlig;e und gro&szlig;e Industriekonzerne. Oder wussten sie, dass Italien in 27 Marktsegmenten weltweit unter den Top 3 Anbietern liegt, d.h. in 25 Prozent aller Marktsegmente, und damit vor Japan, Frankreich und Gro&szlig;britannien. Von rein &ouml;konomischer Seite spricht wenig daf&uuml;r, Italien abzuschreiben. Auch Moody&rsquo;s hat bei seiner letzten Herabstufung nicht auf die H&ouml;he der Staatsverschuldung abgestellt, sondern auf das Missmanagement der Regierung, denn Italien hat in Gegensatz zu anderen die realwirtschaftliche Grundlage seine Schulden zur&uuml;ckzahlen zu k&ouml;nnen. Der Titel &ldquo;Italien schafft sich ab&rdquo; f&auml;llt unter die Rubrik Italienbashing.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Portugals Wirtschaft bricht dramatisch ein<\/strong><br>\nPortugal spart und spart und spart: Feiertage sollen gestrichen, die Mehrwertsteuer angehoben und die Arbeitszeit verl&auml;ngert werden. Doch die Wirtschaft rutscht weiter ab. Die Regierung musste ihre Wachstumsprognose bereits weiter nach unten korrigieren. In der Bev&ouml;lkerung regt sich Widerstand. Eine &ldquo;Kampfwoche&rdquo; der Gewerkschaften droht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/schuldensuender-in-not-portugals-wirtschaft-bricht-dramatisch-ein-1.1167820\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Nach Griechenland rutscht nun auch Portugal in die Austerit&auml;tsfalle. Das war abzusehen und d&uuml;rfte NachDenkSeiten nicht &uuml;berraschen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Athen &ndash; M&uuml;nchen, einfach<\/strong><br>\nEr sch&auml;mt sich daf&uuml;r, dass er jetzt in Deutschland ist. Aber zu Hause hat er keine Chancen mehr gesehen. Denn in Griechenland, sagt er, &bdquo;ist alles kaputt&ldquo;. Evangelos Melkonian ist einer von vielen. Sie verlassen ihr Land und fangen im Norden bei null wieder an. Sie sind auf der Flucht vor der Krise<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/athen-muenchen-einfach\/5076136.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine nicht zu untersch&auml;tzende Nebenfolge der Versch&auml;rfung der griechischen Krise durch den von Europa aufgedr&auml;ngten Austerit&auml;tskurs ist der &lsquo;brain drain&rsquo; einer Generation, auf die Griechenland eigentlich f&uuml;r die &Uuml;berwindung der Krise angewiesen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Aktivisten harren im Bankenviertel aus<\/strong><br>\nDie Aktivisten wollen am EZB-Geb&auml;ude in Frankfurt\/Main bleiben. In Hamburg wurde das Zeltlager zum Infopavillon herabgestuft. Die Berliner Beh&ouml;rden zeigen sich stur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Protestbewegung-Occupy\/!80188\/\">taz<\/a>\n<p><strong>dazu: Halbe Darstellung und falsche Verb&uuml;ndete<\/strong><br>\nOb in der Tagesschau oder bei Springer, im Spiegel oder bei heute: alle erkl&auml;rten sie, dass es am vergangenen Samstag die Menschen weltweit nur deshalb auf die Stra&szlig;en gezogen hat, weil eine unb&auml;ndige Wut auf die Finanzwirtschaft in ihnen g&auml;rt. Vulg&auml;rer sprachen manche Qualit&auml;tsmedien von der Gier der Banken, die die Occupy-Bewegung formierte. Vornehmer ausgedr&uuml;ckt schob man die Rekapitalisierungsabsichten und &ndash; vorhaben als Protestmotiv vor. Doch das ist nur ein unzureichendes Erkl&auml;rungsmuster.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2011\/10\/halbe-darstellung-und-falsche.html\">ad sinistram<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wachstumseinbruch in Osteuropa<\/strong><br>\n[&hellip;] Die Osteuropabank EBRD hat am Dienstag eine d&uuml;stere Konjunkturprognose vorgestellt. Die Bank hat ihre Wachstumsaussichten f&uuml;r Zentraleuropa auf 1,7 Prozent halbiert. Ungarn, Slowenien und die Slowakei werden 2012 nur knapp an der Rezession vorbeischrammen. Noch st&auml;rker wurden die Prognosen f&uuml;r S&uuml;dosteuropa revidiert. Das Wachstum in Rum&auml;nien und Albanien kommt fast zum Erliegen. [&hellip;] Hauptursache f&uuml;r den D&auml;mpfer sind Eurokrise und schw&auml;chelndes Wachstum in Westeuropa.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1318726196347\/Prognose-Wachstumseinbruch-in-Osteuropa\">Der Standard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Um die Brisanz dieser Meldung greifen zu k&ouml;nnen, sei ein Verweis auf <a href=\"\/?p=11003#h08\">den gestrigen Hinweis #8<\/a> empfohlen. Europ&auml;ische Banken haben in den Schwellenl&auml;ndern noch Forderungen in der horrenden Summe von 3.400 Milliarden US$ ausstehen &ndash; in Osteuropa zeichnen sie sich f&uuml;r 90% aller vergebenen Kredite verantwortlich. W&auml;hrend amerikanische und britische Medien h&auml;ufiger &uuml;ber dieses Damoklesschwert am Horizont berichten, schweigen die deutschen Medien beharrlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Zu tr&auml;ge Derivate-Regulierung<\/strong><br>\nIm September 2009 hatten die Staats- und Regierungschef der 20 gr&ouml;ssten Wirtschaftsnationen (G-20) in Pittsburgh vereinbart, bis Ende 2012 Transaktionen mit OTC-Derivaten transparenter zu machen. Nun verbleibt noch ein Jahr, um das Ziel zu erreichen. Bisher h&auml;tten aber nur wenige Mitgliedsl&auml;nder den n&ouml;tigen rechtlichen Rahmen gesetzt, beklagt der Financial Stability Board (FSB) in einer am Dienstagabend ver&ouml;ffentlichten Analyse. Die Gesetzgebung m&uuml;sse jetzt energisch vorangetrieben werden. OTC steht f&uuml;r &laquo;over the counter&raquo; (&laquo;&uuml;ber den Tresen&raquo;). Solcherart gehandelte Derivate werden direkt zwischen Verk&auml;ufer und K&auml;ufer getauscht, wobei die Konditionen theoretisch frei aushandelbar sind. Der Kauf geschieht anders als bei einem B&ouml;rsenhandel in einem weitgehend unregulierten und intransparenten Rahmen. Der FSB, bei dem alle G-20-L&auml;nder Mitglied sind, hat bereits in seinem ersten Zwischenbericht im April 2011 Besorgnis &uuml;ber die langsame Umsetzung ge&auml;ussert. Der Rat der EU-Finanzminister (Ecofin) einigte sich zum Beispiel erst Anfang des Monats auf eine gemeinsame Linie.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/zu_traege_derivate-regulierung_1.12949175.html\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/strukturierte_produkte\/vor_einer_eu-regulierung_von_otc-derivaten_1.12825405.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Studie: Selbst&auml;ndige in der Grundsicherung<\/strong><br>\nSeit Januar 2005 l&auml;sst sich ein nahezu stetiger Anstieg der Anzahl der Selbst&auml;ndigen, die Grundsicherung beziehen, erkennen. Im M&auml;rz 2011 waren 127.180 Selbst-st&auml;ndige in der Grundsicherung, das sind 93.693 Personen mehr als im Januar 2005. Die Gruppe der Selbst&auml;ndigen in der Grundsicherung hat sowohl in Bezug auf die Selbst&auml;ndigen insgesamt als auch im Verh&auml;ltnis zu allen Aufstockern in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen. Vergleicht man die Entwicklung der Selbst&auml;ndigen in der Grundsicherung und die aller Selbst&auml;ndigen, so wird deutlich, dass die Zahl der Selbst&auml;ndigen in Deutschland im Zeitraum von 2005 bis 2010 lediglich um 4 % gestiegen ist, wohingegen sich die Zahl der Selbst&auml;ndigen in der Grundsicherung im selben Zeitraum verdreifacht hat. Der Vergleich mit der Entwicklung aller erwerbst&auml;tigen Personen in der Grundsicherung l&auml;sst erkennen, dass die Gruppe der Selbst&auml;ndigen in der Grundsicherung auch im Verh&auml;ltnis zu allen Aufstockern in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen hat. So wuchs der entsprechende Anteil der Selbst&auml;ndigen in der Grundsicherung von 4,4 % (Januar 2005) auf 9,4 % im M&auml;rz 2011. Zu den selbstst&auml;ndigen Geringverdienern geh&ouml;rten vor allem Frauen, Einmannunternehmen sowie Selbstst&auml;ndige in kreativen Berufen. Mehr als ein Viertel der Selbstst&auml;ndigen verdienten 2010 weniger als 1.100 netto. Etwa 7 Prozent sogar weniger als 500 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.datev.de\/portal\/ShowPage.do?pid=dpi&amp;nid=127783\">DATEV<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der wachsende Anteil an Selbst&auml;ndigen bei den Aufstockern zeigt, dass parallel zur Ausdehnung des Niedriglohnsektors ein genereller Niedrigeinkommenssektor entstanden ist. Interessant w&auml;re es zu erfahren, wie hoch dabei der Anteil an Scheinselbst&auml;ndigen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Staatstrojaner &ndash; Hauptsache, wir k&ouml;nnen &uuml;berwachen?<\/strong><br>\nHier gibt es keinen Interpretationsspielraum: Die &Auml;u&szlig;erungen des Bundesinnenministers in der Staatstrojaner-Aff&auml;re sind verheerend. Eine Replik von Frank Rieger vom Chaos Computer Club.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/staatstrojaner-hauptsache-wir-koennen-ueberwachen-11496473.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.D.:<\/strong> Eine treffende W&uuml;rdigung von Friedrichs Interviews in der FAS. Man kann nur den Kopf sch&uuml;tteln &uuml;ber die offensichtliche Bigotterie so mancher konservativer Entscheidungstr&auml;ger. Oft proklamierte Tugenden und Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit, Verfassungstreue und Redlichkeit werden vom B&uuml;rger eingefordert. F&uuml;r das eigene Handeln und die Klientel gelten offensich andere Ma&szlig;st&auml;be. Eigentlich ein klarer Fall f&uuml;r den Verfassungsschutz.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Anti-Terror-Gesetz: Warnung vor neuer Geheimpolizei<\/strong><br>\nDer Berliner Verfassungsrechtler Martin Kutscha hat gro&szlig;e Zweifel daran, dass der Regierungsentwurf zur Verl&auml;ngerung von Befugnissen aus dem Terrorismusbek&auml;mpfungserg&auml;nzungsgesetz (TBEG) mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Vor allem die geplante Auskunftspflicht, wonach privaten Stellen wie Banken, Telekommunikationsunternehmen, Anbieter von Telediensten oder Fluggesellschaften k&uuml;nftig Informationen &uuml;ber Verd&auml;chtige unverz&uuml;glich, vollst&auml;ndig, richtig und in geeignetem Datenformat an den Verfassungsschutz und andere Geheimdienste herausgeben m&uuml;ssten, kollidiere mit dem sogenannten Trennungsgebot, warnte der Jurist bei einer Anh&ouml;rung im Innenausschuss des Bundestags am Montag. Dieses besage, dass Nachrichtendienste keine polizeilichen Befugnisse haben d&uuml;rften. [&hellip;] &ldquo;Mit Sorge erf&uuml;llte den Experten ferner, dass auch friedliche Formen von Protest ins Visier von Ma&szlig;nahmen geraten k&ouml;nnten, die eigentlich nur gegen Terrorismus aufgefahren werden sollten. So w&uuml;rden k&uuml;nftig unter dem Begriff des &ldquo;Aufstachelns&rdquo; etwa das blo&szlig;e Bef&uuml;rworten von Gewalt, Sitzblockaden und kritische journalistische Kommentare mit einer unterstellten einschl&auml;gigen &ldquo;geistigen Wirkung&rdquo; erfasst. Insgesamt sei das Sicherheitsrecht l&auml;ngst nicht mehr stimmig und bed&uuml;rfe einer grundlegenden Reform.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Anti-Terror-Gesetz-Warnung-vor-neuer-Geheimpolizei-1362639.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.S.:<\/strong> Die kontinuierlichen, an Perfidit&auml;t immer weiter gewinnenden Aush&ouml;hlungen unserer Grundrechte l&auml;sst ahnen, dass Personalien wie Bundesinnenminister Friedrich eher Regelfall werden, denn besch&auml;menswerte Ausnahme bleiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&bdquo;Es ist ein polemischer Schritt, der alles verzerrt, wenn man so tut, als habe der Islam selbst Terroristen ausgeschickt&ldquo;<\/strong><br>\nEin Interview mit F.A.Z.-Feuilleton-Chef Patrick Bahners.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.novo-argumente.com\/magazin.php\/archiv\/n112_114\/#When:21:11:57Z\">Novo Argumente<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Republikaner und der Sozialismus<\/strong><br>\nDie Republikaner nennen Barack Obama einen Sozialisten. Wenn sie so weitermachen, werden sie normale Amerikaner aus Versehen zum Sozialismus bekehren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/yascha-mounk\/8504-politische-schimpftiraden#8504\">The European<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Vom Gef&uuml;hl, pl&ouml;tzlich konservativ zu sein<\/strong><br>\nDie Medien als Bastion linker Politik? Schwachsinn. Politik passiert aktuell woanders &ndash; und wir hinken der Debatte drei Schritte hinterher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/martin-eiermann\/8506-occupy-und-die-medien#8506\">The European<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Volker Pispers &ndash; Gauckler<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uOzccptlnng\">WDR2 via YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Neue Verluste in HRE-Bad-Bank &ndash; Bund vor weiteren Hilfen; Mitschuld an der Finanzkrise?; Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino; Steueroase Deutschland; Eurokrise; Aktivisten harren im Bankenviertel aus; Wachstumseinbruch in Osteuropa; Zu tr&auml;ge Derivate-Regulierung; Studie: Selbst&auml;ndige in der Grundsicherung; Staatstrojaner &ndash; Hauptsache, wir k&ouml;nnen &uuml;berwachen?; &bdquo;Es ist ein polemischer Schritt, der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11025\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-11025","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11025"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11033,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11025\/revisions\/11033"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}