{"id":110855,"date":"2024-02-09T13:40:50","date_gmt":"2024-02-09T12:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110855"},"modified":"2024-02-11T11:01:40","modified_gmt":"2024-02-11T10:01:40","slug":"war-es-sinnvoll-millionen-von-covid-19-faellen-mit-milden-symptomen-verhindern-zu-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110855","title":{"rendered":"\u201eWar es sinnvoll, Millionen von COVID-19-F\u00e4llen mit milden Symptomen verhindern zu wollen?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In mehreren Publikationen setzt sich der Facharzt f&uuml;r Hygiene und Umweltmedizin <strong>G&uuml;nter Kampf<\/strong> mit dem Umgang der Coronakrise in Deutschland auseinander. In seiner neuesten Ver&ouml;ffentlichung mit dem Titel &bdquo;CoroFluenza&ldquo; vergleicht er COVID-19 auf der Basis von Kennzahlen aus Studien und der &ouml;ffentlichen Berichterstattung mit anderen bekannten pandemischen viralen Atemwegserkrankungen. Im Interview mit <strong>Karsten Montag<\/strong> legt er dar, dass sich COVID-19 im Gro&szlig;en und Ganzen nicht von den bekannten Grippewellen unterscheidet, dass die verwendeten Kennzahlen zur Steuerung der Krise unangemessen waren und dass es aufgrund der Vermeidung einer sachlichen Aufarbeitung in einer &auml;hnlichen Situation wom&ouml;glich erneut zu den Ma&szlig;nahmen kommt, wie wir sie in den letzten drei Jahren erlebt haben.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_323\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-110855-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240109_War_es_sinnvoll_Millionen_von_COVID_19_Faellen_mit_milden_Symptomen_verhindern_zu_wollen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240109_War_es_sinnvoll_Millionen_von_COVID_19_Faellen_mit_milden_Symptomen_verhindern_zu_wollen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240109_War_es_sinnvoll_Millionen_von_COVID_19_Faellen_mit_milden_Symptomen_verhindern_zu_wollen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240109_War_es_sinnvoll_Millionen_von_COVID_19_Faellen_mit_milden_Symptomen_verhindern_zu_wollen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=110855-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240109_War_es_sinnvoll_Millionen_von_COVID_19_Faellen_mit_milden_Symptomen_verhindern_zu_wollen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240109_War_es_sinnvoll_Millionen_von_COVID_19_Faellen_mit_milden_Symptomen_verhindern_zu_wollen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Karsten Montag: Herr Professor Kampf, seit Beginn der Coronakrise haben Sie f&uuml;nf Fachb&uuml;cher unter anderem zur Effektivit&auml;t und Sinnhaftigkeit von staatlich angeordneten Ma&szlig;nahmen wie die 2G-Regel, die Maskenpflicht sowie die Impfpflicht ver&ouml;ffentlicht. In Ihrem neuesten Buch mit dem Titel <a href=\"https:\/\/buchshop.bod.de\/corofluenza-guenter-kampf-9783758311529\">&bdquo;CoroFluenza&ldquo;<\/a> vergleichen Sie anhand von epidemiologischen Kennzahlen die Auswirkungen von COVID-19 auf die &ouml;ffentliche Gesundheit mit denjenigen anderer Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Welche Kennzahlen haben Sie sich genauer angesehen und verglichen?<\/strong><\/p><p><strong>G&uuml;nter Kampf<\/strong>: Ich habe mir alle Fallzahlen von pandemischen viralen Atemwegsinfektionen angeschaut. Es ist also noch ein bisschen enger gefasst als Atemwegserkrankungen, weil es hier nur um virale Atemwegsinfektionen geht und nur um solche, die auch entweder schon eine Pandemie ausgel&ouml;st haben oder pandemisches Potenzial haben. Und zu diesen Viren z&auml;hlen die Coronaviren und die Influenzaviren. Der Hintergrund des Ganzen war, dass COVID politisch und medial immer wieder als besonders schwerwiegend dargestellt wurde und ich mir hier ein eigenes Bild machen wollte. Also habe ich mir die Fallzahlen auf Basis der g&uuml;ltigen Falldefinition angesehen. Au&szlig;erdem habe ich mir die &Uuml;bertragbarkeit angeschaut und die Fallzahlen nach Schweregrad geclustert. Das bedeutet, es gibt F&auml;lle, die keine Symptome haben, die sogenannten asymptomatischen F&auml;lle. Dann gibt es solche, die milde oder moderate Symptome haben. Das sind also alle die, die tats&auml;chlich symptomatisch sind, aber keine Krankenhausbehandlung ben&ouml;tigen. Dann kommt die Fallzahl schwerer Infektionen. Das sind all die, die hospitalisiert wurden. Darauf folgen die kritischen Verl&auml;ufe, die im Krankenhaus auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, und am Ende die Rate t&ouml;dlicher Infektionen.<\/p><p>Diese Zahlen kann man sich heraussuchen, einmal aus Studien und aus der &ouml;ffentlichen Berichterstattung. Zu den Coronaviren geh&ouml;ren auf jeden Fall COVID, das SARS-Coronavirus aus dem Jahr 2003 und das MERS-Coronavirus, das in Saudi-Arabien und im Mittleren Osten vor einiger Zeit Infektionen ausgel&ouml;st hat. Und dann gibt es nat&uuml;rlich noch die sonstigen Coronaviren, die im Grunde endemisch kursieren und immer wieder auch zu Infektionen f&uuml;hren. Bei den Influenzaviren habe ich mir die Schweinegrippe (H1N1) angeschaut, die auch damals als Pandemie deklariert wurde, dann die Spanische Grippe von 1918 und dazu noch die schwere Grippewelle aus dem Jahr 2017\/2018, die hier in Deutschland immer noch als eine besonders schwere Infektionswelle in den Wintermonaten gilt. Das habe ich mir angesehen und verglichen.<\/p><p><strong>Und zu welchen Ergebnissen sind sie bei dem Vergleich gelangt?<\/strong><\/p><p>Hinsichtlich der Ausbreitung kann man feststellen, dass COVID tats&auml;chlich eine sehr hohe Fallzahl hatte. Wir hatten allein im Jahr 2022 circa 30 Millionen F&auml;lle in Deutschland. Auch wenn Personen sicherlich mehrfach getestet wurden, dann kommt man immerhin auf 36 Prozent der Bev&ouml;lkerung. Und das ist schon eine sehr hohe Zahl f&uuml;r 2022. Beim SARS-Coronavirus im Jahr 2003 gab es hingegen in Deutschland keinen einzigen best&auml;tigten Fall. Von daher ist das schon bemerkenswert. Wenn man sich die Grippeviren anschaut, dann haben wir einmal die Schweinegrippe (H1N1) in 2008\/2009. Damals gab es in Deutschland in dieser Saison insgesamt circa 223.000 F&auml;lle. Das entspricht 0,3 Prozent der Bev&ouml;lkerung, ist also deutlich weniger als das, was wir bei COVID im Jahr 2022 gesehen haben. Und die schwere Grippewelle in 2017\/2018 hatte etwa 334.000 F&auml;lle, das entspricht 0,4 Prozent der Bev&ouml;lkerung. Daran kann man sehen, dass die &Uuml;bertragbarkeit bei COVID sehr hoch war und es dadurch zu vielen F&auml;llen in Deutschland gekommen ist. Wenn man sich dann die Fallzahlen nach Schweregrad anschaut, was mein besonderes Interesse geweckt hat, dann war ein hoher Anteil asymptomatischer F&auml;lle zu erkennen. Bei COVID liegt dieser in der Gr&ouml;&szlig;enordnung zwischen 18 und 44 Prozent. &bdquo;Asymptomatisch&ldquo; bedeutet, dass am Untersuchungstag keine Symptome vorlagen.<\/p><p>Es gibt noch eine weitere Kategorie von asymptomatischen F&auml;llen, die auch im weiteren Verlauf ohne Symptome geblieben sind. Da findet man jedoch praktisch keine Vergleichszahlen. Deswegen habe ich meine Untersuchung auf die F&auml;lle reduziert, die am Untersuchungstag keine Symptome aufwiesen. &Uuml;berraschenderweise gilt das auch f&uuml;r das SARS-Coronavirus, bei dem 18 bis 37 Prozent der F&auml;lle am Untersuchungstag keine Symptome hatten. Und interessanterweise gilt das auch f&uuml;r das Influenzavirus, bei dem Raten zwischen 19 und 44 Prozent beschrieben wurden. Von daher ist das im Gro&szlig;en und Ganzen vergleichbar. Ein &auml;hnliches Gesamtbild findet sich f&uuml;r milde und moderate Verl&auml;ufe. Die fallbezogene H&auml;ufigkeit milder oder moderater Verl&auml;ufe lag bei COVID zwischen 82 und 98 Prozent. Das hei&szlig;t, die meisten F&auml;lle hatten Symptome, mussten aber nicht im Krankenhaus behandelt werden. Diese Rate ist zum Beispiel bei Influenzaviren mit 40 bis 43 Prozent deutlich geringer. Das hei&szlig;t, bei Influenza kommt es offenbar seltener zu milden oder moderaten Verl&auml;ufen, unabh&auml;ngig von der absoluten Fallzahl.<\/p><p><strong>Zu den Fallzahlen: Dies sind ja Einflussgr&ouml;&szlig;en zur Berechnung der Kennzahlen wie die Fallsterblichkeits- und Infektionssterblichkeitsrate. Diese wurden bei COVID-19 durch die massenhaft eingesetzten PCR- und Antigen-Tests sowie die Z&auml;hlweise der Opfer fundamental anders erhoben als beispielsweise bei der Influenza oder anderen viralen Atemwegserkrankungen. Sind die jeweiligen Kennzahlen f&uuml;r COVID-19 und die Grippe daher tats&auml;chlich vergleichbar?<\/strong><\/p><p>Die Definition der Influenza-Infektion basiert prim&auml;r auf Symptomen und sekund&auml;r auf der Labordiagnostik, anlasslose Massentests wie bei COVID-19 mit insgesamt 150 Millionen PCR-Tests allein im Jahr 2022 hat es bei Influenza-Infektionen nie gegeben. Die Falldefinition f&uuml;r COVID war von Anbeginn an mehr oder weniger an einen positiven Test gekn&uuml;pft, unabh&auml;ngig davon, ob die Person Symptome hatten oder nicht. Deshalb sind die Fallzahlen nur bedingt vergleichbar. Doch bessere Zahlen liegen leider nicht vor.<\/p><p><strong>Hei&szlig;t das, dass COVID eher harmloser ist als die Grippe? Oder habe ich das falsch verstanden?<\/strong><\/p><p>Sagen wir mal, COVID f&uuml;hrt vergleichbar h&auml;ufig zu asymptomatischen F&auml;llen am Untersuchungstag, und es gibt h&auml;ufiger milde oder moderate Verl&auml;ufe. Allerdings, und deswegen muss ich das dann doch einschr&auml;nken, ist die Rate von Todesf&auml;llen im Jahr 2020 und im Jahr 2021 bezogen auf die Fallzahl bei COVID h&ouml;her gewesen. Sie war erst im Jahr 2022 wieder niedrig, und zwar so niedrig, wie man das von Influenza-Infektionen kennt. Von daher kann man nicht sagen, dass COVID harmloser war, je nachdem, was man als Endpunkt nimmt. Sagen wir mal so: Ich sehe bei COVID einerseits einen Ausschlag bei milden Infektionen, die h&auml;ufiger vorkommen als bei der Influenza. Auf der anderen Seite gibt es auf jeden Fall eine deutlich h&ouml;here Gesamtfallzahl als bei der Influenza, vor allem im Jahr 2022, und eine h&ouml;here Rate der fallbezogenen Sterblichkeit bei COVID in den Jahren 2020 und 2021, aber nicht mehr im Jahr 2022. Das liegt vermutlich auch daran, dass vor allem die Omikron-Variante kursierte, von der man ja wei&szlig;, dass sie eher zu milderen Verl&auml;ufen f&uuml;hrt. Und man kann ab 2021 wahrscheinlich auch den Nutzen der Impfung sehen, der im Jahr 2020 nicht vorhanden war.<\/p><p><strong>K&ouml;nnte man also sagen, dass COVID mit der Omikron-Variante harmloser geworden ist als die wiederkehrende Grippe?<\/strong><\/p><p>Wir sehen ja jedes Jahr virale Atemwegsinfektionen. Ich habe hier nur auf die pandemischen geschaut, und da w&uuml;rde ich sagen, dass dies sp&auml;testens seit 2022 gilt, als es nur noch eine relative fallbezogene Sterblichkeitsrate von 0,2 Prozent gab. Die ist jetzt nicht so hoch. Doch der Unterschied zur Influenza ist, dass es 2022 30 Millionen COVID-19-F&auml;lle gab, und von denen sind knapp 48.000 verstorben. In der schweren Grippewelle 2017\/2018 waren es etwa 25.000 Todesf&auml;lle, von denen man ausging. Es kommt also darauf an, worauf man schaut. Die relative Sterberate mag niedriger sein, die absolute Zahl der Todesf&auml;lle ist wahrscheinlich deutlich h&ouml;her. Und das muss man dann im Gesamtbild sehen.<\/p><p><strong>Bei der Grippe wurden viele Todesf&auml;lle nicht erfasst, da in den Totenscheinen andere Mortalit&auml;tsursachen vorrangig genannt wurden. In der Coronakrise wurden die &Auml;rzte angewiesen, bei einem vorliegenden positiven Labortest immer COVID-19 als Todesursache anzugeben. K&ouml;nnte das der Grund f&uuml;r die unterschiedlich hohen Todesf&auml;lle sein?<\/strong><\/p><p>Ja, das kann man nicht ganz vergleichen. Wenn man in den offiziellen Berichten vom Robert Koch-Institut nachliest, stellt man fest, dass die &Uuml;bersterblichkeit in der Grippewelle 2017\/2018 im Vergleich zu den Vorjahren gesch&auml;tzt wurde. Da wurden nicht die Fallzahlen ausgewertet, sondern da wurde die Methode angewendet, mit der man heute die &Uuml;bersterblichkeit aufgrund der Impfung nachzuweisen versucht. Das basiert also auf einer Sch&auml;tzung und nicht auf den tats&auml;chlichen Fallzahlen.<\/p><p><strong>Es ist also schwierig, die Kennzahlen von COVID-19 mit denen der Grippe zu vergleichen, da sie anders ermittelt wurden. Sehe ich das richtig?<\/strong><\/p><p>Im Detail ja. Aber ich will an dieser Stelle einmal die fallbezogene Sterblichkeit von der Ebolavirus-Infektion nennen. Da gibt es ja auch Zahlen in der wissenschaftlichen Literatur. Diese liegen immer um die 50 Prozent. Wir reden bei COVID und der Influenza jedoch &uuml;ber Werte zwischen 0,1 und 3 Prozent. Das ist einfach eine ganz andere Dimension. Mein Anliegen war, ein Gesamtbild zu zeichnen, in dem zwar Unterschiede bei einzelnen Parametern zu sehen sind, aber im Gesamtbild war die Gef&auml;hrlichkeit von COVID f&uuml;r mich unabh&auml;ngig von der absoluten Fallzahl nicht wirklich so &uuml;berzeugend hoch, wie es anfangs und auch in den gesamten zweieinhalb Jahren immer wieder dargestellt wurde.<\/p><p><strong>Sie haben in Ihrem Buch COVID-19 hinsichtlich des Schweregrads und der Ausbreitung mit anderen Atemwegserkrankungen verglichen. Zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen?<\/strong><\/p><p>Dass das im Gro&szlig;en und Ganzen &auml;hnlich ist. Die Rate asymptomatischer Verl&auml;ufe hatte ich schon geschildert. Diese sind durchaus vergleichbar. Milde Verl&auml;ufe waren h&auml;ufiger im Vergleich zur Influenza. Die Hospitalisierungsrate der COVID-F&auml;lle war im ersten Jahr h&ouml;her als danach. Sie ging dann zur&uuml;ck, wahrscheinlich auch aufgrund der Dominanz der Omikron-Variante. Bei saisonalen Coronaviren liegt die Hospitalisierungsrate &auml;hnlich hoch. Da hat man nur weniger F&auml;lle. Und bei Influenza-Infektionen in Deutschland lag die Hospitalisierungsrate zwischen 14 und 22 Prozent, wohingegen sie im Jahr 2020 f&uuml;r COVID bei 10,1 Prozent lag. Auch daraus kann man nicht ableiten, dass COVID so schwerwiegend war, dass die Krankheit weit &uuml;ber das hinausgeht, was wir jedes Jahr mit anderen viralen Atemwegsinfektionen erleben.<\/p><p><strong>Wenn Sie Ihre Ergebnisse rekapitulieren, wo sehen Sie Unterschiede zwischen COVID-19 und anderen epidemischen Atemwegserkrankungen, und wo sehen Sie &Auml;hnlichkeiten? Oder kann man das &uuml;berhaupt unterscheiden?<\/strong><\/p><p>Ich sehe auf jeden Fall einen Unterschied bei der &Uuml;bertragbarkeit, wenn man sich die Zahlen aus 2022 mit &uuml;ber 30 Millionen F&auml;llen anschaut. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so viele F&auml;lle einer bestimmten viralen Atemwegserkrankung in Deutschland gegeben hat. Da sehe ich durchaus einen Unterschied. Ich sehe auch einen Unterschied in der fallbezogenen Sterblichkeitsrate in den ersten zwei Pandemiejahren. Aber ansonsten ist das Bild f&uuml;r mich weitestgehend &auml;hnlich. Ich will es mal so formulieren: Im Grunde haben wir diese ganzen viralen Atemwegsinfektionen und eine hohe &Uuml;bertragbarkeit in den Wintermonaten ja immer. Wir erleben das auch dieses Jahr, und das ist an und f&uuml;r sich ja nichts Neues.<\/p><p><strong>Im zweiten Teil Ihres Buches haben Sie sich mit der Frage besch&auml;ftigt, welche Kenngr&ouml;&szlig;en zur Steuerung von Epidemien in Deutschland sinnvoll sind. Wie bewerten Sie die Kenngr&ouml;&szlig;en &bdquo;Fallzahlen&ldquo; und &bdquo;Inzidenzwert&ldquo;, die w&auml;hrend der Coronakrise als Grundlage zum Greifen verschiedener Ma&szlig;nahmen verwendet worden sind?<\/strong><\/p><p>Diese beiden Kenngr&ouml;&szlig;en sind nicht wirklich geeignet. Die Fallzahlen basieren ja auf der Falldefinition, und die Falldefinition basierte auf einem Labortest, unabh&auml;ngig von Symptomen. Das war zwar ein gangbarer Weg, aber das Vorhandensein von Symptomen und die H&ouml;he der Virenlast nicht zu ber&uuml;cksichtigen, ist nicht wirklich sinnvoll. Das h&auml;tte Sinn gemacht, wenn wir einen pandemischen Ausbruch der Ebolavirus-Infektion gehabt h&auml;tten, mit einer fallbezogenen Sterblichkeitsrate von 50 Prozent. Da mag das sinnvoll sein. Aber bei dem, was wir hier an viralen Atemwegsinfektionen erlebt haben, ist das aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Der Inzidenzwert ist auch nicht wirklich geeignet, so wie er genutzt wurde. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat ja schon vorgeschlagen, diesen um den Inzidenzwert &bdquo;Neuaufnahmen pro 100.000 Einwohner&ldquo; im Sinne schwerer Verl&auml;ufe und um den Inzidenzwert &bdquo;COVID-Patienten auf Intensivstation&ldquo;, sprich kritische Verl&auml;ufe, zu erg&auml;nzen. Das w&auml;re differenzierter gewesen. Ein differenzierteres Bild wurde auch von einer Arbeitsgruppe vorgeschlagen, die noch das Alter der Patienten, den Impfstatus und die Grundkrankheiten erg&auml;nzt haben wollten. Das w&auml;re f&uuml;r mich sinnvoller gewesen, weil man dann ein differenzierteres Bild f&uuml;r die Gesamtsituation in Deutschland bekommen h&auml;tte.<\/p><p><strong>Hat man da mit Kanonen auf Spatzen geschossen und die Krankheit als viel zu gef&auml;hrlich eingesch&auml;tzt?<\/strong><\/p><p>Das mag sein. Es gab ja im M&auml;rz 2020 dieses Szenarien-Papier. Da wurde ein Worst Case bis Ende Mai 2020 angenommen, mit 1,2 Millionen Toten und 57 Millionen Infizierten allein in Deutschland. Das ist ja bei Weitem verfehlt worden. Zum Gl&uuml;ck ist es weit verfehlt worden. Wenn nat&uuml;rlich die Entscheider zu der Zeit unter diesem Eindruck und dieser Erwartung gestanden haben, dann kann ich zumindest verstehen, warum man im Fr&uuml;hjahr 2020 ziemlich rigide vorgegangen ist. Man hat allerdings dann im Sommer 2020 vers&auml;umt, diese Szenarien mit der Realit&auml;t abzugleichen und zu kl&auml;ren, welche Ma&szlig;nahmen wirklich sinnvoll gewesen sind und welche nicht.<\/p><p><strong>Man wusste ja letztendlich schon Mitte bis Ende 2020, dass die Krankheit bei Weitem nicht so gef&auml;hrlich war wie urspr&uuml;nglich angenommen. Das haben ja alle Zahlen, insbesondere die <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/3_Downloads\/K\/Analysen_zum_Leistungsgeschehen__zur_Erloessituation_von_Krankenhaeusern_und_zu_betroffenen_Patienten_und_ihrer_Versorgung_in_der_Corona-Krise.pdf\">Auswertung der unterj&auml;hrigen Krankenhausabrechnungsdaten<\/a>, gezeigt. Die Gretchenfrage ist jetzt, warum die Politik zu diesem Zeitpunkt nicht gegengesteuert hat, in Deutschland nicht und in fast allen anderen L&auml;ndern nicht. Was ist denn der Grund daf&uuml;r?<\/strong><\/p><p>Ja, da habe ich leider keine Ahnung. Ich kann nur so sagen: Wenn ich Politiker gewesen w&auml;re und von Epidemiologie und viralen Atemwegsinfektionen nicht wirklich Ahnung gehabt h&auml;tte und ich h&auml;tte dann ein Szenarien-Papier vorgelegt bekommen, in dem von 1,2 Millionen Toten innerhalb von zwei Monaten gesprochen wurde und in dem davon ausgegangen wurde, dass m&ouml;glicherweise 80 Prozent der beatmungspflichtigen Patienten an der Krankenhaust&uuml;r abgewiesen werden m&uuml;ssen, weil die Kapazit&auml;t nicht reicht, dann h&auml;tte ich Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass man in der Situation rigide vorgeht. Was ich allerdings nicht verstehen kann, ist, warum man nicht im Sommer die Chance genutzt hat, alle Zahlen auf den Tisch zu legen und zu fragen: Ist es jetzt so gekommen? Und wenn nein, haben wir die Gef&auml;hrlichkeit &uuml;bersch&auml;tzt? Und wenn wir sie &uuml;bersch&auml;tzt haben, was w&auml;re dann ein sinnvoller Weg, damit umzugehen? Das ist leider nicht erfolgt.<\/p><p><strong>Im Rahmen der Bewertung der Kenngr&ouml;&szlig;e &bdquo;Fallzahlen&ldquo; schreiben Sie in Ihrem Buch: &bdquo;Ist es wirklich ein sinnvolles Ziel des &ouml;ffentlichen Gesundheitswesens, Millionen milder Verl&auml;ufe von Atemwegsinfektion zu verhindern (wenn dies &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist)? Ist es ein sinnvolles Ziel, Millionen von F&auml;llen ohne Symptome zu verhindern? Ist es ein sinnvolles Ziel, Hunderttausende moderater Verl&auml;ufe verhindern zu wollen, die keine Krankenhausbehandlung erfordern? Und ist es ein sinnvolles Ziel, Hunderttausende oder Millionen falsch-positiver F&auml;lle verhindern zu wollen?&ldquo; Damit stellen Sie die gesamte Corona-Politik in Deutschland und in vielen anderen L&auml;ndern in Frage. Wie h&auml;tten die verantwortlichen Entscheidungstr&auml;ger aus Ihrer Sicht die Krise steuern sollen?<\/strong><\/p><p>Nun, dadurch, dass man sich nur darauf festgelegt hat, die Fallzahlen zu reduzieren, sind diese Fragen leider berechtigt. H&auml;tte man den Inzidenzwert von schweren Verl&auml;ufen hinzugenommen, dann h&auml;tte man gezielter steuern k&ouml;nnen. Dann h&auml;tte das Ziel sein k&ouml;nnen, die Zahl schwerer Verl&auml;ufe, sprich die Krankenhausbehandlungen zu reduzieren. Das w&auml;re eine sinnvollere Gr&ouml;&szlig;e gewesen, die ja auch vorgeschlagen, aber leider nicht ber&uuml;cksichtigt wurde. Man h&auml;tte dar&uuml;ber hinaus auch die Zahl der COVID-Intensivpatienten, sprich kritische Verl&auml;ufe, betrachten k&ouml;nnen. Diese h&auml;tte man dann vielleicht gezielter reduzieren k&ouml;nnen. Man h&auml;tte den Personen, die einfach ein deutlich h&ouml;heres Risiko f&uuml;r einen schweren oder f&uuml;r einen kritischen oder sogar einen t&ouml;dlichen Verlauf haben, Ma&szlig;nahmen anraten k&ouml;nnen. Aber war es sinnvoll, Millionen von COVID-19-F&auml;llen mit milden Symptomen verhindern zu wollen? Das l&auml;uft alles mit hinein in die Gesamtgr&ouml;&szlig;e &bdquo;Fallzahl&ldquo;, und deswegen h&auml;tte ich mich f&uuml;r ein anderes Verfahren ausgesprochen, welches ja auch von <a href=\"https:\/\/www.monitor-versorgungsforschung.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/MVF0521_Schrappe-etal-TP_8.pdf\">Schrappe et al.<\/a> vorgeschlagen wurde. Diese Vorgehensweise h&auml;tte die tats&auml;chliche Krankheitslast besser ber&uuml;cksichtigt, unabh&auml;ngig von einer Fallzahl, die mit einem Labortest festgestellt wurde.<\/p><p><strong>Wie sieht dieses Verfahren aus, das Schrappe et al. vorgeschlagen haben?<\/strong><\/p><p>Nach diesem Verfahren h&auml;tte man die Hospitalisierungsrate und die Todesrate hinzugenommen, stratifiziert nach Alter, Impfstatus und Grundkrankheiten. Dann h&auml;tte man viel besser gesehen, wer gef&auml;hrdet ist. Es macht nun einmal einen Unterschied, ob tats&auml;chlich junge Leute ohne Vorerkrankungen durch einen schweren Verlauf gef&auml;hrdet sind. Dann darf und muss man auch anders agieren, als wenn es vorwiegend &auml;ltere Menschen sind, die ungeimpft sind, an mehreren Grundkrankheiten leiden und somit ein nachweislich h&ouml;heres Risiko f&uuml;r einen schweren Verlauf haben. Auf diese Weise h&auml;tte man viel gezielter intervenieren k&ouml;nnen. Ich glaube, das w&auml;re der sinnvollere Weg gewesen, statt die Gesamtbev&ouml;lkerung einheitlich zu behandeln.<\/p><p><strong>Ein gezielter Schutz der Risikogruppen letztendlich.<\/strong><\/p><p>Die Fallzahl schlie&szlig;t alle ein, vom Neugeborenen bis zum Greis. Aber eine andere Falldefinition mit Ber&uuml;cksichtigung von Symptomen, wie es bislang immer bei der Influenza-Infektion der Fall war, h&auml;tte nur tats&auml;chlich Erkrankte eingeschlossen. Und das macht einen Unterschied.<\/p><p><strong>Das ist jetzt eine hypothetische Frage, aber h&auml;tte man erstens mit einem solchen Vorgehen mehr Menschen sch&uuml;tzen k&ouml;nnen, die wirklich gef&auml;hrdet waren, und zweitens die Kosten der Ma&szlig;nahmen deutlich reduzieren k&ouml;nnen?<\/strong><\/p><p>Die rigorosen Ma&szlig;nahmen der Politik haben alle Menschen eingeschlossen und nicht differenziert, ob eine bestimmte Personengruppe st&auml;rker f&uuml;r einen schweren Verlauf gef&auml;hrdet ist. Wahrscheinlich w&auml;re es kein epidemiologischer Vorteil gewesen, wenn man eine ausgew&auml;hlte, besonders gef&auml;hrdete Personengruppe mit den gleichen Ma&szlig;nahmen gesch&uuml;tzt h&auml;tte, w&auml;hrend die anderen Menschen im Grunde frei h&auml;tten leben k&ouml;nnen. F&uuml;r mich macht es aber in der Hinsicht einen Unterschied, dass einige der Ma&szlig;nahmen recht rigoros in die Grundrechte eingegriffen haben, auch f&uuml;r die Personen, die eigentlich kein erh&ouml;htes Risiko hatten. Und aus meiner Sicht haben die verantwortlichen Entscheidungstr&auml;ger, wie Sie es in der Frage formuliert haben, ein wichtiges Vers&auml;umnis auf ihrer Liste. Denn sie haben die Ma&szlig;nahmen nicht permanent auf ihren tats&auml;chlichen gesundheitlichen Nutzen &uuml;berpr&uuml;ft. Das ist nicht erfolgt, und das h&auml;tte man, glaube ich, tun sollen.<\/p><p><strong>F&uuml;r wie gro&szlig; halten Sie derzeit die Gefahr, dass beim n&auml;chsten neuartigen Erreger von Atemwegserkrankungen, der sich weltweit verbreitet, die gleichen Ma&szlig;nahmen wie in der Coronakrise angeordnet werden?<\/strong><\/p><p>Nun, das ist jetzt meine pers&ouml;nliche Einsch&auml;tzung: Ich halte es f&uuml;r denkbar bis eher wahrscheinlich, dass man nochmals in den gleichen Topf der Ma&szlig;nahmen greift. Ich habe momentan, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht den Eindruck, dass die Entscheider das eigene Handeln im R&uuml;ckblick kritisch reflektieren. Es gibt zwar immer kleinere Themen, wo man sagt &bdquo;Na ja, mit den Schulschlie&szlig;ungen, das war wahrscheinlich nicht so sinnvoll&ldquo;, aber das gro&szlig;e Ganze, da hat man doch eine Scheu, sich noch einmal r&uuml;ckblickend sachlich damit auseinanderzusetzen. Und da diese Aufarbeitung fehlt, halte ich die Gefahr, dass es noch einmal so kommt, f&uuml;r durchaus gegeben.<\/p><p><strong>Die Frage ist, ob die Menschen das noch einmal in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung mit sich machen lassen. Man sieht ja beispielsweise, dass die Impfbereitschaft trotz Empfehlung sehr stark zur&uuml;ckgegangen ist. Die Angst vor der Krankheit ist auch zur&uuml;ckgegangen.<\/strong><\/p><p>Die Angst mag zur&uuml;ckgegangen sein, weil das Thema auch medial nicht mehr so pr&auml;sent ist. Die Angst mag auch deshalb zur&uuml;ckgegangen sein, weil viele zumindest eine Grundimmunisierung haben und eine nat&uuml;rliche Immunit&auml;t dazu. Es gibt ja durchaus einen hohen Anteil von Geimpften, die inzwischen erkrankt sind. Das hei&szlig;t, sie verf&uuml;gen &uuml;ber eine Kreuzimmunit&auml;t. Nach allem, was man wei&szlig;, ist das der beste Schutz, den man haben kann. Dann stellt sich tats&auml;chlich die Frage, ob es f&uuml;r die Gesamtheit der Bev&ouml;lkerung noch sinnvoll ist, sich immer weiter impfen zu lassen. Zumal ja auch immer mehr Fragen &uuml;ber die Sicherheit dieser Impfstoffe in der wissenschaftlichen Debatte auftauchen. Ich glaube, das spielt auch eine Rolle.<\/p><p><strong>Was motiviert Sie letztendlich, sich f&uuml;r eine Aufarbeitung der Coronakrise einzusetzen?<\/strong><\/p><p>Meine Hauptmotivation ist, mir ein eigenes Bild zu verschaffen. Ich bin einfach skeptisch geworden bei dem, was ich hier und da gelesen und geh&ouml;rt habe. Ich wollte mir ein eigenes Bild von den Daten verschaffen, soweit ich sie denn auswerten kann. Und da lerne ich viel. Da schaffe ich mir mein eigenes Bild der Situation. Denn wenn ich, wie f&uuml;r mein Buch &bdquo;CoroFluenza&ldquo;, die offiziellen Daten sowie Ergebnisse aus Studien und medizinischen Datenbanken heranziehe, dann ergibt es ein weitgehend vollst&auml;ndiges Bild zu einer Fragestellung. Das ist nicht mehr so ohne Weiteres umzukippen. Dies war meine Hauptmotivation. Ich m&ouml;chte mir ein eigenes Bild zu den verschiedenen Fragen machen, sei es der Nutzen von 2G, sei es die Impfpflicht oder die Maskenpflicht und jetzt hinsichtlich der Kenngr&ouml;&szlig;en. Diese Beitr&auml;ge m&ouml;chte ich im Grunde zur Diskussion stellen und bin gespannt, was an Reaktionen kommt, ob ich etwas Wichtiges &uuml;bersehen habe oder ob man mir im Gro&szlig;en und Ganzen zustimmt. Ich bin sehr dankbar, dass der Vizepr&auml;sident der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Krankenhaushygiene die B&uuml;cher alle gelesen und als durchaus wichtige Beitr&auml;ge angesehen hat, um noch einmal zur&uuml;ckzublicken. Und ich hoffe, dass es noch mehr Kollegen in der Fachwelt und Interessierte in der Bev&ouml;lkerung gibt, die sich in dieser Hinsicht ein Bild verschaffen wollen. Da k&ouml;nnten meine Ausarbeitungen hoffentlich ein interessanter Gedankenansto&szlig; sein.<\/p><p><strong>Nur zur Vollst&auml;ndigkeit: Sie haben sich in anderen Ver&ouml;ffentlichungen mit 2G, Impfpflicht und Maskenpflicht besch&auml;ftigt. Dort haben Sie sich, wie in Ihrem aktuellen Buch, auch einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Studienlage verschafft.<\/strong><\/p><p>Genau. Ich habe die Studien eingeordnet, und ich habe die Methode der Studien bewertet, ob sie beispielsweise lediglich eine Korrelation beschreiben oder ob man daraus auch eine Kausalit&auml;t ableiten kann. Das sind ja f&uuml;r die Bewertung eines m&ouml;glichen Nutzens einer Ma&szlig;nahme ganz entscheidende Fragen. Wenn man an evidenzbasierte Medizin glaubt, dann kommt man um diese Fragen nicht herum. Alles andere wird dem nicht mehr gerecht. Das ist dann eher ein Glaube, aber kein Wissen.<\/p><p><em><strong>Zum Interviewpartner:<\/strong> Professor G&uuml;nter Kampf ist Mediziner, hat in der Chirurgie, der Inneren Medizin sowie der Klinischen Pharmakologie gearbeitet, hat sich zum Facharzt f&uuml;r Hygiene und Umweltmedizin weitergebildet und war lange Jahre f&uuml;r ein Unternehmen der Hygienebranche t&auml;tig, zuletzt als wissenschaftlicher Direktor in der zum Unternehmen geh&ouml;renden Forschungseinrichtung. Seit 2016 ist er selbstst&auml;ndig als Facharzt f&uuml;r Hygiene und Umweltmedizin sowie als Fachbuchautor t&auml;tig. Hinsichtlich der Publikationen in Fachzeitschriften hat er zun&auml;chst Fachbeitr&auml;ge zu nosokomialen Infektionen verfasst, also zur &Uuml;bertragung von Erregern, die Patienten im Zusammenhang mit einer medizinischen Ma&szlig;nahme wie beispielsweise in einem Krankenhaus erwerben. Sp&auml;ter war sein Schwerpunkt die H&auml;ndehygiene, die Fl&auml;chendesinfektion sowie Resistenzen gegen&uuml;ber Wirkstoffen aus Desinfektionsmitteln. Seine aktuelle Ver&ouml;ffentlichung &bdquo;CoroFluenza&ldquo; ist unter anderem <a href=\"https:\/\/buchshop.bod.de\/corofluenza-guenter-kampf-9783758311529\">hier<\/a> erh&auml;ltlich. Weitere Ver&ouml;ffentlichungen finden sich auf seiner <a href=\"https:\/\/www.guenter-kampf-hygiene.de\/\">Webseite<\/a>. G&uuml;nter Kampf und Karsten Montag haben im Zeitraum der Coronakrise gemeinsam drei Beitr&auml;ge in internationalen medizinischen Fachzeitschriften ver&ouml;ffentlicht.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: creativeneko\/shutterstock.com<\/small><\/p><p><em>G&uuml;nter Kampf: CoroFluenza &ndash; Pandemische Atemwegsinfektionen im Vergleich, Books on Demand, 2023, 146 Seiten, Paperback, 16,00 Euro.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/496723bb109a4ce2887d996380e05b63\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In mehreren Publikationen setzt sich der Facharzt f&uuml;r Hygiene und Umweltmedizin <strong>G&uuml;nter Kampf<\/strong> mit dem Umgang der Coronakrise in Deutschland auseinander. In seiner neuesten Ver&ouml;ffentlichung mit dem Titel &bdquo;CoroFluenza&ldquo; vergleicht er COVID-19 auf der Basis von Kennzahlen aus Studien und der &ouml;ffentlichen Berichterstattung mit anderen bekannten pandemischen viralen Atemwegserkrankungen. 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