{"id":110433,"date":"2024-02-02T12:00:38","date_gmt":"2024-02-02T11:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110433"},"modified":"2024-02-02T12:43:06","modified_gmt":"2024-02-02T11:43:06","slug":"interview-mit-sicherheitsexperte-karaganow-usa-wuerden-europa-ohne-zoegern-opfern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110433","title":{"rendered":"Interview mit Sicherheitsexperte Karaganow: USA w\u00fcrden Europa ohne Z\u00f6gern opfern"},"content":{"rendered":"<p>Der russische Sicherheitsexperte <strong>Sergej Karaganow<\/strong> (71) hat im Sommer 2023 mit Aussagen zu m&ouml;glichen Nuklearschl&auml;gen Russlands gegen den Westen f&uuml;r Aufsehen gesorgt. Dies f&uuml;hrte zu heftigen Diskussionen innerhalb und au&szlig;erhalb Russlands. Der ungarische Auslandsjournalist und Chefredakteur des Portals <em>Moszkvat&eacute;r<\/em> <strong>G&aacute;bor Stier<\/strong> sprach mit ihm &uuml;ber den Russland-Ukraine-Krieg, die Transformation der Welt und das Verh&auml;ltnis zwischen Russland und Europa. Den Text hat <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong> ins Deutsche &uuml;bersetzt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>G&aacute;bor Stier: Sergej Alexandrowitsch, 2023 hat viele Menschen aufhorchen lassen, als Sie in einem viel beachteten Artikel vorgeschlagen haben, dass Russland den Krieg eskalieren lassen sollte, um ihn zu deeskalieren. Sie sind der Ansicht, dass Moskau einen taktischen Nuklearschlag gegen ein europ&auml;isches Land in Erw&auml;gung ziehen sollte, um dem Westen klarzumachen, was in diesem Konflikt auf dem Spiel steht. In Ihrer Argumentation w&uuml;rde Russland in der Tat das Risiko eines nuklearen Weltkriegs verringern und dadurch die Welt retten. Diese M&ouml;glichkeit hat Wladimir Putin Anfang Oktober auf einer Tagung im Waldai-Klub entschieden zur&uuml;ckgewiesen. Als Europ&auml;er, als Mitglied der NATO ist es f&uuml;r mich interessant und schockierend zugleich, Ihnen zuzuh&ouml;ren, vor allem, wenn die Welt auch aus Ihrer Sicht auf einen dritten Weltkrieg zusteuert. Wie kommen Sie in der gegenw&auml;rtigen Spannung darauf, wo doch die Vereinigten Staaten offensichtlich bem&uuml;ht sind, eine direkte Konfrontation mit Russland zu vermeiden? W&uuml;rde ein solcher Schritt Washington nicht zwingen, einen Gang h&ouml;her zu schalten?<\/strong><\/p><p><strong>Sergej Karaganow<\/strong>: Die USA sind jetzt wirklich vorsichtig, aber wir kennen ihre strategische Doktrin, ihr Denken. Sie spielen mit dem Feuer so leichtsinnig wie ein Kind. Wer h&auml;tte gedacht, dass die Vereinigten Staaten und die NATO eine solche Situation in der Welt herbeif&uuml;hren w&uuml;rden, indem sie die Spannung so &uuml;berspitzen, dass es zum Krieg kommt? Es besteht kein Zweifel, dieser Krieg wurde von den Vereinigten Staaten vorbereitet und provoziert. Dieser Krieg muss beendet werden! Der Westen und vor allem die Vereinigten Staaten m&uuml;ssen gezwungen werden, ihren verzweifelten Versuch aufzugeben, ihre Hegemonialrolle in der Welt aufrechtzuerhalten. Denn in Wirklichkeit geht es um die Schw&auml;chung und verzweifelte Verteidigung dieser vor einem halben Jahrtausend erworbenen Positionen. Europa ist bereits &ndash; mit Ausnahme Ungarns, so hoffe ich &ndash; unwiderruflich an den Rand gedr&auml;ngt. Aber Amerika bleibt. Nicht als Supermacht, die die Welt allein regieren kann, aber als Gro&szlig;macht, als F&uuml;hrungsmacht des westlichen Blocks. Und das ist gut so.<\/p><p>Allerdings geht das, wie wir gesehen haben, nicht ohne eine Zunahme der Spannungen und Konflikte ab &ndash; schon allein deshalb, weil die USA ihre Position nicht aufgeben wollen und Zivilisationen wie Russland und China den USA nicht erlauben werden, hegemonial zu bleiben. Die Bruchlinien in der Welt vertiefen sich also. Neben den traditionellen M&auml;chten fordern nun auch L&auml;nder wie Pakistan, die arabischen Staaten und einige afrikanische L&auml;nder ein gr&ouml;&szlig;eres Mitspracherecht bei der Gestaltung der Welt ein. Die Zahl der Zusammenst&ouml;&szlig;e nimmt zu, und es ist zu bef&uuml;rchten, dass fr&uuml;her oder sp&auml;ter Quantit&auml;t in Qualit&auml;t umschl&auml;gt. Es muss irgendwie gestoppt werden, dass diese Konflikte in noch mehr Kriege m&uuml;nden. Zu diesem Zweck soll die atomare Abschreckung wiederhergestellt werden. Denn nach den Schrecken des 20. Jahrhunderts glaube ich nicht mehr an die abschreckende Kraft der menschlichen Vernunft, des gesunden Menschenverstands.<\/p><p><strong>Sie erw&auml;gen also ernsthaft den Einsatz taktischer Atomwaffen, um Eskalationen zu vermeiden?<\/strong><\/p><p>Nein, ich m&ouml;chte auf keinen Fall Atomwaffen einsetzen m&uuml;ssen. Ich bin zuversichtlich, dass dies vermieden werden kann. Es w&uuml;rde die Seite, die zum Einsatz von Atomwaffen gezwungen w&auml;re, vor eine schreckliche moralische Entscheidung stellen. Es geht um die St&auml;rkung der Abschreckung, der psychologischen Barriere, die zu schw&auml;cheln scheint. Und vergessen wir nicht, dass all die furchtbaren Kriege jeweils in Europa ihren Anfang nahmen. Wir m&uuml;ssen den Politikern und allen Menschen klarmachen, dass kein weiterer gro&szlig;er Krieg begonnen werden darf.<\/p><p><strong>Und dazu reicht es aus, den Einsatz von Atomwaffen in Erw&auml;gung zu ziehen?<\/strong><\/p><p>Das hoffe ich, zumal dies eine &Auml;nderung der russischen Nukleardoktrin erfordert, die derzeit keinen Erstschlag zul&auml;sst. Gerade wegen der derzeit hohen Schwelle &ndash; Russland darf Atomwaffen nur als letztes Mittel einsetzen &ndash; k&ouml;nnte die Eskalation unaufhaltsam sein und zu einem unbegrenzten Atomkrieg und einer nuklearen Apokalypse f&uuml;hren. Ein solche &Auml;nderung der Doktrin w&auml;re an sich schon ein Weckruf, die Welt s&auml;he dann, dass ein atomares Szenario keineswegs undenkbar ist. Vor allem in einer Zeit, in der die Zahl der Atomm&auml;chte zunimmt.<\/p><p><strong>W&uuml;rde ein taktischer Pr&auml;ventivschlag mit Atomwaffen nicht einen Pr&auml;zedenzfall schaffen? Andere w&uuml;rden denken: Was Russland kann, das k&ouml;nnen wir auch.<\/strong><\/p><p>Nein. Wir m&uuml;ssen damit rechnen, dass sich die Konfrontation zwischen den alten und den neuen M&auml;chten in den kommenden 10 bis 15 Jahren weiter zuspitzt. Au&szlig;erdem kehrt Europa zu einer inneren Spaltung zur&uuml;ck, bei der die L&auml;nder in einem zerm&uuml;rbenden Wettbewerb gegeneinander antreten.<\/p><p><strong>Ist ein begrenzter Atomkrieg &uuml;berhaupt denkbar?<\/strong><\/p><p>Noch einmal: Es w&auml;re am besten, wenn wir jeden Einsatz von Atomwaffen vermieden. Im &Uuml;brigen enthalten die Nukleardoktrinen aller Atomm&auml;chte die M&ouml;glichkeit eines begrenzten Atomkrieges, nur wird dar&uuml;ber nicht viel geredet. Eine andere Frage ist, dass w&auml;hrend des Kalten Krieges die Gemeinschaft der strategischen Analysten, der ich in meiner Jugend angeh&ouml;rte, absichtlich den Mythos sch&uuml;rte, ein begrenzter Atomkrieg w&auml;re nicht m&ouml;glich. Das Ziel war, einen Krieg zu vermeiden oder zu verhindern &ndash; nicht nur einen Atomkrieg, sondern generell jeden Krieg, vor allem in Europa, wo die folgenschwersten Kriege in der Regel begannen.<\/p><p><strong>Angenommen, Russland setzt eine taktische Atomwaffe ein. Sie sind der Ansicht, dass es keine Reaktion geben wird. Ich denke, dass Washington sich das gar nicht leisten kann. Worauf st&uuml;tzt sich Ihr Optimismus?<\/strong><\/p><p>Ich m&ouml;chte dieses Thema nicht vertiefen, aber ich kenne die Nuklearstrategie der USA gut. Dort war nie wirklich ein Schlag gegen Russland vorgesehen. Die Amerikaner haben eher an konventionelle Waffen gedacht.<\/p><p><strong>Und welche Rolle spielt Europa dabei?<\/strong><\/p><p>Russland w&uuml;rde vom europ&auml;ischen Territorium aus angegriffen. So, wie die Amerikaner jetzt die Ukraine der Zerst&ouml;rung &uuml;berlassen haben, w&uuml;rden sie ohne Bedenken Europa opfern. Auf diese Weise w&uuml;rde ein Vergeltungsschlag die USA nicht treffen. Ich glaube, genau das muss verhindert werden.<\/p><p><strong>Ich verstehe die Logik Ihrer Argumentation, aber erlauben Sie mir als Europ&auml;er, ihr nicht zuzustimmen. Ich muss daran denken, dass ich das Opfer eines solchen &bdquo;logischen&rdquo; Pr&auml;ventivschlags sein k&ouml;nnte.<\/strong><\/p><p>Sehen Sie, die europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs haben es aus Dummheit oder Gier in ihrem Streben nach Wohlstand vers&auml;umt, sich um ihre eigene Sicherheit und ihren Schutz zu k&uuml;mmern. Sie haben dies an die Vereinigten Staaten delegiert und sind der NATO beigetreten, die ihre Sicherheit garantieren soll. Doch die Allianz ist immer mehr dran, in den Krieg in der Ukraine zu rutschen, und das gef&auml;hrdet alle Mitgliedsl&auml;nder. Das muss gesagt werden! Genauso wie die Tatsache, dass die NATO eine Organisation von Banditen ist, die &uuml;berhaupt nicht geschaffen wurde, um den Kommunismus zu stoppen. Das hat Russland lange verschwiegen. Das B&uuml;ndnis ist mehr und mehr zu einer milit&auml;rischen Organisation geworden, und es hatte nicht die geringste Absicht, den entsprechenden Artikel 5 des NATO-Vertrages zur Verteidigung ihrer Mitgliedsl&auml;nder anzuwenden. Wir in Moskau waren uns bewusst, dass dies im Falle eines Krieges in Europa nicht geschehen w&uuml;rde. Eher w&uuml;rde sie gegen ein eigenes Mitgliedsland eingesetzt. Es muss deutlich gemacht werden, dass die NATO eine Bedrohung f&uuml;r ihre eigenen Mitglieder darstellt &ndash; zumal sie immer aggressiver geworden ist, wie die Bombardierung und Zerschlagung Jugoslawiens gezeigt haben.<\/p><p><strong>In Russland wird immer weniger &uuml;ber Europa gesprochen, und wenn, dann in einem herablassenden Ton. Ich verstehe, dass dazu Europa selbst beigetragen hat. Freilich gibt es in Europa gravierende Probleme: Offensichtlich ist das strategische Denken verschwunden, und die EU wird immer mehr zu einem Vasallen der USA. In all dem stimme ich Ihnen zu. Doch als Europ&auml;er d&uuml;rfen wir uns diesen Ton nicht gefallen lassen. Dabei ist Russland ein Teil Europas &ndash; und Asiens &ndash; und der &bdquo;Europ&auml;ismus&ldquo; ist Teil der russischen Identit&auml;t. Muss Russland sich nicht irgendwann entscheiden, ob es ein europ&auml;isches oder ein asiatisches Land sein will? Hat Russland aus Ihrer Sicht nach diesen Ereignissen &uuml;berhaupt noch an Europa Interesse?<\/strong><\/p><p>Ich denke, diese Frage ist bereits ad acta gelegt.<\/p><p><strong>Auch ich sehe leider diese Frage als erledigt an. Liegen in der Abkehr von Europa nicht auch Entt&auml;uschung und Desillusionierung?<\/strong><\/p><p>Nein. Europa tut mir leid, denn wir sind zum Teil Europ&auml;er. Aber Russland kommt nach Hause, zur&uuml;ck nach Asien. Es hat ein hohes Niveau an europ&auml;ischer Kultur, doch politisch und sozial besitzt Russland viele asiatische Z&uuml;ge. Wir sprechen von einer Zivilisation eigener Art, die in der Lage war, mehrere Kulturen zu absorbieren. Ich respektiere auch unsere europ&auml;ischen Wurzeln, aber wir sind zumindest im gleichen Ma&szlig; Asiaten.<\/p><p><strong>Wir sind Schicksalsgef&auml;hrten. Auch wir Ungarn haben unseren Ursprung irgendwo dort.<\/strong><\/p><p>Ich kenne Ungarn gut und auch die ungarischen Wurzeln. Ich sehe auch, dass Ungarn sich schneller in Richtung Eurasien bewegt als Russland (lacht).<\/p><p><strong>Wir werden sehen. Aber sprechen wir &uuml;ber die Ukraine. Dort ist ein zerst&ouml;rerischer, lang anhaltender Krieg im Gange. Hatte sich Russland darauf vorbereitet, oder haben die Dinge ihren Lauf genommen?<\/strong><\/p><p>Nein. Russland hatte sich &uuml;berhaupt nicht auf einen Krieg vorbereitet. Moskau h&auml;tte fr&uuml;her handeln und die Osterweiterung der NATO verhindern m&uuml;ssen. Aber es hat es nicht getan, und das war ein Fehler. Russland hat jetzt nicht nur einen Krieg begonnen, es riskiert auch einen Atomkrieg. Wie gesagt, Russland ist sp&auml;t dran, aber es wird die ukrainische Frage l&ouml;sen: die Entmilitarisierung und den Rest. Es wird also zumindest eine Pufferzone geben.<\/p><p><strong>Wird die Ukraine bleiben als Staat?<\/strong><\/p><p>Ja, etwas wird &uuml;brig bleiben. Wir werden sehen, wie viel und in welchem Zustand. &Uuml;brigens ist die Ukraine der einzige postsowjetische Staat, der bis zum Krieg nicht das Niveau erreicht hat, das er bei der Aufl&ouml;sung der Sowjetunion hatte.<\/p><p><strong>Welches Ziel stand Russland am 24. Februar 2022 vor Augen? Alle Anzeichen deuten auf einen geplanten Staatsstreich in der Ukraine hin, ein Szenario wie beim Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan 1979.<\/strong><\/p><p>Vielleicht, doch es gab viele Fehler. Russland brauchte diesen Krieg aber auch, um sich zusammenzuraufen und die eigene Gesellschaft zu s&auml;ubern &ndash; um die &bdquo;Sapadnikis&rdquo; loszuwerden, den kapitalistisch gepr&auml;gten Teil der Wirtschaftselite, der dem Westen diente. Diese Aufgabe wird erf&uuml;llt werden. Unsere westlichen Freunde sind uns dabei eine gro&szlig;e Hilfe.<\/p><p><strong>Nach meiner Einsch&auml;tzung ist es unumg&auml;nglich, dass die Ukraine in diesem Krieg verliert. Aber kann ihn Russland gewinnen? Und was w&uuml;rde ein Sieg bedeuten?<\/strong><\/p><p>Mit Sieg meine ich, dass es in Europa Frieden gibt und Russlands Sicherheit gest&auml;rkt wird. Sieg bedeutet nicht die Zerst&ouml;rung der Ukraine. Und diejenigen, die bisher nicht in der Ukraine leben wollten, k&ouml;nnen dies danach tun. Im Krieg gibt es aber auch Verlierer. Der gr&ouml;&szlig;te Verlierer neben der Ukraine ist Europa, in mancher Hinsicht auch Russland, weil im Krieg auch Russen sterben. Russland ist jedoch Gewinner in dem Sinn, dass es vor unseren Augen st&auml;rker wird, moralisch, spirituell, aber auch wirtschaftlich und politisch. Wir zerbrechen die Ketten, die unsere Souver&auml;nit&auml;t eingeschr&auml;nkt haben.<\/p><p><strong>Und die Welt? Wohin entwickelt die sich? Wie wird sie im Jahr 2030 aussehen?<\/strong><\/p><p>Blicken wir noch ein wenig weiter in die Zukunft. Die Transformation der Welt wird bis 2030 nicht abgeschlossen sein. Aber ich sage voraus, dass sie um das Jahr 2045 vielf&auml;ltiger, zivilisierter, freier, gerechter und ohne Hegemonen sein wird. Schade, dass ich das nicht mehr erleben werde.<\/p><p><strong>Gerechter?<\/strong><\/p><p>Auf jeden Fall gerechter als die derzeitige.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Zur interviewten Person: <strong>Sergej Alexandrowitsch<\/strong> Karaganow gilt als langj&auml;hrige Leitfigur des russischen au&szlig;enpolitischen Denkens, ist Gr&uuml;nder und Ehrenvorsitzender der einflussreichen Denkfabrik Waldai-Klub und hat den Rat f&uuml;r Au&szlig;en- und Verteidigungspolitik geleitet. Dar&uuml;ber hinaus ist er Mitglied des wissenschaftlichen Expertengremiums beim Sicherheitsrat der Russischen F&ouml;deration, war ein enger Mitarbeiter von Ex-Au&szlig;enminister Jewgenij Primakow sowie Berater der Pr&auml;sidenten Boris Jelzin und Wladimir Putin. Bei dem Waldai-Treffen in Sotschi im Herbst 2023 forderte der einflussreiche Politologe Putin auf, die eigene Nukleardoktrin zu &auml;ndern und die Schwelle zum Gebrauch von Kernwaffen zu senken.<\/p><p>Zum Interviewer: <strong>G&aacute;bor Stier<\/strong>, geboren 1961, ist ein ungarischer au&szlig;enpolitischer Journalist, Analyst und Publizist. Er ist Fachjournalist f&uuml;r Au&szlig;enpolitik bei der ungarischen Wochenzeitschrift &bdquo;Demokrata&ldquo; sowie Gr&uuml;ndungschefredakteur von #moszkvater, einem Internet-Portal &uuml;ber die slawischen V&ouml;lker, insbesondere die L&auml;nder der ehemaligen Sowjetunion. Davor war er 28 Jahre lang bis zu ihrer Aufl&ouml;sung bei der konservativen Tageszeitung &bdquo;Magyar Nemzet&ldquo; t&auml;tig, von 2000 bis 2017 als Leiter des au&szlig;enpolitischen Ressorts. Er war der letzte Moskau-Korrespondent der Zeitung. Sein Interesse gilt dem postsowjetischen Raum und dessen aktuellen geopolitischen Entwicklungen. Stier schreibt regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r au&szlig;enpolitische Fachzeitschriften und seine Beitr&auml;ge und Interviews erscheinen in der mittel- und osteurop&auml;ischen Presse. Er ist Autor des Buches &bdquo;Das Putin-R&auml;tsel&ldquo; (2000) und seit 2009 st&auml;ndiges Mitglied des Waldai-Klubs.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Das Interview ist zuerst im Januar auf dem ungarischen Portal <a href=\"https:\/\/moszkvater.com\/eszkalacio-a-deeszkalacio-erdekeben\/\">moszkvater.com<\/a> erschienen.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Sergei Karaganow (Mitte) &ndash; Quelle: By Chatham House, London &ndash; <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/chathamhouse\/18452569479\/\">flickr.com\/photos\/chathamhouse\/18452569479\/<\/a>, CC BY 2.0, <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=41807925\">commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=41807925<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110073\">Stimmen aus Ungarn: Moskaus Bereitschaft f&uuml;r eine Friedensl&ouml;sung im Fr&uuml;hjahr 2022 war aufrichtig<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107545\">Stimmen aus Ungarn: Der Westen entt&auml;uscht, Selenskyj nerv&ouml;s<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106492\">Stimmen aus Ungarn: Br&uuml;ssel und das ukrainische Fass ohne Boden<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=105854\">&bdquo;Europa spielt keine Rolle mehr&ldquo; &ndash; Ungarischer Politologe &uuml;ber Waldai-Klub 2023<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/fe005f7c1d424b5fb34dfd628e450876\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der russische Sicherheitsexperte <strong>Sergej Karaganow<\/strong> (71) hat im Sommer 2023 mit Aussagen zu m&ouml;glichen Nuklearschl&auml;gen Russlands gegen den Westen f&uuml;r Aufsehen gesorgt. Dies f&uuml;hrte zu heftigen Diskussionen innerhalb und au&szlig;erhalb Russlands. Der ungarische Auslandsjournalist und Chefredakteur des Portals <em>Moszkvat&eacute;r<\/em> <strong>G&aacute;bor Stier<\/strong> sprach mit ihm &uuml;ber den Russland-Ukraine-Krieg, die Transformation der Welt und das Verh&auml;ltnis zwischen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110433\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":110434,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,209,171],"tags":[2035,1519,1426,3276,466,259,260,1556],"class_list":["post-110433","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","tag-abschreckungsstrategie","tag-atomwaffen","tag-hegemonie","tag-multipolare-welt","tag-nato","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Russia_18452569479.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=110433"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":110472,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110433\/revisions\/110472"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/110434"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=110433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=110433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=110433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}