{"id":11096,"date":"2011-10-26T16:50:19","date_gmt":"2011-10-26T14:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11096"},"modified":"2014-12-02T15:54:50","modified_gmt":"2014-12-02T14:54:50","slug":"der-bittere-befund-auch-rot-und-grun-und-viele-medien-kleben-an-der-agenda-2010-und-den-dahinter-steckenden-neoliberalen-vorstellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11096","title":{"rendered":"Der bittere Befund: Auch Rot und Gr\u00fcn und viele Medien kleben an der Agenda 2010 und den dahinter steckenden neoliberalen Vorstellungen"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Befund ist nicht unbedingt neu. Aber man gibt sich &ndash; auch ich gebe mich &ndash; gelegentlich der Hoffnung hin, unter dem Eindruck des offensichtlichen Scheiterns der neoliberalen Theorie w&uuml;rden sich zumindest Rot und Gr&uuml;n und einige Medien eines Besseren besinnen. Das ist leider nicht der Fall. Die aggressive Reaktion auf das Grundsatzprogramm der Linken ist ein aktueller Beleg daf&uuml;r. Die programmatischen Festlegungen der Linken sind in wichtigen Teilen ein Spiegel, den die Linkspartei der SPD und den Gr&uuml;nen hinh&auml;lt. Sie erkennen darin, dass sie wichtige und richtige eigene Positionen verlassen und verraten haben. Deshalb die Aggression. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Belege daf&uuml;r, dass sich leider nichts bewegt &ndash; beispielhaft bei der SPD.<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Nach wie vor Bekenntnisse zu Schr&ouml;ders Agenda 2010<\/strong><br>\nWenn man wie ich in der vergangenen Woche an Veranstaltungen mit vielen Sozialdemokraten und mit Spitzenpolitikern der SPD als Redner teilnimmt, dann bekommt man fast schon klischeehaft zu h&ouml;ren, an der Agenda 2010 sei nicht alles falsch gewesen, sie sei im Kern richtig und au&szlig;erdem sei sie ein Erfolg. Bei solchen Reden klatschen sogar Gewerkschafter, auch solche, die aus ihrer eigenen Erfahrung wissen m&uuml;ssten, was die so genannten Arbeitsmarktreformen angerichtet haben: den extremen Zuwachs der Leiharbeit und der prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnisse, die Zerst&ouml;rung einer funktionierenden Arbeitslosenversicherung, usw. &ndash; Diese Zumutungen werden dann zu guter Letzt auch noch als Erfolg der Agenda 2010 gefeiert.<br>\nOffenbar liegt hier ein psychisches Problem vor. Viele haben der Agenda 2010 unter dem Eindruck der Propaganda von Schr&ouml;der und der neoliberalen Lobby zugestimmt und kleben jetzt an dieser Zustimmung. Das ist die &Uuml;berwindung der kognitiven Dissonanz. Sie wissen, dass sie unrecht haben, aber sie k&ouml;nnen das nicht zugeben.<br>\nIch w&uuml;rde diesen meinen Eindruck ja gerne korrigieren, aber ich sehe nicht, wo sich SPD, Gr&uuml;ne und die Mehrheit der Medien von der neoliberalen Politik und ihren Fehlern wirklich l&ouml;sen.<\/li>\n<li><strong>Offenbar nach wie vor enge Verflechtung mit der Finanzwirtschaft. Es geschieht nichts Entscheidendes gegen die Spekulanten und die Spekulation.<\/strong><br>\nUm die Radikalit&auml;t des Grundsatzprogramms der Linken zu charakterisieren, wurde in den Tagesthemen vor ein paar Tagen emp&ouml;rt berichtet, die Linken seien sogar gegen die B&ouml;rsen. Dieser Einwurf ist interessant, weil der Trend sichtbar wird, dass bei den Medien, im konkreten Fall bei den Tagesthemen, nicht der Funke eines Gedankens dar&uuml;ber angestellt wird, ob die B&ouml;rsen mit ihrem von Spekulation angetriebenen Auf und Ab wirklich sinnvolle Einrichtungen sind.<br>\nIn einem Beitrag vom <a href=\"\/?p=3689\">7.1.2009<\/a> habe ich auf die Dimension der Spekulation an den Aktienb&ouml;rsen seit ungef&auml;hr 1982 hingewiesen. Die zwei- und inzwischen dreimalige Vervierfachung der Kurse und der anschlie&szlig;enden Zusammenbruch sind nicht Ausdruck realer wirtschaftlicher Ver&auml;nderungen sondern Ausdruck einer z&uuml;gellosen Spekulation. Jetzt erleben wir im Falle der Finanzkrise in Griechenland und in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern, wie wir f&uuml;r diese Spekulation und die Profiteure der Spekulation bluten m&uuml;ssen. Es g&auml;be also unmittelbar aktuelle Anl&auml;sse, dar&uuml;ber nachzudenken, ob wir uns weiterhin von solchen Spekulationen abh&auml;ngig machen lassen sollten. Das geschieht nicht. Stattdessen emp&ouml;rt man sich, wenn eine Partei wie Die Linke damit beginnt, dagegen Front zu machen.<br>\nBei der gesamten Rettungsaktion wird auch von Seiten von SPD und Gr&uuml;nen nicht darauf gepocht, die Spekulation einzud&auml;mmen. Das Entscheidende: Es ist nichts geschehen, um sich zur Rettung der Finanznot in Griechenland und anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern aus der Gefangenschaft der so genannten M&auml;rkte, was man ruhig auch Spekulanten nennen k&ouml;nnte, zu befreien.\n<p>Und auch ansonsten geschieht nichts, um den Spekulanten ihre Gesch&auml;fte zu erschweren:<\/p>\n<ul>\n<li>Nach wie vor sind Hedgefonds in Deutschland zugelassen und sie genie&szlig;en wie andere Akteure auf den Finanzm&auml;rkten Privilegien.<\/li>\n<li>Insbesondere: Nach wie vor ist die zum 1.1.2002 eingef&uuml;hrte Befreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen von der Besteuerung in Kraft. Das ist eine F&ouml;rderung der Spekulation.<\/li>\n<li>\nNach wie vor ist damit Schr&ouml;ders spekulationsf&ouml;rdernde Parole von der Aufl&ouml;sung der Deutschland AG wirksam. Nach wie vor werden bei uns Unternehmen, auch sehr gesunde Unternehmen, von Hedgefonds und anderen Finanzgruppen mit einer geringen eigenen finanziellen Beteiligung aufgekauft, verschuldet, ausgepl&uuml;ndert und notfalls aufgeteilt und weiter verkauft.<\/li>\n<li>Die Bundesregierung hat nichts Entscheidendes zur Regulierung der Finanzm&auml;rkte getan. Dass nichts geschieht, ist auch kein Wunder: Frau Merkel hat den Berater von Goldman Sachs Ottmar Issing zum Vorsitzenden der Kommission gemacht, die solche Regulierungsvorschl&auml;ge ausarbeiten soll. Rot und auch Gr&uuml;n zerren diese Abh&auml;ngigkeit der Bundesregierung nicht ans Licht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn SPD und Gr&uuml;ne eine wirksame oppositionelle Gruppierung w&auml;ren, dann m&uuml;ssten sie eindeutig gegen die Spekulation Position beziehen. Das tun sie nicht, weil auch sie eng mit der Finanzindustrie verbunden sind. Das kann man schon daran sehen, dass der F&ouml;rderer der Spekulation Steinbr&uuml;ck in die obersten R&auml;nge der SPD F&uuml;hrung aufgenommen worden ist, ohne dorthin gew&auml;hlt zu sein, und jetzt auch noch auf dem besten Weg ist, Kanzlerkandidat der SPD zu werden.<br>\nSteinbr&uuml;ck hat, wie wir schon oft belegt haben, den Spekulanten den Finanzplatz Deutschland weiter ge&ouml;ffnet, nach dem schon sein Vorg&auml;nger Eichel und davor schon Helmut Kohl damit begonnen hatten.<br>\nBeim Grad der Abh&auml;ngigkeit von der Finanzindustrie gibt es vermutlich allenfalls einen graduellen Unterschied zwischen SPD (und Gr&uuml;nen) auf der einen Seite und Schwarz-Gelb auf der andern Seite.<\/p>\n<p>Die Verbundenheit mit der Finanzwirtschaft hat vermutlich nicht nur den Hintergrund, dass es finanzielle Verbindungen gibt, offensichtlich gab es dar&uuml;ber hinaus in der SPD F&uuml;hrung Personen, die das M&auml;rchen von der besonderen Produktivit&auml;t des Finanzsektors glaubten. Ich traute meinen Ohren zun&auml;chst nicht, als Hubertus Heil, immerhin stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD und zust&auml;ndig f&uuml;r Wirtschaft und von 2005-2009 Generalsekret&auml;r der SPD in einem Vortrag davon berichtete, dass man in der SPD F&uuml;hrung beeindruckt gewesen sei von den Erfolgen des irischen Tigers auf den Finanzm&auml;rkten und deshalb den &bdquo;Finanzplatz Deutschland&ldquo; ausbauen wollte. Ich traute meinen Ohren nicht, weil ich nicht glauben konnte, dass erwachsene Menschen das M&auml;rchen vom irischen Tiger glaubten, dass erwachsene Menschen glauben, wenn auf den Finanzm&auml;rkten durch Spekulation riesige Gewinne erzielt und dann als Boni und Verg&uuml;tungen verteilt w&uuml;rden, dann w&uuml;rde irgendwelche volkswirtschaftlich bedeutsame Wertsch&ouml;pfung stattfinden. Dass die SPD F&uuml;hrung einmal ernsthaft daran geglaubt hat, die Entscheidung ihrer Finanzminister Eichel und Steinbr&uuml;ck, den Finanzplatz Deutschland auszubauen, habe irgend eine positive volkswirtschaftliche oder politische Bedeutung, muss jeden einigerma&szlig;en denkf&auml;higen Menschen ersch&uuml;ttern.<br>\nWir haben solche Leute an der Spitze unseres Staates. Wir haben solche Leute an der Spitze wichtiger Parteien wie der SPD. Da ist es wirklich kein Wunder, dass gegen Spekulation nichts geschieht. <\/p>\n<p>Das ist der entscheidende Fehler auch in der aktuellen Situation.<br>\nEuropa muss sich aus den Klammern der Spekulanten befreien. Aber mit den zur Zeit in den etablierten Parteien herrschenden Kr&auml;ften wird das nicht m&ouml;glich sein. Das ist der bittere Befund.<\/p><\/li>\n<li><strong>Prozyklische Sparpolitik<\/strong><br>\nDie heutigen Oppositionsparteien SPD und Gr&uuml;ne hegen wie auch die Regierenden die irrige Vorstellung, man k&ouml;nne als Volkswirtschaft sparen,  wenn man als Finanzminister oder Bundesregierung oder als griechische Regierung dies wolle. Sie haben den Wahnsinn mit der Schuldenbremse mitgemacht und sie sind mitverantwortlich f&uuml;r die vorhersehbare Katastrophe in Griechenland. Dass diesem Land eine prozyklische Sparpolitik aufgezwungen wurde, dass man dieses Land zu Sozialeinschnitten und so genannten Reformen und zu fiskalischen Sparma&szlig;nahmen zwang, obwohl man h&auml;tte wissen m&uuml;ssen, dass dies nicht zum Erfolg f&uuml;hrt, ist ein brutaler Skandal.<br>\nAuch die Oppositionsparteien haben sich nicht befreit von der g&auml;ngigen Meinungsmache. Mit Steinbr&uuml;ck ist einer in die Spitze einger&uuml;ckt, der erst im November 2008 und zeitlich nach der Unionsf&uuml;hrung gemerkt hat, dass man antizyklisch handeln und die Konjunktur ankurbeln muss, wenn sich eine Versch&auml;rfung der Rezession abzeichnet.<br>\nTypisch f&uuml;r den Einfluss der herrschenden Sparabsichtslehre ist das, was ich heute in meiner Regionalzeitung zum Doppelhaushalt der Regierung Kurt Beck lese: &bdquo;Beck: Weichen f&uuml;r Konsolidierung gestellt.&ldquo; Im Text wird von Einsparungen berichtet und auch davon, dass auch die rot-gr&uuml;ne Landesregierung die von der rot gef&uuml;hrten Landesregierung installierte Schuldenbremse ohne Murren hinnimmt.<br>\nDa ist kein Umdenken erkennbar, obwohl dies in der aktuellen Situation mit erkennbar deutlicher Rezessionsgefahr dringend notwendig w&auml;re.<\/li>\n<li><strong>Die Wichtigkeit steigender L&ouml;hne wird nicht erkannt.<\/strong><br>\nDie SPD als fr&uuml;here Arbeitnehmerpartei h&auml;tte es als einen Gl&uuml;cksfall betrachten k&ouml;nnen, dass eines der wichtigen Instrumente zur Rettung der Eurozone steigende L&ouml;hne sind. Die Lohnst&uuml;ckkosten der einzelnen Staaten im Euro Raum m&uuml;ssen sich wieder aneinander ann&auml;hern. D.h. f&uuml;r uns: die L&ouml;hne m&uuml;ssen steigen. Welch ein Geschenk f&uuml;r eine Arbeitnehmerpartei. Und was hat sie daraus gemacht? Wo sind die Forderungen der Sozialdemokraten und der Gr&uuml;nen nach besseren Tarifabschl&uuml;ssen? Allenfalls verzagt meldet man sich zu Wort. Wo sind vor allem die Forderungen nach einem Abbau des Niedriglohnsektors? Nur m&uuml;hsam hat man sich dazu durchgerungen, Mindestl&ouml;hne gut zu finden. Als man in der Zeit von Rot-Gr&uuml;n die politische Macht hatte, diese durchzusetzen, hat man sie nicht ergriffen.<\/li>\n<li><strong>Keine Abkehr von der Zerst&ouml;rung der sozialen Sicherungssysteme<\/strong><br>\nZur Zeit wird auf allen Kan&auml;len f&uuml;r die Riester-Rente geworben. Es wird zum zehnj&auml;hrigen Bestehen dieses Schlages gegen die gesetzliche Rente wahrheitswidrig behauptet, dass die Riester-Rente eine sinnvolle Vorsorge f&uuml;rs Alter sei. Gerade das zehn j&auml;hrige Bestehen dieser falschen Weichenstellung w&auml;re eine gute Gelegenheit gewesen, diesen Wahnsinn zu revidieren. Nichts davon. Innerhalb der SPD haben offensichtlich jene Kr&auml;fte das Sagen, die wie Riester, Schr&ouml;der und R&uuml;rup mit den Maschmeyers dieser Welt verbunden sind &ndash; emotional und finanziell. Siehe auch <a href=\"\/?p=11081\">hier<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Fortsetzung der Privatisierung<\/strong><br>\nAuf kommunaler Ebene wird an verschiedenen Ecken der Republik damit begonnen, unsinnige Privatisierungen &ouml;ffentlicher Einrichtungen wie zum Beispiel von Stadtwerken zu korrigieren. Man w&uuml;rde sich w&uuml;nschen, die SPD w&uuml;rde sich bundesweit zum Wortf&uuml;hrer der Re-Kommunalisierung machen. Fehlanzeige.<\/li>\n<li><strong>In der Personalpolitik der SPD dominieren die neoliberal gepr&auml;gten Kr&auml;fte<\/strong><br>\nDas f&uuml;hrende Trio besteht aus Steinmeier, Gabriel und Steinbr&uuml;ck. Das sind durchg&auml;ngig Schr&ouml;der-Leute. Und Steinbr&uuml;ck hat beste Chancen, der Kanzlerkandidat der SPD zu werden. Siehe auch <a href=\"\/?p=11063\">hier<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Milit&auml;reins&auml;tze ja, kein kritisches Wort zur NATO<\/strong><br>\nDas Desaster in Afghanistan und die Ank&uuml;ndigung der USA, ihr Engagement aufzugeben, w&auml;re eine ausgezeichnete Gelegenheit zur Korrektur des falsch eingeschlagenen Weges von SPD und Gr&uuml;nen.<br>\nDer brutale und offensichtlich von Interessen gepr&auml;gte Einsatz der NATO in Libyen w&auml;re eine zweite gute Gelegenheit zur Korrektur.<br>\nStattdessen wird genau an diesem Thema der besondere Bruch zur Linkspartei aufgemacht, konstruiert.<br>\nAn dieser Stelle ist es angebracht, aus dem Berliner Grundsatzprogramm der SPD vom 20. Dezember 1989 zu zitieren. Der Beschluss liegt gerade mal 21 Jahre zur&uuml;ck und war nach dem Fall der Mauer gefasst worden. Hier ein paar einschl&auml;gige Zitate und Kommentare:\n<blockquote><p><em>&bdquo;Unser Ziel ist es, die Milit&auml;rb&uuml;ndnisse durch eine europ&auml;ische Friedensordnung abzul&ouml;sen. &hellip;<br>\nDer Umbruch in Osteuropa verringert die milit&auml;rische und erh&ouml;ht die politische Bedeutung der B&uuml;ndnisse und weist ihnen eine neue Funktion zu: Sie m&uuml;ssen, bei Wahrung der Stabilit&auml;t, ihre Aufl&ouml;sung und den &Uuml;bergang zu einer europ&auml;ischen Friedensordnung organisieren. Dies er&ouml;ffnet auch die Perspektive f&uuml;r das Ende der Stationierung amerikanischer und sowjetischer Streitkr&auml;fte au&szlig;erhalb ihrer Territorien in Europa.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch die SPD wollte also einmal das Ende der NATO. Dies zu wollen war und ist ganz und gar nicht unvern&uuml;nftig. Auch heute ist es nicht vern&uuml;nftig, dieses urspr&uuml;ngliche Verteidigungsb&uuml;ndnis f&uuml;r allerlei milit&auml;rische Interventionen in der Welt zu gebrauchen. Die Erfahrungen mit Afghanistan und des Verhaltens der NATO im Libyen-Krieg w&auml;ren eine gute Gelegenheit f&uuml;r SPD und Gr&uuml;ne, sich eines Besseren zu besinnen und die Vorherrschaft der Politik gegen&uuml;ber dem Milit&auml;rischen durchzusetzen.<br>\nEs ist so offensichtlich, dass die NATO unter der F&uuml;hrung konservativer bis reaktion&auml;rer Kr&auml;fte in Frankreich, Gro&szlig;britannien und D&auml;nemark in eine falsche Richtung gebracht wird. Statt diese Gefahr zu erkennen und die Chance zur Korrektur zu ergreifen, polemisiert vor allem die SPD Spitze gegen die Linkspartei. Rational kann man das nicht erkl&auml;ren. Offenbar kann es die SPD F&uuml;hrung nicht ertragen, im Spiegel der Linkspartei ihre eigenen Fehlentscheidungen zu erkennen. <\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Die Neoliberalen erh&ouml;hen ihre Schlagzahl<\/strong><br>\nDass SPD und Gr&uuml;ne sich bisher nicht zu einer grundlegenden Korrektur der Agendapolitik verstehen k&ouml;nnen, ist hoch problematisch. Es nimmt uns W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern die politische Alternative. Wir haben leider keine echte Wahl.<br>\nDie Lage wird noch schwieriger dadurch, dass erstens die Agitatoren der neoliberalen Bewegung die heutige Krise benutzen, um ihr Scheitern zu &uuml;bert&uuml;nchen. Die Aggression des Hans Olaf Henkel gegen den Euro sind ein Symbol daf&uuml;r. Sie wird zweitens noch schwieriger dadurch, dass die Profiteure der neoliberal gepr&auml;gten Entscheidungen immer weiter Fakten schaffen. Die schon erw&auml;hnte Riester-Rente wie auch die Werbung f&uuml;r private Krankenkassen sind beredte Beispiele daf&uuml;r. Hier werden st&auml;ndig Fakten gegen die solidarischeren Systeme der Risikovorsorge geschaffen. Und dabei wird das Vertrauen in diese solidarischen Sicherungssysteme weiter ausgeh&ouml;hlt.<\/p><p><strong>Angesichts dieser Gefahren und des Versagens von Rot und Gr&uuml;n bleibt der Linkspartei keine Alternative zu einer klaren Positionsbestimmung. Das hat sie bei ihrem Parteitag in Erfurt versucht. Teilweise mit programmatischen Elementen, die auch nicht das Gelbe vom Ei sind. Aber im gro&szlig;en Ganzen viel vern&uuml;nftiger und auch viel sozialdemokratischer als das, was uns vom Original geboten wird.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Befund ist nicht unbedingt neu. Aber man gibt sich &ndash; auch ich gebe mich &ndash; gelegentlich der Hoffnung hin, unter dem Eindruck des offensichtlichen Scheiterns der neoliberalen Theorie w&uuml;rden sich zumindest Rot und Gr&uuml;n und einige Medien eines Besseren besinnen. Das ist leider nicht der Fall. Die aggressive Reaktion auf das Grundsatzprogramm der Linken<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11096\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,195,191],"tags":[423,293,285,1253,411],"class_list":["post-11096","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-die-linke","category-spd","tag-austeritaetspolitik","tag-finanzwirtschaft","tag-hedgefonds","tag-heil-hubertus","tag-schroeder-gerhard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11096"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11096\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11098,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11096\/revisions\/11098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}