{"id":110341,"date":"2024-01-31T12:52:45","date_gmt":"2024-01-31T11:52:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110341"},"modified":"2024-02-01T07:32:30","modified_gmt":"2024-02-01T06:32:30","slug":"wem-gehoert-die-ukraine-der-kampf-um-die-schwarzerde-boeden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110341","title":{"rendered":"Wem geh\u00f6rt die Ukraine? Der Kampf um die Schwarzerde-B\u00f6den"},"content":{"rendered":"<p>Der Brief aus Sofia mag die EU-Kommission &uuml;berrascht haben, denn er kam von der proeurop&auml;ischen Regierung des Ministerpr&auml;sidenten Nikolaj Denkow und dr&uuml;ckte ihre Sorge um die &bdquo;Ern&auml;hrungssicherheit&ldquo; in Bulgarien aus. Hintergrund des Schreibens ist die geplante Verl&auml;ngerung einer Ausnahmeregelung, mit der die Ukraine zollfrei Agrarg&uuml;ter in die Europ&auml;ische Union einf&uuml;hren darf. Mit den Billigimporten k&ouml;nnen die bulgarischen Bauern nicht mithalten. Der aktuelle Mindestlohn in der Ukraine betr&auml;gt 160 Euro monatlich und ist damit um das F&uuml;nffache niedriger als in Bulgarien; zudem m&uuml;ssen sich ukrainische Produzenten nicht an EU-weit g&uuml;ltige gr&uuml;ne Vorgaben halten. Von <strong>Hannes Hofbauer<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1291\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-110341-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240131_Wem_gehoert_die_Ukraine_Der_Kampf_um_die_Schwarzerde_Boeden_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240131_Wem_gehoert_die_Ukraine_Der_Kampf_um_die_Schwarzerde_Boeden_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240131_Wem_gehoert_die_Ukraine_Der_Kampf_um_die_Schwarzerde_Boeden_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240131_Wem_gehoert_die_Ukraine_Der_Kampf_um_die_Schwarzerde_Boeden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=110341-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240131_Wem_gehoert_die_Ukraine_Der_Kampf_um_die_Schwarzerde_Boeden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240131_Wem_gehoert_die_Ukraine_Der_Kampf_um_die_Schwarzerde_Boeden_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am 16. September 2023 hatte Denkow auf heftige Bauernproteste im Lande, die ein Importverbot von Agrarprodukten aus der Ukraine forderten, noch anders reagiert. &bdquo;Ich verhandle nicht mit Terroristen&ldquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>], schleuderte der erst j&uuml;ngst installierte Ministerpr&auml;sident damals den Bauern entgegen. Nun hat der Unmut &uuml;ber diese Art der Br&uuml;sseler Ukraine-Hilfe &ndash; neben Polen und Ungarn &ndash; auch Bulgarien erfasst.<\/p><p><strong>Kornkammer Europas<\/strong><\/p><p>Fette, schwarze Erde. Der aus kalkreichen Sedimenten gebildete Bodentyp macht gro&szlig;e Teile der Ukraine zur fruchtbarsten Region Europas. Um diese Schwarzerde nutzen zu k&ouml;nnen, marschierte schon die Wehrmacht gen Osten. Kleinbauern im strukturschwachen Waldviertel, einem Landstrich nordwestlich von Wien, wurden mitten im Zweiten Weltkrieg Verwaltungsposten auf Agrarg&uuml;tern in der Ukraine versprochen. Daf&uuml;r hatte man in den Jahren 1941\/42 sogar schwarze Erde waggonweise in die &bdquo;Ostmark&ldquo; transportiert, damit die zuk&uuml;nftigen &bdquo;deutschen Herren&ldquo; mit den ukrainischen Bodenverh&auml;ltnissen vertraut werden. Der Plan ging m&auml;chtig schief, und die Enkel der Waldviertler Bauern sitzen heute noch auf kleinen Ackerparzellen in ihrer Heimat.<\/p><p>Die agrarisch nutzbare Fl&auml;che der Ukraine umfasst 33 Millionen Hektar, das entspricht in etwa der Gr&ouml;&szlig;e Deutschlands. Gut drei Viertel davon sind hochfruchtbare Schwarzerde-B&ouml;den. Die Phase der wilden Akkumulation nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war von chaotisch verfassten Privatisierungsgesetzen und blankem Diebstahl gepr&auml;gt. Das &bdquo;Landgesetzbuch&ldquo; von 1992 unter Leonid Krawtschuk gilt als erster Schritt in Richtung einer Privatisierung von Grund und Boden. Die dabei geformten &bdquo;Kollektiven Landwirtschaftsunternehmen&ldquo; waren der Schl&uuml;ssel f&uuml;r private Landanteile, die &uuml;ber staatliche Zertifikate vergeben wurden. Auf diese Weise erhielten sechs Millionen Ukrainer Bescheinigungen, einen bestimmten Acker ihr Eigen nennen zu k&ouml;nnen.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Der Rat bzw. der Druck des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF), diese noch an gemeinschaftlich-sowjetische Strukturen erinnernden &bdquo;Kollektiven Landwirtschaftsunternehmen&ldquo; f&uuml;r Investoren zu &ouml;ffnen, bildeten schnurstracks eine Oligarchenklasse heraus. Pl&ouml;tzlich befand sich Agrarland &ndash; meist &uuml;ber Pachtvertr&auml;ge &ndash; in der Hand weniger Superreicher, die damit zu spekulieren begannen. Um den kompletten Ausverkauf des Landes zu stoppen, verabschiedete die Werchowna Rada &ndash; das ukrainische Parlament &ndash; im Jahre 2001 den Bodenkodex 2768-III, de facto ein Moratorium, das den weiteren Verkauf von Grund und Boden stoppte. Das urspr&uuml;nglich f&uuml;r eine Legislaturperiode geltende Gesetz wurde mehrmals verl&auml;ngert und erst 2020 aufgehoben. Wieder waren es ausl&auml;ndische Einsager vom IWF, die eine Liberalisierung erzwangen.<\/p><p><strong>Nach dem Regimewechsel: Der Privatisierungsdruck nimmt zu<\/strong><\/p><p>&bdquo;Seit der Einsetzung einer EU-freundlichen Regierung nach der Maidan-Revolution im Jahr 2014 haben die Weltbank, der IWF und die &sbquo;Europ&auml;ische Bank f&uuml;r Wiederaufbau und Entwicklung&lsquo; (EBRD) den Grundstein f&uuml;r eine gro&szlig; angelegte Privatisierung in der Ukraine durch ein massives Strukturanpassungsprogramm gelegt.&ldquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Mit diesen Worten fasst das renommierte Oakland Institute in seiner Studie &bdquo;War and Theft&ldquo; die Folgen des ukrainischen Machtwechsels im Jahr 2014 zusammen. Als Gegenleistung f&uuml;r ein Finanzpaket des IWF in H&ouml;he von 17 Milliarden US-Dollar mussten L&ouml;hne im &ouml;ffentlichen Dienst und Pensionen gek&uuml;rzt sowie staatliche Subventionen f&uuml;r Wasser- und Energieversorgung gestrichen werden. Innerhalb eines Jahres nach dem Maidan versiebenfachte sich der Preis des Gases, an dem so gut wie alle ukrainischen Haushalte h&auml;ngen.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Mit dem Inkrafttreten des EU-Assoziierungsvertrages im Jahre 2017 wurde der strukturschwache ukrainische Markt f&uuml;r akkumulationshungrige Investoren aus dem Westen ge&ouml;ffnet. Pr&auml;sident Wiktor Janukowitsch hatte dieses Freihandelsabkommen im November 2013 auf dem Gipfel von Vilnius noch abgelehnt. Die daraufhin einsetzenden Proteste, die bald von Rechtsradikalen &uuml;bernommen und von EU- und US-Offiziellen gekapert wurden, jagten den Pr&auml;sidenten aus dem Amt und m&uuml;ndeten schlie&szlig;lich im ukrainischen Zerfallsprozess. Ganz oben auf der EU-Wunschliste stand die Liberalisierung des Bodenmarktes. Sie war eine der wichtigsten Voraussetzungen f&uuml;r weitere westliche Finanzspritzen. Konkret forderten IWF, Weltbank und EBRD die Aufhebung des bereits seit 19 Jahren bestehenden Moratoriums, das den Verkauf von Ackerland &ndash; also westliche Investitionen in die Agrarindustrie &ndash; behinderte.<\/p><p>Am 31. M&auml;rz 2020 war es so weit. Das ukrainische Parlament unter Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj hob das Moratorium auf und machte den Weg frei f&uuml;r den Ausverkauf der Schwarzerde-B&ouml;den. Daf&uuml;r gab es von Seiten des IWF einen weiteren, acht Milliarden US-Dollar schweren Kredit.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] In einem ersten Schritt wurde der Privatbesitz von Agrarfl&auml;chen bis 100 Hektar, ab Juli 2023 bis 10.000 Hektar legalisiert.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Proteste gegen die Liberalisierung des Agrarmarktes wurden von der Regierung im Keim erstickt. Dies gelang auch deshalb, weil zum Zeitpunkt des Gesetzes &uuml;ber die Landreform im M&auml;rz 2020 coronabedingt Ausgehverbote herrschten. Auch die Forderungen nach einem Referendum verhallten ungeh&ouml;rt. Laut der Nachrichtenagentur <em>Interfax-Ukraine<\/em> w&uuml;rden sich bei so einer Volksbefragung 64 Prozent der Bev&ouml;lkerung gegen die Privatisierung von Grund und Boden aussprechen, weil sie Angst haben, dass einheimische Oligarchen und ausl&auml;ndische Investoren sich des Landes bem&auml;chtigen.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Genau das war allerdings der Sinn und Zweck der Landreform, die mit der Aufhebung des Moratoriums im Jahr 2020 verbunden war. Denn w&auml;hrend kleine Bauern als Soldaten im Osten, wo sie &ndash; angeblich &ndash; um ihr Land k&auml;mpfen, zu Zigtausenden in den Sch&uuml;tzengr&auml;ben sterben, bem&auml;chtigen sich eine Handvoll Oligarchen mit kr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung von ausl&auml;ndischem Kapital dieses Landes.<\/p><p><strong>Land in Oligarchenhand<\/strong><\/p><p>Wer sind nun die Menschen und Unternehmen, die die Schwarzerde-B&ouml;den kontrollieren? Aufgrund des nach wie vor eingeschr&auml;nkten Zugangs zum Eigentum an Grund und Boden ist die Lage kompliziert. Offiziell d&uuml;rfen landwirtschaftlich nutzbare Fl&auml;chen n&auml;mlich nur bis zu einer Gr&ouml;&szlig;e von 10.000 Hektar privat erworben werden. Dieses Eigentumsrecht gilt ausschlie&szlig;lich f&uuml;r ukrainische B&uuml;rger und ukrainische juristische Personen, also Gesellschaften, in denen wiederum nur Ukrainer vertreten sind.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Doch internationale Investoren haben l&auml;ngst einen Weg gefunden, diese H&uuml;rde zu nehmen.<\/p><p>Das Oakland Institute, das sich seit 20 Jahren mit Land Grabbing im Globalen S&uuml;den &ndash; und neuerdings auch in der Ukraine &ndash; besch&auml;ftigt, sch&auml;tzt, dass bereits zwei Jahre nach der Landreform neun Millionen Hektar Ackerland, das w&auml;ren 28 Prozent des bewirtschaftbaren Bodens, von privaten Konzernen kontrolliert werden; windschiefe Eigentumskonstruktionen und Pachtvertr&auml;ge dominieren.<\/p><p>Das Unternehmen &bdquo;UkrLandFarming&ldquo; f&uuml;hrt die Liste der Agrargiganten an. Es hat 670.000 Hektar unter dem Pflug und ist damit der weltweit achtgr&ouml;&szlig;te Agrarkonzern. Er befindet sich im Eigentum von Oleg Bakhmatyuk, einem 50-j&auml;hrigen Multimillion&auml;r, der mit &bdquo;Avangardco IPL&ldquo; zugleich die meisten H&uuml;hnereier in Europa produziert.[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] &bdquo;UkrLandFarming&ldquo; ist in Zypern angemeldet. An zweiter Stelle der ukrainischen Agrarriesen fungiert die &bdquo;Kernel Holding&ldquo; mit 530.000 Hektar Land, aus dem j&auml;hrlich 3,3 Millionen Tonnen Getreide und &Ouml;lsaaten herausgepresst werden.[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Sein Eigent&uuml;mer, Andrey Verenskyi, geh&ouml;rt zu den zehn reichsten M&auml;nnern des Landes. Die Firma ist in Luxemburg registriert. Mit &bdquo;NCH Capital&ldquo; und &bdquo;PIF Saudi&rdquo; haben sich auch US-amerikanische und saudische Firmen mit jeweils 300.000 Hektar fruchtbarem Boden in Stellung gebracht.<\/p><p>In gewisser Weise fungieren die ukrainischen Agrar-Oligarchen als Strohm&auml;nner gro&szlig;er Kapitalgruppen aus den USA, Westeuropa oder Saudi-Arabien. Weil ausl&auml;ndischer Besitz an Grund und Boden nach wie vor nicht erlaubt ist, sichern sich Westkonzerne ihren Einfluss auf die Schwarzerde-B&ouml;den &uuml;ber die Kreditschiene. Oligarchen wie Oleg Bakhmatyuk, Andrey Verenskyi und andere sind hoch verschuldet und stehen seit Jahren wegen Korruption und Schlimmerem mit einem Bein im Gef&auml;ngnis. &Uuml;ber komplizierte Assoziationsvertr&auml;ge findet sich die Cr&egrave;me de la Cr&egrave;me der weltgr&ouml;&szlig;ten Kapitaleigener als Kreditgeber der ukrainischen Agrarriesen. Dazu geh&ouml;ren die Vanguard Group, Goldman Sachs, die Banque National de Paris, Kopernik Global Investors, die Norges Bank Investment und eine Reihe anderer.<\/p><p>Als Gl&auml;ubiger der &bdquo;Kernel Holding&ldquo; sichern sich die d&auml;nische Bankengruppe ING Bank, die Landesbank Baden-W&uuml;rttemberg und die &ouml;sterreichische Raiffeisen Einfluss auf die Ernteertr&auml;ge. Hinter &bdquo;UkrLandFarming&ldquo;, das Fremdkredite in gesch&auml;tzter H&ouml;he von 1,6 Milliarden US-Dollar bedienen muss, stehen wiederum der US-Fonds Gramercy LLC, die Export-Import-Bank der USA und die Deutsche Bank.[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Die ukrainischen &Auml;cker sind also dem internationalen Geflecht von Kapitalverwaltern &uuml;ber Pachtvertr&auml;ge und Kreditgeber ausgeliefert.<\/p><p>Am Beispiel des US-amerikanischen Private-Equity-Fonds &bdquo;NCH Capital&ldquo; l&auml;sst sich die j&uuml;ngste Geschichte des Ausverkaufs ukrainischer Schwarzerde-B&ouml;den eindrucksvoll demonstrieren. Gegr&uuml;ndet im Jahr 1993 von George Rohr und Moris Tabacinic, sammelten die beiden kapitalstarke Investoren f&uuml;r ukrainische und russische Agrarg&uuml;ter und profitierten schon fr&uuml;hzeitig vom Privatisierungsrausch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. &Uuml;ber Offshore-Gesellschaften floss das Geld in Steueroasen wie Zypern und zu den Kaimaninseln. &bdquo;NCH Capital&ldquo; spielte eine Schl&uuml;sselrolle bei der Landreform in der Ukraine, als ihr CEO George Rohr 2015, ein Jahr nach dem Majdan, an hochrangigen Treffen zwischen dem ukrainischen Pr&auml;sidenten und dem US-Handelsminister teilnahm. Diese f&uuml;hrten letztlich dazu, dass Kiew dem IWF-Reformplan zustimmte, der in weiterer Folge zur Liberalisierung des Bodenmarktes f&uuml;hrte.[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]<\/p><p>Zur Absicherung ihrer Gesch&auml;fte wei&szlig; &bdquo;NCH Capital&ldquo; einige der wichtigsten Pensionsfonds der USA hinter sich, die in die Gesellschaft investiert sind. Dazu geh&ouml;ren quer durch die Branchen die Fonds von Dow Chemicals, General Electric, Lockheed Martin, Merseyside, Honeywell International, Harvard University, die Europ&auml;ische Bank f&uuml;r Wiederaufbau und Entwicklung und viele andere.[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] Sie alle profitieren von der Fruchtbarkeit des ukrainischen Grund und Bodens.<\/p><p>Bleibt noch von den wirklichen ukrainischen Bauern zu berichten, die auf kleinen oder mittelgro&szlig;en Feldern die Grundversorgung der Bev&ouml;lkerung sichern, w&auml;hrend die Agroriesen einzig die Exportm&auml;rkte bedienen. Acht Millionen solcher Versorger sollen es im Jahr 2023 sein. Viele von ihnen sind als Soldaten gegen die russische Armee im Einsatz. Was das f&uuml;r die Ukraine und ihre Landwirtschaft bedeutet, fasst Olena Borodina, Professorin an der Akademie der Wissenschaften in Kiew, zusammen: &bdquo;Heute k&auml;mpfen und sterben Tausende von Bauernjungen im Krieg. Sie haben alles verloren. Gleichzeitig schreitet der freie Landverkauf z&uuml;gig voran. Er bedroht das Recht der Ukrainer auf ihr Land, f&uuml;r das sie gerade ihr Leben geben.&ldquo;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p><small>Titelbild: Andrew Zaikovskyi\/shutterstock.com<\/small><\/p><p><em>Von Hannes Hofbauer ist zum Thema erschienen (gemeinsam mit Stefan Kraft): &bdquo;Kriegsfolgen. Wie der Kampf um die Ukraine die Welt ver&auml;ndert&ldquo;; Promedia Verlag, Wien.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.euractiv.de\/section\/europa-kompakt\/news\/bulgariens-landwirte-draengen-auf-verbot-ukrainischer-getreideimporte\/\">euractiv.de\/section\/europa-kompakt\/news\/bulgariens-landwirte-draengen-auf-verbot-ukrainischer-getreideimporte\/<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/longreads.tni.org\/the-land-question-ukraine\">longreads.tni.org\/the-land-question-ukraine<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] The Oakland Institute, War and Theft. The Takeover of Ukraine&rsquo;s Agricultural Land. Oakland\/USA 2023, S. 17<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Ebd., S. 14<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.brookings.edu\/articles\/government-assistance-when-household-energy-bills-are-high-lessons-from-ukraine\/\">brookings.edu\/articles\/government-assistance-when-household-energy-bills-are-high-lessons-from-ukraine\/<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/uk-ukraine-politics-idUKKBN21H0J7\/\">reuters.com\/article\/uk-ukraine-politics-idUKKBN21H0J7\/<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.osw.waw.pl\/en\/publikacje\/analyses\/2020-04-01\/moratorium-sale-agricultural-land-lifted-ukraine\">osw.waw.pl\/en\/publikacje\/analyses\/2020-04-01\/moratorium-sale-agricultural-land-lifted-ukraine<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.interfax.com.ua\/news\/press-conference\/743689.html\">en.interfax.com.ua\/news\/press-conference\/743689.html<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.cbbl-lawyers.de\/ukraine\/bodenrecht-in-der-ukraine\/oeffnung-des-bodenmarktes-in-der-ukraine-landwirtschaftliche-boeden\/\">cbbl-lawyers.de\/ukraine\/bodenrecht-in-der-ukraine\/oeffnung-des-bodenmarktes-in-der-ukraine-landwirtschaftliche-boeden\/<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/UkrLandFarming\">en.wikipedia.org\/wiki\/UkrLandFarming<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.worldbenchmarkingalliance.org\/publication\/food-agriculture\/companies\/kernel-holding-2\/\">worldbenchmarkingalliance.org\/publication\/food-agriculture\/companies\/kernel-holding-2\/<\/a> (26.1.2024)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] The Oakland Institute, War and Theft, S. 13<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Ebd., S. 11<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Ebd., S. 12<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Ebd., S. 5\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Brief aus Sofia mag die EU-Kommission &uuml;berrascht haben, denn er kam von der proeurop&auml;ischen Regierung des Ministerpr&auml;sidenten Nikolaj Denkow und dr&uuml;ckte ihre Sorge um die &bdquo;Ern&auml;hrungssicherheit&ldquo; in Bulgarien aus. 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Mit den Billigimporten k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110341\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":110342,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,127,28],"tags":[1692,2148,293,589,1311,1337,260],"class_list":["post-110341","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-privatisierung","tag-agrarwirtschaft","tag-bodenreform","tag-finanzwirtschaft","tag-iwf","tag-landgrabbing","tag-oligarchen","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Shutterstock_2141566773.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=110341"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":110376,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110341\/revisions\/110376"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/110342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=110341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=110341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=110341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}