{"id":1105,"date":"2004-08-31T12:31:57","date_gmt":"2004-08-31T10:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1105"},"modified":"2016-03-26T15:45:16","modified_gmt":"2016-03-26T14:45:16","slug":"alternativen-zum-sozialen-ausverkauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1105","title":{"rendered":"Alternativen zum \u201esozialen Ausverkauf\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Generalanzeiger Bonn 31.8.2004. Das aktuelle politische Buch &ndash; Brandts Planungschef r&auml;t Schr&ouml;der zum Kurswechsel. Von Helmut Herles.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>BERLIN.<\/strong> Es war eine Montagsdemonstration besonderer Art. Horst Seebofer (CSU) und Albrecht M&uuml;ller (SPD) gemeinsam mit Wibke Bruhns als Moderatorin in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz gegen Gerhard Schr&ouml;ders Reformpolitik. Wobei M&uuml;ller &ndash; fr&uuml;herer Redenschreiber bei Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller, 1972 als &Ouml;ffentlichkeitsarbeiter der SPD verantwortlich f&uuml;r den Wahlkampf Willy Brandts und von 1973 bis 1982 Leiter der Planungsabteilung im Bonner Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt &ndash; dem CSU-Politiker in der Kritik nicht nachstand. Seehofer sagte, zum erstenmal in der Geschichte drohe die Gefahr, &bdquo;dass die Kosten einer Reform h&ouml;her sind als der Ertrag&rdquo;. M&uuml;ller warf den Modernisierern vor, sie &bdquo;bewegen sich wie die Hamster im Laufrad&rdquo;. <\/p><p>M&uuml;ller h&auml;lt in seinem Buch an der &Uuml;berzeugung fest, die er f&uuml;r den Wahlkampf von Bundeskanzler Willy Brandt formuliert hatte: &bdquo;Wer morgen sicher leben will, muss heute f&uuml;r Reformen k&auml;mpfen.&rdquo; Damit meint er &bdquo;Ver&auml;nderungen zugunsten der gro&szlig;en Mehrheit der Menschen, vor allem der Arbeitnehmer&rdquo;, nicht die Politik Schr&ouml;ders. M&uuml;ller begleitet sein Buch mit einem offenen Brief an den Bundeskanzler &bdquo;Wenn die Reformpolitik so weitergeht, dann wirst du als jener Bundeskanzler in die Geschichte eingehen, der sich in unwirksame Reformen verstrickt hat, statt die Wirtschaft zu beleben, der dabei das Vertrauen in den solidarischen Charakter unseres Gemeinwesens endg&uuml;ltig zerst&ouml;rte&hellip; Mit der herzlichen Bitte, die Geschichte anders enden zu lassen.&rdquo; <\/p><p>Mit dem provozierenden Titel &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&rdquo; will Albrecht M&uuml;ller der &bdquo;Schwarzmalerei&rdquo; der Eliten in Wirtschaft und Politik widersprechen und Alternativen zum &bdquo;sozialen Ausverkauf, den wir gegenw&auml;rtig erleben&rdquo;, vorstellen. Er schreibt von &bdquo;40 Denkfehlern, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren&rdquo;. Da er dialektisch zu denken vermag, hofft er im Innersten, dass seine Antithesen doch noch eine Synthese ergeben. Kernbotschaft seines Buches sei: &bdquo;Es ist h&ouml;chste Zeit, Deutschland keine Schw&auml;chen anzudichten, die wir nicht haben und sich auf die St&auml;rken unseres Modells zu besinnen.&rdquo; <\/p><p>Der SPD- und der CSU-Poliliker sehen den Neoliberalismus ihrer Parteien als Gefahr. M&uuml;ller zitiert d&uuml;ster George Orwells &bdquo;1984&Prime;: &bdquo;Wenn alle anderen die von der Partei verbreitete L&uuml;ge glaubten, wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten, dann ging die L&uuml;ge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.&rdquo; Dennoch sind Seehofer und M&uuml;ller &uuml;berzeugt, dass sie beide &bdquo;konstruktiv und optimistisch&rdquo; seien. Das Buch widerlege Untergangsvorstellungen zur demografischen Entwicklung, den Wachstumschancen, zur mangelnden Wettbewerbsf&auml;higkeit, der angeblichen Erosion des Normal-Arbeitsverh&auml;ltnisses und beschreibt die Sozialstaatlichkeit als eine &bdquo;moderne und erhaltenswerte Regel unseres Zusammenlebens&ldquo;. <\/p><p><em>&copy; Generalanzeiger Bonn<\/em>\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Generalanzeiger Bonn 31.8.2004. Das aktuelle politische Buch &ndash; Brandts Planungschef r&auml;t Schr&ouml;der zum Kurswechsel. 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