{"id":110491,"date":"2024-02-04T14:00:38","date_gmt":"2024-02-04T13:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110491"},"modified":"2024-02-05T11:40:04","modified_gmt":"2024-02-05T10:40:04","slug":"wie-die-welt-in-einen-neuen-kalten-krieg-taumelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110491","title":{"rendered":"Wie die Welt in einen neuen Kalten Krieg taumelt"},"content":{"rendered":"<p>Ein Atomkrieg ist noch immer die gr&ouml;&szlig;te und naheliegendste Bedrohung f&uuml;r die Menschheit. Mit mutiger Entspannungspolitik und R&uuml;stungskontrollvertr&auml;gen haben sich Politiker aus aller Welt seit den 1960er-Jahren bem&uuml;ht, diese Gefahr zu mindern. Nach einer kurzen Phase der tats&auml;chlichen Abr&uuml;stung nach dem Ende des Kalten Krieges werden Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge jedoch wieder aufgek&uuml;ndigt, und das gegenseitige Vertrauen ist aufgrund des Konflikts in der Ukraine auf ein Niveau wie zu Hochzeiten im Ost-West-Konflikt des 20. Jahrhunderts zur&uuml;ckgegangen. Aufgrund anstehender richtungsweisender Wahlen in den n&auml;chsten zwei Jahren stellt sich die Frage, welche aktuell im Bundestag vertretenen Parteien eine neue und friedliche Entspannungspolitik vorantreiben. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEin Blick in die Geschichte zeigt, dass der Mensch jede erdenkliche Waffe, die er im Laufe der Zeit entwickelt hat, auch angewendet hat, um einen gewaltt&auml;tigen Konflikt f&uuml;r sich zu entscheiden. Waffen sind in erster Linie darauf ausgelegt, die gegnerischen Soldaten auf dem Schlachtfeld zu vernichten. In zweiter Linie werden sie verwendet, um die R&uuml;stungsproduktion des Gegners zu sch&auml;digen, die gegnerische Bev&ouml;lkerung zu demoralisieren oder gar g&auml;nzlich auszul&ouml;schen. F&uuml;r Letzteres bedarf es sogenannter Massenvernichtungswaffen, zu denen man chemische, biologische, radiologische und nukleare Kampfmittel z&auml;hlt. Doch auch Angriffe mit konventionellen Waffen wie Fl&auml;chenbombardements von dicht besiedelten Gebieten aus der Luft und der Einsatz von Streumunition sind f&uuml;r gro&szlig;e Verluste unter der Zivilbev&ouml;lkerung verantwortlich.<\/p><p>Aus rational schwer nachvollziehbaren, jedoch offensichtlich evolution&auml;r bedingten und propagandistisch ausgenutzten Gr&uuml;nden h&auml;lt ein Gro&szlig;teil der Menschen den Einsatz von Waffen zur Vernichtung gegnerischer Soldaten auf dem Schlachtfeld f&uuml;r legitim, obwohl dort letztendlich Zivilisten in Uniform eher mehr als weniger dazu gezwungen werden, sich gegenseitig umzubringen. Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen die Zivilbev&ouml;lkerung wird hingegen im Allgemeinen als unethisch angesehen. Eine einfache Erkl&auml;rung daf&uuml;r liefert die Tatsache, dass das Leben derjenigen, die in der Regel &uuml;ber Krieg und Frieden und somit &uuml;ber den massenhaften Tod von Zivilisten in Uniform auf dem Schlachtfeld entscheiden, durch den Einsatz konventioneller Waffen kaum bedroht ist, durch Massenvernichtungswaffen jedoch schon. Es bedarf also keiner universellen Moral, um logisch nachzuvollziehen, dass diese Entscheidungstr&auml;ger zum Schutz ihres eigenen Lebens f&uuml;r alle anderen definieren, was als unethisch gilt und was nicht.<\/p><p>Vielleicht entwickeln wir Menschen auch mit der Zeit einen Instinkt &ndash; oder vielleicht verf&uuml;gen wir ja sogar schon dar&uuml;ber &ndash;, der uns die Menschheit als gro&szlig;e Familie empfinden l&auml;sst, deren Fortbestand uns &auml;hnlich wichtig erscheint wie das eigene Leben oder das der direkten Nachkommen. Doch da dies nicht erwiesen ist und sich auch nur unter dem Risiko des Exodus der gesamten Menschheit experimentell best&auml;tigen l&auml;sst, m&uuml;ssen wir uns wohl oder &uuml;bel kultureller Mittel bedienen, um das Aussterben der Spezies Mensch durch die eigene Hand zu verhindern. Ein derartiges Mittel ist beispielsweise ein rechtlich bindender Vertrag zwischen zwei oder mehreren Parteien, dessen Erf&uuml;llung im g&uuml;nstigsten Fall durch gegenseitige Kontrolle &uuml;berpr&uuml;ft werden kann.<\/p><p><strong>Bestehende Verbote von Massenvernichtungswaffen<\/strong><\/p><p>Ein Verbot von biologischen und chemischen Waffen existiert mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genfer_Protokoll\">Genfer Protokol<\/a> bereits seit 1925. Dieses wurde in den 1970er-Jahren erg&auml;nzt durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biowaffenkonvention\">Biowaffen-<\/a> und in den 1990er-Jahren durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chemiewaffenkonvention\">Chemiewaffenkonvention<\/a>. Bis auf Israel, Tschad, Eritrea und die Komoren haben alle Staaten der Welt die Biowaffenkonvention und bis auf &Auml;gypten, Nordkorea und S&uuml;dsudan die Chemiewaffenkonvention unterzeichnet. Da das Biowaffen&uuml;bereinkommen keine Mechanismen enth&auml;lt, dessen Einhaltung gegenseitig &uuml;berpr&uuml;fen zu k&ouml;nnen, muss man davon ausgehen, dass viele Staaten, welche die M&ouml;glichkeit dazu haben, im Geheimen weiterhin an immer neueren Biowaffen forschen. Das Chemiewaffen&uuml;bereinkommen verf&uuml;gt hingegen mit der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Organisation_f%C3%BCr_das_Verbot_chemischer_Waffen\">Organisation f&uuml;r das Verbot chemischer Waffen<\/a> &uuml;ber ein Kontrollorgan, das mittels unabh&auml;ngiger Inspektoren befugt ist, Milit&auml;ranlagen, zivilen Industriebetrieben und Laboratorien in jedem Vertragsland unangemeldete Besuche abzustatten.<\/p><p>Auch f&uuml;r Atomwaffen existiert seit 2021 ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Atomwaffenverbotsvertrag\">Verbotsvertrag<\/a>. Dieser wurde jedoch bisher von keiner Atommacht oder einem Land, in dem &uuml;ber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nukleare_Teilhabe\">nukleare Teilhabe<\/a> Atomwaffen gelagert sind, unterzeichnet und ist damit, zumindest derzeit, vollkommen wirkungslos.<\/p><p><strong>Das Gleichgewicht des Schreckens ist kein Garant f&uuml;r die Verhinderung eines Atomkriegs<\/strong><\/p><p>Dass es bisher seit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki noch nicht zu einem weiteren Einsatz von Atomwaffen gekommen ist, ist h&ouml;chstwahrscheinlich der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichgewicht_des_Schreckens\">nuklearen Abschreckung<\/a> zu verdanken. Diese basiert auf einem einfachen Instinkt, den man im gesamten Tierreich beobachten kann: Solange nicht absch&auml;tzbar ist, ob eine Auseinandersetzung zu gewinnen ist und wie hoch der eigene Verlust ist, vermeiden Lebewesen den gewaltsamen Konflikt. Hierzu geh&ouml;ren auch Drohgeb&auml;rden, um den Gegner von der eigenen St&auml;rke zu &uuml;berzeugen. W&auml;re dies nicht so, h&auml;tte sich wom&ouml;glich jede Spezies bereits l&auml;ngst selbst ausgerottet. Wenn jedoch der Gewinn oder auch der m&ouml;gliche Verlust hoch genug erscheint, kommt es dennoch zum Einsatz von Gewalt. Zudem ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass ein lokal begrenzter, konventionell gef&uuml;hrter Konflikt eskaliert oder es aufgrund technischer M&auml;ngel zu einem irrt&uuml;mlichen Einsatz von Massenvernichtungswaffen kommt, der wiederum als einseitige Aggression wahrgenommen werden kann. Aus diesem Grund kann die nukleare Abschreckung niemals ein Garant daf&uuml;r sein, dass diese Waffen nicht doch einmal eingesetzt werden.<\/p><p>Tats&auml;chlich stand die Welt im Kalten Krieg mehrfach am Abgrund eines atomaren Schlagabtauschs zwischen den nuklearen Superm&auml;chten. Der bekannteste Vorfall ereignete sich w&auml;hrend der Kubakrise 1962, als nur eine einzige Person, der sowjetische Offizier <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wassili_Alexandrowitsch_Archipow\">Wassili Archipow<\/a>, an Bord eines russischen U-Boots vor Kuba m&ouml;glicherweise einen Atomkrieg verhindert hat. Er verweigerte den Befehl, nach einer Provokation durch US-amerikanische Zerst&ouml;rer einen Atomtorpedo abzuschie&szlig;en. Zwar wurde der Vorfall erst 2002 offiziell bekannt, doch die Krise war schlussendlich Ausl&ouml;ser f&uuml;r weitreichende Abr&uuml;stungsverhandlungen zwischen den Atomm&auml;chten, insbesondere zwischen den USA und der Sowjetunion (UdSSR), deren Rechtsnachfolger Russland und die ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken Kasachstan, Belarus und die Ukraine wurden.<\/p><p><strong>R&uuml;stungskontroll- und Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge sollten die Gefahr eines Atomkriegs mindern<\/strong><\/p><p>Wie gef&auml;hrlich der Einsatz von Atomwaffen ist, zeigt ein Vergleich der eingesetzten beziehungsweise verf&uuml;gbaren Sprengkraft mit dem Zweiten Weltkrieg. Die gesamte Zerst&ouml;rungskraft der zwischen 1939 und 1945 eingesetzten Munition betrug ungef&auml;hr drei Megatonnen TNT-&Auml;quivalent. Das Atomwaffenarsenal der Nuklearm&auml;chte entsprach 1985 hingegen <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/heute\/die-atomare-welt\/overkill\">18.000 Megatonnen<\/a> und somit dem 6.000-Fachen des Zweiten Weltkriegs. 300 Megatonnen reichen bereits aus, um alle mittleren und gro&szlig;en St&auml;dte der Welt zu vernichten.<\/p><p>Die Abr&uuml;stungsverhandlungen seit den 1960er-Jahren waren zun&auml;chst haupts&auml;chlich nur Lippenbekenntnisse, denn die R&uuml;stung von Atomwaffen und Verteidigungsma&szlig;nahmen gegen sie ging gr&ouml;&szlig;tenteils unter Umgehung der Vertr&auml;ge ungebremst weiter. Erst ab Mitte der 1980er-Jahre kam es zu einer ernsthaften Reduzierung der Atomwaffen und zu einer Aussetzung der Entwicklung sogenannter &bdquo;Raketenschutzschirme&ldquo; der beiden Superm&auml;chte USA und UdSSR. Nachfolgende Abbildung stellt den Verlauf des Erfolgs der Abr&uuml;stungsbem&uuml;hungen dar.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240204-Kalten-Krieg-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240204-Kalten-Krieg-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Abbildung 1: <a href=\"https:\/\/fas.org\/initiative\/status-world-nuclear-forces\/\">Gesch&auml;tzte Anzahl der weltweiten Atomwaffen 1945 bis 2023, Datenquelle: Federation of American Scientists<\/a><\/p><p><strong>Die Abr&uuml;stungs- und R&uuml;stungskontrollverhandlungen im Detail<\/strong><\/p><p><u>Nuklearer Nichtverbreitungsvertrag (NVV)<\/u><br>\nDer erste R&uuml;stungskontrollvertrag, der <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/glossar\/begriff\/nichtverbreitungsvertrag-nvv\">Nukleare Nichtverbreitungsvertrag<\/a>, auch Atomwaffensperrvertrag genannt, wurde 1968 abgeschlossen. Er schrieb vor, dass nur China, Frankreich, Gro&szlig;britannien, die UdSSR und die USA Atomwaffen entwickeln und erwerben d&uuml;rfen. <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/blob\/207392\/b38bbdba4ef59ede2fec9e91f2a8179b\/nvv-data.pdf\">Artikel VI des Abkommens<\/a> verpflichtet alle Vertragspartner, &bdquo;in redlicher Absicht Verhandlungen zu f&uuml;hren &uuml;ber wirksame Ma&szlig;nahmen zur Beendigung des nuklearen Wettr&uuml;stens in naher Zukunft und zur nuklearen Abr&uuml;stung sowie &uuml;ber einen Vertrag zur allgemeinen und vollst&auml;ndigen Abr&uuml;stung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle&ldquo;. Nur Indien, Israel, Pakistan und S&uuml;dsudan haben, im Gegensatz zu den &uuml;brigen Staaten der Welt, den Vertrag nicht unterzeichnet, Nordkorea hat die Unterzeichnung zur&uuml;ckgezogen. Bis auf den S&uuml;dsudan verf&uuml;gen die nicht unterzeichnenden Staaten mittlerweile allesamt &uuml;ber Atomwaffen.<\/p><p>W&auml;hrend einer &Uuml;berpr&uuml;fungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags im Jahr 2000 sagten die f&uuml;nf offiziellen Atomm&auml;chte im Rahmen eines <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/13schritte.pdf\">13-Schritte-Programms<\/a> die v&ouml;llige Beseitigung ihrer nuklearen Arsenale zu, jedoch ohne zeitliche Angabe. Weitere &Uuml;berpr&uuml;fungskonferenzen scheiterten in der Folge, da andere R&uuml;stungskontrollvertr&auml;ge zwischenzeitlich aufgek&uuml;ndigt wurden.<\/p><p><u>Gespr&auml;che zur Begrenzung strategischer R&uuml;stung (SALT)<\/u><br>\n1969 bis 1979 fanden zwischen den USA und der UdSSR Gespr&auml;che zur Begrenzung strategischer R&uuml;stung (auf Englisch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strategic_Arms_Limitation_Talks\">&bdquo;Strategic Arms Limitation Talks&ldquo;, kurz SALT<\/a>) statt, die zu verschiedenen R&uuml;stungskontrollvertr&auml;gen f&uuml;hrten. Im Rahmen von SALT I wurden der ABM-Vertrag (siehe n&auml;chsten Abschnitt) sowie das Vorl&auml;ufige Abkommen zur Begrenzung von strategischen Offensivwaffen, das die nuklearen Arsenale auf dem Stand von 1972 einfrieren sollte und auf f&uuml;nf Jahre begrenzt war, unterzeichnet. SALT II sah Beschr&auml;nkungen der Tr&auml;gersysteme f&uuml;r Nuklearwaffen sowie Verbote gegen Neuentwicklungen und bestimmte Formen von Tr&auml;gersystemen vor, wurde aber nie rechtlich umgesetzt.<\/p><p>Da Kurz- und Mittelstreckenraketen aus dem ABM-Vertrag ausgeklammert waren, hatten die damaligen Au&szlig;enminister der USA und der UdSSR, Henry Kissinger und Andrei Gromyko, einen Kompromiss &uuml;ber die Einbeziehung von Mittelstreckenwaffen in das SALT-II-Abkommen ausgehandelt. Diesen lehnte der zu dieser Zeit amtierende US-Pr&auml;sident Gerald Ford jedoch ab.<\/p><p><u>Raketenabwehrvertrag (ABM)<\/u><br>\nDer 1972 unterzeichnete Raketenabwehrvertrag (englisch: <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/glossar\/begriff\/raketenabwehrvertrag\">Anti-Ballistic Missile Treaty, kurz ABM<\/a>) zwischen den USA und der UdSSR hatte zum Ziel, das Gleichgewicht des Schreckens zu erhalten. Beide Vertragspartner verpflichteten sich, den Aufbau von nationalen Abwehrsystemen gegen ballistische Raketen zu unterlassen sowie keine Systemkomponenten f&uuml;r Raketenabwehr auf dem Meer, in Flugzeugen und im Weltraum zu stationieren. Hintergrund waren verschiedene vorangegangene Bestrebungen der USA, ein Abwehrsystem gegen Interkontinentalraketen zu entwickeln, das zu einem umfangreichen Raketenschutzschutzschirm ausgebaut werden sollte.<\/p><p>Bereits durch den vom ehemaligen US-Pr&auml;sidenten Ronald Reagan 1983 initiierten Aufbau eines land-, see-, luft- und weltraumgest&uuml;tzten Abwehrschirms gegen Interkontinentalraketen namens <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strategic_Defense_Initiative\">Strategic Defense Initiative (SDI)<\/a>, im Volksmund auch &bdquo;Star Wars&ldquo; genannt, wurde der ABM-Vertrag faktisch durch die USA einseitig gebrochen. Die UdSSR setzte den Bestrebungen der USA ballistische Raketen mit mehreren Sprengk&ouml;pfen sowie neue mobile Abschussrampen entgegen. SDI gilt als gescheitert, da es technisch nicht umsetzbar war und mit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr n&ouml;tig erschien.<\/p><p>2001 k&uuml;ndigte der damalige US-Pr&auml;sident George W. Bush den ABM-Vertrag offiziell auf und startete eine neues Raketenabwehrprojekt namens <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/National_Missile_Defense\">&bdquo;National Missile Defense&ldquo; (NMD)<\/a>, das als Nachfolger von SDI gilt. &Auml;hnlich wie SDI soll NMD anfliegende Interkontinentalraketen mit satellitengest&uuml;tzter &Uuml;berwachung erkennen und entweder bereits nahe der Abschussrampen, auf ihrer Bahn im Weltall oder w&auml;hrend des Sinkfluges in der Erdatmosph&auml;re mittels Raketen oder Lasern zerst&ouml;ren.<\/p><p>Als Reaktion auf den einseitigen Ausstieg der USA aus dem ABM-Vertrag intensivierten Russland und China die Entwicklung von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hyperschallwaffe\">hyperschallschnellen, man&ouml;vrierbaren Gefechtsflugk&ouml;rpern<\/a>. Ihre Geschwindigkeit ist h&ouml;her als Mach 5 (f&uuml;nffache Schallgeschwindigkeit), und anders als Interkontinentalraketen erreichen sie nicht den Weltraum, sondern verbleiben in der Erdatmosph&auml;re. Damit sind sie deutlich schneller als herk&ouml;mmliche Marschflugk&ouml;rper und daher nur schwer durch Raketenabwehrsysteme abzufangen. W&auml;hrend des Krieges in der Ukraine wurden erstmals Hyperschallwaffen des Typs <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ch-47M2_Kinschal\">&bdquo;Ch-47M2 Kinschal&ldquo;<\/a> mit konventionellen Sprengk&ouml;pfen von den russischen Streitkr&auml;ften eingesetzt.<\/p><p><u>Mittelstrecken-Nuklearstreitkr&auml;fte-Vertrag (INF)<\/u><br>\nIm Vorfeld der Verhandlungen zu einem Vertrag zwischen den USA und der UdSSR zur Abr&uuml;stung von nuklearen Kurz- und Mittelstreckenraketen (auf Englisch <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/geschichte\/ruestungskontrolle\/inf-vertrag\">&bdquo;Intermediate Range Nuclear Forces Treaty&ldquo;, kurz INF<\/a>) hatte die Sowjetunion ab 1976 SS-20-Mittelstreckenrakten mit gr&ouml;&szlig;erer Reichweite, Genauigkeit, Mobilit&auml;t und Zerst&ouml;rungskraft als ihre Vorg&auml;ngermodelle in Russland, Belarus und der Ukraine stationiert. Das Ziel dieser Raketen, die mit jeweils drei Atomsprengk&ouml;pfen best&uuml;ckt waren und eine Reichweite von bis zu 5.700 Kilometern hatten, war unter anderem Westeuropa. Die sowjetischen Mittelstreckenraketen waren eine Antwort auf die zuvor von den USA entwickelte Kurzstreckenrakete Pershing I sowie auf die von Schiffen, U-Booten, Flugzeugen und Fahrzeugen einsetzbaren Marschflugk&ouml;rper (englisch &bdquo;cruise missiles&ldquo;).<\/p><p>Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt warnte 1977 davor, dass es zu einer unkontrollierten Aufr&uuml;stung der Mittelstreckenraketen sowie einer Unterminierung des bisherigen strategischen Gleichgewichts durch die UdSSR kommen k&ouml;nnte. In der Folge trieb er die Verhandlungen zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/NATO-Doppelbeschluss\">NATO-Doppelbeschluss<\/a> voran, der zum einen vorsah, die bisherigen Kurz- und Mittelstreckenraketen in Westeuropa durch Pershing-II-Raketen sowie bodengest&uuml;tzte Marschflugk&ouml;rper zu ersetzen, und zum anderen bilaterale Verhandlungen zwischen den USA und der UdSSR &uuml;ber die Begrenzung ihrer atomaren Mittelstreckenraketen verlangte. Bis kurz vor Beschlussfassung Ende 1979 hatte die Sowjetunion versucht, die deutsche Bundesregierung davon zu &uuml;berzeugen, dem NATO-Abkommen nicht zuzustimmen, da dieses weitere Verhandlungen verhindern w&uuml;rde.<\/p><p>Trotz des Widerstands einer sich in kurzer Zeit formierenden breiten Friedensbewegung in Deutschland, aus der unter anderem auch die Partei &bdquo;die Gr&uuml;nen&ldquo; hervorging, stimmte die Bundesregierung dem Beschluss zu. Mit Ronald Reagan, der 1981 US-Pr&auml;sident wurde, folgte daraufhin eine erneute R&uuml;stungsspirale. Er war auch derjenige, der den unter Pr&auml;sident Gerald Ford unterzeichneten, jedoch noch nicht ratifizierten SALT-II-Vertrag ablehnte. Stattdessen nannte er die Sowjetunion ein &bdquo;Reich des B&ouml;sen&ldquo;, gab den Raketenschutzschirm SDI in Auftrag, der im Grunde dem ABM-Vertrag widersprach, und f&uuml;hrte die Welt mit der 1983 abgehaltenen <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article248387000\/Bedrohliche-Nato-Uebung-Able-Archer-83-Entging-die-Welt-im-Jahr-1983-nur-um-Haaresbreite-einem-Atomkrieg.html\">NATO-&Uuml;bung &bdquo;Able Archer&ldquo;<\/a>, welche die Staaten des Warschauer Pakts als Deckmantel f&uuml;r einen nuklearen Erstschlag gesehen haben sollen, m&ouml;glicherweise erneut an den Abgrund eines Atomkrieges. Tats&auml;chlich ging das Pentagon Anfang der 1980er-Jahre ernsthaft davon aus, einen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/usa-atomkrieg-doch-fuehrbar-a-28f100a8-0002-0001-0000-000014349766\">Atomkrieg gegen die UdSSR gewinnen zu k&ouml;nnen<\/a>.<\/p><p>Erst die Verhandlungen zwischen dem 1985 zum sowjetischen Generalsekret&auml;r ernannten Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, der der sowjetischen Seite im letzten Moment mit dem Aussetzen des SDI-Programms entgegenkam, wurde 1987 schlussendlich der INF-Vertrag unterzeichnet. Er sah die Vernichtung aller fast 3.000 boden- und landgest&uuml;tzten Flugk&ouml;rper mit mittlerer und k&uuml;rzerer Reichweite auf beiden Seiten vor und wurde bis 2001 vollst&auml;ndig umgesetzt. 2019 stiegen die USA unter der Pr&auml;sidentschaft von Donald Trump aus dem Vertrag aus, woraufhin die Vereinigten Staaten und Russland ihn als beendet erkl&auml;rten.<\/p><p><u>Vertrag &uuml;ber Konventionelle Streitkr&auml;fte in Europa (KSE-Vertrag)<\/u><br>\nDer 1990 zwischen den NATO-Staaten und den ehemaligen L&auml;ndern des Warschauer Paktes unterzeichnete <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_%C3%BCber_Konventionelle_Streitkr%C3%A4fte_in_Europa\">KSE-Vertrag<\/a> begrenzte die Anzahl schwerer konventioneller Waffensysteme, die in Europa vom Atlantik bis zum Ural stationiert werden durften. Daraufhin wurden bis Mitte der 1990er-Jahre rund 51.000 schwere Waffensysteme in den Vertragsstaaten, darunter Kampfpanzer, Artilleriesysteme und Kampfflugzeuge, zerst&ouml;rt.<\/p><p>2007 teilte Russland den &uuml;brigen Vertragspartnern mit, keine Informationen &uuml;ber seine Streitkr&auml;fte mehr preiszugeben. Als Begr&uuml;ndung gab die russische Regierung an, dass seit der Vertragsunterzeichnung neue L&auml;nder wie die Slowakei und die baltischen Staaten, die dem Abkommen nicht beigetreten waren, Mitglieder der NATO wurden. Zudem sah Russland die geplante Einrichtung eines amerikanischen Raketenschutzschirms in Tschechien und Polen als Bedrohung f&uuml;r seine nukleare Abschreckungsf&auml;higkeit.<\/p><p>2015 k&uuml;ndigte Russland den Vertrag auf, nachdem die USA angek&uuml;ndigt hatten, f&uuml;r ein Man&ouml;ver zeitweise rund 3.000 US-Soldaten ins Baltikum zu verlegen, und sie zudem den baltischen Staaten bereits Hunderte Kampffahrzeuge zur dauerhaften Nutzung geliefert hatten.<\/p><p><u>Vertr&auml;ge zur Verringerung der strategischen Atom- und Offensivwaffen (START I-III, SORT)<\/u><br>\n1991 unterzeichneten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion den Vertrag zur Verringerung der strategischen Atomwaffen (auf Englisch <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/glossar\/begriff\/start-i-vertrag\">&bdquo;Strategic Arms Reduction Treaty&ldquo;, kurz START)<\/a>. Er wurde aufgrund sp&auml;terer weiterf&uuml;hrender Verhandlungen nachtr&auml;glich in &bdquo;START I&ldquo; umbenannt. Der Vertrag sah vor, das jeweilige Arsenal strategischer Atomwaffen, also Langstreckenraketen, innerhalb von sieben Jahren um circa ein Drittel zu reduzieren und auf eine Obergrenze von 1.600 Tr&auml;gersystemen und 6.000 Gefechtsk&ouml;pfen zu begrenzen. Nur noch 4.900 nukleare Gefechtsk&ouml;pfe durften jeweils auf Interkontinentalraketen bereitgehalten werden. Zudem wurden gegenseitige Inspektionen und ein Verbot der Verschl&uuml;sselung von Telemetriedaten bei Testfl&uuml;gen vereinbart.<\/p><p>In der Folgezeit verhandelten die beiden Superm&auml;chte nach und beschlossen mit dem 1993 unterzeichneten <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/glossar\/begriff\/start-ii-vertrag\">START-II-Vertrag<\/a> eine weitere Reduzierung der bereitgehaltenen Gefechtsk&ouml;pfe auf maximal jeweils 3.500 bis Ende 2002. Nur h&ouml;chstens 1.750 Mehrfachsprengk&ouml;pfe durften auf Interkontinentalraketen, die auf U-Booten stationiert sind, montiert werden. Die gleiche Obergrenze galt f&uuml;r Einfachsprengk&ouml;pfe auf landgest&uuml;tzten Interkontinentalraketen oder auf Gefechtsflugk&ouml;rpern, die mithilfe von Langstreckenbombern eingesetzt werden konnten. Zudem wurden alle landgest&uuml;tzten strategischen Nuklearwaffen mit Mehrfachsprengk&ouml;pfen verboten. Dies sollte das Ende von Interkontinentalraketen mit klangvollen Namen wie &bdquo;Woiwode&ldquo; (zu Deutsch &bdquo;Heerf&uuml;hrer&ldquo;, Russland) oder &bdquo;Peacekeeper&ldquo; (zu Deutsch &bdquo;Friedensw&auml;chter&ldquo;, USA) bedeuten. Allerdings wurde keine Begrenzung der Lagerhaltung der Sprengk&ouml;pfe beschlossen.<\/p><p>W&auml;hrend START I von beiden Seiten vertragsgem&auml;&szlig; umgesetzt wurde und nach dem Ende der UdSSR die ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken Belarus, Kasachstan und Ukraine ihre nuklearen Waffen vollst&auml;ndig abr&uuml;steten, z&ouml;gerte die russische Seite die Ratifizierung des START-II-Vertrags hinaus. Grund daf&uuml;r waren die NATO-Osterweiterung sowie US-amerikanische Milit&auml;reins&auml;tze im Irak und im Kosovo. Schlussendlich ratifizierte Russland im Jahr 2000 den START-II-Vertrag nur unter der Bedingung, dass die USA im ABM-Vertrag verbleiben. Der Abr&uuml;stungszeitraum wurde bis zum Jahr 2007 erweitert.<\/p><p>Da die USA 2002 den ABM-Vertrag einseitig aufk&uuml;ndigten, wurde START II nie umgesetzt. Stattdessen vereinbarten beide Seiten auf Dr&auml;ngen Russlands im gleichen Jahr den Vertrag zur Reduzierung Strategischer Offensivwaffen (auf Englisch <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/glossar\/begriff\/sort-strategic-offensive-reductions-treaty\">&bdquo;Strategic Offensive Reductions Treaty&ldquo;, kurz SORT)<\/a>, auch &bdquo;Moskauer Abkommen&ldquo; genannt. Der Vertrag sah vor, die nuklearen Arsenale bis Ende 2012 auf jeweils 1.700 bis 2.200 einsatzf&auml;hige Gefechtsk&ouml;pfe zu begrenzen. Allerdings waren keine gegenseitigen Inspektionen vorgesehen, und eingelagerte Sprengk&ouml;pfe mussten nicht vernichtet und konnten reaktiviert werden. Grund daf&uuml;r war, dass die USA unter der Pr&auml;sidentschaft von George W. Bush ihre Flexibilit&auml;t nicht eingrenzen wollten.<\/p><p>SORT wurde nie vollst&auml;ndig umgesetzt, da der Vertrag von <a href=\"https:\/\/www.atomwaffena-z.info\/glossar\/begriff\/start-neu-2010\">START III<\/a>, auch &bdquo;New START&ldquo; genannt, 2010 abgel&ouml;st wurde. Der unter US-Pr&auml;sident Barack Obama ausgehandelte Vertrag sah vor, die Atomsprengk&ouml;pfe auf strategischen Tr&auml;gersystemen (Interkontinentalraketen, U-Boot- gest&uuml;tzte Langstreckenraketen und Langstreckenbomber) auf insgesamt jeweils 1.550 sowie die Zahl der stationierten und nicht stationierten Interkontinentalraketen, U-Boot-gest&uuml;tzten Raketen und Langstreckenbomber auf insgesamt je 800 zu begrenzen. Die Umsetzung sollte bis 2018 erfolgen. Das Abkommen sollte bis 2021 g&uuml;ltig sein, mit einer Option auf Verl&auml;ngerung um weitere f&uuml;nf Jahre. Zudem sollten wieder gegenseitige Inspektionen erfolgen.<\/p><p>Der Vertrag wurde von beiden Seiten vollst&auml;ndig umgesetzt. Allerdings k&uuml;ndigte US-Pr&auml;sident Donald Trump an, New START nicht verl&auml;ngern zu wollen, wenn China nicht in den Vertrag einbezogen wird. Zudem veranlasste er 2020 den Austritt der USA aus dem 1992 zwischen den NATO- und ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten geschlossenen Vertrag &uuml;ber den Offenen Himmel (englisch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_%C3%BCber_den_Offenen_Himmel\">&bdquo;Treaty on Open Skies&ldquo;<\/a>). Dieser erm&ouml;glichte den Vertragspartnern, Aufkl&auml;rungsfl&uuml;ge &uuml;ber den jeweils anderen Territorien durchzuf&uuml;hren, um die Einhaltung von R&uuml;stungskontrollvertr&auml;gen zu &uuml;berpr&uuml;fen. Als Reaktion darauf erfolgte 2021 Russlands Austritt aus dem Open-Skies-Vertrag.<\/p><p>Unter Pr&auml;sident Joe Biden wurde New START 2021 auf Dr&auml;ngen Russlands um weitere f&uuml;nf Jahre verl&auml;ngert. Im August 2022 setzte die russische Regierung das Abkommen jedoch mit der Begr&uuml;ndung aus, aufgrund der Sanktionen gegen Russland keine Inspekteure zur Waffenkontrolle in die USA fliegen zu k&ouml;nnen. Anfang 2023 verweigerte Russland den USA die Inspektion seiner Nuklearanlagen, und im M&auml;rz 2023 setzte die russische Regierung den New-START-Vertrag g&auml;nzlich aus. Im Juni 2023 entzogen die USA als Redaktion darauf den russischen Atominspektoren die Visa und hoben die Standardfreigabe f&uuml;r russische Flugzeuge im Luftraum der USA auf. Damit gibt es derzeit faktisch keine Kontrolle der Begrenzungen der nuklearen R&uuml;stung zwischen diesen beiden gr&ouml;&szlig;ten Atomm&auml;chten der Welt mehr.<\/p><p><strong>Die Vereinigten Staaten sind das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r eine friedliche Welt<\/strong><\/p><p>Wenn man die detaillierte Geschichte der Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge und deren Verhandlungsprozesse betrachtet, f&auml;llt ein Muster auf, das sich nur schwer &uuml;bersehen l&auml;sst: Es waren stets die USA, die R&uuml;stungskontrollvertr&auml;ge unterlaufen und damit eine Krise des gegenseitigen Vertrauens ausgel&ouml;st haben. Selbst die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kubakrise\">Kubakrise<\/a>, welche die Abr&uuml;stungsverhandlungen urspr&uuml;nglich in Gang gebracht hat, ist auf die vorangegangene Stationierung US-amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen in England, Italien und der T&uuml;rkei sowie auf die versuchte Invasion Kubas durch die USA zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Schlussendlich sind auch die aktuellen westlichen Sanktionen gegen Russland, die zum Aussetzen des New-START-Vertrags gef&uuml;hrt haben, zumindest aus der russischen Perspektive beispiellos. Als die USA und eine ganze Reihe weiterer NATO-Staaten 2003 in den Irak einmarschiert sind, hat Russland keine Sanktionen gegen die Aggressoren verh&auml;ngt und den Irak nicht mit Waffen beliefert.<\/p><p>Auch die R&uuml;stungsausgaben der derzeit vier gr&ouml;&szlig;ten Milit&auml;rm&auml;chte beziehungsweise Milit&auml;rb&uuml;ndnisse zeigen, dass es insbesondere die USA waren, die nach einer Phase der Entspannung nach dem Ende des Kalten Krieges wieder massiv aufger&uuml;stet haben.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240204-Kalten-Krieg-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240204-Kalten-Krieg-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Abbildung 2: <a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/databases\/milex\">R&uuml;stungsausgaben der aktuell gr&ouml;&szlig;ten Milit&auml;rm&auml;chte bzw. -b&uuml;ndnisse, Datenquelle: Stockholm International Peace Research Institute<\/a><\/p><p>Bedenkt man zudem, dass insbesondere die Vereinigten Staaten und verb&uuml;ndete NATO-Staaten seit dem Ende des Kalten Krieges f&uuml;r v&ouml;lkerrechtlich &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdige Angriffskriege und milit&auml;rische Eins&auml;tze wie in Serbien 1999, in Afghanistan 2001, im Irak 2003, in Libyen 2011 und in Syrien seit 2011 verantwortlich sind, f&auml;llt es nur schwer, nicht zu dem Schluss zu gelangen, dass die USA das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r den Weltfrieden darstellen.<\/p><p><strong>Das Leben auf der Erde ist immer noch von Atomwaffen bedroht<\/strong><\/p><p>Die R&uuml;stungskontrollvertr&auml;ge haben zwar zu einer Verringerung der einsatzbereiten Atomsprengk&ouml;pfe gef&uuml;hrt sowie das gegenseitige Vertrauen gest&auml;rkt und damit die Gefahr eines Atomkrieges zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Atomm&auml;chten verringert, doch deren Waffenarsenal ist aktuell noch immer gro&szlig; genug, um die Erde gleich mehrfach dauerhaft unbewohnbar zu machen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240204-Kalten-Krieg-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240204-Kalten-Krieg-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Abbildung 3: <a href=\"https:\/\/fas.org\/initiative\/status-world-nuclear-forces\/\">Gesch&auml;tzte Anzahl weltweiter Atomsprengk&ouml;pfe 2023, Datenquelle: Federation of American Scientists<\/a><\/p><p>Geht man von einer durchschnittlichen Sprengkraft je strategischer Atomwaffe von 0,5 Megatonnen TNT-&Auml;quivalent aus, dann sind aktuell immer noch circa 1.900 Megatonnen sofort einsatzbereit sowie weitere rund 4.300 Megatonnen zus&auml;tzlich verf&uuml;gbar. Zur Erinnerung: 300 Megatonnen reichen aus, um s&auml;mtliche mittleren und gro&szlig;en St&auml;dte der Welt zu vernichten. Die Nuklearwaffen sind zudem nicht nur in den L&auml;ndern der Atomm&auml;chte stationiert. Aufgrund der <a href=\"https:\/\/thebulletin.org\/premium\/2023-11\/nuclear-weapons-sharing-2023\/\">atomaren Teilhabe<\/a> finden sich auch insgesamt 100 bis 150 Atombomben der USA mit jeweils bis zu 50 Kilotonnen Sprengkraft in Deutschland, Belgien, der Niederlande, Italien und der T&uuml;rkei.<\/p><p>Welche apokalyptischen Folgen ein Atomkrieg haben kann, wird nur ansatzweise anhand der beiden Atombombenabw&uuml;rfe auf Hiroshima und Nagasaki deutlich, da diese beiden Kernwaffen gerade einmal &uuml;ber eine Sprengkraft von 15 beziehungsweise 20 Kilotonnen TNT-&Auml;quivalent verf&uuml;gten. Aktuelle strategische Atomsprengk&ouml;pfe entwickeln hingegen eine Sprengkraft zwischen 100 Kilotonnen und mehreren Megatonnen. Zudem sind so viele davon verf&uuml;gbar, dass bei ihrem Einsatz nicht nur ihre unmittelbaren Ziele betroffen w&auml;ren. Aufgrund des nuklearen Fallouts, der Kontamination von Wasser und Nahrungsgrundlagen sowie der Folgen der Explosionen f&uuml;r das Erdklima k&ouml;nnte die ganze Welt f&uuml;r den Menschen sowie viele Tiere und Pflanzen unbewohnbar werden.<\/p><p>Die Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. hat die <a href=\"https:\/\/www.agf-trier.de\/aktuelles\/neuigkeiten\/atomkrieg-moegliche-folgen\/\">Folgen eines weltweiten Atomkrieges<\/a> detailliert beschrieben. Auf dem H&ouml;hepunkt der nuklearen R&uuml;stung Mitte der 1980er-Jahre hat auch die Kulturindustrie mit Film- und Fernsehproduktionen wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Day_After_%E2%80%93_Der_Tag_danach\">&bdquo;The Day After&ldquo;<\/a> aus den USA oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Threads_(1984)\">&bdquo;Threads&ldquo;<\/a> aus Gro&szlig;britannien die Menschen &uuml;ber die katastrophalen Auswirkungen eines Atomkrieges aufgekl&auml;rt. Selbst ein nur regional begrenzter Atomkrieg, in dem lediglich drei Prozent der weltweit stationierten Atomwaffen eingesetzt werden, k&ouml;nnte aufgrund dessen Auswirkungen auf das Erdklima zum Tod von bis zu einem Drittel der Menschheit f&uuml;hren, wie eine <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/commonFiles\/pdfs\/Atomwaffen\/2022_Nukleare_Hungersnot_final_web.pdf\">aktuelle Studie<\/a> der Internationalen &Auml;rzte zur Verh&uuml;tung des Atomkrieges (IPPNW) zeigt.<\/p><p>Angesichts der horrenden Konsequenzen eines direkten milit&auml;rischen Konflikts zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Atomm&auml;chten USA und Russland m&uuml;sste man politisch Verantwortliche, die eine derartige Option zumindest nicht ausschlie&szlig;en, im Grunde f&uuml;r verr&uuml;ckt erkl&auml;ren.<\/p><p><strong>Ein neuer Kalter Krieg<\/strong><\/p><p>Auch wenn viele westliche Politiker behaupten, bei dem russisch-ukrainischen Krieg w&uuml;rde man lediglich die Ukraine bei ihrer Selbstverteidigung gegen den Aggressor Russland unterst&uuml;tzen, entspricht dieser Konflikt aufgrund des vorangegangenen B&uuml;rgerkriegs zwischen Russisch sprechenden und russischst&auml;mmigen Ostukrainern auf der einen und der offiziellen ukrainischen Armee auf der anderen Seite sowie den westlichen Interessen, die Ukraine in die EU und die NATO aufzunehmen, im Grunde genau der Definition, die dem Vietnamkrieg als Erstem die Bezeichnung &bdquo;Stellvertreterkrieg&ldquo; verliehen hat. In dem aktuellen Fall sind lediglich die Rollen vertauscht. Der Westen liefert Waffen, Ausr&uuml;stung und Geld, und Russland ist mit eigenen Streitkr&auml;ften an dem Konflikt beteiligt.<\/p><p>Das Ende der R&uuml;stungskontrollen, ein weltweiter Anstieg der Milit&auml;rausgaben, die Missachtung des V&ouml;lkerrechts auf der Seite der NATO-Staaten und Russlands sowie neue hei&szlig;e Kriege an den Nahtstellen der Einflussgebiete des Westens auf der einen und eine sich abzeichnende Allianz zwischen Russland, China und eventuell weiteren BRICS-plus-Staaten auf der anderen Seite sind Anzeichen f&uuml;r einen neuen Kalten Krieg, der sich jederzeit zu einem Weltkrieg mit dem Einsatz von Atomwaffen entz&uuml;nden kann. Sowohl Russlands Pr&auml;sident Putin als auch US-Pr&auml;sident Biden haben bereits offen mit dem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/atomwaffen-biden-usa-101.html\">Einsatz ihres nuklearen Arsenals<\/a> gedroht.<\/p><p><strong>Es bedarf einer neuen Entspannungspolitik in Europa<\/strong><\/p><p>Auf die brandgef&auml;hrlichen Krisen im Ost-West-Konflikt des 20. Jahrhunderts hat die deutsche Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt mit Entspannungspolitik reagiert. Diese hat letztendlich den Weg zu den Ostvertr&auml;gen, zur Wiedervereinigung Deutschlands sowie zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konferenz_%C3%BCber_Sicherheit_und_Zusammenarbeit_in_Europa\">Konferenz &uuml;ber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE)<\/a> und zum Ende des Kalten Krieges geebnet. Es war mutige europ&auml;ische Au&szlig;enpolitik, zum Teil auch gegen die US-amerikanischen Interessen, die den Grundstein f&uuml;r die Ann&auml;herung zwischen den beiden Superm&auml;chten USA und UdSSR sowie die nukleare Abr&uuml;stung gelegt hat.<\/p><p>Angesichts der Erfahrungen aus dem Kalten Krieg ist es f&uuml;r Europa fatal, blind der Eskalationspolitik der aktuellen US-Regierung im Krieg in der Ukraine zu folgen. Doch genau dies ist sowohl auf der F&uuml;hrungsebene der EU als auch auf der Ebene vieler europ&auml;ischer Regierungen, allen voran der deutschen, der Fall. W&auml;re es aufgrund der Hunderttausenden toten ukrainischen und russischen Soldaten nicht so makaber, m&uuml;sste man es einen Treppenwitz der Geschichte nennen, dass ausgerechnet die Partei der Gr&uuml;nen derzeit wie kaum eine andere in Deutschland an der Eskalationsschraube dreht.<\/p><p><strong>Haltungen der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien zu den Waffenlieferungen in die Ukraine und den Sanktionen gegen Russland<\/strong><\/p><p>Betrachtet man die Aussagen und das Handeln der f&uuml;hrenden Politiker der Ampelkoalition im Kontext des Krieges in der Ukraine, sind auf derzeitiger Regierungsebene weit und breit keine Anzeichen f&uuml;r eine Entspannungspolitik zu erkennen. Um den sich erkennbar anbahnenden neuen Kalten Krieg mit Russland und eventuell auch China noch zu verhindern und die Gefahren eines weltweiten Atomkrieges zu verringern, bedarf es jedoch dringend einer deutlichen Abwendung von dem Konfrontationskurs mit Russland. Es stellt sich daher die Frage, wie sich die derzeit im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien zu den Waffenlieferungen in die Ukraine, den Sanktionen gegen Russland und einer generellen Abr&uuml;stung positionieren.<\/p><p>Im Grunde bekennt sich nur die Partei <a href=\"https:\/\/bsw-vg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/BSW_Parteiprogramm.pdf\">&bdquo;B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht&ldquo; (BSW)<\/a> explizit in ihrem Partei- und <a href=\"https:\/\/bsw-vg.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/BSW_Europawahllprogramm_2024_Entwurf.pdf\">Wahlprogramm<\/a> zur Entspannungspolitik Willy Brandts und zu einem Ende der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine als Voraussetzung f&uuml;r Friedensverhandlungen. Zudem fordert sie einen Abbau der Sanktionen, um &bdquo;den Zugang zu den Rohstoffen und Energietr&auml;gern Russlands und Zentralasiens&ldquo; zu erm&ouml;glichen sowie &bdquo;den Ausbau der &Uuml;berland-Handelswege zu den Wachstumsregionen Asiens&ldquo; offen zu halten. Des Weiteren fordert sie eine Abr&uuml;stung der EU sowie den Abzug amerikanischer Atomwaffen aus allen EU-Mitgliedstaaten.<\/p><p>Die Partei &bdquo;Die Linke&ldquo; spricht sich in ihrem <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/fileadmin\/user_upload\/Europawahlprogramm_2024.pdf\">Wahlprogramm<\/a> f&uuml;r die anstehende Europawahl generell f&uuml;r ein Ende von Waffenexporten und eine europ&auml;ische Abr&uuml;stung aus. Bezogen auf den Konflikt in der Ukraine fordert sie jedoch den R&uuml;ckzug der russischen Truppen und die Wiederherstellung der territorialen Souver&auml;nit&auml;t der Ukraine. Zudem unterstellt sie dem aktuellen russischen Pr&auml;sidenten &bdquo;imperialistische Aggression&ldquo;, fordert gezielte Sanktionen gegen &bdquo;Putins Machtapparat&ldquo; und will den Widerstand in Russland gegen &bdquo;Krieg und Diktatur&ldquo; unterst&uuml;tzen. Zudem soll die EU aus Sicht der Partei die &bdquo;Sanktionen gegen den russischen Machtapparat, die Oligarch*innen und den milit&auml;risch-industriellen Komplex konsequent durchsetzen&ldquo;. Diese aggressive au&szlig;enpolitische Haltung gegen&uuml;ber Russland steht in deutlichem Gegensatz zu dem Slogan &bdquo;Zeit f&uuml;r Frieden&ldquo; auf dem Cover des Wahlprogramms.<\/p><p>Die Partei &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; will gem&auml;&szlig; ihres <a href=\"https:\/\/www.afd.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/2023-11-16-_-AfD-Europawahlprogramm-2024-_-web.pdf\">Europawahlprogramms<\/a> vor dem Hintergrund der &bdquo;Wiederherstellung des ungest&ouml;rten Handels mit Russland&ldquo; &bdquo;mit diplomatischen Mitteln auf eine Beendigung des Krieges&ldquo; hinwirken und so f&uuml;r &bdquo;friedliche deutsch-russische Beziehungen&ldquo; sorgen. In diesem Kontext setzt sie sich auch f&uuml;r ein Ende der Sanktionen gegen Russland und eine Instandsetzung der Nord-Stream-Pipelines ein. Allerdings bekennt sich die AfD klar zur NATO und will die Bundeswehr zum Zwecke der Landesverteidigung und der Sicherung der Handelswege aufr&uuml;sten. Damit wird die Absicht der Partei deutlich, politische und wirtschaftliche Interessen im Ausland notfalls auch mit milit&auml;rischer Gewalt durchzusetzen.<\/p><p>Mit der CDU-Politikerin Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspr&auml;sidentin sowie dem ehemaligen Vorsitzenden der Atlantik-Br&uuml;cke und Aufsichtsratsvorsitzenden von BlackRock Deutschland, dem derzeitigen CDU-Chef und Oppositionsf&uuml;hrer im Bundestag Friedrich Merz, ist von den Unionsparteien kaum eine von den Parteien der Ampelkoalition abweichende Haltung zu den Waffenlieferungen in die Ukraine und den Sanktionen gegen Russland zu erwarten. Im Gegenteil, die Tatsache, dass Merz <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Merz-Habe-keine-Angst-vor-Atomkrieg-article23303793.html\">keine Angst<\/a> vor den Warnungen Russlands vor dem Einsatz seines nuklearen Arsenals hat, disqualifiziert ihn im Grunde von dem Posten eines m&ouml;glichen neuen Regierungschefs, der die Bef&uuml;rchtungen von gro&szlig;en Teilen der Bev&ouml;lkerung vor einem Atomkrieg ernst nimmt. Zudem stellt sich die Frage, wie seine Behauptung im Kontext der Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine &bdquo;Wir wollen keine Ausweitung des Kriegs&ldquo; zu der quasi im selben Atemzug gemachten &Auml;u&szlig;erung &bdquo;Wir wollen, dass mit diesen Waffen der Angriff Putins gestoppt wird&ldquo; logisch zusammenpasst. Auch der CSU-Vorsitzende Markus S&ouml;der hat sich wiederholt vehement f&uuml;r Waffenlieferungen in die Ukraine und die Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.<\/p><p><strong>Schlussbemerkung<\/strong><\/p><p>Auch wenn wir uns seit dem Zeitalter der Aufkl&auml;rung einreden (lassen), vornehmlich auf der Basis rationaler Entscheidungen zu handeln, d&uuml;rfen wir Menschen nicht vergessen, dass wir in vielen Situationen instinktgesteuert agieren. Allein anhand der Funktionsweise von Produktwerbung l&auml;sst sich zeigen, wie einfach man durch die gezielte Ansprache der Instinkte unser rationales Denkverm&ouml;gen lahmlegen kann. Risiken nehmen wir aus diesem Grund nur dann deutlich wahr, wenn sie uns unmittelbar bedrohen. Zudem erscheint eine Bedrohung weniger riskant, wenn sie &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum nicht eingetreten ist.<\/p><p>Ein Atomkrieg ist noch immer die aktuell gr&ouml;&szlig;te und naheliegendste Bedrohung f&uuml;r die Existenz der menschlichen Spezies und derjenigen fast aller anderen Lebewesen und Pflanzen auf der Erde. Eine Politik, die nicht alles unternimmt, diese Gefahr mit friedlichen Mitteln zu reduzieren, und stattdessen politische, wirtschaftliche und milit&auml;rische Eskalationen zwischen Atomm&auml;chten in Form von Sanktionen gegen politische Entscheidungstr&auml;ger, Wirtschaftssanktionen und Waffenlieferungen in einem Stellvertreterkrieg vorantreibt, f&uuml;hrt die Welt geradewegs in einen neuen Kalten Krieg und eine erneute R&uuml;stungsspirale &ndash; Ausgang ungewiss.<\/p><p><small>Titelbild: Regina Erofeeva\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/51d902dae46c4981aac4dc62ae15ddd5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Atomkrieg ist noch immer die gr&ouml;&szlig;te und naheliegendste Bedrohung f&uuml;r die Menschheit. 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