{"id":110677,"date":"2024-02-06T14:00:45","date_gmt":"2024-02-06T13:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110677"},"modified":"2024-02-06T17:35:46","modified_gmt":"2024-02-06T16:35:46","slug":"leserbriefe-zu-die-parteien-wirken-bei-der-politischen-willensbildung-des-volkes-mit-und-wer-betreibt-die-willensbildung-der-parteien-betr-graeser-und-das-bsw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110677","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201e\u201eDie Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit\u201c. Und wer betreibt die Willensbildung der Parteien? Betr.: Gr\u00e4ser und das BSW.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Albrecht M&uuml;ller diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110404\">hier<\/a> anl&auml;sslich des Artikels <a href=\"https:\/\/transition-news.org\/auch-nicht-anders-das-bundnis-sahra-wagenknecht\">&bdquo;Auch nicht anders: Das &lt;&lt;B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht&gt;&gt;&ldquo;<\/a> von Tilo Gr&auml;ser &uuml;ber die Steuerung des Zuzugs von Mitgliedern beim BSW. Das mache Sinn. Hingewiesen wird auf Prozesse des Umdrehens von SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei durch interessierte Kreise. Es sei daher zu verstehen, dass &bdquo;die Initiatoren dieser neuen politischen Organisation auf jeden Fall den Versuch machen, den Zufluss an Mitgliedern so zu organisieren und zu steuern, dass die Unterwanderung und Fremdbestimmung m&ouml;glichst weit ausgeschlossen wird&ldquo;. Wir danken f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. Es folgt nun eine Auswahl, zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>ich wundere mich immer wieder, wie in der Diskussion um die Neuaufnahmepraxis des Parteineulings BSW zweierlei Offensichtliches b&ouml;swillig unterschlagen wird:<\/p><ol>\n<li>Alle anderen Parteien neben dem BSW kennen ebenfalls nicht einseitigen Eintrittserkl&auml;rungen, sondern lediglich Aufnahmeantr&auml;ge der Interessenten und Gremienbeschl&uuml;sse, welche die Mitgliedschaft erst begr&uuml;nden. Mehr oder weniger wird auch &bdquo;gepr&uuml;ft&ldquo;, wer dort die Mitgliedschaft begehrt.<\/li>\n<li>Der in diesem Zusammenhang gegen&uuml;ber dem BSW vorgetragene Vorwurf der zentralistischen Entscheidungen, einer Kaderpartei gleich, ist billig.  Zwar hat z.Bsp. die 155 Jahre alte Tante SPD l&auml;ngst auch nicht mehr in jeder Gemeinde einen Ortsverein, aber gleichwohl kann sicher sp&auml;testens in jedem Kreisvorstand &uuml;ber Mitgliedschaftsantr&auml;ge demokratisch entschieden werden. Bei dem BSW gibt es &ndash; nur Wochen nach der Gr&uuml;ndung &ndash; gerade einmal einen Bundesvorstand, weder Landesverb&auml;nde noch Kreisvorst&auml;nde oder gar Ortsvereine, die dezentral entscheiden k&ouml;nnten.<\/li>\n<\/ol><p>Aus dieser Situation der Gr&uuml;ndungsphase den Vorwurf der zentralistischen Kaderpartei zu destillieren kommt wenigstens einen kompletten Wahlzyklus, also mindestens 5 Jahre verfr&uuml;ht und ist allein deshalb unbegr&uuml;ndet. Wom&ouml;glich ist schlicht der Wunsch der Kritiker Vater solcher Gedanken.<\/p><p>Mir kommt es vor, als werfe man der Raupe vor, nichts Besonderes zu sein und nur rum zu krabbeln. Keine Sorge, sie wird &ndash; so die Entwicklung z&uuml;gig weiter geht- als Schmetterling fliegen k&ouml;nnen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;ssen<br>\nUdo Fr&ouml;hlich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Tilo Gr&auml;ser hat mit seiner Kritik eine wichtige Debatte angesto&szlig;en.<\/p><p>Gut, dass die Nachdenkseiten diese aufgreifen und hoffentlich weiter vertieft fortf&uuml;hren werden.<br>\nWilly Brandts &ldquo;mehr Demokratie wagen&rdquo; steht noch aus und ist aktueller denn je!<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nUte Plass&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke Herr M&uuml;ller f&uuml;r Ihren Einwurf, den ich voll und ganz unterschreiben kann.<\/p><p>Wie sagt man: Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Umst&auml;nde erfordern au&szlig;ergew&ouml;hnliche Ma&szlig;nahmen.<br>\nDem braucht man nichts mehr hinzuzuf&uuml;gen.<\/p><p>Ich begr&uuml;&szlig;e und unterst&uuml;tze das Vorhaben von Sarah Wagenknecht und w&uuml;nsche ihr und allen Mitstreitern viel Kraft und Erfolg. Diese Partei Partei bleibt f&uuml;r mich die einzig echte Alternative f&uuml;r Deutschland.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMartina R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\nsehr geehrte Redaktion der Nachdenkseiten!<\/p><p>Wenn Stand 2022 &uuml;ber 33000 registrierte Lobbyisten alleine in Berlin mit Sicherheit nicht aus Altruismus ihrer T&auml;tigkeit nachgehen,also ca. 45 Lobbyisten pro Mandatstr&auml;ger\/in,wenn externe Kr&auml;fte aus der Wirtschaft in Ministerien an Gesetzestexten mitwirken oder gleich komplett einbringen, ist es wohl offensichtlich,wessen Wille umgesetzt wird,auf EU-Basis noch drastischer.<\/p><p>Wir leben im Wesentlichen in Scheindemokratien,gesteuert von einer neo-liberal verseuchten Finanzelite und ihrer unermesslichen Gier. Wer hier aus der Politiklandschaft noch von Demokratieerhalt schwadroniert,will nur noch davon ablenken,dass denen Volkes Wille oder Meinung an der Ges&auml;ssspalte vorbei geht. Die Realit&auml;t spricht f&uuml;r sich,wird aber leider von zu wenig Mitmenschen wahrgenommen, sonst w&auml;ren die Strassen voll von Demonstranten,die sich nicht f&uuml;r Regierungspropaganda instrumentalisieren lassen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nPeter Dukot<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, sehr geehrte Redaktion,<\/p><p>Ihrem letzten Satz des genannten Artikels m&ouml;chte ich widersprechen.<\/p><p>Sie schrieben: &ldquo;Denn vordergr&uuml;ndig leuchtet seine Argumentation ein.&rdquo;<\/p><p>Mir zumindest leuchtet da gar nix ein.<\/p><p>Jeder Gewerbebetrieb, jeder Verein und auch jede politische Partei stellt f&uuml;r sich selbst eine Satzung oder eine Gesch&auml;ftsordnung auf.<br>\nDarin darf auch festgelegt werden, welche Voraussetzungen ein Mitarbeiter, Mitglied erf&uuml;llen mu&szlig;, um aufgenommen zu werden.<br>\nProminentes Beispiel hierf&uuml;r ist u.a. die Bundespressekonferenz.<\/p><p>Wenn nun die sog. etablierten Parteien, zu denen ich &uuml;brigens die AfD mittlerweile dazurechne, kaum sichtbare Aufnahmeh&uuml;rden kommunizieren, dann k&ouml;nnte dies eher daran liegen, dass jedes Mitglied ja auch Beitragszahler ist.<br>\nZudem diverse Parteifinanzierungshilfen auch von der Mitgliederanzahl abh&auml;ngen.<br>\nSomit generiert eine Partei mit vielen Mitgliedern auch mehr Geld.<br>\nSoweit, so schn&ouml;de.<\/p><p>Und zum Thema &ldquo;undemokratisches Verhalten&rdquo; sei noch anzumerken, dass  die mir bekannten Auswahlverfahren innerhalb der genannten Parteien es dann eben nicht jedem Mitglied gestatten, innerhalb der jeweiligen Partei ein Amt oder gar einen Listenplatz bei einer Wahl zu erreichen.<\/p><p>Da wird hinter verschlossenen T&uuml;ren gekl&uuml;ngelt und &ldquo;genetzwerkt&rdquo; dass die Schwarte kracht. Und das alles selbstverst&auml;ndlich vollkommen undemokratisch und gerne mit Segen und Abh&auml;ngigkeit sog. &ldquo;einflussreicher Mitglieder&rdquo; oder auch &ldquo;der Partei nahestehenden Firmen oder Organisationen&rdquo;.<br>\nAnschliessende &ldquo;Wahlen&rdquo; bei Parteiversammlungen wirken dem entsprechend oft albern und dienen eher der Show, denn einem ordentlichen Verfahren.<br>\nHerr Gr&auml;ser sollte derartige Vorg&auml;nge innerhalb anderer Parteien auch kennen, aber es passt wohl nicht in sein propagandistisches (nicht journalistisches!) Konzept.<\/p><p>Ich denke, dass Frau Wagenknecht und Ihr Gr&uuml;ndungsteam dies alles zur gen&uuml;ge selbst erfahren haben. Sie tuen gut daran, nicht von Anfang an die gleichen Fehler zu begehen, welche andere begingen.<br>\n&mdash;<br>\nmit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nGeorg Meier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Mueller,<\/p><p>Sie sagen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das ist dann so gesehen ein demokratischer Akt. Und der eingangs zitierte Tilo Gr&auml;ser liegt ausgesprochen falsch, wenn er diesen Steuerungsversuch als undemokratisch brandmarkt. Er liegt allerdings damit richtig, wenn er auf Beifall aus ist. Denn vordergr&uuml;ndig leuchtet seine Argumentation ein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dies ist beileibe kein vordergruendiges Problem! Die Frage steht vielmehr grunds&auml;tzlich, ob jemand an dem Willensprozess einer Partei teilnehmen darf oder von vornherein ausgeschlossen wird.<br>\nHerr Mueller fuehrt die SPD und die GRUENEN an, die schon betroffen waren von sog. Unterwanderungen.<br>\nFuer die Gruenen kann man konstatieren, dass es von Anfang an rechte Bestrebungen gab die Programmatik in die rechte Richtung zu ziehen (Springmann, Gruhl, Haussleitner u.a.). Dafuer bedurfte es nicht eingeschleuster Agenten. Es wurde um vieles gestritten, wie z.B. Nato-Mitgliedschaft oder Geschlechtergleichstellung und versch. mehr.<br>\nOffensichtlich waren die Argumente des rechten Lagers aber zu dem Zeitpunkt hinsichtlich der Nato-Mitgliedschaft noch nicht durchsetzbar. Es bedurfte wohl einer mehrj&auml;hrigen ideologischen Dauerkanonade, um die Gruenenmitglieder gefuegig zu machen.<br>\nWenn aber Frau Wagenknecht sich nicht in der Lage sieht, argumentativ ihre Position zu behaupten, dann ist ihr Weltbild wohl auf duennem Eis gebaut?! <\/p><p>Hier halte ich mit Herrn Gr&auml;ser: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Wunsch nach einer inhaltlich klaren Linie ist ja verst&auml;ndlich. Aber das sollte eben inhaltlich durchgesetzt werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Man kann sich doch nicht im Vorwege absichern gegen alle etwaig auftretenden Problemfelder!&nbsp;<br>\nWas soll geschehen mit der Wagenknecht Partei, wenn sich wider aller Erwartungen Widerspruch entwickelt in wichtigen Fragen? Werden dann die Abweichler ausgeschlossen?<\/p><p>Hochachtungsvoll<br>\nHorst Grun<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, sehr geehrte Redaktion der Nachdenkseiten,<\/p><p>die Aufregung irritiert mich.<\/p><p>Nat&uuml;rlich hat Thilo Gr&auml;ser recht, dass ein elit&auml;res Projekt wie BSW undemokratisch ist und es kann nicht verwundern, wenn er sich an andere elit&auml;re Projekte erinnert f&uuml;hlt.<\/p><p>Zudem: Als wenn es nur darum ginge eine Unterwanderung zu verhindern! Nat&uuml;rlich will die eine Diva, m&ouml;glichst wenig andere neben sich haben. In der Kerngruppe im Bundestag ist doch nicht zuf&auml;llig niemand dabei, der ihr die Show stehlen kann.<\/p><p>Es w&uuml;rden ja nicht bew&auml;hrte K&ouml;pfe hingehalten, wenn es nur darum ginge sch&auml;dliche Kr&auml;fte abzuwehren und zugleich sind typische Apparatschikcharaktere dabei! Wer Patrik Baab als Journalist nicht dabei haben will, der m&ouml;chte doch die Hofberichterstattung nicht gest&ouml;rt wissen.<\/p><p>Das alles ist menschlich und nur die Zeit wird zeigen, ob ausgerechnet in dieser Konstellation die Versprechungen gehalten werden.<\/p><p>Die Personalauswahl ist sehr gut geplant und bem&uuml;ht in beiden Welten zu bestehen, aber es ist eine Auswahl und kein demokratischer Prozess.<\/p><p>Au&szlig;erdem geht es im ersten Schritt um die Wahl zum europ&auml;ischen &ldquo;Parlament&rdquo;, das diesmal noch ohne Sperrklausel gew&auml;hlt wird, weil es ohnehin nichts zu melden hat. Da bisher unpolitische Aush&auml;ngeschilder aufzustellen kann ein erstes Scheitern verhindern. Interessant wird es bei den Kandidaten zu den ostdeutschen Landtagswahlen, wenn es also wirklich um Macht geht.<\/p><p>Aber all das k&ouml;nnen die Menschen selbst bewerten, das muss ihnen nicht lange erkl&auml;rt werden.<\/p><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAxel Klein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>fanden sie es wirklich n&ouml;tig, dem Herrn Gr&auml;ser diese B&uuml;hne zu bereiten? Haben sie nie Ihren Orwell gelesen? Nein nicht &bdquo;1984&ldquo;, die andere Pflichtlekt&uuml;re von ihm. Ich spreche von &bdquo;Mein Katalonien&ldquo;, jenem B&uuml;chlein in dem Orwell u.a. &uuml;ber feindseligste Machenschaften in angeblich linken &nbsp;Kreisen vor Francos finaler Macht&uuml;bernahme zu berichten hatte, frei nach dem Motto &bdquo;ohne R&uuml;cksicht auf Verluste&ldquo;. Genau solch eine &nbsp;&bdquo;Milch der frommen Denkungsart&ldquo; wie jetzt die von T. Gr&auml;ser d&uuml;rfte es seinerzeit erm&ouml;glicht haben, dass bald ein &bdquo;anderes kleines &Uuml;bel&ldquo; fast die ganze Welt und Abermillionen an Menschen vor achtzig Jahren ins Elend und den Tod st&uuml;rzen konnte. Wer zuvor damals &nbsp;genau mit wem einfach nicht konnte oder k&ouml;nnen wollte &nbsp;(um wenigstens Schlimmstes zu verh&uuml;ten), dar&uuml;ber l&auml;sst sich &nbsp;heute trefflich streiten ist aber nur eines: m&uuml;&szlig;ig. Vermute mal, beide haben seinerzeit ihren geh&ouml;rigen Teil dazu beigetragen. <\/p><p>Die bis in die heutigen Tage festzustellenden &ndash; und auf Deibel komm raus nicht zu eliminierenden &ndash; Animosit&auml;ten zwischen den beiden &uuml;blichen Verd&auml;chtigen sind einfach nur noch deplatziert und sollten endlich einmal der Vergangenheit angeh&ouml;ren. Ob sie jemals zielf&uuml;hrend waren &ndash; zu dauerhaftem Frieden n&auml;mlich &ndash; diese banalen bis kindischen Streitereien &agrave; la Sandkasten, wage ich genauso zu bezweifeln. Ungern erinnere ich mich auch in diesem Zusammenhang an den kurzen Auf- wie auch an den noch k&uuml;rzeren Abstieg von Sahra W.&rsquo;s Ouvert&uuml;renprojekt #Aufstehen. Wie Heuschreckenschw&auml;rme waren sie pl&ouml;tzlich alle da um den &ndash; fast pr&auml;natalen &ndash; Tod vorauszusagen. Und auch da auf vorderster Barrikade bekanntere Nasen linker Fronten. Dass die sich nicht sch&auml;m(t)en. Und auch dieses Mal so manches &ndash; unfreiwillige? &ndash; Outing dar&uuml;ber, wes Geistes Kind man ist und von welcher Propaganda-Basis man bestens konditioniert &ldquo;mutma&szlig;t und verlautbart&rdquo;.<\/p><p>Vertrauen Sie doch einfach mal Sahra und ihrem Oskar, lassen Sie sie einfach mal machen. Sie wird f&uuml;r ihr Tun&amp;Lassen schon ihre &bdquo;Gr&uuml;nde&ldquo; haben. Hinweise gibt es ja genug, dass Frau Wagenknecht dabei sehr gewitzt vorzugehen vermag und sie den ihr weniger wohlgesonnenen gen&uuml;gend Besch&auml;ftigungstherapie verordnen kann. Jetzt hei&szlig;t es erst einmal, mit Schwung die erste Brandung zu &uuml;berstehen.&nbsp;<\/p><p>Immer dran denken: So viele Friedliebende im Besitz nat&uuml;rlicher Intelligenz gibt es derzeit nicht hierzulande. Auf KI setzen? Besser wohl nicht, die &bdquo;Doku&ldquo; dazu auf Arte war alles andere als ermutigend. Sage nur &bdquo;Boris der Hoffnungstr&auml;ger&ldquo;!<\/p><p>Mit freundlicher Empfehlung<br>\nMichael Kohle<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>freundliche Gr&uuml;&szlig;e aus Hamburg sende ich Ihnen. Im oben genannten Beitrag setzen Sie sich mit der Kritik des Herrn Tilo Gr&auml;ser auseinander, die Sortierung und Begrenzung der ersten BSW-Mitglieder sei &bdquo;auf jeden Fall nicht demokratisch&ldquo;. Sie halten die Kritik des Herrn Gr&auml;ser f&uuml;r nur auf den ersten Blick einleuchtend und legen Ihrer Argumentation Art. 21 Abs. 1 S. 1 GG zugrunde.<\/p><p>Mit Art. 21 Abs. 1 S. 1 GG packen Sie allerdings die ber&uuml;hmte Kanone aus und schie&szlig;en mit ihr auf einen Spatz. Nach &sect; 10 Abs. 1 S. 1 PartG entscheiden die zust&auml;ndigen Organe der Partei [&hellip;] nach n&auml;herer Bestimmung der Satzung frei &uuml;ber die Aufnahme von Mitgliedern. Die Ablehnung eines Aufnahmeantrages braucht nach &sect; 10 Abs. 1 S. 2 PartG nicht begr&uuml;ndet zu werden. Schon der Wortlaut des &sect; 10 Abs. 1 S. 1 PartG spricht damit gegen ein grunds&auml;tzliches Aufnahmerecht eines Antragstellers.<\/p><p>Vereinzelt wird dem entgegengehalten, der Sinn und Zweck des Art. 21 Abs. 1 S. 1 GG, der &ldquo;Parteien nicht um ihrer selbst willen sch&uuml;tzt, sondern als Funktionstr&auml;ger der politischen Willensbildung des Volkes, spr&auml;che f&uuml;r einen Aufnahmeanspruch des Antragstellers. Entschieden die Parteien v&ouml;llig autonom &uuml;ber die Aufnahme von neuen Mitgliedern, bestimmten sie letztlich &uuml;ber die praktische Reichweite derjenigen Rechte der B&uuml;rger, zu deren Verwirklichung die Verfassung die Parteien gerade vorsieht.&ldquo; F&uuml;r eine solche Sicht spricht, dass Parteien nach &sect; 1 Abs. 2 PartG u.a. die aktive Teilnahme der B&uuml;rger am politischen Leben f&ouml;rdern und zur &Uuml;bernahme &ouml;ffentlicher Verantwortung bef&auml;higte B&uuml;rger heranbilden. &bdquo;&sect; 10 Abs. 1 PartG w&auml;re danach verfassungswidrig, da eine verfassungskonforme konkretisierende Auslegung aufgrund des v&ouml;llig eindeutigen Wortlauts ausscheidet.&ldquo;<\/p><p>&ndash; Eine einfachgesetzliche Norm darf nicht gegen h&ouml;herrangiges Recht versto&szlig;en, vgl. &sect; 13 Nr. 8a und Nr. 11 BVerfGG. Dabei f&uuml;hrt nicht jeder Versto&szlig; zur Nichtigkeit des Gesetzes, vgl. &sect; 95 Abs. 3 S. 1 BVerfGG; eine verfassungskonforme Auslegung ist m&ouml;glich. &ndash;<\/p><p>&bdquo;In dieser Perspektive setzen sich die Individualrechte auf politische Teilhabe in Parteien gegen parteiorganisationsrechtliche Aspekte durch. Parteien k&ouml;nnten nur dann wirksam die Aufnahme versagen, wenn die Tendenzreinheit der Partei dadurch gef&auml;hrdet w&uuml;rde. Ein solches Rangverh&auml;ltnis zwischen Individualrechten und Parteiorganisationsrechten w&auml;re tats&auml;chlich nur dann geboten, wenn politische Willensbildung ausschlie&szlig;lich in Parteien m&ouml;glich und die Gr&uuml;ndung neuer Parteien beschr&auml;nkt oder gar ausgeschlossen w&auml;re. Beides ist indes nicht der Fall: Art. 21 Abs. 1 S. 2 GG verb&uuml;rgt die Gr&uuml;ndungsfreiheit von Parteien, schlie&szlig;lich kann auch au&szlig;erhalb von politischen Parteien Einfluss auf die politische Willensbildung genommen werden, allerdings deutlich weniger&nbsp;intensiv. Ein Verschaffungsanspruch auf politische Teilhabe in einer politischen Partei besteht daher f&uuml;r den Einzelnen nicht, weder verfassungsrechtlich gegen den Staat (in Gestalt einer Pflicht zur Vermeidung grundrechtlicher Schutzpflichtverletzung) noch gegen die Parteien selbst in Gestalt eines zivilrechtlichen Aufnahmeanspruchs. Bereits kraft Gesetzes ausgeschlossen sind indes allgemeine Aufnahmesperren, &sect; 10 Abs. 1 S. 3 PartG.<\/p><p>Herr Gr&auml;ser ist also nicht allein mit seiner Kritik. Er kann sie auf &sect; 1 Abs. 2 PartG st&uuml;tzen, der den Parteien die Aufgabe zuweist, die aktive Teilnahme des B&uuml;rgers am politischen Leben zu f&ouml;rdern.<br>\n&nbsp;<br>\nZitate ab dem dritten Absatz stammen aus: Kr&uuml;per, Julian\/K&uuml;hr, Hana; Der Lebenszyklus politischer Parteien &ndash; Eine &bdquo;evolution&auml;re&ldquo; Einf&uuml;hrung in das Parteienrecht &ndash; Teil 5\/6; Zeitschrift f&uuml;r das Juristische Studium; 5\/2014; S. 477 (479)<\/p><p>von unserem Leser L.L.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albrecht M&uuml;ller diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110404\">hier<\/a> anl&auml;sslich des Artikels <a href=\"https:\/\/transition-news.org\/auch-nicht-anders-das-bundnis-sahra-wagenknecht\">&bdquo;Auch nicht anders: Das &lt;&lt;B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht&gt;&gt;&ldquo;<\/a> von Tilo Gr&auml;ser &uuml;ber die Steuerung des Zuzugs von Mitgliedern beim BSW. Das mache Sinn. Hingewiesen wird auf Prozesse des Umdrehens von SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei durch interessierte Kreise. Es sei daher zu verstehen, dass &bdquo;die Initiatoren dieser neuen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110677\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-110677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=110677"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110677\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":110692,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110677\/revisions\/110692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=110677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=110677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=110677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}