{"id":110712,"date":"2024-02-07T12:08:34","date_gmt":"2024-02-07T11:08:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110712"},"modified":"2024-02-08T07:49:21","modified_gmt":"2024-02-08T06:49:21","slug":"ich-denke-das-waere-eine-gute-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110712","title":{"rendered":"\u201eIch denke, das w\u00e4re eine gute Idee\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der 82 Jahre alte Journalist <strong>Werner Heine<\/strong> blickt in seinem Buch &bdquo;Wie es ist, darf es nicht bleiben&ldquo;, vermittelt &uuml;ber seine eigene Biografie, auf die politische Geschichte Deutschlands zur&uuml;ck. Sein zentrales Thema dabei ist der &bdquo;Doublethink&ldquo;, ein Begriff, den der britische Schriftsteller George Orwell in seinem ber&uuml;hmten Roman &bdquo;1984&ldquo; benutzte. Dieses &bdquo;doppelte Denken&ldquo; findet man aus seiner Sicht auch im &bdquo;freien Westen&ldquo;. Unser Autor <strong>Udo Brandes<\/strong> sprach mit Werner Heine &uuml;ber sein Buch.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3337\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-110712-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240207_Ich_denke_das_waere_eine_gute_Idee_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240207_Ich_denke_das_waere_eine_gute_Idee_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240207_Ich_denke_das_waere_eine_gute_Idee_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240207_Ich_denke_das_waere_eine_gute_Idee_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=110712-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240207_Ich_denke_das_waere_eine_gute_Idee_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240207_Ich_denke_das_waere_eine_gute_Idee_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Udo Brandes: Herr Heine, wie ist die Idee zu Ihrem Buch entstanden? Und was erwartet den Leser darin?<\/strong><\/p><p><strong>Werner Heine:<\/strong> Anlass war der Vortrag eines Friedensforschers, der nach dem Wahlsieg von Trump die Frage stellte, ob nun der Westen auseinanderbrechen werde. Die Nachkriegsgeschichte des Westens und das Wirken der westlichen Werte darin erz&auml;hlte er auf eine Weise, als h&auml;tten er und ich in verschiedenen L&auml;ndern gelebt. Nach diesem Vortrag, den ich mit Hadley, meiner &auml;ltesten, damals 20-j&auml;hrigen Enkelin geh&ouml;rt hatte, habe ich gesagt, dass ich ihr mal aufschreiben wolle, was mich in meinem Leben zu einem Linken gemacht hat und warum ich glaube, dass etwas anderes auch gar nicht geht.<\/p><p><strong>Der Untertitel Ihres Buches lautet &bdquo;&Uuml;ber den Wert der westlichen Werte&ldquo;. Auch wer Ihr Buch noch nicht gelesen hat, kann ahnen, dass Sie den Wert der westlichen Werte in Frage stellen. Was stimmt Ihrer Meinung nach nicht an den westlichen Werten?<\/strong><\/p><p>Von Mahatma Gandhi, dem Streiter f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit Indiens, wird berichtet, dass er auf die Reporterfrage, was er von den westlichen Werten halte, geantwortet habe: &bdquo;Ich denke, das w&auml;re eine gute Idee.&ldquo; So ist es. Schon die Werte der franz&ouml;sischen Revolution &ndash; Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit &ndash; waren prima. Ihre Aufnahme in die UN-Charta 1945 sollte sie weltweit zur Basis allen staatlichen Handelns machen. Aber wenn wir ehrlich sind, ist es bis heute bei der Forderung geblieben. Im Munde gef&uuml;hrt werden sie allerdings st&auml;ndig &ndash; leider meist zur Abgrenzung von Staaten, denen wir damit einen Mangel an diesen Werten vorwerfen.<\/p><p><strong>Sie schreiben in Ihrem Buch an einer Stelle: &bdquo;In einem waren sich die Regierenden im Sozialismus wie im Kapitalismus immer einig: Eine Abwahl des Systems kommt nicht in Betracht, an der Systemfrage endet alle Demokratie. Basta.&ldquo; Ich schlie&szlig;e daraus zweierlei: erstens, dass Sie die Bundesrepublik Deutschland weniger als Demokratie sehen, sondern als Kapitalismus, und zweitens, dass Sie von der demokratischen Qualit&auml;t unseres Systems nicht &uuml;berzeugt sind. K&ouml;nnten Sie das bitte einmal n&auml;her erl&auml;utern?<\/strong><\/p><p>Der Volkswille steht nur im Grundgesetz an erster Stelle. In allen kapitalistischen Staaten gilt aber: Das Kapital hat Vorrang vor den Interessen der arbeitenden Menschen. Diesen Vorrang des Kapitals zementierte in der BRD auf typische Weise das Mitbestimmungsgesetz von 1976, das dem von der Kapitalseite gestellten Vorsitzenden im sonst parit&auml;tisch besetzten Aufsichtsrat von Gro&szlig;unternehmen die ausschlaggebende Stimme zuwies.<\/p><p>Selbst dagegen klagten damals noch die Arbeitgeber, aber das Bundesverfassungsgericht belehrte sie, die Mitbestimmung sei doch &bdquo;namentlich geeignet &hellip;, die Marktwirtschaft politisch zu sichern&ldquo;. Es gab also selbst die kastrierte Mitbestimmung nur aus purer Opportunit&auml;t. Die demokratische Achtung eines Mehrheitswillens s&auml;he anders aus.<\/p><p>&Uuml;berdeutlich wird die Missachtung von Mehrheitsentscheidungen, wenn es um die Systemfrage geht. Der freie Westen ist unter F&uuml;hrung der USA immer wieder gegen jene Wahlergebnisse vorgegangen, die den Vorrang des Kapitals gef&auml;hrdeten, so zum Beispiel in Kuba oder Chile. Nach der Wahl des sozialistischen Staatschefs Allende 1970 sagte Henry Kissinger, Sicherheitsbeauftragter des US-Pr&auml;sidenten, er s&auml;he &bdquo;keinen Grund, warum wir dabei zusehen sollten, wie ein Land auf Grund der Verantwortungslosigkeit des eigenen Volkes kommunistisch wird&ldquo;.<\/p><p>Ein j&uuml;ngeres Beispiel f&uuml;r die Missachtung von Volksentscheiden lieferte der damalige deutsche Finanzminister Sch&auml;uble, als er dem griechischen Kollegen Varoufakis nach dessen Wahlsieg die Bitte um Neuverhandlung der Tilgung griechischer Staatsschulden abschlug mit dem Satz: &bdquo;Wir k&ouml;nnen unm&ouml;glich erlauben, dass eine Wahl etwas ver&auml;ndert.&ldquo;<\/p><p>Dieser &bdquo;Doublethink&ldquo;, wie George Orwell das genannt hat, mit dem Machtverh&auml;ltnisse und Vorurteile zementiert werden, ist ein Hauptthema meines Buches.<\/p><p><strong>Sie beziehen sich in Ihrem Buch immer wieder auf Marx und Engels. Was k&ouml;nnen uns Ihrer Meinung nach deren Schriften heute noch sagen? Was kann man daraus f&uuml;r die aktuelle Gesellschaft und Politik lernen?<\/strong><\/p><p>Marx hat gut begr&uuml;ndet aufgezeigt, warum der Kapitalismus zwangsl&auml;ufig eine gesellschaftlich zerst&ouml;rerische Wirkung hat. Heute m&uuml;sste man nat&uuml;rlich auch noch die &ouml;kologisch verheerenden Wirkungen ins Bild einbeziehen. Und er hat mit seinem Freund Engels dazu aufgerufen, dagegen zu revoltieren. Diese Revolte ist an ihr Ende gelangt, die Arbeiter des &bdquo;real existierenden Sozialismus&ldquo; haben den Kapitalismus vorgezogen. Die Verlockungen waren unwiderstehlich, die sozialistischen Errungenschaften waren es nicht. Aber das hat den Kapitalismus kein bisschen besser gemacht. Er produziert unverdrossen Reichtum bei wenigen (den obersten zehn Prozent), vor allem aber ein Proletariat, das jetzt Prekariat hei&szlig;t. In allen kapitalistischen L&auml;ndern, und es gibt ja nur noch sie, leiden die Mittelschichten unter einem Schwinden von Einkommen und Verm&ouml;gen, die Unterschichten unter Verarmung. Der typische Ausdruck dieser Entwicklung ist die Zunahme von Spaltungsbestrebungen wie beim Brexit und der Schwenk zu rechtsradikalen, autorit&auml;ren Parteien und Regierungen. Um das umzukehren, w&auml;re ein sozialistisches Wirtschaften hilfreich, aber eine Bewegung daf&uuml;r ist nicht in Sicht.<\/p><p><strong>Sie erz&auml;hlen in Ihrem Buch auch immer wieder aus Ihrem journalistischen Berufsleben. Wenn Sie zur&uuml;ckschauen: Was sind auf der qualitativen Ebene die wesentlichen Ver&auml;nderungen in der Medienlandschaft?<\/strong><\/p><p>Beim Gedanken an den Zustand des Journalismus geht es mir wie diesen peinlichen Alten, die immer wissen, dass fr&uuml;her alles besser war. <em>Spiegel<\/em> und <em>Stern<\/em> waren in den Sechziger- und Siebzigerjahren quasi Oppositionsbl&auml;tter. Sie standen fest zur noch jungen Republik und zur Marktwirtschaft, aber das &uuml;berlebende Personal aus NS-Zeiten in Politik und Wirtschaft bot gen&uuml;gend Anlass zur Kritik. Der <em>Spiegel<\/em>, selbst noch mit Nazi-Redakteuren ausgestattet, lebte von Enth&uuml;llungen &uuml;ber Nazis im BRD-Betrieb. Und auch beim <em>Stern<\/em>, dessen Chef Henri Nannen in seiner Jugend ein gl&uuml;hender Hitler-Verehrer gewesen war, wurde das braune Erbe bek&auml;mpft, das sich immer noch im Regierungsapparat r&auml;kelte.<\/p><p>Das politische Leitbild bei beiden Bl&auml;ttern war eine Moderne, die irgendwie sozial und liberal sein sollte, die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt war die Regierung nach Wunsch. Sie schien den gesellschaftlichen Fortschritt zu sichern wie das hohe Anzeigenaufkommen. Denn die inserierende Wirtschaft, die Brandt und seinen liberalen Sozis skeptisch gegen&uuml;berstand, sch&auml;tzte zugleich die Reichweiten f&uuml;r ihre bunten Anzeigen, die in hohen verkauften Auflagen verbreitet wurden. Der <em>Spiegel<\/em> kam auf deutlich &uuml;ber eine Million pro Woche, der <em>Stern<\/em> auf mehr als zwei &ndash; Zahlen, die den heutigen Kollegen m&auml;rchenhaft vorkommen m&uuml;ssen. Jedenfalls war gen&uuml;gend Geld da f&uuml;r kostspielige Recherchen und gute Honorare, und &uuml;ber die ordentlich bemessenen Geh&auml;lter l&auml;sterten die Neider, das seien eigentlich Bestechungsgelder.<\/p><p><strong>Damals gab es noch die DDR.<\/strong><\/p><p>Richtig, und das machte sich auch im Journalismus bemerkbar. Allein die Existenz der DDR machte den Journalismus kritischer. Es gab &bdquo;dr&uuml;ben&ldquo; eine Alternative, die man als westdeutscher Journalist zwar pflichtgem&auml;&szlig; verachtete, deren soziale Grundausstattung aber besser war als jene diesseits der Mauer. Das ver&auml;rgerte &bdquo;Geh doch r&uuml;ber&ldquo; an den M&auml;kelnden im Westen hatte auch immer einen schuldbewussten Unterton: &bdquo;wenn&lsquo;s dir hier nicht passt&ldquo;. Also wurde Kritik ge&uuml;bt, und der Anlass war oft die L&uuml;cke zwischen Verfassungsanspruch und Verfassungswirklichkeit. Aber dann kamen die Wende und der Beitritt, und Schluss war es mit dem heimlichen Wettbewerb um den besseren Staat. F&uuml;r mich wurde das deutlich beim Raubzug der Treuhand in den &bdquo;Neuen L&auml;ndern&ldquo;. Das war, f&uuml;r jeden sichtbar, eine regellose und schamlose Aneignung von DDR-Verm&ouml;gen, aber Kritik daran wurde in der Presse nicht laut. Auch der <em>Spiegel<\/em> blieb stumm.<\/p><p>Dann gab es das World Wide Web und die Konkurrenz durch Internet und Social Media. Das lie&szlig; die Auflagen der Printmedien einbrechen, denn die Mediennutzungszeit pro Kopf und Tag l&auml;sst sich nicht vervielfachen. Konzentration ist angesagt, die Redakteure sitzen jetzt aus Kostengr&uuml;nden in Pools und sind f&uuml;r mehrere Organe zust&auml;ndig, oder sie schreiben als Freie bunte Katalogtexte gegen prek&auml;re Honorare. Und die Verlagslandschaft wird auch immer schmaler. Henri Nannen dreht sich vermutlich im Grabe um, seit sein <em>Stern<\/em> nur noch eine kleine Nummer unter vielen im Hause <em>RTL<\/em> ist. &bdquo;Na, was macht der Sozialismus?&ldquo;, fragte er gern, wenn wir uns mittags in der Kantine trafen. &bdquo;Jedenfalls macht er mehr Hoffnung als Ihr Kapitalismus&ldquo;, hab ich dann gesagt. Heute sind wir leider beide die Gelackmeierten.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch besch&auml;ftigen Sie sich auch mit der Regierung unter Willy Brandt. Wie sehen Sie dessen Regierungszeit?<\/strong><\/p><p>Am Tag, als Willy gew&auml;hlt wurde, war ich in Bonn, als Berichterstatter f&uuml;r <em>Konkret<\/em>. Ich war hochzufrieden, denn ich hatte als frisches SPD-Mitglied an Wohnungst&uuml;ren in der Nachbarschaft in Hamburg-Winterhude Wahlkampf f&uuml;r Willy gemacht. Es galt schlie&szlig;lich, die Ostpolitik zu verteidigen, die Brandt gegen den erbitterten Widerstand aller Rechten im Lande begonnen und mit dem Warschauer Vertrag und der Anerkennung der Oder-Nei&szlig;e-Linie zu einem wichtigen Punktsieg gef&uuml;hrt hatte. Das sollte nun erhalten und ausgebaut werden, und so kam es auch. Dass aber Brandts Regierung nun einen Sozialismus etablieren w&uuml;rde, wie seine Gegner das im Wahlkampf prognostiziert hatten, daran hatte kein vernunftbegabter Mensch je glauben k&ouml;nnen. Im R&uuml;ckblick sage ich: Die Wende in der Au&szlig;enpolitik war friedenserhaltend und damit eine gro&szlig;e Leistung. Und dass Brandt innenpolitisch weiter an der Stabilisierung der kapitalistischen Ordnung arbeiten w&uuml;rde, hatte ich erwartet.<\/p><p><strong>Wie m&uuml;sste sich Ihrer Meinung nach die Politik in Deutschland &auml;ndern? Und welche Chancen sehen Sie daf&uuml;r?<\/strong><\/p><p>Der Krieg in der Ukraine hat alles ver&auml;ndert. Mit Putins &Uuml;berfall und der Bombardierung Schutzloser ist eine furchtbare, &uuml;berwunden geglaubte Zeit wiederauferstanden: Konflikte werden auch in Europa wieder mit Waffen, mit Mord und Totschlag ausgetragen &ndash; so, wie ich das einst als Dreij&auml;hriger erlebt hatte und nie wieder erleben wollte. Furchtbar ist aber auch, mit welcher Geschwindigkeit sich unsere Friedensfreunde von den Gr&uuml;nen und in Teilen auch von der SPD zu rachel&uuml;sternen Bellizisten verwandelten. Inzwischen ist aus deren Sicht ja selbst der z&ouml;gerliche Kanzler Scholz ein Gegner, weil er ihnen und der Ukraine bislang die todbringenden Marschflugk&ouml;rper verweigert. Die herrschende Politik, die jetzt Frieden mit immer mehr Waffen schaffen will, muss beendet werden &ndash; erstens, weil sie immer falsch war, und zweitens, weil sie uns in die Katastrophe f&uuml;hrt. Haben denn zwei Weltkriege nicht gen&uuml;gt?<\/p><p><strong>Worin sehen Sie die Ursachen des Krieges in der Ukraine?<\/strong><\/p><p>Es gehe doch um die Freiheit, sagen uns die Liebhaber schwerer Waffen. Wenn wir jetzt nicht helfen, Russland zu besiegen, w&uuml;rde bald ganz Europa fallen. Das ist die Glaubensfrage in diesem Konflikt, der ich nicht zustimmen kann. Und dann gibt es den praktischen Grund: Die Ostukraine verf&uuml;gt &uuml;ber gr&ouml;&szlig;ere Mengen Lithium. Und das, so sagt es etwa unser Freiheitsk&auml;mpfer Kiesewetter von der CDU, brauchen wir f&uuml;r die Energiewende. Und &bdquo;wenn wir jetzt nicht st&auml;rker reingehen&ldquo;, sagt er, seien &bdquo;die Folgekosten viel gr&ouml;&szlig;er&ldquo;. Im Ernst? Mit Marschflugk&ouml;rpern und vielen toten jungen Russen gegen die drohende Batterieknappheit?<\/p><p><strong>An welchen Leserkreis ist Ihr Buch gerichtet?<\/strong><\/p><p>Ich habe das Buch wie einen langen Brief an meine Enkelin Hadley verfasst. Und ich glaube, dass das Thema meines Lebens &ndash; die Unzul&auml;nglichkeit des Kapitalismus, um es mal nett zu sagen &ndash; auch ihr Leben pr&auml;gen wird. &bdquo;Wir hatten eine antikapitalistische Sehnsucht&ldquo;, hat mir mal einer gesagt, der als junger Mann und Sozialist gegen die Nazis gek&auml;mpft hatte und vor ihnen nach England geflohen war &ndash; und der nach seiner R&uuml;ckkehr zu einem der V&auml;ter unseres Grundgesetzes wurde: Hellmuth von Rauschenplath, Jahrgang 1896. Sein Tarnname im Krieg war Fritz Eberhard. Den behielt er auch nach dem Krieg bei. Er arbeitete als Rundfunk-Intendant und Professor f&uuml;r Journalistik. Mit ihm hatte ich ein Interview gemacht, weil durch seine Initiative 1949 das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in den Katalog der Menschenrechte gekommen war. Diese Sehnsucht des Fritz Eberhard m&ouml;chte ich weitergeben, damit sie lebendig bleibt.<\/p><p><em><a href=\"https:\/\/www.eulenspiegel.com\/verlage\/das-neue-berlin\/titel\/wie-es-ist-darf-es-nicht-bleiben.html\">Werner Heine: Wie es ist, darf es nicht bleiben: &Uuml;ber den Wert der westlichen Werte<\/a>, Verlag Das neue Berlin 2023, 240 Seiten, 20 Euro.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 82 Jahre alte Journalist <strong>Werner Heine<\/strong> blickt in seinem Buch &bdquo;Wie es ist, darf es nicht bleiben&ldquo;, vermittelt &uuml;ber seine eigene Biografie, auf die politische Geschichte Deutschlands zur&uuml;ck. 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