{"id":110462,"date":"2024-02-03T12:00:30","date_gmt":"2024-02-03T11:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110462"},"modified":"2024-02-03T12:20:21","modified_gmt":"2024-02-03T11:20:21","slug":"us-regierung-verschaerft-sanktionspolitik-gegen-venezuela-und-mischt-sich-in-den-wahlkampf-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110462","title":{"rendered":"US-Regierung versch\u00e4rft Sanktionspolitik gegen Venezuela und mischt sich in den Wahlkampf ein"},"content":{"rendered":"<p>In einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.state.gov\/venezuela-sanctions-actions-and-supporting-democracy\/\">Pressemitteilung<\/a> erkl&auml;rte das US-Au&szlig;enministerium, dass die sechsmonatige Lizenz, die Gesch&auml;fte mit dem &Ouml;l- und Gassektor erlaubt, nicht verl&auml;ngert werden soll. Das Vorgehen der Regierung von Nicol&aacute;s Maduro &bdquo;einschlie&szlig;lich der Verhaftung von Mitgliedern der demokratischen Opposition und des Ausschlusses von Kandidaten von den diesj&auml;hrigen Pr&auml;sidentschaftswahlen&rdquo; stehe im Widerspruch zu den Vereinbarungen, die im vergangenen Oktober in Barbados von der Regierung und dem Oppositionsb&uuml;ndnis Einheitliche Plattform unterzeichnet wurden. Die USA versuchen damit, die Zulassung einer ihr genehmen Pr&auml;sidentschaftskandidatin trotz gegenteiligem Beschluss des Obersten Gerichtshofs in Venezuela zu erzwingen. Von <strong>Jos&eacute; Luis Granados Ceja<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Ohne Fortschritte, insbesondere bei der Zulassung aller Pr&auml;sidentschaftskandidaten zu den diesj&auml;hrigen Wahlen, werden die USA die Lizenz nicht verl&auml;ngern, wenn sie am 18. April 2024 ausl&auml;uft&rdquo;, so das State Department.<\/p><p>Die Entscheidung der Regierung von Joe Biden ist die Antwort auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs Venezuelas, die Anfechtung der Oppositionspolitikerin Mar&iacute;a Corina Machado gegen ihren Wahlausschluss abzuweisen. Das Gericht best&auml;tigte auch das Verbot, &ouml;ffentliche &Auml;mter zu bekleiden, f&uuml;r den zweimaligen Pr&auml;sidentschaftskandidaten Henrique Capriles. Er wurde 2017 wegen seiner Rolle bei gewaltt&auml;tigen Anti-Regierungsprotesten f&uuml;r 15 Jahre gesperrt.<\/p><p>Auf &bdquo;Zur&uuml;ckweisung&rdquo; und &bdquo;Besorgnis&rdquo; stie&szlig; das Urteil auch bei rechten Regierungen Lateinamerikas, etwa Argentinien,&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/CRcancilleria\/status\/1752131471576314004\">Ecuador<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gub.uy\/ministerio-relaciones-exteriores\/comunicacion\/comunicados\/comunicado-sobre-situacion-politica-venezuela\">Uruguay<\/a>, Paraguay und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gob.pe\/institucion\/rree\/noticias\/899829-comunicado-oficial-003-2024\">Peru,<\/a>&nbsp;sowie bei den linksliberalen in&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.minrel.gob.cl\/noticias-anteriores\/comunicado-de-prensa-290124\">Chile<\/a> und Guatemala. Scharfe Kritik &uuml;bten Gro&szlig;britannien,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.diplomatie.gouv.fr\/fr\/dossiers-pays\/venezuela\/evenements\/article\/venezuela-decision-du-tribunal-supreme-de-justice-30-01-24\">Frankreich<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/CanadaFP\/status\/1752349633144098978\">Kanada<\/a>&nbsp;und die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/eeas\/venezuela-statement-spokesperson-banning-opposition-politicians_en\">Europ&auml;ischen Union<\/a>.<\/p><p>Pr&auml;sident Maduro erinnerte Washington und die von den USA unterst&uuml;tzte Opposition daran, dass das Prozedere zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Ausschl&uuml;sse von beiden Parteien vereinbart worden war. Vertreter der Opposition h&auml;tten selbst empfohlen, das h&ouml;chste Gericht des Landes damit zu betrauen, betonte er.<\/p><p>Caracas gab am Dienstag eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/yvangil\/status\/1752402884094804242\">Erkl&auml;rung<\/a>&nbsp;ab, in der es &bdquo;Washingtons neokoloniale Einmischung&rdquo; zur&uuml;ckwies. &bdquo;Die j&uuml;ngsten Erpressungsversuche&rdquo; stellten ein Ultimatum gegen die gesamte venezolanische Gesellschaft dar. Die US-Regierung versuche, &bdquo;durch Zwang und Drohungen einen Putsch zu beg&uuml;nstigen, die Institutionen der Republik zu missachten, neue Zwangsma&szlig;nahmen anzuwenden und die Wirtschaft des Landes und das Wohlergehen der Bev&ouml;lkerung zu destabilisieren&rdquo;.<\/p><p>Venezuela werde sich keiner Erpressung beugen, die Regierung werde alle erforderlichen Ma&szlig;nahmen ergreifen, &bdquo;um den eingeschlagenen Kurs des wirtschaftlichen Wachstums und der sozialen Entwicklung aus eigener Kraft fortzusetzen, trotz der gegen ihre B&uuml;rger gerichteten Anfeindungen&rdquo;, hei&szlig;t es abschlie&szlig;end.<\/p><p>Die tempor&auml;re Lockerung der Sanktionen erfolgte im Oktober 2023 nach der Unterzeichnung des Barbados-Abkommens, das die Bedingungen f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftswahl 2024 festlegte. Beide Seiten einigten sich zudem darauf, politisch disqualifizierten Kandidaten die M&ouml;glichkeit zu geben, ihre F&auml;lle vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten (<em>amerika21<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2023\/12\/267050\/venezuela-ausschluesse-opposition\">berichtete<\/a>).<\/p><p>Machado hatte sich zun&auml;chst geweigert, &auml;nderte jedoch kurz vor Ablauf der Frist ihren Kurs und legte Berufung ein. Im Urteil vom vergangenen Freitag bezog sich das Gericht auf die Verst&ouml;&szlig;e, die zum urspr&uuml;nglichen Verbot der ultrarechten Politikerin 2015 durch den Rechnungshof gef&uuml;hrt hatten. Es verwies auch auf ihre mutma&szlig;liche Beteiligung an Korruptionsf&auml;llen unter dem selbsternannten Ex-&bdquo;Interimspr&auml;sidenten&rdquo; Juan Guaid&oacute; und Aktionen, die das Auslandsverm&ouml;gen Venezuelas gef&auml;hrdeten sowie auf ihre Unterst&uuml;tzung der US-Sanktionen.<\/p><p>Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts erkl&auml;rte Machado mit Nachdruck, dass sie unter keinen Umst&auml;nden zugunsten eines anderen Oppositionsmitglieds zur&uuml;cktreten werde. Sie signalisierte stets, dass sie sich auf den Druck der USA verl&auml;sst, um ihren Platz auf dem Wahlzettel zu sichern.<\/p><p>Washington und Caracas sind sich uneinig &uuml;ber den Inhalt des&nbsp;<a href=\"https:\/\/venezuelanalysis.com\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/garantias-electorales.pdf\">Barbados-Abkommens<\/a>&nbsp;und der Zusatzvereinbarung. Trotz gegenteiliger Behauptung des State Department verpflichten sie die Regierung Maduro nicht, Machados Ausschluss aufzuheben. Festgelegt ist stattdessen, dass die Parteien ihre Kandidaten selbst ausw&auml;hlen und diese zur Wahl antreten d&uuml;rfen, sofern sie die Verfassung und die Gesetze einhalten. Zudem&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/jorgerpsuv\/status\/1752453025137115329\/photo\/1\">verpflichten<\/a>&nbsp;sich die an der &Uuml;berpr&uuml;fung Interessierten, sich gem&auml;&szlig; Verfassung an die Entscheidung des Obersten Gerichts in dem Verfahren zu halten.<\/p><p>Der Pr&auml;sident des Parlaments und Verhandlungsf&uuml;hrer der Regierung, Jorge Rodr&iacute;guez, gab indes am Wochenende bekannt, dass Caracas das Angebot Norwegens angenommen hat, bei den Differenzen zwischen Regierung und Opposition zu vermitteln.<\/p><p>Die Regierung Maduro hat k&uuml;rzlich auch auf geplante Gewaltaktionen hingewiesen, in die Teile der Opposition verwickelt seien und die den Dialog untergraben w&uuml;rden. Vergangene Woche hatte die Generalstaatsanwaltschaft &uuml;ber Verhaftungen bei f&uuml;nf aufgedeckten &ldquo;terroristischer Komplotten&rdquo; informiert, darunter&nbsp;<a href=\"https:\/\/cooperativa.cl\/noticias\/mundo\/venezuela\/elecciones\/jefes-de-campana-de-machado-fueron-acusados-de-terrorismo\/2024-01-26\/170125.html\">auch<\/a>&nbsp;drei regionale Leiter der Wahlkampagne Machados.<\/p><p>Die Entscheidung des Obersten Gerichts, Machados Verbot aufrechtzuerhalten, bringt die regierungsfeindlichen Kr&auml;fte an einen Scheideweg. Ihr Beharren darauf, dass sie die Opposition bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen in diesem Jahr vertritt, k&ouml;nnte dazu f&uuml;hren, dass der Hardliner-Block die Wahl erneut boykottiert und es wieder zu gewaltsamen Stra&szlig;enprotesten kommt.<\/p><p>&Uuml;bersetzung Vilma Guzm&aacute;n, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2024\/02\/267992\/venezuela-ussanktionspolitik-verschaerft\">Amerika21<\/a><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ J_UK<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103341\">US-Sanktionen als Instrument des Krieges: Der Fall Venezuela<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96301\">Abschaffung von Sanktionen als Mittel des Wirtschaftskrieges: Krachende Abstimmungsniederlage f&uuml;r USA und EU im UN-Menschenrechtsrat<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97243\">Vereinte Nationen: Zusammenschluss von 134 L&auml;ndern fordert Ende der Sanktionen und neues Paradigma der Zusammenarbeit<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98033\">Venezuela: Die ununterbrochene Pl&uuml;nderung durch den Westen<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/838d73e007fd4140b4bc6f0f0e4f36a8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.state.gov\/venezuela-sanctions-actions-and-supporting-democracy\/\">Pressemitteilung<\/a> erkl&auml;rte das US-Au&szlig;enministerium, dass die sechsmonatige Lizenz, die Gesch&auml;fte mit dem &Ouml;l- und Gassektor erlaubt, nicht verl&auml;ngert werden soll. 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